Früherkennung - Vorsorge - Prävention - Gesundenuntersuchung > Zusätzliche Möglichkeiten

Auch das ist Vorsorge - Lebenserwartung steigern

(1/1)

Gitti:
Aktiv ins hohe Alter - wie sich die Lebenserwartung durch Bewegung systematisch steigern lässt

Zugleich ist aber völlig unstrittig, dass sich die Aussicht auf viele gesunde Jahrzehnte durch ein aktives Leben systematisch erhöhen lässt. Viele epidemiologische Studien verweisen auf immer einen Faktor: Tägliche körperliche Aktivität ist verbunden mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Gedächtnisschwund, Depression, Typ-2-Diabetes, Fettleibigkeit - und sie verlängert das Leben. Das Risiko für Brust- und Darmkrebs wird ebenfalls gesenkt.

Kürzlich haben kanadische Ärzte gemeldet, Bewegung sei noch stärker und wirkmächtiger als bisher angenommen. Aktuelle Untersuchungen haben eine "sogar noch größere Risikoverringerung für die allgemeine Sterblichkeit sowie für Tod durch Herz- und Gefäßkrankheiten ergeben. Fit oder aktiv zu sein war beispielsweise mit einer Risikoverminderung von mehr als 50 Prozent verknüpft".

Die Formel bezieht sich nicht nur auf Sport, bei dem es um Höchstleistungen, um Gewinnen und Verlieren geht. Vielmehr gilt sie für jede Bewegung, die wir durch die Arbeit unserer Muskeln hervorbringen. Dazu zählt schon moderates Tun wie Wandern und Aktivitäten des Alltags wie Treppensteigen, Gehen, Radfahren, Unkraut jäten oder der Hausputz. Gerade diese Art von Gesundheitssport hält jung und verlängert das Leben: Wer jeden Tag 1,6 Kilometer weniger zu Fuß geht als der fidele Nachbar, der wird, statistisch gesehen, sieben Jahre früher sterben.

Während ein Teil der Ärzteschaft nun eine Ära der "schonungslosen Medizin" für geboten hält, begegnen etliche Mediziner der Bewegung noch mit Skepsis, wie die Ärztin Annette Becker mit Befremden zur Kenntnis nimmt. Inzwischen gebe es doch "höchste Evidenz für die Effektivität von Bewegung in der Prävention und Behandlung chronischer Krankheiten beziehungsweise für die Unwirksamkeit oder sogar negativen Folgen von Bettruhe", sagt die Allgemeinmedizinerin von der Universität Marburg. "Trotzdem raten viele Ärzte ihren Patienten vielfach noch zur Einhaltung von längerer Bettruhe, was – wie in der Behandlung chronischer Schmerzen – die Prognose der Patienten verschlechtern kann."

Viele Mediziner tun sich schwer mit neuen Erkenntnissen

Patienten in den Krankenhäusern würden viel zu oft ins Bett gelegt und "erleiden so durch Inaktivität iatrogene (ärztlich verursachte) Nachteile oder auch Schäden", sagt der Remscheider Medizinprofessor und Sportärztepräsident Herbert Löllgen jetzt anlässlich des Kölner Sportärztekongresses. Kaum besser sehe es beim Hausarzt aus, fährt Löllgen fort: "Auch im niedergelassenen Bereich wird noch zu oft Ruhe und Schonung verordnet, wo Bewegung und Aktivität vonnöten wäre."

Viele Ärzte, die heute große Praxen betreiben oder Abteilungen in Krankenhäusern leiten, haben die Lehrbücher zu einer Zeit gepaukt, in der ein Herzinfarktpatient noch vier bis sechs Wochen absolute Bettruhe verordnet bekam. Damit die kranken Menschen stillhielten, wurden manche von ihnen an Armen und Beinen festgewickelt. Einige Mediziner vertraten die Ansicht, unsere Herzen verfügten nur über eine begrenzte Zahl von Schlägen, nach dem Motto: Verbrauche diese Schläge, indem du dein Herz durch Bewegung hetzt, und du verkürzt deine Lebensdauer.

Der US-Historiker Thomas Kuhn hat dargelegt, warum es neue Erkenntnisse in der Wissenschaft immer so schwer haben, die alten Vorstellungen zu verdrängen. Fundamentale Neuerungen werden zunächst unterdrückt, da sie das bisherige Tun der Forscher untergraben und als falsch oder gar töricht entlarven. Während die einen Gelehrten zu der neuen Lehrmeinung überlaufen, halten die meisten trotzig an der überkommenen Sicht fest.

Erste Generation mit zu wenig statt zu viel Betätigung

Bezogen auf Training und Bewegung ist dieser Wendepunkt noch nicht überschritten, urteilt der Hamburger Arzt Rüdiger Reer: Der "Paradigmenwechsel ist im Fluss, konnte jedoch innerhalb dieser kurzen Zeitspanne noch nicht realisiert werden". Und es gibt Anzeichen dafür, dass der Umbruch noch dauern könnte. Ein Medizinstudium dauert viele Jahre, doch nur wenige Stunden davon sind für die Lehre darüber reserviert, wie regelmäßige Aktivität, Fitness und Krankheit eigentlich zusammenhängen.

Aber es sind nicht nur medizinische Profis, denen die Heilkraft der Bewegung verborgen bleibt. Es sind auch wir medizinischen Laien, die ihren Segen verkennen. Noch zu den Kindertagen unserer Großeltern war es in den Industriestaaten so, dass die meisten Menschen ihr Lebenspotential niemals ausschöpfen konnten, weil die körperliche Arbeit in Haushalt und Fabrik so hart war.

Ihre Enkelkinder bilden in den Industrieländern nun Gesellschaften, die durchweg als sesshaft zu bezeichnen sind. Ihre Mitglieder gehören zur ersten Menschengeneration, die einer gegenläufigen Herausforderung gegenübersteht: Der Mensch kann auch früh vergreisen und vor der Zeit sterben, wenn er zu wenig Bewegung bekommt.

