Autor Thema: Probleme mit der Harnblase  (Gelesen 4673 mal)

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hilde

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Probleme mit der Harnblase
« am: 06. Januar 2008, 12:08 »
Blasenentzündung kehrt häufig wieder

E.coli siedelt in Blasenwand-Zellen

Escherichia coli-Bakterien können Zellen auf der Innenseite der Harnblase besiedeln und damit vermutlich immer wiederkehrende Entzündungen hervorrufen. Dies sei eine Erklärung dafür, warum einige Frauen immer wieder an der schmerzhaften Blasenentzündung leiden, obwohl sie die dagegen verschriebenen Antibiotika korrekt eingenommen haben, berichtet eine Gruppe um Scott Hultgren von der Washington School of Medicine in St. Louis (US-Staat Missouri).

E. coli gelangt unter anderem beim Sex in die Harnröhre von Frauen, können bis in die Blase aufsteigen und dort für Entzündungen sorgen. Im schlimmsten Fall infizieren die Keime auch die Nieren.

Behandelt wird die Krankheit über einige Tage hinweg mit Antibiotika. Viele Frauen werden binnen eines Jahres aber erneut heimgesucht, oft von demselben Bakterienstamm.

Hultgren und seine Kollegen zeigten nun, dass sich die Keime in den Zellen der Blasenauskleidung einnisten können. Dazu untersuchten die Forscher Zellen aus dem Urin von 80 infizierten und 20 symptomlosen, aber ehemals infizierten Frauen.

Bei einer von fünf Infizierten zeigen sich Kolonien in den Zellen
Unter den Mikroskopen fanden sich im Urin der infizierten Frauen sowohl Bakterien als auch einzelne abgelöste Zellen, in deren Inneren sich Bakterienkolonien gebildet hatten. Letzteres war in rund 20 Prozent der infizierten Frauen der Fall. In der Kontrollgruppe entdeckten die Wissenschaftler hingegen keine Bakterien.

Der Bakterienbefall der Zellen könnte noch weiter verbreitet sein als es die Ergebnisse jetzt nahelegten, heißt es weiter in der Studie. Weil jeweils nur eine Urinprobe pro Frau untersucht worden sei, sei vielleicht nicht der ganze Lebens- und Vermehrungszyklus der Keime erfasst worden.

Dennoch zeichne sich die Möglichkeit ab, dass Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen von längeren Behandlungen mit solchen Antibiotika profitieren könnten, die auch im Inneren der Zellen wirken. Vor der aktuellen Studie hatten ähnliche Untersuchungen an Mäusen ebenfalls Bakterien in den Blasenzellen nachgewiesen.

dpa / fs, 18.12.07

Edi

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Widerspenstige Blase
« Antwort #1 am: 29. März 2008, 14:25 »

Wenn die Harnblase dem Kopf widerspricht, können mannigfaltige Probleme dahinter stehen.
Etwa geschädigte Nervenbahnen oder ein außer Kontrolle geratenes Miktionszentrum.

Blasenentleerungsstörungen sind nicht immer nur rein lokal-anatomische Probleme des Urogenitaltraktes. Häufig sind Blasendysfunktionen auch übersehene oder nicht ausreichend beachtete Symptome neurologischer Grunderkrankungen. Daher sollten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte neurologische Zusammenhänge der Blasenentleerung verstehen, um eine geeignete Therapie in die Wege zu leiten.

Die suffiziente Therapie von Blasendysfunktionen ist nicht nur für die Lebensqualität und das Selbstwertgefühl der Patienten wichtig, sondern vor allem auch von vitaler Bedeutung, wenn es um die Erhaltung der Nierenfunktion geht. Komplikationen wie rezidivierende Harnwegsinfekte mit dysplastischen Urothelveränderungen bis hin zum Blasentumor, aufsteigende Infekte oder gar Urosepsis (v.a. beim immunschwachen älteren Patienten) oder Hydroureter mit fortschreitender Bedrängung des Parenchyms bis hin zur Niereninsuffizienz können die Folgen sein.
Natürlich sollten verschiedene Fachbereiche in die Beurteilung miteinbezogen werden, beginnend mit dem Allgemeinmediziner, der den Patienten zumeist gut kennt, den Verlauf der Miktionsstörung beobachten konnte und unter Dokumentation der rezidivierenden Zystitiden die richtigen Schlüsse ziehen kann. Nicht zu vergessen die entscheidende Komponente: Er hat das Vertrauen seiner Patienten, was bei einem Tabuthema, wie es die Harninkontinenz ist, fast unersetzlich ist.

Grunderkrankungen beachten

Zunächst müssen urologische und gynäkologische Grunderkrankungen ausgeschlossen werden, um danach eine neurogene Blasenentleerungsstörung in Betracht zu ziehen. Zumeist sind diese Funktionsausfälle Teil einer ganzen Krankheitsentität oder stehen in direktem Zusammenhang zu dieser. Natürlich muss auch an eine Kombination mehrerer parallel bestehender Pathologien gedacht werden.
Häufige Erkrankungen in der Neurologie sind freilich fortschreitende Demenzen beim geriatrischen Patienten. Die Harninkontinenz ist häufiger Begleiter demenzieller Syndrome. Der allgemeine klinische Eindruck und vor allem die genaue Außenanamnese können Aufschluss über kognitive Defizite geben. So sollte etwa eruiert werden, ob im Rahmen der sich entwickelnden Harninkontinenz zusätzliche Verhaltensauffälligkeiten auftreten, der Patient etwa an nächtlicher Unruhe, Verwirrtheit oder anderen Defiziten auf höherer kortikaler Ebene leidet. Hier zeigt sich der Stellenwert der Außenanamnese, der Kenntnis des Patienten über Jahre hinweg und auch eventueller Zusatztests, wie des auch in der Ordination einfach durchzuführenden Mini-Mental-Status-Test.
Weitere hier nur kurz erwähnte Gründe einer neurogenen Blasenentleerungsstörung sind Morbus Parkinson, Multiple Sklerose und Rückenmarkserkrankungen verschiedenster Ätiologie (Bandscheibenvorfälle, Tumore, angeborene Fehlbildungen usw.).

Kompliziertes Miteinander

Die Neuroanatomie der Blasenfunktion ist gekennzeichnet durch ein komplexes Zusammenspiel des vegetativen, viszerosensorischen und willkürlich motorischen Systems; das Bewusstsein ist je nach Situation und Bedarf an diesen Vorgängen beteiligt.
Eine besondere Rolle spielt hier das parasympathische Nervensystem, denn es ist jener Teil des autonomen Nervensystems, welcher die motorische Innervation der Blase inne hat. Von den sakralen Rückenmarksegmenten ziehen die Nn. Splanchnici pelvini zu Ganglien in der Wand der Harnblase und auch zum M.sphincter internus vesicae. So wird die Kontraktion des glatten Detrusormuskels unter Entspannung des M.sphincter internus vesicae gesteuert und die Blasenentleerung eingeleitet. Die sympathische Innervation erfolgt über das Seitenhorn von Th12, L1-L2, die Fasern ziehen über das Ganglion mesentericum inferior zur Blasenwand sowie zum M.sphincter internus. Der externe M.sphincter erhält über den N.pudendus motorische Fasern zur Innervation der quergestreiften Muskulatur. Der Ursprung der motorischen Vorderhornneurone liegt in den Segmenten S2-S4.
Die Erhaltung der Blasenkontinenz erfolgt vor allem über die Kontraktibilität des M.sphincter vesicae internus et externus und über die Beckenbodenmuskulatur. Sympathische Fasern inhibieren die Kontraktion des Detrusors. Die Kontraktion des M.sphincter externus vesicae erfolgt willkürlich gespeist von Vorderhornzellen in den Segmenten S2-S4 (N.pudendus). Kommt es nun zu ansteigendem intravesikalen Druck, resultiert über den willkürlichen M. sphincter vesicae externus eine Kontraktion mit Aktivierung lumbaler sympathischer Neurone unter Tonisierung des internen Sphincters und Entspannung des Detrusors.
Stimulation erhält das ganze System durch Tonisierung der Blasenwand. Je nach Aktivierung höherer Zentren kann nun eine Entleerung stattfinden. Das pontine Miktionszentrum steht unter dem hemmenden Einfluss von Gyrus frontalis superior, Lobulus paracentralis, Gyrus cinguli und Basalganglien.

