Neue Behandlungs-Richtlinien für den oberflächlichen Blasenkrebs(update des Originaldokuments von 1999)
Schlußfolgerungen auf Basis der neuesten Studienergebnisse: ● Ein genaues klinisches staging ist für die Behandlungsentscheidung sehr wesentlich.
Deshalb wird die Durchführung einer WIEDERHOLTEN TUR-B vor der intra-
vesikalen Behandlung in Situationen empfohlen, in denen ein T1 hohen gradings OHNE
mikroinvasiven Muskelanteil in der Biopsie (bzw. in besonderen Fällen mit mikroinvasi-
vem Muskelanteil) vorliegt.
● Eine einzelne postoperative Chemotherapeutikum-Instillation kann nach unkomplizier-
ten Resektionen*1 das Rezidivrisiko senken.
● Bei Erkrankung niedrigen Risikos ist die Immuntherapie der Chemotherapie nicht eindeu-
tig überlegen.
Patienten mit hohem Rezidiv- und niedrigem Progressionsrisiko sollte ein intravesikales
Induktionsregime*2 eines Chemo- oder Immuntherapeutikums verordnet werden.
● Ein Mitomycin-C-Induktionsregime in Verbindung mit einer Erhaltungstherapie*3 er-
höht die Wirksamkeit des Medikamentes bei der Rezidivprävention.
Allerdings gibt es noch keine Bestimmungen hinsichtlich optimaler Dosis, Durchführung
und Dauer der Erhaltungstherapie.
● Bei Patienten mit Hochrisikotumoren*4 senkt die Kombination von BCG-Induktions- und
Erhaltungstherapie die Rezidivrate und vielleicht die Progressionsrate.
Auch hier gibt es keine optimalen Behandlungs-Schemata oder Vorschriften über die Be-
handlungsdauer. Es liegen Daten vor, die das SWOG-Regime*5 unterstützen.
*1 Resektionen, bei denen keine schwereren Verletzungen aufgetreten sind.
*2 Vier bis sechs Wochen lang WÖCHENTLICHE Instillationen.
*3 Ein bis drei Jahre lang MONATLICHE Instillationen.
*4 Tumoren mit hohem grading. Ein typischer Hochrisikotumor ist das Carcinoma in situ (Cis
oder Tis).
*5 Ich kenne diesen Behandlungsplan nicht. Er wird u.a. in diesem für BCG-Menschen in-
teressanten link erwähnt (für dessen Übersetzung ich im Moment leider keine Zeit habe):
http://www.aeras.org/news/documents/BCGImmunotherapyofBladderCancer2006.pdf