Autor Thema: Krebs - Sexualität? Impotenz, nach Prostatakrebs/Blasenkrebs/Darmkrebs  (Gelesen 21589 mal)

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admin

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Impotenz, nach Prostatakrebs/Blasenkrebs/Darmkrebs


Die Hiobsnachricht "KREBS" ist ein Hammer!


Die Gespräche über die Operationen - bis zu 10 Stunden Dauer - ebenfalls!

Zuerst steht das Überleben an 1. Stelle, und wie geht es dann weiter?

Zum Beispiel: Impotenz - Erektionsstörung - Erektile Dysfunktion


Männern mit Erektionsstörung fällt es nach wie vor sehr schwer, sich diesem Problem zu stellen, mit ihrer Partnerin darüber zu reden und zum Arzt zu gehen. Um diese Situation zu verändern, bedarf es vieler Anstöße. Männer mit Blasen-, Enddarm und Prostatakrebs leiden besonders häufig unter Erektionsstörungen.   

Wir haben uns vorgenommen, besonders die Internet-Auftritte, bei denen es um Krankheiten geht, in deren Folge Erektionsstörungen auftreten können, um einen Link auf unsere Seiten zu bitten. Dafür haben wir folgenden Grund: Bei Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Nieren- und Leberschäden, Parkinson, MS, u.s.w. treten sexuelle Funktionsstörungen gehäuft auf, entweder durch die Krankheit selbst bedingt oder durch die Therapie (Medikamente, Operationen im kleinen Becken, Bestrahlung). Bei vielen Paaren ent­wickelt sich dann die gestörte Sexualität zu einer zusätzlichen Belastung in einer ohnehin schon schwierigen Situation. Das muss nach unserer Erfahrung nicht so sein. Auch bei einer Beeinträchtigung sexueller Funktionen kann die Sexualität eine Quelle von Lebensfreude sein und Akzeptanz, Geborgenheit und Nähe vermitteln. Allerdings setzt das voraus, dass das betroffene Paar auch über sexuelle Wünsche und Erwartungen reden kann, und dass insbesondere Männer ihre Sexualstörung als Teil der Krankheit und nicht als Zerstörung ihrer Männlichkeit sehen können. Beides fällt Männern in der Regel sehr schwer und es bedarf vieler Anstöße, um das zu ändern. Dazu möchten wir beitragen.
 
Hier einige Informationen über uns:

Die sogenannte "Kölner Studie" (siehe www.impotenz-selbsthilfe.de/annaeherung/praevalenz.html) hat ergeben, dass rund 20% aller Männer über 30 Jahren von erektiler Dysfunktion betroffen sind. In Deutschland sind das ungefähr 4,5 Millionen Männer.
Trotzdem war die Selbsthilfegruppe "Erektile Dysfunktion (Impotenz)" in München bis zum Herbst 2006 die einzige(!) Selbsthilfegruppe zu diesem Thema im gesamten deutschsprachigen Raum. Inzwischen sind durch unsere Aktivitäten und die Unterstützung des Informationszentrums für Sexualität und Gesundheit (ISG, www.isg-info.de) weitere Gruppen in Berlin, Essen, Köln, Mannheim und Stuttgart entstanden.
Obwohl Erektionsstörungen inzwischen oft in den Medien thematisiert werden, ist dieses Thema offensichtlich für Betroffene nach wie vor ein großes Tabu. Wir helfen Männern, dieses Tabu zu brechen.
 Neben den lokalen Gruppentreffen sind die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Internet-Seiten und der Kontakt per E-Mail und Telefon mit betroffenen Männern und Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wichtige Schwerpunkte unserer Aktivitäten.

Wir haben uns folgende Aufgaben gestellt:
           
