Autor Thema: Lasertherapie bei Glottiskarzinom erhält Stimmlippen  (Gelesen 5970 mal)

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Gitti

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Boston – US-Forscher haben die Lasertherapie von Glottiskarzinomen verfeinert. Mit einem Farbstofflaser veröden sie die Tumorgefäße, was nach den Ergebnissen einer Pilotstudie die Krebserkrankung im Frühstadium kuriert, ohne die Stimmlippen auf Dauer zu schädigen.

Die Gruppe um Steven Zeitels vom Voice Center am Massachusetts General Hospital in Boston hatten ihre Therapie ursprünglich zur Behandlung von präkanzerösen Dysplasien sowie einer Reihe gutartiger Veränderungen der Stimmbänder entwickelt und damit auch gute Erfolge erzielt.

So wurde im Jahr 2006 ein Sänger der Hardrockband Aerosmith erfolgreich kuriert, der an einer akuten Blutung der Stimmlippen litt. Zum Einsatz kam ein Kaliumtitanylphosphat oder KTP-Laser. Er emittiert Licht im sichtbaren Bereich, das gut vom Hämoglobin in den feinen Äderchen absorbiert wird, die sich bei vielen Veränderungen auf den Stimmlippen bilden. Das Ergebnis ist eine Verödung der Wucherungen bei Erhalt der Stimmlippen.

Bei Glottiskarzinomen im Frühstadium arbeiten viele Larynxchirurgen zwar auch schon mit Laser – allerdings mit der Zielsetzung die Tumoren herauszuschneiden, was mehr oder weniger große Defekte auf der Glottis hinterlässt mit der Folge einer dauerhaften Heiserkeit. Auch die alternativ mögliche Radiotherapie hinterlässt permanente Störungen in der Stimme.

Nicht so der KTP-Laser, den die Gruppe um Zeitels jetzt auch bei Patienten im Frühstadium des Larynxkarzinom einsetzt. Wie er auf dem Jahreskongress der American Broncho-Esophagological Association in Orlando/Florida verkündete, wurden bislang 22 Patienten behandelt. Alle seien heute von ihren Krebswucherungen befreit, versicherte der Mediziner.

Bei einigen war dazu aber eine zweite oder dritte Laserbehandlung notwendig. Die Pressemitteilung macht keine genauen Angaben und die Publikation des Abstracts in den Annals of Otology, Rhinology, & Laryngology steht noch aus. Es dürfte sich aber um In-situ-Tumoren (Tis) gehandelt haben. Diese Tumoren werden häufig diagnostiziert, weil die Patienten sich wegen einer Heiserkeit in Behandlung begeben.

Der Anteil an allen Larynxkarzinomen wird auf weniger als ein Fünftel geschätzt, doch von diesen könnten 90 Prozent der Tumoren mit dem KTP-Laser kuriert werden, ohne dass die Stimmlippen in Mitleidenschaft gezogen würde, verspricht Zeitels. Wie immer bei Krebserkrankungen dürften Experten die Ergebnisse anderer Zentren abwarten, bevor sie die Behandlung empfehlen.