Freiburg, 22.07.2008
Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs.
Bei etwa der Hälfte der Betroffen sind Zigaretten die Auslöser der Krebserkrankung. Das stellten die
amerikanischen Urologen Professor James E. Montie und Dr. Seth A. Strope von der Universität Michigan
in einer im Juli 2008 veröffentlichten Auswertung von medizinischen Studien aus mehr als 30 Jahren fest.
1 Darin kritisieren sie, dass die
Öffentlichkeit praktisch nicht über das hohe Blasenkrebsrisiko durch Rauchen informiert ist.
Ein Ergebnis der Auswertung von Montie und Strope kann Rauchern jedoch Mut machen, ihre Sucht zu
bekämpfen: Hat man mit dem Rauchen aufgehört, sinkt das Blasenkrebs-Risiko bereits
nach vier Jahren um bis zu 40 Prozent. Ärzte sollten ihre Patienten unbedingt darüber aufklären
und sie ermuntern, nicht mehr zu rauchen.
"Die Allgemeinbevölkerung weiß, dass Zigarettenrauchen Lungenkrebs auslösen kann, aber nur sehr wenige
sind sich bewusst, dass auch Blasenkrebs die Folge sein kann", sagt Montie. Unterschätzt wird aber nicht
nur das Risiko für Blasenkrebs, sondern auch die Häufigkeit. Mit 28.750 Neuerkrankungen pro Jahr kommt
Blasenkrebs gar nicht einmal soviel seltener vor als Lungenkrebs mit 33.000 Fällen jährlich.2 Die Heilungschancen
von Blasenkrebs hängen davon ab, ob der Tumor frühzeitig erkannt wird. Risikopatienten wie langjährige Raucher
sollten daher möglichst frühzeitig diagnostiziert werden.
Ein einfacher Urintest kann die Früherkennung verbessern: Innerhalb von 30 Minuten lässt sich
damit das für Blasenkrebs typische Matrixprotein 22 (NMP22) nachweisen, das bereits in einem
frühen Krebsstadium im Urin vorkommt. Bei den meisten Betroffenen wird die Krebserkrankung
heutzutage jedoch erst sehr spät festgestellt: Jeder dritte Patient leidet zum Zeitpunkt der Diagnose
bereits an einem fortgeschrittenen Harnblasenkarzinom mit schlechter Prognose.
Männer erkranken dreimal so häufig an Blasenkrebs wie Frauen.2 Allerdings holen die Frauen
in der Statistik auf: Weil sie in den letzten Jahrzehnten zunehmend häufig zur Zigarette greifen,
steigt bei ihnen das Risiko für den gefährlichen Tumor in der Harnblase. Ob Passivrauchen ebenfalls
zu Blasenkrebs führen kann, ist noch nicht abschließend geklärt, aber wahrscheinlich.
Als sicher gilt jedoch, dass die Häufigkeit von Blasenkrebs sich halbieren würde,
wenn Tabakrauch als wichtigster Risikofaktor wegfiele.1
1 Strope SA, Montie JE: The causal role of cigarette smoking in bladder cancer initiation and progression,
and the role of urologists in smoking cessation. J Urol. 2008 Jul;180(1):31-7.
2 Krebs in Deutschland 2003-2004. Häufigkeiten und Trends. 6. überarbeitete Auflage.
Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg). Berlin, 2008.
Ansprechpartner:
Frau Dr. Petra von der Lage
MasterMedia GmbH
service@lifepr.de Telefon: +49 (40) 507113-44
Fax: +49 (40) 591845
Herr Joachim Hevler
Matritech GmbH
jhevler@adl.de Telefon: +49 (761) 47833-0
Fax: +49 (761) 47833-33