Wir bieten einen geschützten Rahmen, der es Männern leicht macht, das belastende Tabu zu brechen und offen über Probleme im Zusammenhang mit einer erektilen Dysfunktion zu reden.
Wir ermutigen Männer zum Arztbesuch, um die Ursachen einer erektilen Dysfunktion zu klären. Da Erektionsstörungen sehr früh auf gefährliche, noch nicht erkannte Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, eine koronare Herzkrankheit oder Arteriosklerose hinweisen können, ist es besonders tragisch, dass viele Männer dieses "Frühwarnsystem" ignorieren.
Wir informieren über die zahlreichen vorhandenen Therapiemöglichkeiten, um der Resignation vieler betroffener Männer entgegen zu wirken.
Wir unterstützen betroffene Männer und ihre Partnerinnen dabei, trotz erektiler Dysfunktion eine zärtliche, lustvolle und sexuell befriedigende Partnerschaft zu leben. Dazu bieten wir uns als Gesprächspartner an und geben aus unserer Erfahrung heraus Anregungen.
Wir leisten durch unsere Öffentlichkeitsarbeit (Internetauftritt; Mitarbeit bei Beiträgen zum Thema Erektionsstörung in Fernsehen, Rundfunk und Zeitschriften; Vorträge zum Thema Erektionsstörung) einen Beitrag dazu, dass die erektile Dysfunktion vom Makel des persön­lichen Versagens befreit und als "normale" Krankheit gesehen wird.

Ausführliche Informationen über uns und unsere Aktivitäten finden Sie auf folgenden Seiten:

http://www.impotenz-selbsthilfe.de/wir/
http://www.impotenz-selbsthilfe.de/wir/aktivitaeten/2007.html
http://www.impotenz-selbsthilfe.de/wir/aktivitaeten/2006.html

Bitte schaut euch unsere Internetseiten einmal an.

Selbsthilfegruppe "Erektile Dysfunktion (Impotenz)"
Internet: www.impotenz-selbsthilfe.de
Tel.: +49 (0)8142 597099
E-Mail: kontakt@impotenz-selbsthilfe.de
« Letzte Änderung: 26. Januar 2008, 11:32 von admin »

Josef

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Erektile Dysfunktion (ED), Impotenz
« Antwort #1 am: 07. März 2008, 11:10 »
28.02.2008 KIEL (MedCon) – Dr. Andreas Bannowsky berichtete in der Februarausgabe der Urologischen Nachrichten über Schwellkörperprophylaxe mit 25 mg Sildenafil nach nerverhaltender radikaler Prostatektomie. Das Prostatakarzinom ist der häufigste maligne Tumor des Mannes. Die radikale Prostatektomie (RP) stellt derzeit als Standardverfahren des lokal begrenzten Prostatakarzinoms den größten Anteil der definitiven invasiven Therapieformen dar. Die Ergebnisse des „Kieler Konzeptes“ nach 18 Monaten liegen nun vor.

Die Ätiologie der Erektilen Dysfunktion (ED) ist bei der operativen Therapie des Prostatakarzinoms durch die Läsion des neurovaskulären Bündels überwiegend neurogen bedingt. Werden beide neurovaskulären Bündel im Rahmen der RP reseziert, dann resultiert bei 90 bis 100 Prozent der Patienten eine Erektile Dysfunktion. Bei beidseitigem Erhalt der Gefäßnervenbündel ist im Mittel in 50 Prozent der Fälle mit einer postoperativen Erektionsstörung zu rechnen.

Erst im Verlauf der ersten beiden Jahre nach dem operativen Eingriff – der Rehabilitationsphase – kann mit einer signifikanten Erholung der Erektionsfähigkeit gerechnet werden. Bislang ist jedoch der exakte zeitliche Verlauf der Wiedererlangung der Erektionsfähigkeit nach nerverhaltender radikaler Prostatektomie sowie dessen Beeinflussbarkeit hinsichtlich Zeitspanne und erfolgreichem Erektionsstatus ungeklärt.

Der wohl wichtigste Aspekt in der Rehabilitation der Erektionsfähigkeit nach radikaler nerverhaltender Prostatektomie ist die Physiologie der nächtlichen penilen Erektionen, die unabhängig von sexuellen Aktivitäten bei gesunden Männern durch regelmäßigen arteriellen penilen Bluteinstrom zu einer repetitiven Erhöhung der intrakorporalen Sauerstoffversorgung führen. Es hat sich gezeigt, dass die penile Oxygenierung im flacciden Zustand äußerst gering ist (PO2 25 bis 40 mmHg), jedoch unter der Erektion deutlich auf normale Gewebsspiegel (PO2 90 bis 100 mmHg) ansteigt.