Gitti:


Mehr darüber im aktuellen Profil´und

http://www.profil.at/articles/1105/560/288164/25-medizin-legenden

Irrtum 1
Erwachsene sollten zwei Liter Wasser pro ­Tag trinken

Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die den Sinn dieser Empfehlung belegt. Amerikanische Forscher haben eine umfassende Literatur-Recherche über die Herkunft dieser Empfehlung angestellt und das Ergebnis schon im Jahr 2002 im „American Journal of Physiology“ veröffentlicht: Der menschliche Körper benötigt keine übermäßigen Mengen Wasser, das natürliche Durstgefühl reguliert die erforderliche Flüssigkeitsaufnahme. Im Übrigen nehmen wir täglich Wasser in unterschiedlichster Form auf, ohne dass uns das bewusst wäre: Fruchtsaft, Milch, Kaffee, Tee, Früchte, Gemüse bestehen zu einem erheblichen Teil, wenn nicht fast zur Gänze, aus Wasser. Ganz abgesehen davon, wirkt Kaffee keineswegs so dehydrierend wie allgemein angenommen. Der stimulierende Effekt des Kaffees produziert nur einen geringen Wasserverlust. Diesen macht die Wassermenge, die man beim Genuss einer Tasse Kaffee aufnimmt, mehr als wett.
Freilich ist Wasser für den Organismus wichtig. Es transportiert Nährstoffe, Hormone und Sauerstoff zu den Körperzellen und entsorgt Abfallprodukte über den Blutkreislauf und das Lymphsystem. Wasser schmiert die Gelenke und trägt zum Wohlgefühl bei. Aber wie viel Wasser sollte man tatsächlich trinken? Das Durstgefühl ist ein guter Ratgeber (außer bei alternden Menschen, weil das Durstgefühl im Alter schwindet). Von Zeit zu Zeit sollte man die Farbe des Urins beobachten. Eine dunkelgelbe bis braune Farbe weist auf Dehydrierung hin. Dann sollte man mehr Flüssigkeit zu sich nehmen.

Irrtum 2
Lesen bei wenig Licht schadet den Augen

Eltern werden nicht müde, ihren Kindern medizinische Ratschläge zu geben. „Lies nicht im Dämmerlicht, du wirst blind werden!“, lautet einer davon. Das ist schlicht falsch. Die Augen werden dadurch nicht geschädigt, dass man bei wenig Licht liest. Man sieht zwar besser bei optimaler Beleuchtung, aber schwaches Licht hat keine langfristigen Auswirkungen auf die Struktur der Augen. Allerdings kann das Lesen im Dämmerlicht zu vorübergehenden Irritationen der Augen führen. Daher sollte man auf gute Beleuchtung achten und einen Mindestabstand von etwa 30 Zentimetern zur Leseunterlage einhalten. Auch sollte man den Augen etwa alle 20 Minuten eine kurze Erholungspause gönnen. Regelmäßiges Blinzeln beseitigt Verunreinigungen und hält die Augen feucht. Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit, was für die Augen gut ist. Brillenträger sollten ihre Brillen stets verwenden, weil schlechtes Sehen die Überanstrengung der Augen fördert.


Irrtum 3
Spinat ist blutbildend

Falsch. Spinat ist zwar reich an Mineralien, Vitaminen (Beta-Karotin, Vitamine B und C), Proteinen und Oxalsäure, aber der ihm zugeschriebene hohe Eisengehalt geht auf eine Verwechslung zurück. Der Schweizer Physiologe Gustav von Bunge hatte zwar den Wert im Jahr 1890 mit 35 Milligramm Eisen pro 100 Gramm Spinat richtig berechnet, aber seine Aussage bezog sich auf getrockneten Spinat. Seine Angaben wurden später irrtümlich auf frischen Spinat bezogen. Da aber das frische Gemüse zu 90 Prozent aus Wasser besteht, enthält es in Wahrheit nicht außergewöhnliche 35, sondern nur etwa 3,5 Milligramm Eisen je 100 Gramm. Die Comic-Figur Popeye, ein Matrose, der durch reichlichen Spinatgenuss übermenschliche Kräfte entwickelt, lebt von dieser Mär.

Irrtum 4
Impfungen sind gefährlich

Selbst geringe Nebenwirkungen von Impfungen liegen im Promille-Bereich und sind damit geringer als bei den meisten anderen Arzneimitteln. Bei FSME, der Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine durch das FSME-Virus hervorgerufene, gefährliche Hirn- und Hirnhauterkrankung, zum Beispiel beträgt die Nebenwirkungsrate 0,01 Prozent. Dennoch sind die Österreicher Impfmuffel, auch viele heimische Mediziner stehen Impfungen kritisch gegenüber. Großteils sind das Nachwirkungen tatsächlicher Impfschäden vor allem durch die Pockenschutzimpfung in den fünfziger Jahren. Der Innsbrucker Pathologe und Immunologe Georg Wick erklärt die ablehnende Haltung vieler Österreicher gegenüber Impfungen mit mangelnder Bildung. „Im angloamerikanischen Raum oder in Skandinavien, wo es einen ordentlichen Biologieunterricht gibt, gibt es kaum Impfgegner. Impfungen sind die größte Erfolgsgeschichte der Medizin. Viele Krankheiten wurden dadurch ausgerottet, viele von uns wären ohne ­Impfungen heute gar nicht am Leben“, sagt Wick. Und: „Impfgegnern müsste man sagen: Lernen Sie Medizin­geschichte!“


Irrtum 5
Gürtelrose ist ansteckend

Das stimmt nicht. Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist durch einen schmerzhaften Hautausschlag charakterisiert, der durch eine Jahre zurückliegende Windpocken-Infektion hervorgerufen wird. Nachdem die Windpocken abgeheilt sind, zieht sich das Virus in die Nervenwurzeln des Rückenmarks oder auch des Gehirns zurück, verweilt dort in einem Schlafzustand und kann Jahre später wieder aktiv werden. Auslöser der Reaktivierung ist ein durch Stress, Krankheit oder Alter geschwächtes Immunsystem. Es ist praktisch nicht möglich, durch Berührung einer erkrankten Person Gürtelrose zu bekommen. Allerdings sollten sich erkrankte Personen von Schwangeren, Kindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem fernhalten. Die Bläschen des Hautausschlags enthalten Windpocken-Viren. Personen, die nie an Windpocken erkrankt waren oder nicht dagegen geimpft sind, sollten enge Kontakte meiden. Bei Schwangeren können die Windpocken zu Erkrankungen des ungeborenen Kindes führen.


Irrtum 6
Bakterienschleuder Haarbürste

Fälschlich wird oft behauptet, die Haarbürste im Bad sei die größte Brutstätte für Bakterien. In Wahrheit sind es gebrauchte Zahnbürsten. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten zeigen, dass kein anderer Ort oder Gegenstand im Badezimmer derart mit Millionen Keimen behaftet ist wie gebrauchte Zahnbürsten. Die Mikroben stammen aus dem Mund, von benachbarten Zahnbürsten oder aus der größeren Badezimmer-Umgebung. Deshalb sollte man niemals Zahnbürsten einer anderen Person, auch nicht engster Familienangehöriger verwenden oder gebrauchte Zahnbürsten in engem Kontakt in ein und demselben Gefäß aufbewahren. Auch sollte man nach einer überstandenen ansteckenden Erkrankung die Zahnbürste wechseln, weil die Erreger dort nach der Genesung noch virulent sein können. Wenn im Bad auch eine Toilette vorhanden ist, sollte man die Spülung nur bei geschlossenem Deckel betätigen, weil ansonsten feine Wassertröpfchen und damit Keime mehrere Meter in die Umgebung geschleudert werden – auch auf die Zahnbürsten, sofern diese nicht in einem geschlossenen Schrank verwahrt werden.


