Autor Thema: Früherkennung Nierenkrebs  (Gelesen 2694 mal)

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Gitti

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Früherkennung Nierenkrebs
« am: 16. November 2007, 10:21 »

Nierenkrebs - Früherkennung
 

Fachliche Beratung: PD Dr. Claus Fischer, Chefarzt der Urolog. Klinik Krankenhaus Hohe Warte, Bayreuth

Wie häufig ist Nierenkrebs?

1998 erkrankten in Deutschland nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts etwa 8.260 Männer und über 5.700 Frauen neu an Nierenkrebs. Junge Menschen sind relativ selten betroffen. Besonders häufig wird Nierenkrebs zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr diagnostiziert. Bei ungefähr 1,5 Prozent der Patienten entwickelt sich in beiden Nieren ein Karzinom.

Wer gehört zu einer Risikogruppe?

Fachleute gehen davon aus, dass für das Auftreten eines Nierenkarzinoms verschiedene Faktoren gemeinsam verantwortlich sind. Als möglicher Risikofaktor für Nierenkrebs gilt aber das Rauchen. Auch erworbene Nierenzysten und die regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel scheinen die Entstehung eines Nierenkarzinoms zu fördern. Bei Frauen spielt vermutlich Übergewicht eine zusätzliche Rolle.

Eine chronische Niereninsuffizienz (Funktionsverlust der Nieren) und die selten vorkommende tuberöse Sklerose, eine vererbbare Erkrankung, erhöhen ebenfalls das Risiko eines Nierenkarzinoms. Außerdem besteht der Verdacht, dass Schadstoffe in der Umwelt (z.B. Kadmium aus Batterien) oder am Arbeitsplatz auch auf diesen Krebs Einfluss haben.

Warnzeichen

Nierenkarzinome bereiten zunächst kaum Beschwerden. Deshalb werden die meisten – man spricht von über 80 Prozent – zufällig, zum Beispiel bei einer Ultraschalluntersuchung aus anderen Gründen, gefunden.

Es gibt aber körperliche Veränderungen, die auf einen Nierenkrebs hinweisen können. Hierzu gehören Schmerzen in der Flanke und zum Rücken hin oder auch Blut im Urin. Selten sind Nierenkarzinome auch als Geschwulste tastbar. Ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut (Anämie) sowie anhaltendes oder öfter auftretendes, leichtes Fieber und Müdigkeit gelten ebenfalls als Warnzeichen. Bei Männern kann ein Nierentumor einen Krampfaderbruch am linken Hoden auslösen.

Was können Sie selbst tun?

Auch für diese Krebsart gilt: Je früher ein Nierenkarzinom erkannt wird, desto erfolgreicher kann die Behandlung sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass jemand, der die oben genannten Symptome an sich erkennt, ohne zu zögern einen Arzt aufsucht, auch wenn sich dort die Ursache der Beschwerden als vergleichsweise harmlos herausstellen sollte. Für Personen, die einer Risikogruppe angehören, kann ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Ultraschalluntersuchung der Nieren sinnvoll sein. Besprechen Sie diese Möglichkeit bitte mit Ihrem Arzt.

Was tut Ihr Arzt?

Besteht der Verdacht auf eine Nierenerkrankung, untersucht der Arzt den Patienten zunächst gründlich und analysiert sein Blut. Zwar gibt es keinen speziellen Tumormarker für Nierenkrebs, aber bestimmte Veränderungen im Blut können auf die Art der Erkrankung hinweisen, z.B. Veränderungen der Bluteiweiße, Erhöhung des Kalziumspiegels und Erhöhung bestimmter Enzyme (alkalische Phosphatase). Auch die Geschwindigkeit der Blutkörpersenkung kann einen Verdacht auslösen.

Die wichtigste Methode zur Diagnose eines Nierenkarzinoms ist die Ultraschalluntersuchung, denn erfahrene Ärzte können hiermit in über 90 Prozent der Fälle einen Tumor von einer gutartigen Zyste unterscheiden. Eine noch höhere Treffsicherheit erreicht die Computertomographie, die auch Aufschluss über die Ausdehnung einer Geschwulst und eventuell vorhandener Metastasen geben kann.

Kernspintomographie, Angiographie (Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel) oder eine Punktion zur Gewebeentnahme sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll

Somit:

Das Nierenzellkarzinom ist definiert als maligner epithelialer Tumor des Nierenparenchyms. Unter diesem Begriff werden pathologisch-anatomisch verschiedene Subtypen zusammengefasst, die nach unterschiedlichen histologischen, zytologischen oder zytogenetischen Merkmalen bzw. mehreren dieser Merkmale differenziert werden. Diese unterschiedlichen Merkmale sind die Basis für verschiedene Klassifikationen. Keine der Klassifikationen ist nationaler oder internationaler Standard, wobei inhaltlich oft große Überschneidungen bestehen.

Unter Tumormarkern versteht man Stoffe, deren Auftreten bzw. deren erhöhte Konzentration in Körperflüssigkeiten in einem engen Zusammenhang mit dem Vorhandensein und/oder dem Verlauf von (bösartigen) Tumorerkrankungen stehen. Im Idealfall werden diese Stoffe vom Tumor selbst sezerniert und korrelieren mit der Masse des Tumors (z. B. #-HCG/AFP beim Hoden- oder beim Choriumkarzinom bzw. PSA beim Prostatakarzinom). Tumormarker in diesem Sinne bzw. mit dieser Qualität sind beim Nierenzellkarzinom bisher nicht beschrieben. Einzelne Laborwerte können aber hilfreich sein, um die Erkrankung in ihrem Verlauf zu kontrollieren bzw. Hinweise für eine Metastasierung zu erhalten.