Autor Thema: Mammografie: Kernspin bei BRCA-Trägerinnen  (Gelesen 947 mal)

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Gitti

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Mammografie: Kernspin bei BRCA-Trägerinnen
« am: 20. April 2008, 11:16 »
Mammografie: Kernspin bei BRCA-Trägerinnen mit hoher Fehlerrate

Mittwoch, 26. März 2008

Nijmegen – Ein engmaschiges Kernspintomografie-Screening von Frauen mit genetischem Brustkrebsrisiko produzierte an einer niederländischen Klinik in vier von fünf Fällen ein falschpositives Ergebnis, was die meisten Frauen der Studie den Annals of Oncology (2008 19: 655-659) zufolge jedoch nicht verunsicherte.

Trägerinnen von BRCA-1/2-Mutationen erkranken im Verlauf des Lebens zu 85 Prozent an einem Mammakarzinom. Hinzu kommt ein Lebenszeitrisiko von 60 Prozent auf ein Ovarialkarzinom. Die Hereditary Cancer Clinic an der Radboud Universität in Nijmegen bietet, wie viele andere Zentren auch, den Genträgerinnen deshalb die Option einer prophylaktischen Mastektomie und Salpingo-Oophorektomie an. Alternativ können sie halbjährlich eine Mammografie durchführen lassen, wobei neben einer Röntgenuntersuchung nach Möglichkeit auch eine Kernspintomografie durchgeführt wird.

Dieses intensive Screening ist jedoch lückenhaft, wie die Erfahrungen an 196 BCRA-Trägerinnen zeigt, über die Nicoline Hoogerbrugge und Mitarbeiter berichten. In den ersten zwei Jahren des Screenings erkrankten 17 Frauen an einem Mammakarzinom. Nur elf Karzinome wurden im Screening entdeckt. Zwei Tumoren wurden im Intervall zwischen den Screeninguntersuchungen bemerkt. Vier weitere Tumoren wurden in der histologischen Aufbereitung nach einer prophylaktischen Mastektomie gefunden.

Einer dieser vier Tumoren war nur drei Millimeter groß und hätte auch in der Kernspintomografie nicht gefunden werden können. Die anderen drei, allesamt ductale Carcinomata in situ, waren zwischen sechs und 15 Millimeter groß. Warum sie bei der Kernspintomografie übersehen wurden, bleibt unklar. Die Sensitivität der Kernspintomografie betrug nur 60 Prozent. Wenn die Mammografie mit berücksichtigt wurde, stieg sie auf 71 Prozent. Die Spezifität, also der Anteil der richtignegativen Ergebnisse betrug 90 Prozent für beide Untersuchungen zusammen.

Ein Schwachpunkt der Screenings war die hohe Rate von falschpositiven Ergebnissen in der Kernspintomografie: 83 Prozent aller Befunde konnten durch die weiteren Untersuchungen nicht bestätigt werden. Nun stellt ein falschpositiver Befund (anders als ein falschnegativer Befund) keine unmittelbare Gefahr für die Patientin dar.

Der falsche Alarm dürfte die Frauen aber beunruhigt haben und könnte dazu führen, dass viele Frauen ihre Option zum Screening überdenken. Dies war auch bei etwa einem Drittel der Frauen der Fall. Sie änderten nach einem möglicherweise nur falschpositiven Befund ihre Meinung und votierten für eine prophylaktische Mastektomie. Die anderen blieben bei ihrer ursprünglichen Präferenz und setzten das Screening fort.

