Autor Thema: B E I T R Ä G E - N E U  (Gelesen 4886 mal)

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B E I T R Ä G E - N E U: Impfungen?
« Antwort #15 am: 19. Januar 2010, 17:24 »

Welches Rest-Risiko bleibt bei Impfungen?

Jährlich werden 55 bis 60 schwere Nebenwirkungen nach Impfungen gemeldet. Nicht immer sind sie aber die Ursache.

impfung Zwei Millionen Impfungen werden jährlich verabreicht

Der Fall der 11-jährigen Jessica hat die Impf-Diskussion neu entfacht. Eine Hepatitis-B-Impfung vor zehn Jahren soll ihre Epilepsie ausgelöst haben, so die Eltern. Sie kämpfen darum, dass Jessica als Impfgeschädigte anerkannt wird - KURIER. at berichtete (http://kurier.at/nachrichten/niederoesterreich/1970240.php).

Die Zulassungs- und Überwachungsbehörde AGES PharmMed erhält jedes Jahr 120 bis 150 Meldungen von Nebenwirkungen, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen stehen. 55 bis 60 davon sind "schwerwiegende Meldungen", sagt Behördenleiter Univ.-Prof. Marcus Müllner - etwa ein Kreislaufkollaps, ein allergischer Schock, eine Krankenhausaufnahme oder auch Todesfälle. "Zeitlicher Zusammenhang bedeutet aber nicht, dass auch ein kausaler Zusammenhang bestehen muss - dass also die Impfung der Auslöser war. Todesfälle etwa stehen oft mit einer Grundkrankheit in Verbindung."

Bei fünf bis 20 Prozent aller Impfungen komme es zu lokalen Nebenwirkungen wie Rötungen, bei 0,5 bis drei Prozent zu "systemischen Nebenwirkungen" wie Fieber oder Abgeschlagenheit. "Es gibt auch immer wieder vereinzelte Fälle von Nerven- und Gehirnentzündungen, bei denen man einen Zusammenhang mit einer Impfung vermuten kann, aber das ist extrem selten", so Müllner.

Nutzen und Risiko

Er sei überzeugt, dass der Nutzen jeder zugelassenen Impfung das Risiko deutlich überwiegt. Ähnlich Univ.-Prof. Ingomar Mutz, Vorsitzender des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates: "Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten krankheitsvorbeugenden Maßnahmen." Für geschätzte zwei Millionen Impfungen jährlich sei die Häufigkeit von schweren Nebenwirkungen verschwindend gering. "Man muss aber davon ausgehen, dass nur jede 20. Nebenwirkungsreaktion auch tatsächlich gemeldet wird, es fehlt an einer systematischen Erfassung", sagt Wolfgang Becker-Brüser vom deutschen pharmakritischen arznei-telegramm.

Kritisch sieht Becker-Brüser, dass die Zahl der allgemein empfohlenen

Impfungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat: "Langfristig tut das dem Impfgedanken sicher nicht gut." Vielfach fehle es an harten Daten über die Wirksamkeit. Zwar seien neuere Impfstoffe schon viel besser geprüft, aber immer noch nicht ausreichend.

Dem widerspricht Müllner: "Die Zulassungskriterien sind deutlich verschärft worden." Dank einer EU-Datenbank, in der alle in Europa gemeldeten Fälle an Nebenwirkungen zentral erfasst werden, können nach der Zulassung auftretende seltene Nebenwirkungen frühzeitig erkannt werden. "Es stellt sich die Frage, ob wirklich jede der derzeit für das erste Lebensjahr empfohlenen Impfungen schon so früh gemacht werden muss", sagt der anthroposophische Kinderarzt Martin Andreas David. Je mehr geimpft werde, umso mehr werde das Immunsystem auf diese Erreger spezialisiert: "Banale Infekte wie etwa ein Schnupfen können dann viel heftiger ausfallen." - Mutz: "Das ist nicht bewiesen. Und es gibt ja immer noch genügend Krankheiten, gegen die es keine Impfung gibt."

Impfplan 2010: Viele Änderungen

Mehr Empfehlungen

Vier Impfungen - Meningokokken-C, Varizellen (Feuchtblattern), FSME, Hepatitis A - wurden in die Liste der für Kleinkinder "allgemein empfohlenen Impfungen" (statt bisher nur für Risikogruppen bzw. für Ältere empfohlen) aufgenommen.

Weniger Teilimpfungen

Die Zahl der Dosen der Sechsfach- und der Pneumokokken-Impfung für Säuglinge und Kleinkinder wurde von vier auf drei reduziert. Auffrischungsimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus bei Schulkindern werden auf eine Dosis reduziert.
Link

    * Impfschaden: Jessicas harter Kampf, http://kurier.at/nachrichten/niederoesterreich/1970240.php

Artikel vom 17.01.2010 18:52 | KURIER | Ernst Mauritz

Gitti

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Landessanitätsdirektion: Neue Grippeimpfung ab nächster Woche an drei Zentren
Utl.: Bisher rund 80.000 Impfungen in Wien =

   Wien (OTS) - Seit Beginn der Grippeimpfaktion wurden in Wien rund
80.000 Impfungen (erste und zweite Teilimpfung) durchgeführt. Bereits
gegen Ende des Vorjahres ging die Inanspruchnahme der
Grippeschutzimpfung zurück. In der vergangenen Woche wurden in ganz
Wien nur mehr rund 600 Personen geimpft und davon kam der
überwiegende Teil zur Zweitimpfung. "Mittlerweile kommen kaum mehr
Personen zur Erstimpfung", so Dr.in Ursula Karnthaler von der
Landessanitätsdirektion. "Wir werden daher das Impfangebot anpassen
und ab nächster Woche ausschließlich an drei Zentren in Wien
weiterhin die Möglichkeit zur Neuen Grippeimpfung anbieten",
berichtet Prof. Prim. DDr. Mag. Reinhard Marek, Chefarzt der Wiener
Gebietskrankenkasse.

Zwtl: Impfmöglichkeit für Neue Grippe künftig an drei Impfstellen in Wien

     Ab Montag, 25. Jänner, bieten folgende Gesundheitszentren
Impfmöglichkeiten gegen die Neue Grippe:

~
o WGKK - Gesundheitszentrum Wien Mariahilf
  (6., Mariahilfer Straße 85-87)
o WGKK - Gesundheitszentrum Wien Nord
  (21., Karl-Aschenbrenner-Gasse 3)
o MA 15 - Impfservice und reisemedizinische Beratung
  (3., Thomas-Klestil-Platz 8/2, Town Town)
~

     In jedem dieser Gesundheitszentren werden die Impfungen für
Kinder ab dem 6. Monat, für Jugendliche und Erwachsene angeboten.

     Informationen über die Öffnungszeiten der Impfzentren unter
www.grippeimpfung.wien.at oder beim Infotelefon der MA 15 -
01/4000-8015 - werktags von 8.00-15.00 Uhr.

