Fakten zum Blasenkrebs:
http://www.matritech.de/files/d-nmp78.pdf Urothelkarzinom, 2006
Das Urothelkarzinom ist ein maligner Tumor, den wir Urologen in den letzten 40 Jahren auf der
Basis einer symptomorientierten Diagnostik weder in der Stadienverteilung bei Primärdiagnose
noch in der Quote der Fünf-Jahres-Überlebenszeit verbessert haben.
Die Schätzung des Robert-Koch-Institutes von 1995 ging für die Bundesrepublik von etwa
16.000 Neuerkrankungen aus. Im Jahr 2004 ist die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen auf 24.700 angestiegen.
Klinisch wissenschaftliche Studien beschreiben einen Anteil von invasiven Karzinomträgern dem jeweiligen Untersuchungspopulationen von etwa 15 bis 20% in internationalen Publikationen,
während die Krebsregisterdaten aus dem Saarland und den „neuen Bundesländern“ einen Anteil von
invasiven Tumorträgern zum Zeitpunkt der Primärdiagnose von 25 bis 33% dokumentieren können.
Für das Jahr 2004 beschreibt das Krebsregister Brandenburg sogar einen 54%tigen Anteil von invasiven Tumorträgern, Tendenz steigend.
Als weitere negative Faktenbeschreibung muss die Arbeit von Brenner und Kollegen aus dem
Deutschen Ärzteblatt September 2005 betrachtet werden, bei der für das Urothelkarzinom als
einziger malignen Erkrankung eine Verschlechterung der Fünf-Jahres-Überlebensrate von
68% im Zeitraum von 1988 bis 1992 auf 58% im Zeitraum von 1998 bis 2002 aus der Gruppe der
20 relevantesten Malignome beschrieben wurde. Alle anderen Malignome zeigen eine Verbesserung
der Fünf-Jahres-Überlebensrate im Beobachtungszeitraum.
Für das Urothelkarzinom sind definierte Risikofaktoren bekannt und gesichert. Es handelt sich
hierbei um das Alter, das Geschlecht, das Rauchverhalten über die Lebenszeit, die berufsbedingte
Exposition mit onkogenen Toxinen, chronische Medikamenten Exposition (Phenacitin, Endoxan)
und durchgeführte Bestrahlungen im kleinen Becken (Intervall größer 10 Jahre).
Fakten aus Sicht der Kostenträger
Für präventiv diagnostische Maßnahmen beim Urothelkarzinom gibt es aktuell keine Evidenz
basierten gesicherten Daten und daher auch keine Kostenübernahme für diese Diagnostik.
ZusammenfassungDer medizinische Betreuungsprozess
beim Urothelkarzinom, auf dem Boden von subjektiven
Symptomen der Betroffenen,
kommt in circa 30% der diagnostizierten Tumorträger mit der Zielsetzung
einer heilenden Therapie zu spät. Urinlösliche urotheliale Tumormarker stellen die Basis dar, mit
der asymptomatische Risikopersonen auf das Vorliegen eines Urothelkarzinoms mit nicht invasiver
Diagnostik getestet werden können. Dabei besteht für NMP22 eine Sensitivität von 73% auf dem
Boden von 8856 publizierten Messungen im Zeitraum zwischen 1996 und 2002 (Meta-Analyse).
Das heißt, urinlösliche urotheliale Tumormarker haben nicht nur einen biologischen und rationalen
Hintergrund, sondern ermöglichen sogar einen rationellen präventiv-diagnostischen Behandlungsprozess,
der die Chance bietet, die urologische Effektivität beim Urothelkarzinom in Zukunft zu
verbessern.
Wir dürfen in der Zukunft nicht mehr auf unsere Urothelkarzinom Patienten warten sondern
sollten uns aktiv um die Risikopopulation der Urothelkarzinom gefährdeten Menschen kümmern.
Das Instrumentarium der urinlöslichen Tumormarker bietet dazu im Moment die beste Grundlage, um
den Zeitpunkt der Diagnosestellung deutlich vorzuverlegen und damit die Perspektive der malignen
Erkrankung Urothelkarzinom zu verbessern.
Neben dieser medizinischen Perspektive bieten validierte, praktikable und wirtschaftliche Parameter
wie zum Beispiel NMP22® BladderChek™ Test in der niedergelassenen urologischen Praxis auch
sinnvolle wirtschaftliche Aspekte auf dem Boden der IGEL-Leistung.
Anmerkung:
Obiges gilt von den Zahlen her für Deutschland. Die %uelle Festlegung ist ident mit Österreich.
Vor allem Raucher (jeder zehnte hat bereits Blasenkrebs ohne es zu wissen, Studie hier im Forum!) und
Mitarbeiter in gefährdeten Berufen (bis 25 % der Krebspatienten wurden dies beruflich, siehe hier im Forum!)
sollten Vorsorge treffen (siehe hier im Forum und Infos über blasenkrebs@krebspatient.at )