Autor Thema: Blasenkrebs: Infos und Links  (Gelesen 4138 mal)

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Blasenkrebs: Infos und Links
« am: 05. November 2008, 16:38 »

http://www.inkanet.de/db/krebsarten/blasen/index.html

Blasenkrebs

Deutschen Krebshilfe
Spezieller Ratgeber "Blasenkrebs" online aus der "Blauen Reihe".

Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs e.V.
Detlef Höwing, der im April 2002 an Harnblasenkrebs erkrankte, hat diese Site und diese Selbsthilfeinitiative ins Leben gerufen. Sein Motto: "Nur ein wirklich gut informierter Patient wird die geplanten Behandlungsmassnahmen mittragen können, um so aktiv an seinem Heilungsprozess mitzuarbeiten". Gruppentreffen finden jeden 2.Dienstag im Monat in den Räumen des Onkologischen Patientenseminar Berlin-Brandenburg e.V. zwischen 18:00 und 20:00 Uhr statt. Die Website enthält ausführliche Infos für Patienten und ein eigenes Forum.

DKFZ Krebsinformation - Der Blasenkrebs
Infos des Deutschen Krebsforschungszentrums.

AWMF online
Interdisziplinäre kurzgefasste Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Gut für Menschen, die sich grundlegend informieren wollen.

Tumorzentrum München
Sehr umfassende Seite. Tumorklassifikationen, Stadieneinteilung, Therapieschemata und deren genau Erklärung. Sehr wissenschaftlich, aber für den Dialog mit Eurem Onkologen hilfreich (Stand 2003).

Patienten-Ratgeber
zu Blasenkrebs der Pharmaherstellers Oncohexal. Rubriken wie Stadieneinteilung, Therapien, Nachsorge werden behandelt, das Thema "Klinische Studien" auch, bedenkt aber, dass es sich um die Informationsseiten eines Pharmaherstellers handelt.

urologenportal.de
Die "Seite für Urologen" der Fachgesellschaft und des Berufsverbandes der Urologen bietet eine Urologensuche an und Patienteninformationen.

Deutsche Kontinenzgesellschaft
Die Gesellschaft bietet Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Rehakliniken - auch für die Schweiz und Österreich.

Dietmar E.

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Blasenkrebs: Infos und Links
« Antwort #1 am: 10. Dezember 2008, 00:10 »
Online-Lehrbuch für Studenten
der Klinik und Poliklinik für Urologie
der Martin-Luther Universität Halle
Stand Juli  2004
Dr. Andres Melchior, Prof. Dr. P. Fornara
   
Blasentumor
(Urothelkarzinom der Harnblase)

(Dr. A. Melchior)
Einleitung

3% aller bösartigen Tumoren sind Harnblasenkarzinome. In etwa 90-95% handelt es sich um ein Urothelkarzinom. 70% der Patienten kommen initial mit einem oberflächlichen Tumor (Ta, Tis, T1) zur Untersuchung, während 30% primär einen bereits in die Muskulatur vorgewachsenen (T2-T4) Tumor haben (Tabelle 1). Da das oberflächliche Blasenkarzinom überwiegend organerhaltend behandelt wird und eine Metastasierung selten ist, steht die Diagnostik des lokalen Tumors im Vordergrund. Anders verhält es sich bei muskelinvasiven Tumoren: hier ist die Frage der Organüberschreitung und Metastasierung für den Behandlungsplan von Bedeutung. Die typischen Symptome für das Harnblasenkarzinom sind die schmerzlose Makrohämaturie oder, wenn auch seltener, eine irritative Miktion. Als Risikofaktoren sind neben Tabakkonsum verschiedene Chemikalien bekannt.

Die Diagnostik und Therapie besteht in der transurethralen Resektion (TUR-B). Zusätzlich sind Sonographie und Urinzytologie erforderlich sowie ein i.v. Urogramm zum Ausschluß von Tumoren der oberen Harnwege. In einigen Fällen sind zusätzlich eine Computertomographie (CT) oder retrograde Ureteropyelographie (UPG) erforderlich.

