Autor Thema: Brustkrebs, und div. Medikamente  (Gelesen 12065 mal)

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Tanja

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Brustkrebs, und div. Medikamente
« am: 25. Januar 2008, 20:35 »

Erythropoetin: Zwei weitere Studien bestätigen Krebsrisiko

Freitag, 4. Januar 2008

Washington – Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA ist erneut über Studienergebnisse informiert worden, die auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Erythropoese stimulierende Medikamente (ESA) hinweisen. Die Behörde plant deshalb eine erneute Prüfung der Sicherheit. Für die nächsten Monate wurde eine Gutachtertagung angekündigt.

Erst Anfang November 2007 hatte die FDA die Anwendung von ESA, zu denen neben dem Nierenhormon Erythropoetin (“Epoetin”) auch das Analogon Darbepoetin alfa zählt, eingeschränkt. Bei renaler Anämie darf der Hämoglobinwert jetzt nur noch bis auf 10 bis 12 g/dl gesteigert werden. Bei einer chemotherapieinduzierten Anämie wurde als obere Grenze ein Hämoglobinwert von 12 g/dl festgelegt.

Die ESA müssen nach dem Ende der Chemotherapie abgesetzt werden. Eine tumorinduzierte Anämie darf nicht mehr mit ESA behandelt werden, da die Hormone nicht nur die Zahl der Erythrozyten steigern, sondern auch das Tumorwachstum fördern. Die Entscheidung der FDA gründete sich damals auf sechs Studien. Jetzt sind zwei neue Studien hinzugekommen, welche die Frage aufwerfen, ob die Anwendungseinschränkungen vom November ausreichen.

Die erste Studie wurde der FDA bereits am 30. November vom Hersteller Amgen mitgeteilt. Die PREPARE-Studie – ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) hatte an 733 Patientinnen den Wert der präoperativen Chemotherapie untersucht. Einige Patientinnen hatten eine begleitende Therapie mit Darbepoetin alfa erhalten, um die Rate der chemotherapiebedingten Anämien zu senken. Dies gelang auch.

Darbepoetin alfa steigerte den durchschnittlichen Hb-Wert von 12,6 auf 13,6 g/dl. Doch drei Jahre nach der Therapie waren 14 Prozent der Patientinnen, die Darbepoetin alfa erhalten hatten, gestorben gegenüber 9,8 Prozent im Kontrollarm. Die Zahl der Patientinnen mit einer Tumorprogression war ebenfalls unter der Therapie mit Darbepoetin alfa gestiegen.

Am 4. Dezember informierte Amgen die FDA über die Ergebnisse einer weiteren Studie. Die Gynecologic Oncology Group des US-National Cancer Institute hatte Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie behandelt, unter der es häufig zu einer Anämie kommt.

In einem Arm der Studie waren die Patientinnen mit Epoetin alfa behandelt worden, um den Hämoglobinwert auf über 12 g/dl zu heben. Im anderen Arm der Studie erhielten die Patienten zu diesem Zweck Bluttransfusionen. Nach drei Jahren lebten noch 58 Prozent der Frauen, die Epoetin alfa erhalten hatten gegenüber 66 Prozent in der anderen Gruppe.

Die FDA belässt es vorerst bei den Warnungen vom November 2007, der sechsten Änderung seit Einführung der ESAs. Eine weitere Verschärfung der Anwendungsbedingungen erscheint jedoch nicht ausgeschlossen. © rme/aerzteblatt.de


Gitti

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Brustkrebs! Darf ich überleben? Kosten!
« Antwort #1 am: 03. März 2008, 12:35 »
Gesamtkosten für moderne Behandlung von metastasierendem Brustkrebs steigen

Die Gesamtkosten für eine moderne Behandlung von metastasierendem Brustkrebs sind um drei- bis neunmal höher als in früheren Analysen basierend auf älteren Therapien festgestellt wurde, wie aus einer retrospektiven Kohortenstudie hervorgeht.

In die Studie, über die Dr. Henrik Lindman anlässlich des San Antonio Breast Cancer Symposiums berichtete, waren alle 53 Frauen eingeschlossen, die im Zeitraum 2005-2006 in der Provinz Uppsala an Brustkrebs verstorben waren; die Wissenschaftler zogen den Schluss, dass die durchschnittlichen Gesamtgesundheitskosten für eine metastasierende Erkrankung vom Zeitpunkt der Diagnose eines Rezidivs bis zum Tod 131.000 US-Dollar betrugen.

Eine praktische Auswirkung dieses neuen Ergebnisses ist, dass sich die Kosteneffektivität eines Mammographie-Screenings zur Entdeckung von Brustkrebs in einem frühen, behandelbaren Stadium unmittelbar um das Siebenfache erhöht - resultierend aus den größeren ökonomischen Einsparungen, die durch vermiedene Todesfälle entstehen.

Genauso würden wirksame neue Medikamente für die Anwendung in der adjuvanten Therapie - Wirkstoffe, die auf die Vermeidung von Brustkrebsrezidiven abzielen - vor dem Hintergrund der neuen Zahlen signifikant kosteneffektiver, fügte der an der Universität Uppsala tätige Onkologe Dr. Lindman hinzu.

