Krebsarten übergreifend, diverse Themen > Misteltherapie
MISTELTHERAPIE bei Krebserkrankung, aber wann, wie lange, und welche?
Josef:
http://www.kompetenznetz-leukaemie.de/kn_home/InfoPatienten/alternativmedizin/mistel.htm
Kompetenznetz "Akute und chronische Leukämien"
Informationen für Patienten
Alternativmedizin - Misteltherapie
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Das größte Interesse im Bereich Alternativmedizin gilt nach wie vor der Mistel. Eigene Erfahrungen des Informationszentrums "Akute und chronische Leukämien" sowe eine Auswertung von repräsentativen Stichproben aus Anfragen an den Krebsinformationsdienst (KID) unterstützen diese Beobachtung (1). Aus diesem Grunde soll im Folgenden auf den Einsatz von Misteln bei Krebspatienten im allgemeinen - und bei Leukämiepatienten im Besonderen eingegangen werden:
Vorbemerkungen (Informationszentrum)
Allgemeine Informationen
Geschichte
Laborchemische, tierexperimentelle und präklinische Studien
Klinische Studien
Nebenwirkungen
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Vorbemerkungen (des Informationszentrums):
Misteltherapie bei Leukämiepatienten
( A. Hellenbrecht, N. Gökbuget - Informationszentrum)
Es liegen zum jetzigen Zeitpunkt keine Untersuchungen vor, die sich mit dem Stellenwert von Mistelpräparaten in der Leukämietherapie befassen. Die im Artikel besprochenen Studien beziehen sich beinahe ausschließlich auf solide Tumoren. Doch selbst bei den soliden Tumoren ist die Datenlage zur Zeit widersprüchlich. Positive oder negative Effekte der Misteltherapie auf Überleben und Krankheitsverlauf konnten weder bewiesen, noch ausgeschlossen werden.
Im Unterschied zu den soliden Tumoren ist bei den Leukämien besonders zu berücksichtigen, daß die Erkrankung Zellen des Immunsystems befällt und dass im Erkrankungs- und Therapieverlauf zusätzliche Veränderungen des Immunsystems auftreten. Es besteht deshalb die Gefahr, dass ein Eingriff in das Immunsystem, wie er als Wirkprinzip für die Misteltherapie postuliert wird, unkontrollierbare Folgen hat. Damit besteht - anders als bei anderen ganzheitlichen Therapieansätzen - nicht nur die Gefahr, dass die Therapie keinen Nutzen hat und hohe Kosten verursacht, sondern auch das Risiko einer Verschlechterung der Grundkrankheit. Von einem Einsatz von Mistelpräparaten bei Leukämiepatienten muß deshalb abgeraten werden. Auch einige Hersteller äußern sich zum Einsatz von Mistelpräparaten bei bösartigen Erkrankungen der blutbildenden Organe bzw. des Blut- und Lymphsystems ausdrücklich zurückhaltend.
In verschiedenen EORTC-Studien wird derzeit der Einsatz von Mistelpräparaten bei soliden Tumoren untersucht. Studien zur Wirksamkeit von Mistelpräparaten bei Leukämien und Lymphomen stehen dagegen noch aus.
Weiterführende deutschsprachige Literatur und Internet-Links zur kontroversen Diskussion über die Misteltherapie:
1. Mistel in der Krebstherapie: Fragwürdige Ergebnisse neuerer klinischer Studien
Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 1-2 vom 05.01.2004
Dieser Artikel im Internet
2. Mistelextrakt (Iscador u.a.): Zurück in die präklinische Prüfung?
arznei - telegramm 2001; Jg. 32, Nr. 6, S. 58
Dieser Artikel im Internet
3. Nutzen von Mistelextrakt (Iscador u.a.) bleibt fraglich.
arznei - telegramm 2001; BW blitz a-t 01/17
Dieser Artikel im Internet
4. Die Mistel zwischen Mythos und Wissenschaft
Deutsches Ärzteblatt 96, Heft 10, März 1999; A-640 (64)
Dieser Artikel im Internet
5. Schweigen über die Mistel (Arbeitsgruppe biologische Krebstherapie)
Dieser Artikel im Internet
6. Was Krebspatienten wissen wollen - alternative Krebstherapie seit 1991
Deutsches Ärzteblatt; 100;Heft 18; Mai 2003; S.1185
Dieser Artikel im Internet
7. K. Münstedt, A. Entezami, U. Kullmer: Onkologische Misteltherapie - zur Anwendung und Bewertung der Wirksamkeit durch Ärzte
DMW 2000, 125. Jg., Nr. 41; S. 1222 - 1226
8. Beuth J.: Phytotherapeutische lektinnormierte Misteltherapie in der Onkologie - Update 2002
Deutsche Zeitschrift für Onkologie; 2002; 34; 59 - 64
9. S. Gabius, H.-J. Gabius:
Lektinbezogene Mistelanwendung: experimentelle Therapieform mit präklinisch belegtem Risikopotential (Kommentar)
DMW 2002; 127. Jg.; Nr. 9; S. 457 - 459
Bei der nachfolgenden Übersichtsarbeit zur Misteltherapie bei Tumorerkrankungen handelt es sich um die Übersetzung eines Artikel des National Cancer Institutes (NCI), der im Original unter http://www.nci.nih.gov/cancerinfo/pdq/cam/mistletoe nachgelesen werden kann. Das NCI hat die Übersetzung von Texten ausdrücklich genehmigt. Für eventuelle Fehler, die durch die Übersetzung entstanden sind, kann keine Haftung übernommen werden; im Zweifelsfall ist die Originalquelle hinzuzuziehen. Übersetzt durch A. Hellenbrecht, Informationszentrum im Kompetenznetz (Stand Oktober 2003)
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Übersetzung der Übersichtsarbeit des NCI
Allgemeine Informationen
Die Mistel ist eine semiparasitäre Pflanze und findet derzeit große Beachtung, weil sie als potentielles Anti-Krebs Mittel gilt. Mistelextrakte zeigten in vitro eine Abtötung von Krebs-Zellen[1-15] Übersichtsarbeit in [16,17] , sowie eine Stimulation des Immunsystems in vitro und in vivo [18-48] Übersichtsarbeit in [17,49-60].
Zwei Bestandteile der Mistel - das Viscotoxin und das Viscolektin - scheinen für diese Effekte verantwortlich zu sein [1,4,7,9-11,13,24,26-28,30-33,35,36,38-42,46-48,61-63] Übersichtsarbeit in [16,17,43,49-52,54-59,64-67]. Viskotoxine sind kleine Proteine die eine zellabtötende und möglicherweise immunsystemstimulierende Wirkung aufweisen [7,13,47,48] Übersichtsarbeit in [50,64]. Lektine sind komplexe Moleküle aus Proteinen und Kohlehydraten, die an die Außenseite von Zellen binden können (z.B. Immunsystem-Zellen) und darin biochemische Veränderungen auslösen [17,51,56,68-71]. Angesichts ihrer immunstimulierenden Wirkung, wurde die Mistel als eine Art "biological response modifier" bezeichnet [51]. Biological response modifier stellen eine bestimmte Gruppe von biologischen Molekülen dar, die einzeln oder in Kombination mit anderen Substanzen zur Behandlung von Krebs oder zur Minderung von Nebeneffekten während einer Krebsbehandlung eingesetzt werden.
Die Mistel wird vornehmlich in Europa verwendet, wo ihre Extrakte unter verschiedenen Handelsnamen (Iscador, Helixor, Eurixor, Isorel, Iscucin, Plenosol oder ABNOBAviscum) kommerziell vertrieben werden. Manche Extrakte werden unter mehr als einem Handelsnamen vertrieben. Zum Beispiel werden Iscador, Isorel, und Plenosol auch als Iscar, Vysorel und Lektinol vertrieben. All diese Produkte werden aus der Pflanze Viscum album Loranthacea (Viscum album L. oder europäische Mistel) hergestellt. (...)
