Autor Thema: Prostatakrebs und dann auch noch ............  (Gelesen 4826 mal)

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Josef

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Prostatakrebs und dann auch noch ............
« am: 03. Februar 2008, 21:25 »
Bei Prostatakrebs steigt Frakturrisiko

Achtung vor Osteoporose

Männer, die an Prostata-Krebs erkrankt sind, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Das ergab eine dänische Studie mit mehr als 60.000 Teilnehmern. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit für Beckenfrakturen bei diesen Patienten fast viermal höher als in einer gesunden Vergleichsgruppe.

Bo Abrahamsen vom Kopenhagener Universitätskrankenhaus Gentofte und seine Kollegen werteten retrospektiv die Daten von 15.716 Männern aus, die über 50 Jahre alt waren und im Jahr 2000 wegen eines Knochenbruchs stationär behandelt wurden. Als Kontrolle dienten 47.149 Männer entsprechenden Alters.

Ergebnisse: Unter den Patienten mit Knochenbrüchen waren fast doppelt so viele Männer mit Prostata-Karzinom wie in der Vergleichsgruppe. Das erhöhte Frakturrisiko betraf insbesondere die Beckenknochen, nicht jedoch die Wirbelkörper. 75 Prozent der Frakturen traten bereits frühzeitig (innerhalb von fünf Jahren) nach Diagnose des Prostata-Karzinoms auf – gleichzeitig bestand auch bei Langzeitüberlebenden ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche.

Nach Berechnungen der Autoren betreffen in Dänemark 3,1 Prozent aller Beckenfrakturen von Männern über 50 Jahren Patienten mit Prostatakrebs. Als mögliche Erklärung des erhöhten Frakturrisikos führen die Forscher die häufigen Knochenmetastasen bei Prostata-Karzinom an. Auch die langjährige medikamentöse Tumorbehandlung habe einen schwächenden Einfluss auf die Knochenstruktur.

Quelle: BJU Int (2007); 100: 749-54

« Letzte Änderung: 17. Februar 2008, 00:59 von admin »
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Dietmar E.

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Prostatakrebs, und dann Blasenkrebs
« Antwort #1 am: 17. Februar 2008, 00:58 »
Prostata- und Blasenkarzinom

Neue Untersuchung bestätigt hohe Korrelation

In der Literatur finden sich zahlreiche Hinweise auf ein erhöhtes Risiko
für ein Prostatakarzinom nach einem Blasenkarzinom
und für ein erhöhtes Risiko
eines Blasenkarzinoms nach einem Prostatakarzinom.

In einer groß angelegten retrospektiven Studie aus den Vereinigten Staaten wurde nun der Zusammenhang statistisch exakt analysiert: Von den 673 in die Untersuchung einbezogenen Männern mit initialem Prostatakarzinom entwickelten 21 (3,1%) in der Folge ein Blasenkarzinom, von den 149 Männern mit initialem Blasenkarzinom musste bei 18 (12,1%) in der Folge ein Prostatakarzinom diagnostiziert werden. Unter Berücksichtigung regionaler Karzinominzidenzen und der Altersschichtung - entsprechend der Untersuchungspopulation - hätte man beim Prostatakarzinom normalerweise 3,7 (statt 21) und beim Blasenkarzinom 3,1 (statt 18) Fälle erwartet. Damit zeigt sich bei beiden Karzinomarten ein um das 5-6 fache erhöhtes Karzinomrisiko.

Für die Praxis bedeutet das, dass bei Blasen- und Prostatakarzinom-Patienten in Zukunft
nicht nur auf das Rezidiv geachtet werden muss
sondern dass auch ein "Karzinomwechsel" ins Kalkül gezogen werden sollte.

Das heißt, dass zum Beispiel eine Hämaturie nach Prostatakarzinom-Behandlung
eben auch als Indiz für ein Blasenkarzinom gedeutet werden kann.

Quelle: A. Singh et al., The Journal of Urology, Vol. 178, 1526-1529, Mai 2005
« Letzte Änderung: 17. Februar 2008, 01:00 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Richi

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PROSTATAKREBS Nachsorge
« Antwort #2 am: 07. September 2013, 23:45 »


Prostatakrebs überstanden – was kommt jetzt?
 
Dank der verbesserten Früherkennung und moderner Diagnosemethoden können viele Prostatakarzinome heute bereits im Frühstadium erkannt werden. Sie werden mit dem Ziel der Heilung operiert oder bestrahlt.

Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, beginnt die Nachsorge. Regelmäßige Untersuchungen sollen sicherstellen, dass Rückfälle rechtzeitig erkannt werden. Denn bei etwa drei von zehn Männern kommt es nach einer Prostatakrebs-Behandlung im Laufe der nächsten Jahre zu einer erneuten Tumorbildung, entweder am Ort der Operation („lokales Rezidiv“) oder in anderen Körperregionen (Metastasen).