In einem Interview gab er zwei Gründe dafür an, warum in seiner Studie die auf die Gesamtkosten bezogenen Zahlen viel höher waren als die Schätzungen von 17.000 bis 45.000 US-Dollar, die von anderen Forschern veröffentlicht wurden. Einer lautet, dass die meisten vorangegangenen Analysen die Kosten für medizinische Therapien und Krankenhausaufenthalte in den Mittelpunkt stellen und so einen großen Teil vernachlässigen. In der Uppsala-Studie enstanden mehr als 40 Prozent der Gesamtgesundheitskosten außerhalb dieser Bereiche. Sie umfassten auch Dinge wie die Diagnostik, Versorgung im Hospiz, Palliativversorgung bei den Patientinnen zuhause, Strahlentherapie und Konsultationen beim Arzt. Soziale Kosten, wie Krankschreibungen oder der Transport zur Behandlung und zurück, waren nicht Bestandteil der schwedischen Analyse.

Der andere Punkt ist, dass moderne Therapien teurer sind als die in der Vergangenheit angewendeten. Und: Wenn sie das Überleben verlängern, steigen die Kosten stark an.

Ein Beispiel ist der HER2-positive Brustkrebs, bei dem Trastuzumab (Herceptin) zur Standardtherapie geworden ist. In der Uppsala-Studie führte ein tödliches Rezidiv einer HER2-positiven Erkrankung zu einem durchschnittlichen Überleben von 19,4 Monaten und Durchschnittskosten von ingesamt 172.000 US-Dollar, verglichen mit einem durchschnittlichen Überleben von 17 Monaten und Gesamtkosten von 98.300 US-Dollar bei Patientinnen, die nach einer dreifach rezeptornegativen Erkrankung einen Rückfall erlitten, merkte er an - also nach einer metastasierenden Erkrankung, die sowohl östrogen- als auch progesteronrezeptornegativ und HER2-negativ war.

Der Betrag von 131.000 US-Dollar unterschätze die wahren Kosten für eine moderne Behandlung von metastasierendem Brustkrebs womöglich noch, führte Dr. Lindman weiter aus. Der Grund besteht darin, dass eine substanzielle Anzahl von Patientinnen mit metastasierender Erkrankung, die Altersgenossinnen der verstorbenen Frauen sind, auf denen die Analyse basierte, immer noch leben und weiterhin Trastuzumab nehmen.

In Schweden gehen Schätzungen davon aus, dass das Mammographie-Screening jährlich 300 Leben rettet. Basierend auf dieser neuen Analyse entspreche dies in etwa Gesundheitsausgaben in Höhe von 32 Millionen US-Dollar, die bei diesen Frauen vermieden würden, denen eine Behandlung wegen einer metastasierenden Brustkrebserkrankung erspart bleibe, sagte Dr. Lindman.

 

Dietmar E.

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Brustkrebs: Impfung
« Antwort #2 am: 04. April 2008, 13:03 »
Bei der vorgestrigen Pressekonferenz der Apothekerkammer ging es um:

Impfung bei Brustkrebs

Studie - Mit einer Impfung wollen Ärzte an der Wiener MedUni die Heilungschancen bei Brustkrebs verbessern.
Erste klinische Studien brachten vielversprechende Resultate, sodass an eine Weiterführung der Tests gedacht ist,
so die Impfexpertin Univ.-Prof. Ursula Wiedermann-Schmidt anlässlich des Impftages 2008, der kommenden Samstag in Salzburg statt findet.

Bei 20 bis 30 Prozent aller Brustkrebs-Patientinnen treten an der Zelloberfläche gehäuft bestimmte Andockstellen
für Tumor-Wachstumsfaktoren (Her-2/neu-Rezeptoren) auf. Er kann mit dem Medikament Herceptin blockiert werden.

Diese Therapie ist allerdings aufwendig und teuer.
Mit der Impfung soll das Immunsystem selbst Antikörper gegen Her-2/neu bilden.
Damit soll die Bildung von Metastasen (Tochtergeschwüre) verhindert werden.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Tanja

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Brustkrebs, und Letrozol
« Antwort #3 am: 16. April 2008, 00:32 »
Letrozol auch nach längerem Abstand zu Tamoxifen effektiv

14.04.08 - Bisher galt, dass bei Brustkrebspatientinnen, die Tamoxifen eingenommen hatten, der Aromatasehemmer Letrozol nach einer maximalen Pause von drei Monaten gegeben werden sollte. Doch auch nach einer längeren Zeit kann der Wirkstoff das krankheitsfreie Überleben verbessern.

Das fand nun eine Arbeitsgruppe um Paul E. Goss vom Massachusetts General Hospital Cancer Center in Boston heraus (J Clin Oncol 2008; doi: 10.1200/JCO.2007.11.6798). In der vorangegangenen kanadischen MA.17 Studie hatte sich gezeigt, dass Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium, die über fünf Jahre hinweg mit Tamoxifen behandelt worden waren, unter einer anschließenden Therapie mit Letrozol einen Überlebensvorteil hatten.

