Autor Thema: Gesundheitsreform als Wahl-Thema; Gesundheitsministerin Kdolsky  (Gelesen 3883 mal)

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Dietmar E.

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Egal ob in Deutschland, Bayern ist ca. so groß wie Österreich, oder eben in Österreich,
die Gesundheitsreform ist überall ein Wahl-Thema.

Obwohl die Österr. MinisterInnen (fast) durch die Bank ständig schlechte Noten bekamen/bekommen,
werden diese nicht müde, seit Wochen Besitzanspruch ihres bisherigen Ministeramtes auch nach
der Wahl anzumelden.

Die Gründe hierfür sind erheiternd, z. B. Gesundheits-/Familienministerin Dr. Kdolsky, ".... Ich gehe sicher nicht
mehr an die Klinik ....".
Vielleicht zum AMS? Siehe unten!

Lustig auch Sozialminister Buchinger, der "versehentlich" zitiert wurde, dass er im Herbst nicht mehr zur Verfügung
stehen wird. Schnell hat er ausführlich, überall, tagelang dementiert. Wen wundert`s, könnte doch sonst seine Wiener Freundin
meinen, er geht wieder zu seiner Ehefrau (!) nach Salzburg.


Die große Koalition soll es nach der Wahl wieder werden!

Super, die alten Regierungsparteien SPÖ+ÖVP, oder vielleicht ÖVP+SPÖ!

Und was soll sich ändern?


Der Kurier schreibt am 13.8.08:

"Andrea Kdolsky (ÖVP)
Die Gesundheitsministerin (Anm.: und Familienministerin) blieb
ohne politische Fortune. Die Gesundheitsreform scheiterte spektakulär (Anm.: Wie in Kriegsnachwehen gingen tausende Patienten
und Ärzte mehrfach auf die Straße demonstrieren!), die Kassen bleiben im Malus. Kritisch muss auch die Raucher-Regelung in Lokalen gesehen
werden (Anm.: Die Raucherlaubnis in Lokalen ist einer Gesundheits- und Familienministerin unwürdig; der Schandlohn, womit dem mitrauchenden Personal über die Gewerkschaft die Zustimmung abverkauft wurde, eine Frechheit. Das gesetzlich erlaubte bzw. verpflichtende Passivrauchen in Gastlokalen durch schwangere Kellnerinnen, schwangere Gäste, sowie Kindern und Jugendlichen, sollte die Staatsanwaltschaft in die Hand nehmen! Fällt das bereits unter Anstiftung zum Totschlag? Jedes Jahr gibt es hunderte Tote als Passivraucher! Schwanger, und plötzlich wird ein Tumor diagnostiziert - dies passiert in Deutschland jedes Jahr bei etwa 700 Frauen. Viele Ärzte sind dann verunsichert, was zu tun ist. Eine optimale Chemo-/Strahlentherapie überhaupt noch möglich?).
Der Tierschutz (Anm.: Wichtiger als der Mensch?) und die Kindergeld-Regelung wurden verbessert. Letzlich bleibt nichts außer dem Czarda-Tanz und einer öffentlichen Scheidung (Anm.: War da Ehebruch und Anstiftung von Ehebruch im Spiel? Und das als Familienministerin! Wäre das nicht ein Fall für die Staatsanwaltschaft?).
Fazit: Schlusslicht der Regierung, mit 0,5 von 5 möglichen Punkten
Anm.: Das "Schweinsbraten-Buch", das Rauchen, Entwurf der Gesundheitsreform ohne Einbezug von Ärzten, Krankenhäuser, Patienten, Krankenkassen, eigenartige Auftritte in der Öffentlichkeit ..........

Österreich schrieb vorgestern:
Familienministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) spricht sich gegen eine
Mehrwertsteuersenkung bei Lebensmitteln aus.
Anm.: Sicher, sie hat`s ja!


Bitte Frau Gesundheits-/Familienministerin schauen Sie sich jetzt schon um einen neuen Job. Dann brauchen wir
Steuerzahler Ihnen nicht monatelang das Gehalt "zur Arbeitssuche" weiter zahlen.






« Letzte Änderung: 15. August 2008, 21:12 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Re: Gesundheitsreform als Wahl-Thema; Gesundheitsministerin Kdolsky
« Antwort #1 am: 31. August 2008, 09:56 »
http://www.openpr.de/news/234731.html

Gesundheitsreform oder Sterbehilfe - Patientenverein fordert Nachbesserungen

www.openpr.de - Pressemitteilung

(openPR) - Wien - Die Regierungsparteien sind gescheitert, unter anderem an der Gesundheitsreform. Trotzdem werden die MinisterInnen nicht müde, heftig ihr Amt für die neue Periode anzumelden.

Dabei nimmt sich die Gesundheits- und Familienministerin Dr. Kdolsky kein Blatt vor den Mund. Im Gegenteil, sie blickt auf angeblich große Erfolge zurück. Schönheitsfehler: "Sie"!

