Autor Thema: Diagnose mit 78 Jahren  (Gelesen 1326 mal)

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Andi71

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Diagnose mit 78 Jahren
« am: 05. Mai 2008, 09:49 »
Guten Morgen

Bei meiner Grossmutter wurde an Ihren 78. Geburtstag die Diagnose gestellt, dass der Knoten welcher Anfang Jahr in der Brust gefunden wurde bösartig ist. Die Frauenärztin stellte daraufhin zwei Operationsmöglichkeiten in Aussicht.  Den Knoten mit einem kleinen Schnitt entfernen, danach jedoch 5 Wochen lang jeden Tag zur Bestrahlung oder aber die ganze Brust inkl. der Drüsen unter dem Arm entfernen. Das ist für meine Grossmutter eine wahnsinnig schwere Entscheidung. Jetzt kommt bei Ihr sogar der Gedanke auf "Was wäre wohl wenn ich gar nichts machen lasse?"  Der Gesundheitszustand ist soweit in Ordnung und bei der Blutuntersuchung vor 1 Monat waren überhaupt keine Anzeichen vorhanden (Entzündungen, usw) das etwas nicht stimmt. Wir wären sehr froh wenn uns jemand seine Erfahrungen oder Meinungen mitteilen könnte da wir nicht wissen wie oder was wir raten sollen. Ganz lieben Dank schon jetzt!

Gitti

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Brustkrebs Diagnose mit 78 Jahren
« Antwort #1 am: 05. Mai 2008, 16:54 »
Servus Andi,
man ist immer so alt wie man sich fühlt.
Der Brustkrebs kann frau in jedem Alter überraschen. Beim Kongress erfuhr ich jetzt von einer 19 jährigen Wienerin, mit 2 Kindern, in Trennung lebend, Brustkrebs mit Metastasen.
In der Krebsbekämpfung gibt es meist verschiedene Therapieansätze, wie es z.B. die Radioonkologen heute von 14-15 Uhr im ORF Ö1 berichteten; vielleicht findest im Internet was zum Nachlesen.
Deine Fragen sind sehr speziell und sicher nur mit einem einfühlenden Spezialisten besprechbar. Dazu gehört auch die sonstige Konstillation der Großmutter zu beachten.
"Was wäre wohl wenn ich gar nichts machen lasse?", diese Frage heißt es in SHG (Selbsthilfegruppen) immer wieder und ich meine, das kann man nicht über einen Kamm scheren. Bei Brustkrebs ist dies anders als bei Prostatakrebs und vor allem: welche Art des Brustkrebses muss dabei beachtet werden.
Ich wünsche dir, dass die Großmutter richtig entscheidet, mit dir, it Familie, mit den Ärzten, und noch ein langes LEBENSWERTES Leben hat, nämlich mit Lebensqualität. Und genau dazu kann frau, noch dazu als nicht BK.spezialisierte Onkologin, ferndiagnostisch keine Empfehlung geben.
Alles Gute!

Dietmar E.

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Brustkrebs-Diagnose mit 78 Jahren
« Antwort #2 am: 06. Mai 2008, 00:20 »
Servus Andy,

Gitti hat dir gleich einiges mitgeteilt.
Wahrscherinlich bekommst du noch andere Mitteilungen hier.

Wo wohnt deine Mutter? Wie wurde der Brustkrebs benannt?

Informationen einholen finde ich sehr wichtig, z. B.
http://tumorzentrum-muenchen.de/fileadmin/ratgeber/Ratgeber_Mamma.pdf
Dieser Ratgeber ist am neuesten Stand, von 2007, und behandelt wirklich "jedes" Thema.

Sehr bekannt sind auch die Blauen Ratgeber, in deinem Fall: http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/002_brust.pdf

Lieben Gruß

Dietmar




"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Andi71

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Re: Diagnose mit 78 Jahren
« Antwort #3 am: 29. Mai 2008, 10:43 »
Mein Grosi hat sich für das entfernen der Brust entschieden und wurde am 13 Mai operiert. Während der op wurde eine Probe der Lymphknoten unter dem Arm entnommen und untersucht. Der Befund war negativ und so wurden diese nicht entfernt. Die op hat es eigendlich recht gut überstanden und ihre Gynäkologin hat nach der op (bei ihrem einzigen Besuch vorher und nachher!) meinem Grosi gesagt, dass die Lymphen nicht befallen sind und sie somit alles überstanden habe. Da mein Grosi in letzter Zeit sehr Mühe mit dem Gedächnis hat, hat es die Nachricht so aufgenommen dass es kein Krebs war und alles überstanden ist.

Nachdem wir als Angehörige nie etwas von der Ärztin gehört haben was den Verlauf der OP betrifft haben wir dann tel. selber nachgefragt und da sagte die Ärztin letzte Woche am Telefon sie habe jetzt gerade einen Fax erhalten, dass sich bei einer Probe der Lymphknoten nach 2 Tagen doch noch Zellen gebildet haben und man diese jetzt dann wohl doch noch entfernen müsse. Man müsse jetzt aber noch einmal den Gesundheitszustand checken da die Operation wieder ca. 1 Stunde dauern werde und 4 Tage Krankenhausaufenthalt nötig sein werden. Seit diesem Tel sind wieder 10 Tage vergangen und heute ist der Termin bei der Ärztin. Wir haben es nicht über uns gebracht meinem Grosi zu sagen dass es noch einmal operiert werden müsse da es schon letztes Mal wahnsinnig grosse Angst davor hatte. Daher wird heute wohl eine Welt zusammenbrechen und wir befürchten nun dass wieder lange Zeit vergehen wird bis die Abklärungen gemacht sind ob der Gesundheitszustand soweit gut ist dass die OP gewagt werden kann. Dabei hat der Knochentest ergeben dass die Knochen und Organe frei von Metastasen sind und wir sind der Meinung dass es da noch mehr eilen würde, die befallenen Drüsen unter den Armen zu entfernen, Aber eben, wir sind keine Ärzte und haben oft zu viel "Ehrfurcht" vor den Göttern in weiss.
Langsam haben wir den Verdacht, dass die Ärztin denkt: Sie ist ja schon 78,  was wollen wir da noch gross unternehmen. Ich werde bei meiner Mutter darauf drängen, wenn heute nicht umgehend die Termine für den Check und die op fixiert werden, dass wir einen neuen Arzt aufsuchen. Aber auch da wird wieder wertvolle Zeit vergehen. Manchmal fühlt man sich hilflos.

Vielen Dank, dass ich das alles aufschreiben durfte