Die Urinzytologie und Zystoskopie sind in der Nachsorge zur frühzeitigen Erkennung von Rezidiven notwendig.

TNM-Klassifikation

(6. Auflage 2002)

Stadium  Definition

TX    Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T0    Kein Anhalt für Primärtumor
Ta    Papilläres nichtinvasives Karzinom
Tis    Carcinoma in situ
T1    Tumor infiltriert subepitheliales Bindegewebe
T2    Tumor infiltriert Muskulatur
T2a    Tumor infiltriert oberflächliche Muskulatur (innere Hälfte)
T2b    Tumor infiltriert tiefe Muskulatur (äußere Hälfte)
T3    Tumor infiltriert perivesikales Gewebe
T3a    mikroskopisch
T3b    makroskopisch
T4    Tumor infiltriert in eine der folgenden Strukturen: Prostata, Uterus, Vagina, Beckenwand, Bauchwand
T4a    Tumor infiltriert Prostata, Uterus oder Vagina
T4b    Tumor infiltriert Beckenwand oder Bauchwand

Suffix p=pathologisch gesichert; y=nach neoadjuvanter Therapie; c=klinisch gesichert

Therapie

............................. http://www1.medizin.uni-halle.de/kur/Studium/Blasentumor.htm
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Tanja

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Blasenkrebs: urologielehrbuch.de
« Antwort #2 am: 27. Dezember 2008, 23:48 »

http://www.urologielehrbuch.de/harnblasenanatomie.html

Harnblasenkarzinom (1/5): Ursachen

    * Harnblasenkarzinom (1/5): Ursachen
    * Harnblasenkarzinom (2/5): Pathologie
    * Harnblasenkarzinom (3/5): Klinik und Diagnose
    * Harnblasenkarzinom (4/5): operative Therapie
    * Harnblasenkarzinom (5/5): Chemotherapie und Prognose


Zusammenfassende Literatur Harnblasenkarzinom: (Kataja und Pavlidis, 2005) (Oosterlinck u.a., 2002).
Epidemiologie des Harnblasenkarzinoms

Zweithäufigster Urogenitaltumor, das Erkrankungsrisiko bis 75 Jahre ist 2-3% für Männer und 0,5-1% für Frauen. m:f = 2 : 1. Jährliche Neuerkrankungen in Deutschland 15 000 Menschen. Bezogen auf die Neuerkrankungsrate liegt das Harnblasenkarzinom bei Männern an 5. und bei Frauen an 11. Stelle der Krebsstatistik. Die Inzidenz ist steigend (30% innerhalb von 15 Jahren).
Durchschnittsalter bei Diagnose 65 J, weniger als 1 % der Harnblasenkarzinome treten bei Patienten unter 40 J auf.
70% haben bei Erstmanifestation ein oberflächliches Harnblasenkarzinom, bei 30% besteht eine Infiltration der Muscularis. Bei Diagnosestellung sind 15% metastasiert.
Ätiologie und Pathogenese des Harnblasenkarzinoms

Zusammenfassende Literatur: (Kalble, 2001) (Leppert u.a., 2006) (Plna und Hemminki, 2001).
Rauchen und Harnblasenkarzinom:

drei- bis vierfache Risikoerhöhung durch das Rauchen. In Europa sind ungefähr die Hälfte der Urothelkarzinome bei Männern und ein Drittel bei Frauen auf das Rauchen zurückzuführen.
Exposition im Beruf und Harnblasenkarzinom:

gefährdende Berufe sind in der Chemieindustrie, Stahlindustrie, Automechaniker, Lederindustrie, Zahntechniker.
Identifizierte Schadstoffe sind Benzidin, Naphthylamin, Aminodiphenyl, aromatische Amine, Dieselabgase, Carbon black.
Flüssigkeitseinnahme und Harnblasenkarzinom:

eine Flüssigkeitseinnahme von >2,5 l führt zu einer Halbierung des Risikos für ein Blasenkarzinom im Vergleich zu einer Menge <1,3 l [Prospektive Health Professional study]. Bei Rauchern ist eine erhöhte Flüssigkeitseinnahme besonders protektiv.
Kaffee oder Alkohol sind keine Risikofaktoren (Michaud u.a., 1999).
Ernährung und Harnblasenkarzinom:

die Ernährung ist kein Faktor für die Harnblasenkarzinomentstehung. Süßstoffe standen im Verdacht, dieser konnte jedoch entkräftet werden.
Medikamente und Harnblasenkarzinom:

Cyclophosphamid, Phenacetin und andere NSAR, chinesische Kräuter (vor allem gewichtsreduzierende Tabletten).
Chronische Infektion und Harnblasenkarzinom:

jahrzehntelange Infektionen können ein Plattenepithelkarzinom verursachen (z.B. Bilharziose, Katheterträger).
Genetische und molekulare Veränderungen des Harnblasenkarzinoms:
Aktivität der Acetyltransferasen:

,,Langsam-Acetylierer`` haben ein höheres Erkrankungsrisiko für ein Harnblasenkarzinom, da die Schadstoffe im Urin durch Acetylierung weniger inaktiviert werden. Vor allem die homozygote N-Acetyltransferase Typ 2 (NAT2) codiert für die langsame Acetylierung und korreliert mit dem Risiko für Urothelkarzinome und dem unterschiedlichen Erkrankungsrisiko innerhalb der menschlichen Rassen.
Onkogene und Tumorsuppressorgene:

Vermehrte Expression von ras und p21. Mutationen oder Verlust der Gene für p53 ist häufig. Expression von hMSH2. Aktivierung des Retinoblastom-Gens und assoziierte Proteine (p15, 16, 19, 21, 27).
Chromosomenveränderungen:

der Verlust des langen Arms von Chromosom 9 ist in allen Stadien des Blasenkarzinoms nachweisbar. In fortgeschrittenen Tumoren ist auch der Verlust des kurzen Arms von Chromosom 11 und 17 nachweisbar.
Weitere molekulare Veränderungen des Harnblasenkarzinoms:

FGF-Rezeptormutationen, vermehrte Expression von Lamininrezeptoren, vermehrte Sekretion von Typ IV Kollagenase und autokrine Motilitätsfaktoren, vermehrte Expression von EGF-Rezeptoren.

http://www.urologielehrbuch.de/harnblasenkarzinom_02.html

Pathologie des Harnblasenkarzinoms (2/5)

    * Harnblasenkarzinom (1/5): Ursache
    * Harnblasenkarzinom (2/5): Pathologie
    * Harnblasenkarzinom (3/5): Klinik und Diagnose
    * Harnblasenkarzinom (4/5): operative Therapie
    * Harnblasenkarzinom (5/5): Chemotherapie und Prognose


Zusammenfassende Literatur Harnblasenkarzinom: (Kataja und Pavlidis, 2005) (Oosterlinck u.a., 2002).
Pathologie des Harnblasenkarzinoms
Tumorstadien des Harnblasenkarzinoms nach TNM [UICC 1997]
Oberflächliches Harnblasenkarzinom:

    * Ta: nicht-invasives papilläres Karzinom
    * Tis: flaches anaplastisches Epithel mit geringgradiger Differenzierung, ohne Polarität und ohne Invasion
    * T1: Infiltration bis subepitheliales Bindegewebe (Lamina submucosa)

T2:
Infiltration der Harnblasenmuskulatur.

    * T2a: Infiltration bis innere Hälfte Lamina muscularis
    * T2b: Infiltration bis äußere Hälfte Lamina muscularis

T3:
Perivesikale Tumorinfiltration.

    * T3a: mikroskopische perivesikale Infiltration
    * T3b: makroskopische perivesikale Infiltration

T4:
Infiltration von Nachbarorganen.