Irrtum 7
Klobrillen können sexuell infektiöse Krankheiten übertragen

Falsch. Sexuell infektiöse Krankheiten werden durch direkten Kontakt mit den jeweiligen Erregern wie Bakterien oder Viren bei vaginalem, analem oder oralem Verkehr übertragen. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass man solche Mikroben von einer Klobrille aufschnappt. Die Erreger von sexuell übertragbaren Krankheiten reagieren äußerst sensibel auf Umweltbedingungen und können außerhalb des menschlichen Organismus nicht lange überleben, speziell nicht auf harten Oberflächen wie einer Klobrille. Allerdings transpiriert die Haut, was bei längeren Sitzungen die Infektionsgefahr erhöhen kann. Filzläuse, keine sexuell übertragbare Krankheit im engeren Sinn, kann man sich unter Umständen auch auf einer Klobrille einfangen.

Irrtum 8
Frauen sollten ihren Hintern von vorne nach hinten reinigen

Der aus Gründen der Hygiene auch von manchen Ärzten erteilte Rat geht an der Realität vorbei. „Das ist ein völliger Unsinn“, sagt beispielsweise Ralf Herwig von der Wiener Universitätsklinik für Urologie. „Harnröhre, Vagina und After sind so eng beieinander, man findet dort eine Ansammlung von Hunderttausenden Keimen. Da ist es völlig egal, ob Sie sich von vorne nach hinten oder umgekehrt reinigen.“


Irrtum 9
HIV ist durch Umarmungen und Küsse übertragbar

Falsch. Das Aids-Virus findet sich in signifikanter Konzentration nur in Samenflüssigkeit, Vaginalsekreten, Blut und Brustmilch infizierter Personen. Es kann nur durch Austausch dieser Flüssigkeiten von einer Person zur anderen übertragen werden. Die Konzentrationen in anderen Körperflüssigkeiten oder auf der Haut sind nicht hoch genug, um Kontakt als möglichen Ansteckungsherd zu qualifizieren. Das Aids-Virus wird nicht durch alltägliche Handlungen wie Händeschütteln, Umarmungen, durch Tränenflüssigkeit oder durch Speichel beim Küssen übertragen. Um eine Ansteckungsgefahr durch Speichel zu erreichen, wären viele Liter Speichel erforderlich, jedenfalls hundert- oder tausendmal mehr, als beim wildesten Küssen je ausgetauscht werden.

Irrtum 10
Stress erzeugt Magengeschwüre

Falsch. Stress ist zwar die Basis etlicher Erkrankungen, aber Magengeschwüre gehören nicht dazu. Sie werden durch ein Magenbakterium namens Helicobacter pylori ausgelöst, das erstmals 1982 von den beiden australischen Forschern Barry Marshall und Robin Warren entdeckt wurde. Dieser Bakterienstamm erzeugt eine chronische leichte Entzündung der Magenschleimhaut, die schließlich zu Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren oder auch zu Magenkrebs führen kann. Laut Schätzungen von Experten sind bis zu zwei Drittel der Weltbevölkerung von dem Bakterium befallen, die meisten Betroffenen zeigen aber keine Symptome. Durch den Magenkeim hervorgerufene Erkrankungen treten in Entwicklungsländern häufiger auf als in hoch entwickelten Regionen, wo die Krankheitsfälle durch die Behandlung mit Antibiotika rückläufig sind.


Irrtum 11
Erkältungen entstehen durch Kälte

Falsch. Der Mythos hält sich hartnäckig. Aber Schnupfen, Halsschmerzen, grippale Infekte und Grippe sind Infektionskrankheiten, die durch Viren und teilweise durch Bakterien ausgelöst werden. Die Kälte ist dabei keine Bedingung. Die Übertragung erfolgt entweder durch Tröpfcheninfektion über Mund und Atemwege oder indem man etwas berührt, wo Erreger sitzen. Die meisten Erkältungskrankheiten werden über die Hände übertragen. Es genügt oft, wenn ein mit dem Erreger in Kontakt gekommener Finger ein Auge berührt. Warum Erkältungskrankheiten vorzugsweise bei kalter Witterung auftreten, ist nicht eindeutig geklärt. Ein Grund ist, dass die Erreger ideale Bedingungen vorfinden, ein anderer möglicher Grund könnte sein, dass sich Menschen bei kalter Witterung vermehrt in Gebäuden und Räumlichkeiten aufhalten, wo sie einander leichter anstecken. Wahrscheinlich wird durch die kältere Witterung und den Lichtmangel im Winter auch die Immunabwehr beeinträchtigt. Frauen bekommen durch einen nassen Badeanzug leicht eine Blasenentzündung, weil sich Mikroben im feuchten Milieu ungleich rascher vermehren und weil Frauen eine kürzere Harnröhre haben als Männer.

Irrtum 12
Vitamin C schützt vor Erkältungen

Falsch. Die tägliche Einnahme von Vitamin-C-Tabletten schützt nicht vor Erkältungskrankheiten, es sei denn, es handelt sich um Marathonläufer. Diese Erkenntnis stammt von Forschern der Australian National University und der Universität Helsinki, die 30 zu dem Thema durchgeführte Studien überprüften. Insgesamt hatten die analysierten Studien im Lauf von Jahrzehnten mehr als 11.000 Personen beobachtet, die eine tägliche Dosis von zumindest zwei Gramm Vitamin C geschluckt hatten, das ist viermal mehr, als in den meisten Nahrungsergänzungsmitteln enthalten ist. Ergebnis der Metastudie: Vitamin C (Ascorbinsäure) ist bei der Abwehr von Erkältungskrankheiten oder der Senkung von Schweregrad und Dauer solcher Erkrankungen wenig hilfreich. Allerdings fanden die Forscher heraus, dass Personen, die in Phasen hoher körperlicher Belastung täglich Vitamin C zu sich nehmen, wie etwa Marathonläufer, Skisportler oder Soldaten beim Training in kalter Witterung, ihr Risiko, eine Erkältungskrankheit zu entwickeln, um 50 Prozent senken können. Für die Durchschnittsbevölkerung hingegen macht die Einnahme von Vitamin C wenig Sinn. Eine zu hohe Dosierung über längere Zeit kann Durchfall hervorrufen, was vor allem bei Kindern und älteren Menschen nicht ungefährlich ist. Viele Vitamine in Tablettenform nützen in den meisten Fällen nicht nur nichts, sie schaden mitunter sogar.


