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Titel: Krankenhäuser für PatientInnen mit Kinder
Beitrag von: Dietmar E. am 08. November 2008, 15:52

08.11.2008
Kinder geben Kraft im Kampf gegen Krebs

Lehmrade – Nicht gerade viele Kliniken bieten Patienten die Möglichkeit, ihre Kinder bei sich zu haben. In Lehmrade gibt es dieses Modell – und es funktioniert.

Wird man schneller gesund, wenn man nach einer schweren Erkrankung seine Liebsten um sich hat? In der Reha-Klinik Lehmrade, die sich auf die Rehabilitation Krebskranker spezialisiert hat, ist man davon überzeugt.
Kinder sind hier als Gäste der Patienten jedenfalls willkommen – ein Angebot, von dem vor allem Mütter gern Gebrauch machen.
„Ohne meine Kinder wäre ich nicht hierher gefahren“, sagt zum Beispiel Jessica Meyer aus Hannoversch Münden und streichelt ihren niedlichen Zwillingen Gian Luca und Lucia Sophie (zweieinhalb Jahre) über die Haare. Die beiden fröhlichen Kleinen geben ihrer Mutter so viel Lebensfreude, dass es der Genesung sicher nur gut tut.

„Wer bei uns eine Anschlussbehandlung oder Rehabilitation beginnt, hat einerseits ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Kräftigung, aber andererseits gerade bei Eltern auch eine große Sehnsucht nach Nähe und Normalität“, erklärt Eva Kampmann-Luedtke, Leiterin des psychologischen Dienstes in der Klinik. Beides werde durch die gemeinsame Zeit ermöglicht, in der die Mütter und Kinder in Lehmrade gemeinsam wohnen.

Drei bis vier Wochen verbringen die Patienten im Schnitt in der Einrichtung. Die begleitenden Kinder können bis zu zwölf Jahre sein. Wenn keine Ferien sind, werden sie auf Wunsch sogar von Lehmrade aus zur für sie jeweils geeigneten Schule nach Mölln gebracht.
Überwiegend kommen aber kleine Kinder mit in die Klinik – Mädchen und Jungen, denen die Trennung von der Mutter besonders schwer fallen würde. In dem mit 112 Patienten sehr überschaubaren Krankenhaus mitten in der kleinen Gemeinden werden sie bestens betreut, denn nicht immer können die Kinder bei ihren Müttern sein. Die müssen öfter mal zu einer Behandlung oder brauchen eine Ruhepause.
Die Damp Holding als Betreiberin der Reha-Klinik beschäftigt deshalb erfahrene Erzieher, die die Kinder betreuen und mit ihnen viel unternehmen. Leiterin des Teams ist Uta Bobbe. Sie bastelt gern mit den Mädchen und Jungen, sie backt auch mit den Kleinen in der Lehrküche Pizzas und Waffeln. Im Park der Klinik wird Minigolf gespielt, in Ratzeburg das Kino besucht, in Mölln der Wildpark, in Zarrentin das Puppentheater. „Wichtig ist aber das freie Spielen der Kinder miteinander“, sagt Uta Bobbe, ausgebildete Lehrerin. Man lege Wert auf eine „ausgewogene Mischung von Aktivitäten im Freien und im Haus.“
Die Kinder wohnen mit im Zimmer ihrer Mutter. Diese „Familienzimmer“ sind etwas größer als die anderen, so dass kein Platzmangel herrscht.

Ein Sonderfall ist allerdings derzeit eine Patientin in Lehmrade, die gleich sechs Kinder mit in die Klinik brachte. „Und im Sommer war ein allein erziehender Vater mit seinen vier Töchtern hier“, erinnert sich Eva Kampmann-Luedtke. Auch für diese Großfamilien finde man stets eine Lösung. Wichtig sei nur, dass sich alle Beteiligten wohl fühlen.

Von Norbert Dreessen