     Für die Vorwoche errechnete der Grippemeldedienst der Stadt Wien
aus Daten der Grippemeldeärzte und aus den Krankenstandsmeldungen der
Wiener Gebietskrankenkasse rund 10.400 Neuerkrankungen an Grippe und
grippalen Infekten. Das sind rund 2.000 mehr als in der Woche davor.
Damit ist die Anzahl der Neuerkrankungen leicht angestiegen. Von den
nunmehr errechneten 10.400 Neuerkrankungen entfielen 2.400 auf die
Gruppe der bis zu 14 Jahre alten Kinder, 7.500 auf die Gruppe der 15-
bis 64jährigen und 500 auf die über 65-Jährigen. (Schluss)

Rückfragehinweis:
   PID-Rathauskorrespondenz:
   www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Andreas Zenker
   Mobil: 0664 2443242

   Werner C. Kaizar
   Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (MA 53)
   Telefon: 01 4000-81087
   E-Mail: christoph.kaizar@wien.gv.at

   WGKK-Öffentlichkeitsarbeit
   Mag. Gabriele Pflug
   Telefon: 01 60122-2254
   E-Mail: gabriele.pflug@wgkk.at
   www.wgkk.at

« Letzte Änderung: 19. Januar 2010, 17:36 von Gitti »

Gitti

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Die Krankenversicherung - Infos & Tarife

Zur Erinnerung: In Österreich ist die Krankenversicherung eine Pflichtversicherung, das bedeutet, dass jeder unselbständig Beschäftigte auch krankenversichert ist, sofern das Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet. Leider werden auch in Österreich jene Kosten immer mehr, die nicht von den staatlichen Versicherungsträgern übernommen werden. Genau hier setzen private Krankenversicherungen an. Wir haben die wichtigsten Infos & Tarife im Überblick zusammengefasst.

www.gesund.co.at/gesund/Vorsorgetips/Vorsorge_Krankenversicherung.htm

Gitti

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Re: B E I T R Ä G E - N E U: exotisches Wellness-ABC
« Antwort #18 am: 19. Januar 2010, 17:38 »
Wellness-ABC ***

Lomi Lomi, Hui-Chun-Gong, Shiatsu – oder vielleicht doch lieber Reiki?

Unzählige Anwendungen mit teils höchst exotischen Namen versprechen Entspannung, Genesung und manchmal auch kleine Wunder. Keine Überraschung also, dass viele nicht wissen, was sich hinter den zahlreichen Begriffen verbirgt. Deshalb bringen wir nun mit dem neuen Wellness-ABC Licht in den Wellness-Dschungel. [...]

www.gesund.co.at/gesund/Wellness_Reisen/Wellnesscorner/Akupressur.htm

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Ärger mit dem Arzt - Was nun?
Wo und wie sich Patienten in Deutschland beschweren können


Nicht jeder Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt verläuft zur Zufriedenheit des Patienten. Manchmal beginnt es schon damit, dass man monatelang auf einen Termin warten soll, obwohl man Schmerzen hat. Da ist es hilfreich, seine Rechte als Patient zu kennen und sich im Zweifelsfall Hilfe und Rat zu holen. Anlaufstellen gibt es genug, man muss nur wissen, wer im jeweiligen Fall der richtige Ansprechpartner ist.

Probleme mit der Arztabrechnung
Am häufigsten kommt es zu Problemen mit zahnärztlichen Abrechnungen. Da gesetzliche Krankenkassen bei Zahnersatz nur das Allernötigste über Festzuschüsse finanzieren, werden meist Privatvereinbarungen getroffen.
In jedem Fall müssen vorgesehene Leistungen und Materialkosten in einem
Heil- und Kostenplan vorab vom Patienten genehmigt werden. Fällt die Abrechnung hinterher doch teurer aus oder werden über die Kassenleistungen hinausgehende Arztleistungen abgerechnet, die vorher nicht abgesprochen waren, helfen folgende  Beratungsstellen weiter: Die Unabhängigen Patientenberatungsstellen Deutschland (UPD) in Köln, Witten und Bielefeld. Die Verbraucherzentralen in Nordrhein-Westfalen, von denen sich 18 mit Beratungen zum Gesundheitswesen befassen. Die medizinischen Dienste der Krankenkassen, die Ärztekammern und Zahnärztekammern.

Mögliche ärztliche Behandlungsfehler?
Bei vermuteten Behandlungsfehlern (falsche Diagnose oder Therapie, nicht ausreichende Risikoaufklärung) können die Medizinischen Dienste der Krankenkassen kostenfreie Gutachten erstellen. Auch die Ärztekammern (Nordrhein und Westfalen-Lippe) haben für solche Fälle Schlichtungsstellen. Für Haftungsfragen muss in der Regel ein auf Medizinrecht spezialisierter Fachanwalt zu Rate gezogen werden. Hier können Unabhängige Patientenberatungsstellen oder Verbraucherzentralen lediglich gangbare Wege aufzeigen. Sie arbeiten aber auch mit Honoraranwälten zusammen und können diese vermitteln.

Zu lange Wartezeiten bei Facharztterminen Weil es in der Praxis häufiger vorkommt, dass Patienten mit Schmerzen wochenlang auf einen Termin in einer Facharztpraxis warten, haben einige Krankenkassen spezielle Hotlines eingerichtet. Die AOK etwa sucht auf Anfrage ihrer Mitglieder nach geeigneten Fachärzten, die kurzfristig Termine anbieten können. Auch Hausärzte helfen in solchen Fällen, ebenso die Kassenärztlichen Vereinigungen.

Welche Kosten fallen an?
Die Beratungen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland sind kostenlos. Das gilt auch für Beratungen durch die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (jeweils für deren Mitglieder), Ärztekammern oder Kassenärztliche Vereinigungen. Beratungen und konkrete Hilfeleistungen (z.B. Schriftverkehr) durch die Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen sind je nach Umfang der gewünschten Leistungen kostenpflichtig. Die genauen Gebühren, auch für E-Mail-Beratung oder Anwaltauskünfte, können auf der Homepage der Verbraucherzentrale eingesehen werden.

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Das Team der Patientenbeauftragten der Bundesregierung verweist in der Regel bei Beschwerden auf mögliche Beratungsstellen. Die Patientenbeauftragte kümmert sich vorrangig um die Stärkung der Rechte von Patienten mittels gesetzlicher Regelungen.

Patientenfürsprecher in Krankenhäusern
Krankenhäuser sind laut Krankenhausgesetz Nordrhein-Westfalen verpflichtet, einen unabhängigen Patientenfürsprecher zu beschäftigen.
Ihre Aufgabe besteht darin, Patienten bei Problemen oder Beschwerden während ihres Krankenhausaufenthalts zu unterstützen. Nicht alle Kliniken haben jedoch eigene Ansprechpartner, einige verfügen lediglich über „anonyme Briefkästen“. Für mögliche Behandlungsfehler und Haftungsfragen sind sie nicht zuständig.

