http://www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/krebserkrankungen/krebsinzidenz_im_ueberblick/index.htmlKrebsinzidenz im Überblick
Im Jahr 2005 erkrankten in Österreich 36.954 Menschen an bösartigen Neubildungen. Es gab in diesem Jahr annähernd gleich viele Inzidenzfälle wie 2004 (37.810 Neuerkrankungen) und um 8,7% mehr als vor zehn Jahren (33.994 Neuerkrankungen). Bei den Männern haben von 2004 auf 2005 die Neuerkrankungen um 2,9% abgenommen, von 1995 auf 2005 wurde ein Zuwachs von 16% verzeichnet. Bei den Frauen zeigt sich ein Rückgang gegenüber 2004 von 1,4% bzw. gegenüber 1995 eine Zunahme von 1,6%.
Im langfristigen Trend zeigen sich unter Berücksichtigung der Veränderung der Altersstruktur bei den Männern nach einer leichten Zunahme bis ins Jahr 2000 nun Werte, die leicht unter denen von 1995 liegen. Bei den Frauen ist eine geringe Zunahme des Krebsrisikos zu verzeichnen. Im Vergleich zu 1995 hat die altersstandardisierte Inzidenzrate bei Männern um 3% abgenommen und ist bei den Frauen um 6% zurückgegangen. Kurzfristig betrachtet, zeigen sich bei beiden Geschlechtern nur geringe Änderungen des Krebsrisikos. Die altersstandardisierte Krebsinzidenzrate der Männer sank im Jahr 2005 gegenüber dem vorangegangenen Jahr um 5,2%, jene der Frauen ging um 3,3% zurück. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, war im Jahr 2005 unter Zugrundelegung altersstandardisierter Raten bei Männern 1,4 Mal so hoch wie bei Frauen.
Die häufigste Krebserkrankung bei den Männern ist seit 1994 Prostatakrebs, im Jahr 2005 mit 5.085 Fällen absolut (bzw. 83,6 Fällen pro 100.000 Männern). Davor lag der Lungenkrebs an der Spitze der diagnostizierten Krebsleiden, wobei der Zeitpunkt der „Ablöse“ zwischen den Bundesländern stark variiert. Ein besonders starker Rückgang ist bei bösartigen Neubildungen des Magens evident, während die anderen Krebsarten eher geringe Schwankungen zeigen. Die Zunahme der Anzahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen bei den Männern ist im Beobachtungszeitraum fast ausschließlich auf die steigende Zahl an Erkrankungen der Prostata zurückzuführen. Bei den Frauen ist Brustkrebs seit jeher die häufigste Lokalisation, wobei der Anteil der an Brustkrebs erkrankten Frauen gegenüber 2004 gleich geblieben ist (im Jahr 2005: 4.833 Fälle bzw. altersstandardisiert 71,5 Fälle pro 100.000 Frauen). Die altersstandardisierte Rate der Neuerkrankungen an Brustkrebs erhöhte sich in den letzten zehn Jahren um 0,4%. Die Zunahme der Inzidenzen von Brust- und Prostatakrebs ist zu einem großen Teil auf die vermehrt durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen zurückzuführen („Screening-Effekt“).
Für einen regionalen Vergleich der Krebsneuerkrankungen eignen sich besonders altersstandardisierte Raten, um die unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen auszuschalten. Da das Risiko an Krebs zu erkranken für ältere Menschen deutlich höher ist, müssen die Daten vor einem regionalen Vergleich um diesen Effekt bereinigt werden. Ohne diese Korrektur würden in Regionen mit einer älteren Bevölkerung von vornherein mehr Krebserkrankungen aufgezeichnet werden. Bei den regionalen Unterschieden spielen auch regionale Screeningprogramme sowie die Meldefrequenz der Krankenanstalten eine Rolle. Kärnten wies 2005 die höchste altersstandardisierte Rate auf (328,7 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner), gefolgt vom Tirol (320,8 Neuerkrankungen) und vom Burgenland (306,1 Neuerkrankungen). Die geringsten altersstandardisierten Inzidenzraten wurden in der Steiermark und in Oberösterreich verzeichnet (250,7 bzw. 279,7 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner).
Bei der häufigsten Krebsneuerkrankung der Männer, dem Prostatakrebs, waren 2005 die Bundesländer Vorarlberg (170,3 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer), Tirol (109,9 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) und Burgenland (108,1 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) am stärksten betroffen, die wenigsten Neuerkrankungen wurden in der Steiermark und in Wien (71,4 bzw. 75,2 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) verzeichnet. Beim Brustkrebs, der häufigsten Krebsneuerkrankung der Frauen, führen Kärnten, Tirol und Salzburg die Statistik an (80,1, 79,3, 77,0 Neuerkrankungen auf 100.000 Frauen), am wenigsten betroffen waren Vorarlberg und Niederösterreich (65,9 bzw. 69,4 Neuerkrankungen auf 100.000 Frauen). Bei den bösartigen Neubildungen des Kolorektums sind im Burgenland die meisten Fälle zu verzeichnen (39,7 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner), vor Tirol (36,1) und Niederösterreich (36,0), die wenigsten bösartigen Neubildungen des Kolorektums wurden in Vorarlberg verzeichnet (28,3).
Das Tumorstadium bei der Diagnose ist ein wichtiges Kriterium für die Prognose einer Krebserkrankung und wird daher nach Möglichkeit bei allen Krebserkrankungen aufgezeichnet. In die Ergebnisse zum Tumorstadium werden zusätzlich zu den Neuerkrankungen auch jene Fälle, die sich in einem Krebs-Vorstadium befinden einbezogen, die Carcinoma in situ (CIS). Im Jahr 2005 gab es 2.744 CIS-Fälle. Die Grundgesamtheit der nachfolgenden Ergebnisse zu den Tumorstadien setzt sich aus der Zahl der Neuerkrankungen (36.954) und den CIS-Fällen zusammen und beträgt somit 39.698 Fälle. Im Jahr 2005 wurde etwa knapp ein Drittel aller Tumoren diagnostiziert, solange der Tumor noch auf das Organ beschränkt war (lokalisiertes Tumorstadium: 30,6%). Ein Fünftel der Diagnosen wurde erst gestellt, als der Tumor bereits die Organgrenzen durchbrochen hatte (regionäre Lymphknotenmetastasen, regionalisiertes Tumorstadium: 19,2%). Bei weiteren 10,8% der neu diagnostizierten Fälle wurden bereits Fern-Metastasen entdeckt (disseminiertes Tumorstadium).
Systemerkrankungen sind keinem dieser Prognosestadien zuordenbar und machten 5,6% aller Tumoren aus.
26,9% der Tumoren konnten keinem Erkrankungsstadium zugeordnet werden, da entweder die Angaben auf der Krebsmeldung mangelhaft waren (17,2%) bzw. bei DCO-Fällen keine Information über das Erkrankungsstadium vorlag (9,7%). Die restlichen 6,9% machten Carcinoma in situ-Fälle aus.