Autor Thema: Brustkrebspatientinnen haben neue Chance  (Gelesen 5149 mal)

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Dietmar E.

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Brustkrebspatientinnen haben neue Chance
« am: 03. April 2007, 13:59 »

Neuzulassung: Avastin® gibt Brustkrebspatientinnen die Chance, doppelt so lange ohne Fortschreiten der Erkrankung zu leben

Avastin® wurde nun in Europa für die Erstbehandlung von Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs zugelassen. Durch die Zugabe von Avastin® profitierten doppelt so viele Patientinnen von der Therapie.

 

Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Krankheit verdoppelt

Die Europäische Kommission hat Avastin® (Wirkstoff Bevacizumab) in Kombination mit einer Paclitaxel®-Standardchemotherapie (Originalpräparat: Taxol) für die Erstbehandlung von Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs zugelassen. Der Entscheid der Kommission stützt sich auf Ergebnisse aus einer zulassungsrelevanten klinischen Phase-III-Studie (E2100), die gezeigt haben, dass sich bei Frauen mit metastasierendem Brustkrebs die Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Krebskrankheit verdoppelt, wenn sie nicht nur mit Paclitaxel® allein, sondern mit Paclitaxel® plus Avastin® behandelt werden. Dr. Martin Hangarter, Geschäftsführer von Roche Austria: “Die Zulassung von Avastin® in dieser Indikation bedeutet für die Brustkrebstherapie einen enormen Fortschritt. Wir sind stolz, dass durch die zielgerichtete Behandlung mit Avastin® vielen Patientinnen ein Gewinn an Lebenszeit bei hoher Lebensqualität ermöglicht wird.“

Avastin® schenkt kostbare Lebenszeit

Weltweit wird jährlich bei über einer Million Frauen neu Brustkrebs diagnostiziert, und mehr als 400.000 Frauen sterben jedes Jahr an dieser Krankheit. Metastasierender Brustkrebs ist weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen unter 55 Jahren.

David Cameron, Onkologe am Lothian University Hospitals NHS Trust und Clinical Lead für das South East Scotland Cancer Research Network, zeigte sich erfreut: “Die Diagnose fortgeschrittener Brustkrebs ist für die betroffenen Frauen eine sehr große Belastung. Trotz aller Therapieverbesserungen, die bereits erreicht worden sind, ist die bemerkenswerte Verlängerung der Überlebensdauer ohne Fortschreiten der Krebskrankheit, die mit Avastin® erzielt wird, für die Patientinnen eine erfreuliche Nachricht – die gewonnene Zeit ist sehr kostbar.“

 

Avastin® ist das erste und einzige Anti-Angiogenese-Medikament, das bei PatientInnen mit Dickdarm-, Lungen-, Brust- und Nierenzellkrebs eine nachweisliche Verbesserung der Gesamtüberlebensdauer und/oder der Überlebensdauer ohne Tumorwachstum bewirkt.

In Europa wurde Avastin® im Januar 2005 und in den USA im Februar 2004 zur Erstbehandlung von PatientInnen mit metastasierendem Dickdarmkrebs zugelassen Im Oktober 2006 wurde das weltweit erste Anti-Angiogenese-Medikament von der FDA nach einem beschleunigten Prüfverfahren zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zugelassen; bei den europäischen Behörden wurde das Zulassungsgesuch für diese Indikation im August 2006 eingereicht.

Über die E2100-Studie

Die E2100-Studie war die erste Phase-III-Studie, welche die Wirksamkeit von Avastin® plus Paclitaxel® im Vergleich zu Paclitaxel® allein in der Erstbehandlung von Patientinnen mit lokal rückfälligem oder metastasierendem Brustkrebs untersuchte. An der randomisierten, kontrollierten Multizenterstudie nahmen 722 Frauen teil. Die Studie wurde vom National Cancer Institute (NCI), das zu den National Institutes of Health gehört, gesponsert und von einer Reihe von Forschern unter der Leitung der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) durchgeführt. Die Patientinnen erhielten nach dem Zufallsprinzip eine Paclitaxel®-Therapie mit oder ohne Avastin®.