Dieses Ergebnis erbrachte bereits die Zwischenanalyse, weswegen die Verblindung schon nach der Hälfte der geplanten Zeit aufgehoben wurde. Da das Studienprotokoll zwischen den beiden Medikamenten ein maximales Intervall von drei Monaten vorschrieb, bekamen in der Folge viele Frauen, die eine längere Pause aufwiesen, kein Letrozol.
Medianes Intervall vom 2,7 Jahren

Den Patientinnen aus der ursprünglichen Placebogruppe war allerdings nach dem Ende der Verblindung Letrozol angeboten worden. Ein Teil von ihnen nahm das Medikament in der Folge ein, ein Teil lehnte ab. So hatten die Autoren die Möglichkeit, beide Gruppen miteinander zu vergleichen.

Von 2.383 Patientinnen aus der ehemaligen Placebogruppe hatten sich 1.579 (66 Prozent) für Letrozol entschieden, 804 (34 Prozent) wollten keine weitere Therapie. Das mediane Intervall, das zwischen der Einnahme von Tamoxifen und Letrozol verstrichen war, betrug 2,7 Jahre. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 5,3 Jahren zeigte sich unter Letrozol das Rezidivrisiko um 63 Prozent reduziert, das von Fernmetastasen um 61 Prozent. Bei Patientinnen, die den Aromatasehemmer einnahmen, fanden sich vermehrt Fälle von Osteoporose sowie Frakturen (5,2 vs. 3,1 Prozent).
Harte Daten erst nach weiteren Studien

"Die Interpretation der Ergebnisse ist jedoch schwierig, da die Patientinnen die Therapie selbst gewählt haben", gibt Paul E. Goss zu bedenken. Dennoch würde vieles dafür sprechen, dass Letrozol auch noch nach einem längeren Abstand zu einer Vortherapie mit Tamoxifen das Outcome verbessere. Dies könne man so lange als Orientierungshilfe nehmen, bis randomisierte Studien weitere Daten lieferten, sagt Goss.

Gitti

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Brustkrebs und Vit. D
« Antwort #4 am: 26. Mai 2008, 17:47 »

Studie zeigt Zusammenhang von Vitamin-D-Mangel mit schlechter Prognose von Brustkrebspatientinnen

Zum Zeitpunkt einer Brustkrebsdiagnose liegt häufig ein Vitamin-D-Mangel vor, der mit einem signifikant erhöhten Risiko für Metastasen und Mortalität assoziiert ist. Dies zeigen Studiendaten, die am 31. Mai auf der Jahrtestagung der American Society of Clinical Oncology vorgestellt werden.

Die Ergebnisse wurden am 15. Mai auf der Webseite der Gesellschaft (www.asco.org) veröffentlicht und in einer Telekonferenz ausgewählter Studien, die auf der Tagung vorgestellt werden sollen, vorab präsentiert. Anders als bisher hat die Gesellschaft tausende Abstracts auf ihrer Webseite bereits vor der Tagung, die am 30. Mai in Chicago beginnt, veröffentlicht.

Nur 24 Prozent von 512 Frauen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs, die zwischen 1989 und 1995 an drei akademischen Krankenhäusern der University of Toronto rekrutiert und median 11,6 Jahre nachbeobachtet wurden, hatten zum Zeitpunkt der Diagnose adäquate Blutspiegel von Vitamin D (mehr als 72 nmol/l), 37,5 Prozent hatten unzureichende Spiegel (50-72 nmol/l) und 38,5 Prozent hatten einen Vitamin-D-Mangel (unter 50 nmol/l). Frauen mit Vitamin-D-Mangel hatten mit höherer Wahrscheinlichkeit höhergradige Karzinome und verstarben eher an ihrem Brustkrebs, erklärte Studienleiterin Dr. Pamela Goodwin bei der Telekonferenz.

Nach zehn Jahren lebten 69 Prozent jener mit Vitamin-D-Mangel metastasenfrei, verglichen mit 83 Prozent jener, deren Vitamin-D-Spiegel zum Zeitpunkt der Diagnose adäquat waren (Hazard Ratio 1,94, 95%-Konfidenzintervall 1,16-3,24)p= 0,02), und 74 Prozent jener mit Mangel überlebten insgesamt, verglichen mit 85 Prozent jener mit adäquaten Spiegeln (HR 1,73, 95% KI,p= 0,02), erklärte Dr. Goodwin vom Mount Sinai Hospital in Toronto. Die Assoziationen zwischen Vitamin-D-Mangel und Fernmetastasen-freiem Überleben waren unabhängig von Alter, Body Mass Index, Insulinspiegel sowie Tumorstadium und -grad und wurden durch den Östrogenrezeptorstatus, adjuvante Chemotherapie oder Tamoxifentherapie nicht signifikant modifiziert. Die Assoziationen zwischen Vitamin-D-Mangel und Gesamtüberleben wurden durch den Tumorgrad abgeschwächt und existierten bei Östrogenrezeptor-negativen Mammkarzinomen nicht, berichtete Dr. Goodwin.

