Autor Thema: Vorsorgeuntersuchung  (Gelesen 12439 mal)

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Josef

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Vorsorgeuntersuchung
« am: 04. Dezember 2007, 15:59 »
Mehr darüber heute im Kurier!

Vorsorgeuntersuchung: Risikofaktoren erkennen

Was bringt mir die Vorsorgeuntersuchung?

Sie können damit gezielt nach Erkrankungen und Risikofaktoren fahnden, die noch keine Symptome machen. Hervorzuheben sind hier Krankheiten, die im Anfangsstadium schleichend voranschreiten und wenige bis gar keine Symptome verursachen, wie etwa Bluthochdruck, Diabetes oder diverse Tumore.

Ich bin übergewichtig und habe Angst, an Diabetes zu erkranken. Erfahre ich bei der Untersuchung, wie hoch mein Risiko ist?

Ja. Einzelfaktoren wie Blutzucker- und Cholesterinwerte, Blutdruck, Rauchverhalten und Übergewicht werden seit Ende 2005 in der neuen Vorsorgeuntersuchung zu einem Risikoprofil verknüpft: Dem Patienten wird mitgeteilt, wie groß sein Risiko ist, in den kommenden fünf Jahren etwa einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder auch Diabetes zu bekommen. Mit der neuen Untersuchung wird es auch leichter, die Vorstufe zu Diabetes (metabolisches Syndrom) zu erkennen.

Kann die Vorsorgeuntersuchung alles abdecken?

Nein, aber sie umfasst die wichtigsten Untersuchungen, die nachweislich einen Vorteil bei der Verhütung der häufigsten symptomlosen, chronischen Erkrankungen bringen - wie etwa jetzt auch die Darmspiegelung für alle Personen ab 50. Mit zunehmendem Alter wird der Untersuchungsumfang außerdem ausgeweitet.

Ist der PSA-Test zur Früherkennung von Prostata-Krebs enthalten?

Derzeit ist die Regelung so, dass der Patient mit dem Arzt über den PSA-Test spricht und danach eine gemeinsame Entscheidung getroffen wird.

Wie oft soll man zur Vorsorgeuntersuchung?

Unter 40 alle drei, über 40 alle zwei Jahre, bei besonderem Risiko gibt es engmaschigere Empfehlungen.



Und am 1.12.07 stand im Kurier:

Rauchen verursacht Herzinfarkt und Krebs. Es führt zu der...

Rauchen verursacht Herzinfarkt und Krebs. Es führt zu der unheilbaren obstruktiven Lungenkrankheit COPD, bei der Patienten buchstäblich die Luft ausgeht. Trotzdem wird munter weiter "gepofelt". Schon fünf Prozent der Zehnjährigen zünden sich regelmäßig eine an. Seien Sie Vorbild und hören Sie damit auf! Wie, das lesen Sie auf den

Seiten 68 und 69.
« Letzte Änderung: 04. Dezember 2007, 16:02 von Josef »
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Edi

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Vorsorgeuntersuchung, aber ........
« Antwort #1 am: 05. Dezember 2007, 16:25 »

Ab wann kann ich zur für mich kostenfreien Vorsorgeuntersuchung!

Meine Mutter, mein Vater, hatte .......! Ab wann und in welchen Abständen soll ich dann zur Vorsorgeuntersuchung?

Welche spez. Vorsorgeuntersuchungen bekomme ich, wenn meine Schwester an BK. vor 3 J. erkrankte?

Wie oft wird der PSA-Test bezahlt und ab wie viel Jahren?

Und,

und,

und ....................


Gehe online zum Kurier, und frage die Spezialistin: Prof. Anita Rieder, auf www.kurier.at/gesundheit

In ein paar Tagen kommt die Emailantwort!



