Autor Thema: Fatigue und weiteres - der Körper braucht Enerie gegen den Krebs  (Gelesen 6354 mal)

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Jutta

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http://www.krebsgesellschaft.de/index.php?seite=ativ_leben_trotz_krebs&navigation=32372

 
Immer müde – Was hilft gegen Fatigue?
„Ich ruhte mich häufiger aus und schonte mich, aber nichts half.“ Was die 2003 an Brustkrebs erkrankte Patientin Eva Steuck sagte, kennen viele Patienten nur zu gut. Denn der anhaltende Erschöpfungszustand Fatigue (ausgesprochen: Fatieg) gehört bei Krebs zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Und diese Erschöpfung geht weit über eine normale Müdigkeit hinaus – selbst bei ausreichendem Schlaf findet der Patient keine Erholung.

Die zum Teil dramatischen Folgen schilderte Eva Steuck dem Publikum so: „Ich fühlte mich völlig erschöpft – fast hätte ich deswegen sogar die Chemotherapie vorzeitig abgebrochen.“ Selbst kleinste Aufgaben im Alltag fielen ihr schwer. „Erst zwei Jahre nach meiner Brustkrebsdiagnose erfuhr ich dann, dass meine Dauermüdigkeit einen Namen hat und behandelt werden kann.“

Denn eine der Hauptursachen der quälenden Erschöpfung bei Krebs ist die Blutarmut (Anämie). Fast neun von zehn Patienten leiden während einer Chemotherapie unter einer Blutarmut, bei der dem Körper die roten Blutkörperchen fehlen, die er für den Sauerstofftransport zu den Körperzellen benötigt. Die Folge: Die Patienten fühlen sich kraftlos und schlapp.

Geholfen werden kann den meisten Patienten durch die Behandlung mit Erytrhopoetinen wie Epoetin beta. „Wie das körpereigene Erythropoetin regt auch das künstliche hergestellte Hormon im Körper die Bildung der roter Blutkörperchen an und kann so eine Anämie dauerhaft und sicher beheben,“ erläuterte der Kölner Internist und Vorsitzende der Deutschen Fatigue Gesellschaft e.V., Dr. Jens Ulrich Rüffer.

 
Sport trotz Krebs – Warum Bewegung nützt
Rüffer wies noch einen weiteren Ausweg aus der Fatigue auf: „Jede angemessene Form von Bewegung mindert die Symptome einer Fatigue – das wurde in verschiedenen Untersuchungen bestätigt.“ Entgegen der landläufigen Meinung, dass Krebspatienten Anstrengungen auf ein Minimum zurückfahren sollen, kann vorsichtiges Training unter Anleitung sogar die Leistungsfähigkeit steigern. „Der Patient gewinnt neue Energie und hat mehr Elan für den Alltag“, berichtete Rüffer aus seiner eigenen klinischen Erfahrung. Körperliche Aktivitäten stärkten außerdem das Immunsystem und erhöhten die Widerstandskraft gegen Stress. Mit dem Training sollte man am besten schon bei Beginn der Tumortherapie anfangen.


Essen und Trinken – Was Leib und Seele zusammenhält
Sport ist ein guter Anfang, reicht aber für eine ganzheitliche Therapie nicht aus. Jede Therapie sollte immer den ganzen Menschen einbeziehen. Deshalb plädierte Dr. Anne Wessel, Internistin aus Damme mit langjähriger Erfahrung in der Naturheilkunde, für ergänzende Entspannungsmaßnahmen und eine vollwertige Ernährung: "Ich rate meinen Patienten, viel Obst und Gemüse zu sich nehmen und Fertigessen zu meiden“, sagte Wessel und ergänzte ihre Empfehlung mit dem leicht umsetzbaren Tipp, frische Lebensmittel aus der Region zu beziehen. Der Grund: Durch kurze Transportwege enthalten sie mehr Vitamine.

Dabei müssten Krebspatienten aber immer auch auf eine ausreichende Kalorienzufuhr achten. Denn die Belastungen durch die Therapie seien viel größer als früher vermutet. „Wir sehen leider viele Krebspatienten, die nicht ausreichend ernährt sind; besonders bei fortgeschrittener Erkrankung sind viele richtig ausgezehrt“, sagte Wessel und empfahl als Devise „Lieber mehrere kleine Mahlzeiten statt weniger großer!“ Gewürze sollten mit Bedacht eingesetzt werden, da bei Krebspatienten auch das Geschmacksempfinden gestört sein kann. Auch sollte immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Besonders wichtig sei dies natürlich bei Patienten, die in Folge von Übelkeit und Erbrechen viel Flüssigkeit verlieren.


