Autor Thema: ORF + 3SAT: Newton Sommer mit "Unser Körper"  (Gelesen 7035 mal)

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Geri

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ORF + 3SAT: Newton Sommer mit "Unser Körper"
« am: 13. August 2010, 20:37 »
Sa, 17.07.2010   
Newton - Das Sommerprogramm

http://tv.orf.at/groups/magazin/pool/newtonweibl170710

Unser Körper im Härtetest

Die weiblichen Geschlechtsorgane

Unser Körper ist erstaunlich: Egal, was wir ihm zumuten - er lässt uns fast nie im Stich. Jedes unserer Organe arbeitet unermüdlich und ist Teil einer beeindruckenden Maschine. Als Ärztin weiß ich, wo die Organe liegen und wie sie arbeiten.
 
In dieser Folge dreht sich alles um die weiblichen Geschlechtsorgane. Ich simuliere im Selbstversuch den Weg der Eizelle und gemeinsam finden wir heraus, wie wir auf unsere Fortpflanzungsorgane am besten aufpassen.

Schon vor der Geburt sind die weiblichen Eierstöcke voller Eizellen. Aber wie viele sind es genau?

Jedes dieser kleinen Schokoladeneier steht für eine der Eizellen in den Eierstöcken eines neugeborenen Mädchens. Tausend davon sind in diesem Korb, aber die reichen nicht. Fünftausend auch nicht. Auch mit fünfhunderttausend kommt man nicht aus: Tatsächlich sind es siebenhunderttausend Eizellen, die jede Frau bei ihrer Geburt mitbringt. Und das ist grade mal ein Bruchteil von den Millionen, die sie als Embryo hatte! Die Zahl der Eizellen nimmt von der Geburt an stetig ab - bis hin zu den Wechseljahren. Kaum ist sie geboren, beginnt die biologische Uhr einer Frau auch schon zu ticken.

Wie bei vielen Frauen Mitte Zwanzig ist auch Rachel Macfarlane das Ticken ihrer biologischen Uhr noch nicht bewusst. Sie ist vierundzwanzig und konzentriert sich im Moment völlig auf die Karriere. Das Thema Familie hat sie auf später verschoben.   

Rachel: „Im Moment hab' ich einfach zu viel zu tun, um an Kinder zu denken. Ich fühl' mich immer noch wie siebzehn, nicht wie Mitte zwanzig. Sollte ich allmählich mal darüber nachdenken? Wahrscheinlich schon, aber im Moment? Nicht wirklich!“

Ich möchte Rachel zeigen, wie unsere Organe aussehen. Sie soll kurz ihre Arbeit unterbrechen und mich im Labor besuchen.

Rachel: „Ich habe gehört, dass wir heute Organe sezieren. Das beunruhigt mich ein wenig. Das letzte Mal, als wir in der Schule in Biologie eine Lunge seziert haben, bin ich in Tränen ausgebrochen und musste den Raum verlassen.

Ich hoffe, dass Rachel heute stärkere Nerven hat, denn ich möchte ihr zeigen, wo die weiblichen Geschlechtsorgane genau liegen, bevor wir herausfinden, wie man sie am besten gesund hält.

Willkommen im Labor. Ich habe hier ein Schweinebecken vorbereitet, damit wir uns die weiblichen Geschlechtsorgane im Detail ansehen können. Gleich hinter dem Schambein liegt dieses Organ.

Rachel: „Die Harnblase?“

Genau. Das ist die Harnblase, sie liegt wie bei uns direkt hinter dem Schambein. Wenn wir sie vorziehen, sollten wir dahinter etwas sehen. Richtig, Ob du es glaubst oder nicht: dieses lange dünne Ding ist der Uterus. Er ist ziemlich klein, das Schwein ist noch sehr jung, aber er unterscheidet sich auch in der Form vom menschlichen Uterus.
Am Ende hier, siehts du diese Schläuche?

Rachel: „Was ist das? Die Eileiter“

Absolut richtig. Hier liegen die Eileiter. Wenn wir diesem Schlauch bis zum Ende folgen, kommen wir zu einem kleinen Organ. Rate mal?

Rachel: „Der Eierstock?“

Ja, genau. Es sollte einer auf jeder Seite sein. Da ist der andere. Das sind die beiden Eierstöcke des Schweines. Sie sind klein. Unsere Eierstöcke sind größer, etwa vier Zentimeter lang.

Hier siehst du, wie alles im Becken angeordnet ist. Aus der Harnblase führt die Harnröhre, sie liegt ganz vorne. Und hier liegt die Vagina, unterhalb des Uterus. Siehst du diese Öffnung?

Und dann natürlich das Rektum, es führt in den Analkanal. Und hier sieht man, weil das ein Schwein ist: den Schwanz.

Als nächstes widme ich mich meinen eigenen Geschlechtsorganen. Wann hat man schon mal die Chance, seine Gebärmutter zu sehen? Die Kernspintomographie ist eine nicht-invasive Methode, das Körperinnere sichtbar zu machen, ohne den Patienten gefährlicher Strahlung auszusetzen. Ich liege in einer großen Magnetröhre.
Die Radiologin justiert den Scanner über meinem Becken, und der Computer erstellt im Abstand von drei Millimetern ein Querschnittsbild von meinem Körper.

Das hier sind die Aufnahmen von eben. Sie zeigen den mittleren Teil meines Körpers: Hier hinten erkennt man das Ende der Wirbelsäule, vom Kreuzbein runter bis zum Steißbein. Hier vorne treffen die beiden Schambeinknochen zusammen. Dahinter drängeln sich die Beckenorgane.

Das hier ist die Blase - im Moment ziemlich leer; und da liegt die Harnröhre, genauer gesagt: meine, schließlich sind es ja meine Organe! Dieses hübsche, birnenförmige Organ ist die Gebärmutter. Die Vagina verläuft hinter der Blase; und dahinter liegt der Mastdarm. Diese Aufnahme stellt den Körper horizontal - also in der axialen Schnittebene - dar.

Das da ist mein linker Eierstock. Wir arbeiten uns langsam nach unten vor: Die beiden schwarzen Linien hier sind die tiefliegenden Beckenbodenmuskeln. Sie bilden ein Trapez und halten die Organe innerhalb des Beckens in Position. Das ist das Fett auf meinem Po. Und hier sieht man die verschiedenen Röhren, die das Becken durchziehen:
Da liegt die Harnröhre - hinter dem Analkanal - und dazwischen gequetscht: die Vagina. Meine Vagina im Fernsehen! Meine Mutter wäre stolz.

Weil all diese Röhren den weiblichen Körper im selben Bereich verlassen, ist Reinlichkeit das A und O. Kleinen Mädchen sollte man also beibringen, nach der Toilette immer von vorn nach hinten zu wischen. So reduziert man das Risiko, dass sich Bakterien vom After auf die anderen Organe übertragen.

In etwa zehn Jahren wird diese Kleine ihr Spielzeug in die Ecke werfen und die gefürchtete Welt der Pubertät betreten, in der sich alles um Make-up, Musik und Handys dreht. Doch auch ihr Körper wird sich verändern.

Zu den wichtigsten Veränderungen gehört das Einsetzen der Ovulation - besser bekannt als Eisprung. Bis zur Pubertät ruhen die Eizellen im Eierstock. Erst wenn die Geschlechtshormone ins Spiel kommen, beginnen sie zu reifen. Jeden Monat tritt eine Eizelle ihre Reise durch den weiblichen Fortpflanzungstrakt an. Mit Hilfe dieses riesigen Modells werde ich diese Reise imitieren.

Einmal im Monat verlässt eine Eizelle den Eierstock und bewegt sich durch den Eileiter. Hier warte ich kurz, ob ein Spermium vorbeikommt. Um schwanger zu werden, wäre eine Befruchtung innerhalb der nächsten 24 Stunden ideal. Ich werde schneller!

Bleibt sie unbefruchtet, wird die Eizelle zusammen mit der obersten Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Die Regelblutung tritt ein.

Wir nähern uns der Vagina! Das war's! Natürlich nur bis zum nächsten Monat. Dann geht's wieder los!
Wenn mit der Pubertät die Ovulation einsetzt - wie viele von den ursprünglich 700.000 Eizellen sind dann noch übrig? Seit der Geburt hat die Zahl stetig abgenommen.

Die Eizellen entwickeln sich in kleinen Eibläschen oder Follikeln. Manche Follikel reifen und geben die Eizelle frei, die meisten lösen sich jedoch einfach auf.   

Wir stehen hier auf einem Cricketfeld, umgeben von 700 Körben voller Schokoladeneier - also 700.000 Eier insgesamt. So viele Eizellen hatten wir jeweils in unseren Eierstöcken, als wir geboren wurden.
Wahnsinn, oder? Aber es werden weniger! Das fängt schon im Mutterleib an und geht nach der Geburt weiter. Tatsächlich ist von den 700.000, die es anfangs waren, zu Beginn der Pubertät schon die Hälfte weg. Es sind nur noch 300.000, wenn der erste Eisprung einsetzt.

Die Pubertät bringt weitere, weitaus offensichtlichere Veränderungen mit sich. Brüste gibt es in allen Formen und Größen, sie gehören zu den weiblichen Geschlechtsorganen, und man hat sie ein Leben lang. Es ist also nie zu früh, sich darum zu kümmern, dass sie gesund bleiben.
In einer Brustklinik sollen Rachel und ich lernen, wie wir unsere Grundausstattung am besten schützen. Wir haben sogar ein Extrapaar dabei! Ganz schön groß!