Weitere Informationen:
Unabhängige Patientenberatung Deutschland, Köln
Anschrift: Venloer Straße 46, 50672 Köln
Telefon: 0221 / 474 05 55
Beratungstelefon,   kostenfreie, deutschlandweit: 0800 0 11 77  22
  Internet: www.upd-koeln.de
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de

(Weitere Beratungsstellen in NRW: Witten, Bielefeld) Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen
18 Stellen der Verbraucherzentralen NRW befassen sich auch mit Fragen zum Gesundheitswesen.
Internet: http://www.vz-nrw.de

Patienteninformationsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein
Anschrift: Tersteegenstraße 9, 40474 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 5970-0
Internet: http://www.kvno.de


Patientenbeauftragter der Bundesregierung Auf der Homepage gibt es Adressverzeichnisse mit Anlaufstellen für Patientenbeschwerden.
Anschrift: Wolfgang Zöller, MdB
Patientenbeauftragter der Bundesregierung Friedrichstraße 108; 10117 Berlin Telefon 030 - 18 441-3420
Fax       030 - 18 441-3422
E-Mail patientenbeauftragter@bmg.bund.de
Internet:  http://www.patientenbeauftragte.de

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Re: B E I T R Ä G E - N E U: Halle, Gynäkologisches Krebszentrum
« Antwort #20 am: 20. Januar 2010, 21:34 »
Mittwoch, 20. Januar 2010
Hochschulen Uniklinik Halle als Gynäkologisches Krebszentrum zertifiziert

Halle – Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft haben die hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie ist als Gynäkologisches Krebszentrum zertifiziert. Die Klinik ist bereits seit fünf Jahren ein anerkanntes Brustzentrum.

„Ein zertifiziertes Zentrum zeigt, dass es eine geeignete Versorgungsstruktur aufweist, Operationen und medikamentöse Therapien leitliniengerecht durchführt und über eine ausreichende Patientenzahl bereut“, erklärt Klinikdirektor Christoph Thomssen. Die Erfahrung mit Brustzentren habe gezeigt, dass Patientinnen dort eine um 30 Prozent höhere Lebenserwartung als in anderen Einrichtungen haben.

Im Halleschen Gynäkologischen Krebszentrum arbeiten die Kliniken für Gynäkologie, Diagnostische Radiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Innere Medizin IV (Onkologie und Hämatologie) sowie das Institut für Pathologie zusammen. Kooperationen bestehen mit dem Tumorzentrum der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie der Sachsen-Anhaltinischen Krebsgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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20.01.2010   
   
   Klinische Studie zur Regeneration von Nervenzellen bei Multipler Sklerose

Das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig unterstützt eine klinische Studie, die die Regeneration geschädigter Myelinscheiden bei Patienten mit Multipler Sklerose zum Ziel hat. Multiple Sklerose (MS) ist heimtückisch. Die Betroffenen, häufig sind es junge Erwachsene, leiden in der Regel unter schubweise auftretenden neurologischen Symptomen, wie verminderter Sehschärfe oder motorischen Störungen. Ursache dafür ist eine Entzündung, die zur Schädigung der Myelinscheiden führt, einer schützenden Ummantelung der Nervenzellfortsätze in Gehirn und Rückenmark. Die momentan üblichen Medikamente zügeln die Entzündung und helfen Patientinnen und Patienten, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern. Doch ein wirksames Mittel für die Regeneration der defekten Myelinscheiden gibt es bislang nicht.

Oberarzt PD Dr. Florian Then Bergh und seine Kollegin Barbara Ettrich führen, unterstützt durch das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig, eine Studie durch, die genau dieses regenerative Therapieziel verfolgt.
An der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig AöR erforscht das engagierte Team, ob das bereits als Arzneimittel zugelassene rekombinante Wachstumshormon die Regeneration des Myelin positiv beeinflusst. Untersuchungen in Laboren und in präklinischen Experimenten haben diese Wirkung mehrfach angezeigt. "Die gängige Behandlung der Multiplen Sklerose um diesen regenerativen Aspekt zu ergänzen, könnte für Betroffene die Aussicht auf Besserung bedeuten, während wir jetzt bestenfalls die weitere Verschlechterung verhindern können", beschreibt PD Dr. Florian Then Bergh.

Im Rahmen der aktuellen Studie werden 30 Patientinnen und Patienten zwischen 18 und 55 Jahren nach intensiven Voruntersuchungen sechs Monate lang mit Wachstumshormon behandelt. Die Wirkungen des Medikamentes werden bis drei Monate nach der Behandlung mit aufwendigen Untersuchungen, wie MRT und speziellen Tests am Auge, analysiert. "Wir wägen sehr genau ab, welche Patientinnen und Patienten für unsere Studie in Frage kommen; da hilft es uns, dass die wesentlichen Nebenwirkungen des Medikamentes bereits bekannt sind", erläutert Barbara Ettrich. Vor Beginn der Therapie werden die Patienten drei Monate gründlich untersucht, um zum Beispiel Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen auszuschließen. Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Auswahl der Patienten ist ihr Gesundheitszustand. Dieser muss unter der üblichen, kontinuierlichen MS-Medikation stabil sein.

Sind die Ergebnisse der laufenden Studie positiv, werden sich weitere Untersuchungen mit einem größeren Patientenkreis anschließen. "Wenn alles gut läuft, könnten wir die Behandlung der Multiplen Sklerose um diesen regenerativen Behandlungsansatz ergänzen", hofft PD Dr. Florian Then Bergh.

Weitere Informationen: http://www.trm.uni-leipzig.de

Quelle: Translational Centre for Regenerative Medicine (TRM) Leipzig

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Alkoholmissbrauch: Immer mehr junge Krankenhauspatienten

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Jahr 2008 rund 25.700 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zehn und 20 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt.

Dies stellt einen deutlichen Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr dar. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl sogar um 170 Prozent gestiegen, damals wurden rund 9.500 junge Patientinnen und Patienten mit der Diagnose „akute Alkoholintoxikation“ stationär behandelt.

Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis unter 20 Jahren wurden mehr Männer (64 Prozent) behandelt; bei den Kindern im Alter von zehn bis unter 15 Jahren stellten die Mädchen den größeren Anteil (53 Prozent), obwohl ihr entsprechender Anteil an der Bevölkerung nur 49 Prozent beträgt. In beiden Altersgruppen stieg jedoch im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Patientinnen stärker als die der Patienten: In der Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhöhte sich die Zahl der Patientinnen um zehn Prozent, die der Patienten um neun Prozent; bei den Kindern betrug der Anstieg bei den Patientinnen 22 Prozent und bei den Patienten 16 Prozent.

Insgesamt wurden im Jahr 2008 knapp 18 Millionen Patientinnen und Patienten im Krankenhaus vollstationär behandelt. Krankheitsbedingt war die Herzinsuffizienz mit 350.700 Fällen der häufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt. An zweiter Stelle lag das „Krankheitsbild“ psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (333.800), worunter auch der akute Alkoholmissbrauch fällt. Die Herzerkrankung Angina pectoris (268.900) nahm den dritten Platz ein.