Jutta

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Krebs-Früherkennung muss weiter entwickelt werden
« Antwort #2 am: 10. März 2008, 11:22 »

Krebs-Früherkennung muss weiter entwickelt werden

Im Rahmen der 1. Nationalen Onkologischen Präventionskonferenz stellte die Deutsche Krebshilfe in Essen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Krebs-Früherkennung vor. „Wir appellieren an alle Verantwortlichen im Gesundheitssystem, der Krebs-Früherkennung einen hohen Stellenwert einzuräumen“, so Dr. Leonhard Hansen, stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses ‘Krebs-Früherkennung’ der Deutschen Krebshilfe. „Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen, um die Methoden zu verbessern, die Erfolge zu dokumentieren und die Teilnahmeraten unter Berücksichtigung entsprechender Risikokommunikation zu erhöhen.“

Für viele Tumoren gilt: früh erkannt, sind sie mit größter Wahrscheinlichkeit heilbar. Bereits in den Gründungsjahren der Deutschen Krebshilfe rief Dr. Mildred Scheel die Bürger dazu auf, Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Seither macht die Organisation die Früherkennung immer wieder zum Thema ihrer Informations- und Aufklärungsarbeit. Die Botschaft lautet: Vorbeugung und Früherkennung sind unverzichtbare Waffen im Kampf gegen den Krebs.

Die Deutsche Krebshilfe hat aufgrund der großen Bedeutung des Themas, der nach wie vor niedrigen Teilnahmeraten an den Untersuchungen und der kontroversen Diskussion in der Öffentlichkeit im Jahr 2005 eine Sachstandserhebung zur Krebs-Früherkennung auf dem Feld der Gynäkologie, der Inneren Medizin, der Urologie und der Dermatologie durchgeführt. Die wichtigsten Ergebnisse daraus stellte Hansen in Essen vor. Die Früherkennung von Brust-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs findet nach Ansicht der Experten in Deutschland auf einem hohen Niveau statt. „Sowohl mit der vorsorglichen Darmspiegelung als auch mit dem qualitätsgesicherten Röntgen-Früherkennungsprogramm für Brustkrebs verfügt unser Gesundheitssystem über ausgezeichnete Angebote“, so Hansen. Diese Programme sollten jedoch wissenschaftlich begleitet und regelmäßig auf ihren Nutzen hin überprüft werden. Damit die Untersuchungen keinen Schaden anrichten, müssen die Methoden kontinuierlich weiter verfeinert werden.

Nachholbedarf sehen die Experten bei der Früherkennung von Haut- und von Prostatakrebs. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Modellprojektes in Schleswig-Holstein fordert die Deutsche Krebshilfe die Einführung eines regelmäßigen „Ganzkörper-Haut-Checks“ für alle Versicherten ab 35 Jahren. Dadurch können Risikogruppen erkannt und zahlreiche Hautkrebsformen in heilbaren Stadien diagnostiziert werden. Bei der Früherkennung des Prostatakrebses ist nach Ansicht der Experten der Deutschen Krebshilfe ein PSA-Screening (Untersuchung auf das Prostata-spezifizsche Eiweiß im Blut) für Männer ab 50 Jahren zurzeit nicht zu empfehlen, weil eine solche Reihenuntersuchung derzeit eine erhebliche Überdiagnostik und  und Nachteile des PSA-Tests für jeden Interessierten erforderlich.

Darüber hinaus ist die Forschung gefordert, neue Früherkennungsmethoden zu entwickeln – insbesondere für diejenigen Tumoren, die bei nach wie vor hohen Erkrankungszahlen eine hohe Sterblichkeitsrate aufweisen (Eierstock- und Lungenkrebs).

„Wir wollen die Menschen von dem Nutzen der Krebs-Früherkennung überzeugen und sie nicht überreden“, betonte Hansen. Daher informiert die Deutsche Krebshilfe ausführlich über Vor- und Nachteile der einzelnen Untersuchungen. Der ausführliche Sachstandsbericht der Deutschen Krebshilfe zur Krebs-Früherkennung findet sich hier in kürze.

