Autor Thema: Die Nieren  (Gelesen 21614 mal)

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Edi

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Die Nieren
« am: 07. Januar 2008, 00:31 »
Anatomie und Physiologie der Nieren

Zusammenfassende Literatur: (Benninghoff, 1993).


Gliederung
Paariges bohnen- oder nierenförmiges Organ, eine Niere wiegt zwischen 120 und 200 g. Gliederung in Vorderseite, Hinterseite, Oberpol und Unterpol. Die laterale Fläche ist konvex. Die mediale Fläche ist konkav tief eingezogen (Sinus renalis) und bildet den Hilus der Niere; dort treten Ureter, Nierenarterie und Nierenvene an das Organ heran.

Bindegewebshüllen
Die Nieren sind von einer derben Organkapsel (Capsula fibrosa) umgeben, welche nach medial dem Parenchym folgen und nicht den Hilus umgeben [Abb. 2.1]. Die Nieren sind von einer Fettschicht umgeben (Capsula adiposa). Diese Fettkapsel wird von einer bindegewebigen Hülle umgeben, der Gerotafaszie (Fascia renalis). Die Gerotafaszie umhüllt die Nieren samt Fettkapsel und die Nebennieren, nach kranial und lateral geht das vordere Blatt in das hintere über und bildet einen Abschluss. Nach medial und kaudal gibt es keine Verbindung zwischen vorderen und hinteren Blatt der Gerotafaszie, der Faszienraum ist offen. Das vordere Blatt der Gerotafaszie liegt unmittelbar unter dem Peritoneum parietale.
 
     Abbildung 2.1: Bindegewebshüllen der Nieren:
Fascia transversalis (1), vorderes Blatt der Gerota-Faszie (2), Peritoneum parietale (3), Capsula adiposa (4), pararenales Fett (5), M. quadratus lumborum (6), M. erector spinae (7). Abb. aus Gray's Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.

Topographische Beziehungen
Retroperitoneale Lage rechts und links neben der Wirbelsäule unterhalb des Zwerchfells.

Normallage: Linke Niere auf der Höhe der 11. Rippe bis 3. Lendenwirbelkörper. Die rechte Niere steht etwas tiefer (12. Rippe bis Unterkante 3. LWK).

Rechte Niere:
Dorsal liegt die 12. Rippe, N. subcostalis, N. iliohypogastricus, N. ilioinguinalis, M. quadratus lumborum, Zwerchfellansatz mit Pleura am Oberpol. Kranial liegt die Nebenniere. Medial liegt der M. psoas major, V. cava, V. ovarica/testicularis, Ureter. Ventral liegt am Oberpol die Leber und Nebenniere, im Hilusbereich das Duodenum, an der Vorderfläche das Colon ascendens.

Linke Niere:
Dorsal liegt die 11. und 12. Rippe, N. subcostalis, N. iliohypogastricus, N. ilioinguinalis, M. quadratus lumborum, Zwerchfellansatz mit Pleura am Oberpol. Kranial liegt die Nebenniere und Milz. Medial liegt der M. psoas major, Aorta, V. ovarica/testicularis, Ureter. Ventral liegt am Oberpol die Milz und Nebenniere, im Hilusbereich das Pankreas, an der Vorderfläche kranial der Magen und etwas kaudal davon das Colon descendens.


Weiteres in dem interessanten "Buch", welches man (noch) nicht bekommt:
http://www.urologielehrbuch.de/nierenanatomie.html

hilde

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Re: Die Nieren
« Antwort #1 am: 28. Juli 2009, 22:00 »

Forschung
Zehn Fakten zur Niere
Die Niere ist die Kläranlage des menschlichen Körpers. 300-mal pro Tag filtert sie das gesamte Blut, insgesamt ergibt das pro Tag rund 1500 Liter.

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/tid-13425/forschung-zehn-fakten-zur-niere_aid_372451.html


Forschung

Warum das Immunsystem die Niere attackiert
Seite 1/11
Zehn Fakten zur Niere
Warum das Immunsystem die Niere attackiert
Falsche Ernährung verursacht Nierensteine
Bakterien gegen Steine
Geringes Geburtsgewicht begünstigt Nierenleiden
Nieren-OP durch die Vagina
Elektronische Nase erschnüffelt Krankheiten
Knochenproteine verhindern Nierenversagen
Wählerisches Organ
Organspende gegen allen Widerstand
„Tag-Nieren“ funktionieren besser


Sissi

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Die Nieren
« Antwort #2 am: 10. August 2010, 21:31 »
Medizinlexikon: Organe
= Niere (ren) =

Für eine Beschreibung dieses Organs müsste man, streng genommen, den Begriff Niere (Nephros) in der Mehrzahl verwenden, denn jeder Mensch trägt zwei dieser bei allen Wirbeltieren paarweise auftretenden Organe in sich. Oft wird der Begriff Niere jedoch auch als Sammelbezeichnung für das Organpaar als ganzes verwendet. Die Hauptfunktion der Niere ist die Harnbildung. Der Harn transportiert Abfall- und Fremdstoff über Niere und Harnblase aus dem Körper und dient somit der Reinigung.