Misteln wachsen als Parasiten auf verschiedenen Baumsorten und die chemische Zusammensetzung der daraus gewonnenen Präparate hängt ab:
1. von der Art des Wirtsbaumes (z.B. Apfel, Ulme, Eiche, Kiefer, Pappel oder Fichte)
2. von der Jahreszeit in der die Pflanzen geerntet werden
3. davon, wie und von welchem Hersteller sie zubereitet werden [4,72] Übersichtsarbeit in [15,49,51,52,54-56] .
Mistel-Extrakte werden als wässrige Lösung oder als Lösung aus Wasser und Alkohol zubereitet und können fermentiert oder unfermentiert sein [4,13] Übersichtsarbeit in [8,11,20,37,52,53,72-74]. Manche Extrakte werden nach homöopathischen Prinzipien hergestellt, andere nicht [17,75]. Die kommerziellen Produkte können auch hinsichtlich des Wirtsbaumes der Mistel unterteilt werden. Iscador zum Beispiel, ein fermentiertes, wasserlösliches Extrakt von Viscum album L., das nach homöopathischen Kriterien hergestellt wird, wird untergliedert in Iscador M, Iscador P, Iscador Q und Iscador U . Helixor, ein unfermentiertes, wässriges Extrakt aus Viscum album L, das charakterisiert ist durch seinem biologischen Effekt auf humane Leukämiezellen in vitro, wird als Helixor A, Helixor M und Helixor P vertrieben [52]. Von Eurixor, einem ebenfalls unfermentierten, wässrigen Extrakt aus Viscum album L., das aus Pappeln gewonnen wird, wird berichtet, dass es standardmäßig eine spezifische Menge des Mistellektins ML-I enthalten soll [52]. Einige Befürworter der Misteltherapie vertreten die Ansicht, dass sich die Auswahl des Präparates nach der Tumorart und dem Geschlecht des Patienten richten sollte [76] Übersichtsarbeit in [52,55,77] .
Mistel-Extrakte werden üblicherweise subkutan injiziert, es sind aber auch andere Applikationsformen (oral oder intrapleural) beschrieben [27,36,42,45,46,51,57-59,65,66,76-94] Übersichtsarbeit in [52,53,55,56,60,75] . In den meisten veröffentlichten Studien, wurden die Mistel-Extrakte 2 - 3 mal wöchentlich subkutan injiziert, während die Gesamtdauer der Therapien beträchtlich variierte.
In den USA ist Viscum album in der Homeopathic Pharmacopoeia (HPUS) aufgeführt, die ein offiziell anerkanntes Kompendium für homöopathische Arzneimittel in den USA darstellt [95]. Auch die Food and Drug Administration (FDA) wacht als Kontrollbehörde über homöopathische Arzneimittel. Die FDA wird normalerweise nur eingeschaltet, wenn es sich um Medikamente zur Injektion handelt, oder Hinweise für schwere Toxizität bestehen. Derzeit erlaubt die FDA in den USA weder Import noch Vertrieb von injizierbaren Mistelpräparaten (eingeschlossen homöopathische Zubereitungen), außer für klinische Forschungszwecke. Die FDA hat den Gebrauch von Mistelpräparaten zur Behandlung von Krebs bisher nicht freigegeben.
(...)