Krebs-Früherkennung

420.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ihren Versicherten folgende kostenlose Krebs-Früherkennungsuntersuchungen an: Für Frauen ab dem 20. Lebensjahr: Abstrichuntersuchung des Gebärmutterhalses und Untersuchung der Geschlechtsorgane, ab dem 30. Lebensjahr zusätzliche Tastuntersuchung der Brust und Inspektion auffälliger Hautareale, vom Beginn des 51. bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres: Anspruch auf ein qualitätsgesichertes Mammographie-Screening (Röntgenuntersuchung der Brüste). Für Männer ab dem 45. Lebensjahr: Tastuntersuchung der Prostata sowie Inspektion des äußeren Genitales und auffälliger Hautareale. Für Frauen und Männer: Darmkrebs-Früherkennung: vom 50. bis 55. Lebensjahr einmal jährlich ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl, ab dem 56. Lebensjahr Angebot einer ersten Darmspiegelung (Koloskopie) und Wiederholung dieser Vorsorgeuntersuchung zehn Jahre nach der ersten Untersuchung; für diejenigen Versicherten, die die Darmspiegelung nicht in Anspruch nehmen wollen oder können: Angebot eines zweijährlichen Stuhlblut-Tests ab dem 56. Lebensjahr. Kostenlose Materialien der Deutschen Krebshilfe zum Thema Krebs-Früherkennung können bestellt werden: Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, oder im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

Quelle: Deutsche Krebshilfe


Jutta

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Krebs: Sorge oder Vorsorge?
« Antwort #3 am: 20. April 2008, 16:46 »

Nicht immer sind die Methoden zur Früherkennung von Krebs sicher und hilfreich.
Doch es gibt auch sehr sinnvolle Untersuchungen.