Da bei fehlender Oxygenierung der Corpora cavernosa ein Teufelskreis mit konsekutiver „Involutions-atrophie“ und zunehmender Fibrosierung der glatten Muskulatur einsetzt, sollte keinesfalls die postulierte Zeitspanne der Rehabilitationsphase von bis zu 24 Monaten nach operativer Therapie abgewartet werden.
Im Gegenteil: Es empfiehlt sich, die medikamentöse Therapie zur Unterstützung der Rehabilitation der erektilen Funktion so früh wie möglich einzuleiten.

Es wird eine frühzeitige Therapie, innerhalb des ersten postoperativen Monats oder schon ab dem Tag der Katheterentfernung, mit intracavernös appliziertem PGE-1 oder eine orale Substitution mit Sildenafil oder der entsprechenden Folgesubstanzen (Vardenafil und Tadalafil) beziehungsweise der Kombination beider Verfahren angeraten, um die cavernöse Oxygenierung zu unterstützen und damit der sonst drohenden Fibrosierung entgegenzuwirken.

Des Weiteren wirkt die frühzeitige Einleitung einer ED-Behandlung einem sexuellen Vermeidungsverhalten entgegen, welches sich bei langsam regenerierender erektiler Funktion ausbilden kann und dadurch wiederum einen negativen Effekt ausübt. Die Ansprechrate von Sildenafil in der Therapie der post-operativen ED ist entscheidend abhängig von der Art der Nerverhaltung, mit den höchsten Ansprechraten in der Gruppe junger Männer nach bilateralem Nerverhalt (80 Prozent Ansprechrate), gefolgt von 50 Prozent bei einseitigem Nerverhalt und nur noch 15 Prozent ohne jegliche Nerven schonende Operationstechnik.

Die Erfolgsrate der Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT) mit vasoaktiven Substanzen (PGE-1) liegt bei 90 Prozent im postoperativen Intervall von sechs Monaten.
Eigene Untersuchungen konnten bei nervschonend operierten Männern in der akuten postoperativen Phase nach Entfernung des trans-urethralen Dauerkatheters eine spontane nächtliche erektile Aktivität und damit die potenzielle Wirksamkeit einer abendlichen PDE-5-Hemmer-Einnahme nachweisen.

Diese Ergebnisse bildeten die Grundlage eines von uns entwickelten Therapiekonzeptes („Kieler Konzept“) zur Verbesserung der Organ-Rehabilitation nach nerverhaltender radikaler Prostatektomie. Im bisherigen Nachsorgeintervall von 18 Monaten konnten wir aktuell nachweisen, dass eine regelmäßige Einnahme von niedrig dosiertem Sildenafil (25 mg zur Nacht) zu einer schnelleren und besseren Rehabilitation der erektilen Funktion führt, im direkten Vergleich gegenüber einer Kontrollgruppe ohne potenzfördernde Medikation.

Zur Evaluation wurde ein validierter Fragebogen (International Index of Erectile Function, IIEF-5) verwendet (max. Punktzahl 25). Ab der 36. postoperativen Woche wird der Vorteil der „low-dose“ Therapie mit 25 mg Sildenafil bezüglich der Rehabilitation der erektilen Funktion gegenüber der Kontrollgruppe signifikant. Diese Ergebnisse spiegeln sich auch in der Gesamtpotenzrate nach 18 Monaten wider.

Zusammenfassend kann im Falle einer vorliegenden Früh-Erektion die supportive Medikation mit einem PDE-5-Inhibitor zu einer Unterbrechung des oben genannten Teufelskreises führen und damit zur weiteren Organ-Rehabilitation beitragen. Bei ausbleibenden spontanen nächtlichen Früh-Erektionen sollten die penilen Injektionsverfahren erwogen werden.

Somit tritt neben der reinen „Therapie“ der postoperativen ED zunehmend die mögliche protektive, das heißt erektionserhaltende oder rehabilitierende Wirkung der verschiedenen Therapieoptionen (5-Phosphodiesterasehemmer oder Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT) mit vasoaktiven Substanzen) in den Vordergrund, insbesondere nach nerverhaltender radikaler Prostatektomie. (Literatur beim Verfasser)

Autoren: Dr. Andreas Bannowsky et al., Klinik für Urologie, Evanglisch-Lutherische Diakonissenanstalt zu Flensburg, Knuthstr. 1, 24939 Flensburg
e-mail: abannowsky@gmx.de

Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
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Carola-Elke

Tanja

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Impotenz ernst nehmen
« Antwort #2 am: 31. März 2008, 17:47 »
Impotenz ernst nehmen

Bei Erektionsproblemen sollte Mann nicht einfach abwarten, sondern sich aktiv um sein Sexualleben bemühen. Ansonsten leiden Psyche, Partnerin und Partnerschaft. Die Therapie ist sehr effektiv - aber sie muss auch umfassend sein.

