Autor Thema: Bauchspeicheldrüsenkrebs, und dann .....  (Gelesen 1421 mal)

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Geri

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Bauchspeicheldrüsenkrebs, und dann .....
« am: 14. Dezember 2008, 20:30 »

Prof. Dr. Volker Heinemann im Gespräch Prof. Heinemann


Aktuelles von der Arbeitsgruppe Pankreaskarzinom der AIO

Prof. Dr. med. Volker Heinemann( München) ist Sprecher der Arbeitsgruppe Pankreaskarzinom der AIO. Im Interview
präsentiert er wichtige Ergebnisse der Arbeit dieser Arbeitsgruppe aus dem vergangenen Jahr. Dazu zählt unter
anderem die CONKO-001-Studie, die die adjuvante Therapie mit Gemcitabin etablieren und damit international
einen neuen Standard setzen konnte.

Einen weiteren Schwerpunkt der AG Pankreaskarzinom stellen Studien zur supportiven Therapie dar. Prof. Heinemann
stellt hierfür beispielhaft die PANSUCO-Studie vor, die den Benefit einer parenteralen Ernährung untersucht. Zudem
erörtert er vor dem Hintergrund verschiedener Studienergebnissen den aktuellen State of the Art in der palliativen
Therapie des Pankreaskarzinoms und gibt einen Ausblick auf kommende Aufgaben seiner
Arbeitsgruppe.

Werner

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Re: Bauchspeicheldrüsenkrebs, und dann .....
« Antwort #1 am: 19. Dezember 2008, 17:59 »
Gezielter Angriff auf gestresste Krebszellen


16.12.08 |
Neuer Therapieansatz bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Mainz (ng) – Moderne Therapiekonzepte, die einen Tumor zielgerichtet auf molekularbiologischer Ebene angreifen, machen vielen Krebs-Patienten neue Hoffnung. „Mit solchen Ansätzen könnte die Effektivität von bereits bestehenden Therapien entscheidend verbessert werden“, erklärt Dr. Oliver Stöltzing, Klinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie am Universitätsklinikum Mainz. Der Privatdozent leitet eine „Max-Eder-Nachwuchsgruppe“, die im Rahmen des gleichnamigen Nachwuchsgruppenprogramms von der Deutschen Krebshilfe finanziert wird. Die Wissenschaftler entwickeln einen neuen Therapieansatz gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs, eine Krebsart, bei der die Heilungschancen nach wie vor sehr schlecht sind. Dabei wird gezielt ein Protein blockiert, das die Tumorzellen dringend zum Überleben brauchen. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Forschungsprojekt mit 167.600 Euro.

Krebszellen befinden sich in einer ständigen „Stress-Situation“, da sie im Prinzip in einem feindlichen Milieu wachsen: Aufgrund des raschen Tumorwachstums ist der Sauerstoffverbrauch hoch und über die Tumor-Blutgefäße werden die Krebszellen nicht immer ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Dennoch sterben die bösartigen Zellen nicht, sondern werden sogar noch aggressiver. Die Mainzer Wissenschaftler haben ein Protein intensiv untersucht, das den Krebszellen ihr Überleben ermöglicht: das Hitzeschock-Protein Hsp90. „Das Molekül stabilisiert und intensiviert die Signalvorgänge in Tumorzellen und hilft ihnen somit auch unter den ungünstigen Bedingungen zu wachsen“, erklärt Stöltzing. „Wir wollen Hsp90 als Zielstruktur für einen neuen Therapieansatz nutzen, indem wir das Molekül therapeutisch blockieren und so die gestressten Krebszellen gezielt zerstören.“

Im Labor ist dies den Forschern bereits bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und auch bei Krebszellen des Magens und der Leber gelungen: „Durch die Blockade des Hitzeschock-Proteins verminderte sich das Tumorwachstum erheblich und auch die Bildung von Metastasen konnten wir so reduzieren“, erläutert der Leiter der wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe. Die Ergebnisse wurden von der Arbeitsgruppe bereits hochrangig publiziert (Clinical Cancer Research, Molecular Cancer Therapeutics und Hepatology). Die Hemmung von Hsp90 bewirkt unter anderem, dass die Onkogene in der Krebszelle nicht mehr richtig ausgebildet werden. Diese Gene machen aus einer gesunden Zelle eine Krebszelle. Zudem wird die Bildung bestimmter Strukturen auf der Zell-Oberfläche herunterreguliert, über welche die Tumorzellen Signale erhalten, sich zu teilen oder einer Chemotherapie standzuhalten. „Da die Blockade des Hitzeschock-Proteins gleich mehrere Signalwege in der Krebszelle lahm legt, hat diese deutlich weniger Chancen, einen Ausweg zu finden, um trotzdem weiterzuleben“, hebt Stöltzing einen wesentlichen Vorteil dieses Ansatzes hervor.