Avastin® plus Paclitaxel® senkt Risiko bezüglich Krankheitfsortschreiten oder Tod um 52%

Die Studie war so angelegt, dass Avastin® bis zum Fortschreiten der Krankheit in einer Dosierung von 10 mg/kg alle zwei Wochen verabreicht wurde. Wie die Studienergebnisse zeigen, betrug die mittlere progressionsfreie Überlebensdauer in der Gruppe unter Avastin® plus Paclitaxel® mehr als ein Jahr (13,3 Monate), während sie in der Gruppe, die nur Paclitaxel® erhielt, etwa sieben Monate (6,7 Monate) dauerte. Die progressionsfreie Überlebensdauer gibt an, wie lange die Patientinnen ohne Fortschreiten der Krankheit leben. Insgesamt konnte bei den Patientinnen, die mit Avastin® plus Paclitaxel® behandelt wurden, das Risiko bezüglich Fortschreiten der Krankheit oder Tod um 52% gesenkt werden; dies entspricht einem Risikoverhältnis von 0,48 (1-0,48=0,52 oder 52%) und kommt etwa einer Verdoppelung der Überlebensdauer ohne Fortschreiten der Krankheit gleich (1/0,48=~2).

In der E2100-Studie war Avastin® in Kombination mit Paclitaxel® bei Patientinnen mit lokal rückfälligem oder metastasierendem Brustkrebs in der empfohlenen Dosis von 10 mg/kg alle zwei Wochen im Allgemeinen sicher und gut verträglich.

Über Avastin®

Avastin® ist das erste Medikament, das die Angiogenese hemmt – d.h. die Bildung von Blutgefäßen, die das Krebsgewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Avastin® ist gegen ein natürlich vorkommendes Protein, VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor), gerichtet, das bei der Angiogenese eine zentrale Rolle einnimmt. Es unterbindet auf diese Weise die Blutzufuhr zum Tumor, was dessen Wachstum und Ausbreitung im Körper (Metastasierung) bremst. Roche und Genentech führen ein umfassendes klinisches Prüfprogramm mit Avastin® durch, bei dem verschiedene Tumortypen (unter anderem Dickdarm-, Brust-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock-, Nierenzell- und Prostatakrebs) in unterschiedlichen Stadien (fortgeschrittene Krebserkrankungen, Begleittherapie nach einer Operation) behandelt werden. Das gesamte Entwicklungsprogramm wird weltweit voraussichtlich über 40.000 Patientinnen umfassen.

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Re: Brustkrebspatientinnen haben neue Chance
« Antwort #1 am: 14. April 2007, 21:15 »
Es braucht 20.000 Mammographien, um eine Brustkrebserkrankung fest zu stellen.

Und bei diesen Untersuchungen kommt es gehäuft zu unrichtigen Ergebnissen.

In Deutschland ist man deshalb dazu übergegangen, eigene Mammographiezentren "aufzubauen". Das ist aber nich der Weisheit letzter Schluss. Interessant daher:

Brustkrebs: Magnetresonanz-Tomographie zuverlässiger als Mammographie
   Mediziner fordern standardmäßigen Einsatz von MR-Untersuchungen

   Bonn (pte/29.03.2007/13:50) - Werden Brustkrebs-Patientinnen auf Tumore
   in der anderen Brust untersucht, liefert die Magnetresonanz-Tomographie
   zuverlässigere Ergebnisse als die in der medizinischen Praxis bislang
   angewandte Mammographie und der Ultraschall. Das ist das Ergebnis einer
   Studie deutscher und amerikanischer Forscher, die in der aktuellen
   Ausgabe des "New England Journal of Medicine" http://content.nejm.org/
   erschienen ist. "Die Ergebnisse belegen, dass die MRT das sicherste
   Verfahren ist, um Brustkrebs zu identifizieren", sagt Co-Autorin
   Christiane Kuhl von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
   http://www.uni-bonn.de/ Bonn im Gespräch mit pressetext. "Sie sollte
   deshalb so früh wie möglich zum Standard in der medizinischen Betreuung
   werden." Bislang werde sie jedoch aus Kostengründen nicht regelmäßig
   angeboten.

   Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler knapp 1.000 Frauen, bei
   denen zuvor ein Tumor in einer Brust diagnostiziert worden war. Mit der
   Magnetresonanz-Tomografie identifizierten sie 30 weitere Tumoren in der
   zweiten Brust, die zuvor mit Mammographie und Ultraschall nicht entdeckt
   worden waren. Die Trefferquote habe bei über 90 Prozent gelegen. "Bislang
   war bekannt, dass eine MRT vor einer Brustkrebsoperation essentiell ist,
   um die tatsächliche Ausdehnung des Tumors exakt darzustellen", sagt Kuhl.
   "Nun wissen wir, dass sie auch für die Entdeckung weiterer Tumoren in der
   zweiten Brust wichtig ist." Generell sei bei Brustkrebs-Erkrankungen die
   Gefahr weiterer Tumoren - auch in der vermeintlich gesunden Brust - groß.

   "Deshalb sollte die MRT zumindest bei den Risikogruppen zum medizinischen
   Standard werden," sagt Kuhl. Dazu zählen neben Patientinnen, bei denen
   ein Brustkrebs identifiziert wurde, auch Frauen mit Brustkrebsfällen in
   der Familie. Die Wahrscheinlichkeit, bei negativem MRT-Befund tatsächlich
   krebsfrei zu sein, betrage 99,6 Prozent. "Eine vorsorgliche Amputation
   der zweiten Brust, wie sie manche Patientinnen wünschen, wird deshalb
   unnötig", sagt Kuhl. Eine solche zuverlässige Diagnose setze allerdings
   eine ausreichende Erfahrung der Radiologen voraus. "Da die Krankenkassen
   die MRT allerdings nur in den seltensten Fällen erstatten, wird sie eher
   selten angewandt", sagt Kuhl. Die Folge: "Bei ihrer Diagnose fühlen sich
   die Radiologen deshalb unsicher und schlagen deshalb in manchen Fällen
   falschen Alarm. Die Krankenkassen werten dies wiederum als Indiz für die
   Unzuverlässigkeit der MRT." Die nun vorgestellten Ergebnisse lieferten
   allerdings einen eindeutigen Beleg für die Zuverlässigkeit der MRT. "Es
   wäre fahrlässig, weiterhin auf die MRT zu verzichten," so Kuhl.
   (Ende)

     Aussender: pressetext.deutschland
« Letzte Änderung: 14. April 2007, 23:02 von Dietmar E. »
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Karin 18.8

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Re: Brustkrebspatientinnen haben neue Chance
« Antwort #2 am: 01. Mai 2007, 02:49 »
Hallo Dietmar !
Meine Brustkrebs-Geschichte ist hier nachzulesen:
http://www.onmeda.de/foren/forum-brustkrebs/677101/read.html
Nun aber meine Frage zu Avastin. Koennte ich Avastin mit Taxol jetzt trotzdem noch bekommen obwohl ich ja vorher 4 x EC-Chemo hatte ?
Wuerde mich ueber Antwort freuen!
Liebe Gruesse
Karin aus Deutschland, z.Zt. noch in Florida

Dietmar E.

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« Antwort #3 am: 01. Mai 2007, 12:59 »

Servus Karin,

super, dass unser neues www.krebsforum.at bereits den Sprung über den Atlantik geschafft hat. Und dies nach nur 3 Wochen online.

Da antworte ich dir gerne, sofort: "am Tag der Arbeit", denn ich habe unseren befreundeten Onkologen telefonisch erreicht, beim Joggen.

Er meint, eigentlich müßte es möglich sein, doch sind für eine endgültige Entscheidung weitere spezielle Unterlagen aus deiner Anamnese wichtig zu wissen, und vor allem seien Zusatzuntersuchungen notwendig.