Damit nicht alles hochkommt – Was tun gegen Übelkeit und Erbrechen?
Vor diesen Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie, die teilweise tagelang anhalten können, fürchten sich die meisten Krebspatienten ganz besonders. Auch Eva Steuck litt darunter: „Nach dem Essen waren die Beschwerden besonders schlimm.“ Dabei hatte sie noch Glück, dass sie kein „antizipatorisches“ Erbrechen entwickelte. Damit beschreiben die Ärzte den Zustand, dass im weiteren Behandlungsverlauf vielen Patienten sogar schon vor der Behandlung übel wird und sie sich bereits beim Gedanken an die letzte Chemotherapie übergeben müssen.

Gerade bei Übelkeit und Erbrechen gilt daher: Vorbeugen ist wichtiger als heilen. Dabei stehen den Ärzten heute hoch effektive Medikamente, so genannte Serotonin-Antagonisten, zur Verfügung, mit denen die Patienten sowohl vor den akuten Beschwerden innerhalb der ersten 24 Stunden als auch vor den verzögerten Nebenwirkungen zwischen dem 2. und 5. Tag nach der Chemotherapie gut geschützt werden können.


Schmerzen bei Knochenmetastasen – Wie der Arzt helfen kann
Während Übelkeit und Erbrechen meist Folgen der Tumortherapie sind, werden starke Schmerzen vor allem durch die Erkrankung selbst verursacht. Zwar leidet nicht jeder Patient mit einer Tumorerkrankung auch unter Tumorschmerzen. Patienten mit Knochenmetastasen müssen allerdings fast immer mit Schmerzen rechnen. Erfreulicherweise können diese heute bei den meisten Patienten sehr gut gelindert werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Arzt davon weiß. Und hier liegt noch immer vieles im Argen: „Schmerzen werden von Krebspatienten häufig verschwiegen. 60 Prozent der Frauen sagen ihrem Arzt nichts davon, bei den Männern sind es 20 Prozent“, schätzte Dr. Hans-Bernd Sittig, Anästhesist und Leiter des Schmerz-Therapie-Zentrums Unterweser in Bremerhaven. Deshalb sollte jeder Patient wissen, dass etwas gegen seine Schmerzen getan werden kann, wenn er den Arzt rechtzeitig informiert.

„Die Medikamente zur Tumorschmerzbehandlung sollten regelmäßig in der festgesetzten Dosis nach einem genau festgelegten Zeitschema eingenommen werden“, sagte Sittig. Wer Schmerzmedikamente nur dann einnimmt, wenn der Schmerz unerträglich geworden ist, läuft Gefahr, dass langfristig höhere Dosierungen notwendig werden. Reicht bei komplizierten oder sehr starken Tumorschmerzen ein einziges Schmerzmedikament nicht aus, kombiniert man unterschiedliche Schmerzmedikamente mit unterstützenden Arzneimitteln (Adjuvanzien). Das können Antidepressiva sein oder auch Medikamente, wie sie eigentlich gegen Epilepsie (Antikonvulsiva) verordnet werden, aber auch der körpereigene Entzündungshemmer Kortison und – bei Knochenmetastasen – die so genannten Bisphosphonate.

Bruchgefahr im Skelett – Wie Knochen stabil bleiben
Durch Knochenmetastasen gefährdet sind vor allem Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs, aber auch Männer mit Prostatakrebs und Patienten mit Lungenkrebs. Hier geht es aber nicht nur um eine wirksame Schmerzbekämpfung; wichtig ist auch, dass die weitere Zerstörung des Knochens gehemmt wird.

Mit den Bisphosphonaten gibt es hier inzwischen sehr wirksame Medikamente. Die Substanzen lagern sich an den Knochen an und überziehen dessen Oberfläche wie eine Art Schutzschicht – vor allem in den Regionen, in denen der Knochen tumorbedingt vermehrt abgebaut wird. „Dadurch hemmen sie die weitere Knochenzerstörung und stabilisieren das natürliche Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau“, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Knauf, niedergelassener Hämatologe und Onkologe aus Frankfurt am Main. Das Skelett gewinnt so wieder an Stabilität, und die Gefahr eines Knochenbruches nimmt ab. Diese Medikamente ergänzen die bestehende Tumortherapie und stellen bei vielen Patienten wieder Lebensqualität her.