An die Krebsvorsorge sollten Manager kühl herangehen. Nur wenige Tests zur Früherkennung von Krebs lohnen sich. Viele bringen weder einen Gewinn an Lebensjahren, noch tragen sie zu einer höheren Lebensqualität bei.
Wer höchstmögliche Sicherheit möchte, muß abwägen. Gibt es eine familiäre Belastung, also enge Verwandte mit Krebs, dann sollte die Entscheidung pro Früherkennung fallen. Der Nachteil: Viele Vorsorgetests liefern fälschlicherweise Positiv-Ergebnisse - sie geben Fehlalarm. Der Getestete läuft mithin Gefahr, ohne Grund in Angst und Schrecken versetzt zu werden und sich zudem der körperlichen Belastung einer weiteren Untersuchung unterziehen zu müssen.
Prostata
Früherkennung ist vor allem - so die Einschätzung von Ludger Ciré, dem leitenden Check-up-Arzt am Institut für Arbeits- und Sozialhygiene in Karlsruhe - zwischen 60 und 70 Jahren sinnvoll. Ältere Männer sterben eher an anderen Krankheiten als an Prostatakrebs. Die Therapie würde nur zu Lasten der Lebensfreude gehen.
Vor dem 60. Lebensjahr ist der langsam wachsende Tumor eher selten. Die Methoden der Früherkennung haben Schwächen: Der Bluttest produziert gerade bei jüngeren Patienten in bis zu zwei Dritteln der Fälle falsch positive Ergebnisse, das Tasten läßt viele Karzinome unentdeckt.
Verursacht ein Tumor spürbare Symptome, dann gleichen sie denen der Prostatavergrößerung: häufiger Harndrang und Entleerungsstörungen. Bei familiärer Vorbelastung sollte der Bluttest ab dem 50. Lebensjahr durchgeführt werden.
Darm
Bei Tumoren im Mastdarm ist die Frühdiagnose sehr sinnvoll, weil sich Vorformen leicht entfernen lassen. Allerdings ist dafür eine Darmspiegelung notwendig. Dieser unangenehmen Prozedur vorgeschaltet wird ein einfacher Test auf verborgenes Blut im Stuhl, zu empfehlen ab 45. Allerdings produziert der Bluttest eine Falsch-positiv-Rate von 30 Prozent.
Sichtbares Blut im Stuhl, so es nicht aus Hämorrhoiden stammt, ist ein dringendes Alarmzeichen. Als Vorsorge gegen Darmkrebs gilt gesunde Ernährung: viel Gemüse und Ballaststoffe.
Nieren und Blase
Bei der Untersuchung per Ultraschall achtet der Arzt auf Veränderungen an den Organen. Zusätzlich kann ein Teststreifen Blut im Urin aufspüren. Wird das Blut sichtbar, kann das schon ein Spätzeichen eines Tumors sein.
Auch junge Menschen erkranken an Nieren- und Blasenkrebs. Für die Vorsorge ist wichtig: weder Nikotin noch Schmerzmittel mißbrauchen.
Leber und Gallenblase
Sie werden etwa ab dem 40. Lebensjahr untersucht. Ein Tumor der Leber zeigt sich meist zufällig beim Ultraschall, selten und spät bei einer Laboruntersuchung des Blutes. Subjektive Beschwerden treten ebenfalls erst spät auf.
Bei der Gallenblase kommt nur eine Ultraschalluntersuchung in Frage, aber auch diese kommt meist zu spät. Die Entfernung der Gallenblase bei Gallensteinen wirkt präventiv.
Magen
Klagt der Patient über ständige Beschwerden, selbst in nüchternem Zustand, liefert er dem Arzt erste Hinweise auf eine mögliche Erkrankung. Gesichert wird die Diagnose mit einer Magenspiegelung.
Magenkrebs ist rückläufig. Gesunde Ernährung beugt dem Leiden vor; gegrilltes oder gepökeltes Fleisch ist ein Risikofaktor.
Krebs allgemein
Die wichtigste Vorsorge für sehr viele Tumore bleibt: nicht rauchen und sich gesund ernähren. Dennoch muß jeder sechste Mensch damit rechnen, an Krebs zu erkranken.
Die Art der Behandlung hängt in hohem Maße vom Alter des Patienten sowie von Art und Ausprägung des Leidens ab. Zu den drei Säulen der Therapie - Operation, Chemotherapie, Bestrahlung - kommen zunehmend unterstützende Naturheilmittel hinzu, die den Heilungsverlauf fördern oder Nebenwirkungen dämpfen sollen, aber die Verfahren der wissenschaftlichen Medizin keinesfalls ersetzen können.

Geri

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Rechtzeitig zur Vorsorgeuntersuchung, denn .........
« Antwort #4 am: 23. November 2008, 23:41 »

Den Krebs erkennen statt zu verdrängen


Ausstellung der Niedersächsischen Krebsgesellschaft ist noch bis Mittwoch, 26. November, zu sehen

Hann. Münden. "Früh erkannter Krebs kann geheilt werden", sagte Carsten Pfeil gestern bei der Eröffnung der Ausstellung der Niedersächsischen Krebsgesellschaft im Evangelischen Vereinskrankenhaus (VKH) in Hann. Münden. Doch leider, so der Mitarbeiter der Gesellschaft, würden die Früherkennungsuntersuchungen nicht häufig genug wahrgenommen.

............ http://www.hna.de/muendenstart/00_20081112184152_Den_Krebs_erkennen_statt_zu_verdraengen.html

Evi

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Vorsorge!?! Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, aber ............
« Antwort #5 am: 23. August 2009, 13:02 »

 23.06.2009
 
Erste Nationale Krebskonferenz
Ulla Schmidt will umstrittene Früherkennung ausweiten

Von Heike Le Ker

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,632031,00.html

Krebs früh erkennen und Todesfälle vermeiden: Screenings auf Brust-, Darm oder Gebärmutterhalskrebs sollen Leben retten. Gesundheitsministerin Schmidt will in Zukunft noch mehr Gesunde untersuchen lassen. Doch Experten bezweifeln den Nutzen der Vorsorgeuntersuchungen.