Irrtum 13
Übergangene Grippe führt zu Herzmuskelentzündung

Das trifft in dieser Form nicht zu. „Es ist ein Mythos, dass man, wenn man mit Grippe nicht im Bett liegt, eine Herzmuskelentzündung bekommt“, erklärt der Kardiologe Gerald Maurer, Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin II im Wiener AKH. „Es gibt bei Grippe die Komplikation Herzmuskelentzündung oder Myokarditis, aber mit zu frühem Aufstehen hat das nichts zu tun.“ Bei ­einem kleinen Prozentsatz von Influenza-Erkrankungen oder grippalen Infekten zeigt sich eine klinisch relevante Herzmuskelentzündung (Myocarditis). Zumeist handelt es sich dabei um eine virale Erkrankung, die wieder verschwindet, ohne dass sich Symptome zeigen. Aber in Einzelfällen kann die Krankheit auch zum Tod führen.

Irrtum 14
Herzinfarkt trifft alternde Männer

Falsch. Frauen können genauso einen Herzinfarkt erleiden, sie haben sogar eine schlechtere Prognose als Männer, und zwar deshalb, weil sie zum Zeitpunkt des Ereignisses im Durchschnitt um zehn Jahre älter sind als betroffene Männer. Dass Infarkte bei Föhn gehäuft auftreten, ist ebenso ein Mythos. „Die Herzinfarktrate steigt bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, weil sich dann die Gefäße zusammenziehen und der Gefäßwiderstand steigt, das Herz muss sich mehr anstrengen“, erklärt Gerald Maurer, Chefkardiologe des Wiener AKH. Studien belegen, dass die Herzinfarktrate bei Föhn nicht signifikant erhöht ist, sie steigt nur bei extremer, den Kreislauf stark belastender Hitze, „aber nicht, wenn es im Jänner einmal 15 Grad hat“, so Maurer.

Irrtum 15
Männer bekommen keine Osteoporose

Falsch. Die Krankheit wurde nur bei Männern lange ignoriert, unterdiagnostiziert oder nicht adäquat behandelt. In den USA leiden mehr als zwei Millionen Männer an Osteoporose, weitere zwölf Millionen tragen ein hohes Erkrankungsrisiko. Bei der Gesundheitsbefragung 2006/07 der Statistik Austria gaben 9,5 Prozent der Frauen und 1,8 Prozent der Männer an, an Osteoporose zu leiden. Männer haben bestimmte Risikofaktoren, wie etwa die Langzeit-Einnahme von Steroiden, Antiepileptika, bestimmten Krebsmedikamenten und aluminiumhältigen Magensäuresenkern. Auch gefährlich: chronische Erkrankungen, welche die Funktion der Nieren, von Lunge, Magen und Darm beeinträchtigen und den Hormonhaushalt stören, oder bestimmte Lebensstilelemente wie Rauchen, hoher Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. All das sind neben dem Alter Risikofaktoren für die Entwicklung von Osteoporose. Vorbeugend Kalziumtabletten zu schlucken ist aufgrund möglicher Prostataprobleme nicht ratsam. Stattdessen sollte man mehr Kalzium mit der Nahrung aufnehmen.

Irrtum 16
Diäten machen schlank

Falsch. „Dass Diäten nachhaltig wirken, ist die Gesundheitslüge Nummer eins“, sagt Bernhard Ludvik, Internist und Stoffwechselexperte an der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III. „Das Interessante ist ja, dass Erfinder von Diäten wie Montignac oder Atkins vorzeitig gestorben sind.“ Es gibt keine einzige Studie, welche irgendeiner Diät eine langfristige Wirkung bescheinigt. Denn um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen, müsste man entweder die verordnete Diät mit einer Senkung der täglichen Kalorienaufnahme um beispielsweise 500 Kilokalorien ein Leben lang durchhalten, was keinem gelingt, oder man müsste damit beginnen, jeden Tag eine Stunde zu laufen oder irgendeine andere Ausdauersportart auszuüben. Entscheidend ist die Veränderung des Verhältnisses von Kalorienaufnahme und -verbrauch. Metabolic Balance, eine in Mode gekommene Diät, verspricht beispielsweise eine Umprogrammierung des Körpers, sodass es nach der Diät zu keiner Gewichts­zunahme kommt. „Das ist ein Mythos“, urteilt Ludvik. Die meisten Diäten führen nur dazu, dass die betroffenen ­Menschen noch dicker werden. Bestes Beispiel ist die seit Anfang der achtziger Jahre propagierte Low-Fat-Welle in den USA, die nach 30 Jahren dazu geführt hat, dass die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen explodiert ist und damit auch die Zahl der Diabetiker und der Patienten mit metabolischem Syndrom, einer Stoffwechselerkrankung. Oft sind nämlich die „Low Fat“- und „Light“-Produkte wahre Zuckerbomben.

Irrtum 17
Süßes essen führt zu Diabetes

Das stimmt so nicht. Wenn eine schlanke Person viele Süßigkeiten isst, dann ist das Diabetesrisiko nicht belegbar erhöht. „Diabetes bekommt man vom Übergewicht und von der bauchbetonten Fettansammlung“, sagt Bernhard Ludvik, Stoffwechselexperte am Wiener AKH. Das bauchbetonte Übergewicht führt in Verbindung mit Bewegungsmangel zu erhöhtem Blutdruck und erhöhten Blutfettwerten (zum so genannten metabolischen Syndrom) und in weiterer Folge zur Insulinresistenz. Die Körperzellen können den Blutzucker nicht mehr in ausreichendem Maß aufnehmen und verarbeiten, was zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt und das Risiko von einer Reihe von Folgeerkrankungen erhöht, wie Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen, allmählicher Erblindung, Amputationen.