Bisphosphonate gibt es heute als monatliche Infusionen oder als Tabletten, die der Patient täglich vor dem Frühstück einnehmen sollte. Durch die Wahl der beiden Darreichungsformen kann der Patient seine individuell bevorzugte Therapie auswählen. Besonders wichtig: Die Medikamente sollten nicht erst bei starken Schmerzen oder nach dem ersten Knochenbruch eingenommen werden, sondern sobald der Arzt die Diagnose Knochenmetastasen gestellt hat. Wie Knauf sagte, sei jetzt bereits klar, dass der rechtzeitige Einsatz von Bisphosphonaten ganz wesentlich dazu beitragen kann, dass die Patienten – ganz im Sinne des Krebsaktionstages – „aktiv trotz Krebs“ leben könnten.

Weiterführende Informationen

Knochenmetastasen

Mehr Informationen zum Thema Knochenmetastasen finden Interessierte in der Broschüre „Knochenmetastasen bei Brustkrebs“, die unter folgender Adresse bestellt werden kann: Infoservice Knochenmetastasen, Postfach 40 04 30, 40244 Langenfeld.

Fatigue

Die Deutsche Fatigue Gesellschaft hat die Broschüre „Fitness trotz Fatigue“ herausgegeben. Sie kann unter www.deutsche-fatigue-gesellschaft.de heruntergeladen oder als gedrucktes Exemplar kostenfrei bei der Deutschen Fatigue Gesellschaft (Tel: 0221 – 9311596/9311597) bestellt werden. Darüber hinaus können sich Patienten und Interessierte eine DVD mit begleitenden Übungsanleitungen zuschicken lassen.


Jutta

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Fatigue – Erschöpfungssyndrom bei Krebs
« Antwort #1 am: 10. März 2008, 11:17 »
Fatigue – Erschöpfungssyndrom bei Krebs

Während der Behandlung einer Krebserkrankung entwickelt die Mehrzahl der Betroffenen eine besonders quälende Art von Müdigkeit und Antriebslosigkeit, eine für Außenstehende manchmal nur schwer fassbare körperliche und geistige Erschöpfung. Diese wird in Anlehnung an das französische Wort für „Ermüdung, Mattigkeit“ Fatigue (sprich: fatieg) genannt.

Am Ende eines langen Tages müde zu sein ist normal und überaus sinnvoll. Die Müdigkeit, die häufig ja durchaus als unangenehm empfunden wird, verweist uns darauf, Körper und Geist den regenerierenden Schlaf zu gönnen. Fatigue – das Müdigkeitssyndrom bei Krebs – hat mit dieser „gesunden“ Müdigkeit allerdings wenig gemein. Menschen mit Fatigue befinden sich vielmehr in einem dauerhaft belastenden Zustand der Schwäche und Antriebslosigkeit, so dass schon normale Alltagsaufgaben wie Kochen oder Treppensteigen zur Qual werden. Schlaf- und Ruheperioden bringen trotz Erschöpfung kaum Erholung, und nicht selten fühlen sich Betroffene beim Aufstehen noch schlechter als vor dem Zu-Bett-Gehen. Auch vorher nicht gekannte Konzentrationsstörungen oder eine niedergeschlagene Stimmung können Ausdruck von Fatigue sein.

Ein dauerhaft belastender Zustand
Die Bedeutung der Krebsmüdigkeit wurde lange Zeit unterschätzt, ja teilweise gar nicht wahrgenommen. Es verwundert daher nicht, dass viele Fragen zu ihren Ursachen und zu Behandlungsmöglichkeiten offen sind. Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und einer vermehrten Beschäftigung mit Aspekten der Lebensqualität bei der Behandlung und Betreuung von Menschen mit Krebserkrankungen gewinnt Fatigue in den letzten Jahren jedoch zunehmend an Beachtung. Auch wenn es einige laborchemisch oder mit technischen Untersuchungen gut fassbare Parameter gibt, die Rückschlüsse auf das mögliche Vorliegen von Fatigue erlauben, ist wie auch sonst bei der „Messung“ der Lebensqualität, die Eigenbewertung der Betroffenen das entscheidende Kriterium für die Diagnosestellung. Wird also ein Patient im Rahmen einer Krebserkrankung ausgeprägt durch Müdigkeit und Mattigkeit beeinträchtig, liegt das Fatigue-Syndrom vor.