Berlin - Es ist nicht nur die Krankheit der Gegenwart sondern vor allem der Zukunft: An Krebs werden nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO schon bald mehr Menschen sterben als an Herz-Kreislauf-Krankheiten. Mit mehr Früherkennungs-Untersuchungen und qualitätsgesicherter Therapie sollen Ärzte ihren Patienten in Deutschland in Zukunft besser helfen können - das ist zumindest der Wille von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), die am Dienstag rund 300 Experten zu der ersten Nationalen Krebskonferenz versammelte.

Arzt beurteilt Mammographie-Aufnahme: "Die Zahlen führen Frauen in die Irre"

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 436.000 Menschen neu an Krebs, etwa 211.000 sterben jährlich daran. Die meisten haben einen langen Leidensweg hinter oder vor sich - von der Diagnose bis zur Therapie. Die Angst vor dem Tod und die Hoffnung auf Heilung werden für sie zu ständigen Begleitern.

Doch nicht jedes Urteil des Arztes ist richtig, nicht jede Behandlung für einen Kranken die beste. Erst kürzlich hat etwa eine Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie ergeben, dass nur jede dritte Eierstockkrebs-Patientin im Frühstadium der Erkrankung und ungefähr jede zweite im Spätstadium die richtige Therapie bekommt.

Für den Krebskranken ist es schwierig, zwischen veralteter und neuer Therapie zu differenzieren oder den spezialisierten Arzt von einem nur mittelmäßigen Mediziner zu unterscheiden. Um die Überlebenschancen dennoch für alle Betroffenen zu verbessern, gibt es seit 2008 den Nationalen Krebsplan des Bundesgesundheitsministeriums, der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tumorzentren. Der Plan sieht vor, die Qualität der onkologischen Versorgung, die Früherkennung und die Patientenorientierung zu stärken.

Aufklärung mit unverständlichen Zahlen

Eines der jetzt in Berlin erklärten wichtigsten Ziele ist, mehr Menschen zur Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen zu motivieren. Doch genau das ist unter Experten umstritten. "Das Ziel darf nicht sein, Teilnehmerzahlen zu erhöhen", meint Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. "Man sollte den Menschen alle Informationen klar und in verständlicher Form zur Verfügung stellen, damit sie eine informierte Entscheidung treffen können und sie nicht bevormunden."

Bei der Mammographie handelt sich um eine flächendeckende Reihenuntersuchung von 50- bis 69-Jährigen, die alle zwei Jahre schriftlich eingeladen und dann mit Röntgenstrahlen auf Brustkrebs untersucht werden. Das Versprechen der Befürworter dieser Methode: Mit dem Screening sinkt die Sterblichkeit um 30 Prozent.

"Diese Zahl führt viele Frauen in die Irre", sagt Gigerenzer im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Viel verständlicher sei es zu erklären: Von 1000 Frauen, die zum Screening gehen, sterben vier Frauen an Brustkrebs, von 1000 Frauen, die nicht zum Screening gehen, sterben fünf. "Diese klare Aussage findet man in den meisten Aufklärungsbroschüren nicht", kritisiert der Psychologe. Dazu kommen die Fehlalarme und die darauf folgenden überflüssigen Operationen, Bestrahlungen oder sogar Brustamputationen. "Von zehn Frauen, die einen verdächtigen Befund in der Mammographie haben, ist nur eine an Brustkrebs erkrankt", erklärt Gigerenzer.

Ärzte halten Kritikern jedoch entgegen, dass jedes gerettete Menschenleben den Aufwand wert sei. Viele Frauen entscheiden sich für die Mammographie, weil sie die eine unter den 1000 Frauen sein könnten, die von der Vorsorge profitiert.