Die Studienteilnehmerinnen waren durchschnittlich 50 Jahre alt. Niedrigere Vitamin-D-Spiegel waren mit prämenopausalem Status, hohem Body Mass Index, hohen Insulinspiegeln und einer niedrigen Aufnahme von Retinol, Vitamin E, Getreide und Alkohol assoziiert, merkte sie an.

Bevor Rückschlüsse bezüglich einer kausalen Beziehung zwischen Vitamin-D-Mangel und Brustkrebsentstehung oder -prognose gemachte werden können, seien weitere Studien notwendig. Sollten sich diese Ergebnisse in zukünftigen Untersuchungen bestätigen, könnte eine randomisierte Studie zu den Auswirkungen einer Vitamin-D-Supplementierung auf den Verlauf von Frauen mit Brustkrebs gerechtfertigt sein, sagte Dr. Goodwin. Eine Replikationsstudie laufe derzeit, deren Ergebnisse zum Ende des Jahres erwartet würden.

Als Kommentar zu den aktuellen Studienergebnissen, nannte Dr. Julie Gralow, Vorsitzende des ASCO Cancer Communications Committee, die Ergebnisse „faszinierend“ und merkte an, dies sei die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und dem Verlauf nach Brustkrebsdiagnose nahelege.

„Als Klinikerin werde ich morgen Brustkrebspatientinnen sehen...die fragen werden `Sollte ich einen Vitamin-D-Mangel beheben, falls ich einen habe?´‘“, ergänzte Dr. Gralow, Brustkrebsspezialistin am Fred Hutchinson Cancer Research Center der University of Washington in Seattle.

Zu diesem Zeitpunkt sei es zu früh, eine Supplementierung in der Hoffnung, das dies die Prognose verbessert, zu empfehlen, sagte sie und wiederholte Dr. Goodwin Einschätzung, dass noch weitere Forschung notwendig sei, bevor dies „mit irgendeinem Ausmaß an Zuversicht“ gesagt werden könne. Sie ergänzte jedoch, andere Vorteile von Vitamin D, z.B. hinsichtlich der Knochengesundheit, könnten Grund genug sein, eine Supplementierung zu empfehlen, „selbst wenn wir den Patientinnen nicht sagen können, dass es einen Nutzen bezüglich ihres Brustkrebs haben wird.“

Bei Patientinnen, die eine solche Supplementierung wünschen, sei es wichtig, zunächst die Serumspiegel von 25-Hydroxyvitamin-D zu bestimmen, um sicherzugehen, dass diese gesund seien. Denn auch wenn die Studie nicht die Aussagekraft hatte, um eine statistische Signifikanz in dieser Hinsicht zu entdecken, gab es doch die Beobachtung, dass extrem hohe Spiegel von Vitamin D ebenfalls mit einem ungünstigen Verlauf assoziiert sein könnten, berichtete Dr. Goodwin.
26.5.08

Tanja

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Osteoporose-Mittel könnte gewisses Brustkrebs-Risiko senken
« Antwort #5 am: 17. Juni 2008, 23:33 »
Das zur Vorbeugung von Knochenschwund eingesetzte Medikament Raloxifen könnte bei Frauen das Risiko senken, an einer bestimmten Art von Brustkrebs zu erkranken, wie Forscher jüngst herausfanden.

Eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler wollte mit ihrer Raloxifen-Studie eigentlich die vorbeugende Wirkung des Medikaments hinsichtlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforschen. Dabei entdeckten sie zufällig, dass es das Risiko für jenen Brustkrebs senken könnte, der zum Wachstum das weibliche Sexualhormon braucht (sogenanntes Östrogenrezeptor-positives Mammakarzinom).

Das Forscherteam von der University of California in San Francisco untersuchte über 10.000 Frauen nach den Wechseljahren mit koronarer Herzerkrankung oder einem hohen Risiko dafür. Die Patientinnen nahmen fünf Jahre lang Raloxifen oder ein wirkstofffreies Placebo ein.

Bei der Auswertung ihrer Studienergebnisse mussten die Wissenschaftler feststellen, dass der Wirkstoff das Herzinfarktrisiko nicht senken konnte. Stattdessen fanden sie heraus, dass die Frauen, die Raloxifen erhalten hatten, deutlich weniger gefährdet waren, an einer aggressiven Form des Östrogenrezeptor-positiven Brustkrebs zu erkranken. Ihr Risiko für andere Formen von Brustkrebs war allerdings gleich groß wie das der Patientinnen, die den Wirkstoff nicht eingenommen hatten.

http://www.lifeline.de/cda/nachrichten/medizin-news/content-185515.html

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Quelle: Nach Informationen von www.medwire-news.md
Autor: Britta Verlinden

Jutta

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Brustkrebs: Vitamin D verbessert Prognose
« Antwort #6 am: 18. Juni 2008, 16:57 »

Zum ersten Mal konnte jetzt nachgewiesen werden, dass ein Vitamin D-Defizit die Prognose eines Mammakarzinoms verschlechtern kann.16.06.2008

Das zeigen Ergebnisse einer kanadischen Studie, die jetzt auf dem „American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2008 Annual Meeting“ vorgestellt wurden. An dieser Studie nahmen Frauen mit einem Mammakarzinom teil. Mehr als ein Drittel von ihnen (37,5 Prozent) hatte einen Vitamin D-Spiegel unter 50 nmol/L, was einem Vitamin D-Mangel gleich kommt. Weitere 38 Prozent der Frauen hatten einen Vitamin D-Spiegel, der als „ungenügend“ klassifiziert wurde und lediglich 24 Prozent der Mammakarzinompatientinnen verfügten über ausreichend Vitamin D in ihrem Körper, nämlich mehr als 72 nmol/L.