Kaum ein Penis, der sich nicht schon einmal geweigert hätte, sich zum gewünschten Zeitpunkt aufzurichten. Vielleicht weil es am Abend zu viel Rotwein gab, oder weil Stress im Beruf die Lust hat schwinden lassen. Nicht so schlimm, denkt Mann, und das zu Recht. Wenn die Probleme aber immer häufiger auftreten und "das Unvermögen, eine zum Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen oder zu halten" schon eher die Regel als die Ausnahme ist, sollte die Sache nicht mehr auf die leichte Schulter genommen werden. Denn unter Potenzstörungen leidet nicht nur der Penis - sondern auch Psyche und Partnerschaft. Und manchmal steckt auch eine andere, ernste Erkrankung hinter der Erektilen Dysfunktion (ED), die dringend behandelt werden sollte. Ein Arztbesuch bringt hier Gewissheit - und meist auch Hilfe.

Weit verbreitet, oft bestritten

Wie häufig Impotenz in Österreich ist, hat eine vor wenigen Jahren durchgeführte Studie vor Augen geführt, bei der die Erektionsfähigkeit von 2.869 Männern im Rahmen der Gesunden-Untersuchung mit speziellen Fragebögen überprüft wurde: 32,2 Prozent der einbezogenen Männern kämpften demnach mit Erektionsstörungen. Hochgerechnet auf die Bevölkerung wäre somit rund eine Million Österreicher betroffen - 700.000 von einer milden, 300.000 von einer mittelschweren bis ausgeprägten Form der ED.

Mit dem Alter werden Potenzprobleme immer häufiger. Zwischen 51 und 60 Jahren klagen zehn Prozent über mäßige bis schwere Probleme beim Sex; im Alter zwischen 71 und 80 sind es bereits 50 Prozent. Alle Formen der Erektilen Dysfunktion zusammengenommen, sind 37 Prozent der Männer in den 50ern und 71,2 Prozent der Männer in den 70ern betroffen. In den Jahren davor sind Erektionsschwierigkeiten in den Jahrgängen etwa gleich verteilt: Rund 20 Prozent der Twens geben zu Protokoll, schon einige Male "versagt" zu haben, ebenso die Männer zwischen 40 und 50. "Bei diesen jungen Männern war die Erektile Dysfunktion zwar meist nur milde ausgeprägt - aber der Leidensdruck wegen des hohen Erwartungsdruckes um so stärker", so Studienleiter Univ. Doz. Dr. Stefan Madersbacher vom Donauspital in Wien.

Kein Mann leidet allein

"Natürlich sind nicht alle diese Männer behandlungsbedürftig", gibt Madersbacher zu bedenken. "Das hängt stark vom persönlichen Empfinden ab." Impotenz bedroht nicht nur die sexuelle Funktionsfähigkeit, sondern wird oft generell als Statusverlust und als Schwächung der männlichen Identität erlebt. Können Männer über einen längeren Zeitraum keine Erektion bekommen, fühlen sie sich sexuell nicht mehr als Männer. Depressionen können die Folge sein.

"Die Partnerinnen der Betroffenen und die Partnerschaft leiden oft ebenfalls massiv darunter", weiß Univ. Prof. Siegfried Meryn, Vorsitzender der Gesellschaft für Men`s Health and Gender. "Das offene Gespräch mit der Frau ist der erste Schritt in Richtung Problemlösung. Sonst dreht sich die Spirale aus Schweigen und Rückzug immer weiter." Der nächste Weg sollte zum Arzt führen. Denn gerade bei älteren Männern kann die Erektile Dysfunktion ein sensibles Anzeichen für Funktionsstörungen der Gefäß-Innenwand sein, dem ersten Stadium von Atherosklerose. Auch bei einer Diabetes-Erkrankung wird früh die Erektionsfähigkeit in Mitleidenschaft gezogen. "Niemand sollte sich scheuen sexuelle Probleme offen anzusprechen", rät Prof. Meryn. "Denn sexuelle Gesundheit ist ein hohes Gut und der Arzt ist der Fachmann, mit dem man sich darüber unterhalten kann - und der helfen kann."