Fatigue ist häufig
Während einer Krebsbehandlung leiden viele Menschen an einer mehr oder weniger ausgeprägten Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Häufig klingen die Beschwerden nach der Therapiephase innerhalb von Wochen bis Monaten wieder ab, aber immerhin 30 bis 40 % der Patienten kämpfen zum Teil noch Jahre nach der Erstbehandlung mit Symptomen. Fatigue ist also nichts Seltenes.

Fatigue hat nichts mit persönlichem Versagen zu tun
Im Rahmen einer Krebserkrankung und deren Behandlung können eine Vielzahl von Faktoren zur Minderung der Lebenskraft beitragen. Gerade die modernen, intensiven Therapien, die die Prognose der Erkrankung selbst verbessern, belasten die Patienten hinsichtlich ihrer Lebensqualität häufig in nicht unerheblichem Ausmaß. Für die damit einhergehen Einschränkungen braucht sich deshalb niemand zu schämen.

Über Fatigue muss gesprochen werden
Krebsmüdigkeit ist primär ein subjektives Empfinden und für Außenstehende eher schwer nachvollziehbar. Gerade wenn die medizinische Behandlung im engeren Sinne abgeschlossen ist, wenn Haare nach der Chemotherapie wieder wachsen, und man den Menschen die durchgemachte Krankheit nicht mehr ansieht, rechnen Angehörige und Therapeuten häufig nicht mehr mit nennenswerten Problemen. Es ist von daher ungemein wichtig, bestehende Einschränkungen offen zu benennen, damit gemeinsam nach Lösungsstrategien geforscht werden kann. Dass das diffuse Leiden Fatigue jetzt einen Namen hat und als eigenständige Krankheit angesehen wird, ist ein großer Fortschritt.

Krebsmüdigkeit hat viele mögliche Ursachen
Es gibt verschiedene Spielarten dieses Beschwerdebildes, grob unterteilt in akute und eher chronische Erscheinungsformen. Es ist von daher verständlich, dass sich die Therapie dieses nach objektiven Kriterien schwer fassbaren und vielgestaltigen Zustandes häufig aufwändig und langwierig gestaltet. Umso wichtiger ist es, dass Fatigue von allen Beteiligten nicht einfach hingenommen wird. Anzeichen von Erschöpfung bei oder nach einer Krebserkrankung müssen individuell abgeklärt und behandelt werden, damit sich Betroffene so schnell und so gut wie möglich erholen können.

Für die Ärzte bedeutet dies, die Krankengeschichte der jeweiligen Patienten einschließlich körperlicher Befunde und durchgeführter Therapien im Detail zu würdigen und gegebenenfalls zur Abklärung weiterführende Untersuchungen zu veranlassen. Betroffene Menschen dürfen sich andererseits nicht scheuen, offen über ihre Probleme zu reden, denn die eigene Art des Umgangs mit der Krebserkrankung und die Lebensführung können deutlichen Einfluss auf die Entwicklung der Fatigue nehmen, und im Austausch mit professionellen Helfern Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Bei akuten Formen der Fatigue, die meist im Zusammenhang mit der Erkrankung und deren Behandlung auftreten, lassen sich teilweise klar fassbare Ursachen finden, die durch spezifische medizinische Interventionen erfolgreich behandelt werden können. An erster Stelle zu nennen ist hier die ausgeprägte Blutarmut, unter der Krebspatienten immer wieder leiden. Dadurch nimmt der Körper nicht genug Energie spendenden Sauerstoff auf. Bluttransfusionen oder die Gabe des Blut bildenden Hormons Erythropoeitin können die Beschwerdesymptomatik lindern.

Weitere mögliche, medizinisch angehbare Ursachen der Fatigue sind beispielsweise Stoffwechselstörungen wie etwa eine therapiebedingte Schilddrüsenunterfunktion, Entgleisungen des Wasser- und Mineralstoffhaushaltes, Infektionen, schlecht kontrollierte Schmerzzustände, Schlafstörungen und Depressionen sowie andere mögliche Begleiterkrankungen. Manchmal ist Müdigkeit aber auch einfach Nebenwirkung einer laufenden Medikation, die dann nach Möglichkeit gewechselt oder doch zumindest angepasst werden sollte.