Die Nieren des Menschen befinden sich in etwa in der Höhe des unteren Rippenbogens. Sie sind von rötlich-brauner Farbe und von einer Fettschicht umgeben. Ihre Größe ist von der Körpergröße des Menschen abhängig und bewegt sich in etwa innerhalb folgender Grenzen: 10-12 cm Länge, 5-6 cm Breite, 3-5 cm Dicke. Ihr Gewicht beträgt zwischen 120 und 200 Gramm. Die Nieren sind bohnenförmig und setzen sich aus der Nierenrinde (Cortex renalis, dem äußeren Teil der Nieren) und dem Nierenmark (Medulla renalis, dem inneren Teil der Rinde) zusammen.

Das Nierenmark (Medulla renalis) enthält pro Nephron – das ist die harnbildende Einheit - ca. 20 Pyramiden (Markpyramiden), deren spitzer Teil nach Innen gerichtet ist. Meist sind die Pyramiden miteinander verwachsen sein, sodass sich insgesamt in etwa 10 Papillen bilden. Über kleine Öffnungen an den Pyramidenspitzen (Foramina papillaria) tritt der Harn nun in das Nierenbecken aus. Dieses selbst geht in den Harnleiter (Ureter) über.

Die Nierenrinde (Cortex renalis) überzieht das Nierenmark und ist außen selbst von der Nierenkapsel umschlossen. In der Nierenrinde befinden sich pro Niere in etwa 1 Million Nephrone, die den Harn bilden.

Ein Nephron besteht aus dem Nierenkörperchen (Corpusculum renale), das sich in Gefäßknäuel (Glomerulus), sowie Bowman-Kapsel (Capsula glomeruli) unterteilt - und dem Nierenkanälchen (Tubulus renalis). Die Gefäßknäuel fungieren als eine Art Filter, denn sie sind für „erwünschte“ Bestandteile des Blutes durchlässig: rote und weiße Blutkörperchen, sowie Bluteiweiß verbleiben somit im Blutgefäß. Ausgeschieden können jedoch Glukose, Harnstoff, Elektrolyte und Wasser werden, welche die Gefäßwände passieren und in den Nierenkanälchen (Tubuli) aufgefangen werden. Die dort gesammelte Flüssigkeit nennt man Primärharn, von dem sich pro Minute etwa 125 Milliliter bilden. Im äußersten Fall könnten somit bis zu 180 Liter Primärharn pro Tag bebildet werden.

Auf dem Weg durch die Tubuli können viele Bestandteile des Primärharns resorbiert und dem Körper zurückgeführt werden. Dadurch dickt sich der Primärharn ein, verlässt als eigentlicher Harn (Urin) die Niere und wird über den Harnleiter (Ureter) ausgeschieden. Schlussendlich werden aus den bis zu 180 Literl Primärharn etwa 1,4 Liter Harn, der hauptsächlich aus Wasser samt Abfallprodukten besteht. Mit diesem Vorgang leisten die Nieren eine wichtige Entgiftungsfunktion für den gesamten Organismus.

Die Menge an produziertem Urin hängt von der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge, aber auch von der Schweißproduktion ab. Doch neben dem Flüssigkeitshaushalt regulieren die Nieren ebenso den Säure/Basen-Haushal, da mit dem Harn auch Elekrolyte ausgeschieden werden. Überdies produziert die Niere Hormone (Erythropoetin), die die Bildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark anregen.

Zusammengefasst erfüllt die Niere folgende Fuktionen

Regulierung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts
Regulierung des Blutdrucks
Regulierung des Säure- und Basenhaushalts
Entgiftung des Körpers
Einfluss auf die Bildung roter Blutkörperchen
Regulierung des Knochenstoffwechsels
Erkrankungen

fehlende Niere(n)
Fehlbildungen der Nieren insgesamt oder von Teilen
Nierenabsenkung („Wanderniere“)
Nierenzysten
Autoimmunentzündungen
Nierenbeckenentzüdung (Pyelonephritis)
Nierengefäßerkrankungen durch Diabetes, aber auch Autimmunerkrankungen
Nierensteine
Nierentumore (Nierenkrebs)
Bei auffälligen Urinbefunden ist immer abzuklären, ob das Problem nicht von außerhalb der Nieren herrührt. So ist z. B. bei  Zuckerkrankheit (Diabetes) Glucose im Urin nachzuweisen, was noch keine Nierenerkrankung im eigentlichen Sinne bedeuten muss.