    * T4a: Infiltration Prostata, Uterus und Vagina
    * T4b: Infiltration Becken- oder Bauchwand

N:
Lymphknotenbefall.

    * N0: keine befallenen Lymphknoten
    * N1: Lk-Metastasen kleiner 2cm
    * N2: Lk-Metastasen zwischen 2-5 cm
    * N3: Lk-Metastasen größer 5 cm

M:
Fernmetastasen.

    * M0: keine Fernmetastasen
    * M1: Fernmetastasen

G:
Grading.

    * low-grade (entspricht G1: gut differenziert und G2: mäßig differenziert)
    * high-grade: (entspricht G3: schlecht bis undifferenziert)

Makroskopische Pathologie des Harnblasenkarzinoms
Lokalisation:

Befall der Seitenwand und Hinterwand in 70%, Harnblasenhals und Trigonum in 20%, Vorderwand in 10%. Multifokales Wachstum in 50%.
Wachstumsmuster:

initial wächst das Harnblasenkarzinom exophytisch oder flach, im fortgeschrittenen Krankheitsstadium Infiltration der Harnblasenmuskulatur und der Nachbarorgane [Abb. 2.3].
OP-Präparat eines fortgeschrittenen Harnblasenkarzinoms          

Abbildung 2.3: OP-Präparat eines fortgeschrittenen Harnblasenkarzinoms: die Harnblase wurde an der Vorderwand aufgeschnitten, der Katheter markiert den Harnblasenauslass. Mit freundlicher Genehmigung, Dr. R. Gumpinger, Kempten. Siehe auch Urogramm [Abb. 2.4] und CT-Abdomen [Abb. 2.6] des gleichen Patienten.
Metastasierung des Harnblasenkarzinoms:

Lymphknotenmetastasen (5% bei pT1, 30% bei pT2 und 60% bei pT3b.
50% Fernmetastasen ab Stadium pT3b: Knochen, Leber, Lunge, Peritoneum, Gehirn.
Histologie des Urothelkarzinoms

Über 95% der Harnblasenkarzinome sind Urothelkarzinome, 2% Plattenepithelkarzinome und 1% Adenokarzinome.
Die urothelialen Läsionen werden in papilläre oder flache Neoplasien eingeteilt (Helpap und Kollermann, 2000).
Papilläre urotheliale Neoplasien:
Papillom:

scharf abgegrenzte Superficialzellschicht, palisadenartige Aufreihung der den Bindegewebssepten aufliegenden Basalzellen (Palisading).
Papilläre Neoplasie mit niedrigem malignen Potential:

zunehmend Kernatypien, Superficialzellschicht lückenhaft, vermehrte Zelllagen.
Papilläres Urothelkarzinom:

Palisading überwiegend vorhanden, zunehmend Kernatypien, Superficialzellschicht stark lückenhaft, vermehrte Zelllagen. Infiltration bis in die Lamina propria.
Papilläres invasives Urothelkarzinom:
Invasion in die Lamina muscularis.
Flache urotheliale Neoplasien:
Hyperplasie vom flachen Typ:

mehr als 7 Zelllagen ohne zelluläre Atypien.
Reaktive Atypie:

mehr als 7 Zelllagen mit leichten zellulären Atypien.
Atypie unklarer Bedeutung:

wie reaktive Atypie, jedoch mit teils dysplastischen Anteilen.
Dysplasie:

flaches atypisches Epithel mit Schichtungsstörungen, teilweise erhaltenes Palisading.
Carcinoma in situ:

Kernatypien, Schichtungsstörungen, hohe Proliferation (MIB-1).
Reproduzierbarkeit des pathologischen Staging:

T-Stadium 50-80% Übereinstimmung, Grading 60-75% Übereinstimmung, vor allem bei G3-Karzinomen geringe Übereinstimmung.
Seltene Karzinome der Harnblase