Von den knapp 18 Millionen Patienten waren 53 Prozent weiblich und 47 Prozent männlich. Das Durchschnittsalter der Behandelten lag bei 53 Jahren. Bezogen auf 100.000 Einwohner gab es 2008 insgesamt 20.291 Behandlungsfälle, das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr (20.003).

MEDICA.de; Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland
 
 

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Re: B E I T R Ä G E - N E U: Videobeitrag Generation 50plus
« Antwort #23 am: 20. Januar 2010, 21:46 »
Videobeitrag Generation 50plus

Wir werden immer älter, nicht zuletzt aufgrund des medizischen Fortschritts. Die über 50-Jährigen werden auf den Märkten der Zukunft den Ton angeben. Produkte müssen darum den besonderen Ansprüchen angepaßt werden. Wie sich Hersteller und Dienstleister bereits heute umstellen, um den Nerv der Golden Ager zu treffen, sehen Sie in unserem Beitrag

 Videobeitrag Generation 50plus

http://www.medica.de/cipp/md_medica/custom/pub/content,lang,1/oid,29918/ticket,g_u_e_s_t/src,50plus_1/~/Generation_50plus_Eine_Zielgruppe_und_ihre_Bed%C3%BCrfnisse.html


Gitti

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Re: B E I T R Ä G E - N E U: Allergien
« Antwort #24 am: 20. Januar 2010, 21:58 »
Irrtümer rund um Allergien
Irrtum 6: "Felltragende Tiere im Haus sollten vorsorglich abgeschafft werden"
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(aid) - Wenn ein Baby auf die Welt kommt ändert sich vieles, wenn nicht sogar alles im Leben der Eltern. Die Nächte werden zum Tag, Schlafen wird zum Luxus, Windeln wechseln gehört zum Alltag und alles richtet sich nur noch nach den Bedürfnissen des neuen Erdenbürgers.
Es liegt nicht allzu fern, dass man sich auch über die Verträglichkeit von Bello oder Mauzi und dem frisch eingezogenen Baby Gedanken macht. Tatsächlich überwiegen die Studien, die in der Katzenhaltung einen Risikofaktor für Allergien sehen. Kaum Hinweise auf ein höheres Allergierisiko gibt es hingegen bei Hunden oder anderen Felltieren. Daraus lässt sich zunächst einmal ableiten, dass die Überlegung als vorbeugende Maßnahme, ein Haustier abzuschaffen, am ehesten die Katze betrifft. Ob daraus ein Nutzen entsteht und wie groß dieser ist, lässt sich aber derzeit nicht eindeutig abschätzen. Entwarnung gibt es auf jeden Fall für alle Haustiere in Familien ohne erhöhtes Allergierisiko, denn dort besteht kein Grund, die Tierhaltung einzuschränken.
Was (werdende) Eltern tun können, um ihr Kind vor Allergien zu schützen, erfahren sie bei dem neuen Allergie-Beratungstelefon vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) und dem Präventions- und Informationsnetzwerk Asthma/Allergien (pina) sowie einem Internet-Expertenforum des aid:

Allergie-Beratungstelefon:
01805/052251 Mo.- Fr. von 9:30 bis 12:00 Uhr (12 Cent/Minute).

aid-Internet-Expertenforum - Allergievorbeugung:
www.forum-allergien-vorbeugen.de.

aid, Dr. Sonja Floto-Stammen
Weitere Informationen: Die Reihe "Irrtümer rund um Allergien" besteht aus acht Teilen und wird wöchentlich im aid-PresseInfo fortgeführt.


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Allergierisiko bei Kindern? - So können Eltern vorbeugen Neues aid-Heft gibt wertvolle Tipps
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(aid) - Gute Nachrichten für Eltern und werdende Eltern: Bei der Vorbeugung von Allergien bei Kindern kommt es auf nur wenige einfache Dinge an. Unterstützen Sie Ihr Kind z. B. durch Stillen dabei, einen eigenen Schutz vor Allergien aufzubauen. Und vermeiden Sie allergiefördernde Umweltfaktoren wie Tabakrauch und Luftschadstoffe. Worauf im Einzelnen zu achten ist, zeigt ein neues aid-Heft.
Eltern erfahren darin, wie sie ihrem Kind vor und nach der Geburt die besten Voraussetzungen für einen gesunden Start ins Leben mitgeben können. Mit Hilfe eines Fragenkatalogs können sie zudem das individuelle Allergierisiko ihres Kindes schon während der Schwangerschaft überprüfen. Ganz gleich ob ein durchschnittliches oder hohes Allergierisiko besteht, sind die beschriebenen Ratschläge gut für ein optimales und gesundes Gedeihen von Babys. Und falls trotz guter Vorbereitung Allergien auftreten - denn einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht - dann entwickeln sie sich oft später und meist weniger heftig. Wie es in diesem Fall weitergeht, zeigt das Heft ebenfalls und erläutert, wo Eltern Unterstützung finden und sich über die vielen Möglichkeiten zur Behandlung und Therapie informieren können.
Prof. Dr. Ulrich Wahn, Direktor der Kinderklinik an der Charité in Berlin, möchte (werdenden) Eltern Mut machen: "Diese Broschüre soll Ihnen Orientierung und Zuversicht vermitteln, dass bereits heute sinnvolle Maßnahmen zur Allergievorbeugung möglich sind, auch wenn die Forschung noch Vieles an Unklarheiten zu bearbeiten hat. Es gibt gute Hilfe durch qualifizierte Beratungsangebote. Sie stehen als Eltern mit Ihren Sorgen nicht allein".

aid-Heft "Allergierisiko?"
52 Seiten, Bestell-Nr. 61-1482, ISBN/EAN: 978-3-8308-0864-0, Preis: 2,50 EUR (Rabatte ab 10 Heften), zzgl. einer Versandkostenpauschale von 3,00 EUR gegen Rechnung

aid infodienst e. V., Vertrieb, Postfach 1627, 53006 Bonn
Telefon: 0180 3 849900*, Telefax: 0228 84 99-200
*Kosten: 9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz. Für den Mobilfunk können abweichende Tarife gelten.

