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Medizinisches, Sonstiges => Depressionen, Allgemein => Allgemeines => Thema gestartet von: Jutta am 09. Mai 2008, 22:14

Titel: Depression, Arzt, Therapie, Medikamente
Beitrag von: Jutta am 09. Mai 2008, 22:14
Was ist bei der Einnahme von Antidepressiva zu beachten?

Wenn Sie und Ihr Arzt sich zur medikamentösen Behandlung entschlossen haben, können Sie selbst wesentlich zum Erfolg der Therapie beitragen, indem Sie einige wichtige Punkte beachten:

    * Nehmen Sie das verordnete Medikament unbedingt in der vom Arzt empfohlenen Weise ein.
    * Antidepressiva wirken in der Regel nach 1-2 Wochen, manchmal kann es aber auch etwas länger dauern. Sollten Sie nach 4-6 Wochen noch immer keine Wirkung bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er wird dann eine Dosisanpassung vornehmen oder Ihnen ein neues Medikament verordnen.
    * Antidepressiva verursachen manchmal Übelkeit, meist hilft hier die Einnahme des Medikaments zu einer Mahlzeit. Wenn Sie diese oder andere Nebenwirkungen bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Setzen Sie das Ihnen verordneten Medikament keinesfalls selbstständig ab.
    * Hören Sie nicht mit der Medikamenteneinnahme auf, wenn es Ihnen besser geht. Laut WHO (Weltgesundheitsbehörde) sollen Antidepressiva mindestens 6 Monate eingenommen werden, um einen langfristigen Heilungserfolg zu ermöglichen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen dauerhaft besser geht, sprechen Sie unbedingt vor Absetzung des Medikamentes mit Ihrem Arzt.
    * Moderne Antidepressiva machen auch bei längerfristiger Einnahme nicht süchtig, auch wenn Ihnen Ihr Arzt die Einnahme nach sechs Monaten weiterempfiehlt. Ein zu früher Abbruch der Therapie erhöht das Risiko für das Wiederauftreten der Depression.
    * Kombinieren Sie keine Antidepressiva, ohne vorher mit Ihrem Arzt zu sprechen, da sich diese in der Wirkung verstärken können. Wenn Sie Medikamente verschrieben bekommen oder in der Apotheke kaufen (auch rezeptfreie) oder pflanzliche Präparate (z. B. Johanniskraut), weisen Sie Ihren Arzt oder Apotheker auf die Einnahme des Antidepressivums hin.
    * Versuchen Sie, Ihre sozialen Kontakte und Hobbies beizubehalten. Gespräche mit nahestehenden Menschen, Bewegung und Sport können die Depressionstherapie wesentlich unterstützen.
    * Bewegen Sie sich so oft Sie können in der freien Natur - Sport und Spaziergänge an der frischen Luft hellen die Stimmung auf.


Tipps für den Arztbesuch

Für viele Betroffene ist es am Anfang unangenehm mit anderen über ihre Krankheit zu sprechen. Gerade bei einer Depression oder einer Angsterkrankung ist es aber wichtig, mit dem Arzt detailliert über seine emotionalen und körperlichen Beschwerden zu sprechen. Je genauer sich der Arzt ein Bild von Ihrem Gesundheitszustand machen kann, desto leichter kann er eine Diagnose stellen und mit Sie im Anschluss über den für Sie bestmöglichen Behandlungsplan informieren.

Ihr Arzt wird Ihnen bei Ihrem ersten Besuch einige Fragen über Ihre Symptome (Beschwerden), Ihre medizinische Vorgeschichte und Ihre Familiengeschichte stellen. Versuchen Sie daher die folgenden Informationen für das Gespräch vorzubereiten:

   1. Schreiben Sie eine Liste mit Ihren körperlichen und emotionalen Beschwerden. Notieren Sie sich zu jedem Symptom das ungefähre Datum, wann die Beschwerden begonnen haben. Falls Ihnen irgendwelche Auslöser oder andere Besonderheiten aufgefallen ist, notieren Sie diese ebenfalls dazu.
   2. Bereiten Sie eine Liste mit jenen Medikamenten vor, die Sie einnehmen. Notieren Sie hier nicht nur von Ihrem Arzt verschriebene Arzneimittel sondern auch pflanzliche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel.
   3. Notieren Sie all Ihre Krankheiten. Vergessen Sie hierbei nicht auf chronische Erkrankungen wie z. B. hohen Blutdruck oder Diabetes.
   4. Erinnern Sie sich an einschneidende Erlebnisse, die erst kürzlich stattgefunden haben. Vergessen Sie hierbei nicht auf die positiven Erfahrungen wie z. B. Heirat.
   5. Schreiben Sie eine Liste mit Verwandten, die an einer Depression oder Angststörung gelitten haben. Gibt es in Ihrer Familie Fälle von unberechenbaren Verhalten, Alkoholsucht, Drogensucht oder Selbstmord?
   6. Zu guter Letzt notieren Sie bitte alle Behandlungen, die Sie in der Vergangenheit bereits ausprobiert haben. Vergessen Sie hierbei nicht auf alternative Behandlungen wie z. B. Meditation oder Akupunktur.


Wann ist es sinnvoll, einen Arzt zu konsultieren?

   1. Veränderung im logischen Gedankengang: Verlangsamung, Beschleunigung, Sprunghaftigkeit
   2. Gedächtnisstörungen: Ausblendungen, Tilgungen, Gedächtnisverlust, Vergesslichkeit
   3. Unerklärliche Stimmungsschwankungen, besonders, wenn diese rasch und unvorhersehbar ablaufen (von normaler Stimmung zu Gereiztheit oder Euphorie - ohne erkennbaren Anlass)
   4. Alle Störungen, bei denen ein Wechsel der Bewusstseinslage vorkommt (Anfälle, Verwirrtheit, Starre, Durchbrüche von Emotionen)
   5. Veränderung im subjektiven Erleben von Affekten: Fehlen von Gefühlen bzw. Gefühlserleben. Lust- und Interesselosigkeit, Entscheidungsschwierigkeiten, Ziel- und Sinnlosigkeit
   6. Anhaltende Schlafstörungen (länger als zwei Wochen)
   7. Antriebsstörungen: gehemmter oder gesteigerter Antrieb, das innerliche Gefühl immer dieselben Gedanken denken zu müssen, innerlich unruhig, "zu eng in der Haut", "wie ein Löwe im Käfig"
   8. Immer wiederkehrende Schuldgefühle und quälende Selbstvorwürfe, Selbstmordgedanken, auto- und heteroaggressive Verhaltensweisen (Verletzungen, Vergiftungen, rücksichtsloses Fahren, fatales Spielen) und deren Androhung
   9. Ess-Störungen: Bulimie (Fress-Brechsucht) und Anorexie (Magersucht)
  10. Sucht und wiederholter Substanzmissbrauch, Alkohol, Drogen
  11. Angst, Panikattacken, anfallsweise, unvorhersehbare Angstsymptomatik mit körperlichen Beschwerden. Hartnäckige Phobien, die klassischen Angst- und Zwangsneurosen
  12. Alle Störungen, bei denen körperliche, vor allem vegetative Symptome auftreten (Schweißausbrüche, Herzbeschwerden, Muskelverspannungen …)
  13. Verfolgungsideen, -gefühle und -wahn
  14. Erinnerungsfälschungen, Illusionen, Anmutungserlebnisse, Halluzinationen
Titel: Depression ist ........ und weitere Infos
Beitrag von: Jutta am 09. Mai 2008, 22:17

Depression

Depression ist eine Krankheit, die den ganzen Körper betrifft. Bei einer Depression verändern sich Gefühle, Gedanken und das Verhalten. Depression ist mehr als andauernde Traurigkeit. Häufig führt die Depression zu Gefühlen der Unentschlossenheit, der inneren Leere, Wertlosigkeit und Apathie. Man verliert die Lust an täglichen Aktivitäten und ist leicht reizbar.
Durch eine Depression können oft wichtige Lebensfunktionen wie Schlafen, Essen und Trinken Schwierigkeiten bereiten.