"Roche" hat dieses Medikament entwickelt, und steht den Onkologen zu weiteren Auskünften bereit. "Mein Onkologe" würde dir dazu die Roche-Niederlassung in den USA oder in der Schweiz empfehlen, bzw. in deiner Heimat Deutschland.

Was fand ich sonst noch dazu (teils beitragsgleich):

Basel, 29. März 2007
Zulassung von Avastin in Europa für die Erstbehandlung von Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs
Bahnbrechende Therapie gibt Brustkrebspatientinnen die Chance, doppelt so lange ohne Fortschreiten der Krebskrankheit zu leben

Roche hat heute bekannt gegeben, dass ihr innovatives Krebsmedikament Avastin (Bevacizumab) in Europa zur Behandlung von metastasierendem Bruskrebs zugelassen worden ist.

Die Europäische Kommission hat Avastin in Kombination mit einer Paclitaxel-Standardchemotherapie (Originalpräparat: Taxol) für die Erstbehandlung von Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs zugelassen. Der Entscheid der Kommission stützt sich auf Ergebnisse aus einer zulassungsrelevanten klinischen Phase-III-Studie (E2100), die gezeigt haben, dass sich bei Frauen mit metastasierendem Brustkrebs die Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Krebskrankheit verdoppelt, wenn sie nicht nur mit Paclitaxel allein, sondern mit Paclitaxel plus Avastin behandelt werden.

William M. Burns, CEO Division Roche Pharma: "Der Zulassungsentscheid bedeutet für die Brustkrebstherapie einen enormen Fortschritt. Wir sind stolz, dass wir diese wichtige neue Behandlungsoption nun einführen können. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Avastin den Ärzten wie auch den Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs so bald wie möglich in ganz Europa zur Verfügung stehen wird."

David Cameron, Onkologe am Lothian University Hospitals NHS Trust und Clinical Lead für das South East Scotland Cancer Research Network, zeigte sich erfreut: "Die Diagnose fortgeschrittener Brustkrebs ist für die betroffenen Frauen eine sehr grosse Belastung. Trotz aller Therapieverbesserungen, die bereits erreicht worden sind, ist die bemerkenswerte Verlängerung der Überlebensdauer ohne Fortschreiten der Krebskrankheit, die mit Avastin erzielt wird, für die Patientinnen eine erfreuliche Nachricht - die gewonnene Zeit ist sehr kostbar."
Weltweit wird jährlich bei über einer Million Frauen neu Brustkrebs diagnostiziert, und mehr als 400'000 Frauen sterben jedes Jahr an dieser Krankheit. Metastasierender Brustkrebs ist weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen unter 55 Jahren1.

Avastin ist das erste und einzige Anti-Angiogenese-Medikament, das bei Patienten mit Dickdarm-, Lungen-, Brust- und Nierenzellkrebs eine nachweisliche Verbesserung der Gesamtüberlebensdauer und/oder der Überlebensdauer ohne Tumorwachstum bewirkt.

Weitere Studien der Phase III untersuchen derzeit die Wirksamkeit von Avastin zur Erstbehandlung von metastasierendem Brustkrebs in Kombination mit Docetaxel (AVADO) und anderen häufig eingesetzten Chemotherapien, einschliesslich Xeloda (RIBBON-1). Vor Kurzem wurde eine weitere Phase-III-Studie (AVEREL) mit Avastin begonnen, welche die Wirksamkeit des Präparats in Kombination mit Docetaxel plus Herceptin zur Erstbehandlung von HER2-positivem Brustkrebs untersucht.

In Europa wurde Avastin im Januar 2005 und in den USA im Februar 2004 zur Erstbehandlung von Patienten mit metastasierendem Dickdarmkrebs zugelassen. Ferner erhielt es im Juni 2006 in den USA die Zulassung für die Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs. Im Oktober 2006 wurde das weltweit erste Anti-Angiogenese-Medikament von der FDA nach einem beschleunigten Prüfverfahren zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zugelassen; bei den europäischen Behörden wurde das Zulassungsgesuch für diese Indikation im August 2006 eingereicht. Erst im Februar 2007 wurde Avastin in Japan für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem oder wiederholt auftretendem Dickdarmkrebs empfohlen.

