Autor Thema: Prostatakrebs, Strahlen, Sekundärtumor  (Gelesen 2669 mal)

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Josef

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Prostatakrebs, Strahlen, Sekundärtumor
« am: 29. Dezember 2007, 12:52 »
Zum Risiko von Strahlentherapie induzierten sekundären

Krebserkrankungen beim Prostatakarzinom


Eine sekundäre Krebserkrankung
wird meist definiert als im Zeitraum
von > 5 Jahren seit der Strahlentherapie
einer primären Krebserkrankung auftretende
folgende Krebserkrankung,
die als neuer Tumor einem anderen histologischen
Typ angehört (sekundäres
Karzinom bzw. zweites Primärkarzinom),
und in der Nähe des Strahlenbehandlungsfeldes
liegt.
Die Evidenz für strahlenbedingtes
Krebsrisiko stammte lange Zeit weitgehend
aus Studien von Personen, die
radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren
oder von Studien von japanischen
Überlebenden aus Bestrahlung durch
Atombomben. In diesen Fällen ist es
zwar so, dass die Studien den Nachweis
über ein erhöhtes Risiko für Leukämie
oder Krebserkrankungen der Lunge,
Brust und Schilddrüse, aber wenig
überzeugende Evidenz für Krebserkrankungen
in anderen Organen bringen.
Alternativ kann man retrospektive
Studien basierend auf Tumorregistern
durchführen, um Rückschlüsse auf
Tumorrisiken zu erhalten, die sich aus
medizinischer Therapie ergeben.
Beim Prostatakarzinom z.B. wird .............


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Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Edi

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Exakte Lokalisation und angemessene Strahlendosis

07.05.08 - Die perkutane Strahlentherapie hat ihren festen Platz in der Behandlung des lokalen Prostatakarzinom gefunden. Bei Tumoren in frühen Stadien (T1 und T2) liefert diese Methode allein angewandt Ergebnisse, die einer radikaler Prostatektomie oder einer Brachytherapie gleichkommen. Die 10-Jahres-Überlebensraten liegen bei 90 bis 94 Prozent für hoch differenzierte und bei 45 bis 67 Prozent für schlechter differenzierte Tumoren.

Randomisierte Studien, die Therapien bei Prostatakrebs evaluieren, benötigen eine lange Zeit, bis sie aussagekräftige Ergebnisse liefern. Gleichzeitig entwickeln sich die technischen Methoden rasant weiter, so dass sich aktuelle Behandlungsresultate durchaus von gerade publizierten Studien unterscheiden können.

In einer Übersichtsarbeit im "BJU International" untersuchten Marco van Vulpen von der Universität Utrecht (Niederlande) und Kollegen wie die Qualität der perkutanen Strahlentherapie gesichert und die Ergebnisse weiter verbessert werden können.

Zum einen sei wichtig, das Erkrankungsstadium genau zu diagnostizieren und die richtige Therapie zu finden. Bei fortgeschrittenen Tumoren, die sich bereits über die Prostatakapsel hinaus ausgebreitet haben (T3), können Zellen der Bestrahlung entkommen. Hier kann eine adjuvante Hormontherapie die 5 Jahres-Überlebensraten von 62 auf 78 Prozent erhöhen, die 10-Jahres-Überlebensraten verbessern sich dadurch von 39 auf 49 Prozent.
Dosis entscheidet über Therapieerfolg

Weitere Fehlerquellen, die zu Einbußen in der Behandlungsqualität führen können, sind eine zu geringe Strahlendosis oder eine ungenaue Lokalisation des Tumors. Eine groß angelegte Studie aus dem Jahre 2004 zeigt, dass Strahlendosen von weniger als 72 Gy Therapie-Ergebnisse der perkutanen Strahlentherapie gegenüber anderen Behandlungsmethoden (Prostatektomie, Brachytherapie, Strahlentherapie mit >72 Gy) deutlich verschlechtern.

Bei fortgeschrittenen Tumoren sei eine Dosis von ≥78 Gy erforderlich, schreiben die Autoren. Ob allerdings die erhöhte Toxizität und Einschränkungen der Lebensqualität durch die Dosiserhöhung oder eine zusätzliche Hormontherapie die klinischen Vorteile überwiegen, sei noch nicht schlüssig geklärt. Eine intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) könne helfen, Schäden im umliegenden Gewebe zu vermeiden.

Als vielversprechend könnte sich such eine Kombination aus Brachytherapie und perkutaner Strahlentherapie erweisen, um lokal höhere Dosen zu erreichen. Allgemein gingen die Entwicklungen dahin, eine heterogene Strahlenverteilung gemäß den Tumorcharakteristika zu erreichen.
Positionsänderungen verschlechtern Behandlungsergebnisse

Erheblichste Fehlerquelle sei jedoch die ständige Bewegung der Prostata und die damit verbundenen Ungenauigkeiten der Lokalisation, betonen die Autoren. Nicht immer korreliere die Lage der Prostata mit der Knochenstruktur in anterior-posterior Richtung. Durch die Positionsänderungen rutsche die periphere Zone des Prostatakarzinoms schnell aus dem bestrahlten Areal heraus. Auch die Füllung des Rektums könne erhebliche Auswirkungen haben. Wichtig sei daher, die Position während der gesamten Behandlung immer wieder mit Magnetresonanztomografie (MRT) zu überprüfen.

Mehr zum Thema:
Abstract der Originalpublikation im "BJU International"

Quelle: UroToday