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Geschichte
Misteln sind seit hunderten von Jahren wegen ihrer medizinischen Wirkung in Gebrauch Übersichtsarbeit in [1-6]. Sie wurden Berichten zufolgen bereits von den Druiden und den alten Griechen verwendet und finden in Legenden und im Volkstum als Wundermittel Erwähnung. Sie wurden zur Behandlung verschiedenster Krankheiten eingesetzt, wie z.B. Krebs, Epilepsie, Infertilität, Menopause-Beschwerden, nervöse Spannungszustände, Asthma, Hypertonus, Kopfweh und Dermatitis. Das moderne Interesse an der Mistel als Anti-Krebsmittel begann um 1920. Seit 1960 sind mehr als 30 klinische Studien über die Mistel zur Behandlung von Krebserkrankungen publiziert worden [7-36] Übersichtsarbeit in [3,37,38] . Die meisten der Ergebnisse wurden ausschließlich in Deutschland veröffentlicht.
Wie bereits erwähnt, bestehen die vermuteten Wirkmechanismen der Mistel, die für die Krebstherapie relevant sein könnten, vor allem in der Stimulation des Immunsystems [7,39-68] Übersichtsarbeit in [1-3,8-11,37,38,69-72] und einer direkten toxischen Wirkung auf die Tumorzellen [73-89] Übersichtsarbeit in [1,69,71,90]. Eine andere Wirkung über die berichtet wird und die für ein optimal funktionierendes Immunsystem von Krebspatienten relevant sein könnte, ist die DNA-Stabilisierung in weißen Blutzellen, einschließlich weißer Blutzellen die DNA-schädigenden Chemotherapeutika ausgesetzt waren [91-94] Übersichtsarbeit in [95] .
Studien mit Mistelpräparaten zeigten eine Zunahme der Zellzahl und eine gesteigerte Aktivität verschiedener Formen weißer Blutzellen [7,40-68] Übersichtsarbeit in [2,3,8,9,11,29,38,69-72,93,95-98]. Zytokine die das Immunsystem stimulieren, wie das Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNFα
) wurden von weißen Blutzellen freigesetzt, nachdem diese mit Mistel-Extrakten in Verbindung gebracht wurden [42,47,57,61,64] Übersichtsarbeit in [1,3,8,11,29,37,38,69-72,91,93-96,98]. Andere Hinweise legen nahe, dass die zytotoxische Wirkung der Mistel-Extrakte auf einem Eingriff in die Proteinsynthese in Ziel-Zellen beruhte [4,73,81,90,99] Übersichtsarbeit in [3,8,61,69-72,79,86,89,92,95,98,100,101] und in der Einleitung des programmierten Zelltodes (Apoptose) beruhen könnte [83,95,102] Übersichtsarbeit in [3,63,69,72,87,98]. Misteln könnten außerdem eine Art Brückenfunktion besitzen, die Effektorzellen des Immunsystems mit Tumorzellen zusammenführt [46,103] .
Wenngleich sowohl die Viskotoxine als auch die Lektine als aktive Komponenten der Mistel definiert wurden, so konzentriert sich die Forschung hauptsächlich auf die Lektine [4,7,9-11,45,47,48,51-54,56,57,59-62,66,73-76,81-83,86,88-90,95-99,99,101,101] Übersichtsarbeit in [3,8,12,37,69,70] . Aufbereitete Mistellektine zeigten zytotoxische und immunstimulierende Aktivität. Vier verschiedene Lektine - ML-I, ML-II, ML-III und chitinbindendes Viscum album Agglutinin konnten bis heute in Misteln identifiziert werden. ML-I könnte für viele der biologischen Mistelwirkungen verantwortlich sein. Wurden z.B. laborchemische Methoden verwendet, die ML-I selektiv in den Viscum album Extrakten verminderten, so reduzierten sich deren zytotoxische und immunstimulierende Wirkung entscheidend [62,83]. Es muss angemerkt werden, das durch Fermentation die größte Menge ML-I Lektin zerstört wird [104] Übersichtsarbeit in [2,100] .
