Indien: Eine Million Menschen sterben am Rauchen
Informationskampagne soll über Risiken informieren
Toronto/Neudelhi (pte/14.02.2008/10:00) - Eine Million Menschen werden in
Indien im Jahr 2020 den Folgen des Rauchens zum Opfer fallen. Bereits
jetzt kann das Rauchen für 900.000 Todesfälle jährlich verantwortlich
gemacht werden, wie Wissenschaftler der University of Toronto
http://www.utoronto.ca nachgewiesen haben. Die im The New England Journal
of Medicine veröffentlichte Studie warnt, dass Maßnahmen ergriffen werden
müssen, wenn die Anzahl der Opfer nicht weiter steigen soll. Vorausgesagt
wird, dass das Rauchen bald die Ursache für 20 Prozent aller Todesfälle
bei Männern und für fünf Prozent bei den Frauen sein wird. Dabei handelt
es sich um die Altersgruppe zwischen 30 und 69 Jahren.
Das Team um Prabhat Jha hat berechnet, dass Männer, die Bidis rauchen,
ihre Lebenserwartung ungefähr um sechs Jahre verkürzen. Männer, die
normale Zigaretten rauchen, verkürzen ihr Leben um ungefähr zehn Jahre.
Bei Bidi-Raucherinnen sinkt die Lebenserwartung um ungefähr acht Jahre.
Diese Zahlen basieren auf der Analyse der Todesfälle in einem Sample von
1,1 Millionen Haushalten in allen Teilen Indiens. Durchgeführt wurde die
Befragung von rund 900 Mitarbeitern vor Ort. Bei den Männern, die
zwischen 30 und 69 Jahren starben, wurden rund 38 Prozent der Todesfälle
durch Tuberkulose verursacht, 32 Prozent starben an Krebs und 20 Prozent
an Gefäßerkrankungen.
Der leitende Wissenschaftler Prabhat Jha betonte, dass die extremen
Risiken durch das Rauchen die Forscher erstaunt hätten. Die Menschen
begännen in Indien später als in Europa oder Amerika zu rauchen. Zudem
rauchten sie auch weniger. 120 Millionen Menschen sollen laut BBC in
Indien rauchen. Laut Studie können 61 Prozent der Raucher damit rechnen,
im Alter zwischen 30 und 69 Jahren zu sterben. Bei Nichtrauchern liegt
dieser Wert bei 41 Prozent. 62 Prozent der Raucherinnen sind im gleichen
Zeitraum ebenfalls einem Sterberisiko ausgesetzt. Bei Nichtraucherinnen
sind es nur 38 Prozent. Amartya Sen von der Harvard University
http://www.harvard.edu meinte, dass es bemerkenswert sei, dass ein
einzelner Faktor für fast einen von zehn Todesfällen in Indien
verantwortlich ist. Auch Indiens Gesundheitsminister Abumani Ramadoss
zeigte sich alarmiert. "Die Regierung von Indien versucht alle
notwendigen Schritte einzuleiten um das Rauchen zu kontrollieren. Vor
allem sollen die vielen Armen und Analphabeten über die Risiken
informiert werden."