Lesley: „Sie brauchen einen größeren BH!“
Ich frag' mich, wie man damit seine Würde wahrt!
Auch wenn's albern aussieht: So erkennt man am besten, um welches Areal es bei der Selbstabtastung geht.

Lesley: „Man sieht daran sehr gut, wie viel Brustgewebe man eigentlich hat. Bei einer echten Brust reicht das Gewebe fast bis ans Schlüsselbein. Das ist vielen gar nicht bewusst - bei „Brust" denken die meisten nur an diesen Teil. Das Gewebe reicht über die Achseln bis hier oben.“

Was muss man beim Abtasten beachten?

Lesley: „Wichtig ist dabei nicht die Technik, sondern dass man weiß, wie die eigenen Brüste beschaffen sind. Man nimmt die Handfläche - vielleicht beim Einseifen oder Eincremen - und sucht nach Knötchen oder Verhärtungen. Achten Sie auch auf plötzliche Veränderungen oder Größenunterschiede. Die meisten Frauen haben ungleich große Brüste. Wenn man sie regelmäßig abtastet, bemerkt man Veränderungen ziemlich leicht.

Rachel: „Meine Mutter hat auf diese Art einen Knoten in ihrer Brust entdeckt. Man muss darauf achten und im Zweifelsfall zur Untersuchung gehen.“

Lesley: „Wie geht's ihr jetzt?“

Rachel: „Der Knoten wurde entfernt, dann kamen Chemotherapie und Bestrahlung. Nach fünf Jahren gaben die Ärzte Entwarnung. Seitdem geht's ihr gut.“

Lesley: „Alles Gute! Und geben Sie auf sich Acht!“

Nach der Pubertät sind aus Mädchen Frauen und aus Jungs Männer geworden. Körperlich sind sie nun bereit. Ihr Sexualleben kann beginnen. Höchste Zeit, Verantwortung zu übernehmen - und sich zu schützen.   

Wenn man sexuell aktiv wird, muss man sich dringend mit dem Thema Geschlechtskrankheiten beschäftigen. Seit Jahrhunderten wissen wir schon, wie man das Infektionsrisiko minimieren kann: mit einem Kondom. Trotzdem nehmen sexuell übertragbare Krankheiten wieder deutlich zu. Unbehandelt können manche Geschlechtskrankheiten zu Unfruchtbarkeit führen - in Extremfällen sogar zum Tod.
Viele sind jedoch heilbar - und verhindern lassen sich alle.
So sehen die beiden häufigsten Geschlechtskrankheiten unterm Mikroskop aus.Für unsere Zwecke nutzen wir allerdings lieber diese Stofftiere. Ich bin gespannt, ob jemand rät, um welche Krankheitserreger es sich handelt!

Ich tipp' auf Salmonellen.
Grün und grässlich!
Magen-Darm-Grippe?
Wir haben's schon mal nicht! Hoff ich jedenfalls!

Tatsächlich handelt es sich um eine riesige Chlamydie. Chlamydieninfektionen treten besonders häufig bei jungen Menschen auf. Studien zufolge ist vermutlich jede 10. Frau unter 25 infiziert. Die Infektion bleibt oft unbemerkt, kann die Fruchtbarkeit aber massiv beeinträchtigen.
Und wie steht's mit dem hier?

Gonorrhöe?

Stimmt: Gonorrhöe. Gonorrhöe ist unter jungen Menschen besonders stark verbreitet. Auch hier sind oft keine Symptome erkennbar, Schäden an Eileiter und Eierstöcken aber ziemlich häufig.

Für jede Frau ist es daher wichtig, über ihren Körper und Monatszyklus Bescheid zu wissen. Sie kann nur an wenigen Tagen im Monat schwanger werden. In der Zeit rund um den Eisprung, das ist etwa vierzehn Tage nach Beginn der Monatsblutung.
Im Tierreich nennt man diese fruchtbaren Tage: Balzzeit. Ich besuche mit Rachel einen Zoo, damit ich mit Hilfe unserer tierischen Freunde die etwas komplizierte Angelegenheit unserer Fruchtbarkeit besser erklären kann.

Rachel, diese Schimpansen wollte ich dir unbedingt zeigen. Unsere nächsten Verwandten. In dem Gehege gibt es ein paar Weibchen und Männchen. Die meisten Weibchen haben derzeit nicht ihre fruchtbaren Tage, außer einer Schimpasendame: Und das ist offensichtlich. Welche könnte es sein?

Rachel: „Ist es dieses Weibchen da?“

Ja genau. Das ist Holly. Und man müsste schon blind sein, um nicht sofort zu erkennen, welche Signale sie sendet. Ihr Hinterteil ist ziemlich angeschwollen und knallrosa. Glaubst du, dass wir auch Zeichen für fruchtbare Tage aussenden?

Rachel: „Also einen rosa Hintern bekomme ich jedenfalls nicht...“

Unsere Zeichen sind möglichweise subtiler. Könnte es sein, dass Frauen an ihren fruchtbaren Tagen bestimmte Signale aussenden? Tatsächlich gibt es dafür konkrete Hinweise.
Man vermutet, dass Frauen mithilfe ihres Kleidungsstils unbewusst ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Phasen kommunizieren. Für eine Studie ließen sich dreißig Frauen zweimal fotografieren.

Auf dem ersten Foto war der Fruchtbarkeitsstatus gerade hoch, auf dem zweiten gering. Dann wurden ihre Gesichter unkenntlich gemacht.
Anhand der beiden Fotos sollte eine gemischte Gruppe von Testpersonen entscheiden, auf welchem Foto die Frau attraktiver auszusehen versucht.

In sechzig Prozent aller Fälle tippten die Befragten auf das Bild, das während der fruchtbaren Tage aufgenommen wurde. Ich finde solche Studien wirklich faszinierend. Sie zeigen, dass Frauen deutlich auf das reagieren, was in ihrem Körperinneren vor sich geht, auch wenn sie sich dessen nicht bewusst sind.

Rachel: „Man sollte davor gewarnt werden...“

Ja wirklich... Nicht selten zahlen sich diese vielleicht unbewussten Signale aus. Und wenn alles klappt, wird die Frau schwanger.
Ich weiß zwar, was in einer schwangeren Frau anatomisch vorgeht, wie es sich tatsächlich anfühlt, weiß ich aber nicht. Mit Hilfe dieses künstlichen Schwangerschaftsbauches hoffe ich es herauszufinden.

Um den Brustkorb wird ein elastischer Gurt gespannt, der meine Atmung erschwert. Dann wird der Bauch mit dreieinhalb Liter warmem Wasser gefüllt und mit Bleigewichten beschwert. Die simulieren den Druck, den Knie und Ellenbogen des Babys auf meine inneren Organe ausüben.

Ich werd' damit ein bisschen herumspazieren und Fahrrad fahren. Obwohl man das in meinem Zustand wohl nicht sollte!
Plötzlich bin ich also im neunten Monat schwanger und zwölf Kilo schwerer. Da fallen einem selbst die einfachsten Dinge schwer!   

Das ist echt anstrengend! Ich fühl' mich wie ein Waschlappen - doch dieser Zustand ist für viele Frauen real!

Man geht anders, bewegt die Hüften anders - und ich bin ziemlich kurzatmig, wegen des Brustgurts. Gehen ist schön und gut, aber normalerweise benutze ich dieses neumodische Gerät!

Ich würde das natürlich nie einer Frau empfehlen, die wirklich im neunten Monat schwanger ist! Aber ich dachte, ich probier' es mal! Ganz schön unbequem! Keine leichte Sache! Das Ding kann jetzt runter - oder?

Normalerweise nimmt man während der Schwangerschaft 10 bis 15 Kilo zu. Zum Gewicht des Babys kommen Gebärmutter, Mutterkuchen, Blut, Fruchtwasser und zusätzliche Fettpolster.

Während der Mann unbegrenzt Kinder zeugen kann, hat die weibliche Fruchtbarkeit ein Verfallsdatum. Rachel muss sich deshalb noch keine Sorgen machen: Mit Mitte Zwanzig hat man noch rund 100.000 Eizellen. In etwa zehn Jahren wird sie ihre biologische Uhr jedoch ticken hören; die Tage ihrer Fruchtbarkeit sind dann bald gezählt. Die Zahl deiner Eizellen nimmt beständig ab. Mit Ende Dreißig sind es nur noch 25.000.

Danach geht es immer schneller: Mit Beginn der Wechseljahre sind es nur noch Tausend. Ein einziger Korb ist am Ende also noch übrig! Aber auch wenn der Rückgang von 700 auf einen frappierend scheint: Tatsächlich enthält selbst dieser eine Korb mehr Eier, als man je im Leben braucht. Wenn man sämtliche Monate der fruchtbaren Jahre zusammen zählt, braucht man allenfalls vier- oder fünfhundert Eizellen.
Und für ein Baby reicht eine!

Geri

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Unser Körper - die Nieren
« Antwort #1 am: 13. August 2010, 20:39 »
http://tv.orf.at/groups/magazin/pool/newtonniere240710

Die Nieren
Das Faszinierendste an unseren Nieren ist wohl die riesige Menge Flüssigkeit, die sie verarbeiten. Über diesen Staudamm fließt in nur sieben Sekunden so viel Wasser, wie ich in meinem ganzen Leben ausscheiden werde. Die Wassermassen, die die Nieren ein Leben lang filtern, sind aber deutlich größer. Sie entsprechen dem Wasser, das in einer Viertelstunde über den Damm fließt -falls ich 80 werde.
 