Pathologischer Blickwinkel

Die oben erwähnte Detrusorhyperreflexie ist ein häufiges Resultat einer Schädigung auf Rückenmarks- oder suprasakraler Ebene. Es kann zu einer Beeinträchtigung deszendierender Seitenstrangbahnen kommen, die für die Steuerung des Miktionsreflexes verantwortlich sind. Eine Enthemmung spiegelt sich in einer Detrusorhyperreflexie wider. Die Detrusormotoneurone machen sich gewissermaßen selbstständig. Meistens liegen zervikale Demyelinisierungsherde vor, eventuell auch Myelopathien bei Spinalkanalstenosen. Klinische Zeichen einer solchen Problematik sind der imperative Harndrang, Pollakisurie und Harninkontinenz ohne Restharnbildung, wie sie beispielsweise bei vielen MS-Patienten beobachtet werden.

Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie

Die Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie ist zumeist durch eine Läsion zwischen Sakralmark und pontinem Miktionszentrum gekennzeichnet. Hier sind vor allem aszendierende Hinterstrangbahnen beschädigt. Die Betroffenen klagen über imperativen Harndrang mit Dranginkontinenz und inkompletter Blasenentleerung sowie Restharnbildung und/oder erschwerter Miktionseinleitung. Es kommt auf pathophysiologischer Ebene zu Kontraktionen des Detrusors mit gleichzeitiger Widerstandserhöhung des äußeren Blasensphinkters. Häufige Ursachen für diesen Beschwerdekomplex sind MS, zervikale Myelopathien, Tumoren und Traumen.
Die Detrusorareflexie entsteht durch eine gestörte Innervation der Blase. Der Ort der Schädigung liegt im sakralen Mark bzw. in der Affektion der Konus-Kauda-Region oder ein- und austretender Nerven. Somit besteht eine Einbuße in der sensiblen und motorischen Versorgung der Harnblase. Klinische Kennzeichen sind ein verminderter Harndrang, Überlaufinkontinenz und erschwerte Miktion bzw. ist eine Entleerung nur unter forciertem Bauchmuskeleinsatz möglich. Die Ätiologie besteht in lokalen Traumata, medialem Bandscheibenprolaps, Tumoren und lokalen Fehlbildungen.

Schritte in der Diagnostik

Im Vordergrund steht die genaue Anamnese des Patienten. Er kann darüber Auskunft geben, seit wann und in welcher Qualität die Beschwerden auftraten und wodurch sie charakterisiert sind. Die Voranamnese in Bezug auf Eingriffe im kleinen Becken (urologisch/gynäkologisch), Geburten, Unfälle, Bandscheibenoperationen oder ob Hinweise für andere neurologische Krankheiten beim Patienten selbst oder in der Familie bestehen (z.B. Morbus Parkinson, MS), müssen genau erfragt und durch einen Neurostatus evaluiert werden. Auch andere Beschwerdebilder können wichtig sein, etwa Störungen auf sexueller Ebene oder Obstipation. Daneben sollte ein Miktionsprotokoll mit Feststellung der Häufigkeit des Harndranges, der Harnmenge, Einfuhrkontrolle, der tageszeitlichen Verteilung, Nykturie und Ähnliches über 24 bis 48 Stunden erhoben werden.
Der uroneurologische Status dient vor allem der Feststellung einer möglichen Innervationsstörung der Organe im kleinen Becken. Hier ist vor allem die Untersuchung des Analreflexes bedeutend, also eines Muskels, der willkürlich kontrolliert wird. Bereits ein einseitiger Verlust dieses Reflexes ist pathologisch! Die Untersuchung erfolgt mithilfe eines spitzen Gegenstandes (z.B. Zahnstocher), wobei entlang der Analfalte gestrichen wird und normalerweise eine lokale Kontraktion provoziert wird. Der Reflex dient der Kontrolle eines funktionierenden Reflexbogens im Sakralmark S2-S4. Unbedingt sollten auch sensorische Defizite im Sinne eines Reithosenphänomens ausgeschlossen werden (hierbei wird die Perianalregion S4-S5 untersucht). Bei einer Konus-Kauda-Läsion sind Tonus und Willkürinnervation der Analregion herabgesetzt. Die oben erwähnten lokalen Reflexe sind reduziert oder nicht mehr feststellbar. Die Perianalsensibilität ist vermindert oder erloschen. Es können sich zusätzliche neurologische Defizite hinzugesellen, etwa Paresen der Zehenflexoren.
Keinesfalls darf eine Harndiagnostik mit eventuellem Urikult, PSA und Nierenfunktionsparametern vergessen werden, um weitere Hintergrundinformationen zu erhalten. Weitere Untersuchungen wie Ultraschalldiagnostik zur Restharnbestimmung, Ausschluss urologischer und gynäkologischer Erkrankungen müssen stattfinden.

Therapie der Detrusorhyperreflexie

Die Detrusorhyperreflexie ist im Gegensatz zu anderen uroneurologischen Problemen pharmakologisch gut behandelbar. Trizyklische Antidepressiva Imipramin oder Desipramin können je nach Verträglichkeit verabreicht werden. Andere wirksame Medikamente sind anticholinerg wirksame Substanzen, etwa Trospiumchlorid. Keinesfalls sollten bei dementen Patienten aber Oxybutinin oder Tolterodin zur Anwendung kommen, da diese Substanzen die Blut-Hirnschranke überwinden und kognitive Einschränkungen hervorrufen können.

Therapie bei Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie

Diese bei MS-Patienten häufige Störung ist eigentlich auch eine Detrusorhyperreflexie. Wichtig ist, rezidivierenden Harnwegsinfekten oder morphologischen Veränderungen im Sinne einer Hydronephrose vorzubeugen. Entsprechende Kontrollen sollten sonographisch und laborchemisch regelmäßig stattfinden.
Im Rahmen dieses Problems kommt es zu Unterbrechungen während der Harnentleerung aufgrund erhöhter sakraler Reflexe. Manchmal ist das einzige Symptom eine verzögerte Miktionseinleitung. Die durch eine Abflussstörung erhöhte Reflexaktivität des Detrusors bewirkt, dass die Spastizität des Sphinkters überschritten wird und unkontrolliert Harn abgeht. Hier kann das Beklopfen der Bauchwand beim Urinieren hilfreich sein. Bei Restharnmengen jenseits der 200 ml muss an den Selbstkatheterismus gedacht werden. Ist dieser nicht möglich, kann auf einen Dauerkatheter oder suprapubischen Katheter zurückgegriffen werden. Medikamentös sind Oxybutynin oder Tolterodin verfügbar. Die funktionelle Elektrostimulation der Sakralwurzeln nach Hinterwurzeldurchtrennung S2-S4 stellt eine alternative Behandlungsmethode dar. Diese Therapieoption ist nur an spezialisierten Zentren möglich.

Therapie der Detrusorareflexie

Hier klagt der Patient über eine erschwerte Miktion. Darüber hinaus können Überlaufinkontinenz und neurogene Stressinkontinenz vorliegen. Derzeit existiert keine wirklich wirksame Pharmakotherapie. Allein der Selbstkatheterismus verspricht Linderung, sofern es sich um eine vorläufige Insuffizienz der Detrusormuskulatur handelt. Bei sich entwickelnder Low-Compliance-Blase mit verminderter Blasenwanddehnbarkeit kann die Gabe von Oxybutinin indiziert sein.
Bei bestehender Stressinkontinenz kann die Gabe von Alphamimetika mittels Midodrin angedacht werden, eventuell muss auch an ein alpha-adrenerges Antidepressivum (Imipramin) gedacht werden, da diese Substanz eine Tonisierung des Blasenhalses bei einer Insuffizienz des M.sphincter externus vesicae bedingen kann.

