Autor Thema: Nierenbecken und Harnleiter  (Gelesen 5968 mal)

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Edi

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Nierenbecken und Harnleiter
« am: 07. Januar 2008, 00:35 »


Nierenbecken und Harnleiter

Zusammenfassende Literatur: (Benninghoff, 1993).


Der Urin aus den Nierenpapillen mündet zunächst in die Nierenkelche, Calices renales minores. Über die Kelchhälse münden mehrere Nierenkelche in die Calices renales majores, welche wiederum in das Nierenbecken, Pelvis renalis, einmünden. Je nach Länge und Anatomie der Kelchhälse wird ein ampulläres Nierenbeckenkelchsystem (NBKS) und ein dendritisches NBKS unterschieden. Das ampulläre NBKS hat kurze Kelchhälse, die Kelche münden fast direkt in das große weite Nierenbecken. Das dendritische NBKS besteht aus lang verzweigten Kelchhälsen und Calices renales majores, das Nierenbecken ist schlank und manchmal verzweigt. Es existieren fließende Übergänge zwischen beiden anatomischen Grundformen.

Die Wand des NBKS besteht aus längsverlaufenden glatten Muskelfaserzügen, welche eine Melkfunktion des NBKS für den Urintransport in den Harnleiter ermöglichen.

Ureter

Der Harnleiter, Ureter, ist ein 22-30 cm langes muskuläres Hohlorgan, welches Nierenbecken und Harnblase miteinander verbindet.
Radiologisch wird der Ureter in 3 Drittel eingeteilt: das obere Drittel reicht vom Nierenbecken bis zur Oberkante des Os sacrum, das mittlere Drittel von der Oberkante bis zur unteren Grenze des Os sacrum, das distale Drittel von der unteren Grenze des Os sacrum bis zur Harnblase.

Topographische Anatomie:

das obere Drittel des Harnleiters liegt ventral des M. psoas major. Der Übergang zwischen Nierenbecken und Harnleiter ist die obere physiologische Ureterenge. Vor Erreichen der iliakalen Gefäße unterkreuzt der Ureter die Gonadalgefäße. Der Ureter überkreuzt in der Nähe der Aufteilungsstelle die Vasa iliacae, dies stellt die mittlere physiologische Ureterenge dar. Im Verlauf des kleinen Beckens unterkreuzt der pelvinen Ureter den Ductus deferens. Bei der Frau unterkreuzt der Ureter die A. uterina. Die Einmündung der Ureteren in die Harnblase bilden die untere physiologische Ureterenge. Zur Anatomie der Uretermündung siehe S. ??.

Gefäßversorgung

Arterien:

folgende Arterien geben variabel Äste an das NBKS und den Ureter ab: A. renalis, Aorta, Gonadalarterie, A. iliaca communis und interna, A. vesicalis superior und bei der Frau die A. uterina. Im kranialen Abschnitt treten die Gefäße von medial an den Ureter heran, im kaudalen Abschnitt gelangen die Gefäße von lateral an den Ureter.

In der Adventitia des Ureters bilden die Zuflüsse ein reich verzweigtes Gefäßnetz. Dies ermöglicht eine längerstreckige Mobilisation des Harnleiters, ohne seine Durchblutung zu gefährden.

Venen:

Abfluss über V. renalis, Gonadalvene, V. iliaca interna und Plexus vesicalis.

Lymphgefäße:

der linke obere Harnleiter drainiert in die paraaortalen, der rechte obere Harnleiter in die paracavalen und interaortokavalen Lymphknoten.

Der kaudale Ureter drainiert in die Beckenlymphknoten (Nodi lymphatici iliacae et obturatoriae).

Innervation

Die Muskelkontraktionen des Ureters werden von Schrittmacherzellen im NBKS initiiert, die Muskelkontraktion verläuft von kranial nach kaudal und sorgt für den Urintransport. Die Innervation durch den Parasympathicus wirkt aktivierend auf die Ureterperistaltik.
Die sympathischen Zuflüsse zum Ureter regulieren den Gefäßtonus.

Parasympathicus:

Zuflüsse über den N. vagus aus dem Ganglion coeliacum erreichen die Niere. Die weitere Versorgung entstammt dem sakralen Parasympathicus, welcher (analog der Embryologie) mit dem Harnleiter die Niere erreicht.

Sympathicus:

aus dem Truncus sympathicus (Grenzstrang).
Mikroskopische Anatomie
Wandbau des Ureters

Mukosa:
typisches Urothel aus 4-5 Zellagen [S. ??].

Lamina propria mucosae:
Bindegewebe und Gefäße.

Tunica muscularis:
aufgebaut aus glatter Muskulatur. Die innere Muskelschicht besteht aus longitudinalen Fasern und die äußere Muskelschicht aus zirkulären Fasern.

Adventitia:
Bindegewebe mit einem reichhaltigen Gefäßplexus.


Weiteres im interessanten "Buch":

http://www.urologielehrbuch.de/harnleiteranatomie.html