Über die E2100-Studie
Die E2100-Studie war die erste Phase-III-Studie, welche die Wirksamkeit von Avastin plus Paclitaxel im Vergleich zu Paclitaxel allein in der Erstbehandlung von Patientinnen mit lokal rückfälligem oder metastasierendem Brustkrebs untersuchte. An der randomisierten, kontrollierten Multizenterstudie nahmen 722 Frauen teil. Die Studie wurde vom National Cancer Institute (NCI), das zu den National Institutes of Health gehört, gesponsert und von einer Reihe von Forschern unter der Leitung der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) durchgeführt. Die Patientinnen erhielten nach dem Zufallsprinzip eine Paclitaxel-Therapie mit oder ohne Avastin. Die Studie war so angelegt, dass Avastin bis zum Fortschreiten der Krankheit in einer Dosierung von 10 mg/kg alle zwei Wochen verabreicht wurde. Wie die Studienergebnisse zeigen, betrug die mittlere progressionsfreie Überlebensdauer in der Gruppe unter Avastin plus Paclitaxel mehr als ein Jahr (13,3 Monate), während sie in der Gruppe, die nur Paclitaxel erhielt, etwa sieben Monate (6,7 Monate) dauerte. Die progressionsfreie Überlebensdauer gibt an, wie lange die Patientinnen ohne Fortschreiten der Krankheit leben. Insgesamt konnte bei den Patientinnen, die mit Avastin plus Paclitaxel behandelt wurden, das Risiko bezüglich Fortschreiten der Krankheit oder Tod um 52% gesenkt werden; dies entspricht einem Risikoverhältnis von 0,48 (1-0,48=0,52 oder 52%) und kommt etwa einer Verdoppelung der Überlebensdauer ohne Fortschreiten der Krankheit gleich (1/0,48=~2). Roche wird im Verlaufe des Jahres bei der europäischen Gesundheitsbehörde eine Datenanalyse zur Gesamtüberlebensdauer einreichen, die sich auf alle in die Studie aufgenommenen Patientinnen abstützt. Das Stichdatum für die Analyse steht noch nicht fest.
In der E2100-Studie war Avastin in Kombination mit Paclitaxel bei Patientinnen mit lokal rückfälligem oder metastasierendem Brustkrebs in der empfohlenen Dosis von 10 mg/kg alle zwei Wochen im Allgemeinen sicher und gut verträglich.

Über Avastin
Avastin ist das erste Medikament, das die Angiogenese hemmt – d.h. die Bildung von Blutgefässen, die das Krebsgewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Avastin ist gegen ein natürlich vorkommendes Protein, VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor), gerichtet, das bei der Angiogenese eine zentrale Rolle einnimmt. Es unterbindet auf diese Weise die Blutzufuhr zum Tumor, was dessen Wachstum und Ausbreitung im Körper (Metastasierung) bremst. Roche und Genentech führen ein umfassendes klinisches Prüfprogramm mit Avastin durch, bei dem verschiedene Tumortypen (unter anderem Dickdarm-, Brust-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock-, Nierenzell- und Prostatakrebs) in unterschiedlichen Stadien (fortgeschrittene Krebserkrankungen, Begleittherapie nach einer Operation) behandelt werden. Das gesamte Entwicklungsprogramm wird weltweit voraussichtlich über 40'000 Patienten umfassen.

Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen trägt Roche mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist der weltweit bedeutendste Anbieter von Diagnostika sowie von Krebs- und Transplantationsmedikamenten, nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein und ist ferner auf weiteren wichtigen therapeutischen Gebieten aktiv, darunter Autoimmun-, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems. 2006 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 33,3 Milliarden Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 8,7 Milliarden Franken. Roche beschäftigt weltweit rund 75'000 Mitarbeitende und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai. Weitere Informationen zur Roche-Gruppe finden sich im Internet (www.roche.com).