Spezialfall idiopathisches Parkinsonsyndrom

Im Rahmen des idiopathischen Parkinsonsyndroms (IPS) kommt es vor allem im Langzeitverlauf (nach etwa zehn Jahren) zu einer Verschlechterung der Blasenfunktion. Seltener bestehen Beschwerden bereits zu Beginn parallel zu den motorischen Symptomen. Nur im Rahmen atypischer Parkinsonsyndrome (MSA, PSP,CBD) kann Blaseninkontinenz den motorischen Dysfunktionen vorausgehen.
Die Detrusorhyperreflexie erklärt sich vor allem durch eine Funktionseinschränkung der Basalganglien und daher unzureichender Hemmung auf den Miktionsreflex. Tierexperimente offenbarten, dass elektrische Stimulation der Basalganglien zu einer Hemmung der Detrusoraktivität führt. Beim Menschen konnte hingegen gezeigt werden, dass im Rahmen der Tiefenhirnstimulation die Blasenkapazität zunimmt und sich der imperative Harndrang in der Folge reduziert.
Nicht unerwähnt sollte in diesem Zusammenhang bleiben, dass langjährige Gaben von L-DOPA oder Dopaminagonisten eine Detrusorüberaktivität fördern können.
Eine Detrusor-Sphincter-Dyssynergie besteht beim IPS nicht. Jedoch kann es im Krankheitsverlauf durch die Detrusorüberaktivität zu einem erhöhten Tonus des Sphinkters im Blasenhals kommen, hinzu tendiert der Beckenboden dazu, sich vermehrt zu kontrahieren, was die Koordination zwischen Detrusor und Blasenhals weiter verschlechtert. Eine Blasenmuskelschwäche mit Restharnbildung kann auch im Rahmen einer anticholinergen Therapie zur Minimierung des cholinergen Übergewichtes im Striatum bei IPS auftreten.
Die Therapie besteht einerseits in einer Verhaltenstherapie und andererseits in der Gabe von Anticholinergika. Verhaltenstherapeutisch setzt man beim kognitiv gesunden Patienten auf ein Miktionstraining, beim dementen Patienten auf ein Toilettentraining. Werden nun Anticholinergika verabreicht, muss (siehe oben) darauf geachtet werden, dass es sich nicht um Präparate handelt, welche die Blut-Hirnschranke passieren können. Empfehlenswert sind beim „neurologischen Patienten“ Substanzen wie Trospiumchlorid, keinesfalls Oxybutinin, da diese Substanz zentralnervös wirksam ist. Zu achten ist auch auf einen Additiveffekt anderer bereits verabreichter anticholinerg wirksamer Medikamente im Rahmen des IPS.
Eine alternative Therapie besteht in einer Neuromodulation des Detrusorreflexes bzw. einer elektrischen Stimulation afferenter Bahnen im N.pudendus via N.dorsalis penis oder N.clitoridis. Diese Behandlung ist aufwendig, aber genauso wirksam wie die medikamentöse Therapie. Der Patient kann sie zu Hause zwei Mal täglich weiterführen.
Besteht das Parkinson Syndrom erst seit kurzer Zeit, so muss unbedingt von urologischer Seite eine zusätzliche Problematik der harnableitenden Organe oder der Prostata ausgeschlossen werden. Besteht die Indikation für eine transurethrale Prostataresektion, sollte bedacht werden, dass sich postoperativ das Risiko einer Dranginkontinenz entwickeln könnte. Vor einem operativen Eingriff ist ein wesentlicher Marker zur postoperativen Risikoabschätzung für eine Inkontinenz eine klinische Untersuchung des M.sphincter ani.

Fakten

  Dr. Samy Mazhar

Jutta

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Mit Verhaltenstraining gegen Blasenschwäche
« Antwort #2 am: 08. Mai 2008, 13:31 »

Um Inkontinenz zu bessern, geht es nicht ohne Kontrolle der Trinkgewohnheiten und Toilettengänge. Sie ist wichtiger Bestandteil einer modernen Urotherapie.
 
Urotherapie gewinnt an Bedeutung

Hinter dem Begriff Urotherapie verbergen sich verschiedene verhaltenstherapeutische Schritte zur Behandlung von Blasen- und Darmschwäche. Diese kommen in der Therapie von Inkontinenz oft zu kurz, berichtet Frau Professor Schultz-Lampel, Leiterin des Kontinenz-Zentrums Villingen-Schwenningen. Denn Verhalten zu ändern braucht Ausdauer und Willenskraft. Vielen Betroffenen mangelt es an dem einen oder beidem und Ärzten fehlt oft die Zeit, ihre Patienten ausreichend zum Durchhalten zu motivieren. Deshalb bildet das Klinikum Bremen links der Weser seit kurzem Pflegekräfte, Arzthelfer, aber auch Physiotherapeuten und Hebammen zu Urotherapeuten aus. In den skandinavischen Ländern und Großbritannien hat diese Fortbildung eine jahrzehntelange Tradition und die Erfahrungen mit der Urotherapie sind dort sehr gut.

Mehr Körperbewusstsein entwickeln

Urotherapie hat den Sinn, die Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner Signale zu schulen. Auf diese Weise soll der Patient lernen, seine Blase bewusst und kontrolliert zu entleeren. Um das zu erreichen, umfasst die Urotherapie die Diagnostik, Behandlung und Betreuung von Menschen mit Blasenstörungen oder Stuhlinkontinenz. "Die nicht-medikamentöse, verhaltenstherapeutische Therapie sollte immer der erste Behandlungsschritt sein", erläutert die Expertin Schultz-Lampel. Das bedeute erst einmal eine "Demystifikation" der Inkontinenz. Konkret geht es darum, dem Patienten die Anatomie des menschlichen Körpers zu erklären und darzulegen, warum es zu einer Blasen- oder Darmschwäche kommen kann.

Ohne Blasentagebuch geht es nicht

Der nächste Schritt beim verhaltensorientiertes Vorgehen bei Harninkontinenz: Der Patient führt einige Zeit ein sogenanntes Miktionstagebuch, in dem er genau notiert, wann er welche Menge an Getränken zu sich nimmt und wie viel Urin er ausscheidet. Je sorgfältiger der Patient seine Trink- und Toilettengewohnheiten protokolliert, desto genauer kann der Arzt einschätzen, welche Ursache hinter dem Einnässen steckt. Ohne ein Miktionstagebuch habe die Behandlung keine Basis, sagt Schultz-Lampel. Der Hauptgrund, warum Therapien erfolglos bleiben, „ist, dass das Blasentagebuch sträflich vernachlässigt und der eigentliche Grund für die Inkontinenz nicht erkannt wird", betont sie.

Trinken und Urinieren nach Plan

Zur standardmäßigen Urotherapie gehört ein Verhaltenstraining, bei dem der Patient einem Trink- und Toilettenplan folgt. Bettnässende Kinder sollten z.B. alle zwei Stunden aufs WC gehen und ebenfalls alle zwei Stunden zwischen 150 und 200 ml trinken. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, sonst entwickelt sich die Blase nicht richtig. Zwei Stunden vor dem Schlafengehen dürfen Kinder gar nichts mehr trinken, damit sie in der Nacht nicht wasserlassen müssen. Bei Erwachsenen mit Blasenschwäche sollte die Trinkmenge zwischen 1.800 und 2.200 ml pro Tag liegen, empfiehlt Dr. Daniela Marschall-Kehrel, Urologin aus Frankfurt/M. Sie sollten alle 2-3 Stunden trinken und zur Toilette gehen. Zum Abend hin sollte die Flüssigkeitsmenge reduziert werden.


Quelle: Nach Informationen von Prof. Dr. Daniela Schultz-Lampel, Urologin und Leiterin des Kontinenz-Zentrums Villingen-Schwenningen und von Dr. Daniela Marschall-Kehrel in Uro-News, Sonderheft 1/2006
Autor: Martina Janning
Stand: 08-04-2008

Jutta

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Probleme mit der Harnblase
« Antwort #3 am: 09. Mai 2008, 23:11 »
Weiße Frauen doppelt so häufig von Harninkontinenz betroffen

Freitag, 9. Mai 2008

Ann Abor – Frauen afrikanischer Herkunft sind nur halb so oft von Harninkontinenz betroffen wie weiße Frauen. Kommt es jedoch trotzdem dazu, leiden sie häufiger unter schwereren Formen. Das berichten Forscher das University of Michigan Health System (UMHS) im Journal of Urology (2008; 179 (4): 1455-1460).