Alle Frauen wurden nach Beginn der jeweiligen Intervention im Durchschnitt 11,6 Jahre lang nachverfolgt. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Status und der Prognose des Mammakarzinoms: 85 Prozent der Frauen mit einem ausreichenden Vitamin D-Status lebten noch nach Ende der Studie. Von jenen Frauen, die zu Beginn einen klaren Vitaminmangel aufwiesen, hatten dagegen nur 74 Prozent den Nachverfolgungszeitraum überlebt. Damit errechnet sich ein 70 Prozent höheres Mortalitätsrisiko bei Vitamin D-Mangel im Vergleich zu einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel (p gleich 0.02). Die meisten Todesfälle in diesen beiden Gruppen waren Folgen des Mammakarzinoms.

Allerdings zeigte die Studie auch, dass ein zu hoher Vitamin D-Spiegel möglicherweise ebenfalls schädlich sein könnte. Für Studienleiterin Doktor Pamela Goodwin jedenfalls sollten diese Befunde aufhorchen lassen. Es sei zwar noch zu früh, Frauen generell die Einnahme von Vitamin D-Präparaten zu empfehlen, um bei einem möglichen Mammakarzinom bessere Überlebenschancen zu haben.

Dennoch sei die Einnahme von Vitamin D auch mit Blick auf die Osteoporoseprophylaxe zu empfehlen. Allerdings sollten Frauen dann regelmäßig ihre Blutwerte überprüfen lassen, um einen zu hohen Vitamin D-Spiegel zu vermeiden.

Quelle: American Society of Clinical Oncology 2008 Annual Meeting Abstract 511

http://www.medica.de/cipp/md_medica/custom/pub/content,lang,1/oid,24948/ticket,g_u_e_s_t/~/Vitamin_D_verbessert_Prognose.html

 

Gitti

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Brustkrebs, und div. Medikamente
« Antwort #7 am: 20. Juni 2008, 10:35 »

Brustkrebsstudie deutet darauf hin, dass Metformin Potenzial für Tumorbekämpfung besitzen könnte

CHICAGO (EGMN) - Das weithin verwendete Diabetesmedikament Metformin könnte den Daten einer retrospektiven Studie von mehr als 2500 Patientinnen mit Mammakarzinom, einschließlich 155 Frauen mit Diabetes, zufolge einen Antitumoreffekt besitzen.

Patientinnen, die Metformin zur Behandlung von Diabetes verwendeten, wiesen nach einer neoadjuvanten Chemotherapie eine dreimal höhere Rate pathologischer Komplettremissionen (pCR-Rate) auf als jene, die Diabetes hatten, jedoch nicht mit Metformin behandelt wurden (24 Prozent gegenüber 8 Prozent,p= 0,007), berichtete Dr. Sao Jiralerspong vom M.D. Anderson Cancer Center der University of Texas in Houston in einer Posterpräsentation auf dem Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology.

Die pCR-Rate, definiert als keine Resterkrankung in der Brust oder den Lymphknoten, war ebenfalls in der Kohorte der Patientinnen, die Metformin nahmen, höher als bei Patientinnen ohne Diabetes, die eine pCR-Rate von 16 Prozent nach der neoadjuvanten Chemotherapie aufwiesen (p= 0,099).

Neuere epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass Metformin die Inzidenz von Krebs und der krebsbedingten Mortalität bei Diabetespatienten reduzieren könnte. Das Medikament aktiviere die Adenosinmonophosphat aktivierte Kinase (AMPK), hemme den mTOR (mammalian target of rapamycin)-Signalweg und hemme präklinischen Studien zufolge das Wachstum von Brustkrebszelllinien, sagte Dr. Jiralerspong.

Um die Möglichkeit, dass die antiproliferativen Wirkungen von Metform die Wirksamkeit einer neoadjuvanten Chemotherapie bei diabetischen Patientinnen mit Mammakarzinom erhöhen könnte, zu erforschen, überprüften Dr. Jiralerspong und seine Kollegen die Krankenakten in der M.D. Anderson Breast Medical onkologischen Datenbank von 2529 Patientinnen, die eine neoadjuvante systemische Therapie für Mammakarzinome im frühen Stadium erhielten.

95 Prozent der Patientinnen (2374) hatten keinen Diabetes; 68 Patientinnen hatten Diabetes und wurden mit Metformin behandelt, und 87 Patientinnen hatten Diabetes, wurden jedoch nicht mit Metformin behandelt. Das Alter der gesamten Studienpopulation betrug im Median 49 Jahre (Bereich 21-87 Jahre), die meisten Tumore waren hormonrezeptorpositiv und 25 Prozent waren HER2-positiv. Die Ausgangsmerkmale der Patientinnen mit und ohne Diabetes waren ähnlich, obwohl die diabetischen Gruppen eine Tendenz zu einem höheren Alter und einem höheren Grad von Adipositas zeigten, bemerkte Dr. Jiralerspong.