ML-I besteht aus einer alpha-Kette und einer beta-Kette, die voneinander getrennt werden können [4,53,86,89,90] Übersichtsarbeit in [2,3,8,12,59,61,69-71,79,81,86,88,95,98-101]. Jede der Einzelketten scheint für einen Teil der Wirkungen verantwortlich zu sein, die für das intakte Lektin beschrieben sind. Zytotoxizität ist demzufolge hauptsächlich mit der alpha-Kette assoziiert. In laborchemischen Studien koppelte die ML-I alpha-Kette an monoklonale Antikörper und setzte die Produktion von Immunotoxinen in Gang, die wiederum auf spezifische Zelltypen zielen und diese abtöten [105,106] Übersichtsarbeit in [70] .
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Laborchemische, tierexperimentelle und präklinische Studien
Die immunstimulierenden und zytotoxischen Eigenschaften der Mistel sind jeweils sowohl in laborchemischen, als auch in tierexperimentellen Studien untersucht worden.
Labor-Studien zeigten, dass Mistelextrakt die Aktivität weißer Blutzellen in vitro stimulieren kann und sie anregt, Moleküle freizusetzen, von denen man annimmt, dass sie für die Immunantwort bei Krebs wichtig sind [1-10] Übersichtsarbeit in [11-18]. Zusätzlich zeigte Mistel-Extrakt zytotoxische Wirkung gegen eine Vielzahl von Krebszellen von Maus, Ratte und Mensch in vitro [19-36] Übersichtsarbeit in [12,37,38]. Andererseits wurde in einer Studie das in vitro Wachstum verschiedener humaner Krebszellen durch niedrig dosiertes gereinigtes ML-I Lektin stimuliert [32].
Tierstudien zur Inhibierung des Krebszellwachstums durch Mistellektin an Tieren ergaben unterschiedliche und widersprüchliche Ergebnisse [18,20,24,26,30,36,39-45] Übersichtsarbeit in [12,15,38,46]. In den meisten dieser Studien wurde Mistelextrakt entweder subkutan oder intraperitoneal verabreicht.
In einer tierexperimentellen Studie, erhöhte eine Therapie mit Iscador M die Überlebenszeit von Mäusen, denen ein bestimmter Typ mausspezifischer Krebszellen (Ehrlich Aszites) eingepflanzt wurde, nicht dagegen in zwei anderen Studien (L1210 Leukämie, B16 Melanom) [20]. Der Effekt von Iscador M auf das Wachstum von Tumorzellen auf drei weiteren maussp. Krebszellen (Lewis Lungenkarzinom, Colon Adenokarzinom 38, C3H Mamma-Adenokarzinom) wurden in dieser Studie ebenfalls untersucht. Eine Behandlung mit Iscador M führte bei allen drei Tumorarten zu einer Reduktion des Tumorwachstums.
In einer weitern Studie, wurde Mäusen vor, während und nach der Injektion von verschiedenen Krebszellarten (Dalton´s Lymphom, Ehrlich Aszites) Iscador M verabreicht [26]. In dieser Studie zeigten alle Mäuse die mit Iscador behandelt wurden ein niedrigeres Tumorwachstum als bei Mäusen der Kontrollgruppe.
Im Gegensatz dazu, konnte bei Ratten, mit chemisch induzierten Mammakarzinomen oder Tumoren, die durch rat Walker 256 Karzinom-Sarkomzellen ausgelöst waren, weder ein reduziertes Tumorwachstum, noch eine verlängerte Überlebenszeit beobachtet werden [44].In dieser Studie war Iscador M ebenso unwirksam bei der Behandlung von Mäusen, denen Ehrlich Aszites Zellen injiziert worden waren. Außerdem zeigt sich Iscador P als ineffektiv in der Behandlung von Tumoren, die durch rat L5222 Leukämie Zellen ausgelöst wurden.
Die Behandlung mit dem Mistel-Extrakt Lektinol (auch vertrieben als Plenosol) hatte unterschiedliche Resultate im Tierexperiment ergeben. Während das Tumorwachstum bei drei mausspezifischen Tumorarten (Colon Adenokarzinom 38, Renca Nierenzellkarzinom, F9 Hodentumoren) durch Lektinol verlangsamt werden konnte, traf dies für zwei andere Krebsarten nicht zu (B16 Melanome, Lewis Lungenkarzinom).