Nierenerkrankungen führen in vielen Fällen zu chronischem Nierenversagen. Fallen beide Nieren aus, so endet dies für den Organismus innerhalb weniger Tage tödlich. Patienten mit Nierenversagen sind daher auf auf ein künstliches Blutreinigungsverfahren, die Dialyse, angewiesen. Diese Nierenersatztherapie ist normalerweise alle zwei Tage anzuwenden. Das Leben mit nur einer funktionierenden Niere ist in der Regel ohne Dialyse oder andere gravierende Einschränkungen möglich.

Nieren können auch mittels Transplantation unter gewissen Bedingungen von einem Organismus auf einen anderen übertragen werden. Dies geschieht häufig bei Patienten mit Niereninsuffizienz, vor allem Dialyse-Patienten. Die Wartezeit auf eine Nierentransplantation beträgt in Mitteleuropa derzeit etwa 5 Jahre.

= [red & thomer] =
LINKTIPPS:
http://www.gesund.co.at/gesund/Niere.htm
 .... Urologie: Nieren
 .... Nierenerkrankungen Selbsthilfe
 .... Nierenkoliken
 .... Die Gesundenuntersuchung
 .... Nierensteine und Harnsteine
 .... Gicht - Arthritis urica

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Edi

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Nierenschwäche begünstigt Herzinfarkt und Schlaganfall
« Antwort #4 am: 03. Oktober 2010, 15:48 »



Freitag, 1. Oktober 2010

Nierenschwäche begünstigt Herzinfarkt und Schlaganfall

Cambridge/Los Angeles - Störungen der Nierenfunktion sind ein häufig unterschätzter kardiovaskulärer Risikofaktor. Bereits ein geringer Rückgang der glomerulären Filtrationsrate (GFR) begünstigt die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit (KHK) und erhöht das Schlaganfallrisiko.

......................... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42943/Nierenschwaeche_beguenstigt_Herzinfarkt_und_Schlaganfall.htm

Gitti

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Die Nieren - Magnesium-Haushalt gezielt kontrollieren
« Antwort #5 am: 05. Oktober 2012, 14:39 »


04.10.2012
   
   
Niereninsuffizienz und kardiovaskuläre Pathophysiologie: Magnesium-Haushalt gezielt kontrollieren

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind hauptverantwortlich für Mortalität und Morbidität niereninsuffizienter Patienten. Die Kontrolle des Kalzium-Phosphat-Magnesium-Stoffwechsels ist daher besonders im Hinblick auf die Entstehung der Atherosklerose ein wichtiges Therapieziel. Magnesium wirkt protektiv vor Gefäßverkalkungen. Allerdings lässt sich der Magnesium-Haushalt mittels Messung des Gesamtmagnesiums nicht sicher beurteilen, sodass eine reine Magnesium-Substitution nicht die Lösung des Problems darstellt: die Hauptregulation des Magnesium-Spiegels erfolgt über die Plasmakonzentration von Kalzium und Magnesium. Eine kürzlich in "Nephrologe"* erschienene Übersicht beschreibt die (patho-)physiologischen Effekte von Magnesium auf das Herz-Kreislauf-System und zeigt die Möglichkeiten der therapeutischen Intervention auf. Die Verwendung eines Kalzium-freien und Magnesium-haltigen Phosphatbinders (Osvaren®) bei Niereninsuffizienz vermag das Kalzium-Phosphat-Produkt zu verbessern und kardiovaskuläre Ereignisse möglicherweise zu reduzieren.

............. http://www.journalmed.de/newsview.php?id=38845

........ Fazit

Die Autoren weisen u.a. auf die zentrale Bedeutung einer gezielten Phosphat-Kontrolle hin. Denn Hyperphosphatämie und Hyperkalzämie werden bei niereninsuffizienten Patienten als wichtige Faktoren für das Mortalitätsrisiko erkannt. Einer bestmöglichen Kontrolle dieser metabolischen Parameter durch Phosphatbinder muss daher eine hohe therapeutische Priorität eingeräumt werden.
-    Pathophysiologisch bewirkt Phosphat in erster Linie Gefäßschäden wie beispielsweise eine endotheliale Dysfunktion und Kalzifikationen.
-    Zur Beurteilung des intrazellulären Magnesium-Spiegels soll die Messung des biologisch aktiven, ionisierten Magnesiums erfolgen
-    "Im Gegensatz zu Kalzium-haltigen Phosphatbindern können Magnesium-haltige Phosphatbinder die Anreicherung von Kalzium vermeiden und dadurch das Kalzium-Phosphat-Produkt verbessern."