2% der Harnblasenkarzinome sind Plattenepithelkarzinome und 1% sind Adenokarzinome. Sehr selten ist das kleinzellige Harnblasenkarzinom.
Plattenepithelkarzinom:

Risikofaktoren für ein Plattenepithelkarzinom sind chronische Infektionen, Bilharziose oder Dauerkatheterisierung der Harnblase. Bei gleichem Tumorstadium ist die Prognose mit dem Urothelkarzinom vergleichbar.
Adenokarzinom:

das Adenokarzinom entsteht zum einen primär in der Harnblase, geht vom Urachus aus, entsteht im Rahmen von Harnableitungen mit Darmabschnitten oder sekundär als Metastase.
Urachuskarzinom:

geht vom Urachus aus (extravesikal oder vom Harnblasendach) und ist i.d.R. ein Adenokarzinom. Möglich ist aber auch ein Urothelkarzinom des Urachus oder selten ein Sarkom.
Harnblasenkarzinom 1/5    

Inhalt    Harnblasenkarzinom 3/5, 4/5 und 5/5:

http://www.urologielehrbuch.de/harnblasenkarzinom_03.html



Dietmar E.

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Blasenkrebs: Infos und Links
« Antwort #3 am: 06. Januar 2009, 23:36 »

Blasentumor (Harnblasentumor)

Urothelkarzinom der Harnblase

Einleitung:
3% aller bösartigen Tumoren sind Harnblasenkarzinome. In etwa 90-95% handelt es sich um ein Urothelkarzinom. 70% der Patienten kommen initial mit einem oberflächlichen Tumor (Ta, Tis, T1) zur Untersuchung, während 30% bei Diagnosestellung einen bereits in die Muskulatur vorgewachsenen (T2-T4) Tumor haben.
Da das oberflächliche Blasenkarzinom überwiegend organerhaltend behandelt wird und eine Metastasierung selten ist, steht die Diagnostik des lokalen Tumors im Vordergrund. Anders verhält es sich bei muskelinvasiven Tumoren: hier ist die Frage der Organüberschreitung und Metastasierung für den Behandlungsplan von Bedeutung. Die typischen Symptome für das Harnblasenkarzinom sind die schmerzlose Makrohämaturie oder, wenn auch seltener, eine irritative Miktion. Als Risikofaktoren sind neben Tabakkonsum verschiedene Chemikalien bekannt.

Diagnostik:
Die Diagnostik und Therapie besteht in der transurethralen Resektion (TUR-B). Zusätzlich sind Sonographie und Urinzytologie erforderlich sowie ein i.v. Urogramm zum Ausschluß von Tumoren der oberen Harnwege. In einigen Fällen sind zusätzlich eine Computertomographie (CT) oder retrograde Ureteropyelographie (UPG) erforderlich.

Operation eines oberflächlichen "blumenkohlartigen" papillären Blasentumors durch die Harnröhre.

Möglichst frühzeitig nach OP-Ende wird ein Chemotherapeutikum (20 mg Mitomycin-C) in die Harnblase gespritzt, um ein Anwachsen von möglicherweise umherschwimmenden Tumorzellen zu vermeidern. Dadurch kann die Häufigkeit von erneutem Auftreten des Blasentumors gesenkt werden.

Die Urinzytologie und Zystoskopie sind in der Nachsorge zur frühzeitigen Erkennung von Rezidiven notwendig.

Stadiengerechte Therapie des Blasentumors
(nach vorangegangener TUR-B)

Stadien pTa G1 / G2: 1/4-jährliche zystoskopische Kontrollen.