Der Effekt von Isorel (auch vertrieben als Vysorel) wurde in mindestens zwei tierexperimentellen Studien untersucht. In einer Studie, wurde IsorelM alleine, oder in Kombination mit lokaler Bestrahlungstherapie bei Mäusen mit CMC-2 Fibrosarkomen eingesetzt [30]. Wurde IsorelM alleine verabreicht, zeigte sich kein Effekt auf Tumorwachstum oder Überlebenszeit der Tiere. Die Kombination von IsorelM Injektionen mit lokaler Bestrahlung dagegen zeigte wesentliche Verbesserungen in der Überlebenszeit, verglichen mit der Gruppe von Mäusen die ausschließlich strahlentherapiert wurden. Lokale Strahlentherapie alleine führte in 22% der Fälle zur Heilung. Wurde IsorelM entweder vor oder nach der lokalen Bestrahlung injiziert, so betrug die Heilungsrate 43%. IsorelM vor und nach Bestrahlung ergab eine Heilungsrate von 67%.
In einer weiteren Studie zeigte IsorelM einen Anti-Tumoreffekt und eine antimetastatische Wirkung bei Mäusen denen Mammakarzinom-Zellen injiziert worden waren [36]. Der Anti-Tumoreffekt war am ausgeprägtesten, wenn IsorelM in unmittelbare Tumornähe injiziert wurde.
Die Möglichkeit durch gereinigtes oder rekombinantes ML-I Lektin die Entstehung von chemisch induzierten Blasentumoren zu inhibieren, wurde in drei Studien an Ratten untersucht [41,42,45] Übersichtsarbeit in [12]. In zwei dieser Studien wurde gereinigtes ML-I Lektin subkutan injiziert [41,42] Übersichtsarbeit in [12]. Es zeigte sich, dass in keiner der Studien die Entstehung von Blasentumoren durch ML-I Lektin inhibiert werden konnte. Auch kam es zu keiner Immunstimulation in Zellen der Blasenwand.
In der dritten Studie wurde rekombinantes ML-I direkt in die Blase eingebracht [45] Übersichtsarbeit in [12]. Hier zeigte sich bei den behandelten Tieren ein Rückgang der Häufigkeit von Blasentumoren um 50%. Nachdem in den ersten beiden Studien keine Immunstimulation in Zellen der Blasenwand gefunden wurde, zog man den Schluss, dass der Anti-Tumoreffekt in der dritten Studie auf eine direkte zytotoxische Wirkung durch das rekombinante Lektin auf Krebszellen zurückzuführen sei [45].
Schlussendlich zeigten noch einige wenige tierexperimentelle Studien, dass Mistelextrakte einen positiven Einfluss insbesondere auf eine Verminderung von Nebenwirkungen in der konventionellen Krebsbehandlung (Chemotherapie, Strahlentherapie) besitzen und dass sie der immunsuppressiven Wirkung einiger Medikamente entgegenwirken können [47-49] Übersichtsarbeit in [38]. In einer Studie zeigte sich, dass es durch Iscador M zu einer Zunahme der weißen Blutkörperchen bei Mäusen kam, die mit Cyclophosphamid oder Strahlentherapie behandelt wurden. Weiterhin verminderte sich der bestrahlungsbedingte Gewichtsverlust, nicht aber der Gewichtsverlust durch Chemotherapie [49]. In einer anderen Studie zeigte sich für Iscador M eine beschleunigte Erholung des blutbildenden Gewebes im Knochenmark bei strahlentherapierten Ratten und Mäusen [47]. In einer anderen Studie zeigte sich, dass Eurixor dem immunsuppressiven Effekt von Cortison entgegenwirkte [48].
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Klinische Studien
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