Österreich: ÖAV, av Buch, Sturzgasse 1A, 1140 Wien
E-Mail: Bestellung@aid.de, Internet: www.aid-medienshop.de


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Re: B E I T R Ä G E - N E U: Suchtkranke auf der Straße - Alkohol
« Antwort #25 am: 20. Januar 2010, 22:02 »
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=100120004

Falsche Klischees über die Realität Suchtkranker
Ethnologen geben Einblick in den Alltag von öffentlich Alkoholisierten
 
Meist lassen schlimme Lebensumstände Menschen auf der Straße landen (Foto: pixelio.de/Hofschläger)

Bern (pte/20.01.2010/06:15) - Die Lebensrealität jener Randgruppen, die sich an öffentlichen Plätzen aufhalten und Suchtmittel konsumieren, ist den meisten Menschen unbekannt. Zu diesem Schluss kommen Berner Forscher, die die einschlägige Szene in den fünf Schweizer Städten untersucht haben. Mit Unterstützung vom Schweizerischen Nationalfonds http://www.snf.ch wurden dabei 206 Randständige in ethnologischer Feldforschung untersucht und 1.000 Passanten in Interviews befragt. Die Veröffentlichung der Ergebnisse soll im Frühling in Fachzeitschriften sowie in Buchform erfolgen.

Suchtkranke im öffentlichen Raum sind meist Einheimische. Sie bewegen sich in Gruppen und haben ein Durchschnittsalter von 35 Jahren. "Das junge Alter kommt daher, dass der Einstieg in diese Szene oft schon in der Pubertät erfolgt, kombiniert mit einer geringeren Lebenserwartung", berichtet Studienleiterin Corina Salis Gross vom Institut für Sozialanthropologie http://www.anthro.unibe.ch im pressetext-Interview. Ein zweiter Teil der Forschung betraf die Einstellung und Reaktion der Passanten gegenüber diesen Gruppen.

Schicksal lässt Passanten kalt

Eine häufige Reaktion der Passanten sei die Betroffenheit. "Man sieht kurz hin, wendet dann den Blick ab und geht ihnen aus den Weg. Manche reagieren betrübt, manche verärgert, etwa wenn sie nicht ausweichen können. Speziell in der Deutschschweiz gab ein Großteil der Passanten an, diese Menschen seien ihnen eigentlich egal", so Salis Gross. Der Informationsstand über die Realität dieser Alkoholiker sei allerdings äußerst gering. "Oftmals hören sie den Zuruf, sie sollten doch eine Arbeit suchen. Das Bild herrscht vor, dass diese Leute arbeitsunwillig, faul und jung sind", resümiert die Ethnologin.

Kaum im Bewusstsein sei allerdings die Tatsache, dass kaum jemand freiwillig auf der Straße lebt. "Nur sehr wenige wie etwa manche Punks wählen diese Lebensform bewusst, zufrieden ist damit niemand. In der Regel rutscht man hinein durch eine Verkettung biografischer Umstände", so die Ethnologin. Jeder dritte wurde bereits sexuell missbraucht, bei Frauen waren es sogar zwei von drei. Ebenso viele gaben an, wegen Krankheit oder Gewalt bereits einmal "fast gestorben" zu sein. Allgegenwärtig sind psychische und physische Leiden wie Gelenk- und Knochenschmerz, Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit bis hin zu Suizidversuchen.

Gruppe bringt emotionalen Rückhalt

Die wichtigste Funktion der Gruppe, in der sich Randständige meist bewegen, ist es, genau dieser Situation Trost und Verständnis zu liefern. An zweiter Stelle steht der soziale Nutzen wie etwa der Informationsaustausch oder Ratschläge für den Umgang mit Behörden. Auch die Beschaffung von Drogen wird so erleichtert. Salis Gross hält es für wichtig, die einzelnen Szenen etwa nach ihrem meist homogenen Suchtmittelgebrauch klar zu trennen, da die Prävention erst so abgestimmt werden könne. "Alkoholkranke sind etwa froh, dass sie noch keine Fixer sind. Es besteht eine Hierarchie zwischen den Gruppen", so die Forscherin.

Wenig haltbar sei auch die Vorstellung, dass die Menschen auf der Straße schlafen. "Drei von vier besitzen eine feste Unterkunft oder wohnen zumindest vorübergehend bei einem Freund, besonders im Winter", so Salis Gross. Neben Geldabholungen von Verwandten und dem eher seltenen Betteln kommen auch Gelegenheitsjobs vor. "Sobald sie sich in einer 'sauberen Phase' sehen, suchen viele eine Arbeit, etwa auf einer Baustelle. Diese ist jedoch oft auf eine Woche beschränkt."

"Suchtkranke haben gesellschaftliche Aufgabe"

"Jede Gesellschaft besitzt eine Ordnung, die Sicherheit und Herrschaft symbolisiert. Zu ihrem Strukturerhalt braucht es jedoch auch Zeiten, in denen eine Antikultur mit Gegenwelten erlaubt ist", erklärt Salis Gross. Die Verdrängung der Suchtkranken durch Errichtung von Konsummeilen - zunächst in Bahnhöfen, aktuell in Innenstädten - lasse sie nun von einem Ort zum nächsten hetzen. "Damit komme ein Gegenbild des allgemeinen Trends hin zur Hochleistung abhanden", so die Analyse der Sozialwissenschaftlerin.

Das Schweizer Modell des Umgangs mit den Suchtkranken sieht Salis Gross allerdings als richtungsweisend. "Zumindest die 'best-practise'-Modelle sind auf den vier Säulen Prävention, Therapie, Überlebenshilfe und Unterstützung sowie Repression aufgebaut. Ziel ist es, immer alle vier Pfeiler gleichzeitig anzubieten und den Betroffenen die Möglichkeit zu eröffnen, eine Therapie für ihre Suchtkrankheit zu bekommen. Denn von alleine schaffen sie den Ausstieg in der Regel nicht", so die Forscherin.

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Re: B E I T R Ä G E - N E U: Schaffe, schaffe, Muskeln baue
« Antwort #26 am: 20. Januar 2010, 22:07 »
20.01.2010 - Medizin

Schaffe, schaffe, Muskeln baue

Forscher entdecken bisher unbekannte Reparaturhelfer – die es bisweilen leider etwas zu gut meinen

In den Muskeln leben bislang unbekannte Zellen, die sozusagen eine gespaltene Persönlichkeit haben: Sie sind einerseits unverzichtbare Reparaturhelfer bei einer akuten Verletzung, bergen jedoch andererseits ein großes zerstörerisches Potenzial, das unter anderem Krankheiten wie Muskelschwund oder den Verlust der Muskulatur im Alter mit verursacht. Das hat ein kanadisches Forscherteam in Experimenten mit Mäusen entdeckt. Sollte sich herausstellen, dass es eine ähnliche Zellpopulation auch in menschlichen Muskeln gibt, könnten neue Therapieansätze gegen Muskelschwund entwickelt werden, die auf diese Zellen zugeschnitten sind.

Die neuentdeckten Zellen, von den Forschern FABs getauft, unterscheiden sich deutlich von anderen Zelltypen im Muskel. Wie eine Analyse eines Maus-Muskels zeigte, kommen sie mit einem Anteil von 15 Prozent an allen Zellen dabei unerwartet häufig vor. Zudem haben die Zellen eine merkwürdige Eigenschaft: Werden sie in eine Kulturschale gegeben, verwandeln sie sich nicht etwa in Muskelfasern, sondern in Fettzellen oder in Fibroblasten, den Hauptzelltyp des Bindegewebes. Ob sie das auch im Körper selbst machen, hängt dabei offenbar von der Umgebung hat, zeigten weitere Tests. Werden die FABs beispielsweise in einen gesunden Muskel injiziert, passiert überhaupt nichts. Gelangen sie hingegen in verletztes Muskelgewebe, bilden sie auch hier Fett- und Bindegewebe.

