Autor Thema: Folsäure- und B-Vitamin-Supplemente beeinflussen Krebsrisiko von Frauen nicht  (Gelesen 1250 mal)

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11/11/08,19:23, Elsevier Von Mary Ann Moon

Folsäure- und B-Vitamin-Supplemente beeinflussen Krebsrisiko von Frauen nicht

Eine Behandlung mit einer Kombination aus Folsäure, Vitamin B6und Vitamin B12hat laut einem Bericht im JAMA vom 5. November bei Frauen keinen signifikanten Effekt auf die Krebsinzidenz insgesamt oder die Brustkrebsinzidenz.

Beobachtungsstudien haben nahegelegt, dass ein inverser Zusammenhang zwischen einer hohen Aufnahme von Folsäure und B-Vitaminen einerseits und Krebsrisiko, insbesondere dem Risiko für kolorektale und Mammkarzinome andererseits existieren könnte. Die Ergebnisse randomisierter Studien waren jedoch nicht eindeutig, und eine Studie hatte sogar Befürchtungen hinsichtlich möglicher schädlicher Effekte solcher Supplemente aufgeworfen.

Zudem „waren Frauen in vorherigen Studien zu B-Vitaminen unterrepräsentiert“, erklärten Dr. Shumin M. Zhang vom Brigham and Women‘s Hospital in Boston und Kollegen.

Die Wissenschaftler analysierten das Auftreten von Krebs mithilfe von Daten der Women’s Antioxidant and Folic Acid Cardiovascular Study, einer großen randomisierten klinischen Studie, die mögliche präventive Effekte von kombinierten Folsäure- und B-Vitamin-Supplementen hinsichtlich kardiovaskulärer ERkrankungen bei Frauen mit hohem Risiko dafür untersuchte.

Die Frauen, die in medizinischen Berufen beschäftigt und 40 Jahre oder älter waren, nahmen an der siebenjährigen Studie wie auch einem weiteren Jahr Follow-up teil. Eine Untergruppe von 5442 Frauen wurden hinsichtlich Krebs nachbeobachtet.

Die Frauen wurden randomisiert der täglichen Einnahme einer Kombination aus 2,5 mg Folsäure, 50 mg Vitamin B6und 1 mg Vitamin B12oder einem entsprechenden Placebo zugeteilt. Diese Dosen sind höher als die empfohlenen Tagesmengen für Erwachsene.

Das Durchschnittsalter der Frauen zu Beginn der Studie war 63 Jahre und ihr durchschnittlicher Body Mass Index war 30,6 kg/m2. Mehr als zwei Drittel der Frauen waren übergewichtig oder adipös und daher sowohl für Krebs wie auch kardiovaskuläre Erkrankungen gefährdet.

Insgesamt 379 Frauen entwickelten ein invasives Karzinom – 187 in der aktiven Behandlungsgruppe und 192 in der Placebogruppe.

Die Supplemente hatten keinen signifikanten Effekt auf die Raten von Krebs insgesamt, Brustkrebs, Kolorektalkarzinom, Krebsmortalität oder Mortalität insgesamt, sagten Dr. Zhang und Kollegen (JAMA 2008;300:2012-21).

„Es gibt Befürchtungen, dass ein ansteigender Folsäurestatus als Folge der vorgeschriebenen Folsäureanreicherung sowie von Supplementierung das Krebsrisiko bei einigen Menschen erhöhen könnte, denn Folsäure könnte bei der Karzinogenese eine duale Rolle einnehmen – die Tumorinitiation verhindern, wenn es zu einem frühen Zeitpunkt in der Karzinogenese gegeben wird, sowie bei Menschen mit suboptimalem Folsäurestatus; aber die Tumorentwicklung fördern, wenn es zu einem späteren Zeitpunkt der Karzinogenese gegeben wird (d.h. wenn bereits prämaligne Läsionen vorhanden sind) sowie bei Personen mit hoher Folsäureaufnahme“, merkten die Forscher an.

Die Ergebnisse zeigten keinen Effekt auf das Krebsrisiko, selbst nicht bei Frauen mit hohen Ausgangsspiegeln von Folsäure und B-Vitaminen, Frauen, die Multivitaminsupplemente einnahmen oder Frauen mit Krebs in der Anamnese.

Zwei vorherige umfangreiche klinische Studien kamen zu denselben Schlüssen. Diese Ergebnisse bieten zusammen mit jenen der aktuellen Studie die Beruhigung, dass eine Supplementierung das Krebsrisiko nicht erhöht, auch nicht im Zeitalter der Folsäureanreicherung von Lebensmitteln.

„Da Krebs eine lange Latenzperiode hat, können wir [jedoch] die Möglichkeit nicht ausschließen, dass es nützliche oder schädliche Effekte kombinierter B-Vitamine auf Krebs geben könnte, die innerhalb von sieben Jahren Behandlung nicht entdeckt werden konnten“, ergänzten Dr. Zhang und Kollegen.