Krebsarten übergreifend, diverse Themen > Sonstige Therapien: keine Schulmedizin oder Komplementärmedizin

HEUTE um 14.20 Uhr: Volksmedizin

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Gitti:

ORF Radio Ö1, Mo. 6.4.08 um 13.20 Uhr:

Von der Kräuteranwendung über Salben, Pflaster und Öle bis hin zum Handauflegen und zum so genannten "Gesundbeten" reicht das Spektrum der Volksmedizin. Über die Jahrhunderte wurde das traditionelle Heilwissen von einer Generation an die nächste weitergegeben. Mit der Entwicklung neuer Medikamente und den Erfolgen der modernen Medizin geriet dieses Wissen über traditionelle Heilmethoden immer mehr in Vergessenheit. Damit dieses, meist mündlich überlieferte, Wissen nicht verloren geht hat die UNESCO die Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Ein wesentlicher Punkt darin ist die Bewahrung des heimischen volksmedizinischen Wissens. Auch die Weltgesundheitsorganisation will sich in Zukunft vermehrt mit traditionellen Heilmethoden beschäftigen. Welchen Stellenwert haben diese Heilmethoden in der heutigen Zeit? Sind ihre Anwendungen überholt oder können sie die moderne Medizin ergänzen?

Darüber diskutiert Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz mit seinen Gästen Mag. Maria Walcher, Generalsekretärin der Österreichische UNESCO-Kommission und Leiterin der Nationalagentur für das Immaterielle Kulturerbe, Ao. Univ.-Prof. Dr. Johannes Saukel vom Institut für Pharmakognosie an der Universität Wien und der Apothekerin
Dr. Ulrike Mursch-Edlmayer.
 Weitere Informationen:

Studiogäste:
Mag. Maria Walcher
Generalsekretärin der Österreichische UNESCO-Kommission und Leiterin der Nationalagentur für das Immaterielle Kulturerbe
Universitätsstraße 5/4
1010 Wien
Tel.: 01 /526 13 01-14

Ao. Univ. Prof. Dr. Johannes Saukel
Institut für Pharmakognosie Universität Wien
Althanstrasse 14
1090 Wien
Tel.: 01/ 4277 55 273

Dr. Ulrike Mursch-Edlmayer
Apothekerin
Tel.: 07259/ 5900

Anlaufstellen
Österreichische Ethnomedizinische Gesellschaft
Prof. DDr. Armin Prinz, Mag. Ruth Kutalek
Währinger Straße 25
A-1090 Wien
Tel.: 01/ 4277/63412
Telefax: 01/ 4277/9634
Email: armin.prinz@univie.ac.at

Institut für Geschichte der Medizin
Univ.-Prof. DDr. Armin Prinz
Währingerstr. 25
1090 Wien
Tel.: 01/ 42 77 - 63 412

Mag. Pharm. Alexander Ehrmann, Apotheker
Gumpendorferstraße 30
1060 Wien
Tel.: 01/ 586 13 63

Österreichische Apothekerkammer
Spitalgasse 31
1091 Wien
Tel.: 01/ 404 14/600

Links
Nationalagentur für das Immaterielle Kulturerbe
TEM-Akademie
Von Kräuterweibern, Beinrichtern und Wendern
Volksmedizin
Heilpflanzenlexikon
Volksmedizin
WHO setzt auf traditionelle Heilmethoden
UNESCO:"Wo ist der Respekt vor der traditionellen Medizin?"


http://oe1.orf.at/programm/200804071601.html

 

Gitti:
Mit der Entwicklung neuer Medikamente und den Erfolgen der modernen Medizin geriet dieses Wissen über traditionelle Heilmethoden immer mehr in Vergessenheit. Damit dieses, meist mündlich überlieferte, Wissen nicht verloren geht hat die UNESCO die Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Ein wesentlicher Punkt darin ist die Bewahrung des heimischen volksmedizinischen Wissens. Auch die Weltgesundheitsorganisation will sich in Zukunft vermehrt mit traditionellen Heilmethoden beschäftigen.

Traditionelle Heilmethoden geraten zunehmend in Vergessenheit.

