Autor Thema: Rauchen: wie schädlich ist es .....  (Gelesen 4113 mal)

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Evi

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Re: Rauchen: wie schädlich ist es .....
« Antwort #15 am: 24. April 2008, 20:35 »
Passivrauchen im Gastgewerbe
 
Derzeit tobt ein heroischer Abwehrkampf der Frau Gesundheitsministerin gegen Maßnahmen, die nach übereinstimmender Expertenmeinung mittelfristig hunderte Tote durch Passivrauchen verhindern würden. Die Schädlichkeit des Passivrauchens ist wissenschaftlich unbestritten. Skeptiker gehören in die gleiche Kategorie wie etwa die Leute, die den Klimawandel bestreiten oder die Erde für eine Scheibe halten. Der Arbeitnehmerschutz ist als politisches und gesetzliches Ziel in Österreich verankert. Auch angesichts der erschreckend hohen Zahl von Kindern und Jugendlichen, die zur Zigarette greifen und damit die Gesundheit ihres ganzen Lebens aufs Spiel setzen, müsste eine "Entnormalisierung" des Rauchens in unserer Gesellschaft klare Priorität haben. Und von Wahlfreiheit zu sprechen, ist bei einer Tätigkeit, die anderen so schadet wie das Rauchen, eine zynische Übung.

Aber keine Sorge: Wir wollen ja nichts überstürzen. Wenn sich die österreichische Politik erfolgreich eine Zeitlang um klare Entscheidungen herumgedrückt haben wird, wird die EU die Initiative ergreifen (siehe Artikel im download) und ein komplettes Rauchverbot aus ArbeitnehmerInnenschutzgründen oktroieren. Insgeheim wird allen ein Stein vom Hals fallen: Eine sinnvolle Lösung, von außen diktiert - Jammern darf man wieder mal über die EU ob dieser Bevormundung, man fügt sich letztendlich (sprich: wendet sich neuen Ungeheuerlichkeiten zu) und der Streit ist ein für alle mal vorbei. Hoffentlich kommt da nicht schon zuviel Schaden auf die Wirte - manch einer wünscht sich nach Italien, wo zumindest da alle gleich behandelt werden. Im persönlichen Gespräch wird immer mehr ein komplettes Rauchverbot gewünscht - nur laut sagen traut es sich keiner.

Der Arbeitskreis Innenraumluft am Umweltministerium (BMLFUW) hat Anfang 2007 Expertenempfehlungen zum Nichtraucherschutz, die dem Stand der Technik entsprechen, ausgearbeitet. Diese Vorschläge wurden bis dato in den Entwürfen zum Tabakgesetz nicht berücksichtigt.

Mittlerweile tritt der Arbeitnehmerschutz für die in den rauchbelasteten Innenräumen tätigen Beschäftigten immer mehr in den Vordergrund, eine wirksame Prävention ist hier praktisch nur durch Rauchverbote zu erreichen. Dazu im Downloadbereich informative Artikel von Univ. Prof. Neuberger und seiner Arbeitsgruppe.

Eine Untersuchung in Irland bei nichtrauchenden Beschäftigten in der Gastronomie vor und nach der Einführung des Nichtrauchens zeigte deutlich, dass es bei den Betroffenen binnen Wochen zu einem Rückgang der Beschwerden wie Husten oder Atemnot gekommen ist. Parallel dazu sind die Cotininspiegel im Speichel, ein Abbauprodukt des Nikotins, um 80 Prozent abgesunken. Mit Beginn eines Rauchverbotes in Lokalen würde es bereits binnen Tagen zu einer Verbesserung der Beschwerden bei den Bediensteten kommen.


Download Materialien zu Rauchen in Lokalen
http://www.innenraumanalytik.at/fr_texte.html?http://www.innenraumanalytik.at/Newsletter/verteiler_rauchen.html~mainFrame

Jutta

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Rauchen: Schaden für immer ........
« Antwort #16 am: 07. Mai 2008, 16:59 »
Nie mehr unbelastet

Die Harvard-Mediziner haben detailliert die Risiken für verschiedene Erkrankungen berechnet, die häufig auf Tabak-Missbrauch zurückzuführen sind. Dazu benutzten sie die Daten aus der Nurses¹ Health Study, in der von 1980 bis 2004 mehr als 100.000 Krankenschwestern untersucht und befragt worden sind.

Insgesamt zeigen die Auswertungen, dass 64 Prozent aller Todesfälle unter Rauchern und 28 Prozent aller Todesfälle unter ehemaligen Rauchern auf den Nikotinkonsum zurückzuführen sind. Das Risiko, frühzeitig zu sterben, geht in den ersten fünf Jahren nach Beendigung des Tabakkonsums demnach um insgesamt 13 Prozent zurück.