Symptomatische, häufig nicht im engeren Sinne medizinische Maßnahmen stehen bei chronischen Formen der Fatigue im Vordergrund. Einen gegenwärtig vieldiskutierten Ansatz stellt dabei das fachmännisch angeleitete aerobe Training unmittelbar nach der tumorspezifischen Behandlung dar. Körperliche Aktivität hilft, früh im Rehabilitationsprozess den Teufelskreis von Ruhe und Schonung zu durchbrechen und wieder leistungsfähig zu werden.

Andere wertvolle Behandlungsmöglichkeiten kommen aus dem psychologischen Bereich als Stressmanagement, das neben dem Erlernen von Entspannungs- und Imaginationsverfahren psychotherapeutische Gespräche sowie weitere Formen der psychosozialen Unterstützung umfasst.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen schließlich eine an die individuelle Situation angepasste Ernährungstherapie, um mögliche Defizite und Mangelsituationen auszugleichen, und nicht zuletzt „ordnungstherapeutische“ Maßnahmen. Für Betroffene gilt, sich im Tagesablauf neu zu „justieren“ manche anstrengende Tätigkeit zu delegieren und Dinge in den Vordergrund zu stellen, die einfach gut tun. Es ist dabei eine wichtige Aufgabe, für sich selbst das richtige Maß zwischen Aktivität und Ruhe zu finden.

Selbstverständlich können auch bei chronischer Fatigue medikamentöse Therapien indiziert sein, wie andererseits bereits in der akuten Phase der Behandlung körperliches Training, psychosoziale Unterstützung etc. hilfreich sind. Die angesprochenen Behandlungsund Unterstützungsmöglichkeiten stehen stationär in vielen spezialisierten Krebskliniken und in Einrichtungen der onkologischen Rehabilitation zur Verfügung, ambulant bieten neben den behandelnden Therapeuten insbesondere die Krebsberatungsstellen wertvolle Hilfestellungen. Unter den nachfolgend aufgeführten Adressen kann Informationsmaterial angefordert und teilweise auch Rat bei speziellen Fragen und Problemen eingeholt werden. _

Dr. med. Gerd Büschel Cham-Windischbergerdorf

Weiterführende Literatur: Fatigue bei Tumorpatienten – Eine neue Herausforderung für Therapie und Rehabilitation.“ Hrsg. Weis J., Bartsch H. H., ISBN: 3-8055-7027-9, Karger Verlag

Broschüren
„Fatigue – So können Sie mit Müdigkeit bei Krebs umgehen“ Bayerische Krebsgesellschaft e. V., Nymphenburger Str. 21a, 80335 München, www.bayerische-krebsgesellschaft.de

„Ich kann nicht mehr! Fatigue bei Krebs“ ZDF, Stichwort „Ich kann nicht mehr – Fatigue“, Postfach 12 89, 85504 Ottobrunn

„Was ist Fatigue? – Ein Ratgeber für Kebspatienten, die sich erschöpft und müde fühlen“ (gegen Einsendung eines mit € 1,44 frankierten Rückumschlages) Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort „Fatigue“, Postfach 12 07, 35002 Marburg, www.dgk.de

Videos
„Wendepunkt Krebs – anders leben mit Fatigue“ (gegen Einsendung einer Schutzgebühr von € 5,– als Schein oder Briefmarken) Druckerei und Verlag Klaus Koch GmbH, z. H. Frau Alexander Siemensstr. 4, 65205 Wiesbaden-Nordenstadt

„Fatigue bei Krebs“ (gegen Einsendung einer Schutzgebühr von € 10,–) Deutsche Krebshilfe e. V., Thomas-Mann-Str. 40 Postfach 14 67, 53111 Bonn, www.krebshilfe.de

Weitere hilfreiche Adressen
Geschäftsstelle der Deutschen Fatigue Gesellschaft Scheidtweiler Straße 63-65, 50933 Köln Fatigue-Telefon (FIT) des Krebsinformationsdienstes (KID) im Deutschen Krebsforschungszentrum Montag, Mittwoch und Freitag von 16 bis 19 Uhr unter der Telefonnummer 0 62 21/42 43 44 erreichbar.


Dietmar E.

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Re: Fatigue und weiteres - der Körper braucht Enerie gegen den Krebs
« Antwort #2 am: 13. Februar 2009, 13:39 »
FATIQUE = richtig FATIGUE

http://www.newmagic.at/ogeak/ogeak.nsf/Menue/3.2

Fatique - Erschöpfung und Abgeschlagenheit

... eine Nebenerscheinung der Krebsbehandlung. Was bedeutet das Wort Fatique und welche Ursachen kann Fatique haben.
Kann der Arzt helfen?

