Autor Thema: Depression nach erfolgreicher Therapie  (Gelesen 2835 mal)

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heavensdevil

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Depression nach erfolgreicher Therapie
« am: 22. Januar 2008, 21:16 »
Es sollen hier  die psychischen Tiefpunkte aufgezeigt werden die auftreten können wenn sie eigentlich niemand mehr erwartet.
Ich kann von mir und von einigen Freunden und Bekannten berichten, die nicht während der sondern nach der erfolgreichen  Therapie von Depressionen, Angst- und Panikattacken  befallen wurden.

Während der Chemotherapie hatte ich weder die Zeit noch die geistigen Fähigkeiten  (der Therapie sind Dämpfer beigefügt) um Depressionen aufkommen zu lassen.
Ich habe  Behandlungen und Therapien über mich ergehen lassen die sehr hart an meine Grenzen gegangen sind und ich wurde mir dabei meiner Kraft und meiner Belastbarkeit bewusst.
So schlecht es mir auch ging  kam in mir niemals der Gedanke ans Aufgeben oder Depressionen auf.

Nach dem ich den Krebs überwunden hatte und alle Untersuchungen nur mehr meine Gesundheit bestätigten begann ich darüber nachzudenken was ich alles er und überlebt hatte.
Menschen waren an meiner Seite (im Bett neben dem meinen oder im gleichen Zimmer) gestorben und das obwohl sie eine bessere Ausgangsdiagnose  hatten als ich.
Andere hatten durchgedreht und wurden für einige Tage isoliert und bekamen regelmäßig Besuch vom Seelenklemptner.
Ich habe trotz gegenteiligen Diagnosen überlebt und fragte mich nun warum ich und warum der oder der nicht.
Ich beschreibe es Heute als psychische Ermüdung, nach monatelanger Belastung brach einiges zusammen das durch die Spannung aufrechterhalten wurde.
Es klingt widersinnig ich hatte es geschafft war nicht nur am Leben sondern auch noch gesund und trotzdem fiel ich in ein riesiges schwarzes Loch.
Ängste vor einem neuerlichen Ausbruch der Krankheit verschlimmerten meine psychische Situation erheblich.
Es benötigte einige Zeit und die Hilfe von zwei guten Freunden um aus dem Loch herauszukommen und wieder Lebensmut und Freude am Leben zu finden.
Wie ich später aus Gesprächen mit anderen Leidensgenossen erfuhr können solche Depressionen bis zu Suizidgedanken führen die manchmal auch in die Tat umgesetzt werden.
Sollte es jemanden von Euch so ergehen scheut bitte nicht die Hilfe von geschulten Personen in Anspruch zu nehmen.
Zum Glück hat man inzwischen bei den Krankenkassen und in den Spitälern  diese Problematik erkannt, es werden Beratungen und Therapien angeboten.
LG.  Heavensdevil