„Wir wollen nun die biologischen Auswirkungen der Hsp90-Blockade weiter untersuchen, um in naher Zukunft klinische Studien beim Bauchspeicheldrüsenkrebs starten zu können“, sagt Stöltzing. So müssen unter anderem zunächst mögliche Nebenwirkungen einer Therapie näher untersucht werden, da das Hitzeschock-Protein auch in normalen Zellen gebildet wird – zum Beispiel bei Verbrennungen oder der Wundheilung. Eine Blockade könnte daher auch gesunde Zellen beeinträchtigen. „Frühere Arbeiten haben aber bereits gezeigt, dass die Hemmung im Prinzip gut verträglich ist“, erklärt Stöltzing. „Denn das Molekül kommt in Krebszellen in sehr viel höherer Konzentration vor als in gesunden Zellen.“

Stöltzing wird seit Juli 2004 im Rahmen des Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramms von der Deutschen Krebshilfe gefördert. Dies ermöglichte es ihm, unmittelbar nach seinem Forschungsaufenthalt in den USA eine eigene Arbeitsgruppe in Deutschland aufzubauen.

Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm
Im Rahmen des Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramms fördert die Deutsche Krebshilfe junge, exzellente Nachwuchswissenschaftler, die nach einem Auslandaufenthalt als Postdoktorand wieder nach Deutschland zurückkehren und eine eigene Arbeitsgruppe gründen möchten. Das Programm ist benannt nach Professor Dr. Max Eder, einem Pionier der Deutschen Krebshilfe. Der damalige Direktor des Pathologischen Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität in München war lange Jahre Vorsitzender des Medizinischen und des Wissenschaftlichen Beirates der gemeinnützigen Organisation. 1998 verstarb Professor Eder im Alter von 73 Jahren.

Bonn, 16. Dezember 2008

Sissi

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Re: Bauchspeicheldrüsenkrebs, und dann .....
« Antwort #2 am: 18. Juli 2009, 22:05 »
Rostocker Wissenschaftler erforschen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Bei der chronischen Entzündung oder beim Krebs der Bauchspeicheldrüse büßt das lebenswichtige Organ nach und nach seine Funktion ein. Patienten werden zu Diabetikern, das Organ muss ganz oder teilweise entfernt werden, eine wirkungsvolle Therapie, die die Bauchspeicheldrüse gesunden lässt, gibt es nicht. Am Voranschreiten der Erkrankungen beteiligt ist krankhaft gebildetes Bindegewebe, das die Funktion des Organs behindert und Tumore vor dem Angriff von Medikamenten schützt. Rostocker Forschern ist es nun gelungen, mit bestimmten Substanzen gegen dieses Bindegewebe vorzugehen. Für ihre von der DFG geförderten Forschungsarbeit, die einmal in eine wirkungsvolle Therapie münden soll, bekamen sie vor kurzem sogar den Hans-Chirari-Preis des Deutschen Pankreasclubs.

Die Arbeitsgruppe für Gastroenterologie am Universitätsklinikum Rostock erforscht die Grundlagen von Krankheiten der Bauchspeicheldrüse. Zentral sind dabei die chronische Entzündung des Organs und der Pankreas-Krebs. “Die therapeutischen Ergebnisse sind bisher sehr unbefriedigend”, sagt Professor Dr. Robert Jaster, Leiter der Arbeitsgruppe. “Insbesondere der Pankreaskrebs ist schwer behandelbar.” Mitverantwortlich ist krankhaft gebildetes Bindegewebe, das den Tumor umgibt wie eine Schutzschicht, so dass ihn Medikamente nicht erreichen. Auch bei der ebenso langwierigen wie schmerzhaften chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse lagert sich Bindegewebe an, das das Organ nach und nach außer Gefecht setzt. “Die Betroffenen werden Diabetiker, und haben Probleme mit der Verdauung”, sagt Professor Jaster.