Was bedeutes das Wort "Fatique"?

Viele Patienten, die an Krebs erkrankt sind, leiden an einer besonders quälenden Form von Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Fatique ist ein weltweit verwendeter Sammelbegriff für die erwähnten Anzeichen (Symptome).

Während für die meisten Menschen Müdigkeit ein kurzzeitiges Gefühl ist, das nach ausreichendem Schlaf wieder verschwindet, kann sie bei Tumorpatienten chronisch (andauernd) sein und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Vielfach äußern Betroffene typische Beschwerden, ohne aber einen Namen dafür zu kennen: Sie sagen, dass sie sich zu schwach zum Essen fühlen, Schwierigkeiten beim Stiegensteigen haben, keine Kraft für die täglichen Aufgaben im Haushalt haben und im Extremfall sogar außerstande sind, ihren Beruf weiter auszuüben.

Viele Betroffene trauen sich auch nicht, über Beschwerden dieser Art zu reden, weil sie der Meinung sind, dass man doch nichts dagegen tun kann. Dann ist es für den Arzt besonders schwierig, auf Fatique aufmerksam zu werden.

Welche Ursachen kann Fatique haben?
Fatique kann viele Auslöser haben, die unterschiedliche Maßnahmen für eine möglichst effektive Behandlung verlangen.

Ängstlichkeit, Traurigkeit, Depression, Streßgefühle,.... wirken sich negativ auf Ihre Stimmung und Lebenskraft aus und können zu Fatique führen. In diesem Fall sollten Sie versuchen, auch eine psychologische Beratung - z. B. im Krankenhaus - in Anspruch zu nehmen, um der genauen Ursache Ihrer Fatique-Symptomatik auf den Grund zu gehen.

Einen starken Einfluss haben auch die unterschiedlichen Behandlungsmethoden. Bei Chemotherapie tritt Fatique bei über der Hälfte der Patienten auf; bei manchen Therapieformen sogar bei allen. Auch im Rahmen einer Strahlentherapie werden viele Patienten von Fatique geplagt. Je größer die bestrahlte Fläche ist, desto länger dauert auch die nachfolgende Zeit der Erschöpfung bzw. Müdigkeit. Charakteristischerweise nimmt die Müdigkeit mit jedem Behandlungszyklus zu.

Auch die Nebenwirkungen im Rahmen einer chemo-/strahlentherapeutischen Behandlung können sich negativ auf die Kraft und Energie des Patienten auswirken. So können beispielsweise Übelkeit und Erbrechen eine normale Nahrungsaufnahme beeinträchtigen und damit beim Patienten zu einer Mangelerscheinung und damit verbundenen Müdigkeit führen.

Eine andere häufige Nebenwirkung der Tumorbehandlung ist die Blutarmut (Anämie), die als häufiger Auslöser von Fatique bekannt ist. In diesem Fall werden im Knochenmark zu wenig rote Blutkörperchen gebildet. Die roten Blutkörperchen sind jener Bestandteil des Blutes, welcher Sauerstoff aus den Lungen in alle Bereiche des Körpers transportiert. Ein Hinweis auf Blutarmut sind, neben Müdigkeit und Blässe, Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Herzjagen, Schwächegefühl in den Armen und Beinen, Konzentrationsschwierigkeiten und Brustschmerzen. Wenn Sie solche Symptome an sich bemerken, sollten Sie Ihren Arzt darauf aufmerksam machen.

Zur Bewältigung Ihrer Anämie wird Sie Ihr Arzt je nach Ursache und Ausprägung entweder mit einer Erythrozytentransfusion von einem Spender behandeln oder Ihnen eine Behandlung mit Erythropoietin verordnen.

Erythropoietin, kurz EPO genannt, ist ein körpereigener Eiweißstoff, der von den Nieren gebildet wird und im Knochenmark die Bildung der roten Blutkörperchen fördert. Können die Nieren kein EPO (z. B. bei Nierenversagen) oder zuwenig EPO (z. B. bei Tumorerkrankungen, unter Chemo- oder Strahlentherapie) herstellen, dann können auch nicht mehr genug rote Blutkörperchen gebildet werden - es kommt zur Blutarmut.

Mehr zum Thema "Fatique" finden Sie auf der Informationsseite von Janssen-Cilag.
« Letzte Änderung: 13. Februar 2009, 13:39 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)