Aufgrund ihrer Ergebnisse stellen sich die Wissenschaftler die Rolle der FABs so vor: Im gesunden Muskel spielen die Zellen offenbar keine Rolle, denn sie befinden sich bei Anwesenheit intakter Muskelfasern in einer Art Tiefschlafphase – vermutlich, weil die Muskelfasern ihre Aktivität gezielt unterdrücken. Sobald allerdings der Muskel verletzt wird, wachen sie auf und beginnen als schnelle Eingreiftruppe die Heilung zu koordinieren: Sie verwandeln sich in Fett- und Bindegewebszellen und produzieren in dieser Form wichtige Signalstoffe, die den Muskelstammzellen dabei helfen, neue Muskelfasern zu bilden. Anschließend verschwinden die faserig-fettigen Bereiche wieder, und der Muskel kann seine normale Arbeit wiederaufnehmen.

Handelt es sich allerdings nicht um eine akute Verletzung, sondern eine langfristigere Schädigung, zeigt sich der Nachteil dieses Reparatursystems: In diesen Fällen bilden die FABs mit der Zeit mehr und mehr Fetteinlagerungen und faserartige Bereiche im Muskel. Dadurch wird dieser immer schwächer. Eine solche Verfettung der Muskeln, häufig in Kombination mit einer Fibrose, also einem Einwuchern von Bindegewebe in das Muskelgewebe, kommt nicht nur bei Krankheiten wie den sogenannten Muskeldystrophien vor, bei denen sich die Muskeln nach und nach abbauen, schreiben die Forscher. Sie findet sich auch bei Diabetikern und bei stark übergewichtigen Menschen. Auch der typische Muskelschwund im Alter ist zumindest teilweise auf diesen Prozess zurückzuführen. Die Ergebnisse könnten daher helfen, neue Behandlungsansätze für diese bisher unheilbaren Probleme zu entwickeln und so den Verlust der Muskelkraft zu verhindern.

Aaron Joe (University of British Columbia, Vancouver) et al.: Nature Cell Biology, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1038/ncb2015

ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

Gitti

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PK Gesundheit!? Sparen und kein Ende

2010 – ein Jahr der Einschränkung für Patienten?

Einschränkungen für die Patienten erwartet ÖÄK-Präsident Walter Dorner für das neue Jahr. Angesichts der Milliarden schweren Sparmaßnahmen, die den Kassen in den nächsten drei Jahren auferlegt werden, und der zunehmenden Finanzierungsprobleme auch des Spitalsbereichs seien Einbußen bei den Gesundheitsleistungen „nur noch eine Frage der Zeit“, erklärte Dorner anlässlich einer Pressekonferenz am Mittwoch.

„Die Sparschraube wird überspannt“, warnt der ÖÄK-Chef. Seine Prognose für die „Großwetterlage“ im Gesundheitswesen 2010: „Es wird trüb, kalt und stürmisch. Gehen wir einer Eiszeit entgegen? Die Patienten müssen sich jedenfalls warm anziehen.“

Entschuldung von versicherungsfremden Leistungen weiter ein Thema

Dorner erneuert die Forderung der Österreichischen Ärztekammer nach Ausgleich der versicherungsfremden Leistungen durch den Bund. Setze man bei dieser Hauptursache für die Finanzmisere an, müsse die Versorgung nicht kaputt gespart werden. „Der Sozialbereich darf gegenüber dem Banken- und Wirtschaftsbereich nicht benachteiligt werden. Zumal in der Finanzkrise die Gelder zum Auffangen der Banken und Unternehmen überreich geflossen sind“, plädiert der ÖÄK-Präsident.

Allen voran sind es das seitens des Hauptverbandes fixierte gewaltige Sparvolumen von 1,7 Milliarden Euro im Kassenbereich bis 2013 und der daraus vorgesehene Sparbetrag von 197 Millionen Euro allein für 2010, die in der Ärzteschaft für Kopfschütteln sorgen. „Mit den Ärztinnen und Ärzten wurden diese Zahlen weder besprochen, noch verhandelt“, betont der erste Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Chef der Tiroler Ärztekammer, Artur Wechselberger. Seitens der Ärzteschaft sei man zwar zur Kostendämpfung bereit und habe daher 2009 auch ein gemeinsames Sanierungspaket mit dem Hauptverband beschlossen. „Die nicht akkordierten Sparsummen sind aus ÖÄK-Sicht aber überzogen und schießen über das für den Patienten erträgliche Maß hinaus“, warnt Wechselberger.

Demnächst 175 Kassenstellen weniger?

Auch wer mit Zahlen Schwierigkeiten habe, werde leicht merken, dass die Rechnung hinke, berichtet Wechselberger: „Die Kassen müssen 197 Millionen einsparen, damit sie 100 Millionen aus dem Steuertopf erhalten. Das ist ein Minus-Summen-Spiel. Dafür wird der Patient die Zeche zahlen. Weggespart werden Leistungen, auf die die Patienten ein Anrecht haben.“

Laut Rechnung der ÖÄK müssen 2010 bei Umsetzung der vom Hauptverband festgelegten Sparvorgaben von 197 Millionen Leistungen für Patienten vom derzeitigen Ist-Stand um vier Prozent zurückgefahren werden. Das betrifft in erster Linie die Medikamente und den vertragsärztlichen Bereich, aber auch Physiotherapie, Transportkosten, Heilbehelfe oder Institute. Das im Bereich der Vertragsärzte genannte Sparziel von 49 Millionen Euro würde umgerechnet das „Aus“ für 175 Kassenvertragsstellen bedeuten.

„Hieb mit der Axt“

In Zeiten eines dauerhaften Anstiegs der Volkskrankheiten und der steten Zunahme Hochbetagter mit mehrfachen Erkrankungen, sei dies „ein Hieb mit der Axt“, so ÖÄK-Präsident Walter Dorner. Dorner: „Ich fordere Hauptverbandschef Schelling auf, zusammen mit seinen Sparvorgaben auch zu sagen, welche Leistungen für die Patienten er nicht mehr als notwendig erachtet!“

Angesichts der öffentlichen Zusage von Gesundheitsminister Stöger erwartet die ÖÄK im ersten Quartal des Jahres die Realisierung der Ärzte-GmbH, die wegen des massiven Anstiegs bei den Volkskrankheiten wie Diabetes, Depression oder Demenz für eine zeitlich flexible interdisziplinäre Versorgung von der Ärzteschaft schon seit zehn Jahren gefordert wird.