Warum kommt es zur Fibrose, zur Bildung von Bindegewebe? “Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sich der Tumor auf diese Weise schützt”, sagt Dr. Brit Fitzner aus der Arbeitsgruppe. Gleichzeitig bedeute die chronische Pankreatitis ein erhöhtes Krebsrisiko für die Betroffenen. Eine wirkungsvolle Behandlung der Erkrankung könne nach Ansicht Professor Jasters nur ein ganzes Bündel von Maßnahmen sein. Eines davon ist der Angriff auf die Bindegewebszellen, an dem die Rostocker Wissenschaftler derzeit forschen. Für die Fortschritte bei dieser Arbeit, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, bekam Dr. Brit Fitzner von der Arbeitsgruppe jetzt den Chiari- Preis des Deutschen Pankreas-clubs. Ihre Arbeit lieferte einen Beitrag zum Verständnis der zellulären und molekularen Grundlagen der Bindegewebswucherung und damit eine Voraussetzung für die Entwicklung einer Therapie.

Pankreaskrebs steht in der Liste der tumorbedingten Todesfälle an vierter Stelle. Jedes Jahr erkranken bundesweit 12.000 Menschen an dieser Form des Krebses. An der chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse leiden bundesweit 10.000 bis 20.000 Menschen, die Dunkelziffer liege allerdings noch höher.

Universität Rostock

Evi

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Bauchspeicheldrüsenkrebs, es dauert ................
« Antwort #3 am: 28. Oktober 2010, 21:19 »
Donnerstag, 28. Oktober 2010

Lange Latenzphase des Pankreaskarzinoms


Cambridge/Baltimore – Das Pankreaskarzinom könnte nicht der aggressive Krebs sein, als der er klinisch in Erscheinung tritt. Genom-Forscher berichten in Nature, dass der Krebs sich über viele Jahre sehr langsam entwickelt. Im Endstadium durchläuft er aber eine schnelle Evolution, die die therapeutischen Misserfolge erklären könnte.

Nur zwei oder drei von hundert Menschen überleben ein Pankreaskarzinom. Trotz extensiver chirurgischer Eingriffe sterben die meisten Patienten frühzeitig an den Metastasen. Die Erfolge der Chemotherapie waren bisher bescheiden und eine Strahlentherapie aussichtslos.

Aus medizinischer Sicht ist das duktale Adenokarzinom des Pankreas ein äußerst aggressiver Tumor. Deshalb dürfte es viele Mediziner überraschen, was die Gruppe um Christine Iacobuzio-Donahue von den Johns Hopkins Medical Institutions in Baltimore über das “Alter” der Tumore bei sieben Patienten herausgefunden hat (Nature 2010; 467: 1114-1117).

Die Forscher sequenzierten das Genom von Primärtumor und Metastasen und stießen dabei auf so große Abweichungen, dass sie den Ursprung des Tumors in einer Ausgangszelle auf 20 Jahre zurückdatierten.

Danach sollen im Durchschnitt 11,7 Jahre vergangen sein, bevor sich aus einer Krebsmutation ein Tumor entwickelt hat. Bis die erste Zelle die Fähigkeit zur Metastasierung entwickelte, sollen im Durchschnitt 6,8 weitere Jahre vergangen sein, und von dort bis zum Tod würde es, wieder ein Durchschnittswert, noch einmal 2,7 Jahre dauern.

Wenn man bedenkt, dass die mittlere Überlebenszeiten nach der Diagnose sich im Bereich von sechs Monaten bewegen und nur wenige Patienten 2 Jahr oder länger leben, erklärt dies, warum die operative Therapie zu spät kommt. Vorausgesetzt natürlich, die Berechnungen der Genetiker, die auf der Prämisse einer aus biologischen Gründen konstanten Mutationsrate beruhen, treffen zu.

In diesem Fall bestünde eine Chance, die Patienten durch eine bessere Früherkennung zu retten. Der an der Studie beteiligte Krebsexperte http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/43287/Lange_Latenzphase_des_Pankreaskarzinoms.htm