Die Bevölkerung und da speziell Patienten und Familien sind da ganz anderer Meinung: "Eine Frechheit, dass Kdolsky nach so vielen Fehlgriffen überhaupt noch daran denkt, künftig wieder in der Regierung zu sein", meint auch der Bundesobmann des Vereins Krebspatienten für Krebspatienten Dietmar Erlacher. Bekanntlich gingen Patienten mit den Ärzten auf die Straße, um gegen diese Gesundheitsreform zu protestieren, wo sie nicht eingebunden wurden.
Auch das halbherzige Rauchverbot in Lokalen, wo der Gewerkschaft mit einem Schandlohn für die passivrauchenden Mitarbeiter die Zustimmung abgekauft wurde, ist einer Gesundheitsministerin unwürdig. Zudem sind schwangere Kellnerinnen, schwangere Gäste, Kinder und Jugendliche der Tabaklobby schutzlos ausgeliefert, meinte Erlacher.

Die beiden Großparteien arbeiten wieder auf eine große Koalition hin. Wozu dann außerordentliche Neuwahlen? Was soll sich denn dann ändern?

In Österreich gibt es jedes Jahr 38.000 Krebs-Neuerkrankungen und 18.000 Krebstote! "Wir fordern die wahlwerbenden Parteien auf, sofort ihr Gesundheitsprogramm auf den Tisch zu legen", verlangt Erlacher. Ganz besonders wird er da auf die angekündigten Einschränkungen bei chronisch Kranken und auf bisher mangelnde Prävention achten. Das sei er den vielen Mitgliedern der Onkologischen Selbsthilfegruppen Österreichs schuldig. Auch berichtet er von über 200.000 monatlichen Zugriffen auf www.krebsforum.at

Krebspatienten für Krebspatienten
Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen Österreich
Dietmar Erlacher, Bundesobmann
Zentrale: Steigenteschg. 13-1-46, 1220 Wien
Tel. 0043 1 577 23 95; Mobil 0043 650 577 23 95
kontakt@krebspatient.at, Homepage: www.krebsforum.at

Dietmar Erlacher ist selbst Krebspatient. Das veranlasste ihn in Österreich Onkologische Selbsthilfegruppen und den Dachverein
zu gründen. Bedingt durch die Infrastruktur und dem Medium Internet ergänzte er sein beachtenswertes soziales Engagement
mit dem 1. Krebsforum Österreich auf www.krebsforum.at
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

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Gesundheitsreform als Wahl-Thema: Was würde wer machen?
« Antwort #2 am: 05. September 2008, 00:09 »

Die Chronologie der Unfähigkeit

Bei der Gesundheitsreform haben
Sozialpartner und Regierung
versagt – auch, weil die Ärztekammer
zu wenig in die
Gespräche miteingebunden war.

Im Blickpunkt 
Das Manifest für gute
Gesundheit in Österreich

Im Focus
Die Vorschläge der Ärztekammer
zur Kassensanierung

Im Interview
Die Pläne der Gesundheitssprecher
von SPÖ und ÖVP

http://www.aekwien.at/media/doktorinwien0908.pdf


Josef

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European Health Forum Gastein
« Antwort #3 am: 17. Oktober 2008, 00:16 »
Nur eine gerechte Welt ist eine gesunde Welt

In der Praxis werden definierte ethischen Prinzipien zu wenig umgesetzt.

Das European Health Forum Gastein (EHFG) hat Anfang Oktober zum elften Mal stattgefunden. Das Motto der führenden gesundheitspolitischen Fachveranstaltung in der Europäischen Union lautete diesmal „Werte und Gesundheit – von der Vision zur Realität“. Die Schlussfolgerung aus den Expertengesprächen, an denen mehr als 600 führende Vertreter aus Gesundheitspolitik, Gesundheitsverwaltung, Medizin, Wissenschaft, Industrie und NGOs teilgenommen haben: Es gibt volle Übereinstimmung über die ethischen Prinzipien, an denen sich das Gesundheitswesen orientieren muss, an der Umsetzung ist noch zu arbeiten.

Bei der abschließenden Plenarsitzung des EHFG wurden die anwesenden internationalen Vertreter der Gesundheitspolitik – EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou, die stellvertretende WHO-Regionaldirektorin Nata Menabde sowie mehrere Gesundheitsminister europäischer Staaten – mit der Forderung nach einer Orientierung an folgenden fünf Grundwerten konfrontiert, die von den in Gastein tagenden Experten definiert worden waren:
Allgemeiner Zugang zu Gesundheitsleistungen;
Verfügbarkeit von qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung;
Gleichheit und Abbau von sozial bedingten Unterschieden;
Solidarität und als fünfter Punkt finanzielle Nachhaltigkeit.