Alles erdenklich Gute wünsche ich dir!

Liebe Grüße über den Teich,
und melde dich bitte wieder,
vielleicht können wir dir bei Details weiter helfen;
betr. Avastin mit Taxol bleiben wir hellhörig und berichten bei Infoerhalt,

Dietmar


PS. Karins Krankengeschichte BK. und Lebermetas unter http://www.onmeda.de/foren/forum-brustkrebs/677101/read.html

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Dietmar E.

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« Antwort #4 am: 01. Mai 2007, 13:08 »

Servus Karin,

mein Onkologe hat mir auch den Link gesagt, wo ich die szt. Presseaussendung fand, als diese Kombi bei BK. in den USA bekannter wurde:


US-Zulassungsgesuch für Avastin zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs eingereicht

Avastin bewirkt Verdoppelung der Überlebensdauer ohne Fortschreiten der Krankheit

Roche und Genentech haben heute bekannt gegeben, dass sie in den USA das Zulassungsgesuch für Avastin (Bevacizumab) zur Therapie von noch unbehandelten Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs eingereicht haben. Brustkrebs stellt bei Frauen weltweit die häufigste Ursache krebsbedingter Todesfälle dar.

Eduard Holdener, Leiter der pharmazeutischen Entwicklung bei Roche: „Die Kombinations-behandlung mit Avastin bewirkte im Vergleich zur Chemotherapie allein eine Verdoppelung der Überlebensdauer ohne Fortschreiten der Krankheit. Brustkrebs ist nun bereits die dritte Krebserkrankung, bei der Avastin erwiesenermassen ein signifikant längeres Überleben ermöglicht. Dieses Zulassungsgesuch stellt in unseren fortgesetzten Bemühungen, innovative Medikamente zur Behandlung von Brustkrebs zu entwickeln, einen wichtigen Meilenstein dar.“

Das ergänzende Zulassungsgesuch (supplemental Biologics Licence Application, sBLA), das bei der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA eingereicht wurde, beantragt die kombinierte Anwendung von Avastin mit einer Standard-Chemotherapie (Taxanes) als Erstlinientherapie bei Frauen mit metastasierendem Brustkrebs. Das Gesuch stützt sich auf die beeindruckenden Ergebnisse aus der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie E2100, die belegen, dass Avastin plus Paclitaxel eine mittlere progressionsfreie Überlebenszeit von mehr als einem Jahr bewirkt, während die Überlebensdauer unter Paclitaxel allein nur rund sechs Monate beträgt. Das Zulassungsgesuch soll später in diesem Jahr auch bei den europäischen Behörden eingereicht werden.

Bei mehr als einer Million Frauen auf der ganzen Welt wird jedes Jahr neu die Diagnose Brustkrebs gestellt, und rund 8–9% aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an dieser Form von Krebs1. Brustkrebs ist weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen unter 55 Jahren2, wobei jedes Jahr mehr als 372 000 Frauen an dieser Krankheit sterben1.

Avastin ist das erste und einzige Anti-Angiogenese-Medikament, das bei den drei häufigsten Krebsarten – Dickdarmkrebs, nicht-kleinzelliger Lungenkrebs und Brustkrebs – eine nachweisliche Verbesserung des Gesamtüberlebens und/oder der progressionsfreien Überlebensdauer bewirkt. In Europa wurde Avastin anfangs 2005 und in den USA im Februar 2004 als Medikament zur Therapie von noch unbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs zugelassen. Im April dieses Jahres wurde in den USA ein Zulassungsgesuch für Avastin zur Behandlung der häufigsten Form von Lungenkrebs eingereicht. In Japan konnte das erste Zulassungsdossier für Avastin vergangenen Monat für die Behandlung von fortgeschrittenem Dickdarmkrebs eingereicht werden.