Die UMHS-Forscher befragten für ihre Studie 2.814 Frauen im Alter von 35 bis 64 Jahren telefonisch. Das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen betrug rund 42 Jahre. 70 Prozent der Frauen hatte mindestens ein Kind vaginal entbunden. 1.922 schwarzen Frauen standen 892 weiße Frauen gegenüber.

Die Gesamtprävalenz inkontinenter Teilnehmerinnen betrug 26,5 Prozent (14,6 Prozent bei den schwarzen und 33,1 Prozent bei den weißen Frauen). Die Forscher ermittelten zudem, dass weiße Frauen häufiger (39 zu 25 Prozent) die stressassoziierte Form entwickelten, während schwarze Frauen mehr als doppelt so häufig (24 zu elf Prozent) unter Dranginkontinenz litten. Auch gaben schwarze Frauen an, längere Inkontinenzperioden zu erleben.

„Dieser Teil der Bevölkerung ist möglicherweise benachteiligt worden, weil man lange Zeit annahm, dass es unter schwarzen Frauen keine Stressinkontinenz gäbe“, sagte Erstautor Dee Fenner, Leiter der Gynäkologie am UMHS. „In Wahrheit leiden schwarze Frauen ebenfalls unter der sozialen Stigmatisierung. Dies muss die medizinische Gemeinschaft bei der Diagnose bedenken und alle Frauen behandeln.“ © hil/aerzteblatt.de

Geri

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Harnwegsinfekte: Wie viel Restharn ist gefährlich?
« Antwort #4 am: 01. Juli 2008, 18:36 »

Restharn erhöht das Risiko für Harnwegsinfekte - das ist bekannt. Bisher hat sich aber niemand daran gemacht,
das kritische Volumen zu bestimmten.
Eine brasilianische Arbeitsgruppe um Dr. José Truzzi et al, Sao Paulo,
hat sich nun dieser Thematik angenommen.

Wie die brasilianischen Kollegen zeigen konnten, wird es kritisch, wenn mehr als 180 ml Restharn nach der Miktion in der Blase verbleiben. Sie hatten 196 gesunde Männer mit einem mittleren Alter von 62 Jahren untersucht, die wegen einer Prostatauntersuchung in die Klinik gekommen waren und konsekutiv in die Studie eingeschlossen wurden. Keiner von ihnen hatte Symptome einer akuten Harnwegsinfektion. Direkt nach der Spontanmiktion wurde die Blase aseptisch katheterisiert und das Restharnvolumen bestimmt. Parallel dazu wurde aus dem Urin von jedem Patienten eine Kultur angelegt.

Fast ein Drittel der Patienten (27%) hatte eine positive Urinkultur. Diese Patienten hatten ein mittleres Restharnvolumen von 257 ml, wobei die Werte zwischen 150 und 560 ml lagen. Patienten, deren Kultur negativ war, wiesen ein mittleres Restharnvolumen von 133 ml auf, wobei die Werte hier zwischen 10 und 340 ml lagen.

Die Berechnung ergab, dass ein Cutt-Off-Wert von 180 ml eine Bakteriurie mit der größten Spezifität und Sensitivität vorhersagen konnte. Ein bakterieller Infekt ließ sich mit 87%iger Genauigkeit vorhersagen und mit 94,7%iger ausschließen.

Patienten mit einem Restharnvolumen von ≥ 180 ml sollten daher engmaschig überwacht werden, um rechtzeitig eine medikamentöse Therapie einleiten zu können oder durch einen operativen Eingriff die Blasenfunktion zu verbessern, so die Autoren. (wk)

Truzzi JC et al. J Urol 2008; 180: 182-185    

Evi

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Blasenentzündungen bei Frauen sind häufig
« Antwort #5 am: 11. Februar 2009, 23:05 »

Immer wieder Blasenentzündung

Was Frauen wirklich wissen wollen

Eine Blasenentzündung ist die häufigste bakterielle Infektion bei Frauen: Einmal im Leben trifft es fast jede, viele immer wieder. Dennoch sind die Betroffenen über Ursache, Verlauf und Vorbeugung überraschend schlecht informiert - das zeigt eine aktuelle Umfrage mit Apothekern.
Empfehlenswerte Websites

    * Unser Heilkräuterporträt stellt Ihnen Wirksames gegen Blasenentzündung vor!

Nicht abwarten, sondern Tee trinken

Mehr als 70 Prozent der Frauen suchen erst dann Rat in der Apotheke, wenn es beim Wasserlassen bereits schmerzt und brennt. Die Warnsignale im Frühstadium werden häufig übersehen - oder missverstanden. Die wenigsten Betroffenen wissen, dass sich eine Blasenentzündung zunächst auch durch Erkältungssymptome wie Frösteln und Mattigkeit bemerkbar machen kann. Dabei lässt sich die Zystitis in diesem Stadium meist ganz unkompliziert ausheilen: viel Trinken hilft - am besten zwei Liter täglich.

Um den erhöhten Flüssigkeitsbedarf zu decken, empfehlen über 70 Prozent der Apotheker einen Harntee. Sinnvoll sind Granulate mit Extrakten aus Goldrutenkraut, Birken- und Katzenbartblättern: Sie kurbeln die Wasserausscheidung an, krankmachende Bakterien können sich schlechter an der Blasenwand anheften - und werden auf natürlichem Weg ausgeschwemmt.
Gefahr erkannt - Gefahr gebannt

Krankheitsursache sind meist Bakterien aus der Darmflora: Durch die räumliche Nähe gelangen diese über die kurze weibliche Harnröhre in die Blase und führen dort zu Reizung und Entzündung. Leider kennen diesen Zusammenhang nach Einschätzung der Apotheker nur 40 Prozent der Frauen - dabei erklären sich auf Basis dieses Wissens ebenso einfache wie wirkungsvolle Vorbeuge-Möglichkeiten:

    * Mit Toilettenpapier von vorne nach hinten wischen (verhindert die Keimwanderung).
    * Häufiges Wasserlassen (erschwert die Anheftung der Bakterien in der Blase).
    * Verzicht auf übertriebene Intimhygiene (erhält die gesunde Vaginalflora).
    * Baumwollunterwäsche tragen (nimmt Körperfeuchtigkeit auf und ist bei 60 Grad waschbar).
    * Nach sexuellem Kontakt die Blase leeren (Bakterien werden gleich ausgespült).

............ http://www.lifeline.de/cda/news/medizin-news/gesundheit_allgemein/content-196701.html

Evi

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Probleme mit der Harnblase: Blasentee
« Antwort #6 am: 01. März 2009, 15:50 »

Heilpflanzen für Blase und Harnwege

Wenn es beim Wasserlassen nicht läuft oder die Blase brennt, legen viele Menschen selbst Hand an - und brühen sich einen Tee auf. Andere knabbern Früchte. Ein kleiner Wegweiser durch Blätterwald und Arzneigarten.
Blasen- und Nierentees:

Wer glaubt, sich eine Blasenentzündung eingefangen zu haben, greift oft erst einmal zu einem Tee. Das macht durchaus Sinn. Handelsübliche Blasen- und Nierentees enthalten Pflanzenteile wie Birkenblätter, Schachtelhalmkraut, Orthosiphonblätter oder Hauhechelwurzel, die allesamt die Nieren anregen, viel Harn zu produzieren. Dadurch soll ein Spüleffekt entstehen und die Krankheitskeime aus dem Körper geschleust werden. Hartnäckige Blasenentzündungen lassen sich jedoch nicht mit Blasen- und Nierentees bekämpfen. Bessern sich die Beschwerden nach zwei Tage nicht, ist ein Arztbesuch nötig. Denn wenn die Keime sich ausbreiten, besteht die Gefahr, dass sich das Nierenbecken entzündet.
Bärentraubenblätter:

Ein bewährtes Mittel gegen Blasenentzündung ist ein Tee aus Bärentraubenblättern. Er desinfiziert und bekämpft Bakterien. Wichtig ist die richtige Zubereitung: Wenn die Blätter mit heißem Wasser aufgebrüht werden, enthält der Tee viel Gerbsäure, die bei Menschen mit einem empfindlichen Magen Übelkeit und Erbrechen auslösen kann. Das lässt sich verhindern, indem die Blätter in kaltem Wasser angesetzt werden. Dazu werden drei Gramm Bärentraubenblätter pro 150 Milliliter Wasser verwendet. Die Flüssigkeit rührt man gelegentlich um, erhitzt dann kurz und gießt durch ein Sieb ab. Bei Blasenentzündung empfehlen Ärzte von diesem Tee bis zu vier Tassen täglich einzunehmen. Es ist gut, zusätzlich harntreibende Tees zu trinken, um Keime aus dem Körper zu spülen. Ohne ärztlichen Rat sollte Bärentraubenblättertee nicht länger als eine Woche angewendet werden. Verbessert sich eine Blasenentzündung nach zwei Tagen nicht, ist ein Arztbesuch ratsam.
Cranberries und Preiselbeeren:

Wer immer wieder mit Blaseninfektionen zu tun hat, sollte Preiselbeeren oder Cranberries ausprobieren. Sie können eine Erkrankung verhindern, indem sie das Andocken der Bakterien an die Blasenwand unterbinden und so einer Entzündung entgegenwirken. Studien zufolge erkranken Frauen, die regelmäßig vorbeugend Cranberries oder Preiselbeeren essen, bis zu 40% seltener an Blasenentzündungen. Cranberries sind größer als Preiselbeeren und im Geschmack etwas milder. Sie lassen sich daher auch gut roh essen.
Goldrute:

Bei einer Reizblase kann Goldrute Linderung schaffen. Das Kraut mildert plötzlichen Harndrang ebenso wie Probleme beim Wasserlassen und krampfartige Unterbauchschmerzen. Die Ursachen für eine Reizblase können vielfältig sein und oft spielen mehrere Gründe zusammen. Dem kommt die Vielseitigkeit der Goldrute entgegen. Die Pflanze wirkt harntreibend und spült so Bakterien und kleine Harnsteine aus dem Körper. Sie löst Krämpfe und entspannt die Blasenmuskulatur. Das mildert den Entleerungsreiz. Außerdem hemmt Goldrute Entzündungen und wirkt antibakteriell. Goldrute hilft auch bei entzündlichen Nieren- und Harnwegserkrankungen und ist oft ein Bestandteil von Blasen- und Nierentees. Wer die Pflanze als Tee genießen will, sollte zwei Gramm feingeschnittenes Goldrutenkraut mit einer Tasse heißem Wasser aufgießen, zehn Minuten ziehen lassen und dann abgießen. Ärzte empfehlen mehrmals täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten zu trinken. Alternativ gibt es Fertigarzneimittel mit Goldrute. Dauern die Beschwerden trotz Selbstbehandlung länger als eine Woche unverändert an, ist ein Arztbesuch angezeigt.
Arzneikürbis:

Arzneikürbis wird zur Linderung von Beschwerden bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata eingesetzt. Er kann den häufigen Harndrabg mindern und die Gefahr einer Infektion verringern. Die Kerne und das Öl des Gewächses enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe wie Kalium, Beta-Carotin, Vitamin E und pflanzliche Hormone. Besonders wirksam sind die Kerne. Davon sollten Sie morgens und abends ein bis zwei gehäufte Esslöffel mit etwas Flüssigkeit essen. Sie können auch ein Fertigarzneimittel einnehmen. Wie bei allen pflanzlichen Heilmitteln dauert es meist einige Zeit, bis eine spürbare Wirkung eintritt. Wichtig: Die Vergrößerung der Prostata kann Arzneikürbis nicht beseitigen. Regelmäßige Kontrollen beim Urologen bleiben daher notwendig.

Quelle: Nach Informationen der Urologin Prof. Dr. Daniela Schultz-Lampel, der Pharmazeutischen Zeitung, dem PTA-Forum, der Zeitschrift für Phytotherapie und der Ärzte Zeitung
Autor: Martina Janning
Stand: 13-02-2009

admin

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Re: Probleme mit der Harnblase
« Antwort #7 am: 20. Juli 2010, 14:32 »

http://www.onmeda.de/aktuelles/themenspecial/harninkontinenz/index.html

Harninkontinenz

– Der unwillkürliche Harnverlust ist ein verbreitetes Krankheitsbild – Frauen und Männer aller Altersstufen sind gleichermaßen betroffen.
Welche Ursachen stecken hinter dem unkontrollierten Abgang von Harn und was kann man tun, wenn sich die Blase nicht steuern lässt?

Unwillkürlicher Harnverlust
Harninkontinenz

Wer unter Harninkontinenz leidet, ist nicht in der Lage, seinen Harndrang zu steuern. Der unfreiwillige Harnverlust kann in alltäglichen Situationen sehr unangenehm sein, da ständig eine Toilette in der Nähe sein muss. Viele Betroffene meiden den Gang zum Arzt – dabei kann eine geeignete Therapie in vielen Fällen Abhilfe schaffen. mehr ...

Ständiger Harndrang
Überaktive Blase

Wohl für die meisten Menschen gilt ein regelmäßiges und rechtzeitig bemerktes Gefühl, Wasser lassen zu müssen, als selbstverständlich. Wenn der empfindsame Mechanismus jedoch gestört wird, kann eine überaktive Blase die Folge sein. Plötzlich eintretender, starker Harndrang schränkt die Bewegungsfreiheit und das Wohlbefinden der Betroffenen oft erheblich ein. mehr ...

Den Beckenboden stärken
Beckenbodentraining

Das Beckenbodentraining umfasst Spannungs- und Entspannungsübungen für den Beckenboden. Je nach Ursache kann ein solches Training bei einer Harninkontinenz hilfreich sein, um den Beckenboden zu stärken und die Schließfunktion der Blase zu verbessern. mehr ...

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Beckenbodentraining - Probleme mit der Harnblase
« Antwort #8 am: 20. Juli 2010, 14:34 »
http://www.onmeda.de/aktuelles/themenspecial/harninkontinenz/beckenbodentraining.html

Beckenbodentraining

Allgemeines

Ein Beckenbodentraining umfasst Spannungs- und Entspannungsübungen für den Beckenboden. Teilweise erfolgen diese Übungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten.

Ein kräftiger und gesunder Beckenboden bietet allen inneren Organen Halt. Er kann zu einem positiven Körpergefühl entscheidend beitragen, eine gesunde Haltung fördern und sogar einen positiven Einfluss auf unser sexuelles Erleben haben. Kurzum: Ein gesunder Beckenboden ist Kraftzentrum für den gesamten Körper.

Ist der Beckenboden nicht kräftig genug, können verschiedene gesundheitliche Probleme auftreten. In folgenden Situationen kann gezieltes Beckenbodentraining hilfreich sein:

Frauen    

    * vor und nach der Schwangerschaft und Geburt
    * bei Hormonveränderungen in den Wechseljahren
    * bei Gebärmutterabsenkung
    * bei Operationen im Beckenbereich

Männer    

    * nach Operationen an der Prostata
    * bei Potenzproblemen

beide    

    * Blasenschwäche
    * Darmschwäche
    * Übergewicht
    * Haltungsschwächen

Weiterlesen: Beckenbodentraining: Anatomie des Beckenbodens

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Autor: Onmeda Redaktion

admin

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Probleme mit der Harnblase - Harnwegsinfekte
« Antwort #9 am: 20. Juli 2010, 14:36 »
http://www.pflanzliche-antibiotika.de/Service/Expertenrat/Haeufige-Fragen-und-Antworten/Rat-Harnwegsinfekte.html

Harnwegsinfekte
Als Experte antwortet Dr. Dr. Erwin Häringer, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, München.

Darf ich das pflanzliche Antibiotikum Angocin Anti-Infekt N (Pflichtangaben) auch in der Schwangerschaft einnehmen?
Sowohl experimentelle Untersuchungen, als auch langjährige therapeutische Erfahrungen haben bisher keinen Hinweis auf eine fruchtschädigende Wirkung von Angocin Anti-Infekt N (Pflichtangaben) ergeben. Es liegen aber derzeit noch keine klinischen Studien bei Schwangeren vor. Bis zum Vorliegen entsprechender klinischer Daten ist daher Zurückhaltung in der Schwangerschaft geboten.