Realisierung von Ärzte-GmbH im Frühjahr überfällig

Die Ärzte-GmbH wurde zuletzt von Hauptverbands-Chef Hans Jörg Schelling mit der Festschreibung der Kündigung von Ärzten bei nicht-erwünschter Verschreibweise junktimiert. Diese öffentliche Äußerung ist für Dorner angesichts der von der Ärzteschaft im Vorjahr gezeigten konstruktiven Haltung „völlig unverständlich“.

Der Ärzte-Chef konstatiert „fehlende Handschlagqualität“, denn die Ärzte-GmbH sei ein essentieller Bestandteil des gemeinsam ausgehandelten Sanierungspakets gewesen, den Schelling nun im Gegensatz zur Absprache blockiere. Im Übrigen sei das Kostenbewusstsein der Ärzte bei der Medikamentenversorgung zuletzt unter Beweis gestellt worden. Die letzte Steigerungsrate lag bei zwei Prozent.

„So funktioniert das nicht“, stellt Dorner im Zusammenhang mit der von Schelling geforderten Junktimierung klar. Die Ärzte-GmbH und die Frage der leichteren Kündbarkeit von Ärzten seien „zweierlei Paar Schuhe“. Es gebe keinen natürlichen Zusammenhang. Dorner: „Eine Gängelung wird es mit uns nicht geben.“

Als wichtiges Anliegen der Ärzte im Vorsorgebereich fordert Dorner für 2010 bessere Präventionsmaßnahmen beim Nichtraucherschutz und eine Einführung eines generellen Rauchverbots in der Gastronomie. Österreich hat mit einem Anteil von 36,3 Prozent der Bevölkerung den höchsten Anteil von Rauchern weltweit. Dorner: „In Facebook haben sich aktuell 50.000 Menschen für ein Rauchverbot ausgesprochen. In österreichischen Ordinationen haben wir vor zwei Jahren rund 40.000 Unterschriften gesammelt. Am Rauchverbot sollte kein Weg vorbei gehen.“

Immer noch erhebliche Lücken in der Versorgung

Allein 49 Millionen Euro sollen in diesem Jahr bei den Vertragsärzten gespart werden. Dabei bestehen in der Versorgung nach wie vor Lücken, berichtet ÖÄK-Vize Wechselberger. Bundesweit fehlen etwa niedergelassene Psychiater oder auch Rheuma-Spezialisten. Immer mehr Hausarztpraxen werden in den nächsten Jahren frei, sind aber angesichts erschwerter Arbeitsbedingungen immer schlechter nachzubesetzen. Viele Leistungen sind im niedergelassenen Bereich jetzt schon streng limitiert oder fehlen überhaupt.

In den Spitälern stieg die Zahl der ambulanten Fälle von 2006 auf 2008 um neun Prozent (Vorarlberg: plus 20 Prozent), die Zahl der stationären Patienten im gleichen Zeitraum um vier Prozent. Dennoch fehlen fast 2.000 Spitalsärztinnen und –ärzte österreichweit, macht Walter Dorner aufmerksam. Es sei kein Wunder, wenn die Spitäler überquellen. Die Zahl der Kassenärzte sei seit 1995 unverändert. „Trotzdem kommen auch für den Spitalsbereich immer wieder Rufe, eine Milliarde einzusparen. Das wäre dann die Quadratur des Kreises und der Ruin des Gesundheitswesens“, warnt Dorner. Dorner verweist auf die steigende Burnout-Problematik auch in den Spitälern. Darüber hinaus zeichne sich im Spitalsbereich eine dynamische Entwicklung des Arbeitskräftemangels ab.

„Wir sehen, dass auch viele Fachärztestellen in den Spitälern nur noch schlecht nachbesetzt werden können. Teilweise werden auch Abteilungen wegen Ärztemangel ganz oder teilweise geschlossen“, berichtet der Ärztekammerpräsident. Viele junge Ärzte wanderten aus Frust ins Ausland ab, allein in Deutschland arbeiteten dauerhaft bereits 1.800 österreichische Ärztinnen und Ärzte. Ärztemangel Folge des Dauersparens

Werde das Sparprinzip auch in den nächsten Jahren zur obersten Maxime des Gesundheitswesens erklärt, verliere das Berufsbild insgesamt an Attraktivität, so Dorner. Ärztemangel sei die Folge.

In Deutschland sei das System so „zu Tode“ gespart worden, dass es einen deutlichen Ärztemangel gebe, obgleich genügend junge Leute Medizin studierten. Im Nachbarland fehlen bereits über 3.600 Ärzte im niedergelassenen Bereich und rund 4.000 Ärzte im Spitalsbereich. Dort wurden vor wenigen Tagen bereits so genannte ‚flying doctors’ zur Behebung des Mangels angedacht. In der Schweiz fehlen ebenfalls Ärzte. Eine aktuelle Studie prognostiziert, dass angesichts des anhaltenden Schwunds 2030 schon 40 Prozent aller benötigten Hausarztkonsultationen nicht mehr abgedeckt werden können.

„Österreich ist mit der Strategie des Dauersparens und des Schlechtredens der Ärzte und des Gesundheitspersonals zu reinen Kostenverursachern geradewegs auf dem Weg in die Versorgungswüste“, warnt Dorner. „Der Beruf wird unattraktiv. Ärzte treten an mit dem Ethos, Menschen zu helfen. Auf Dauer aber als reine Kostenverursacher diffamiert zu werden und nur noch als Sparmeister fungieren zu müssen, das hält keiner aus. Wir brauchen daher nicht nur Lippenbekenntnisse für unser gutes Gesundheitssystem, sondern auch konkrete finanzielle Maßnahmen zu dessen Erhalt.“

ÖÄK, 2010-01-20

Jutta

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21.01.2010

Neuer Arzneistoff Fingolimod gegen Multiple Sklerose zeigt Wirkung

Forschende des Universitätsspitals und der Universität Basel berichten von erfolgreichen klinischen Studien über den Arzneistoff Fingolimod zur Behandlung von Multipler Sklerose. Die Forschungsresultate erscheinen in der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine".

Fingolimod ist ein Arzneistoff zur Therapie von schubförmig verlaufender Multipler Sklerose, dessen Wirkung auf einem neuartigen Prinzip beruht: Das als Tablette verabreichte Medikament verhindert, dass potenziell schädliche Immunzellen aus den Lymphknoten in die Blutbahn gelangen. Dadurch können diese nicht zur Entstehung von Entzündungen im Zentralen Nervensystem beitragen, die für einen Grossteil der Krankheitserscheinungen bei Multipler Sklerose verantwortlich gemacht werden. Zudem zeigen Untersuchungen, dass der Arzneistoff auch direkt mit Zellen des Zentralen Nervensystems reagiert, wo er eine schützende Wirkung entfalten und teilweise die Wiederherstellung von Gewebe fördern kann.