Irrtum 18
Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Das stimmt so nicht. Das meiste Cholesterin erzeugen die Körperzellen selbst, Nahrungscholesterin spielt bei der Erhöhung des Cholesterinspiegels im Blut „eine untergeordnete Rolle“, schreiben die beiden Ernährungswissenschafterinnen Sabine Bisovsky und Eva Unterberger in ihrem Buch „Aufgedeckt! Gerüchteküche und Ernährungsmythen“ (Österreichischer Agrarverlag, Wien 2009, 127 Seiten, 19,90 Euro). In den vergangenen Jahren durchgeführte Studien haben das klar gezeigt. Eine Metaanalyse von 17 umfassenden Untersuchungen kam zu dem Schluss, dass die Aufnahme von 100 Milligramm Nahrungscholesterin pro Tag den Wert des Gesamtcholesterins im Blut nur um 2,2 Milliliter pro Deziliter erhöht. Dennoch wird bis heute empfohlen, nicht mehr als 300 Milligramm Cholesterin pro Tag mit der Nahrung aufzunehmen. Ein Hühnerei enthält vor allem im Dotter 230 Milligramm Cholesterin. „Es scheint jedoch wenig sinnvoll, gesunden Menschen mit normalen Blutfettwerten von Eiern oder Milchprodukten aufgrund des Cholesterinspiegels abzuraten“, schreiben die Buchautorinnen. „Denn zu viele wertvolle Nährstoffe würde man dann nicht mehr aufnehmen.“ In den vergangenen Jahren sind Mediziner dazu übergegangen, das Thema Cholesterin differenzierter zu betrachten. Entscheidend ist für sie jetzt nicht so sehr das Gesamtcholesterin, sondern das Verhältnis zwischen dem „bösen“ LDL- und dem „guten“ HDL-Cholesterin. Vor allem durch Ausdauersport lässt sich der Anteil des „guten“ Cholesterins deutlich steigern und damit das Arteriosklerose-Risiko deutlich senken. Auch die Entstehung der Arteriosklerose wird heute differenzierter gesehen. Cholesterin ist nur einer von mehreren Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Entscheidend sind Entzündungsprozesse im Körper und in der Gefäßwand, welche die Einlagerung von schlechtem Cholesterin ermöglichen. „Hohe Cholesterinwerte führen zu einer Aktivierung der Entzündung“, erklärt Stoffwechselexperte Bernhard Ludvik. Besonders bemerkenswert: „Raucher mit hohem Cholesterinspiegel sind ungleich mehr gefährdet als Nichtraucher mit hohem Cholesterinspiegel, weil das Zigarettenrauchen zu einer Entzündung führt, sodass sich vor allem das oxidierte LDL-Cholesterin in die Gefäßwand einbaut. Das ist das Gefährliche“, sagt Ludvik.

Irrtum 19
Margarine ist gesünder als Butter

In dieser Verknappung trifft das nicht zu. Erstens haben beide Fettarten etwa gleich viele Kalorien, zweitens ist Butter ein Naturprodukt, das aus nur einem einzigen Grundstoff (Rahm) hergestellt wird und das ohne Zusatzstoffe auskommt. Wer sich an die empfohlene Tagesmenge von maximal 30 Gramm pro Tag hält (das entspricht etwa einer Portion im Hotel), kann sich getrost Butter aufs Brot schmieren. Problematisch wird das tierische Fett erst, wenn man es zum Braten und Backen verwendet, denn die dabei verwendeten Mengen können den Cholesterinspiegel beeinflussen. Butter enthält gesättigte Fettsäuren, die vom gesundheitlichen Standpunkt ungünstiger sind als die in Margarine enthaltenen ungesättigten pflanzlichen Fettsäuren, die noch dazu für den Aufbau der Zellmembranen von Bedeutung sind. Allerdings enthalten manche Margarinen so genannte Transfette, das sind industriell gehärtete Fette, die sich auf die Zellstruktur negativ auswirken.
Seit einiger Zeit ist aber die Verwendung von Transfetten auch in Österreich gesetzlich mit zwei Prozent begrenzt.

Irrtum 20
Schnaps fördert die Verdauung

Das ist ein Mythos“, sagt Stoffwechselexperte Bernhard Ludvik, „da ist es gescheiter, man geht spazieren.“ Der Mythos kommt wahrscheinlich daher, dass Alkohol imstande ist, Fettflecken etwa auf Textilien zu lösen. Beim Verdauungsvorgang hat Alkohol aber nicht die fettlösende Wirkung, die ihm zugeschrieben wird. Hochprozentiges übt nur eine wärmende Wirkung auf den Magen aus, was als Erleichterung des Völlegefühls empfunden wird, aber es hat im Gegensatz zu Wein oder Bier keinen Einfluss auf die Produktion von Verdauungssäften. Dennoch wird der „Digestif“ als „Verdauungsschnaps“ bezeichnet, weil er Fett angeblich löslicher mache, was die Arbeit der Galle erleichtere. Je nach ihrer Zusammensetzung bleibt die Nahrung kürzer oder länger im Magen liegen. Fettarme Speisen verlassen das Verdauungsorgan schon nach etwa zwei bis drei Stunden, während fettreiche Nahrung bis zu sechs Stunden im Magen liegen bleibt und das bekannte Völlegefühl auslöst. Studien haben gezeigt, dass der „Verdauungsschnaps“ keinerlei Einfluss auf die Entleerungsrate des Magens hat.

Irrtum 21
Fruchtzucker ist gesünder

Falsch. Langzeitstudien sind zwar noch ausständig, doch mehren sich Hinweise darauf, dass der von der Industrie in reichlichen Mengen zum Süßen von Erfrischungsgetränken, Fruchtjoghurts und Desserts eingesetzte „Naturzucker“ keineswegs so harmlos ist wie angenommen. Laut Studien kann der aus Maisstärke gewonnene Süßstoff die Entstehung einer Fettleber begünstigen und die Produktion jener Hormone beeinflussen, welche das Hunger- und Sättigungsgefühl regulieren. Wenn sich dieser Befund durch weitere Studien erhärtet, könnte das bedeuten, dass die vermehrte Aufnahme von Fructose zu größerem Appetit und letztlich zu mehr Übergewicht führt. Während sich ähnliche Verdachtsmomente bei künstlichen Süßstoffen bisher nicht erhärten ließen – für Erwachsene gelten normale Verzehrmengen der bei uns eingesetzten Süßstoffe als gesundheitlich unbedenklich –, gilt das für den Fruchtzucker keineswegs. Laut den Ernährungsexpertinnen Sabine Bisovsky und Eva Unterberger reagiert Fructose mit bestimmten Eiweißbausteinen und kann deren Funktion beeinträchtigen. Mögliche Auswirkungen sind beschleunigte Alterungsprozesse, Arteriosklerose und andere ­diabetische Folgeerkrankungen. Auch die Bildung von Gicht auslösenden Harnsäurekristallen in den Gelenken wird durch die vermehrte Aufnahme von Fruchtzucker gefördert. Bisovsky/Unterberger vermuten, dass Fruchtzucker auch der Auslöser von verschiedenen, heute weit verbreiteten Verdauungsproblemen sein könnte: „Wer häufig unter Durchfall, Bauchgeräuschen oder Blähungen leidet,v sollte dabei ebenso an Fruchtzucker als Ursache denken. Viele Menschen vertragen diesen nur sehr schlecht, weil er im Darm das Bakterienwachstum übermäßig fördert. Vermehrte Gasbildung ist die Folge.“ Das sollte aber kein Grund sein, auf die übliche Obstration zu verzichten. Denn, so die Ernährungswissenschafterinnen, in vielen Industrieprodukten lauern „weit größere Fruchtzuckermengen als in Apfel, Birne & Co“.
Auch dass Honig „der bessere Zucker“ wäre, ist eine Mär. Ihm werden sogar heilende Wirkungen nachgesagt. Aufgrund der in ihm enthaltenen Enzyme soll er antibakteriell und entzündungshemmend wirken und dadurch Erkältungskrankheiten lindern. Dazu Bisovsky/Unterberger: „Äußerlich angewendet kann steriler Honig tatsächlich selbst chronische Wunden binnen weniger ­Wochen zum Heilen bringen. Der Enzymgehalt in Speisehonig hat allerdings keine Bedeutung für den ernährungsphysiologischen Wert des Honigs. Denn die möglicherweise wirksamen Enzyme werden durch die Magensäure inaktiviert.“ Tabu ist das Naturprodukt für Babys im ersten Lebensjahr und für Allergiker.