Depression ist keine persönliche Schwäche. Oft gibt es keinen besonderen Grund für Niedergeschlagenheit und Traurigkeit, denn die Depression muss nicht durch äußere Umstände entstehen. Sie kann auch dann auftreten, wenn das Leben in gewohnter Weise
abläuft.

Weitere gute Infos über http://www.nein-zur-depression.at/Home/tabid/363/Default.aspx

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Titel: Depressionen - hilft Johanniskraut?
Beitrag von: Josef am 18. Juli 2008, 19:29
Depressionen: Können Mittel aus Johanniskraut (Hypericum) helfen?

Bestimmte Johanniskraut-Präparate können eine leichte bis mittelschwere Depression möglicherweise lindern. Für schwere Depressionen konnte keine Wirksamkeit nachgewiesen werden. Unerwünschte Wirkungen sind meistens schwach. Es kann jedoch zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen.

Schätzungen zufolge hat etwa jeder sechste Mensch irgendwann im Leben mit einer Depression zu tun. Eine Depression ist etwas anderes als einfach nur traurig oder verstimmt zu sein. Typische Anzeichen der Erkrankung sind eine tiefe Niedergeschlagenheit, die mindestens zwei Wochen anhält und mit allgemeiner Interesse- und Antriebslosigkeit verbunden ist. Menschen mit einer Depression schlafen meist schlecht, fühlen sich erschöpft und vom Alltagsleben überfordert. Ihr Selbstvertrauen schwindet, sie haben ein sehr negatives Selbstbild und ziehen sich häufig zurück. Außerdem fällt es ihnen schwer, sich auf Dinge zu konzentrieren.

Eine Depression kann einmalig auftreten und über Wochen oder Monate anhalten. Manchmal verschwindet sie von selbst, aber häufig bleibt sie bestehen (chronische Depression) oder verstärkt sich. Eine Depression kann auch wiederkehrend sein (rezidivierende Depression). Je nachdem wie viele Anzeichen auftreten und wie schwer sie sind, werden drei Formen unterschieden: leichte, mittelgradige und schwere Depression. Eine schwere Depression ist eine sehr ernsthafte Erkrankung und mit dem Risiko einer Selbsttötung verbunden.

Eine Depression kann mit psychotherapeutischen Verfahren und / oder Medikamenten (Antidepressiva) behandelt werden. Bei leichteren Formen der Depression greifen viele Menschen zu pflanzlichen Mitteln, einschließlich solchen aus Johanniskraut-Extrakten (lateinischer Name für Johanniskraut: Hypericum perforatum). Wie bei den meisten pflanzlichen Arzneien (Phytotherapeutika) gilt: Im Handel ist eine Vielfalt an Produkten erhältlich, die sich in ihrer Stärke und Zusammensetzung zum Teil erheblich unterscheiden. Daher gibt es keine Garantie dafür, dass vor Ort verfügbare Johanniskraut-Produkte dieselbe Wirkung haben wie Präparate, die in Studien erprobt wurden. Viele Produkte enthalten nur eine geringe Dosis an Hypericum-Extrakten. Wenn Sie mehr über komplementär- bzw. alternativmedizinische Arzneien erfahren möchten, können Sie dies in unserem Merkblatt nachlesen.

Die Analyse von Studien zur Wirkung von Johanniskraut

Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Cochrane Collaboration hat Studien zu Johanniskraut-Präparaten analysiert, um herauszufinden, ob sie Depressionen bei Erwachsenen lindern können und wie sie im Vergleich zu anderen Medikamenten abschneiden. Sie fanden insgesamt 37 Studien mit fast 5000 Teilnehmern. In 23 Studien wurde Johanniskraut mit einem Mittel ohne Wirkstoff (Placebo) verglichen, in 11 mit einem Antidepressivum und in 3 Studien sowohl mit Placebo als auch mit einem Antidepressivum. Die Studien dauerten zwischen 4 und 12 Wochen und prüften ganz unterschiedliche Johanniskraut-Produkte in verschiedenen Dosierungen. Etwa zwei Drittel der Studienteilnehmer hatte eine leichte oder mittelgradige Depression, ein Drittel waren Menschen mit schweren Depressionen. Etwa 7 von 10 Studienteilnehmern waren Frauen (70 %).