Das sind die Nieren eines Schweins. Sie sind unseren sehr ähnlich, wie man im Vergleich mit diesem Modell des menschlichen Harntrakts erkennt. Die Nieren sitzen im hinteren Teil des Unterleibs. Sie sorgen dafür, dass alle Flüssigkeiten im Körper die richtige Konzentration haben, damit die Zellprozesse optimal ablaufen.

Außerdem kontrollieren die Nieren die im Körper zirkulierende Flüssigkeitsmenge und filtern Abfallstoffe heraus. Der Harnleiter transportiert den Urin zur Blase.
Nachdem wir jetzt wissen, dass die Nieren so wichtig für uns sind, frage ich mich, wie viel die Menschen über diese Organe wissen.

Passant: Sieht wie eine Leber aus.
Passant: Niere oder Leber.
Passantin: Ich habe keine Ahnung.
Passantin: Das könnte hierher gehören.
Schüler: Das ist eine Niere, und sie gehört hierher.

Die Leute lagen gar nicht so weit daneben. Vom Rücken aus betrachtet, sind die Nieren unter der letzten Rippe positioniert. Der untere Teil der Nieren hängt unterhalb des Rippenbogens.
Hier habe ich die Arterie eingezeichnet, die die Nieren mit Blut versorgt.

Unsere Nieren geben im Laufe des Tages ungefähr eineinhalb Liter Wasser an die Blase ab. Sie arbeiten ununterbrochen, um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten. Genau diese Funktion will ich auf die Probe stellen.
Meine drei Versuchskaninchen dieser Rugby-Mannschaft helfen mir dabei, herauszufinden, wie die Nieren auf Flüssigkeitsentzug reagieren. Vor dem Training wiege ich die Spieler, damit ich später überprüfen kann, wie viel Flüssigkeit sie verloren haben.

Man könnte denken, dass reines Wasser den Flüssigkeitshaushalt nach dem Sport am schnellsten wieder ins Gleichgewicht bringt.
Es geht aber noch schneller, wenn man die Nieren überlistet. Genau auf dieser Theorie basiert die Rezeptur von isotonischen Getränken. Ich mische sechs Gramm Salz mit zwei Litern Wasser. Einer der Rugby-Spieler trinkt diese Lösung nach dem Training.
Der zweite bekommt pures Wasser und der dritte gar nichts. Wie ihre Nieren reagieren, sehen wir, wenn wir später ihren Urin analysieren.
Nachher gebe ich den Spielern genau so viel Wasser, wie sie an Schweiß verloren haben.
Ich bin gespannt, ob unser Experiment funktioniert. Der Spieler, der die Salzlösung trinkt, sollte wenig Urin ausscheiden. Die Nährstoffkonzentration im Blut bleibt gleich, und die Nieren speichern die zusätzliche Flüssigkeit.

Derjenige der Wasser trinkt, müsste am meisten ausscheiden. Seine Nieren müssen stärker arbeiten, um die überschüssige Flüssigkeit abzugeben. Nach dem Training müssen die Spieler noch einmal auf die Waage und bekommen die entsprechende Wassermenge.

Das ist die Salzlösung. Ich habe Zitronensirup untergemischt, damit sie besser schmeckt. Trink sie möglichst schnell.
Hier haben wir eineinhalb Liter Wasser.
Adam, es tut mir leid, aber du darfst nichts trinken. Falls du urinierst, bitte hier hinein.

Inzwischen betrachten wir die Folgen von chronischer Dehydration. Im Urin bilden sich Kristalle, so genannte Nierensteine.

Das ist ein Röntgenbild von einem Patienten mit Nierensteinen. Die Nieren selbst sind nicht sichtbar, den Nierenstein erkennt man jedoch deutlich. Nierensteine können sehr groß werden. Ich habe einige hier. Sie bestehen aus einer Kalziumverbindung und erinnern an Kreide. Der kleinere könnte den Körper auf natürlichem Wege verlassen: Durch Harnleiter und Blase zur Harnröhre hinaus. Das wäre aber sehr schmerzhaft.

Nach zwei Stunden überprüfen wir, was die Nieren der Rugbyspieler in der Zwischenzeit geleistet haben.

Adrian, wie war es bei dir? Du hattest die Salzlösung und hast beinahe 400 Milliliter stark verdünnten Urin ausgeschieden.
Vergleichen wir das mit Jack.
Du hast eineinhalb Liter Wasser ohne Salz getrunken. Und was hast du mir mitgebracht? 500 Milliliter Urin.
Wie erwartet, hat Adam am wenigsten ausgeschieden. Seine Nieren haben das verbleibende Wasser im Körper gespeichert.
Es ist spannend zu sehen, dass unser Versuch die Ergebnisse groß angelegter Studien unterstreicht. Kurz gesagt: Wasser zu trinken und dem Körper Flüssigkeit zuzuführen, ist natürlich gesund. Jack, der pures Wasser getrunken hat, hat jedoch auch ein Drittel dessen wieder ausgeschieden.
Bei Adrian war es deutlich weniger: unter 400 Milliliter. Eine Prise Salz im Wasser hat ihm geholfen, mehr Flüssigkeit im Körper zu behalten.
Der arme Adam hat nur 100 Milliliter ausgeschieden, weil sein Körper die vorhandene Flüssigkeit speichert.

Wir spüren, wann wir Flüssigkeit brauchen, wenn wir Durst haben. Die empfohlene Menge sind eineinhalb Liter Wasser am Tag. Wir müssen also auf die Signale unseres Körpers hören und darauf achten, genug zu trinken. Es muss nicht immer Wasser sein. Vergessen Sie nicht, dass auch Gemüse und Obst eine Menge Flüssigkeit enthalten. Erdbeeren, Orangen und Tomaten bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und sind sehr vitaminreich. Im Mixer kann man daraus tolle Getränke machen.

In der Familie von Grainne O´Neill gibt es einige Fälle von Diabeteserkrankungen. Grainne ist Mutter von zwei Kindern. Und als sie vierzig wurde hat sie begonnen, ihren Lebensstil zu hinterfragen.

Grainne O´Neill: „Um ehrlich zu sein, habe ich mir niemals gedacht, dass mein vierzigster Geburtstag mein Leben verändern könnte. Doch als es soweit war, wurde mir bewusst, dass das bereits die Hälfte meines Lebens ist. Wenn ich doppelt so alt werden möchte, dann muss ich etwas ändern, damit ich miterleben kann, wie meine Kinder groß werden.“

Grainne möchte auf ihre Nieren achten. Die meisten von uns haben diese Organe noch nie zu Gesicht bekommen. Daher habe ich Grainne gebeten zu mir ins Labor zu kommen.

Grainne: „Also, ich bin schon sehr gespannt, eigentlich möchte ich mir das nicht wirklich ansehen, ein wenig nervös bin ich schon, aber ich denke, es könnte ganz lustig werden.“

Ich möchte Grainne zeigen, wie unsere Nieren arbeiten. Die Nieren regulieren das Volumen und die Zusammensetzung unseres Blutes. Sie filtern Abfallstoffe heraus, die mit dem Harn ausgeschieden werden.

Was glaubst du, was wir im Inneren der Niere sehen werden?

Grainne: „Schläuche?“

Ja, es sind kleine Gefäße, die das Blut in den Nieren filtern. Sie sind aber so winzig, dass man sie mit freiem Auge nicht erkennen kann. Ich schneide mal hier durch... Siehst du dieses weiße Ding hier. Da wird der Urin gesammelt. Er wird in der Niere gebildet und dann in diesem weißen Bereich gesammelt. Über den Harnleiter, diesen Schlauch hier, gelangt der Urin dann in die Harnblase.

Wenn jemand einen zu hohen Blutdruck hat, bedeutet das auch eine Gefahr für die Nieren. Hoher Blutdruck ist der Hauptverursacher von Nierenversagen. Man spürt leider nicht, ob man zu hohen Blutdruck hat. Manchmal zeigen sich Symptome wie Schwindel, Ohrgeräusche oder Kopfschmerzen. Wenn Sie häufig unter solchen Symptomen leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Stress kann die Ursache von Bluthochdruck sein: Ich untersuche diesen Zusammenhang im Selbstversuch.

Das ist mein aktueller Blutdruck: 115 zu 87. Die 115 ist der Druck, mit dem das Herz das Blut herauspumpt, und die 87 entspricht dem Ader-Druck zwischen den Herzschlägen. Werte von über 140 zu 90 gelten als Bluthochdruck.
Ich schließe mich jetzt außerdem an einen Pulsmesser an, so dass ich meine Pulsfrequenz beobachten kann. Ich bin schon etwas angespannt, weil ich mich vor dem fürchte, was gleich kommt. - Nämlich eine Spinne. Ich hasse Spinnen.

Der Spinnenforscher Martin Nicholas hat einen seiner Schützlinge mitgebracht: Rosie.

Ist Rosie eine große Spinne?

Martin Nichola: „Relativ groß. Rosie ist eine südamerikanische Rotfuß-Vogelspinne.“

Sie ist riesig. Ich messe besser noch mal meinen Blutdruck. Ich mag Spinnen überhaupt nicht. Die ist ja ziemlich lebhaft.

Martin Nicholas: „Sie ist ganz friedlich.“

Mein Blutdruck ist merklich gestiegen, auf über 140. 140 zu 90, und er lag vorhin noch bei 115 zu 87.

Martin Nicholas: „Willst du es versuchen?“

Das steh ich nicht durch.

