Autor Thema: Offener Brief zur Vorstandssitzung der Tiroler Ärztekammer  (Gelesen 4725 mal)

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Dietmar E.

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Verein Krebspatienten für Krebspatienten
Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen


Offener Brief zur Vorstandssitzung der Tiroler Ärztekammer,
am 4.2.2009, 17.00 Uhr, Anichstraße 7/V, Innsbruck, Tel.52058, kammer@aektirol.at

 

4.2.2009 ist WELTKREBSTAG

 

Sehr geehrter Herr Präsident,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

in Österreich gibt es bei Krebs 35.000 Neuerkrankungen und 17.000 Tote,
jedes Jahr!

82 % der KrebspatientInnen wünschen begleitend zur hervorragenden schulmedizinischen Betreuung (Operation, Chemo-/Strahlentherapie) die Komplementärmedizin. 9 % verweigern überhaupt und wünschen – teils nach der Operation - nur „Naturmedizin“.

Die Ärztekammer Wien (und ........?) hat im Internet eine Suchfunktion eingerichtet, wo Ärzte z. B. mit (Zusatz) Onkologie oder Komplementärmedizin oder Misteltherapie oder ..... gefunden werden können. Gerade in Tirol, mit einer Medizinischen Universität, Tourismus, sollten für Patienten diese Zusatzmöglichkeiten bei der Ärztesuche eine Selbstverständlichkeit sein. Zudem wird dem unkontrollierten „Ärztetourismus“, oft mit „Pseudomedizin“ und Schalatanerie, Einhalt geboten (Deutschland, Schweiz, Italien etc. einschl. Heilpraktiker). Wir dürfen Sie daher im Namen der KrebspatientInnen bitten, diesen Service  auf Ihrer Homepage dringend ebenso einzurichten.

 
Weiters erinnern wir, dass es durch einen neuen Gesetzesbeschluss in Südtirol kostenfrei bzw. mit einem Anerkennungspauschalbeitrag möglich ist, an der Klinik speziell ausgebildete Komplementärmediziner aufzusuchen und diese Therapien - z. B. Misteltherapie, Enzymtherapie, TCM - in Anspruch zu nehmen; ähnlich wie bei den Komplementärmedizinischen Abteilungen an anderen Österreichischen Kliniken (z. B. AKH Wien, Vorstand Prof. Auerbach).

In Tirol gibt es offiziell nichts! Nicht einmal die anerkannte Misteltherapie wird, trotz Bekanntmachungen vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger bei der Pressekonferenz (siehe Link unten), von der TGKK übernommen. In den letzten 2 Wochen erhielten wir vier Beschwerden von KrebspatientInnen und bitten um Ihre Bemühungen zur generellen Übernahme dieser Kosten, bei so schon sehr schwer geprüften KrebspatientInnen, durch die TGKK.

Es ist uns schon lange ein Anliegen, dass ein Komplementärmedizinischer Lehrstuhl eingerichtet wird. Wer blockiert dies, zum Nachteil der Ärzteschaft und der PatientInnen, aber zum Vorteil der Deutschen Heilpraktiker und vieler Scharlatane? Wie können wir tätig werden, um eine Umsetzung zu erreichen.

Schließlich ersuchen wir Sie sich dafür einzusetzen, dass bereits Tirols Jugendliche vor Krebs geschützt werden und deshalb kostenfrei, wie in Deutschland, die HPV-Impfung ins Impfprogramm der Landessanitätsabteilung aufgenommen wird; bitte sofort wenigstens einen Zuschuss von 200 Euro umsetzen, wie in anderen Bundesländern. Jede Tirolerin mit Gebärmutterhalskrebs ist um eine zu viel. Und meist findet der Tod mit sehr großem Leid und Verlust in einer Familie bzw. Verwandtschaft statt, wie am Freitag bei einer Mutter mit
2 Volksschulkindern im Unterinntal.

Blasenkrebs durch das Rauchen. Durch die Deutsche Presseaussendung vom weltweit anerkannten Franz Koch Institut und einer Univ. Klinik wurden wir informiert, dass sich die Zahl der Blasenkrebspatientinnen mehr als verdoppelt hat; bei Männern knapp weniger. Das Rauchen ist die Schuld. Und noch etwas, mangelnder Einsatz von Technologien: über 40 % mehr Blasenkrebstumore können mit der Fluoreszenzzystoskopie festgestellt werden. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass diese Art der Blasenspiegelung in jedem Tiroler Bezirkskrankenhaus erfolgen kann. Schließlich läuft lt. Innsbrucker Studie jede zehnte stark rauchende Tirolerin bzw. jeder zehnte Tiroler Raucher mit einem unerkannten Blasenkrebs herum, der mit bis zu 23 % tödlich einher geht!

Vorsorgeuntersuchungen, speziell bei Männer:
Nur rund 15% aller Männer über 50 nutzen Vorsorgeuntersuchungen. Leider sind die „Regierungskonzepte“ unzureichend.

Mit solchen Veränderungen zum Wohle der Bevölkerung könnte die Tiroler Ärztekammer bzw. die Med. Univ. Innsbruck bzw. die gesamte Tiroler Ärzteschaft auch wieder einmal positiv in den Schlagzeilen vorkommen.

Ihren Antworten sieht die Tiroler Bevölkerung, sehen zehntausende Tiroler KrebspatientInnen und tausende Betroffene in den Onkologischen Selbsthilfegruppen, mit großer Aufmerksamkeit und enormen Interesse entgegen. Gerne werden wir diese in unserem 1. Krebsforum Österreich www.krebsforum.at , rund 200.000 Zugriffe im Monat, bekannt geben.

 
Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Erlacher

 

Misteltherapie auf Kassa:

http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,620.msg3282.html#msg3282

http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,620.msg3302.html#msg3302

Presseaussendung Rauchen

https://www.pressetext.at/pteprint.mc?pte=090130014

Blasenkrebs:

http://www.uro.de/live/navigation/live.php?navigation_id=221&article_id=233082&_psmand=4

und Anlage!

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)