Und auch Ulla Schmidt ist von der Art und Weise der Brustkrebs-Untersuchung überzeugt. Sie sagte auf der Konferenz: "Wir haben in Deutschland erfolgreich ein flächendeckendes organisiertes Mammographie-Screening für über 10 Millionen Frauen eingeführt, das höchsten Qualitätsanforderungen genügt. Nach diesem Vorbild werden wir auch die bestehenden Früherkennungsprogramme für Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs organisatorisch weiterentwickeln."

Noch mehr Screening

Beim Darmkrebs allerdings zielt die Initiative unter anderem auf die Ausweitung der Darmspiegelungen ab, die in großen Werbekampagnen von Prominenten wie Michael Schumacher oder Wladimir Klitschko propagiert werden. Der Nutzen der Untersuchung ist jedoch nicht bewiesen, meint Gigerenzer: "Ob Koloskopie-Screening tatsächlich Menschenleben rettet, ist noch völlig unklar. Hingegen wissen wir, dass es schwerwiegende Komplikationen wie Blutungen oder sogar Todesfälle nach sich ziehen kann."

Auch die Internistin Ingrid Mühlhauser, die an der Universität Hamburg Gesundheitswissenschaften lehrt, wehrt sich gegen die übertriebenen Heilsversprechen mancher Kollegen. "Meine feste Überzeugung ist, dass der Schaden der Darmspiegelung den Nutzen bei weitem aufwiegt. Deshalb ist die Kampagne zur Darmspiegelung verantwortungslos", lautete Mühlhausers hartes Fazit im SPIEGEL.

Ebenso skeptisch betrachten Experten das Vorhaben, die Früherkennungs-Untersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs auszubauen. Im Informationspapier zur Nationalen Krebskonferenz heißt es: "Maßgeblichen Einfluss auf die Effektivität eines Screeningprogramms hat die Teilnahmerate. Die Teilnahme an einem organisierten Screeningprogramm könnte durch ein persönliches Einladungsschreiben erhöht werden, da hierdurch auch bisherige Nicht-Teilnehmerinnen und Frauen, die unregelmäßig teilnehmen, besser erreicht würden."

Doch reicht es allein, bei immer mehr Frauen immer häufiger Abstriche zu machen und sie so auf Gebärmutterhalskrebs zu untersuchen? Angela Spelsberg, Leiterin des Tumorzentrums Aachen, meinte dazu im SPIEGEL: "Die Gynäkologen in Deutschland machen fünfmal so viele Abstriche wie im europäischen Durchschnitt, dennoch sterben bei uns mehr Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Das ist eigentlich ein schlechter Witz."

weiter: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,632031,00.html

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31.03.2010 / 13:26 / Chronik
WGKK startet Einlade-Kampagne zur Vorsorgeuntersuchung
Utl.: Fokus liegt auf der stillen Gefahr Bluthochdruck =

Wien (OTS) - Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) setzt ihre Präventionsoffensive fort: In den ersten Apriltagen erhalten 70.000 Wienerinnen und Wiener eine persönliche Einladung zur Vorsorgeuntersuchung. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf der Früherkennung von Bluthochdruck (Hypertonie).

Ein Fünftel aller österreichischen Männer und fast ein Viertel aller Frauen ab 15 Jahre haben zumindest schon einmal an Bluthochdruck gelitten. Mit dem Alter nimmt auch der Anteil der Betroffenen zu. Die Ausgaben der WGKK für blutdrucksenkende Medikamente sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache: Fast 60 Millionen Euro entfielen im Jahr 2009 auf Antihypertonika. Das entspricht knapp 14 Prozent der gesamten WGKK-Heilmittelkosten.

Die aktuellen Einladungen zum kostenlosen Gesundheitscheck richten sich an eine Zufallsauswahl von Personen, die in den vergangenen zwei Jahren... - nicht bei der Vorsorgeuntersuchung und - nicht bei einer/einem InternistIn und - nicht im Krankenhaus waren (wo in jedem Fall auch der Blutdruck gemessen wird).