Martin Nicholas: „Sie mag dich, sonst würde sie runter springen.“

Das war sehr aufschlussreich. Ganz offensichtlich hat die Angst vor Rosie meinen Blutdruck in die Höhe schnellen lassen. Es ist ein normaler Mechanismus des Körpers, durch den er sich auf die Flucht oder einen Kampf vorbereitet. Der Blutdruck und die Pulsfrequenz steigen in einer Gefahrensituation an. Meine Reaktion auf die Spinne ist also ein völlig normaler Vorgang im Körper. Nur wenn der Blutdruck auf Dauer hoch bleibt, wird er zum Problem.

Sobald Rosie zurück in ihrem Käfig ist, sinkt
mein Blutdruck wieder.

Auch das Leben von Grainne ist mitunter alles andere als geruhsam. Sie organisiert den Haushalt und kümmert sich um ihre zwei Kinder, was manchmal ganz schön stressig sein kann.

Grainne: „Das Kind hat Brechdurchfall und das Telefon läutet. Da ist es mir schon passiert, dass ich statt des Telefonhörers eine Windel in die Hand genommen habe bis mir klar wurde, dass ich mir das Ding nicht ans Ohr halten sollte.“

Stress kann zu hohem Blutdruck führen und damit die Nieren schädigen. Grainne sollte daher auf ihren Lebensstil und ihr Gewicht achten.

Du machst dir Sorgen, Diabetes zu bekommen, weil es Fälle in der Familie gibt?

Grainne: „Ja mein Vater ist Diabetiker, und ein Onkel ist sogar daran gestorben. Es liegt also in meiner Familie und das beunruhigt mich. Vor allem auch, weil ich gesehen habe, wie Diabetes das Leben meines Vaters verändert hat.“

Grainne hat daher beschlossen ihr Leben rechtzeitig zu ändern. Sie möchte das Risiko an Diabetes zu erkranken möglichst gering halten. Als ersten Schritt will sie einige Kilos abspecken.

Fitnesstrainerin: „Sehr gut, sie haben zwei Kilo weniger als beim letzen Mal, wie geht es Ihnen?

Grainne: „Gut.“
Fitnesstrainerin: „Das ist großartig!“

Eine dreiviertel Stunde Training ist ganz schön schweißtreibend. Doch was bringt das für die Nieren? Wenn die Kilos purzeln, dann sinkt auch das Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Grainne: „Ich weiß, ich muss dran bleiben. Sobald ich ein paar Wochen nicht trainieren würde, hätte ich ein Problem. Ich würde gleich wieder zunehmen und alles wäre beim Alten. Ich sehe zwar verschwitzt aus und nicht gerade attraktiv, aber ich fühle mich gut.“

Es ist bewundernswert, wie Grainne dabei ist, ihr Leben zu verändern. Nicht nur ihre Nieren, sondern auch die anderen Organe werden es ihr danken.
Wir werden tagtäglich aufgefordert, gesünder zu leben. Dennoch gibt es europaweit immer mehr Diabetiker.
Die Zunahme an Diabetes-Erkrankungen steht in direkter Verbindung zu den steigenden Zahlen von Übergewichtigen. Vermutlich leiden viele Menschen an Diabetes ohne es zu wissen.

Es gibt eine Reihe von Warnsignalen, die auf Diabetes hinweisen. Dazu gehören ein ständiges Durstgefühl, vor allem nachts ein verstärkter Harndrang, ein allgemeines Gefühl von Müdigkeit, Gewichtsverlust und Juckreiz im Intimbereich. Wenn Sie solche Symptome bemerken, sollten Sie sich auf Diabetes testen lassen.

Diabetes ist Gift für die Nieren. Der überhöhte Zuckerspiegel im Blut beschädigt winzige Blutgefäße, unter anderem auch in den Nieren.

Ich teste nun an mir, wie effektiv meine Organe meinen Blutzuckerspiegel kontrollieren. Das betrifft nicht nur die Nieren, sondern auch die Bauchspeicheldrüse. Wenn ich eine zuckerreiche Mahlzeit esse, sollte meine Bauchspeicheldrüse Insulin produzieren und der Blutzuckerspiegel sinken.

Dieses kleine Gerät benutzen Tausende von Diabetikern täglich. Mir wird es jetzt nach zwölf Stunden Fasten meinen Blutzuckerspiegel anzeigen. Ein Tropfen Blut genügt, um ihn zu bestimmen.

4,9. Das ist im unteren Bereich der normalen Werte. Der Blutzucker sollte zwischen vier und acht Millimol liegen. Ich habe also 4,9 Zuckerteilchen pro Liter Blut im Körper. Und jetzt esse ich was. Wo fange ich bloß an?

Das ist sicher nicht das gesündeste Frühstück, aber Kuchen und Sirup sorgen dafür, dass der Zucker schnell in mein Blut geht. Aber wie schnell genau?

Ich denke, es ist Zeit, meinen Blutzucker nach dem Essen wieder zu messen. – 10,2. In nur zehn Minuten ist mein Blutzucker enorm gestiegen. In der nächsten Stunde werde ich ihn regelmäßig messen und in eine Kurve übertragen. Dadurch können wir verfolgen, wie das Insulin wirkt.

Hier war mein Blutzuckerspiegel vor dem Essen. Nach zehn Minuten ist er auf 10,2 angestiegen. Meine Bauchspeicheldrüse setzt jetzt Insulin frei, aber gleichzeitig nehme ich immer noch Zucker aus der Nahrung ins Blut auf.

Während mein Blutzucker so hoch ist, untersuche ich meinen Urin auf seinen Glukosegehalt. Die Nieren filtern den Zucker zwar aus dem Blut, geben ihn dann aber wieder an den Körper zurück. Im Urin sollte sich also nichts finden - ich überprüfe das.

Hier ist meine Urinprobe, die wir auf ihren Glukosegehalt testen wollen. In meinem Blut sind zurzeit etwa zehn Millimol Glukose pro Liter. Wenn meine Nieren gut funktionieren, sollte kein Zucker in meinem Urin sein.
Das zweite Feld von unten ist eindeutig blau. Das heißt, mein Urin enthält keine Glukose, sondern meine Nieren geben sie an mein Blut zurück, wie sie es sollen.
Ich bin erleichtert, dass meine Nieren so gut arbeiten, aber ich möchte weiter meinen Blutzuckerspiegel beobachten. Wie steht es 25 Minuten nach dem süßen Frühstück?

7,1. Das Insulin tut seine Wirkung, und der Blutzuckerspiegel sinkt langsam. Hätte ich Diabetes, sähe das anders aus. Bei einem Diabetiker wird der Blutzucker nicht durch körpereigenes Insulin wieder gesenkt. Stattdessen steigt er immer weiter.
Das liegt entweder daran, dass die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin produziert oder der Körper dagegen resistent ist. In beiden Fällen steigt der Blutzuckerspiegel auf ein gefährliches Niveau. Für Diabetiker ist es daher extrem wichtig, den Blutzucker regelmäßig zu messen.

Wir haben gesehen, wie wichtig es ist, erste Zeichen für Bluthochdruck oder Diabetes ernst zu nehmen, um unsere Nieren zu schützen. Und ich, ich habe nicht nur meinen Blutdruck sondern auch meinen Blutzuckerspiegel an seine Grenzen gebracht. Von Spinnen habe ich erst einmal genug. Und auch wenn diese Kekse super schmecken, so suche ich mir jetzt doch etwas Gesünderes aus.

Geri

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Newton Sommer mit "Magen und Darm"
« Antwort #2 am: 13. August 2010, 20:43 »

http://tv.orf.at/groups/magazin/pool/newtonmagendarm310710

Magen und Darm

Eine unausweichliche Tatsache des Lebens ist, dass jegliche Nahrung, die durch unseren Mund in den Körper gelangt, ihre Reise früher oder später beendet hat. Seien es Pralinen, Kaviar, exotische Früchte oder einfach Bohnen aus der Dose - sie alle teilen dasselbe Schicksal und enden irgendwann als Exkremente.
 
Ich befinde mich mitten in den Eingeweiden der Stadt, der Londoner Kanalisation, wo jeden Tag Millionen Tonnen Kot enden. Durchschnittlich scheidet man täglich 200 Gramm Kot aus, also sechs Tonnen im Laufe eines 82-jährigen Lebens. Stellen Sie sich das mal auf einem großen Haufen vor: 30.000 Tafeln Schokolade oder zwei asiatische Elefanten.

Der Magen-Darmtrakt erledigt den Großteil der Nahrungsverdauung und -verwertung. Aber wie lang ist er wirklich? Mit Unterstützung der Feuerwehr schätzen Passanten in Bristol die Länge ihres Darms. Dabei rollen sie den Schlauch ganz schön weit aus.

Feuerwehrmann: „Sagen Sie Stopp.“
Passantin: „Ich habe ihn nie gemessen.“
Feuerwehrmann: „14 Meter.“
Passant: „Den ganzen Schlauch, bitte. Das dürfte reichen.“
Feuerwehrmann: „23 Meter.“
Passant: „Der Darm ist ziemlich lang.“
Feuerwehrmann: „Zwölf Meter.“

Das ist alles ein bisschen übertrieben. Der Dickdarm misst etwa eineinhalb Meter und der Dünndarm wäre ausgerollt gute fünf Meter lang. Mal sehen, wer den Magen richtig platzieren kann.

