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K R E B S A R T E N - - nur registriert kann man ALLE angeführten Krebsarten lesen! => Lungenkrebs => Forschung und News => Thema gestartet von: Dietmar E. am 01. Mai 2007, 15:52

Titel: Avastin und Lungenkrebs
Beitrag von: Dietmar E. am 01. Mai 2007, 15:52

In unserem Forum sind bereits einige Infos über
Avastin
erschienen.
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Avastin (Bevacizumab) in der First-Line-Therapie des fortgeschrittenen NSCLC:

Auf dem Weg zum neuen Therapiestandard

Grenzach-Wyhlen, 22. November 2006.

Der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab (Avastin) entwickelt sich
inzwischen auch beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) ohne Plattenepithel-
Histologie zum Therapiestandard. Das ist das Fazit der Studie E4599 der Eastern Cooperative Oncology
Group (ECOG), die beim DGHO-Jahreskongress in Leipzig (1) präsentiert wurde. In der randomisierten
Phase-III-Studie mit chemotherapeutisch nicht vorbehandelten NSCLC-Patienten im Tumorstadium IIIB/IV
konnte durch Zugabe von Bevacizumab zu Paclitaxel und Carboplatin erstmals das Gesamtüberleben
signifikant auf über ein Jahr verlängert werden. In der großen internationalen SAiL (Safety of Avastin in
Lung)-Studie sollen nun weitere Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab erhoben werden.

„Die Angiogenese ist am gesamten Prozess von Bildung, Wachstum und Metastasierung eines Tumors
beteiligt", so Prof. Dr. med. Martin Wolf, Kassel, beim DGHO-Jahreskongress (1). Durch die zielgerichtete
Therapie mit dem Angiogenese-Hemmer Bevacizumab, der seit Anfang 2005 erfolgreich in der First-Line-
Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms eingesetzt wird, kann daher nicht nur das weitere
Tumorwachstum gehemmt, sondern auch die Metastasierung verzögert und der Krankheitsprogress
verlangsamt werden. Die Ergebnisse der ECOG-Studie E4599 belegen eindrucksvoll die Vorteile der
Angiogenese-Hemmung mit Bevacizumab.

Signifikanter Überlebensvorteil durch Bevacizumab
In der Phase-III-Studie erhielten 878 therapienaive Patienten mit einem NSCLC im Stadium IIIB/IV, das
histologisch nicht als Plattenepithelkarzinom eingestuft wurde, eine konventionelle Chemotherapie mit
Paclitaxel und Carboplatin oder diese Dublette in Kombination mit Bevacizumab (15 mg/kg, q3w). Während
in der Kontrollgruppe die Therapie nach sechs Zyklen beendet wurde, bekamen die Patienten im
experimentellen Arm anschließend eine Erhaltungstherapie mit Bevacizumab. Primärer Endpunkt der
ECOG-Studie war das Gesamtüberleben (2). Durch die zusätzliche Gabe von Bevacizumab zu Paclitaxel
und Carboplatin konnte das Gesamtüberleben der Patienten signifikant verlängert werden (10,2 auf 12,5
Monate; p = 0,0075).

Damit konnte zum ersten Mal in der First-Line-Therapie des fortgeschrittenen NSCLC mit einer
Dreierkombination ein signifikanter Vorteil gegenüber einer Standard-Dublette gezeigt und das
Gesamtüberleben auf über ein Jahr signifikant verlängert werden, so Wolf. Aufgrund der positiven
Studiendaten betrachtet die ECOG die Bevacizumab-Kombination inzwischen als neuen Standard in der
First-Line-Therapie des fortgeschrittenen NSCLC ohne Plattenepithel-Histologie. Die US-amerikanische
Zulassungsbehörde FDA hat den Angiogenese-Hemmer in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel im
Oktober 2006 für die First-Line-Therapie des NSCLC zugelassen. In Deutschland wird die Zulassung für
2007 erwartet.

SAiL-Studie - Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab
Seit Oktober 2006 läuft die Rekrutierungsphase für eine große internationale Studie zur Sicherheit und
Wirksamkeit von Bevacizumab. Die Rekrutierung ist über zwölf Monate oder bis zur nationalen Zulassung in
jedem der beteiligten Länder vorgesehen. Bei der SAiL-Studie handelt es sich um eine offene, einarmige,
multizentrische Studie der Phase IV, an der zirka 2.000 Patienten mit fortgeschrit-tenem NSCLC (Stadium
IIIB und IV) ohne Plattenepithel-Histologie teilnehmen. Bevacizumab wird in Kombination mit einer
Chemotherapie auf Platinbasis als First-Line-Therapie in bis zu sechs Zyklen verabreicht. Nach der
Primärtherapie wird der Angiogenese-Hemmer als Erhaltungstherapie bis zur Krankheitsprogression
gegeben.

An der SAiL-Studie nehmen weltweit zirca 400 Zentren teil.

Quellen:
Satellitensymposium „Zielgerichtete Therapie des Lungenkarzinoms", im Rahmen des DGHO, Leipzig, 6.
November 2006. Sandler AB et al. ASCO 2005, Abstract LBA4.

Weitere Informationen zu aktuellen Roche-Studien finden Sie auch im Internet unter:
www.roche-trials.com



Titel: Zwei Arzneien bereichern Therapie bei Bronchial-Ca
Beitrag von: Richi am 03. November 2008, 16:12
Ärzte Zeitung, 03.11.2008

STOCKHOLM (ple). Zwei neue Präparate bereichern die Therapie bei nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC): der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab sowie der Rezeptor-Hemmstoff Erlotinib.

Patienten, die in der Ersttherapie zusätzlich zur Kombination Cisplatin/Gemcitabin statt Placebo Bevacizumab (Avastin®) erhalten, leben - je nach Dosierung des Angiogenese-Hemmers - 6,6 oder 6,8 Monate lang ohne Fortschreiten der Erkrankung. Das hat die abschließende Auswertung der AVAIL*Studie mit mehr als 1000 NSCLC-Patienten bestätigt. Bei Patienten mit Placebo sind es nur 6,2 Monate. Das Progressions-Risiko lag im Vergleich zur Placebo-Gruppe bei der niedrigeren Bevacizumab-Dosierung (7,5 mg/kg alle drei Wochen) um 25 Prozent niedriger als in der Placebo-Gruppe, wie Roche Pharma mitteilt.

Erfolgreich bei NSCLC ist auch die Therapie mit Erlotinib (Tarceva®), wie aus aktuellen Daten der TRUST-Studie hervorgeht. In dieser Phase-IV-Studie mit mehr als 7000 Patienten wurde nach Versagen einer Chemotherapie oder bei Chemo-Kontraindikation mit Erlotinib behandelt. Bei fast 70 Prozent der Patienten ließ sich doch noch eine komplette oder partielle Remission oder eine Stabilisierung der Erkrankung erzielen. Komplette Remission bedeutet, dass mindestens vier Wochen lang kein Tumorgewebe mehr nachweisbar ist.

Patienten, die während der Erlotinib-Therapie eine Akne-artige Hautreaktion (Rash) entwickelten, profitierten besonders von der Therapie: Ohne Fortschreiten der Erkrankung lebten diese Patienten noch etwa 18 Wochen. Dieses progressionsfreie Überleben lag bei Patienten ohne Rash dagegen nur bei etwa acht Wochen.

*AVAiL: Avastin in Lung