Autor Thema: Frauen-Gesundheit  (Gelesen 972 mal)

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Jutta

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Frauen-Gesundheit
« am: 29. November 2010, 19:52 »

Quiz: Frauengesundheit

Der Herzinfarkt zählt bei Frauen in Industrieländern heute zu den häufigsten Todesursachen. So sterben mehr Frauen an einem Herzinfarkt als beispielsweise an Brustkrebs. Hätten Sie das gewusst? Entdecken Sie im neuen Quiz weitere überraschende Erkenntnisse rund um die Gesundheit von Frauen. Zum Quiz

http://www.gesundheitsinformation.de/quiz-frauen-und-gesundheit.708.de.html


Sissi

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Warum werden Frauen im Schnitt älter als Männer?
« Antwort #1 am: 12. Juli 2012, 19:27 »


Warum werden Frauen im Schnitt älter als Männer?

Lebenserwartung allgemein

In den letzten 100 Jahren ist die Lebenserwartung der Menschen um fast
20 Jahre gestiegen. Das liegt an der Verbesserung von Gesundheitssystem,
Hygiene und vor allem auch an den allgemeinen Lebensbedingungen wie
Ernährung, kürzere Arbeitszeiten, mehr Erholungsmöglichkeiten, bessere
Einkommen, mehr Bildung. Dennoch besteht im Lebensalter noch immer ein
Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Der kleine Unterschied: 6 Jahre
Neueste Statistiken aus dem Jahr 2011 belegen, dass die Lebenserwartung
der heute neugeborenen Jungen in Deutschland bei durchschnittlich 77
Jahren liegt und die Lebenserwartung der neugeborenen Mädchen bei knapp
83 Jahren. In Schweden beträgt der Unterschied zwischen den
Geschlechtern nur vier Jahre, in Russland sind es 13 Jahre.

Biologische Gründe
Zum Beispiel Gene und Hormone. Sie sind weitgehend festgelegt. Seit
geraumer Zeit untersuchen Forscher zum Beispiel den Einfluss der
Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron auf das Immunsystem. Viele
Studien belegen, dass das weibliche Hormon Östrogen einen stärkeren
Schutz vor Krankheiten darstellt. Z. B. erleiden Frauen erleiden
seltener einen Herzinfarkt und wenn doch, dann 10 bis 15 Jahre später
als Männer. Aber es gibt noch keine eindeutigen Ergebnisse, denn auch
die biologischen Faktoren sind sehr vielfältig und beeinflussen sich
gegenseitig.

Lebensstil und Umwelt   
1.) Arbeit
Auch heute noch arbeiten Männer häufiger in den „schweren“ Berufen: im
Handwerk, in der Industrie und Technologie. Sie arbeiten mehr und sind
dabei stärkeren körperlichen Belastungen und Gefahren ausgesetzt. Zudem
kommt mehr psychischer Druck, Stress am Arbeitsplatz.

2.) Freizeit
Auch in ihrer Freizeit leben Männer riskanter. Sie schätzen gefährliche
Hobbies wie Fallschirmspringen oder Bergsteigen, sie fahren schneller
und unvorsichtiger Auto. Das führt insgesamt zu einem höheren
Unfallrisiko bei Männern. Außerdem werden sie auch häufiger Opfer von
Gewaltverbrechen als Frauen.

3.) Gesundheit
Männer rauchen öfter und mehr als Frauen. Außerdem trinken sie mehr
Alkohol. Zudem ernähren sie sich schlechter und sind häufig
übergewichtiger als Frauen. Männer treiben weniger Sport und gehen
seltener zum Arzt. 90 Prozent der Männer halten sich dennoch für gesund.

4.) Partnerschaften
Männer, die verheiratet sind oder in einer festen Partnerschaft leben,
werden in der Regel älter als Ledige. Der Partner bedeutet offenbar mehr
Stabilität und Ausgleich. Beim weiblichen Geschlecht sieht das anders
aus: Single-Frauen werden genau so alt wie verheiratete Frauen. Das
liegt daran, dass Frauen sich ein soziales Netz aufbauen mit Bekannten
und Freunden. Männer beschränken sich offenbar eher auf eine/-n
PartnerIN. Das führt aber letztlich zu einer höheren Isolation und
Einsamkeit. So sind die Suizidraten bei Männern drei Mal so hoch wie bei
Frauen.

5.) Das „starke Geschlecht“
Auch das traditionelle Rollenbild hat Einfluss auf die Lebenserwartung
von Männern. Psychische Leiden sind für die meisten Männer noch immer
ein Tabu. Stress am Arbeitsplatz oder private Probleme verdrängen sie
eher, als darüber zu sprechen oder sich gar professionelle Hilfe zu suchen.

Zukunftsperspektiven   
Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass der Abstand zwischen
Männern und Frauen bei der Lebenserwartung in Zukunft kleiner wird. Zum
einen weil die Frauen im negativen Sinn „aufholen“: Sie haben beruflich
mehr Stress und rauchen auch mehr. Zum anderen werden die Männer
gesundheitsbewusster: Sie achten mehr auf ihre Ernährung und sind
sportlich aktiver.

Literaturtipps
„Gender Medizin: Geschlechtsspezifische Aspekte für die klinische
Praxis“, Anita Rieder, Brigitte Lohff (Hrsg.), Springer Verlag, Wien, 2.
Auflage Juni 2008
ISBN: 978-3211682890

„Gender und Lebenserwartung“, Jochen Geppert, Jutta Kühl (Hrsg.), Kleine
Verlag Bielefeld, 2006.
ISBN: 978-3893704149

Mehr zum Thema:
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2005/0503/08_sterben.jsp#lebenserwartung
(WDR-Sendung „Quarks & Co.“, 2005: Warum sterben Männer früher?)

http://www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/158116/index.html
(3sat Hintergrundinformationen, 2011: „Starkes Geschlecht = kurzes Leben“)

http://www.zeit.de/online/2009/35/altersforschung
(„Die Zeit“, 2009: Alternsforschung Für Männer tickt die Uhr schneller)

<Mehr Infos (Manuskript als PDF und Audio als MP3) unter:>
http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/s/d/12.07.2012-16.05/b/die-kleine-anfrage-1-beitraghoererspiel-lebenserwartung.html