*Nephrologe 2012, 7:121-129 DOI 10.1007/s11560-011-0593-8

Gitti

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Tabakrauch, auch Schuld für Nierenerkrankungen!
« Antwort #6 am: 05. Oktober 2012, 14:50 »



Wir brauchen mehr Bewußtsein für Nierenerkrankungen!

Bad Hofgastein (OTS) - Fortschreitende Nierenerkrankung kann Dialyse
oder Nierentransplantation erforderlich machen. Lebendspende ist
kostengünstiger als Dialyse und verbessert die Lebensqualität, so
Experten beim EHF-Symposium "Be Aware of Your Kidneys" in Bad
Hofgastein. Ein neues Organtransplantationsgesetz ist in
Begutachtung.

Müssen Nierenerkrankungen verstärkt in das öffentliche Bewußtsein
gerückt werden? "Ja", betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Erich Pohanka als
Vorsitzender eines EHF-Symposiums in Bad Hofgastein. Der Nephrologe,
Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung am AKh Linz und Vorsitzender
der "Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie" (ÖGN) und von
"Austrotransplant", begründet: "Öffentliche Aufmerksamkeit bekommen
in der Regel nur Erkrankungen mit vielen Betroffenen. Wenn wir
Nierenerkrankungen mit Dialysepflicht gleichsetzen, gibt es in
Österreich tatsächlich relativ wenige Patienten." Nierenerkrankungen
in frühen Stadien seien hingegen sehr häufig, daher müsse verstärkt
aufgeklärt werden, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und
rechtzeitig zu behandeln.

Denn immerhin jeder zehnte Erwachsene leidet an einer
eingeschränkten Nierenfunktion, macht Nierenspezialist Univ.-Prof.
Dr. Alexander Rosenkranz aufmerksam. Allerdings, so der Leiter der
klinischen Abteilung für Nephrologie an der Universitätsklinik für
Innere Medizin der Medizinischen Universität Graz, nehmen die meisten
Betroffenen die Erkrankung zunächst gar nicht wahr, da Beschwerden
erst nach Jahren oder Jahrzehnten auftreten. "Ein hohes Risiko für
fortschreitende Nierenfunktionsstörungen haben Patienten mit
Bluthochdruck und Diabetes", weiß Rosenkranz.

Bleibt die Erkrankung jahrelang unerkannt und unbehandelt,
verlieren die Nieren ihre Entgiftungsfunktion und müssen ersetzt
werden. Für diese so genannte Nierenersatztherapie gibt es heute drei
Möglichkeiten: "Hämodialyse, also die klassische Blutwäsche dreimal
die Woche an einem Zentrum, Peritonealdialyse, eine Form der Dialyse,
die der Patient nach entsprechender Einschulung auch zu Hause
durchführen kann und nur alle vier bis sechs Wochen am Zentrum
vorstellig wird, oder Nierentransplantation", zählt Rosenkranz auf.
Die Wartezeit für eine neue Niere beträgt in Österreich derzeit
durchschnittlich drei Jahre, sodass "wir in Zukunft die Lebendspende
forcieren müssen", so Rosenkranz. Derzeit erhalten in Österreich nur
etwa zehn Prozent aller Betroffenen eine Lebendspende, in anderen
Ländern, etwa in Norwegen, ist die Bereitschaft zur Organspende
wesentlich höher. "Welche Form der Nierenersatztherapie letztlich für
den Patienten in Frage kommt, müssen Arzt und Patient gemeinsam
besprechen", betont Rosenkranz. Neben medizinischen Notwendigkeiten
gilt es dabei auch, die persönliche Lebenssituation und die Wünsche
des Patienten zu berücksichtigen.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Rainer Oberbauer, Leiter der Abteilung für
Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Transplantationsmedizin (Interne
III) am Krankenhaus der Elisabethinen in Linz, zeigt auf, dass die
Lebendspende, sofern medizinisch möglich, längerfristig sogar das
kostengünstigste Verfahren ist: "Die Kosten für eine Dialyse sind
hoch und bewegen sich je nach Ersatzverfahren im Bereich um 50.000
Euro pro Jahr und Patient", berichtet Oberbauer. "Eine
Transplantation ist zwar anfänglich teurer, ab dem zweiten Jahr nach
der Transplantation sind die Kosten jedoch deutlich geringer als
jene, die für die Dialyse aufgebracht werden müssen." Diese deutliche
Kosteneffizienz einer rechtzeitigen Lebendspende konnte in
mathematischen Modellen eindeutig dargestellt werden.

Nicht zu unterschätzen sei zudem der Gewinn an Lebensqualität,
wenn der Patient eine Spenderniere erhält. Oberbauer: "Hämo- und
Peritonealdialyse erreichen bei vielen Befragungen meist niedrigere
Werte hinsichtlich der Lebensqualität im Vergleich zur
Nierentransplantation." Oberbauer fordert daher ebenso, die
Aufklärung über die Möglichkeit zur Lebendspende und damit die
Bereitschaft für eine solche Spende zu erhöhen.