Die Entscheidung für oder gegen eine prophylaktische Operation hängt nach Ansicht von Hoogerbrugge mehr vom persönlichen Umfeld der BRCA-Trägerinnen ab als von den Ergebnissen der Screening-Untersuchungen. So entschieden sich viele Frauen für eine Operation, wenn die eigene Mutter an Brustkrebs erkrankt war. Für Hoogerbrugge spricht die hohe Rate von falschpositiven Ergebnissen nicht gegen den Einsatz der Kernspintomografie. Denn ohne diese Untersuchung würden einige Mammakarzinome eventuell zu spät entdeckt. © rme/aerzteblatt.de

hilde

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Mammografie: sicher im Drei-Jahres-Intervall
« Antwort #1 am: 22. April 2008, 09:52 »
Mammografie: Effektiv bis 75 Jahre, sicher im Drei-Jahres-Intervall

Rotterdam/Nottingham – 21.4.08 - Die Ausweitung der Mammografie auf Frauen bis zum 75. Lebensjahr hat in den Niederlanden zu einem Rückgang der Brustkrebssterblichkeit älterer Frauen geführt.

Dies geht aus einer Analyse des Krebsregisters hervor, die auf der European Breast Cancer Conference in Berlin vorgestellt wurde. Britische Experten verteidigten in einer anderen Studie das dortige Screeningintervall von drei Jahren.

Während die Mammografie in Deutschland allen Frauen bis zum Alter von 69 Jahren empfohlen wird, gilt in den Niederlanden seit 1998 eine Altersgrenze von 75 Jahren. Bereits fünf Jahre später war ein Rückgang der tödlichen Brustkrebserkrankungen in der Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen erkennbar, der sich bis 2006 noch weiter fortgesetzt hat.

Wie Jacques Fracheboud vom Erasmus Medical Center in Rotterdam mitteilte, beträgt die Brustkrebsmortalität in der Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen heute (2006) 117 pro 100.000 Frauen. Das sind fast 30 Prozent weniger als in den Jahren 1986 bis 1997, in denen auf 100.000 Frauen dieser Altersgruppe 166 Todesfälle an Brustkrebs kamen.

Von den 7,37 Millionen Mammografien der Jahre 1998 bis 2006 entfielen laut Fracheboud 862.655 auf Frauen im Alter zwischen 70 und 75 Jahren. Während 81 Prozent der 50- bis 69-Jährigen am Screening teilnehmen, waren es bei den über 70-Jährigen nur 72 Prozent. Doch die Akzeptanz steige langsam an, versicherte Fracheboud: Die Teilnehmerrate sei von 62,5 Prozent im Jahr 1998 auf 77,6 Prozent 2006 gestiegen.

Der Rückgang der Röntgendichte der Brust im Alter verbessert laut Fracheboud die Zuverlässigkeit der Mammografie. Der positive prädiktive Wert liege bei 70- bis 75-Jährigen bei 47 Prozent, gegenüber 36 Prozent bei den jüngeren Frauen.

Vertreter des britischen Mammografieprogramms haben in Berlin das dortige Drei-Jahres-Intervall verteidigt (in Deutschland alle zwei Jahre). Der UK Breast Screening Frequency Trial, der seit 1989 insgesamt 100.000 Frauen auf ein Screeningintervall von einem oder drei Jahre randomisierte, habe bisher keine Hinweise auf eine erhöhte Brustkrebssterblichkeit gezeigt, berichtete Roger Blamey vom Nottingham City Hospital.

Im Studienarm mit jährlichem Screening seien bisher 373 Frauen an Brustkrebs gestorben, im Studienarm mit einem Screening-Intervall von drei Jahren waren es 374 Frauen. Auch wenn die Auswertung auf Frauen beschränkt wird, die tatsächlich am Screening teilnahmen, gab es laut Blamey keine gravierenden Unterschiede: 209 Brustkrebstodesfälle bei jährlichem Screening, 231 in der Kontrollgruppe bei Drei-Jahres-Intervall. Blamey bezeichnet das Drei-Jahres-Intervall als wichtigen Faktor zur Kosteneinsparung beim Mammografiescreening, das in Großbritannien pro Jahr 100 Millionen Euro koste.

Weitere Infos auf:http://www.ecco-org.eu/News/Press-room/Press-release/page.aspx/439?xf_itemId=267&xf_catId=27