Reduzierte Schubhäufigkeit

Die Basler Forscher um den Neurologen Prof. Ludwig Kappos konnten zusammen mit einer internationalen Studiengruppe in einer zweijährigen klinischen Studie mit 1272 Patienten zeigen, dass sich durch die Therapie mit Fingolimod die Schubhäufigkeit bei schubförmiger Multipler Sklerose um 54 bis 60% im Vergleich zu Placebo vermindert. Auch eine Verschlechterung der mit der Multiplen Sklerose verbundenen Behinderung konnte mit beiden getesteten Dosierungen von Fingolimod um ca. 30% während der zweijährigen Studie signifikant vermindert werden. Weiter konnten die Forscher mittels Magnetresonanztomographie zeigen, dass sich die Zahl der entzündlichen Herde deutlich verringerte und sich der Abbau von Hirngewebe (Atrophieentwicklung) signifikant verzögerte.

Vergleichbare Nebenwirkungen

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen war unter beiden Fingolimod-Dosierungen auf dem gleichen Niveau wie unter Placebo. Die Anzahl schwerer Nebenwirkungen mit der gleich wirksamen, niedrigeren Fingolimod-Dosis war sogar geringer als beim Scheinmedikament. Im Vergleich dazu ebenfalls nicht generell erhöht waren Nebenwirkungen wie Infektionen und bösartige Tumore, die bei Medikamenten gefürchtet sind, welche das das Immunsystem beeinflussen. Einige, mit der Wirkungsweise von Fingolimod direkt zusammenhängende Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen nach der ersten Dosis und leicht erhöhte Blutdruckwerte während der Behandlung hatten nur in Einzelfällen Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Studienteilnehmer. Ebenso verhielt es sich mit erhöhten Leberwerten, die bei bis zu einem Fünftel der Behandelten festgestellt wurden.

Fingolimod wirksamer als Interferon-Therapie

In einer zweiten, gleichzeitig publizierten Studie mit 1292 Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose wurde Fingolimod während eines Jahres einer etablierten Therapie mit Beta-Interferonen gegenübergestellt. Auch hier konnten die Forscher zeigen, dass die Häufigkeit von Schüben gegenüber der Interferon-Kontrollgruppe signifikant um 38 bis 52% nachließ; zudem verminderten sich die entzündlichen Zeichen und die Entwicklung von Atrophie. In dieser einjährigen Studie zeigte sich kein Unterschied zwischen den Präparaten hinsichtlich der Verschlechterung der Behinderung. Die Verträglichkeit von Fingolimod war auch im Vergleich mit Interferon insgesamt gut.

Zulassung beantragt

Bei den beiden Untersuchungen handelt es sich um sogenannte Phase-III-Studien, welche die für die Zulassung entscheidenden Daten zum Wirksamkeitsnachweis ermitteln. Beide Studien zusammen belegen eine überlegene Wirksamkeit des neuen Präparats, das als Tablette eingenommen werden kann. Bereits hat der Hersteller Novartis in Europa, den USA und in der Schweiz Antrag auf Zulassung gestellt. Damit ergibt sich die Chance, mit Fingolimod eine wirksame Alternative zu den seit Anfang der 1990er Jahre eingesetzten Präparaten zur Verfügung zu stellen, die nur in injizierbarer Form erhältlich sind. Weitere Langzeitstudien werden eine exaktere Einschätzung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses dieser neuen, viel versprechenden Behandlungsoption erlauben.

Multiple Sklerose ist eine meist über mehrere Jahrzehnte dauernde Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die in der Regel im jungen Erwachsenenalter auftritt. Weltweit sind gut zwei Millionen Mensch betroffen, davon rund 10 000 in der Schweiz. Bei über 80% verläuft die Krankheit zunächst in Schüben mit neurologischen Störungen, die sich teilweise oder ganz zurückbilden können, und mündet im Lauf der Jahre in eine mehr stetige (chronische) Progression der Behinderung. Während die eigentliche Ursache nach wie vor nicht bekannt ist, weiss man, dass eine Überreaktion der körpereigenen Abwehr (Autoimmunität) zur Zerstörung der Nervenumhüllung (Myelinscheide) und der Nervenfortsätze (Axone) im Zentralen Nervensystem wesentlich beiträgt. Daneben spielen auch nicht direkt mit der Entzündung zusammenhängende (degenerative) Vorgänge eine Rolle.


http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/NEJMoa0909494?resourcetype=HWCIT - 1. Originalbeitrag
http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/NEJMoa0907839v1 - 2. Originalbeitrag

Quelle: Universität Basel

Geri

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B E I T R Ä G E - N E U: Antibiotika mit Individualmedizin
« Antwort #29 am: 23. Januar 2010, 11:14 »
23.01.2010 - Medizin

Individualmedizin statt Mittelmaß

Biomarker verrät bei Intensivpatienten die genaue Antibiotikum-Dosis gegen Bakterieninfektion

Bei einer Bakterieninfektion werden Patienten auf der Intensivstation Antibiotika nach starren Richtlinien verabreicht. Französische Forscher haben nun nachgewiesen, dass sich mit der Messung des Biomarkers Procalcitonin im Blut die Medikamentierung präzise an die individuellen Befindlichkeiten anpassen lässt. Damit schränkt sich die Verwendung von Antibiotika ein und die Resistenz gegen die Bakterienkiller verlangsamt sich.

Procalcitonin ist eine Vorstufe des Hormons Calcitonin. Mit dem Procalcitonin-Test unterscheiden die Mediziner Virus- von bakteriellen Infektionen, eine präzise Messung der Procalcitonin-Konzentration im Blut wird bisher aber nur eingesetzt, um bei einem Verdacht auf Blutvergiftung den Grad der Ansteckung festzustellen. Die nun vom Team um Michel Wolff vom Hôpital Bichat-Claude-Bernard in Paris vorgestellte Studie belegt, dass sich der Test generell eignet, um bei Infektionen durch Bakterien in Intensivstationen die erforderliche Menge an Antibiotika festzulegen.

Dazu wurden zwei jeweils 300 Personen umfassende Gruppen von Intensivpatienten verglichen, die Bakterieninfektionen aufwiesen: Die erste Gruppe bekam das Antibiotikum nach der gängigen Richtlinie zugeteilt, die zweite nach einer Bestimmung des Procalcitonin-Werts, also meist in niedrigeren Mengen. Bei der Sterblichkeitsrate der Intensivstation-Patienten ergaben sich keine Unterschiede. Doch der Procalcitonin-Gruppe konnten generell niedrige Mengen verabreicht werden und an drei Tagen wurde ihnen das Antibiotikum vollständig erspart. Die Wissenschaftler beziffern die Kosten für eine Procalcitonin-Analyse mit rund zehn Euro, die Tageskosten einer Antibiotikum-Behandlung mit 114 Euro.

Michel Wolff (Hôpital Bichat-Claude-Bernard, Paris) et al.: Online-Vorabveröffentlichung Lancet, doi: 10.1016/S0140-6736(09)61879-1.