In jedem Sommerurlaub hole ich mir eine Blasenentzündung? Was kann ich tun, um mich besser zu schützen?
Sie sollten gegebenenfalls Ihre nasse Badekleidung wechseln, auch wenn es mühsam ist. Trinken Sie viel, so werden die Bakterien gleich wieder ausgeschwemmt. Häufiges Wasserlassen verringert die Gefahr einer Entzün­dung. Die Blase sollte außerdem bei jedem Toilettengang möglichst vollständig entleert wer­den.

Mehrmals im Jahr habe ich Blasenentzündungen. Wegen der häufigen Antibiotika spielt außerdem mein Darm verrückt. Was kann ich tun?
Leider greifen Antibiotika auch die für unsere Verdauung und unser Immunsystem nützlichen Darmbakterien an. Eine Alternative ist die Einnahme von pflanzlichen Antibio­tika aus Senfölen. Sie werden unter anderem über die Harnwege ausge­schie­den und entfalten vor allem dort ihre keimabtötende Wir­kung.

Kann die Verwendung von Slip-Einlagen Blasenentzündungen begünstigen?
Slipeinlagen stellen kein Risiko für Blasenentzündungen dar. Auf übertriebene Intimhygiene sollte verzich­tet werden. Das Tragen von Unterwäsche mit antimikrobiellen Substanzen ist Unsinn. Verwenden Sie zum Waschen lediglich Wasser und saubere Waschlappen.

Ich bin beruflich viel unterwegs und habe häufig Blasenentzündungen. Sind der Grund hierfür die fremden Toiletten?
Das Benutzen fremder Toiletten stellt kein erhöhtes Risiko dar, wenn sie in hygienisch gutem Zustand sind. Sie sollten viel trinken, so werden die Bakterien gleich wieder ausgeschwemmt. Häufiges Wasserlassen verringert zusätzlich die Gefahr einer Entzündung. Die Blase sollte bei jedem Toilettengang möglichst vollständig ent­leert wer­den.

Ich leide unter einer chronischen Entzündung der Prostata, die schon mit mehreren Antibiotika erfolglos behandelt wurde. Was kann ich noch tun?
Im Falle einer Prostata-Entzündung wird nur selten eine vollständige Heilung durch Beseitigung aller Erreger erreicht. Ziel der Therapie ist es, die Beschwerden zu lindern bzw. die beschwerdefreien Zeiträume zu verlängern. Eine chronische Entzündung ohne Beschwerden ist nicht zwingend behandlungsbedürftig. Die dauerhafte (drei Monate) Einnahme eines pflanzlichen Präparates aus Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel kann Ihnen helfen, die Beschwerden einer Entzündung zu lindern und die beschwerdefreien Intervalle deutlich zu verlängern.

Kann Geschlechtsverkehr wirklich Blasenentzündungen begünstigen?
Bei empfindlichen weiblichen Personen kann es nach dem Geschlechtsverkehr (postkoital) gehäuft zu Blasenentzündungen kommen. Zur Vorbeugung ist zu empfehlen, nach dem Geschlechtsverkehr zur Toilette gehen. So wer­den Bakte­rien ausgeschwemmt, die dabei eventuell in die Harn­röhre gelangt sind.

Seit Jahren leide ich an immer wiederkehrenden Blasenentzündungen nach dem Geschlechtsverkehr – trotz genauer Befolgung der in diesem Fall gültigen Empfehlungen.
Möglicherweise kann Ihnen die vorbeugende Einnahme von Senföl-Tabletten aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut helfen. Die Tabletten sollten mindestens über einen Zeitraum von drei Monaten eingenommen werden. Die Häufigkeit der Infekte wird Erfahrungswerten zufolge etwa um 80 Prozent abnehmen. Außerdem ist zu empfehlen, im Intimbereich eine Waschlotion auf Molkebasis zu verwenden. Ihr Partner sollte sich darüber hinaus auf eine Entzündung der Prostata untersuchen lassen.

Seit acht Jahren muss ich mich zur Blasenentleerung selbst katheterisieren. Dadurch habe ich sehr oft Blasenentzündungen, die dann wieder mit Antibiotika behandelt werden. Wie lässt sich das vermeiden?
Vielen Patienten, die sich selbst katheterisieren müssen, kann ein pflanzliches Antibiotikum aus Senfölen als Dauereinnahme oder als 3-monatige Prophylaxe helfen. Erfahrungen zufolge lässt sich so die Zahl der auftretenden Blasenentzündungen verringern.

Jutta

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Blasenentzündungen
« Antwort #10 am: 29. November 2010, 19:58 »
Blasenentzündung: Helfen Antibiotika?

http://www.gesundheitsinformation.de/blasenentzuendung-helfen-antibiotika.129.de.html

Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung sorgt eine Antibiotika-Therapie über drei oder mehr Tage fast immer dafür, dass die Beschwerden rasch nachlassen. Wer die Medikamente fünf Tage oder länger nimmt, kann auch letzte Reste der Bakterien-Infektion beseitigen. Allerdings werden mit der Dauer der Behandlung auch unerwünschte Wirkungen häufiger.

Unkomplizierte Blasenentzündungen sind vor allem bei jungen Frauen sehr häufig: Im Durchschnitt haben sie alle ein bis zwei Jahre eine solche Entzündung. Die Ursache ist eine Infektion mit Bakterien. Sie macht sich normalerweise als brennender Schmerz beim Wasserlassen bemerkbar, oft verbunden mit gesteigertem Harndrang. Diese Beschwerden können sehr unangenehm sein, schwerwiegende Gesundheitsprobleme sind aber selten. Diese können entstehen, wenn Bakterien bis in die Nieren aufsteigen und eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) hervorrufen. Dann treten zusätzliche Beschwerden wie Schmerzen in der Nierengegend, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen auf. Manche Frauen erkranken auch immer wieder an einer Blasenentzündung, so dass die Infektionen dadurch zu einem ernsten Problem werden.

Frauen gehen mit Blasenentzündungen ganz unterschiedlich um. Manche warten ein paar Tage ab, ob die Beschwerden von selbst wieder verschwinden oder beherzigen gängige Tipps, wie viel zu trinken oder nach dem Geschlechtsverkehr die Blase zu entleeren. Viele entscheiden sich unter dem Druck der unangenehmen Beschwerden dafür, Antibiotika einzunehmen.    

Antibiotika helfen bei Blasenentzündungen

Antibiotika können bei Blasenentzündungen die Beschwerden schnell lindern und die Entzündung beseitigen, indem sie die Bakterien abtöten. Das haben Studien belegt, in denen eine Teilnehmergruppe Antibiotika erhielt, eine andere Gruppe dagegen ein Scheinmedikament (Placebo). Warum dieses Vorgehen für die Aussagekraft einer Studie wichtig ist, können Sie hier nachlesen. In den Studien ging es den Teilnehmenden, die Antibiotika einnahmen, deutlich schneller wieder besser. Die Schmerzen und das Brennen ließen bei ihnen rasch nach – meistens innerhalb von ein bis 3 Tagen. Am Ende der ein bis 7 Tage dauernden Behandlung hatten im Durchschnitt 62 von 100 Frauen keine Beschwerden mehr (62 %). Dagegen waren nur 26 von 100 Frauen (26 %), die ein Scheinmedikament einnahmen, zu diesem Zeitpunkt beschwerdefrei.

Bei einigen Frauen traten bei der Einnahme von Antibiotika unerwünschte Wirkungen auf. Dazu zählten Magen-Darm-Probleme (zum Beispiel Übelkeit, Durchfall), Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz. Die Studien lieferten keine Angaben dazu, ob die Antibiotika-Einnahme auch langfristig gegen Blasenentzündungen hilft.

Verschiedene Antibiotika können die Beschwerden ähnlich gut lindern

Eine Forschergruppe der Cochrane Collaboration – einem internationalen Forschungsnetzwerk – hat versucht herauszufinden, wie effektiv die verschiedenen Antibiotika bei einer Blasenentzündung im Vergleich zueinander sind. Sie haben alle aussagekräftigen Studien in einer sogenannten systematischen Übersicht zusammengefasst. Mehr über diese Art von Forschung lesen Sie hier.