Die Ergebnisse für Menschen mit leichter bis mittelgradiger Depression

Die in den Studien eingesetzten Hypericum-Extrakte könnten die Beschwerden von Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit einer leichten bis mittelgradigen Depression möglicherweise stärker lindern als ein Placebo. Diese Schlussfolgerung lässt sich jedoch nicht auf jedes Johanniskraut-Produkt übertragen, da die vielen frei verkäuflichen Präparate unterschiedlich zusammengesetzt sind. Die Studien liefern nicht genug Daten, um unterschiedliche Extrakte miteinander vergleichen zu können oder eine optimale Dosierung zu ermitteln.

Die Studien, in denen Johanniskraut mit anderen Antidepressiva verglichen wurde, zeigen für beide Mittel eine etwa gleich schwache Wirkung. Daher könnte man auf den ersten Blick vermuten, dass Johanniskraut bei Menschen mit leichter bis mittelgradiger Depression genauso wirksam ist wie andere Medikamente gegen Depressionen. Da die Antidepressiva in den Studien aber geringer dosiert waren als üblicherweise verordnet, konnten sie in diesen Studien möglicherweise auch nur eine geringe Wirkung entfalten. Darüber hinaus wurde Johanniskraut nur in drei Studien gleichzeitig mit Antidepressiva und Placebo verglichen. Und die Studien zogen nicht alle heute häufig angewendeten Antidepressiva zum Vergleich heran.

Die Ergebnisse für Menschen mit schwerer Depression

Auf schwere Depressionen hatte Hypericum in den untersuchten Studien keine Wirkung. Diesen Schluss zogen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Cochrane Collaboration aus ihren Ergebnissen. Eine schwere Depression ist eine sehr ernsthafte Erkrankung und es ist unwahrscheinlich, dass eine Eigenbehandlung nur mit Johanniskraut hilft.

Unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Johanniskraut-Präparate können zu unerwünschten Wirkungen führen, zum Beispiel zu Übelkeit, leichten Hautirritationen, Lichtempfindlichkeit und Kopfschmerzen. Menschen können auch allergisch auf Johanniskraut-Produkte reagieren. Sie sind jedoch etwas seltener mit unerwünschten Wirkungen verbunden als Antidepressiva vom Typ der "Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer" (SSRI). Andere Arten von Antidepressiva lösen häufiger unerwünschte Wirkungen aus als Johanniskraut oder SSRI.

Die größte Befürchtung beim Einsatz von Johanniskraut-Präparaten ist jedoch, dass sie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben können. Es ist wichtig, dass Menschen, die mehrere Medikamente nehmen, auf mögliche Wechselwirkungen zwischen diesen Mitteln achten. Pflanzliche Wirkstoffe wie Johanniskraut können ebenso wie chemische Wirkstoffe in Kombination mit anderen Medikamenten Probleme hervorrufen. Zum Beispiel könnten sie die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen. Dies gilt im Falle von Johanniskraut insbesondere für Mittel, die bewirken, dass das Blut langsamer gerinnt (zum Beispiel "Marcumar") und Mittel, die das Immunsystem des Körpers beeinflussen (zum Beispiel "Zyklosporin", das die Immunabwehr unterdrückt). Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Johanniskraut die Wirkung der Anti-Baby-Pille beeinträchtigt. Wenn Sie Medikamente nehmen, ist es für Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wichtig zu wissen, ob Sie bereits Johanniskraut nehmen oder dies tun möchten.

http://www.gesundheitsinformation.de/depressionen-koennen-mittel-aus-johanniskraut-hypericum-helfen.483.385.html