Irrtum 22
Entschlackung fördert die Gesundheit

Unsinn. Viele Gesundheitstempel werben für Entschlackung und treffen damit werbewirksam jene Gehirnwindungen, in denen sich schlechtes Gewissen aufgestaut hat: Die Völlerei, so die Vorstellung des Publikums, habe überall im Körper Giftstoffe und Abfall angehäuft, der zu entsorgen wäre, um sich danach befreit und wieder pumperlgesund zu fühlen. Der Schönheitsfehler bei der Geschichte ist: Es gibt im Körper keine Schlacken, daher kann man sich davon nicht befreien. Der Ausdruck „Entschlackung“ kommt aus der Naturheilkunde und der alternativen Medizin. Zur Reinigung des Körpers und zum nachhaltigen Ausscheiden von Stoffwechselprodukten werden allerlei therapeutische Verfahren angeboten – Einläufe, Fastenkuren und diverse andere ableitende Verfahren. Unerwähnt bleibt dabei, dass der gesunde Körper tagtäglich Endprodukte des Stoffwechsels und Giftstoffe auch ohne besondere Unterstützung über Nieren, Darm, Lungen und Haut ausscheidet. Wenn unerwünschte Bestandteile, wie etwa Ablagerungen in den Blutgefäßen oder in den Gelenken im Körper ­zurückbleiben, dann wird man sie auch durch die angepriesenen Abführmethoden nicht los. Im Gegenteil: Die „Entschlackung“ kann zu einem Gichtanfall führen und unerträgliche Schmerzen verursachen. Unkontrolliert eingenommene Entwässerungs- und Abführmittel können den Mineralstoffhaushalt sowie die Nieren- und Darmfunktion erheblich stören.

Irrtum 23
Die meisten Erektionsstörungen sind psychisch

Falsch. Neuere Forschungen zeigen, dass Potenzstörungen häufiger organische Ursachen haben als bisher angenommen. Etwa 80 Prozent der so genannten erektilen Dysfunktionen sind zumindest auch auf eine körperliche Ursache zurückzuführen wie Durchblutungsstörungen als Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, ­altersbedingte Schädigungen des Schwellkörpers und der blutzuführenden Gefäße. Nur bei jedem fünften Mann ist die Ursache rein psychisch. Häufig führt aber eine körperliche Ursache zu einer psychischen Blockade, denn das Versagen setzt den Mann unter psychischen Druck, was die Erektionsstörung weiter verschlimmert. Rauchen schädigt die Blutgefäße, was ebenfalls eine Ursache der Potenzstörung sein kann. Ein heißes Bad beeinträchtigt zwar nicht die Potenz, aber es kann vorübergehende Auswirkungen auf die Zeugungsfähigkeit haben. Denn die Natur hat die Hoden nicht umsonst in einem Hautsack außerhalb des Körpers angeordnet. Der Grund: Die Keimzellen entwickeln sich am besten bei einer Temperatur, die um zwei bis fünf Grad unter der normalen Körpertemperatur liegt. Ein Bad in Wassertemperaturen deutlich über der normalen Körpertemperatur kann den Prozess der Spermatogenese stören, was Auswirkungen auf Anzahl, Form, Struktur und Beweglichkeit der Samenfäden haben kann. Nach einigen Wochen normalisiert sich die Spermienproduktion wieder.

Irrtum 24
Raucher sind besser drauf

Falsch. „Studien zeigen, dass Raucher anfälliger für Depressionen sind als Nichtraucher“, erklärt Gabriele Fischer, Suchtforscherin an der Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie. Allerdings sind die genauen Ursachen noch nicht bekannt. Forscher vermuten, dass Nikotin – trotz seiner stimmungsaufhellenden Eigenschaften – und andere Rauchinhaltsstoffe die Aufnahme bestimmter Botenstoffe und Chemikalien im Gehirn beeinflussen. Das erscheint insofern logisch, als Antidepressiva wie Bupoprion, welche die Balance von Chemikalien im Gehirn wieder herstellen, unter dem Markennamen „Zyban“ auch als Mittel zur Raucherentwöhnung angeboten werden. Übrigens ist die Gefahr der Tabakabhängigkeit bei Frauen größer als bei Männern, sie haben laut Studien auch größere Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Sucht als Männer.

Irrtum 25
Handys verursachen Krebs

Mit einer Fülle von Studien wurde versucht, den Nachweis zu erbringen, dass Mobiltelefonie zur Entstehung von Hirntumoren führt. Es ist bisher nicht gelungen. Eine am Institut für Arbeitsmedizin der Medizinischen Universität Wien durchgeführte Studie mit humanen Zelllinien hat zwar ergeben, dass Handystrahlen zu DNA-Strangbrüchen führen können, aber die Ergebnisse sind aufgrund heftiger Streitigkeiten um die mangelnde Verblindung der Studie wertlos. Die Verblindung ist notwendig, um jede Beeinflussung der Ergebnisse durch die an der Studie beteiligten Personen auszuschalten. Zwar wurden die nicht anerkannten Ergebnisse in der Zwischenzeit durch andere Studien bestätigt, aber solche Laborergebnisse können allenfalls einen Hinweis auf ein Risiko geben, eine wirkliche Gefahr könnten nur Tests am lebenden Organismus nachweisen.