Die Verwendung von Metformin war nach Bereinigung hinsichtlich Diabetes, Body Mass Index, Alter, Stadium, Grad, Östrogenrezeptor(ER)- bzw. Progesteronrezeptor(PR)-Status und neoadjuvanter Verwendung von Taxan unabhängig prädiktiv für die pCR (Odds-Ratio 3,2,p= 0,023).

Nach einem Follow-up von im Median 39 Monaten war das rezidivfreie Überleben in den drei Gruppen ähnlich. Das Gesamtüberleben war jedoch in der nicht-diabetischen Kohorte signifikant besser (86 Prozent) im Vergleich zu 81 Prozent für die Diabetespatientinnen unter Metformin und 78 Prozent für die Diabetespatientinnen, die nicht mit Metformin behandelt wurden (p= 0,02).

"Dies könnte an dem kurzen Beobachtungszeitraum liegen, und es könnten außerdem weitere Faktoren im Spiel sein. Diabetespatientinnen haben wahrscheinlich allgemein eine schlechtere Prognose, und wir beginnen nun gerade, die Todesursachen zu untersuchen, da es krebsunabhängige Todesursachen gewesen sein könnten, die diese Ergebnisse hervorgebracht haben", sagte Dr. Jiralerspong.

Er betonte, dass diese retrospektive Analyse hypothesengenerierend sei, sagte jedoch, dass die Ergebnisse prospektive Studien rechtfertigen würden, um das Potenzial von Metformin als Antitumorwirkstoff eingehender zu beurteilen.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=19&profileAOIName=Gyn%C3%BDkologie&articleItemId=1db48ab1c5b9e27ac575a068ba646a6c

Gitti

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RE: Brustkrebs, und div. Medikamente
« Antwort #8 am: 25. Juni 2008, 09:05 »
MÜNCHEN (sto). Mit der Kombination Bevacizumab plus Docetaxel in der Erstbehandlung von Frauen mit Brustkrebs lässt sich im Vergleich zur Therapie mit Docetaxel alleine die Zeit ohne Fortschreiten der Erkrankung signifikant verlängern.

Den Vorteil dieser Kombitherapie belegen erste Daten der AVADO*-Studie. Das ist eine Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie mit 736 Frauen, die noch keine Brustkrebstherapie bekommen hatten. Das hat Professor Andreas Schneeweiss von der Uni Heidelberg berichtet. Die Frauen hatten ein HER2-negatives, lokal-rezidiviertes oder metastasiertes Mamma-Ca. Der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab (Avastin®) wurde in zwei Dosierungen - 7,5 und 15 mg/kg alle drei Wochen - in Kombination mit Docetaxel geprüft.

Zu Beginn der Studie waren die Frauen unter anderem nach vorausgegangener Taxan-Therapie und der Zeit bis zum Rezidiv stratifiziert worden. Von der FDA sei gefordert worden, diese statistischen "Störfaktoren" herauszurechnen, sagte Schneeweiss bei einer Veranstaltung von Roche Pharma in München. Dadurch lag das progressionsfreie Überleben in der Gruppe mit niedriger Bevacizumab-Dosis um 31 Prozent, in der Gruppe mit höherer Dosierung um 39 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe.

Weitere Infos beri deinem Onkologen.

Jutta

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Brustkrebs, Aspirin und NSAID
« Antwort #9 am: 08. Oktober 2008, 23:10 »
Meta-Analyse: Aspirin und NSAID senken Brustkrebsrisiko geringfügig

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Vancouver – Frauen, die regelmäßig Acetylsalicylsäure (ASS) oder nicht steroidale Antiphlogistika (NSAID) einnehmen, erkranken einer Meta-Analyse im Journal of National Cancer Institute (JNCI 2008; 100: 1439-1447) zufolge seltener an Brustkrebs. Die protektive Wirkung ist allerdings gering und müsste gegen die Risiken dieser Medikamente abgewogen werden.

Bei Nagern kann durch die Gabe von NSAID experimentell die Bildung von Mammakarzinomen verhindert werden, was die Grundlagenforscher auf eine Hemmung der selektiven Cyclooxigenase 2, besser bekannt als COX-2 zurückführen. Auch erkranken transgene Tiere mit einer vermehrten COX-2-Expression häufiger an Mammakarzinom.

Ähnliche Effekte lassen sich auch beim Kolorektalkarzinom nachweisen. Beim Mammakarzinom kommt eine Beziehung zur Überexpression von HER-2 hinzu, wie der Editorialist Scott Lippman vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston berichtet (JNCI 2008; 100: 1420-1423).

Diesen viel versprechenden Ergebnissen im Tiermodell stehen, wie nicht selten in der Medizin, widersprüchliche Ergebnisse in epidemiologischen Studien gegenüber. Das kann am Design von Fallkontroll- und Kohortenstudien liegen, vielleicht aber auch daran, dass COX-1 die protektive Wirkung wieder aufhebt.