Besonders schnell sinkt in den ersten fünf Jahren der Nikotin-Abstinenz das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen. "Gerade für Verstopfungen der Kranzgefäße, Infarkte und Schlaganfälle geht die Gefahr in dieser Zeit stark zurück", sagt Stacey Kenfield. So ist das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, nach fünf Jahren Abstinenz bereits um fast zwei Drittel verringert. Die Wahrscheinlichkeit für Ex-Raucher, an einem Schlaganfall zu sterben, ist fünf Jahre nach der letzten Zigarette um 42 Prozent gesunken. So unbelastet wie die Herzen und Adern von Nichtrauchern sind jene ehemaliger Raucher aber erst wieder nach etwa 20 Jahren ohne Zigaretten.

Das Risiko für Lungenerkrankungen sinkt hingegen in den ersten fünf Jahren, nachdem das Rauchen beendet wurde, nicht so stark. So wird die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu sterben, nur um 21 Prozent gesenkt. Selbst 30 Jahre nach dem Ende des Tabakkonsums ist die Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Lungenkrebs erst um 87 Prozent gesunken und damit immer noch nicht auf dem Niveau eines Gleichaltrigen, der nie geraucht hat.

Gitti

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Rauchen: sofort aufhören - das bringt`s
« Antwort #17 am: 08. Mai 2008, 00:04 »
Hallo Jutta,
da habe ich gerade etwas Positives für Aufhörwillige entdeckt:


Schnelle Belohnung für Ex-Raucher – Sterberisiko sinkt nach wenigen Jahren


Boston – Tabakrauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache. Dass sich der vollständige Verzicht auf Zigaretten schon nach wenigen Jahren auszahlt, zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2008; 299: 2037-2047).

Etwa zwei Drittel (64 Prozent) aller vorzeitigen Todesfälle bei Raucherinnen und ein Viertel (28 Prozent) aller vorzeitigen Todesfälle bei Ex-Raucherinnen sind die Folge der schädlichen Auswirkungen des Tabakrauches, berichtet Stacey Kenfield von der Harvard School of Public Health in Boston. Die Epidemiologin bezieht dieses Zahlen aus einer neuen Analyse der Nurses’ Health Study, an der sich mehr als 100.000 Krankenschwestern beteiligten.

Zwischen 1980 und 2004 sind 12.483 von ihnen gestorben, 3.602 (29 Prozent) hatten bis zum Tod aktiv geraucht. Weitere 4.396 (35 Prozent) waren Ex-Raucherinnen. Der Anteil beider Gruppen unter den Toten war damit deutlich höher als unter den Lebenden. Nach den Berechnungen von Kenfield haben aktive Raucherinnen ein fast dreifach erhöhtes Sterberisiko (Hazard Ratio 2,81), das Risiko auf eine tödliche Krebserkrankung war sogar mehr als siebenfach höher als bei Krankenschwestern, die niemals geraucht hatten (Hazard Ratio 7,25).

Rauchen führt keineswegs nur zum Lungenkrebs. Über die Blutbahn gelangen die kanzerogenen Schadstoffe in alle Organe des Körpers, weshalb beispielsweise auch das Darmkrebsrisiko bei Raucherinnen um 63 Prozent erhöht war (Hazard Ratio 1,63).

Aus den Angaben der Krankenschwestern, die regelmäßig Fragen zu ihren aktuellen Lebensgewohnheiten beantworten, konnte Kenfield auch ablesen, wie lange Ex-Raucher warten müssen, bis sich ihr Sterberisiko normalisiert. Die schlechte Nachricht: Bis sie den Zustand von Niemalsrauchern erreichen, kann es 20 Jahre oder länger dauern.

Die gute Nachricht: Gegenüber Personen, die weiter rauchen, zeichnet sich bereits nach kurzer Zeit ein Vorteil ab. Das Gesamtsterberisiko sinkt in den ersten fünf Jahren um 13 Prozent (Hazard Ratio 0,87). Das Herzinfarktrisiko sinkt in dieser Zeit sogar um 47 Prozent (Hazard Ratio 0,53). Selbst das Lungenkrebsrisiko geht frühzeitig zurück, nämlich um 21 Prozent (Hazard Ratio 0,79) in den ersten fünf Jahren. Allerdings dauert es 30 Jahre, bis Ex-Raucherinnen das gleiche niedrige Lungenkrebsrisiko von Nichtraucherinnen haben.

Die negativen Auswirkungen des Rauchens auf andere Atemwegserkrankungen halten dagegen länger an. Die Zahl der COPD-Erkrankungen war bei den Ex-Raucherinnen in den ersten fünf Jahren sogar um 73 Prozent höher als bei den Krankenschwestern, die weiter rauchten (Hazard Ratio 1,73).

Dies ist vermutlich die Folge eines „ill-quitters”-Effekt: Einige Raucherinnen verloren vermutlich deshalb die Lust am Rauchen, weil ihnen wegen einer schweren COPD zunehmend die Luft wegblieb. Ihre Lungengesundheit war dann in den ersten Jahren schlechter als bei den Frauen ohne Atemnot, die sich weiter der Illusion hingeben konnten, dass der Tabak vielleicht anderen, aber nicht ihnen selbst schade. © rme/aerzteblatt.de, 7.5.08


» Abstract der Studie

» Pressemitteilung vin JAMA

» Nurses’ Health Study