Passantin: „Hier so.“
Passant: „Ich denke mal, in dieser Gegend.“
Feuerwehrmann: „Etwas höher.“

Der Magen sitzt tatsächlich höher, als man denkt. Ich zeichne ihn bei Trevor ein. Der Magen ist genau hier, unterhalb des Zwerchfells und etwa einen Zentimeter von der Unterseite des Herzens entfernt. Die Rippen bedecken ihn teilweise. Atme mal tief ein, damit ich sie sehen kann. Trevors Rippen verlaufen hier, und der Großteil des Magens liegt dahinter. Du darfst jetzt wieder ausatmen.

Die Gesundheit unseres Magendarm-Traktes lässt sich leider nicht immer von außen ablesen. Man muss sich nur mal Lesley Love ansehen. Sie ist schlank, raucht nicht und trinkt nicht. Man könnte meinen, dass sie einen idealen Lebensstil pflegt. Aber nicht, wenn man sieht, wovon sie sich ernährt. Ihr Name reflektiert gewissermaßen ihre leidenschaftliche Persönlichkeit. Ihre große Liebe ist… Schokolade.
Zum Frühstück isst sie eine halbe Tafel weiße Schokolade. Mittags gibt es Kaffee und Pralinen. Das Abendessen besteht meist aus Pommes Frites mit Käse oder Curry-Soße, gefolgt von noch mehr Süßigkeiten. Und das jeden Tag.

Les Love: „Ich habe überhaupt kein Obst oder Gemüse zuhause. Ich bin nicht stolz auf meine Essgewohnheiten. Ich denke, sie sind inzwischen ziemlich außer Kontrolle geraten. Aber ich genieße, was ich esse. Ich liebe Schokolade, Kaffee und Käse. Vielleicht könnte ich das beibehalten, wenn ich auch noch andere Sachen esse - aber das tue ich eben nicht.“

Les ist nicht die einzige, die zu wenig Obst und Gemüse isst. Die meisten Europäer nehmen nur knapp die Hälfte der empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu sich.
Les trennt sich kurzzeitig von ihren geliebten Schokoladenvorräten und macht sich auf den Weg in mein Labor. Aber sogar in ihrem Auto hat sie sich ein Lager angelegt.

Les: „Das Handschuhfach eignet sich hervorragend für meinen Reise-Proviant.“

Der Mangel an Ballaststoffen schwächt höchstwahrscheinlich ihr Immunsystem. Ich will ihr mal zeigen, was im Darm passiert, um sie von einer gesünderen Ernährungsweise zu überzeugen.

Das sind Magen und Darm eines Schweins. Sie sind dem menschlichen Verdauungstrakt sehr ähnlich. Werfen wir einen Blick in den Magen. Wie wär's? Kannst du mir dabei helfen?
Wenn du ihn in der Mitte straff hältst, kann ich ihn mit dem Skalpell aufschneiden. Fühl mal das Gewebe hier, das fühlt sich ganz schleimig an.

Der Magen bewegt sich wellenförmig, um den Speisebrei mit Magensäure zu vermischen. Nach dieser chemischen Vorverdauung gelangt die Masse in den Dünndarm. Die Bauchspeicheldrüse gibt Enzyme in den Darm ab, die das Essen verdauen helfen.

Les Love: „Wie lange dauert das?“

Das hängt von der Ernährung ab. Wenn man viele Ballaststoffe zu sich nimmt, funktioniert die Verdauung schneller als ohne. Jetzt kommen wir zum Dickdarm. Man sieht den Unterschied sofort. Der Durchmesser des Dickdarms ist deutlich größer als der des Dünndarms. In dem Glas befindet sich der Mageninhalt, den ich ausgewaschen habe. Ziemlich flüssig, wie du siehst. Es ist eine Mischung aus allem, was man isst und trinkt. Im Dickdarm wird ihr ein Großteil der Flüssigkeit entzogen. Ich habe etwas von dem Darminhalt des Schweins für dich herausgedrückt. Ein Souvenir für dich.

Wie eine Küchenmaschine knetet der Magen die Nahrung durch, um sie weiter zu zerkleinern. Außerdem wird sie chemisch zersetzt. Eine Mahlzeit bleibt durchschnittlich zwischen einer und vier Stunden lang im Magen.
Allein der Anblick, der Geruch oder sogar der Gedanke ans Essen bringt ihn in Wallung und lässt ihn Magensaft produzieren.

Mit dem Duft eines Sandwiches rege ich meine Magensäure-Produktion an. Gleich werde ich mich einer ziemlich unangenehmen Prozedur unterziehen. Doktor Eugene Lloyd führt mir eine transnasale Magensonde ein. Wie der Name schon sagt, gelangt sie durch meine Nase bis in den Magen. Der Schlauch soll durch die Speiseröhre in den Magen geschoben werden. Hat man Pech, trifft er stattdessen die Luftröhre.

Als er meine Kehle berührt, muss ich würgen, und erst mit einem Glas Wasser gelingt es schließlich, den Schlauch ganz einzuführen. Jetzt können wir endlich etwas von meiner Magensäure entnehmen.
Natürlich quäle ich mich nicht umsonst. Ich will einen wichtigen Teil des Verdauungsprozesses demonstrieren und herausfinden, wie ätzend meine Magensäure ist.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den pH-Wert zu messen. Zuerst verwenden wir Lackmus-Papier. Die roten Farb-Abstufungen zeigen den Säuregehalt an. Diese Flüssigkeit war eben noch in meinem Bauch, und sie sieht extrem säurehaltig aus. Eine genauere Angabe erhalte ich mit dem pH-Meter. Kaum versinken die Elektroden, sinken auch die Zahlen. Ein Wert von unter zwei liegt ganz am sauren Ende der pH-Skala. Extrem saure Säure.

Les Love: „Tödlich, oder?“

Tatsächlich ist mein Magensaft so sauer wie Salzsäure - und genau daraus besteht er auch. Das war mir die Magensonde wert.

Der Magen schützt sich mit einer dicken Schleimschicht vor seiner eigenen Säure. Viele Schmerzmittel greifen diese Schutzschicht an und verursachen so Schäden an der freigelegten Magenwand. Deshalb sollte man Schmerzmittel nie auf leeren Magen nehmen.

Les arbeitet bei einem Makler in der Innenstadt. Sie glaubt, dass der stressige Job zu ihren ungesunden Essgewohnheiten beiträgt - vor allem den acht Tassen Kaffee am Tag. Weil sie sich so ballaststoffarm ernährt, wird die Nahrung nicht schnell genug ausgeschieden.

Les Love: „Wann habe ich zuletzt „groß" gemacht? Da muss ich mal nachdenken. Das ist wohl schon ein bisschen her. Heute jedenfalls nicht.“

Wenn man wenige Ballaststoffe zu sich nimmt, verlängert sich die Passagezeit im Darm - die Zeit, die die Nahrung zwischen Essen und Ausscheiden im Körper verbleibt. Um ihr das zu verdeutlichen, planen Les und ich einen Wettkampf der Därme.
Jeder weiß es, aber niemand spricht darüber: Maiskörner haben die unheimliche Fähigkeit, unseren Verdauungstrakt beinahe unbeschadet zu durchqueren. Wir machen uns das zur Messung der Passagezeit zunutze.
Deshalb gibt es zum Frühstück für uns beide heute mal eine Schüssel Mais.

Wir haben bewusst eine Woche lang auf Mais verzichtet. Außerdem erhöhen wir unsere Chancen auf ein Wiedersehen, indem wir ihn so wenig wie möglich kauen. Wer von uns wird dem Mais zuerst wieder begegnen? Ich mit meiner ballaststoffreichen Ernährung oder die schokosüchtige Les?
Vielleicht ess' ich noch ein paar Dörrpflaumen. Jetzt stoppen wir die Zeit. Ein guter Hinweis auf einen gesunden Darm ist die Häufigkeit des Stuhlgangs. Also, wie oft gehen Sie?

Passant: „Einmal täglich.“
Passantin: „Meist einmal am Tag.“
Passantin : „Keine Ahnung.“
Passantin: „Dreimal am Morgen.“

Natürlich sind wir nicht alle gleich. Alles zwischen dreimal täglich und einmal alle drei Tage gilt als normal. Es ist jetzt 24 Stunden her, dass wir den Mais gegessen haben.

48 Stunden. Für Les sieht es nicht gut aus. Den Erfolg unserer Aktion in einem Bauchtanz-Lokal zu besprechen, finde ich nur passend. Bei mir hat es knapp 27 Stunden gedauert. Und bei dir?

Les Love: „Das wird dich umhauen: Vier Tage und drei Stunden. Wie lange sollte das denn eigentlich dauern?“

Gesund sind ein bis drei Tage.

Les Love: „Und schadet mir das?“

Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine ballaststoffarme Ernährung das Darmkrebs-Risiko erhöht. Krebs hat aber auch genetische Ursachen, und davor kann man sich nun mal nicht schützen.

Les Love: „Ich habe eine genetische Veranlagung. Mein Onkel Frank ist an Darmkrebs gestorben. Das möchte ich auf keinen Fall durchmachen.“

Wenn es in deiner Familie schon einen Darmkrebs-Fall gegeben hat, erhöht das dein Risiko einer Erkrankung. Aber du kannst viel dagegen tun, indem du auf deine Ernährung und deinen Lebensstil achtest. Du kannst weiter essen, was dir schmeckt, aber du musst auch Gemüse essen.