"In Folge der EU-Richtlinie über Qualitäts- und
Sicherheitsstandards für zur Transplantation bestimmte menschliche
Organe muss in Österreich die gesetzliche Regelung über
Organtransplantation überarbeitet werden", berichtet Dr. Maria
Kletecka-Pulker, Institut für Ethik und Recht in der Medizin,
Medizinische Universität Wien. Dieses neue
Organtransplantationsgesetz (OTPG) wird derzeit begutachtet und
enthält erstmals explizite rechtliche Regelungen für eine
Lebendspende. "Organe dürfen nur freiwillig und unentgeltlich
gespendet werden. Dies schließt aber nicht aus, dass der Spender eine
angemessene Entschädigung für Verdienstentgang und andere
angemessenen Ausgaben bekommt", zitiert Kletecka-Pulker zentrale
Passagen des Gesetzesentwurfs. Da es sich bei der Entnahme der Nieren
nicht um einen medizinisch indizierten Eingriff handelt, ist eine
umfassende ärztliche Aufklärung verpflichtend, auf die der Spender
auch nicht verzichten kann.

Für den Empfänger stellt die Transplantation im Gegensatz zum
Spender einen medizinisch notwendigen Eingriff dar, der sich nach den
allgemeinen Regelungen richtet: So ist für die Durchführung einer
Organtransplantation die Einwilligung des Patienten und die
medizinische Indikation erforderlich. Liegt eine der Voraussetzungen
nicht vor, darf der Eingriff nicht durchgeführt werden, denn
Patienten können eine medizinische Maßnahme ablehnen.
"Selbstverständlich muss auch der Empfänger umfassend ärztlich etwa
hinsichtlich der Risiken und alternativer Heilmethode aufgeklärt
werden."

Dr. Franz Vranitzky, Bundeskanzler a.D., stand vor etwa acht
Jahren vor der Entscheidung einer Lebendspende. "Meine Frau litt seit
Jahrzehnten an einer Nierenerkrankung und war bereits transplantiert.
Allerdings begann dieses Ersatzorgan müde zu werden." Nach
intensiven, sehr einfühlsamen ärztlichen Gesprächen, bei denen kein
Druck zur Lebendspende ausgeübt wurde, und nach den erforderlichen
medizinischen Vortests stand sein Entschluss fest, seiner Frau eine
seiner Nieren zu spenden. "Die Operation und alle
Nachsorgeuntersuchungen sind gut verlaufen", betont der frühere
Bundeskanzler. "Das Organ meiner Frau funktioniert nach wie vor
bestens und heute sind wir dankbar, dass wir uns damals zu diesem
Schritt entschlossen haben!"

Geri

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Niereninsuffizienz: Rund zwei Millionen Österreicher gefährdet
« Antwort #7 am: 17. März 2013, 22:31 »


Niereninsuffizienz: Rund zwei Millionen Österreicher gefährdet


13. März 2013, 16:07

Spezialisten nehmen Allgemeinmediziner in die Pflicht: Diese sollten die Nierenfunktion von Risikopatienten regelmäßig überprüfen

Wien - Mehr als zwei Millionen Österreicher haben ein Risiko für die Entwicklung eines chronischen Nierenversagens. Darauf verwiesen am Mittwoch Fachleute der Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) anlässlich des "Weltnierentags", der am 14. März stattfindet. Zudem gebe es für nephrologische Erkrankungen
noch eine zu geringe Bewusstseinsbildung, so ......... http://derstandard.at/1362108332261/Niereninsuffizienz-Rund-zwei-Millionen-Oesterreicher-gefaehrdet?ref=nl

Tanja

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Nieren schützen
« Antwort #8 am: 06. Mai 2013, 14:27 »



Nieren schützen

Stand: 13. September 2007Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Nieren dienen der Entgiftung des Körpers über den Harn und erfüllen somit lebenswichtige Funktionen. Erkrankt eine Niere oder fällt sie ganz aus, kann dies lebensbedrohliche Folgen haben.

Daher müssen gesunde Nieren gepflegt werden, um Nierensteinen und anderen Nierenerkrankungen vorzubeugen. Wer sich ausgewogen ernährt und ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, hat die wichtigsten Voraussetzungen schon erfüllt. Förderlich für gesunde Nieren ist außerdem viel Bewegung.
Trinkverhalten

Der Körper verliert über den Tag große Mengen an Wasser mit den Ausscheidungen und über die Haut. Dieser Flüssigkeitsverlust muss fortwährend ausgeglichen werden. Die Wasseraufnahme geschieht im Allgemeinen über das Trinken und über Lebensmittel, die Wasser enthalten. Die Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um das richtige Verhältnis von Urinflüssigkeit und den darin gelösten Abfallstoffen zu erhalten; so können sich zum Beispiel keine Salzkristallkörnchen, die Vorläufer der Nierensteine, ablagern. Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme "durchspült" die Nieren, sodass der pH-Wert des Harns nicht von der Norm abweicht.