Über die E2100-Studie
Die E2100-Studie ist die erste Phase-III-Studie, die Avastin in Kombination mit einer Chemotherapie als Erstlinientherapie zur Behandlung von metastasierendem Brustkrebs untersuchte. An der randomisierten, kontrollierten Multizenter-Studie nahmen 722 Frauen mit zuvor unbehandeltem metastasierendem Brustkrebs teil. Sie wurde vom National Cancer Institute (NCI), das zu den National Institutes of Health gehört, gesponsert und von einer Reihe von Forschern unter der Leitung der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) durchgeführt. Die Patientinnen erhielten randomisiert eine Paclitaxel-Therapie mit oder ohne Avastin. Avastin wurde bis zur Krankheitsprogression in einer Dosierung von 10 mg/kg alle zwei Wochen verabreicht. Wie die Studienergebnisse zeigen, betrug die mittlere progressionsfreie Überlebensdauer in der Gruppe unter Avastin plus Paclitaxel mehr als ein Jahr, während sie in der Gruppe, die nur Paclitaxel erhielt, etwa sechs Monate betrug. Insgesamt konnte bei den Patientinnen, die mit Avastin plus Paclitaxel behandelt wurden, das Risiko bezüglich Krankheitsprogression oder Tod um 52% gesenkt werden; dies entspricht einer Hazardrate von 0,48 (1-0,48=0,52 oder 52%) und kommt etwa einer Verdoppelung der progressionsfreien Überlebensdauer gleich (1/0,48=~2). Die Ergebnisse zum Gesamtüberleben liegen für diese Studie derzeit noch nicht vor.

Patientinnen mit HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs wurden nicht in die Studie aufgenommen, es sei denn, sie hatten vorgängig eine Behandlung mit Herceptin (Trastuzumab) erhalten oder kamen für eine Behandlung mit Herceptin nicht in Frage. Ebenfalls ausgeschlossen wurden Patientinnen, die in den vorangehenden 12 Monaten Paclitaxel als Begleittherapie erhalten hatten, sowie Patientinnen mit Blutgerinnseln in der Anamnese oder solche, die blutverdünnende Medikamente erhalten.

Über Avastin
Avastin ist das erste Medikament, das die Angiogenese hemmt – d.h. die Bildung von Blutgefässen, die das Krebsgewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Avastin ist gegen ein natürlich vorkommendes Protein, VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor), gerichtet, das bei der Angiogenese eine zentrale Rolle einnimmt. Es unterbindet auf diese Weise die Blutzufuhr zum Tumor, was dessen Wachstum und Streuung im Körper (Metastasierung) bremst.

Roche und Genentech führen ein umfassendes klinisches Prüfprogramm mit Avastin durch, bei dem verschiedene Tumortypen (unter anderem Dickdarm-, Brust-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock- und Nierenzellkrebs) in unterschiedlichen Stadien (fortgeschrittene Krebserkrankungen, Begleittherapie nach einer Operation) behandelt werden. Das gesamte Entwicklungsprogramm wird weltweit voraussichtlich über 25 000 Patienten umfassen.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Florida sieht www.krebsforum.at, BK., Avestin
« Antwort #5 am: 01. Mai 2007, 14:08 »

Servus Karin,

schaue dir biite zu Avestin, diesen Link an:
http://www.roche.com/de/home/service/service-search/service-search-results.htm?qt=Avastin&x=0&y=0

und
http://www.roche.com/de/med-cor-2007-04-18b

Auffallend ist, dass Avastin auch häufig bei Darmkrebs und Lungenkrebs eingesetzt wurde/wird.

LG.
Dietmar


EMEA erteilt Zulassung für Angiogenese-Hemmer Avastin zur First-Line-Therapie von metastasierendem Brustkrebs

Die europäische Zulassungsbehörde EMEA hat Avastin (Wirkstoff Bevacizumab) zusätzlich zur Chemotherapie mit Paclitaxel als Erstlinienbehandlung des lokal rezidivierenden oder metastasierenden Mammakarzinoms zugelassen. Damit ist Bevacizumab die einzige anti-angiogene Substanz in der Behandlung des Mammakarzinoms. Die Zulassungsstudie konnte den klinischen Nutzen überzeugend nachweisen: Durch die Kombinationstherapie werden das progressionsfreie Überleben und die Ansprechrate verdoppelt.