Ich will jetzt mal richtig in mich hineinschauen. Man kriegt das ja sonst nie zu Gesicht, weil man so schwer herankommt.
Bei einer Endoskopie gelangt die Kamera an ihrem Gummischlauch entweder durch den Mund in den Magen oder durch das Rektum in den Dickdarm. Aber der Dünndarm, der dazwischen liegt, ist nur sehr schlecht zugänglich. Eine Kamera am Schlauch kann man so weit nicht einführen. Deshalb erprobe ich heute ein neues medizinisches Verfahren. Ich schlucke eine kleine Kapsel mit einer kabellosen Kamera darin, und dann kann ich meinen eigenen Darm betrachten.
Die Elektroden auf meinem Bauch empfangen das Signal von der Kamera und geben es an das Aufzeichnungsgerät weiter, das ich um die Hüfte trage. Ich hoffe, die Aufnahmen zeigen, dass mein Darm rundum gesund ist.
Die Kamera ist winzig und trotzdem mit der neuesten Technologie ausgestattet. Sie überträgt rund acht Stunden lang zwei Bilder pro Sekunde - insgesamt über 57.000 Bilder. - Sie filmt schon. - Weg ist sie.

Dr. Cockel: „War das schwer?“

Nein. Jetzt ist sie in meinem Bauch - wann sehen wir die Bilder?
Nur ein paar Minuten später ist es soweit.

Dr. Cockel: „Wo, glauben Sie, ist sie jetzt?“

Im Dünndarm. Man erkennt die Zotten an den Wänden.

Dr. Cockel: „Sehr gut.“

Die Kapsel ist durch den Magen in den Dünndarm gewandert.
Es ist seltsam, meinen Darm zum ersten Mal zu betrachten.
Wenn wir das Bild 2.000-fach vergrößern könnten, würden wir solche Bakterien im Dickdarm sehen. Sie brauchen uns, und wir brauchen sie. Es ist die perfekte Symbiose: Sie versorgen uns mit zusätzlichen Nährstoffen, unterstützen das Immunsystem und wehren Durchfall-Erreger ab. Immer öfter hören wir jetzt, dass wir diese Bakterien besser pflegen sollten.
Ich habe den ganzen Einkaufskorb voll mit prä- und probiotischen Produkten. Die probiotischen enthalten die Bakterien selbst, in den präbiotischen sind keine.

Offensichtlich ist nicht jeder so kritisch wie ich. Schließlich stehen funktionelle Lebensmittel inzwischen in jedem Supermarkt, und es kommen immer neue dazu.

Professor Glen Gibson ist Experte für Nahrungsergänzungsmittel. Wenn mich einer überzeugen kann, dann er. Unglücklicherweise empfängt er mich in einem Labor voll stinkender, flüssiger Exkremente, an denen er die Prä- und Probiotika testet. Die Bakterien werden künstlich zugesetzt, oder?

Glen Gibson: “Ja, sie sollen verhindern, dass unser Magen-Darmtrakt Schwierigkeiten macht.“

Gibt es stichhaltige Beweise dafür, dass sie dem Darm gut tun?

Glen Gibson: „Gibt es. Jeder hat mal Verdauungsbeschwerden. Mit Glück gehen sie schnell vorbei, aber es kann auch etwas Ernstes sein. Prä- und Probiotika sollen das Risiko dafür verringern.“

Wie bei allen Waren gibt es auch hier Qualitätsunterschiede. Nicht alle sind schon komplett erforscht. Um die Sache zu vereinfachen: Probiotische Lebensmittel sollten Milchsäure- oder Bifidobakterien enthalten. Und damit sie wirken, müssen es mindestens zehn Millionen pro Portion sein.
Präbiotika entfalten ihre Wirkung erst, wenn man mindestens fünf Gramm täglich zu sich nimmt. Ich glaube, auch ohne Nahrungsergänzungsmittel können wir uns ziemlich gesund ernähren. Mal sehen, ob die Endoskopie das bestätigt.

Aber die Wartezeit scheint mir unerträglich lang. Doktor Cockel geht die Aufnahmen der Kamera mit mir zusammen durch. Nach zwölf Minuten hatte sie bereits den Magen verlassen und den Dünndarm erreicht. Man erkennt etwas Schleim und gelbe Galle - alles völlig normal. Aber dann…
- Das ist ja seltsam. Die Positionsanzeige in der oberen Ecke des Bildschirms zeigt etwas Außergewöhnliches. 

Dr. Cockel: „Eigentlich sollten wir im oberen linken Quadranten sein.“

Das Bild lässt sich für den Laien nur schwer interpretieren.
Ich kann es besser mit einer Zeichnung erklären.
Normalerweise verlaufen die Gedärme so: Die Speiseröhre führt herunter zum Magen, und der Zwölffingerdarm macht darunter eine C-förmige Biegung. Er führt wieder nach oben unter den Magen und es folgen die vielen Windungen des Dünndarms. Aber nicht bei mir.
Bis zum Zwölffingerdarm ist noch alles genauso. Aber dann gibt es keine C-förmige Biegung nach oben, sondern der Zwölffingerdarm führt einfach weiter nach unten. Statt unter den Magen führt er direkt zu den Windungen des Dünndarms. Ich bin also eine anatomische Besonderheit - das gefällt mir. Ist das schlimm?

Dr. Cockel: „Überhaupt nicht.“

Nach weiteren drei Stunden hat die Kapsel meinen Dünndarm durchquert und landet im Dickdarm. Hier sind die Bilder vom Kot verschleiert.

Sieht denn das alles normal für Sie aus?

Dr. Cockel: „Alles im normalen Bereich.“

Es ist sehr beruhigend, dass mein Darm von innen gesund aussieht - auch wenn seine Windungen falsch verlaufen.

Les Love hat sich unterdessen große Mühe gegeben, ihr Leben zu verändern. In der Küche hat sie inzwischen sogar Obst.

Les Love: „Am ersten Tag meines neuen Lebens bekam ich nachmittags furchtbare, pochende Kopfschmerzen. Das waren Entzugserscheinungen vom Koffein und dem Zucker. Zum Glück wurde ich vorgewarnt, aber dass es so schlimm wird, hatte ich nicht erwartet.“

Eine ballaststoffreiche Ernährung kann das Darmkrebs-Risiko senken. Les Love hat ihre Essgewohnheiten vor zwei Wochen umgestellt und kann schon einen ersten Erfolg verzeichnen: Ihre Mais-Passagezeit hat sich von vier auf zweieinhalb Tage verkürzt.
Hoffentlich hat sie Kochen gelernt, bevor sie mich eingeladen hat.

Les hat wirklich ernst gemacht, und ich hoffe, dass sie ihre neue, gesunde Lebensweise beibehält. Es war toll, herauszufinden, dass ich innerlich anders gebaut bin als die meisten. Sogar die transnasale Magensonde hat die damit verbundenen Qualen gerechtfertigt. Aber Les Loves Verwandlung hat mir wohl die größte Freude bereitet.

Geri

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Newton Sommer mit "Unser Augen"
« Antwort #3 am: 13. August 2010, 20:45 »
Es hat seinen guten Grund, dass wir zwei Augen haben. Jedes sieht für sich, aber erst zusammen bilden sie die Realität ab. Die Augen nehmen die Welt aus verschiedenen Perspektiven wahr, und das Gehirn verschmilzt beide Bilder. So entsteht das räumliche Sehen, das uns erlaubt Tiefe und Entfernung zu erkennen.
 
Als Primatin habe ich eine sehr gute Tiefenwahrnehmung. Ich kann deutlich erkennen, wie weit etwas weg ist. Ich sehe genau, wo ich mich festhalten kann. Diese Fähigkeit haben wir von unseren in den Bäumen lebenden Vorfahren geerbt. Ich bin zwar schon öfter geklettert, aber dies ist ein schwieriger Aufstieg, und meine Augen sind dabei unersetzlich.

Unsere Augen haben einen „eingebauten" Autofokus. Ich kann zahllose Details erkennen, wie etwa hilfreiche Felsvorsprünge und die Struktur des Steins. Ich kann den Fokus auch verändern, wenn ich hinunter sehe. Der Aufstieg war schon verzwickt, als ich sehen konnte. Jetzt verbinde ich mir die Augen.

Trevor sieht für mich.

Trevor: „Ich tu mein Bestes.“
Mit der Augenbinde habe ich kein Gefühl dafür, wie weit der Boden entfernt ist.
Trevor: „Stell dich hier drauf.“
Wirklich? Ich stehe praktisch im Nichts. Wo soll ich mich festhalten? Ich habe das Gefühl, nach rechts wegzukippen. Das macht mich ganz nervös. Ich weiß nicht, ob ich meinen Fuß hier abstellen kann. Ich finde keinen Halt. Hilfe. Weiter runter.. Ich kann mich jetzt nur noch voran tasten. Ich kann das Seil weder sehen noch spüren. Das ist beängstigend. Ich fühle Gras und das Seil. Fantastisch. Es ist herrlich, die Augenbinde abzunehmen. Die Aussicht ist umwerfend. Das Auge ist wie eine Kamera, und das ist nicht nur eine Metapher.

Vorne ist die Linse. Die Hornhaut bricht und bündelt das einfallende Licht. Außerdem hat die Kamera eine Blende, die die Lichtmenge reguliert. Unsere Iris übernimmt diese Aufgabe und verändert dabei die Größe der Pupille. Hinter der Iris befindet sich die Linse des Auges, die das Bild zusätzlich scharf stellt. Das gebündelte Licht trifft auf die Netzhaut, die es in elektrische Impulse umwandelt und diese an das Hirn weiterleitet. Alle diese Teile finden sich auch in diesem Auge.