Für bestimmte Personengruppen ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit besonders wichtig. Hierzu gehören Kinder und Jugendliche, Sportler, Senioren sowie Menschen, die eine Diät machen oder Fasten.

Für eine richtige Flüssigkeitszufuhr gilt:

    Trinken Sie gleichmäßig über den Tag verteilt mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit, bei hohen Temperaturen sowie bei körperlichen Anstrengungen entsprechend mehr.
    Bringen Sie Abwechslung in die tägliche Auswahl an alkoholfreien Getränken. Empfehlenswert sind Wasser sowie Früchte- und Kräutertees, aber auch verdünnte Fruchtsäfte.
    Getränke sollten ein fester Bestandteil jeder Mahlzeit sein.
    Ein Getränk in Reichweite erinnert ans Trinken. Auf diese Weise wird häufiger zugegriffen.
    Nur alkoholfreie Getränke zählen! Weniger geeignet sind koffeinhaltige Getränke oder Alkohol – sie beschleunigen den Wasserverlust des Körpers. Ebenso verhält es sich mit Getränken, die reich an Kohlehydraten sind, wie Limonaden und reinen Fruchtsäften.

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema
Nieren schützen

    1 Allgemeines
    2 Essverhalten
    3 Weitere Informationen


http://www.onmeda.de/ratgeber/ernaehrung/nieren_schuetzen.html


Tanja

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Nieren - Luftverschmutzung
« Antwort #9 am: 20. Mai 2013, 22:23 »



Luftverschmutzung lässt Nieren schneller altern

Dienstag, 14. Mai 2013

Boston – Nicht nur Lungen und Herz leiden unter den Folgen der Luftverschmutzung. Eine Studie im Journal of Epidemiology and Community Health (2013; doi: 10.1136/jech-2012-202307) zeigt jetzt erstmals, dass auch die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das Team um Murray Mittleman vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston hat die Daten von 1.103 Patienten ausgewertet, für die die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) bekannt war. Aus den Krankenakten entnahmen die Mediziner, wo die Patienten wohnten. Sie ermittelten dann die Distanz zur nächsten viel befahrenen Straße und setzten sie mit der eGFR in Beziehung.
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Das Ergebnis war eine signifikante und klinisch relevante Assoziation: Patienten, die weniger als 50 Meter von einer viel befahrenen Straße entfernt wohnten, hatten eine um 3,9 ml/min/1,73 m2 niedrigere eGFR als Personen, bei denen die Distanz mehr als 1.000 Meter betrug. Dieser Unterschied entspricht laut Mittleman dem natürlichen Abfall der eGFR in vier Lebensjahren.

zum Thema

    Abstract der Studie
    Pressemitteilung des Journals

Eine Erklärung ist schnell gefunden. Frühere Studien http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54394

Richi

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Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz
« Antwort #10 am: 13. Februar 2014, 21:40 »




Insultrisiko bei Niereninsuffizienz unterschätzt

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz haben nicht nur ein hohes Schlaganfallrisiko, sondern auch eine schlechte Prognose nach einem zerebralen Ereignis. Dies sollte bei der Prävention besser berücksichtigt werden, fordern Neurologen.

Von Thomas Müller

Insultrisiko bei Niereninsuffizienz unterschätzt

Ältere Patientin an der Hämodialyse: Auf das Schlaganfallrisiko achten!

© Klaus Rose

HANNOVER. Die Prävalenz einer chronischen Niereninsuffizienz hat sich in der vergangenen Dekade verdoppelt und liegt nun in Industrienationen bei zehn bis 20 Prozent, bei den über 70-Jährigen erreicht sie sogar fast 40 Prozent. Darauf hat Professor Wolf-Rüdiger Schäbitz von der Neurologischen Klinik in Bielefeld auf der Arbeitstagung Neurologische Intensivmedizin (ANIM) in Hannover hingewiesen.

Diese hohe Prävalenz hat auch Auswirkungen auf die Schlaganfallrate: So ist das Schlaganfallrisiko bei einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) von weniger als 30 ml/min etwa dreifach erhöht, bei dialysepflichtigen Patienten sogar sechsfach.

Auch nach einem zerebralen Ereignis haben Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz schlechte Karten: Zwei Jahre nach einer TIA sind im Schnitt 15 Prozent der Patienten ohne Niereninsuffizienz gestorben, aber über 40 Prozent derer mit Niereninsuffizienz und sogar über 60 Prozent der Patienten mit Hämodialyse.

