Radeln für sich selbst und gegen Sarkome bei Kindern und Jugendlichen - Eine Aktion des EU-Projektes „Forschen heilt Krebs“
(Wien, 2008-18-07). Im Rahmen der EU-geförderten Kampagne „Forschen heilt Krebs“ setzt Univ.-Prof. Helmut Gadner, Projekt-Koordinator, Leiter des St. Anna Kinder-Krebs-Forschungs-Instituts und des Wiener St. Anna Kinderspitals, Aktionen, um die Erfolge der Kinder-Krebs-Forschung verständlich zu kommunizieren.
„Drei Viertel der Krebserkrankungen im Kindesalter sind aufgrund der Möglichkeiten, die die moderne Medizin bietet, heute heilbar. Natürlich gibt es im Spektrum der möglichen Erkrankungen solche, die eine bessere Heilungschance haben, als andere, und vor allem kommt es darauf an, in welchem Stadium der Erkrankung die Diagnose gestellt wird“, so Gadner.
Bei der Charity-Radtour am 18. Juli von Greifenstein zur Donauinsel wurde auf eine seltene und heimtückische Kinder-Krebsform, die Sarkome, aufmerksam gemacht.
Sarkome – eine heimtückische Krebsart
Sarkome sind eine Krebsart im Bindegewebe und kommen in den Nerven, Muskeln, Bändern, Knochen oder Blutgefäßen vor. Sie machen fünfzehn bis zwanzig Prozent aller Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter aus. Es gibt über fünfzig verschiedene Arten. Am häufigsten ist das Osteosarkom, gefolgt vom Ewing Sarkom (beides bösartige Knochenerkrankungen) und Weichteilsarkom.
Das Um und Auf ist die frühe Diagnose
„Besonders wichtig für die erfolgreiche Therapie ist die Früherkennung“, erklärte Univ.-Doz. Andreas Zoubek, Oberarzt am St. Anna Kinderspital. Mitunter werden Sarkome auch mit Sportverletzungen verwechselt. Erkenne man Sarkome zu spät, so der sportbegeisterte Mediziner, sei es häufig nicht möglich, sie komplett zu entfernen, oder es ist bereits in anderen Körperregionen eine Streuung durch Tochtergeschwülste aufgetreten.
„Irondoc“ Zoubek, mehrfacher M50 Gewinner des Kärnten-Ironman, und Mitarbeiter des St. Anna Kinder-Krebs-Forschungsinstitutes radelten gemeinsam mit vielen Radbegeisterten über dreißig Kilometer entlang der Donau, um gemeinsam auf die Bedeutung der Kinder-Krebs-Forschung hinzuweisen.
Im Team fuhren auch ehemalige Kinder-Krebs-Patienten mit, die unter anderem ein Sarkom, eine Leukämie oder einen Hirntumor überlebt hatten. Heute stehen sie mitten im Leben. Dank verbesserter Therapieoptionen, der internationalen Vernetzung der Kinder-Krebs-Zentren in Europa und rasanter Fortschritte in der Labor- und klinischen Forschung konnten die Überlebensraten bei allen Kinder-Krebserkrankungen um mehr als 75 Prozent gesteigert werden.
In Österreich erkranken jährlich rund 250 Kinder und Jugendliche neu an Krebs.
Soziale Reintegration
„Das Überleben einer Krebserkrankung ist ein Sieg. Dennoch stößt man auf viele Schwierigkeiten wie bei der Job-Suche, wird ausgegrenzt. Viele verheimlichen daher ihre Krebserkrankung“, berichtete Martin Lüftl, der im Alter von zwanzig Jahren, kurz vor seinem Präsenzdienst an einem Osteosarkom im linken Bein erkrankt war. Seine Therapie dauerte ein Jahr. Die primären Gründe für die soziale Diskriminierung seien Zweifel an der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit.
Öffentlichkeitswirksame Aktionen
Mit Aktionen, wie der Sarkom-Awareness-Radtour, soll der Zusammenhang zwischen den Erfolgen der Kinder-Krebs-Forschung und den gestiegenen Heilungschancen bei allen Kinder-Krebsarten verständlich gemacht werden. Weiters soll in der Bevölkerung ein Verständnis für den wachsenden Bedarf an Geldmitteln geschaffen werden. Nur durch kontinuierliche Förderung der Forschung können die Diagnostik und Therapien stetig verbessert werden. Die Kinder-Krebs-Forschung wird primär durch private Spenden und öffentliche Fördermittel finanziert.
Dank der Forschung habe sich die Qualität der Sarkom-Therapie deutlich verbessert, berichtete Martin Lüftl, der in seiner Funktion als „Survivor“ (Überlebender) auch krebskranke Kinder am St. Anna Kinderspital besucht, um ihnen beizustehen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich auszutauschen.
Die globale Sarkom-Initiative
Anlass der Radtour ist auch die weltweit vernetzte Sarkom-Initiative der Liddy Shriver Sarkom Organisation mit Sitz in New York, USA. Vom 12. bis 19. Juli 2008 werden global Sport-Events mit dem Ziel koordiniert, um auf Sarkome aufmerksam zu machen und Forschungs-Gelder zu sammeln. Im Vorjahr beteiligten sich elf Nationen und insgesamt 3.400 Menschen. Heuer konnte ein Top-Ergebnis von 5.000 Unterstützern erreicht werden.
Ein internationales Kernteam der Initiative, bestehend aus elf Nationen, wie Belgien, Kanada, Dänemark, Japan, Polen, USA, radelte ab dem 12. Juli im Zeichen des Engagements für Sarkom-Patienten mit dem Fahrrad von Passau, Deutschland, nach Greifenstein, um gemeinsam mit dem österreichischen Team die Zielgerade zur Wiener Donauinsel zu nehmen. Dort wurde der Erfolg der diesjährigen Sarkom-Initiative gefeiert. Der 10 jährige Alex Franke aus West Bend, USA, bei dem 2006 ein Ewing-Sarkom diagnostiziert worden war, erklärte voller Stolz: „Ich habe es geschafft und dies krebskranken Kindern mit unserer Sarkom-Radtour zu zeigen, ist mir wichtig. Ich will ihnen Mut machen.“.
Foto-Copyright:
www.forschenheiltkrebs.euDietmar Erlacher (von links), Leiter des Krebsforums
Doz. Dr. Andreas Zoubek (Mitte), Oberarzt am St. Anna Kinderspital, Sandra Brezina-Krivda (rechts), Organisatorin des EU-Projekts „Forschen heilt Krebs“ der St. Anna Kinderkrebsforschung
Unterstützer der Sarkom-Tour aus New York
Medien-Rückfragehinweis:
Sandra Brezina-Krivda, St. Anna Kinderkrebsforschung, Kinderspitalgasse 6, 1090 Wien,
sandra.brezina@ccri.at, Mobil: 0664/156-29-14
Anmerkung: Danke an meinen Sponsoren, wie Pfizer, no.smoking, Yakult, Billa, Fitnesscenter, Copyshop FBDS in 1210, 1220, 1230.
Sandra Brezina hat für die Organisation seit Wochen/Monaten Großartiges geleistet und ist schließlich auch selbst
mitgefahren! Großes Dankeschön Sandra, für deine Meisterleistung!