Sarah Crump hat einen Job, der für ihre Augen anstrengend ist. Sie arbeitet täglich am Computer und schaut mehrere Stunden fern. Ein Sehtest, ist bei ihr schon lange überfällig. Und damit ist sie nicht alleine.

Passantin: „Keine Ahnung, wann mein letzter Sehtest war.“
Passant 1: „Noch nie.“
Passant 2: „Ich weiß nicht…“
Passant 3: „Vor zwei Jahren.“
Passant 2: „Vor 13 Jahren.“
Passant 4: „Noch nie, es wird also Zeit.“
Passantin: „Heute morgen.“

Um besser verstehen zu können, wie unsere Augen arbeiten, habe ich Sarah zu mir ins Labor eingeladen. Ich möchte mit ihr ein Pferdeauge sezieren.

Ich reich's dir mal rüber. Es hat nämlich eine eigenartige Konsistenz.
Sarah Crump: „Ja, wirklich. Das fühlt sich seltsam an.“
Komisch, oder? Man kann fühlen, dass es von einer lederartigen Haut umhüllt ist. Dreh das Auge jetzt mal auf die andere Seite. Hier ist der Sehnerv. Genau da. Ganz schön kräftig! Er kommt aus der Rückseite des Auges. In ihm sind all die Nervenfasern, die die optische Nachricht zum Gehirn bringen. Das Auge ist durch die Linse in zwei Teile gegliedert: einen vorderen und einen hinteren Bereich. Siehst du, wie dieses wässrige Zeug hier rauskommt? Ich quetsch das mal raus.
Sarah Crump: „Sieht aus wie Gel.“
So, irgendwo hier sollte die Linse sein... ja, da ist sie: die Linse. Das sieht sehr flüssig aus, das sind aber Zellen, tausende von Zellen.
Sarah Crump: „Ja, sehr flüssig.“
Wir testen jetzt, ob die Linse funktioniert. Du siehst: Sie macht ihren Job ziemlich gut. Nach dem Laborbesuch wird es Zeit für Sarahs Sehtest. Ihren letzten hatte sie vor sechs Jahren.
Sarah Crump: „Ich habe oft Kopfschmerzen und ich weiß nicht warum. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie etwas mit meinen Augen zu tun haben könnten.“
Ein Sehtest alle zwei Jahre kann helfen, Augenkrankheiten rechtzeitig zu entdecken.
Sarah Crump: „Fantastisch! Mein Sehvermögen ist bestens.“

Wer an einer Fehlsichtigkeit leidet, sollte unbedingt eine Brille oder Kontaktlinsen tragen. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Die Laser-Augenkorrektur. In den letzten Jahren ist sie immer beliebter geworden. Immer mehr Menschen unterziehen sich dieser Operation. Auch Neil Hawkins will den Schritt wagen, obwohl ihm vor der Operation gehörig die Knie zittern.

Neil Hawkins: „Ich habe gestern Nacht ernsthaft darüber nachgedacht einen Rückzieher zu machen. Im Zug hierher habe ich überlegt, lieber einfach nur einkaufen zu gehen."

Die Augen werden von einem Computer ausgemessen. Auch die eigentliche Operation läuft computergesteuert ab. Zunächst werden Neils Augen durch Tropfen betäubt. Dann trennt der Laser eine dünne Schicht der Hornhaut teilweise ab, bevor ein zweiter Laser die tiefer liegende Hornhaut abschleift, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Eine Laser-Operation ist nicht bei jedem möglich und kostet außerdem an die 4.000 Euro für beide Augen. Nach einer halben Stunde hat Neil es überstanden.

Neil Hawkins: „Ich kann sehen. Erstaunlich, eine echte Offenbarung. Es ist richtig aufregend.

Das Leben im 21. Jahrhundert fordert unseren Augen einiges ab. Viele von uns sitzen bei der Arbeit den ganzen Tag vor dem Bildschirm. Stimmt es, dass die Augen davon schlechter werden?

Sarah ist eine von Millionen, die am Computer arbeiten. Sie hat noch Glück: Die Angestellten hier machen alle zwei Stunden eine Bildschirmpause. Verändert sich die Sehkraft, wenn wir die Pausen streichen? Sarah und ihre Kollegen spielen heute für mich die Versuchskaninchen. Der Augenarzt Doktor Robert Cubbidge überwacht das Experiment mit mir.

Wir haben sie in Gruppen aufgeteilt: Drei von Ihnen machen keine Pausen, drei legen regelmäßige Pausen ein und eine arbeitet wie immer. Vorher testet Doktor Cubbidge noch einmal ihr Sehvermögen. Der Sehtest dient uns später als Vergleichswert. Danach arbeiten unsere Testpersonen vier Stunden lang nach ihrem jeweiligen Pausenmuster. Anschließend testen wir sie noch einmal und hören, ob sie unter trockenen Augen, Kopfschmerzen oder Müdigkeit leiden. Jetzt kann das Experiment beginnen. Wir wollen herausfinden, wie sich die lange Zeit vor dem Bildschirm auf die Sehschärfe auswirkt. Nehmen wir an, dieser Wasserballon wäre die Linse und meine Finger der sie umgebende Ziliar-Muskel. Wenn wir in die Ferne schauen, ist der Muskel entspannt und die Linse flach. Wenn man etwas in der Nähe betrachtet, wölben die Muskeln die Linse nach vorn. Dadurch wirft sie die Lichtstrahlen gebündelt auf die Netzhaut. Genau wie alle anderen Muskeln kann auch der Ziliar-Muskel ermüden. Wenn man dann vom Bildschirm in die Ferne schaut, entspannt er sich nicht völlig, und das Bild ist verschwommen. Ich bin schon sehr gespannt, ob unser Versuch das bestätigt.
Die Langzeitfolgen sind noch nicht bekannt. Studien zeigen aber, dass es zu vorübergehenden Phasen von Kurzsichtigkeit kommt, wenn man keine Bildschirmpausen einlegt. Nach vier Stunden dürfen unsere Testpersonen endlich eine Pause machen. Es gab tatsächlich auffallende Unterschiede zwischen denen, die pausiert haben und denen, die es   nicht taten. Die Sehtests waren unverändert, aber die Fragebögen zeigten deutliche Abweichungen. In den Fragebögen beklagten sich diejenigen, die durchgearbeitet hatten, vermehrt über trockene, gereizte Augen und Kopfschmerzen.

Ihre Angaben stimmen mit dem überein, was wir erwartet haben, wenn man lange den Bildschirm fixiert. Sie dagegen gehörten vermutlich zu denen, die viele Pausen machen durften? In ihrem Fragebogen steht nichts von Reizungen.

Mitarbeiterin: „Uns ging es gut.“
Ihre Augen waren nicht angestrengt, und sie hatten keine Kopfschmerzen. Wenn man sich pausenlos auf den Bildschirm konzentriert, vergisst man zu blinzeln. Wenn man nicht blinzelt, verteilt man keinen Tränenfilm auf den Augen. Deshalb werden sie trocken und gereizt. Man sollte lieber öfter Pausen machen. Nachdem das geklärt ist - zurück an die Arbeit.

Gezielte Bildschirmpausen beruhigen die Augen dadurch, dass sich die Muskeln entspannen können und wir öfter blinzeln. Gemeinsam mit Doktor Rob Cubbidge erforsche ich das Innere des menschlichen Auges näher.

Rob Cubbidge, University of Birmingham: „Ich mache eine Infrarot-Aufnahme. Blinzeln Sie bitte mal.“
Fotografieren Sie den Augenhintergrund?
Rob Cubbidge: „Genau, und wir können das Bild hier drüben ansehen."
Das ist also meine Netzhaut.
Rob Cubbidge: „Man sieht sehr viele Blutgefäße.“
Das ist die Sehnerven-Scheibe oder Papille, von der aus die Nerven vom Auge zum Gehirn führen.
Rob Cubbidge: ”An der Papille treten die Sehnerven gebündelt aus dem Auge aus."
Das sind die Netzhautgefäße.
Rob Cubbidge: „Die dunkleren sind Venen, die sauerstoffarmes Blut transportieren. Die helleren, dünnen sind Arterien. Auf der Netzhaut gibt es außerdem einen Bereich, den man Makula oder gelben Fleck nennt. Die Makula ist für das Scharfsehen zuständig. Wenn man ein Buch liest oder fernsieht, benutzt man die Makula.“
Im Alter kann es zu einer Makula-Degeneration kommen, bei der dieser wichtige Teil der Netzhaut abstirbt.
Rob Cubbidge: „Die lichtempfindlichen Sinneszellen kollabieren. Dadurch entstehen Narben, die einen blinden Fleck im Sichtfeld verursachen. Im fortgeschrittenen Stadium wie hier, ist die Netzhaut großflächig vernarbt. Dieser Patient gilt als blind.“
Ist hier alles vernarbt?
Rob Cubbidge: „Die Ränder des Gesichtsfelds sind unbeschädigt und funktionieren.“
Er sieht also gar nichts im Zentrum.
Rob Cubbidge: „Ja, und das Zentrum ist das Entscheidende.“
Durch die Makula-Degeneration werden ganz alltägliche Unternehmungen schwierig oder sogar gefährlich. Wie kann man das Risiko einer Erkrankung senken?
Rob Cubbidge: „Zum Beispiel, indem man das Rauchen aufgibt. Rauchen schädigt das Makula-Pigment Lutein, das vor UV-Strahlung schützt. Ohne diesen natürlichen Schutz kann das UV-Licht den Augenhintergrund langfristig beschädigen.“

Einer der lernen musste, mit einer Makula-Degeneration zu leben, ist Danny Gleeson. Bei ihm ist die Krankheit genetisch bedingt.