Unbehandelter Bluthochdruck kann lebensgefährlich sein

Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe, warum Hypertonie vielfach nicht behandelt wird: Die Betroffenen wissen gar nicht, dass sie darunter leiden. Oder aber das Wissen ist vorhanden, die Krankheit wird aber mangels spürbarer Symptome bagatellisiert. Die Betroffenen gehen so ein höheres Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzversagen oder arterielle Verschlusskrankheiten ein. Zumal Bluthochdruck dank kontinuierlich optimierter medikamentöser Therapien immer besser behandelbar ist.

Vorsorgeuntersuchung als erster Schritt zu einem gesünderen Leben

Die Vorsorgeuntersuchung ist für PatientInnen aber auch eine Gelegenheit, mit der Ärztin oder dem Arzt ein breites Spektrum an nicht-medikamentösen Schritten zu besprechen - hin zu einem gesünderen Lebensstil. Das reicht von "Bewegt gesund" - einem Angebot an Bewegungstrainings, für die die WGKK Kostenzuschüsse bietet - bis zur Ernährungsberatung.

Wer in den nächsten Tagen keinen Einladebrief erhält, kann freilich dennoch zur Vorsorgeuntersuchung gehen: Grundsätzlich kann sie von allen Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr mit Wohnsitz in Österreich einmal pro Jahr kostenlos in Anspruch genommen werden. Die WGKK bietet das Service in allen vier Gesundheitszentren an(Anmeldung und e-card erforderlich!). Aufgrund des regen Zuspruchs im Vorjahr gibt es heuer auch wieder eine Service-Hotline: Unter 050 124-8011 erfahren die AnruferInnen, welche Ärztinnen oder -Ärzte für sie am günstigsten zu erreichen sind. Weitere Infos zur Vorsorgeuntersuchung gibt es im Internet: www.wgkk.at

Die Gesundheitszentren im Überblick:

~ - Wien-Mitte, 3., Strohgasse 28 Öffnungszeiten: Mo-Fr, 7-14.30 Uhr Telefon: (+ 43 1) 601 22-40300 - Wien-Mariahilf, 6., Mariahilfer Straße 85-87 Öffnungszeiten: Mo-Fr, 7-14.30 Uhr Telefon: (+43 1) 601 22-40600 - Wien-Süd, 10., Wienerbergstraße 13 Öffnungszeiten: Mo-Do 7-14:15 Uhr Fr, 7-14 Uhr Telefon: (+43 1) 601 22-1722 ~

- Wien-Nord, 21. Karl-Aschenbrenner-Gasse 3 Öffnungszeiten: Mo-Fr, 7-14.30 Uhr Telefon: (+43 1) 601 22-40200

Rückfragehinweis: WGKK-Öffentlichkeitsarbeit Mag. Andrea Riedel Tel.: (+43 1) 60 122-1351 E-Mail: andrea.riedel@wgkk.at http://www.wgkk.at

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WGKK - Vorsorgeuntersuchung
« Antwort #7 am: 05. Oktober 2010, 20:41 »

Start für Vorsorgeuntersuchung Herbst 2010
Utl.: Die WGKK verschickt ab heute 70.000 Einladungen =

   Wien (OTS) - Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) lädt wieder zur
kostenlosen Vorsorgeuntersuchung ein. Im Mittelpunkt des
Gesundheitschecks steht bei der heurigen Herbstkampagne die Vorsorge
gegen Gebärmutterhalskrebs bei Frauen und Darmkrebs bei Männern.

   Seit heute, Dienstag, verschickt die WGKK persönliche Einladungen
an 70.000 Wienerinnen und Wiener zum Gesundheitscheck bei der Ärztin
oder dem Arzt ihres Vertrauens. Bei der Vorsorgeuntersuchung werden
beispielsweise Laborwerte, Body-Mass-Index und eine etwaige familiäre
Vorbelastung für bestimmte Krankheiten analysiert.