Die Nachsorgephase soll spätestens zwölf Wochen nach Therapieende beginnen. Meist genügt es dabei, per Bluttest den PSA-Wert zu kontrollieren. Bleibt er stabil, sind keine zusätzlichen Untersuchungen wie z. B. Tastuntersuchung (DRU) notwendig.
Auch die Behandlung von Nebenwirkungen und Spätfolgen der Therapie gehört zu den Aufgaben der Nachsorge, wie auch die Unterstützung des Patienten bei physischen, psychischen und sozialen Problemen.

   Nachsorge*    Zeitabstände    Untersuchungen
   1. und 2. Jahr    alle 3 Monate    PSA-Wert
   3. und 4. Jahr    alle 6 Monate    PSA-Wert
   ab 5. Jahr    jährlich    PSA-Wert
   *) 1. Untersuchung: 12 Wochen nach Behandlungsende

PSA in der Nachsorge: Was tun, wenn die Werte steigen?
 
Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das nur in der Prostata produziert wird. Da es im Krebsgewebe etwa zehnmal höher konzentriert ist als in der gesunden Prostata, weist ein erhöhter PSA-Wert (normal: bis 4 Nanogramm pro Milliliter Blut) auf eine Veränderung der Prostata hin, beispielsweise auf Krebs. Der PSA-Wert hat nicht nur für die Früherkennung von Prostatakrebs und die Beurteilung des Risikos eines diagnostizierten Karzinoms Bedeutung, sondern ist auch ein wichtiges Instrument der Nachsorge. Je nachdem, ob und wie schnell die Werte ansteigen, kann dies ein Hinweis auf ein lokales Rezidiv oder auf das Entstehen von Metastasen sein.

Wichtig: Die Höhe des PSA-Wertes bei einmaliger Messung ist wenig aussagekräftig! Auch andere Gründe (z. B. Radfahren, sexuelle Aktivität, Infektionen, lokale Verletzungen beispielsweise durch Stoßen) können kurzfristig zu einer Erhöhung führen. Außerdem kann es sowohl nach radikaler Prostatektomie als auch nach Strahlentherapie vorübergehend zu geringfügigen PSA-Anstiegen kommen. Hervorgerufen wird dieses Phänomen („PSA-Bounce“) durch verbliebenes gutartiges Prostatagewebe. Ist der PSA-Wert bei der Nachsorge also einmal erhöht, heißt es: Ruhe bewahren und nicht verrückt machen lassen!

Bei der Beurteilung der PSA-Werte in der Nachsorge muss unterschieden werden, welche Therapie zum Einsatz gekommen ist:

 
Nach einer Operation, also einer Radikalen Prostatektomie, sollte der PSA-Wert innerhalb von vier bis sechs Wochen unter die Nachweisgrenze (<0,04 ng/ml) sinken. Höhere oder wieder ansteigende PSA-Werte können auf ein erneutes Auftreten oder noch Vorhandensein von Tumorgewebe hinweisen. Von einem biochemischen Rezidiv („PSA-Progress“) spricht man nach einer Operation ab einem Wert von 0,2 ng/ml bei mindestens zwei aufeinander folgenden Messungen. Dann gilt es zu überlegen, ob eine neue Therapie eingeleitet werden sollte. Bei einer langen Zeitspanne nach der Operation und/oder langsam ansteigenden PSA-Werten kommen sowohl ein weiteres Abwarten, aber auch eine lokale Strahlentherapie oder Antihormontherapie in Frage. Frühe und/oder schnelle Anstiege des PSA-Wertes deuten dagegen auf eine Ausbreitung der Erkrankung (Metastasierung) hin. In diesen Fällen wird in der Regel eine Antihormontherapie eingeleitet.

 
Nach einer Strahlentherapie kann es – im Gegensatz zur Radikalen Prostatektomie – ein Jahr oder sogar länger dauern, bis der niedrigste PSA-Wert („Nadir“) erreicht wird. Nach externer („perkutaner“) Bestrahlung sollten die PSA-Werte 1–4 ng/ml betragen; nach einer Brachytherapie 0,1–1 ng/ml. Von einem PSA-Rezidiv spricht man, wenn der PSA-Wert bei mindestens zwei aufeinander folgenden Messungen mehr als 2 ng/ml über den tiefsten erreichten Wert (Nadir) angestiegen ist. Eine erneute Bestrahlung ist in dieser Situation nicht möglich. Und auch eine Radikale im bereits bestrahlten Gewebe sehr häufig Komplikationen zu erwarten sind. In der Regel wird daher bei einem Rezidiv nach Strahlentherapie antihormonell behandelt. Der Patient hat aber auch die Möglichkeit, ohne Therapie weiter abzuwarten.

Welche Therapie bei ansteigenden PSA-Werten, d. h. bei einem biochemischen Rezidiv nach einer Operation oder Bestrahlung eingeleitet wird, ist also abhängig von

    dem Zeitpunkt des PSA-Anstiegs (früh oder lange Zeit nach der Therapie)
    der Höhe des PSA-Wertes (niedrige Werte sprechen für ein lokales Rezidiv, hohe Werte für eine Metastasierung),
    die Geschwindigkeit des PSA-Anstiegs (je kürzer die PSA-Verdopplungszeit, desto eher sollte mit der Behandlung begonnen werden).