Ihr Fazit: Alle analysierten Mittel lindern die Beschwerden ähnlich gut. Dies gilt für klassische Antibiotika aber auch für Medikamente aus der Gruppe der Chinolone. Chinolone sind Wirkstoffe, die zu den Antibiotika zählen, aber etwas anders wirken. Sie blockieren ein bestimmtes Enzym, das für die bakteriellen Erreger lebensnotwendig ist. Welches Medikament im individuellen Fall angebracht ist, hängt unter anderem von folgenden Fragen ab:

    * Spricht etwas gegen die Einnahme bestimmter Antibiotika, beispielsweise Allergien, Unverträglichkeiten oder eine Schwangerschaft?
    * Welche unerwünschten Wirkungen treten bei einzelnen Antibiotika häufiger oder seltener auf als bei anderen?
    * Wie empfindlich sind die vorhandenen Erreger gegen verschiedene Antibiotika?
    * Haben sich im näheren Umfeld resistente Erreger gebildet?


Resistente Erreger sind unempfindlich gegen bestimmte Antibiotika. Diese können sich unter anderem bilden, wenn Antibiotika zu häufig eingesetzt werden. Mehr zum Problem der Resistenzen und darüber wie Sie Antibiotika sicher anwenden, lesen Sie hier.  

Antibiotika drei oder fünf Tage einnehmen

Zur Linderung der Beschwerden reicht sogar eine einzige Antibiotika-Dosis, wie sie bis vor einigen Jahren verschrieben wurde. Die Einmaltherapie lässt zwar die Beschwerden schnell abklingen, allerdings sorgen überlebende Bakterien oft für einen Rückfall. Heute werden Harnwegsentzündungen deshalb entweder durch eine dreitägige Kurztherapie oder durch eine längere Antibiotika-Einnahme über fünf oder mehr Tage behandelt.

Um die Frage zu beantworten, ob die Kurzzeit-Therapie oder aber die längere Einnahme von Antibiotika besser ist, haben Wissenschaftler der Cochrane Collaboration für eine systematische Übersicht insgesamt 32 Studien mit über 9600 Frauen ausgewertet. Aus der Analyse haben die Wissenschaftler mehrere Schlussfolgerungen gezogen, die bei der Therapie-Entscheidung helfen können.

Das erste Ergebnis ist, dass eine dreitägige Behandlung den meisten Frauen mit einer unkomplizierten Blasenentzündung genügt, um die Beschwerden zu lindern. Eine längere Antibiotika-Einnahme war in dieser Hinsicht nicht besser, führte jedoch häufiger zu unerwünschten Wirkungen wie Magen-Darm-Problemen oder Hautausschlag.

Ein weiterer Unterschied zeigte sich bei der Untersuchung von Harnproben der Patientinnen. Während einer Blasenentzündung lassen sich Bakterien im Urin nachweisen. Nach einer dreitägigen Antibiotika-Therapie waren bei einigen Frauen immer noch Bakterien zu finden. Nach einer fünftägigen Therapie war der Urin fast aller Frauen bakterienfrei.

Ob solche Restinfektionen wirklich eine gesundheitliche Bedeutung haben, ist offen. Aus den Studien lassen sich keine klaren Schlüsse ziehen, ob es nach einer Kurzzeit-Therapie häufiger zu Rückfällen kommt. Dennoch geht es bei der Länge der Therapie um die Frage, ob für Sie ein möglicherweise erhöhtes Risiko für einen Rückfall oder unerwünschte Wirkungen mehr ins Gewicht fallen. Frauen, die möglichst sicher gehen wollen, dass die Harninfektion abgeklungen ist, bevorzugen vielleicht Antibiotika über fünf oder mehr Tage. Wenn es Ihnen hingegen wichtig ist, Antibiotika nur kurz einzunehmen, um unerwünschte Wirkungen möglichst zu vermeiden, ist eine dreitägige Therapie eine Möglichkeit.

Im Moment erarbeiten wir weitere Informationen zur Vorbeugung und Behandlung einer Blasenentzündung. Sobald sie auf unserer Website verfügbar sind, werden wir hier darauf hinweisen. Sie können unseren Newsletter abonnieren, wenn Sie immer auf dem Laufenden sein möchten, was unsere aktuellen Veröffentlichungen betrifft.


Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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    * Erstellt am: 14. Februar 2006 10:00
    * Letzte Aktualisierung: 18. November 2010 11:29
    * Historie: Liste anzeigen

    * Quellen:

      Die IQWiG-Gesundheitsinformationen stützen sich auf Forschungsergebnisse aus der internationalen Literatur. Wir identifizieren die zuverlässigsten aktuell verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse, insbesondere aus sogenannten „systematischen Reviews“. Darin werden wissenschaftliche Studien zum Nutzen und Schaden von Behandlungen und anderen Maßnahmen der Gesundheitsversorgung zusammenfassend analysiert, sodass Fachleute und Betroffene deren Vor- und Nachteile abwägen können. Mehr Informationen dazu, wie systematische Reviews aufgebaut sind und warum sie die zuverlässigsten Belege liefern, finden Sie hier. Außerdem bitten wir stets die Autorinnen und Autoren der zentralen systematischen Reviews, auf denen unsere Informationen beruhen, um ihre Unterstützung, um die medizinische und wissenschaftliche Korrektheit unserer Produkte sicherzustellen.


      Falagas ME, Kotsantis IK, Vouloumanou EK, Rafailidis PI. Antibiotics versus placebo in the treatment of women with uncomplicated cystitis: a meta-analysis of randomized controlled trials. J Infect 2009; 58: 91-102. [PubMed-Zusammenfassung]

      Milo G, Katchman EA, Paul M, Christiaens T, Baerheim A, Leibovici L. Duration of antibacterial treatment for uncomplicated urinary tract infection in women. Cochrane Database of Systematic Reviews: Version 2009, Issue 1. CD004682. [PubMed-Zusammenfassung]

      Zalmanovici Trestioreanu A, Green H, Paul M, Yaphe J, Leibovici L. Antimicrobial agents for treating uncomplicated urinary tract infection in women. Cochrane Database of Systematic Reviews: Version 2010, Issue 10. CD007182. [PubMed-Zusammenfassung]

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« Letzte Änderung: 29. November 2010, 19:58 von Jutta »

Geri

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Probleme mit der Harnblase
« Antwort #11 am: 21. Juli 2011, 15:10 »
Rezente Empfehlungen: Infektionen der Harnwege

Harnwegsinfektionen (HWI) sind die häufigsten bakteriellen Infektionen bei Erwachsenen. Das Spektrum reicht von der (vermeintlich) banalen akuten Zystitis über protrahierte und komplizierte Infektionen wie beispielweise Pyelonephritis bei Nephrolithiasis bis zur potenziell fulminant verlaufenden Urosepsis. Der Wissensstand über Epidemiologie, Erregerspektrum, Resistenzlage, diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bei HWI ändert sich zum Teil sehr rasch.

Internationale Guidelines, Leitlinien, nationale und regionale Empfehlungen und Hilfestellungen unterstützen den laufen­den Fortbildungsprozess bei Harnwegsinfektionen und liefern entsprechende Vorgaben. Dennoch müssen diese kritisch für individuelle Problemstellungen interpretiert und gelegentlich auch modifiziert werden. In dieser Zusammenstellung über HWI wird versucht, die wesentlichen Inhalte rezenter Empfehlungen[1–3] zusammenzufassen, zu vergleichen und praxisnah darzustellen. HWI in der Schwangerschaft, rekurrierende unkomplizierte HWI bei Frauen und asymptomatische Bakteriurie kommen in dieser Zusammenstellung aus Gründen der umfangmäßigen Beschränkung nicht zur Sprache.

Klassifikation

Die Klassifikationen von HWI beziehen sich in der Regel auf anatomische Gegebenheiten wie obere vs. untere HWI, die Dynamik des Verlaufes wie akute vs. chronische HWI oder die Komplexität der Erkrankung wie unkomplizierte vs. komplizierte HWI. Die European Society of Uro­­logy kommt dieser Einteilung in sehr übersichtlicher Art nach und unterscheidet:

    unkomplizierte Infektionen der unte­ren Harnwege
    unkomplizierte Pyelonephritis
    komplizierte HWI mit und ohne Pyelonephrits
    Urosepsis

Die weitere Differenzierung unkomplizierter Infektionen der unteren Harnwege ist in Tabelle 1 ersichtlich.