Die Ergebnisse der Meta-Analyse der Gruppe um Mahyar Etminan vom Vancouver Coastal Health Research Institute dürften Lippman, der von der protektiven Wirkung von ASS und NSAID überzeugt ist, jedenfalls nicht zufriedenstellen. Auf der Basis von 38 Studien (19 Fallkontrollstudien, 18 Kohortenstudien und einer klinischen Studie) mit  2.788.715 Teilnehmern kommen die Epidemiologen auf eine Risikominderung von gerade einmal 13 Prozent für ASS und von zwölf Prozent für NSAID, wobei Ibuprofen mit einer Risikominderung von 21 Prozent heraussticht.

Das dürfte nicht ausreichen, um Ibuprofen (oder andere NSAID oder ASS) zur Primärprävention des Mammakarzinom zu empfehlen. Die U.S. Preventive Services Task Force hatte im letzten Jahr auch einer ASS-Primärprävention des Kolorektalkarzinom eine Absage erteilt, obwohl die Risikominderung bei diesem Tumor wesentlich größer ist.

Doch die Einahme von NSAID, vor allem aber ASS, geht mit einem nicht unerheblichen Risiko von gastrointestinalen Blutungen einher, die es gegen eine – nicht durch randomisierte kontrollierte Studien – gestützte präventive Wirkung abzuwägen gilt.

© rme/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=33971

» Abstract der Studie

» PDF des Editorials

» Pressemitteilung des Vancouver Coastal Health Research Institute

» Empfehlungen des U.S. Preventive Services Task Force zur Darnkrebsprävention mit ASS oder NSAID

Jutta

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Brustkrebs - Tamoxifen - Risiko Zweittumor
« Antwort #10 am: 26. August 2009, 21:17 »
Mittwoch, 26. August 2009

Medizin Mammakarzinom: Tamoxifen erhöht Risiko auf seltene Zweittumore

Seattle – Das Hormon Tamoxifen, eine etablierte Therapie zur Vermeidung von Tumorrezidiven nach östrogen-positivem (ER+) Mammakarzinom hat möglicherweise zwei Seiten. In einer bevölkerungsbasierten Fallkontrollstudie in Cancer Research (2009; doi: 10.1158/0008-5472.CAN-09-1355) erhöhte die langjährige Therapie das Risiko von östrogen-negativen Tumoren in der kontralateralen Brust.

Christopher Li und Mitarbeiter vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle haben 367 Frauen mit ER+-Tumoren interviewt, die später an einem Zweitumor in der kontralateralen Brust erkrankten. Die Kontrollgruppe bildeten 728 Brustkrebspatientinnen (auch ER+), bei denen es nicht zu einem Zweittumor gekommen war.

Erstes Ergebnis: Die mit Tamoxifen behandelten Frauen erkrankten zu 60 Prozent seltener an einem ER-positiven-Zweittumor (Odds Ratio 0;4; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,3-0,7). Dies war auch erwartet worden, denn der selektive Estrogenrezeptormodulator Tamoxifen verhindert, dass Östrogene das Krebswachstum antreiben.

Dies gilt logischerweise nur für ER-positive Tumore. Auf ER-negative Tumore sollte Tamoxifen eigentlich keinen Einfluss haben. Li kommt aber zu einem ganz anderen zweiten Ergebnis: Frauen, die über 5 Jahre (oder länger) mit Tamoxifen behandelt wurden, hatten ein mehr als vierfach erhöhtes Risiko auf einen ER-negativen Zweittumor (Odds Ratio 4,4; 1,03-19,0).

Unter dem Strich senkte Tamoxifen zwar das Risiko von Zweitkarzinomen, denn ER-negative Tumore sind sehr viel seltener als ER-positive Tumore. Sie sind jedoch oft aggressiver und deshalb schwieriger zu behandeln.

Für Li ist ein ER-positiver Tumor deshalb ein ernstzunehmendes Risiko einer langjährigen Tamoxifentherapie, auch wenn

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37855/Mammakarzinom_Tamoxifen_erhoeht_Risiko_auf_seltene_Zweittumore.htm

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Brustkrebs Estradiol
« Antwort #11 am: 26. August 2009, 21:34 »

26/08/09,03:42

Elsevier

Von Mary Ann Moon
Niedrig dosiertes Estradiol bei fortgeschrittenem Brustkrebs vielversprechend
Matthew Ellis

Niedrig dosiertes Estradiol zeigt Wirkung gegen fortgeschrittenen Brustkrebs, der eine Resistenz gegen Aromatasehemmer erworben hat und „sollte näher erforscht werden“, so ein Bericht im JAMA vom 19. August.

Das niedrigdosierte Regime habe einen ähnlichen klinischen Nutzen wie höher dosiertes Estradiol erbracht und in einer randomisierten Phase-II-Studie mit 66 postmenopausalen Frauen (Durchschnittsalter 59 Jahre) zu weniger Nebenwirkungen geführt, sagten Dr. Matthew J. Ellis von der Washington University, St. Louis, und seine Mitarbeiter.