Stadium pTCis: 6 malige BCG-Instillation 4 Wochen nach TUR, 4 Wochen nach Abschluß der Instillation Mapping der Harnblase, falls tumorfrei 1/4-jährliche zystoskopische Kontrollen; falls weiterhin Nachweis von Cis 2. Zyklus BCG (6 x)

Stadien pTa G3, pT1 G1 / G2: Nachresektion ab dem 7. postoperativen Tag, falls tumorfrei anschließend BCG -Instillation wie oben. Bei unilokulärem Befund kein weiteres Mapping erforderlich

Stadium pT1 G3: Bei komplett resezierbarem Erstbefund Nachresektion ab dem 7. postoperativen Tag, falls tumorfrei BCG-Prophylaxe wie oben. Bei Rezidiv oder makroskopisch nicht resezierbarem Befund (R2): radikale Zystektomie.

Stadien > pT1 G3 Radikale Zystektomie, ggf. alternativ Radiochemotherapie.

Bei Hochrisiko-Patienten LK-positiv oder Stadium pT3 / pT4: Chemotherapie adjuvant oder neoadjuvant (z.B.: Gemzar/Cisplatin, M-VEC, Gemzar-Mono, Taxol-Carboplatin). Ggf. palliative TUR-B oder Zystektomie.

BCG-Prophylaxe (6 malige Gabe): pTa-Rezidive, pT1-Karzinome, Carcinoma in situ

BCG-Erhaltungstherapie: über eine Dauer von 3 Jahren vierteljährlich, jeweils 3 Gaben (1x / Woche) bei pT1 G3 bzw. pTa G3 + Cis

Therapie des invasiven Blasentumors

Die Therapie des muskelinvasiven Blasentumor bei nachgewiesenem Ausschluß von Absiedelungen besteht in der Regel in der radikalen Entfernung der Harnblase. Beim Mann wird dabei die Prostata, bei der Frau werden die Gebährmutter und Ovarien sowie ein Teil der Vagina entfernt. Zur Harnableitung stehen sehr verschiedene Möglichkeiten bereit, die jeweils für den einzelnen Patienten abgewogen werden müssen.

Ein männlicher Patient in gutem Allgemeinzustand kann von einer Neoblase profitieren, ein älterer Herr kommt evtl. mit einer nassen Ableitung (Conduit) besser zurecht. Viele Frauen werden mit einem trockenen Pouch versorgt und müssen mehrfach täglich den Pouch über einen dünnen Katheter entleeren.

Abb.1: Schematische Darstellung der Harnableitung über ein Darmcondult. Die Ureteren sind mit dem proximalen Ende eines ausgeschalteten Darmsegments anastomisiert, das distale Ende bildet das Hautstoma, über dem ein selbstklebender Urinbeutel getragen wird.

Abb.2: Die schematische Darstellung der Harnblase über einen kontinenten Darmpouch. Die Ureteren sind in ein ausgeschaltetes ileozökales Reservoir implantiert. Die Appendix dient als katheterisierbares Nabelstoma.

Abb.3: Schematische Darstellung der Harnableitung durch orthotopen Blasenersatz. Die Ureteren sind in ein aus Darmsegmenten geformtes Urinreservoir implantiert, das mit der Uretha anastomisiert wurde.

(Quelle: Schematische Darstellung der Harnableitung aus Der Onkologe1997, 3:254-264)



Weiterführende Literatur:

Jurczok A, Zacharias M, Bohle A, Fornara P , Jocham D.
[Experimental investigations of the optimal therapy of systemic BCG infection in vivo]
Aktuelle Urol. 2004 Sep;35(5):406-12.

http://www.medizin.uni-halle.de/kur/index.php?id=479
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Blasenkrebs: Maßnahmen
« Antwort #5 am: 29. August 2010, 16:55 »
Blasenkrebs

Behandlung: Ausschälen und spülen

Die Therapie hängt davon ab, in welchem Stadium sich das Karzinom befindet. Den oberflächlichen Blasenkrebs, der nur die Schleimhaut betrifft, muss der Chirurg nicht über einen Schnitt im Bauchraum operieren. Er kann durch ein Endoskop mit Instrumenten, das er durch die Harnröhre schiebt, den Innenraum der Blase untersuchen und gleichzeitig den Krebs eliminieren:

Mit der so genannten Elektroschlinge entfernt er die fingerförmig in den Blasenraum gewachsenen Tumore. Die transurethrale Resektion schält die Blasenschleimhaut großflächig aus. In beiden Fällen ist eine intensive Nachsorge mit häufigen Urinuntersuchungen und Blasenspiegelungen notwendig. Denn die Tumore haben die Tendenz, Rezidive zu bilden, also immer wieder zu kommen.