Von den Schlaganfall-Patienten mit einer Niereninsuffizienz im Endstadium sind nach zwei Jahren im Schnitt drei Viertel tot, von denen ohne Dialyse etwas mehr als die Hälfte, dagegen liegt die Zweijahressterberate mit gesunden Nieren bei weniger als 30 Prozent, sagte Schäbitz.

Bestätigt werden die Daten durch eine Registeranalyse von über 132.000 Patienten mit Vorhofflimmern (VHF): Hier zeigte sich bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht nur ein erhöhtes Risiko für thrombotische Infarkte, sondern auch für Blutungen.

Hatten die VHF-Patienten zusätzlich eine Niereninsuffizienz, so war es für das Infarktrisiko kaum bedeutsam, ob die Patienten nur leicht betroffen waren oder an die Dialyse mussten - stets war das Risiko für Embolien und Blutungen um das Zwei- bis Zweieinhalbfache höher als bei VHF-Patienten mit gesunden Nieren.

In einer anderen Untersuchung, so Schäbitz, traten bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz nicht nur doppelt so häufig hämorrhagische Infarkte auf, es ließen sich auch zwei- bis dreifach häufiger zerebrale Mikroblutungen nachweisen als bei Patienten mit gesunden Nieren.

Als Gründe für das erhöhte Blutungsrisiko bei chronischer Niereninsuffizienz nannte der Neurologe einen abnormen Plättchenstoffwechsel, eine häufig auftretende Anämie, eine erhöhte Konzentration urämischer Toxine sowie ein Mangel an Erythropoietin.

............. http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/schlaganfall/article/854035/schlechte-prognose-insultrisiko-niereninsuffizienz-unterschaetzt.html

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Nierenprobleme nach Herzoperation - schnell erkennen
« Antwort #11 am: 16. Mai 2014, 23:34 »




Nierenversagen früh erkennen: Neues Verfahren zur Erkennung von Schäden nach Herz-Operationen

Eine beginnende Nierenschädigung kann bei Patienten nach herzchirurgischen Eingriffen durch einen Urintest früher als mit herkömmlichen Verfahren erkannt werden. Das zeigen Wissenschaftler der Universität Münster in einer aktuellen Studie.

Schnelltest auf OP-Folgen: Durch einen Urintest kann eine beginnende Nierenschädigung bei Patienten nach herzchirurgischen Eingriffen früher als mit herkömmlichen Verfahren erkannt werden. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Uni Münster um Professor Dr. Alexander Zarbock in einer Studie, die nun (27. März) in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht worden ist. Somit ist es jetzt möglich, bei Patienten mit hohem Risiko für ein akutes Nierenversagen rechtzeitig eine die Niere schützende Therapie einzuleiten und Komplikationen zu vermeiden.

Akutes Nierenversagen ist eine häufige Komplikation nach herzchirurgischen Eingriffen. Über die Nieren scheidet der Körper unter anderem Giftstoffe aus; wenn die Nieren versagen, sind betroffene Patienten danach oft lebenslang von einem künstlichen Verfahren zur Blutreinigung, der Dialyse, abhängig. „Mit herkömmlichen Verfahren ist es schwer, eine Funktionsstörung der Niere rasch nachzuweisen", erläutert Zarbock: "Die bisher analysierten Werte steigen erst mit einer Verzögerung von bis zu zwei Tagen nach der Nierenschädigung an." In der aktuellen Studie untersuchte der Intensivmediziner mit Kollegen aus der münsterschen Uni-Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. Hugo Van Aken) Patienten, die sich einem Eingriff unter Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine unterziehen mussten.

Die Forscher verglichen herkömmliche Nierenfunktionstests mit einem neuartigen, in den USA entwickelten Urintest. Der von dem Unternehmen Astute Medical entwickelte Nephrocheck-Test nutzt eine einfache Technologie zum Nachweis der Proteine TIMP-2 und IGFBP-7 im Urin der Patienten. Die Freisetzung dieser beiden Proteine durch die Nierenzellen fungiert als eine Art biologisches Alarmsystem, das signalisiert, wenn tubuläre Epithelzellen unter akutem Stress stehen und die Gefahr eines akuten Nierenversagens gegeben ist. Im weiteren Verlauf kann diese wiederum zu dauerhaften Nierenschäden bis hin zu einem permanenten Verlust der Nierenfunktion führen.