Sie verglichen die zwei Estradiol-Dosen bei Frauen mit fortgeschrittenem Östrogenrezeptor-positivem und/oder Progesteronrezeptor-positivem Brustkrebs. Diese Patientinnen hatten eine Behandlung mit einem Aromatasehemmer erhalten und darauf mit einem mindestens 24 Wochen langen progressionsfreien Überleben angesprochen, bevor ihr Karzinom gegen diese Therapie resistent wurde.

Insgesamt wurden 34 Frauen für die Gabe einer oralen generischen 2-mg-Estradioltablette dreimal täglich (Gesamtdosierung 6 mg/Tag) randomisiert und 32 für die Gabe von 5 2-mg-Tabletten dreimal täglich (Gesamtdosierung 30 mg/Tag). Sie unterzogen sich alle 12 Wochen einer radiologischen Beurteilung des Tumors.

Insgesamt 10 von 34 Frauen (29%) unter niedrigdosiertem Estradiol zeigten einen klinischen Nutzen, der sich statistisch nicht von der Rate der Frauen unter hochdosiertem Estradiol unterschied (9 von 32 Frauen, 28%). Zwischen den beiden Gruppen gab es keinen Unterschied beim progressionsfreien Überleben oder der Zeit bis zum Therapieversagen.

Jedoch gab es bei den Frauen mit der niedrigeren Dosis weniger Fälle mit starker Übelkeit und Erbrechen, gestörtem Elektrolythaushalt und Pleuraeffusion. Ihre Gesamtrate an Nebenwirkungen lag bei 11 Prozent, verglichen mit Frauen, die die höhere Estradioldosis nahmen, sagten Dr. Ellis und seine Kollegen (JAMA 2009;302:774-80).

Die Analyse von Biomarkern – Suppression von Serum-Insulin-Wachstumsfaktor I und Stimulierung der Aufnahme von Tumor-18-Fluordesoxyglukose (FDG) – zeigte, dass die niedrigere Estradioldosis biologisch wirksam war.

"Nachdem wir bemerkt hatten, dass eine signifikante Anzahl von Patienten auf Estradiol ansprach, dehnten wir die Studie aus, um die Hypothese zu überprüfen, dass die von der Studienpopulation gezeigte erworbene Resistenz gegenüber dem Aromatasehemmer durch eine längere Estradioltherapie rückgängig gemacht werden könnte", sagten sie.

"Bislang sind 7 Patientinnen erneut mit einem Aromatasehemmer behandelt worden. Drei zeigten einen klinischen Nutzen (2 mit teilweisem Ansprechen, eine mit stabiler Erkrankung, für 36, 36 bzw. 28 Wochen)", berichten die Forscher weiter.

Diese Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die erneute Behandlung mit einem Aromatasehemmer oder anderen endokrinen Wirkstoffen nach erfolgreicher Anwendung von Estradiol "näher untersucht werden sollte", schlussfolgern sie.

Diese Studie wurde vom US-amerikanischen National Cancer Institute und der in den USA ansässigen Avon Foundation unterstützt. Dr. Ellis gab keine finanziellen Interessenkonflikte an.

Gitti

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Anti-Krebs-Medikament für Frauen schädigt Knochen
« Antwort #12 am: 09. März 2012, 01:01 »


Vorbeugung mit Risiko
Anti-Krebs-Medikament für Frauen schädigt Knochen
07. Februar 2012 11:23


Eine Studie belegt - Der Wirkstoff Exemestan erhöht das Risiko von Brüchen

Washington - Ein Medikament zur Vorbeugung von Brustkrebs bei Frauen schädigt einer neuen Studie zufolge die Knochen.

Eine Untersuchung von Frauen nach den Wechseljahren, die den Wirkstoff Exemestan aus der Klasse der Aromatase-Inhibitoren zur Vorbeugung von Brustkrebs nahmen, zeigte eine deutliche Abnahme der Dichte der Knochen, wie kanadische Forscher am Dienstag in der Fachzeitschrift "The Lancet Oncology" berichteten. Damit erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen.

Wahrscheinlichkeit von Brüchen steigt

Die Forscher hatten im Rahmen einer Studie zur Effektivität von Exemestan, das unter dem Markennamen Aromasin verkauft wird, die Knochendichte von 351 Frauen gemessen. Zwar zeigte die Studie, dass Exemestan das Risiko der Erkrankung an Brustkrebs erheblich reduziert. Doch zugleich zeigte die Untersuchung, dass die Dichte der Knochen an häufigen Bruchpunkten wie etwa dem Handgelenk deutlich sank, so dass die Wahrscheinlichkeit von Brüchen stieg.

Die Forscher um Angela Cheung vom University Health Network in Toronto empfehlen Frauen, die Exemestan benutzen, ihren individuellen Nutzen zur Vorbeugung von Brustkrebs gegen das Risiko von Knochenbrüchen abzuwägen. Neben regelmäßigen Kontrollen der Knochen sollten sie auch auf eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D achten. Exemestan senkt den Wert des Hormons Östrogen, das von einigen Brustkrebsarten zum Wachsen benötigt wird. (APA)

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