   Das Schreiben der WGKK zur Krankheitsvorsorge ergeht mittels
Zufallsgenerator an Versicherte, die folgende von Public Health
Experten definierte Kriterien erfüllen:

 - PAP-Abstrich: Alle Frauen zwischen dem 19. und 65. Lebensjahr, für
die in den vergangenen acht Quartalen weder die Abrechnung eines
PAP-Abstriches noch einer Vorsorgeuntersuchung aufscheint.

 - Koloskopie: Alle Männer zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, für
die in den vergangenen acht Quartalen keine Abrechnung einer
Vorsorgeuntersuchung aufscheint.   

   Ingrid Reischl, Obfrau der WGKK, zu den heurigen Schwerpunkten:
"Die WGKK geht damit den Weg der Vorsorge konsequent weiter. Wir
wollen gerade jenen Krebsarten den Kampf ansagen, von denen besonders
viele Wienerinnen und Wiener betroffen sind. Durch entsprechende
Prävention können Leid und enorme Einbußen bei der Lebensqualität
vermieden oder zumindest begrenzt werden."

"Bewegung auf Krankenschein"

   Ein weiteres zentrales Thema ist der individuelle Lebensstil und
wie dieser gesundheitsbewusster gestaltet werden kann. Dazu gehört
das Programm "Bewegt gesund", also "Bewegung auf Krankenschein" für
WGKK-Versicherte,  die nach Absprache mit ihrer Vorsorge-Ärztin/ihrem
Vorsorge-Arzt (mehr) Sport betreiben sollten. Für jene Teilnehmer,
die ein Jahr lang regelmäßig in Bewegung bleiben (mindestens
75prozentige Teilnahmequote an den Bewegungskursen),  hat die WGKK
kürzlich die Verdoppelung der Kostenerstattung auf jetzt 70 Euro
beschlossen.

   Auch wer keinen Einladungsbrief erhält, darf laut ASVG zur
Vorsorgeuntersuchung gehen. Sie kann laut Gesetz von Personen ab 18
Jahren mit Wohnsitz in Österreich einmal pro Jahr kostenlos in
Anspruch genommen werden.

   Nähere Information und Anmeldung zu Vorsorgeuntersuchung und zu
"Bewegt gesund" gibt es unter der Hotline  050 124-8011, sowie unter
www.wgkk.at und www.bewegtgesund.at.

   Die Vorsorgeuntersuchung kann bei einer/einem der rund 1.250
Ärztinnen/Ärzte in Anspruch genommen werden, mit denen die WGKK einen
Vorsorgeuntersuchungsvertrag hat. Bei der Arztsuche unterstützt der
Patientenservice der Ärztekammer unter der  Wiener Telefonnummer:
01-1771.  Die Vorsorgeuntersuchung wird aber auch in einem der  vier
Gesundheitszentren der WGKK angeboten (Anmeldung und e-card
erforderlich!).

*Wien-Mitte, 3, Strohgasse 28
Öffnungszeiten : Mo-Fr, 7-14.30Uhr
Telefon: (+43 1) 606 22-40300

*Wien-Mariahilf, 6, Mariahilferstrasse 85-87
Öffnungszeiten: Mo-Fr, 7-14.30 Uhr
Telefon: (+43 1) 601 22-40600

*Wien-Süd, 10, Wienerbergstrasse 13
Öffnungszeiten: Mo/Di/Do  7-14 Uhr, Fr 7-12 Uhr
Telefon: (+43 1) 601 22-1722

*Wien-Nord, 21, Karl Aschenbrenner-Gasse 3
Öffnungszeiten: Mo-Fr, 7-14.30 Uhr
Telefon: (+43 1) 601 22-40200

Rückfragehinweis:

~
   Wiener Gebietskrankenkasse
   Öffentlichkeitsarbeit: Brigitte Kilian
   Wienerbergstraße 15-19, 1100 Wien
   Tel.: (01) 60122-1351
   brigitte.kilian@wgkk.at
   www.wgkk.at