Internationale Richtlinien empfehlen ........ http://www.journalmed.de/newsview.php?id=43153

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Die Nieren - Präventionstipps der Urologen zum Weltnierentag
« Antwort #12 am: 12. März 2015, 22:43 »




Blutzucker und Blutdruck beachten

Präventionstipps der Urologen zum Weltnierentag

12.03.2015

Nieren
Die Nieren - ein unverzichtbares Organ. Grafik: © psdesign1 - Fotolia.com

Wenn die Nieren nicht mehr korrekt arbeiten, gerät das Leben in Gefahr. Angesichts seiner zahlreichen Funktionen im menschlichen Körper ist das Organ unverzichtbar und schützenswert. Dies betonen die Urologen zum heutigen Weltnierentag.
Trotzdem hat etwa jeder zehnte Bundesbürger eine eingeschränkte Nierenfunktion - meistens als Folge von Diabetes mellitus und Bluthochdruck. „Wenn die Organfunktion unter zehn Prozent fällt, sprechen wir von einem terminalen Nierenversagen. Dann helfen nur noch Ersatzverfahren wie Dialyse oder Transplantation. Um es gar nicht erst zu Nierenfunktionsstörungen kommen zu lassen, sollten einige einfache Präventionsmaßnahmen ins alltägliche Leben eingebaut werden“, sagt Prof. Oliver Hakenberg, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) anlässlich des Weltnierentages am 12. März 2015. Der Tag soll in der Bevölkerung das Verständnis für den Stellenwert des Organs und seine Funktionen sowie für die Vorbeugung von Schädigungen fördern.
 
Die bekannteste Aufgabe der Nieren liegt im Abtransport von Giften sowie von Resten des Stoffwechsels aus dem Körper, was über die Bildung von Urin geschieht. Ebenso wichtig sind auch Funktionen in der Langzeiteinstellung des Blutdrucks und bei der Regulierung von Wasser-, Elektrolyt-, Säure-Basen- und Hormonhaushalt. Als Hauptursachen für nicht entzündliche Nierenschädigungen haben in den vergangenen Jahren besonders Diabetes mellitus und Hypertonie zugenommen; zu hohe Blutzuckerwerte sind heute in etwa 40 Prozent aller Fälle einer terminalen Niereninsuffizienz ursächlich, zu hoher Blutdruck in etwa 25 Prozent der Fälle. Stark forciert wird diese Entwicklung besonders durch Übergewicht infolge von Fehl- und Überernährung gepaart mit Bewegungsmangel sowie durch das Rauchen.
 
Da diese gefäßschädigenden Faktoren nach einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts das Erkrankungsrisiko für einen Bluthochdruck nicht erst ab Mitte 40 steigern, sondern schon bei Männern zwischen 18 und 29 Jahren signifikant erhöhen, können auch jüngere Menschen früh von Nierenfunktionsstörungen gefährdet sein. Vor diesem Hintergrund gilt es nach Dr. Axel Schroeder, dem Präsidenten des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BDU), nicht nur ältere Patienten verstärkt auf potenzielle Risikofaktoren für Nierenerkrankungen zu sensibilisieren. Frühzeitige Klarheit können ein einfacher Urintest und eine Ultraschalluntersuchung der Nieren schaffen.
 
Als wichtigste Tipps zur Gesunderhaltung der Nieren nennt DGU-Generalsekretär Hakenberg eine ausgewogene Ernährung, die zusammen mit möglichst viel Bewegung das Körpergewicht im Normalbereich halten sollte. Täglich seien zudem mindestens anderthalb Liter Flüssigkeit zu trinken. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist ebenso wichtig wie die des Blutdrucks, der unter 140/90 mm Hg liegen und notfalls medikamentös unter diese Werte gebracht werden sollte. Dringendst angeraten ist ein Rauchstopp. Wer über 60 Jahre alt, zuckerkrank oder übergewichtig ist, an Bluthochdruck leidet oder einen Fall von Nierenversagen unter Angehörigen ersten Grades hat, sollte jährlich seine Nierenfunktion ärztlich überprüfen lassen. Zur Frage „Was tun gegen Harnsteine“, die zu den häufigsten Nierenerkrankungen zählen, hat die DGU einen Patientenratgeber (www.urologenportal.de/harnsteine.html) herausgebracht.
 
Auch BDU-Präsident Schroeder appelliert anlässlich des Weltnierentages zur Beherzigung dieser Präventionstipps: „Obwohl die Nierengesundheit lebenswichtig ist, wird sie häufig unterschätzt. Da Symptome einer Nierenschwäche oft erst nach jahrelanger Erkrankung auftreten, wird eine Verschlechterung der Nierenfunktion von Betroffenen kaum oder eher spät wahrgenommen. Weil aber selbst eine leichte Niereninsuffizienz nicht harmlos ist, sollten Aufklärung und Prävention unbedingt gezielt verstärkt werden. Das Bewusstsein für einen pfleglichen Umgang mit diesem unverzichtbaren Organ muss geschärft werden."


Quellen:

    DGU, BDU