Das Mammakarzinom ist in Deutschland mit einer Inzidenz von 55.100 Patientinnen pro Jahr weiterhin die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung bei Frauen.1 Wird die Erkrankung erst im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium entdeckt, ist die Prognose nach wie vor ungünstig. Bei diesen Patientinnen sollte vor allem eine systemische medikamentöse Behandlung unter Aufrechterhaltung einer guten Lebensqualität im Vordergrund stehen. Ein entscheidender Fortschritt in der Behandlung dieser Patientinnen kann nun durch das zielgerichtete Wirkprinzip der Angiogenese-Hemmung mit Bevacizumab erzielt werden.

Neue Therapiestrategie bei metastasierendem Mammakarzinom

Eine wichtige Grundlage für das Wachstum und die Metastasierung von Tumoren ist die Bildung neuer Blutgefäße, die Angiogenese. Eine Schlüsselrolle hierbei spielt der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor VEGF (engl.: vascular endothelial growth factor), der vom Tumor freigesetzt wird. Indem der Wachstumsfaktor auf den Endothelzellen benachbarter Blutgefäße spezifische Rezeptoren erreicht, an die er bindet, wird die Bildung neuer und das Wachstum vorhandener Blutgefäße im und zum Tumor angeregt. Hier setzt das Prinzip der Angiogenese-Hemmung an: Bevacizumab bindet im Blut an VEGF und verhindert so ein Andocken des Wachstumsfaktors an den VEGF-Rezeptor - die Angiogenese wird verhindert.

Progressionsfreies Überleben wird verdoppelt

Die Zulassung von Bevacizumab für die First-Line-Therapie des lokal rezidivierenden oder metastasierenden Mammakarzinoms beruht auf den Ergebnissen der randomisierten Phase-III-Studie E2100 der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG).2 Insgesamt waren von Dezember 2001 bis Mai 2004 722 Patientinnen in die Studie eingeschlossen. Sie erhielten entweder Paclitaxel 90 mg/m2 an den Tagen 1, 8 und 15 alle 4 Wochen oder zusätzlich 10 mg/kg KG Bevacizumab alle 14 Tage. Als primärer Endpunkt wurde das progressionsfreie Überleben untersucht, zusätzlich wurde die Ansprechrate geprüft. Unter Bevacizumab wurde das progressionsfreie Überleben auf 13,3 Monate verdoppelt (p < 0,0001). Die Ansprechrate lag bei über 36 Prozent (p < 0,0001) und wurde damit mehr als verdoppelt.3 Die Therapie war insgesamt gut verträglich. Unter der Kombinationstherapie mit Bevacizumab trat lediglich eine höhere Inzidenz an Hypertonie, Proteinurie sowie Blutungen auf. Abschließende Ergebnisse zum Gesamtüberleben liegen bisher nicht vor.

Quellen
1. RKI, "Krebs in Deutschland", 2006
2. Miller KD et al. Breast Cancer Res Treat. 2005; 94: S6. Abstract 3
3. Data on file, F. Hoffmann-La Roche Ltd.
(Die angegebenen Daten wurden zur Zulassung eingereicht und haben
zur Zulassung geführt. Sie wurden in dieser Form noch nicht veröffentlicht, können aber der Fachinformation entnommen werden.)
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Karin 18.8

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Re: Brustkrebspatientinnen haben neue Chance
« Antwort #6 am: 03. Mai 2007, 00:10 »
Hallo lieber Dietmar !
Herzlichen Dank fuer die ausfuehrlichen Informationen. Werde das alles mal nach meiner Rueckkehr mit meinem Prof. in Deutschland besprechen. Warte jetzt hier in Florida noch auf eine Antwort aus unserem Hospital, ob ich evtl. ein guter Kandidat fuer Cyberknife waere.  ???    http://www.nchmd.org/default.aspx?id=562
Vielen Dank erstmal und guten Start fuer Euer neues Forum !
Liebe Gruesse
Karin