Das immaterielle Kulturerbe
Kulturelle Vielfalt und Identität finden ihren Ausdruck nicht nur in materieller Kultur (wie z.B. in Bauwerken), sondern auch in Darstellungen und Formen lebendiger, immaterieller Kultur. Die UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes identifiziert fünf Bereiche, denen das immaterielle Kulturerbe zugeordnet werden kann:

    * Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, einschließlich der Sprache als Trägerin immateriellen Kulturerbes
    * Darstellende Künste wie Musik, Tanz und Theater
    * Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste
    * Wissen und Praktiken im Umgang mit Natur und Universum
    * Traditionelle Handwerkstechniken

Den thematischen Schwerpunkt der Österreichischen Nationalagentur bildet derzeit das Themengebiet "Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum". Die Nationalagentur setzt damit den Fokus in der Auseinandersetzung mit der Thematik bewusst auch auf lokales, über Generationen gesammeltes Erfahrungswissen. Im Mittelpunkt steht hier das indigene Wissen der Volksmedizin.
Die heilende Kraft von Pflanzen
Eine Heilpflanze ist eine Pflanze, die wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken bzw. zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. "Heilpflanzen" ist ein Sammelbegriff. Er umfasst sowohl Kräuter, als auch andere der Heilung dienende Pflanzen.

Das indigene Wissen über die heilende Kraft von Pflanzen ist nicht nur in den fernen Regionen unseres Planeten, sondern auch in Mitteleuropa erhalten geblieben. So hat der Pharmakognostiker Johannes Saukel von der Universität Wien sich zwanzig Jahre lang mit Volksmedizin beschäftigt und eine gewaltige Datenbank über Heilkräuter im Alpenraum angelegt. Mit modernen wissenschaftlichen Methoden kann man heute die Wirksamkeit alter natürlicher Heilmittel nachweisen, aber auch Irrtümer des überlieferten Wissens aufzeigen. "Volksmedizin wirkt, kein Zweifel", sagt Johannes Saukel, "aber der Anwender muss wissen, was er tut, es gibt auch erhebliche Risken."

So ist auch beim Sammeln von Kräutern Vorsicht geboten, denn viele Heilpflanzen haben giftige Doppelgänger. So kann z.B. Huflattich von Ungeübten durchaus mit der Pechwurz verwechselt werden, was zu Leberschäden führen kann.
Diskutieren Sie mit!
Wenn Sie Fragen haben oder von Ihren eigenen Erfahrungen berichten möchten, dann rufen Sie während der Sendung unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 22 6979 an, oder posten Sie hier.

    * Wenden Sie noch alte Hausrezepte an?
    * Kennen Sie noch die Bedeutung und Anwedungsmöglichkeiten von Heilpflanzen
    * Was halten Sie von traditionellen Heilmethoden?



Radiodoktor, Montag, 7. April 2008, 14:20 Uhr

leviticus am 07.04.2008, 15:11
Hildegard von Bingen
Sie haben in Ihrer Sendung die blutstillende Wirkung der Schafgarbe erwähnt. Hildegard von Bingen beschreibt diese ebenso in ihrem Werk "Causae et curae" bereits im 13 Jahrhundert. Haben sie sich mit dieser "Mystikerin" befasst?
reaktion
drsaukel am 07.04.2008, 15:14
Antwort
Ich persönlich nicht, aber einige Fachkollegen aus Graz!
sirrunrunshaw am 07.04.2008, 15:06
Studien?
Ist ja eigentlich komisch, alle rennen zur chinesischen, indischen etc. Medizin, nur die europäische scheint vergessen. Warum ist das so? Und: Gibt es Studien, die die Wirksamkeit von Hausmitteln untersuchen?
reaktion
drsaukel am 07.04.2008, 15:11
Antwort
Stichwort Lobby! Studien gibt es mittlerweile eine sehr große Zahl auch zu europäischen Arzneipflanzen
polis7 am 07.04.2008, 15:06
kulturräume
gibt es regionale unterschiede bzw. "kulturräume" der traditionellen heilmethoden österreich und in europa? oder sind bestimmte grund-annahmen und -methoden quer durch alle gebiete gleich.
reaktion
drsaukel am 07.04.2008, 15:12
Antwort
Der Grundton ist quer durch Europa sehr ähnlich. Bei genauerer Durchsicht unserer Daten sieht man natürlich gewisse regionale Unterschiede und Schwerpunkte.
falle am 07.04.2008, 12:33
Allgeimeinmedizin
Bisher haben sich "klassisch" ausgebildete Ärzte meist geweigert, sich mit "Volksmedizin" zu beschäftigen? Beobachten Sie eine Einstellungsänderung?
reaktion
drsaukel am 07.04.2008, 15:13
Antwort
Sehr wohl. Unser Department ist an einigen Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte beteiligt - Stichwort Phytodiplom - . Ich selber leite jeweils im Sommer eine einwöchige Veranstaltung die sog. Pharmakobotanischen Exkursione, wo auch immer Ärzte teilnehmen.


NOCH  MEHR  ZUR  VOLKSMEDIZIN:

http://oe1.orf.at/libero/118868.html

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