Die Potenzpille wirkt

Seit der Einführung der Wirkstoffklasse der PDE-5-Hemmer wird in Arztpraxen wieder häufiger über Impotenz gesprochen. Denn zuvor gab es kaum Mittel, die so zuverlässig bei der Erektion helfen konnten. Solange nur Spritzen in den Penis oder Vakuumpumpen Besserung versprachen, nahmen viele Männer lieber die Probleme in Kauf. Durch die modernen Medikamente kann jetzt einfach mittels Einnahme einer Tablette bei etwa acht von zehn Männern eine ausreichende Erektion erreicht werden. Der Therapie-Erfolg ist natürlich von der zugrunde liegenden Erkrankung abhängig, doch selbst bei Nervenschäden infolge einer Prostata-Operation, Rückenmarksverletzungen oder schweren Gefäßveränderungen ist mit PDE-5-Hemmern noch Besserung zu erreichen.

Paarberatung oft entscheidend

Bei einem Teil der Männer - die Größe des Anteils ist umstritten - sind psychische Probleme die Ursache der Impotenz. Missstimmung, Nervosität oder Versagensängste verderben dabei die Lust. Auch die Reaktionen der Frau haben natürlich ihre Wirkung. Welche Rolle spielen die Probleme in der Partnerschaft? In manchen Fällen kann die ehrliche Antwort auf diese Frage - gemeinsam erarbeitet - das Problem bereits lösen. "Der Partner sollte möglichst früh schon in die Behandlung einbezogen werden", rät Prof. Meryn. Bei einer Paartherapie oder Sexualtherapie werden Schwierigkeiten angegangen, gegen die auch die härteste Erektion nichts ausrichten kann. Denn letztlich geht es ja um "sexuelle Gesundheit" und nicht allein um Penisdurchblutung. Keine Angst: Paarberatungen sind heute eine zeitlich begrenzte, zielorientierte Maßnahme, die nichts mehr mit einer jahrelangen Analyse nach Freud'schem Vorbild gemein hat. In zehn bis 15 Sitzungen sollten alle relevanten Dinge besprochen sein.

Fit im Schritt

Bei milden Erektionsproblemen ist oft schon eine Umstellung der Lebensweise für eine deutliche Besserung ausreichend. Erwiesenermaßen mit Impotenz verbunden sind die üblichen Verdächtigen: Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Besonders effektiv scheint das Abspecken einiger Kilos zu sein: In einer Studie der Universität Neapel an 110 übergewichtigen Männern mit Potenzproblemen im Alter zwischen 30 und 35 Jahren konnte ein Drittel der Teilnehmer allein durch Diät und Sport geheilt werden (Gewichtsreduktion um rund zehn Prozent).

Für eine als befriedigend erlebte Sexualität müssen mehrere Faktoren zusammenkommen: Körperliche Gesundheit und ausreichende Fitness, die Fähigkeit zur Erektion, eine funktionierende Partnerschaft, emotionale Bereitschaft sowohl beim Mann als auch bei der Frau. Entsprechend ist mit einer eindimensionalen Behandlung in Form einer Pille manchmal nicht genug getan, um sexuell zu gesunden. Ebenso wie ein Paarberater körperliche Probleme nicht ignorieren kann. Werden die verschiedenen Bereiche der Sexualität jedoch gemeinsam betrachtet, und wenn nötig korrigiert, ist sexuelle Zufriedenheit für die allermeisten Menschen erreichbar.

Autor: Jochen Niehaus (Arzt)

Quellen:
Ponholzer A, Temml C, Mock K, Marszalek M, Obermayr R, Madersbacher S.: Prevalence and risk factors for erectile dysfunction in 2869 men using a validated questionnaire. Eur Urol. 2005 Jan;47(1):80-5.
Esposita K, et al: Effect of Lifestyle changes on Erectile Dysfunction in Obese Men. A Randomized controlled Trial. JAMA 2004; 291:2978-84.