Werner:


75 plus: Gesunder Lebensstil verlängert Leben um Jahre
Montag, 3. September 2012
dapd

Stockholm – Ein aktiver Lebensstil zahlt sich auch im höheren Lebensalter noch aus. In einer Kohortenstudie von über 75-jährigen Schweden konnten sich die aktiveren und gesundheitsbewussten Senioren über mehrere zusätzliche Lebensjahre erfreuen, wie eine Publikation im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 345 :e5568) zeigt.

Das Kungsholmen Project umfasst alle Einwohner des gleichnamigen zentralen Stockholmer Stadtbezirks, die im Oktober 1987 ein Alter von 75 Jahren oder höher erreicht hatten. Von den 1.810 Teilnehmern starben in den folgenden 18 Jahre 1.661 (91,8 Prozent). Die meisten erreichten ein Alter von über 90 Jahren. Unter den Überlebenden waren mehr Frauen als Männer. Langlebende hatten ein höheres Ausbildungsniveau als die Verstorbenen, sie hatten häufiger Gesundheitsrisiken wie Rauchen oder Über/Untergewicht vermieden, sie waren besser in soziale Netzwerke eingebunden, und sie hatten bis ins hohe Alter an Freizeitaktivitäten teilgenommen.
Anzeige

Dazu zählten mentale Aktivitäten wie Bücher- und Zeitunglesen, Schreiben, Lernen, Kreuzworträtsel, Malen oder Zeichnen, sportliche Aktivitäten wie Schwimmen, Wandern oder Gymnastik, soziale Aktivitäten wie der Besuch von Theater, Konzerten oder Kunstausstellungen, Reisen und Kartenspielen oder die Teilnahme an Altengruppen. Auch produktive Aktivitäten wie Garten und Haushalt, Kochen, bezahlte oder ehrenamtliche Jobs oder Handarbeiten (Nähen, Stricken, Häkeln oder Weben) wurden als aktive Freizeitgestaltung gewertet.

zum Thema

    zur Studie im BMJ
    Pressemitteilung des BMJ
    Kungsholmen Project

Die Analyse von Debora Rizzuto vom Aging Research Center des Karolinska Instituts und Mitarbeitern zeigt, dass aktive Raucher etwa ein Jahr früher starben als Nichtraucher. Senioren, die das Rauchen aufgegeben hatten, lebten genauso lange wie die Niemalsraucher. Auch im Alter von 75 Jahren oder darüber lohnt es sich nach Ansicht von Rizzuto, das Rauchen aufzugeben. Unter den Freizeitaktivitäten hatte Sport die größte Auswirkung auf die Lebenserwartung: Senioren, die regelmäßig schwammen, wanderten oder gymnastische Übungen machten, lebten etwa 2 Jahre länger als die Über-75-Jährigen, die sich nicht sportlich betätigten.

Wichtig erscheint aber, dass die Senioren insgesamt aktiv blieben. Ein „niedriges Risikoprofil“ (gesunder Lebensstil mit der Teilnahme an einer Freizeitaktivität und die gute oder mäßige Einbindung in ein soziales Netzwerk) verlängerte bei Männern die Lebensspanne um 6 Jahre und bei Frauen um 5 Jahre verglichen mit Senioren, die über- oder untergewichtig waren, die rauchten (oder in der Vergangenheit geraucht hatten) und die gleichzeitig wenig Kontakt zu Familie und Freunde hatten und sich auch nicht an Freizeitaktivitäten beteiligten („Hoch-Risiko-Profil“).

Die Assoziationen waren, wenn auch in abgeschwächter Form noch im Alter von über 85 Jahren und auch bei Senioren mit chronischen Erkrankungen nachweisbar, berichtet Rizzuto, die aber – wie immer in derartigen Untersuchungen – nicht ausschließen kann, dass Ursache und Wirkung verwechselt wurden. Es ist durchaus vorstellbar, dass sich körperlich gesunde Senioren ihr Leben eher aktiv gestalten als .......... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51506

hilde:



Positive Lebenseinstellung bestimmt Gesundheit

Befragung von 7.000 Menschen belegt: Wer an sich glaubt, lebt länger

Lebensfreude: Wer positiv denkt, lebt länger

Melbourne/Hamburg (pte024/18.09.2012/12:40) - Eine aktuelle Studie der Melbourne Universität http://unimelb.edu.au belegt eine erhöhte Gesundheit durch eine positive Lebenseinstellung. Dies haben Wissenschaftler der Melbourne Universität für angewandte Ökonomie und Sozialforschung an rund 7.000 Probanden erprobt. Menschen, die daran glauben, selbst ihr Leben ändern zu können, ernähren sich dahingehend gesünder und achten somit ebenfalls auf die Menge an Alkohol, die sie zu sich nehmen. Auch ein reduziertes Rauchen und erhöhte körperliche Aktivitäten sind bei positiv eingestellten Menschen verstärkt nachweisbar.

Positivismus hält fit

Doch längst nicht alle Wissenschaftler schließen sich dieser Erkenntnis an. "Dieser Ansatz ist falsch, weil positives Denken nur beschränkt in der Lage ist, das Leben zu verlängern oder zu verschönern", meint Ralf Haake, systemischer Berater für Berufs- und Lebensgestaltung http://haake-beratung.de/index.php , im Gespräch mit pressetext. "Es gibt zwar unzählige Motivationstrainer und Berater, die das Positive in den Vordergrund stellen - das Unterbewusstsein kann jedoch nicht betrogen werden", erklärt der Experte. Einem Menschen sei es nicht möglich, nur durch positives Denken die Trauer um eine verstorbene Person zu neutralisieren.

Der Erfolg von Trainings, die Menschen anstreben, begeistern und motivieren, ist Haake zufolge nur von kurzer Dauer. Bei der ersten Niederlage schlägt die Motivation als Folge wieder um und der Beweis für ein Gelingen des reinen positiven Denkens bleibt aus. Der Psychologe rät in diesem Fall mit negativen Situationen umgehen zu lernen.