Kehren die Wucherungen in besonders kurzen Abständen zurück, setzt der Arzt tumorschädigende Medikamente (Zytostatika) ein – also eine Chemotherapie. Durch einen Katheter spritzt er den Wirkstoff über die Harnröhre in die Blase. „Die Chemotherapie kann das Risiko der Rezidivbildung auf 20 Prozent reduzieren“, sagt Blasenkrebs-Experte Hartwig Huland.

Die Kraft der Abwehr gezielt nutzen
Eine relativ neue Therapiemethode ist laut Hartwig Huland die lokale Immunstimulation mit dem Impfstoff BCG (Bacillus Calmette-Guerin). Dafür setzt der Arzt abgeschwächte Tuberkulose-Bakterien in die Harnblase, wo sie eine oberflächliche Blasenentzündung auslösen. Das körpereigene Immunsystem reagiert darauf und bekämpft nicht nur die Tuberkuloseerreger, sondern auch die Tumorzellen. Diese Immuntherapie kommt vor allem zum Einsatz, um nach einer Tumoroperation die Bildung von Rezidiven zu vermeiden. Zur Vorbeugung könne man die Methode wegen ihrer Nebenwirkungen, wie Blasenentzündungen und Schmerzen beim Wasserlassen, jedoch nicht verwenden, sagt Hartwig Hulands Kollege Stefan Konrad.

Handelt es sich jedoch um muskelinvasive Geschwülste, die in die Blasenwand eingewachsen sind, muss der Chirurg die Blase entfernen. Das ist auch zu empfehlen, wenn oberflächliche Tumoren schnell wachsen. Meist operiert der der Chirurg dabei zusätzlich Prostata, Samenleiter und Samenblase des Mannes, bzw. die Gebärmutter und Eierstöcke der Frau heraus. Denn es besteht ein hohes Risiko, dass dort Tochtergeschwülste (Metastasen) auftreten.

Chemo- oder Strahlentherapien setzt man an, wenn der Blasenkrebs bereits Metastasen gebildet hat. Diese Behandlungsmethoden führen zwar in den meisten Fällen zu einer Rückbildung der Tumore. Allerdings hält dieser Erfolg oft nicht an. Daher führt man diese Therapien oft begleitend zu anderen Maßnahmen durch.

Leben mit einer Ersatzblase
Wurde die Blase operativ entfernt, so muss man anschließend einen neuen Weg zur Ableitung des Harns schaffen. Die einfachste Variante ist die Einrichtung eines Stromas, also eines künstlichen Ausgangs in der Bauchhaut. Da durch die Öffnung meist etwas Urin sickert, müssen die Patienten einen Urinbeutel tragen.
Eine neuere Methode ist die Konstruktion einer Ersatzblase aus einem Stück Darm. In diesem Fall schafft der Chirurg keinen künstlichen Harnausgang, sondern nutzt den natürlichen Weg über die Harnleiter. Früher habe man vermutet, dass die weibliche Harnröhre zu kurz sei und Ersatzblasen daher nur für Männer möglich, erklärt Huland: „Aber seit kurzem wird das auch bei Frauen durchgeführt.“ Zwar sorgen die Schließmuskeln dafür, dass der Urin aus der Ersatzblase nicht unkontrolliert abläuft. Doch der natürliche Harndrang, also das Zeichen, wann die Blase voll ist, besteht nicht mehr. Patienten, die eine Ersatzblase haben, müssen deshalb regelmäßig alle paar Stunden vorsorglich zur Toilette gehen.

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/symptome/blasenkrebs/behandlung_aid_18731.html