Die Unterscheidung unkomplizierte vs. komplizierte HWI ist essenziell für die Einschätzung des klinischen Verlaufes, der Breite des zu erwartenden Erregerspektrums und der möglichen bakte­riellen Resistenzen.

Komplizierte HWI sind häufig durch einen protrahierteren Verlauf und ein höheres Rezidivrisiko gekennzeichnet. Die Aspekte anatomischer, funktioneller und metabolischer Störungen, die komplizierte HWI definieren, sind in Tabelle 2 beschrieben.

Diagnostik

Der Verdacht auf HWI auf Basis der bekannten Symptome erhärtet sich durch eine entsprechende Leukozyturie; eine Harnkultur sollte bei allen symptomatischen Patienten durchgeführt werden außer bei Frauen mit unkomplizierter Zystitis. Bei Patienten mit bestimmten Risikofaktoren wie vesikourethralem Reflux oder Z.n. Nierentransplantation sollte bei Leukozyturie, Hämaturie oder positivem Nitrittest ebenfalls eine Harnkultur angelegt werden. Eine Indikation für eine Harnkultur besteht weiters vor und nach interventionellen Eingriffen an den Harnwegen, in der Schwangerschaft, bei Immunsuppression, bei neurogenen Blasenentleerungsstörungen sowie unklaren Unterbauch- oder Flankenschmerzen. Häufig sind bei komplizierten HWI bildgebende, endoskopische und funktionelle Untersuchungen an den Harnwegen erforderlich, um die zugrunde liegende Pathologie in ihrer Gesamtheit zu erfassen und entsprechende Therapieplanungen treffen zu können. Eine adäquate Bildgebung (meist Sonografie oder CT) sollte spätestens nach etwa drei Tagen persistierenden Fiebers bei Pyelonephritis zur Detektion einer beginnenden Abszedierung und anderer Komplikationen erfolgen.

Therapie

Grundsätzlich gelten für die Auswahl der erforderlichen antibiotischen Therapie bei HWI dieselben Überlegungen wie bei anderen Infektionen, nämlich erwartetes Erregerspektrum und Resistenzlage, Effektivität und unerwünschte Wirkungen antimikrobieller Substanzen, individuelles Risiko wie Allergien und Unverträglichkeiten, Auswirkungen auf die individuelle und allgemeine Resistenzsituation. Zusätzlich kommt der Beachtung von Erregerspektrum und Resistenzsituation auf regionaler Ebene beachtliche Bedeutung zu, da hier große Variabilität vorhanden ist und zum Teil auch regionale Daten vorliegen. Im Weiteren folgen Therapieempfehlungen bzw. -vorschläge (ohne Dosisangaben und Behandlungsdauer) der oben angeführten Gesellschaften und Gruppen (Tabellen 3–5), deren Gegenüberstellung und eine darüber geführte Diskussion. Grundsätzlich sind in der Behandlung der akuten unkomplizierten Zystitis, bei gleicher Wirksamkeit, Kurzzeittherapien zu bevorzugen, was ein Argument für die Einmalgabe von Fosfomycin oder des Fluorochinolons Prulifloxacin darstellt. Andererseits sind die von EAU und PEG als erste Wahl angegebenen Substanzen Pivmecillinam und Nitrofurantoin bei 7-tägiger Einnahme (Pivmecillinam) und 5-tägiger Einnahme (Nitrofurantoin) einer 3-tägigen Therapie überlegen. Außerdem besteht bei Letzerem eine gewisse Hepatotoxizität, sodass bei Patienten mit anamnes­tisch bekannten Lebererkrankungen Kontrollen der Transaminasen durchzuführen sind, was bei der Behandlung der unkomplizierten Zystitis aufwendig erscheint. Die von der ABS Group getätigte Empfehlung zur ersten Wahl trägt der akzeptab­len Resistenzsituation in Österreich laut AURES-Bericht 2009 Rechnung, in dem die Resistenzrate von E. coli gegenüber Pivmecillinam zwischen 6,8% und 8,6% und von Aminopenicillin + Betalaktamaseinhibitor (Amoxicillin/Clavulansäure oder Sultamicillin) zwischen 9,2% und 13,1% liegt. Fluorochinolone und Cephalosporine sind aufgrund biologischer Kollateralschäden wie Entwicklung multiresistenter Erreger (Fluorochinolone) und Clostridienkolitis (Cephalosporine und Fluorochinolone) nicht als Mittel der ersten Wahl anzusehen, zumal zusätzlich die Resistenzlage von E. coli gegenüber Fluorochinolonen knapp unter 19% liegt.



Weiters liegen für Oralcephalosporine mit Ausnahme von Cefpodoxim nur wenige aussagekräftige klinische Vergleichsstudien vor. Trimethoprim und Cotrimoxazol sind bei einer Resistenzsituation von etwa 27% für die empirische Therapie nicht geeignet, wohl aber im Falle einer vorhandenen Empfindlichkeit des Erregers, bei der die genannten Substanzen eine optimale Effizi­enz zeigen. Für die Behandlung der akuten Zystitis bei postmenopausalen Frauen und für männliche Patienten in der Altersgruppe zwischen 15 und 50 Jahren gelten die­selben Empfehlungen, wobei allerdings bei Ersteren die Kurzzeittherapie studienmäßig weniger gut belegt ist und bei Letzteren die Therapiedauer 7 Tage betragen sollte. Weiters haben laut PEG für diese Patientengruppe Pivmecillinam, Fosfomycin und Nitrofurantoin in dieser Indikation keinen Stellenwert. Eine fieberhafte akute Zystitis beinhaltet in der Regel eine gleichzeitig bestehende Prostatitis, die aufgrund der optimalen Penetration in prostatitisches Gewebe mit Fluorochinolonen behandelt werden sollte.

Ergänzend zu den in Tabelle 4 getätigten Empfehlungen ist zu erwähnen, dass die leicht- und mittelgradige Pyelonephritis durch eine stabile Kreislaufsituation und durch die Abwesenheit von Übelkeit und Erbrechen definiert ist und damit eine orale ambulante Therapie möglich ist. Im Falle einer Therapie mit Fluorochinolonen sollten lediglich die hoch dosierbaren, also Ciprofloxacin und Levofloxacin, zur Anwendung kommen, und das für eine Dauer von 7–10 Tagen. Bei allen anderen genannten Substanzen liegt die Therapiedauer bei 14 Tagen. Cefpodoxim kommt als Alternative für Fluorochinolone in Betracht, wenn diese, beispielsweise in der Schwangerschaft, nicht infrage kommen.

Komplizierte HWI und Urosepsis

Diagnostisch sind die Durchführung einer Harnkultur und eine entsprechende Resis­tenzbestimmung obligat. In der Behandlung von komplizierten HWI liegt die Miteinbeziehung urologischer Fachkollegen nahe, da häufig wesentliche diagnostische und therapeutische Möglichkeiten in deren Fachgebiet liegen. Ziel muss es sein, den im konkreten Fall vorliegenden komplizierenden Faktor so weit wie möglich zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren. Je nachdem, in welchem Ausmaß das erreicht werden kann, liegt die Therapiedauer zwischen 1 und 3 Wochen, in Einzelfällen länger bis hin zu einer Dauersuppressionstherapie durch Antibiotika.

Referenzen:

1 European Association of Urology, Guidelines on Urological Infections, 2010, www.uroweb.org/?id=217&tyid=1

2 Paul Ehrlich Gesellschaft, e.V., S3-Leitlinie (LL) zu Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Management unkomplizierter bakterieller ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten, 2010

3 ABS Group et al, ABS im Niedergelassenen Bereich, Hilfestellung zur Optimierung des AB-Einsatzes, 2010

Autor: Dr. Arno Lechner, FA für Innere Medizin, Additiv-FA für Infektiologie und Tropenmedizin, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Hygiene und Infektiologie, Universitätsklinikum Salzburg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Müllner Hauptstraße 48, 5020 Salzburg, E-Mail: a.lechner@salk.at


http://urologie.universimed.com/artikel/rezente-empfehlungen-infektionen-der-harnwege