Formel: Mottoziel

Um mit einer positiven Einstellung das Leben zu verbessern, sollten sich Menschen vielmehr ein kognitives Ziel mit einem emotionalen Anker setzen, um das Erstrebte zu erreichen. Dieser Vorgang wird auch als "Mottoziel" bezeichnet. Darüber hinaus sollte man sich bewusst machen, was dieses Ziel zerstören könnte und wie diese Sabotage verhindert werden kann. Positives Denken braucht Struktur, damit vom Gehirn nachvollziehbare Prozesse erkannt werden. Übergewichtige Menschen müssen zum Beispiel einen stärkeren Wunsch zum Vermeiden der Esssucht finden, um abnehmen zu können. Das heißt, einen stärkeren Bedarf nach einer Alternative zu Schokolade und fettem Essen verspüren.

admin:


DANKE, für diese lobenswerte Aktion,
bitte weiterführen und bundesweit ausbauen!
Dietmar Erlacher, Bundesobmann KfK


Von: SCHAEFERMEIER Andreas [mailto:Andreas.Schaefermeier@ktn.gv.at]
Gesendet: Freitag, 05. Oktober 2012 11:58
An: undisclosed-recipients:
Betreff: Kärntner holen sich ihre Kraft zurück
Wichtigkeit: Hoch

Kärntner holen sich ihre Kraft zurück

LHStv. Kaiser präsentierte gemeinsam mit Apothekerkammer Ergebnisse einer österreichweit einzigartigen Vorsorgeaktion für Kärntner Senioren. Über 1700 Kärntner zeigten Interesse.

Mit der Vorsorgeaktion „Hol dir deine Kraft zurück“ erzielten Kärntens Apotheken einen großen Erfolg.  Bei diesem von Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser unterstützten österreichweit einzigartigen Projekt wurden Kundinnen und Kunden im Alter von 60+ in einem dreimonatigen Programm beim (Wieder-)Aufbau ihrer Muskelkraft unterstützt. 70 Apotheken beteiligten sich kärntenweit an der Aktion. Über 1.700 Personen zeigten Interesse an der Aktion, ausgewertet wurden die Daten von 819 Teilnehmenden. 98 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben das dreimonatige Programm komplett absolviert. Präsentiert wurden die Details heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Kaiser, dem Präsidenten der Apothekerkammer Kärnten, Paul Hauser, der Vizepräsidentin Melanie Zechmann, dem Leiter des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation im Geriatriezentrum am Wienerwald, Primarius Klaus Hohenstein, sowie dem Leiter der Akutgeriatrie/Remobilisation am Klinikum Klagenfurt, Primarius Georg Pinter.

Die Ergebnisse der Aktion zeigen: 27 Prozent der getesteten Frauen und 20 Prozent der Männer sind als muskelschwach einzustufen. Für 26 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer besteht ein erhöhtes Sturzrisiko. Durch das Trainingsprogramm wurde deutlich: Wer regelmäßig etwas für seinen Körper tut, baut Kraft auf und das Sturzrisiko ab.

Erfreut über den Erfolg und den großen Zuspruch zur Aktion zeigt sich Kärntens Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser: „Kärnten kann mehr! Über 1700 Interessierte zeigen, dass das Bewusstsein für die eigene Gesundheit in Kärnten weiter steigt und wir auf dem richtigen Weg sind, Kärnten zum gesündesten Bundesland Österreichs zu machen!“

Er, Kaiser, werde weiter alles tun, um den Kärntnerinnen und Kärntnern die Möglichkeit zu geben, ihre Gesundheit eigenverantwortlich zu stärken. Der Gesundheitsreferent verweist auf die steigende Lebenserwartung und die demografische Entwicklung: „Heute liegt die Lebenserwartung in Kärnten im Durchschnitt bereits bei 82 Jahren und die Zahl der über 65 jährigen wird bis zum Jahr 2025 um über 33.000 ansteigen, was bedeutet, dass auch die Zahl der Sarkopenie-Betroffen steigen wird. Umso wichtiger ist es, klar zu machen: Jede und jeder kann selbst gegensteuern!

Unterstützung kommt von Apothekerkammerpräsident Paul Hauser, der ebenfalls eine positive Bilanz zur Sarkopenie-Vorsorgeaktion zieht: „Wenn wir Apotheker im Vorsorgebereich tätig werden, nehmen das die Menschen sehr gerne an. Die Hemmschwelle ist in der Apotheke geringer als in anderen gesundheitlichen Einrichtungen. Wer sich ein paar Minuten für die eigene Gesundheit nahm und regelmäßig übte, holte sich tatsächlich seine Kraft zurück.“ Für Vizepräsidentin Mag.a Melanie Zechmann ist es wichtig, dass die Apotheken jetzt am Thema Sarkopenie dran bleibt. „Wir haben erfreulicher Weise festgestellt, dass viele ältere Menschen sportlich sind und über eine gute Konstitution verfügen. Andere konnten wir wegen ihres sarkopenischen Zustandes überzeugen, mehr Bewegung zu machen und auf die Ernährung zu achten. Es war schön zu beobachten, wie positiv sich regelmäßige Kraftübungen und die Einnahme von Eiweiß-Shakes schon nach drei Monaten auswirken.“

Für die Auswertung der Ergebnisse war Prim. Dr. Klaus Hohenstein, Leiter des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation im Geriatriezentrum am Wienerwald, zuständig: „In die Untersuchung wurden mobile Apothekenkunden über 60 Jahren eingeschlossen. 1771 Personen zeigten Interesse an der Aktion. Die Auswertungen von 819 TeilnehmerInnen konnten komplett erfasst werden. Dabei  erwiesen sich die KärntnerInnen als gut ernährt mit einem sehr geringen Anteil Untergewichtiger und stark Übergewichtiger (jeweils < 3 Prozet) sowohl bei Männern und Frauen. „Dennoch waren bei der Handkraftmessung und beim Aufstehtest etwa ein Viertel der Frauen und ein Fünftel der Männer als schwach und sturzgefährdet einzustufen. Die Personen, die ein Heimtrainingsprogramm absolvierten, zeigten sowohl eine Kraftzunahme als auch eine Verringerung des Sturzrisikos. Personen, die darüber hinaus zusätzlich ein Proteinshake einnahmen, profitierten in dieser Untersuchung noch etwas mehr.“

Für Primarius Georg Pinter liefert die Aktion den beleg, dass auch ältere Menschen trainierbar sind und selbst viel für ihre Gesundheit tun können: „Es ist nie zu spät, damit zu beginnen!“

Rückfragen gerne:
Apothekerkammer Kärnten,
Mag. Paul Hauser, Präsident der Kärntner Apothekerkammer
T 0676 847 366 214



BU: LHStv. Peter Kaiser freut sich über den Erfolg der Sarkopenie-Vorsorge-Aktion „Hol dir deine Kraft zurück!“. Am Foto mit Prim. Georg Pinter; Apothekerkammerpräsident Paul Hauser, dem Leiter des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation im Geriatriezentrum am Wienerwald, Primarius Klaus Hohenstein und Apothekerkammer-Vizepräsidentin Melanie Zechmann



Mag. Andreas Schäfermeier
Pressesprecher       
Tel.: 0664/8053622608
   

Navigation

[0] Themen-Index

Zur normalen Ansicht wechseln