Josef

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Impotenz, nach Prostatakrebs/Blasenkrebs/Darmkrebs, ........
« Antwort #3 am: 22. April 2008, 18:00 »

Durch die Bewertung der folgenden fünf Fragen können Sie erfahren,

ob bei Ihnen Hinweise auf eine „Erektile Dysfunktion“ (Impotenz) vorliegen.

http://www.propatient.info/content/E_T22.pdf



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Carola-Elke

Jutta

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In der heutigen Krone ist die Zusammenfassung eines Urteiles drinnen,

wann Viagra zusteht.


Was hältst du davon, speziell nach Prostatakrebs/Blasenkrebs/Darmkrebs?


PS: Weiß jemand, wie man den Kronetext hier herein bekommt?

Geri

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Viagra
« Antwort #5 am: 06. Juni 2008, 16:34 »

Hallo,
da gehts aber um Diabetis und Psycho!
Geri

Jutta

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VIAGRA - Krebs - Sexualität? Impotenz, nach ............
« Antwort #6 am: 07. Juni 2008, 00:43 »
"Kronen Zeitung" vom 06.06.2008 Seite: 31

Wi, Morgen

Wann die Krankenkassa Potenzmittel zahlen muss

Diabeteskranker leidet an Impotenz und klagte:

Muss die Krankenkassa für Patienten Potenzmittel finanzieren, wenn es bei der körperlichen Liebe nicht klappt? Diese Frage ist seit Jahren umstritten. Das Höchstgericht hat jetzt eine klare Antwort gefunden: Wenn mit dem Medikament Depressionen durch Probleme im Bett wirklich effektiv behandelt werden können, muss gezahlt werden.

Der 62-jährige Kärntner leidet seit Jahren unter Diabetes mellitus. Als Folge dessen wurde er auch impotent. Was ihn psychisch sehr belastet. Der Mann ist VON PETER GROTTER

nämlich mit einer viel jüngeren Frau verheiratet. Und fürchtet um die Beziehung, weil es im Bett Probleme gibt. Inzwischen leidet der Mann sogar an Depressionen.

Der Arzt hat ihm deshalb für die Verwendung einmal pro Woche ein Potenzmittel verschrieben. Eine Ampulle kostet fast 15 Euro.

Die Gebietskrankenkassa hat die Bezahlung abgelehnt und andere Behandlungsmethoden für seine Depressionen vorgeschlagen: Psychopharmaka oder eine Psychotherapie.

Der Pensionist ging zu Gericht und bekam inzwischen prinzipiell von Gutachtern bescheinigt, dass in solchen Fällen Potenzmittel, samt der dadurch ermöglichten Liebesnacht, das effektivste Mittel zur Bekämpfung von Depressionen darstellt.

Das Höchstgericht stellt klar: Die erektile Dysfunktion wird von der Medizin seit langem als Ursache gravierender psychischer Störungen anerkannt. Das Verfahren geht aber weiter. Der Pensionist muss nun anhand seiner speziellen Krankengeschichte beweisen, dass das Potenzmittel auch für ihn die effektivste Hilfe gegen Depressionen ist.
« Letzte Änderung: 07. Juni 2008, 00:43 von Jutta »

Geri

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Prostatakarzinom: Potenzstörungen sorgen für Unzufriedenheit
« Antwort #7 am: 26. Juli 2012, 00:49 »


Prostatakarzinom: Potenzstörungen sorgen für Unzufriedenheit
Mittwoch, 25. Juli 2012

Hannover – Trotz der vermehrten Anwendung von nervenerhaltenden Operations­techniken leiden die meisten Patienten ein Jahr nach einer Prostatektomie an einer erektiler Dysfunktion. Dies ergab eine Patientenbefragung unter Versicherten der Barmer Ersatzkrankenkasse.

In Deutschland werden jährlich 82.000 Männer wegen eines Prostatakarzinoms im Krankenhaus behandelt. Bei jedem zweiten wird eine radikale Prostatektomie durch­geführt. Die Entscheidung zur Operation fällt vor allem bei jüngeren Menschen. Bei den unter 55-Jährigen liegt die Rate bei 80 Prozent. Männer über 80 Jahre werden in Deutschland praktisch nicht mehr operiert, schreiben Eva Maria Bitzer vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover und Mitarbeiter im Barmer GEK Report Krankenhaus 2012, der sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit dem Prostatakarzinom beschäftigt.