Neben dem PSA-Wert spielen auch andere Faktoren eine Rolle, so zum Beispiel das Alter des Patienten, seine Lebenserwartung und Begleiterkrankungen. Denn einer möglichen günstigen Beeinflussung des Krankheitsverlaufs bei sofortigem Therapiebeginn nach einem PSA-Anstieg stehen Nebenwirkungen und eine eingeschränkte Lebensqualität gegenüber, die bei einem abwartenden Verhalten hinausgezögert oder vermieden werden können. Daher wird der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten abwägen.

Die Folgen der Therapie: Wenn „er“ nicht mehr will
 
Krebs ist eine aggressive Erkrankung, die aggressiv bekämpft werden muss. Bei jeder Krebstherapie wird leider auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen, und so kommt es auch bei der Behandlung von Prostatakarzinomen zu unerwünschten Nebenwirkungen. Neben akuten Effekten, die während oder kurz nach der Behandlung auftreten und dann wieder abklingen, gibt es auch Spätfolgen, die sich erst Jahre nach der Behandlung einstellen können.

Eine der häufigsten und besonders für jüngere Männer belastenden Nebenwirkungen der Prostatakrebs-Behandlung ist Impotenz („erektile Dysfunktion“), die durch eine Verletzung von Nervenfasern bedingt ist. Auch wenn die Verbesserung der Operationstechnik die Impotenzrate von früher nahezu 100% stark senken konnte, können auch heute noch – je nach Tumorausdehnung und Operationstechnik – 20 bis 80 von 100 Männern im Anschluss an eine Operation keine Erektion mehr bekommen oder erhalten. Auch bei der Strahlentherapie ist Impotenz eine der häufigsten Nebenwirkungen: 25 bis 60 von 100 Männern leiden im Anschluss an die Behandlung an erektiler Dysfunktion.

Im Laufe der Zeit kann sich die Erektionsfähigkeit wieder bessern, es kann aber auch passieren, dass ein Mann dauerhaft impotent bleibt. Im vertrauensvollen Nachsorgegespräch wird der Arzt dem Patienten verschiedene Wege vorschlagen, die den Geschlechtsverkehr wieder ermöglichen sollen. Dazu zählen sowohl medikamentöse Therapien, als auch mechanische Verfahren oder die Implantation von Penisprothesen.

 
Eine ähnlich belastende Nebenwirkung, mit weitreichenden Folgen für den Alltag und einer massiven Einschränkung der Lebensqualität, ist Harninkontinenz. Direkt nach der Operation der Bestrahlung kommt es bei den meisten Männern zu unkontrolliertem Harnverlust, insbesondere beim Husten oder Niesen. Dies bessert sich in der Regel nach den ersten Wochen oder Monaten. Doch es gibt auch Patienten, die dauerhaft inkontinent bleiben und Einlagen benötigen.

Patienten, die eine Bestrahlung erhalten haben, leiden nach Therapieende häufig an Durchfällen und Schleimhautentzündungen von Darm, Blase oder Harnröhre, die auch chronisch werden können. Als weitere Nebenwirkung nach Radikaler Prostatektomie können Schwierigkeiten beim Entleeren der Harnblase auftreten, entstanden durch eine Verengung am Blasenhals („Anastomosenstriktur“) infolge von Narbenbildung.

Wie häufig die einzelnen Nebenwirkungen nach Prostatakrebs-Behandlungen auftreten, dazu gibt es sehr widersprüchliche Angaben. Das liegt zum einen an den unterschiedlichen Tumorstadien, die untersucht, aber auch an verschiedenen Operations- und Bestrahlungsmethoden, die angewendet wurden. Welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Operations- und Bestrahlungsmethoden haben und welche Angaben es zur Häufigkeit der jeweiligen Nebenwirkungen gibt, können Sie in unseren Patientenleitlinien Prostatakrebs nachlesen.

Weitere Informationen

    Interview mit Hansjörg Burger
    Leben mit Prostatakrebs
    Broschüren und Linktipps zum Prostatakrebs
    Adressen der Prostatakarzinomzemtren

(pp)



Quellen
-Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.): Patientenleitlinie „Prostatakrebs I - Lokal begrenztes Prostatakarzinom. Ein evidenzbasierter Patientenratgeber zur S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms“
-Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.): Patientenleitlinie „Prostatakrebs II - Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom Ein evidenzbasierter Patientenratgeber zur S3-Leitlinie „Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms“
-Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.): Patientenratgeber Prostatakrebs


http://www.krebsgesellschaft.de/pat_tdm_092011_prostatakrebs_nachsorge_leitartikel,235589.html
« Letzte Änderung: 09. September 2013, 23:15 von Evi »