Danny Gleeson: „Eine Makula-Degeneration kann man sich wie eine Brille vorstellen, auf deren Gläser man im Zentrum zwei Kleckse Vaseline geschmiert hat. So sehe ich die Welt. Dein Gehirn ist ziemlich clever: Du kannst Zeitungen durch einen kurzen Blick auf die Titelseite unterscheiden. „Express" und "Mail" können aber ziemlich ähnlich aussehen. Also, kaufst du die "Times". Wenn der Bus kommt - ich meine, du siehst natürlich nicht, dass der Bus kommt - dann realisierst du erst sehr spät, dass er da ist. Du hast keine Ahnung welche Nummer er hat oder in welche Richtung er fährt. Wenn er dann so nah ist, dass du die Nummer erkennst, ist es meistens schon zu spät und er fährt weiter. Wenn ich in mein Stammlokal gehe, um meine Freunde zu treffen, dann gehe ich hinein und habe keine Ahnung, wer da ist. Du weißt nicht, wer dich anschaut, denn keiner hat ein Gesicht. Ein Experte hat mir mal gesagt, dass ich meine periphere Sicht immer behalten werde. Also kann ich noch ins Pub gehen, wenn ich achtzig bin.“

Um ihre Augen vor Krankheiten wie der Makula-Degeneration zu schützen, muss Sarah ihre Essgewohnheiten ändern. Ernährungs-Experte Ian Grierson wird ihr dabei einige Tipps geben.

Sarah Crump: „Sind Karotten wirklich so gut für die Augen?“
Ian Grierson, University of Liverpool: “Ja, tatsächlich. Sie enthalten besonders viel Vitamin E. Das ist ein tolles Antioxidanz und gut für die Gesundheit unserer Retina. Aber es gibt noch besseres Gemüse für die Augen. Halte dich an die Ampel-Farben: grüne, gelbe und rote Früchte schützen die Retina und die Makula des Auges.“
Sarah Crump: „Also was soll ich kaufen?“
Ian Grierson: „Grünes Gemüse ist besonders gut. Es enthält einen Farbstoff, der vor allem in der Linse und der Makula angereichert ist. In der Makula liegt unser zentrales Sichtfeld."

Der Farbstoff, von dem Ian spricht, heißt Lutein. Er kommt in allen grünen Blattgemüsen vor und ist für die Gesundheit unserer Augen unverzichtbar. Lutein ist gelb. Der Farbstoff wird sichtbar, wenn grünes Blattgemüse verwelkt. Normalerweise schützt das Lutein die Augen sehr effektiv. Eine der größten Gefahren für die Netzhaut lauert dennoch überall: Das Sonnenlicht. Ich habe dieses Prisma mit in die Sonne genommen, um das sichtbare Licht in seine einzelnen Farben zu spalten. Wenn ich das Prisma drehe, kann ich einen Regenbogen entstehen lassen: Von rot über orange, gelb, grün, blau und violett. Jede dieser Farben hat eine eigene Wellenlänge. Rot hat eine vergleichsweise große Wellenlänge, während blau eine deutlich kürzere hat. Das UV-Licht liegt außerhalb des sichtbaren Spektrums, aber es ist trotzdem vorhanden. Seine Wellenlänge ist noch kürzer als die des blauen Lichts. Ich kann beweisen, dass es existiert, weil ich einen UV-Sensor habe. In meiner Hand misst er nichts, aber in der Sonne schlägt er sofort aus. Auch die unsichtbare Strahlung lässt sich also messen. Jeder weiß, dass UV-Licht schädlich für die Haut ist - aber wie ist es mit unseren Augen? Wer sich zu häufig ungeschützt der UV-Strahlung aussetzt, hat ein erhöhtes Risiko an Grauem Star zu erkranken. Schützt eine Sonnenbrille wirksam vor den unsichtbaren Strahlen?

Die ist sehr bequem. Was kosten die?
Verkäuferin: „Zwischen 150 und 240 Euro.“
Die große Brille schützt das ganze Gesicht. Ist guter UV-Schutz teuer?
Passantin 1: „120 bis 150 Euro sollte man für eine Brille mit UV-Schutz schon ausgeben.“
Passant: „150 Euro?“
Passantin 2: „Für UV-Schutz gebe ich nicht viel aus, mir ist er auch nicht wichtig.“
Passantin 3: „Ich suche sie nach dem Design aus, der UV-Schutz ist zweitrangig."

Im Ausverkauf habe ich richtig zugeschlagen. Diese Brille für zwölf Euro mit Perlmutt-Effekt verspricht hundertprozentigen UV-Schutz. Genau wie diese Kinderbrille, bei der ich das unbedingt überprüfen will. Sie ist jedenfalls richtig schick.

An der Aston Universität in Birmingham testen Doktor Colin Fowler und ich den UV-Schutz der Brillen.
Sie haben da die Gläser von der silbernen Brille. Können wir überprüfen, ob sie die UV-Strahlung abhalten?
Colin Fowler, Aston University, Birmingham: ”Wir stecken sie einfach in das Messgerät. Das Gerät misst, welche Strahlen durch das Glas dringen. Es ist ein gebündelter Lichtstrahl verschiedener Wellenlängen.“

Die Wellenlänge des Lichts wird in Nanometern gemessen. Die gefährlichen UV-Strahlen liegen zwischen 280 und 400 Nanometern. Unsere Messung zeigt, ob Sonnenbrillen unsere Augen davor schützen. Wir sind beim sichtbaren Licht angelangt, und es ist keine UV-Strahlung durchgedrungen. Die Preisspanne der Sonnenbrillen, die wir prüfen, reicht von fünf Euro-Kinderbrillen bis hin zu 240 Euro teuren Designerbrillen. Einige davon geben an, die UV-Strahlung zu hundert Prozent abzublocken, während andere gar keine Angaben machen. Worauf muss ich also beim Kauf achten?
Colin Fowler: „Die Sonnenbrille sollte zumindest das CE-Zeichen tragen. Es bestätigt, dass sie die grundlegenden Sicherheitsanforderungen erfüllt. Alle Sonnenbrillen haben den UV-Test bestanden - von den billigsten zur teuersten. Obwohl eine so kostspielige Brille nicht nötig wäre, werde ich sie behalten.“

In dieser Folge haben wir gesehen, dass regelmäßige Bildschirm-Pausen unsere Augen entlasten. Dass man für den UV-Schutz einer Sonnenbrille nicht hunderte von Euro ausgeben muss, sondern aufs CE-Zeichen achten sollte und wie wichtig es ist, alle zwei Jahre einen Sehtest zu machen. Es ist also ganz einfach, auf die Gesundheit unserer Augen zu achten. Jetzt müssen mich meine Augen nur noch heil runterbringen!

Geri

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NEWTON - DAS SOMMERPROGRAMM
Unser Körper im Härtetest
Unser Körper ist erstaunlich, er vollbringt tagtäglich wahre Höchstleistungen. Doch wie sind unsere Organe aufgebaut und wofür genau sind sie zuständig?
Die junge Ärztin, Alice Roberts, zeigt mit vollem Körpereinsatz und viel Spaß an der Sache, wie unser Organismus funktioniert.

      Sa, 14.08.2010   
18:20      
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Newton - Das Sommerprogramm
Unser Körper im Härtetest
Die Haut
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Wiederholung am So, 15.08.10, 05:30 Uhr
Wiederholung am Mo, 16.08.10, 12:35 Uhr
   

      Sa, 21.08.2010   
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Newton - Das Sommerprogramm
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admin

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Heute im ORF - 12.35h: Newton Sommer mit "Unser Körper" (Lunge)
« Antwort #5 am: 30. August 2010, 11:12 »
NEWTON - DAS SOMMERPROGRAMM

UNSER KÖRPER IM HÄRTETEST

Die Lunge
 
15 mal in der Minute, 900 mal in der Stunde, 21.600 mal am Tag. Wir atmen ständig ein und aus, ohne es zu merken. Unsere Lunge arbeitet ununterbrochen. Sie ist ein echtes Hochleistungsorgan.
In der letzten Folge von „Unser Körper im Härtetest“ dreht sich alles um unsere Lunge. Die junge Ärztin Alice Roberts möchte herausfinden, wie das Atemorgan aufgebaut ist, wie es funktioniert und vor allem, wie man es schützen kann.
Die Lunge sorgt dafür, dass unsere Organe ständig mit Sauerstoff versorgt sind und das Abfallprodukt Kohlenstoffdioxid aus dem Körper gebracht wird. Tausende kleine Bläschen sind für den Austausch der beiden Gase verantwortlich. Die Oberfläche dieser Bläschen ist gewaltig – wie groß genau, zeigt Alice Roberts, indem sie eine Schweinelunge aufpumpt.
Außerdem trifft Alice Roberts die Akrobatin Lisa Garrity, die nicht nur eine begeisterte Sportlerin, sondern auch eine leidenschaftliche Raucherin ist. Bis zu 40 Zigaretten am Abend setzten ihrer Lunge ganz schön zu. Ob Alice sie dazu bringen kann, mit dem Rauchen aufzuhören?

Eine Bearbeitung von Susanne Kainberger

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http://tv.orf.at/newton

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Unser Körper im Härtetest
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« Letzte Änderung: 30. August 2010, 11:12 von admin »