Im internationalen Vergleich belegt Deutschland eine obere Position. Mit 7,8 Prostatek­tomien pro 10.000 Männer liegt die Rate fast doppelt so hoch wie in den USA (4,4/10.000 Männer). Noch häufiger wird allerdings in Österreich prostatektomiert (11,0/10.000 Männer). Anders als in den USA ist es in Deutschland nach der Einführung des PSA-Screenings zu keiner nennenswerten Zunahme der Operationen gekommen.

zum Thema

    zur Studie

Die Untersuchung enthält allerdings keine Angaben zum Stadium der Erkrankung. Es darf aber angenommen werden, dass die Patienten in Deutschland relativ spät operiert werden. Ein Hinweis darauf ist die relativ niedrigere Rate von Operierten im Alter von 45 bis 64 Jahren: Deutschland 24 Prozent USA 50 Prozent.

Als sehr erfreulich bewertet Bitzer die Zunahme von gefäß- und nervenerhaltenden Operationsverfahren. Der Anteil stieg innerhalb wenigen Jahre von 30 Prozent (2005) auf aktuell 54 Prozent. Die nervenerhaltenden Operationsverfahren haben laut der Auswertung einer Umfrage unter 825 Patienten die Rate von erektilen Dysfunktionen um 70 Prozent (Odds Ratio 0,30) und die Beeinträchtigung der Sexualität um 31 Prozent (Odds Ratio 0,69) gesenkt. Patienten, die nicht operiert wurden, leiden zu 74 Prozent (Odds Ratio 0,26) seltener an einer erektilen Dysfunktion als Patienten, die sich einer klassischen radikalen Prostatektomie ohne gefäß- und nervenschonende Operationstechnik unterzogen haben.

Insgesamt war die Rate der erektilen Dysfunktionen sehr hoch. Ein Jahr nach der Operation gaben 90,6 Prozent der beim ersten Krankenhausaufenthalt, und 93,4 Prozent der zu einem späteren Zeitpunkt Operierten eine erektile Dysfunktion an.

Sie bestand aber auch zu 85,3 Prozent bei den Patienten, die niemals operiert wurden, sondern sich anderen Therapien unterzogen, von denen einige ebenfalls zur Impotenz führen. Bei der Hormontherapie ist dies sogar die Regel. Die Studie macht keine Angabe zum Anteil der Patienten, die sich nach der Diagnose für eine abwartende Haltung entscheiden.

Da die Patienten nicht nach den Potenzstörungen vor der Operation befragt wurden – Blitzer gibt die Prävalenz an einer Stelle mit 10 bis 21 Prozent an – bleibt unklar, welcher Anteil auf das Alter, welcher auf die Erkrankung und welcher auf die Therapie zurückzu­führen ist. Die Unzufriedenheit mit ihrer Sexualität war mit 60 bis 65 Prozent in allen drei Gruppen gleich häufig.

Eine Harnwegsinkontinenz berichteten ein Jahr nach der Prostatektomie 15,9 Prozent der sofort und 19,6 Prozent der später Operierten. Aber auch 12,1 Prozent der niemals Operierten beklagten sich über einen unfreiwilligen Urinabgang. Mehr als fünf Vorlagen pro Tag benötigten 3,9 Prozent, 6,5 Prozent und 1,2 Prozent der Befragten.

Ein Fünftel der befragten Männer konnte sich an perioperative Komplikationen erinnern. Im Vordergrund standen Blutungen, die bis zu 8,8 Prozent (später Operierte) angaben. Bei 4,0 Prozent soll es zu einer Verletzung des Darms gekommen sein.

Trotz dieser insgesamt pessimistisch stimmenden Zahlen waren ein Jahre nach der Operation 55,1 Prozent der Patienten mit dem Behandlungsergebnis uneingeschränkt zufrieden. Die Rate war kaum niedriger als bei Patienten, die ein künstliches Hüftgelenk erhalten hatten.

Hier waren in einer anderen Untersuchung von Bitzer 63,4 Prozent mit dem Behandlungsergebnis uneingeschränkt zufrieden gewesen. Ob die beiden Ergebnisse verglichen werden können, ist indes fraglich. Die Zufriedenheit der Patienten misst sich an den Erwartungen, die bei einem Gelenkersatz wahrscheinlich höher sind als nach einer Prostatektomie. © rme/aerzteblatt.de