Außerdem wurden für die beim EHFG 2008 behandelten Themen Kriterien definiert, an Hand derer messbar sein soll, ob die Forderung nach einem werteorientierten Gesundheitssystem sich auch in der Praxis der Gesundheitssysteme niederschlägt. Dazu gehört etwa die Transparenz der politischen Entscheidungsfindung und der gesellschaftlichen Debatte, klare Verantwortlichkeiten im Rahmen von Gesundheitspolitik und -verwaltung, fairer Ausgleich von Patientenrechten und Allgemeininteressen, gerechte Lösungen für Minderheiten, z. B. im Bereich seltener Krankheiten, Zugang zu grenzüberschreitenden Gesundheitsleistungen, die Nutzung von Informations- und Telekommunikationstechnologie, um den Zugang zu Gesundheitsleistungen weiter zu verbessern sowie nicht zuletzt Qualifikationsmaßnahmen für die im Gesundheitswesen Beschäftigten.

Allgemeines Anliegen Ethik

„Es ist schön, dass sich Experten von so vielen verschiedenen Interessensgruppen auf gemeinsame Grundwerte und Ziele verständigen konnten“, erklärt EHFG-Präsident Dr. Günther Leiner. „Aber es kommt nicht darauf an, dass wir gemeinsame Werte haben, wir müssen sie auch tatsächlich leben.“ Im Gesundheitsbereich, der nicht primär materiellen Zielen verpflichtet sein könne, sei die Anwendung ethischer Prinzipien unverzichtbar. Allerdings müssten alle eingebundenen Gruppen dazu beitragen. „Ethische Prinzipien können nicht verordnet werden“, betont Leiner, „sondern sie müssen zu einem allgemeinen Anliegen werden. Wir brauchen Leadership auf vielen Ebenen, damit unser Gesundheitssystem nicht nur funktioniert, sondern den gesellschaftlichen Vorstellungen von Humanität und Gerechtigkeit entspricht.“

Ungleichheiten abbauen

Der Schlüssel zur Verbesserung der Gesundheitssituation der Menschen liegt in den meisten Teilen der Welt weniger im Bereich der medizinischen Versorgung, sondern vielmehr im Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Das ist die wichtigste Schlussfolgerung der WHO-Kommission für Soziale Determinanten von Gesundheit aus einem kürzlich vorgelegten Bericht. Dieser auf Basis von mehreren tausend Einzelstudien erstellte Report wurde vom Vorsitzenden der Kommission, Prof. Sir Michael Marmot, beim European Health Forum Gastein (EHFG) mit führenden europäischen Gesundheitsexperten diskutiert.

„Die medizinische Versorgung kann zu besseren Krankheitsverläufen und höherer Lebenserwartung führen, jedoch sind es in erster Linie die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen, die die Menschen überhaupt krank machen“, so Marmot. „Daher sind Verbesserungen in diesen Bereichen für die Gesundheit der Gesamtbevölkerung ungleich wichtiger. Dieser Tatsache muss die Gesundheitspolitik Rechnung tragen.“ Das gelte keineswegs nur für Entwicklungsländer. Auch in den reichen Industriestaaten seien soziale Unterschiede die Hauptursache für Ungleichheiten im Gesundheitsstatus der Bevölkerung. „Wir sprechen über kein Thema der 3. Welt, sondern über ein Problem, das wir täglich vor unserer Haustüre sehen können – wenn wir es sehen wollen“, so Marmot. Dabei gehe es nicht nur um materielle Armut, sondern auch um soziale Faktoren wie Vereinsamung, Arbeitslosigkeit, fehlende Wertschätzung und Familienverhältnisse.

Der Tatsache, dass diese Umfeldbedingungen nicht kurzfristig geändert werden können, trägt bereits der Titel des kürzlich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgelegten Berichts Rechnung. „Closing the Gap in a Generation“ empfiehlt einen multidisziplinären Ansatz, bei dem Gesundheitsziele in alle Politikbereiche einfließen, unter anderem Erziehung, Umweltpolitik, Gleichbehandlungsfragen und Budgetpolitik. „Wir müssen uns diesen mit sozialer Ungleichheit verbundenen Problemen stellen, auch wenn es weder einfache noch rasche Lösungen geben wird“, so Marmot. „Aber nur eine gerechte Welt kann eine gesunde Welt werden.“

Zielgruppe Junge

Der neue EU-Gesundheitsplan hat vor allem junge Menschen im Fokus. Vassiliou betonte, dass es ein vorrangiges Ziel ihrer „Europa für Patienten”-Kampagne sei, die Aufmerksamkeit junger Menschen auf gesundheitsspezifische Themen zu richten. „Gesundheit ist eine entscheidende Voraussetzung für ein erfolgreiches und produktives Leben, derzeit wird sie aber von viel zu vielen vermeidbaren negativen Einflüssen gefährdet.“

Ein Kernelement der „Europa für Patienten”-Strategie ist eine für die nächsten zwei Jahre geplante Anti-Raucher-Kampagne, die sich speziell an junge Menschen richtet und für die 35 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird die EU-Kommission aktiv auf Mitgliedsstaaten zugehen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit in einer umfassenderen Kampagne, die auch Ernährung, Bewegung und Alkoholmissbrauch umfasst, zu suchen. „Junge Europäer leben heute internationaler als die älteren Generationen. Deshalb ist es entscheidend, nationale und europäische Aktivitäten zu bündeln, um nachhaltig erfolgreich zu sein.“
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke