Autor Thema: Krebs bei Kindern und Jugendlichen, Allg.  (Gelesen 12481 mal)

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Krebs bei Kindern und Jugendlichen, Allg.
« am: 11. April 2007, 00:00 »
Krebs bei Kindern und Jugendlichen

Was ist Krebs?

Krebs ist die allgemeine Bezeichnung für alle bösartigen Erkrankungen, die durch eine unkontrollierte
Vermehrung von veränderten Zellen gekennzeichnet sind. Diese Zellen nennt
man auch Geschwulst oder Tumor. Sie sind deswegen gefährlich, da sie das umliegende
Gewebe zerstören und Tochtergeschwülste ausbilden. Diese Tochtergeschwülste nennt man
Metastasen. In den meisten Fällen stammt der Krebs von einer einzigen entarteten Zelle mit
bösartigen Eigenschaften ab. Die Ursachen der Krebserkrankung sind vielfältig und noch
nicht vollkommen geklärt. Häufig begünstigen jedoch eine erbliche Disposition sowie Ernährungs-
und Umweltfaktoren die Entstehung von Krebs.

Krebs bei Kindern und Jugendlichen
Es gibt seltene vererbte Gendefekte sowie vererbte und angeborene Mutationen, die mit einem
erhöhten Risiko, bereits im frühen Kindesalter an einem Tumor bzw. an Krebs zu erkranken,
einhergehen (vererbbare Krebssyndrome). Aber der Krebs selbst ist keine Erbkrankheit.
Äußere Einflüsse wie UV- oder Röntgenstrahlen, bestimmte chemische Substanzen,
Gifte oder Infektionen können die spontane Entstehung von Mutationen begünstigen.
Sie spielen allerdings für die Krebsentstehung bei Kindern und Jugendlichen eine untergeordnete,
möglicherweise jedoch in der Schwangerschaft eine maßgeblichere Rolle.
Allgemein muss zwischen Krebs bei Kindern und Krebs bei Erwachsenen unterschieden
werden. Im Kindes- und Jugendalter kommt Krebs sehr selten vor. Von etwa 1.000.000 Neugeborenen
erkranken etwa 1.500 später an Krebs. Die Heilungschancen bei Kindern sind
sehr hoch, denn inzwischen können 75% aller Kinder-Patienten mit bösartigen Tumoren oder
Leukämien geheilt werden. Die Krebsarten, an denen Kinder und Jugendliche vor allem leiden
sind mit 33,2 % verschiedene Formen der Leukämie. Zu weiteren häufigen Diagnosegruppen
zählen Hirntumoren (21,1 %) und Lymphome (12,4 %). Im Film leiden die Jungen
an Osteosarkum, das überwiegend von den langen Röhrenknochen des Oberarms oder des
Beines ausgeht. Es tritt vor allem im Teenageralter auf. Männliche Jugendliche erkranken
häufiger an dieser Form des Knochenkrebses als weibliche.
In den ersten fünf Lebensjahren ist das Risiko, an Krebs zu erkranken, etwa doppelt so groß
wie im späteren Kindesalter. Dies weist unter anderem darauf hin, dass ein großer Teil von
Tumoren im Kindesalter vorgeburtlich angelegt wird. Diese Tumore bezeichnet man als
embryonaleTumoren (zum Beispiel Neuroblastom, Nephroblastom, Medulloblastom, Retinoblastom,
Rhabdomyosarkom, Keimzelltumoren, Hepatoblastom). Bei Jugendlichen treten
dagegen eher Knochentumoren und Hodgkin-Lymphome auf.

Die Tschernobyl-Kinder
Als in der Folge des katastrophalen Atomreaktorunfalls in Tschernobyl am 26. April 1986
Radioaktivität entwich, wurde das umliegende Territorium verseucht. Dieser Unfall hat unauslöschliche
Spuren hinterlassen: Die Bewohner Weißrusslands und der Ukraine leben
heute auf verseuchtem Boden, essen Fleisch von Vieh, das radioaktives Gras gefressen hat,
ernten Obst und Gemüse, das in kontaminierter Erde gewachsen ist. Eine der Folgen ist eine
hohe Krebserkrankung, vor allem auch bei Kinder und Jugendlichen. Durch die chronische
Strahlenbelastung sollen die bösartigen Tumorerkrankungen um 56 Prozent zugenommen
haben. Hunderttausende von Kindern leiden an einem schwachen Immunsystem, an Hirntumoren,
Schilddrüsen-, Blut- und Knochenkrebs.


Wie kann Krebs erkannt und behandelt werden?

Dadurch, dass das medizinische Wissen über Krebs immer höher wird, kann man auch im
Erwachsenenalter viele Krebsarten heilen. Wichtig ist hier die Früherkennung durch Vorsorgeuntersuchungen
wie auch durch wirksame Behandlungsmöglichkeiten (z.B. beim Darmkrebs,
bei Lymphomen oder Leukämien auch im Erwachsenenalter). Diese Zahlen verweisen
auch darauf, dass man eigentlich in jeder Familie Menschen mit Krebserkrankungen vorfinden
müsste. Rein statistisch gesehen müsste jeder fünfte in einer Familie von Krebs betroffen
sein. Es gibt auch einzelne Familien, in denen bestimmte Krebsarten immer wieder vorkommen,
z.B. bestimmte Darmkrebsarten. Nur in solchen Fällen muss man davon ausgehen,
dass es auch für andere Familienmitglieder ein wirklich erhöhtes Risiko gibt.
Die Behandlung erfolgt je nach Stadium und Indikation meist durch Chemotherapie, Strahlentherapie,
durch die operative Entfernung der eigentlichen Geschwulst oder Immuntherapie.
Durch die Kombination von zwei oder mehreren Therapieformen kann die Wirkung verbessert
und das Nebenwirkungspotential verringert werden. Unbehandelt führt Krebs zum
Tode.

Was ist das Ziel der Behandlung für den Patienten?

Die Ziele einer Krebsbehandlung sind jeweils abhängig von der aktuellen Gesamtsituation,
also von der Art der Erkrankung, ihrer Ausdehnung, dem Ausmaß an Metastasen, in manchen
Fällen auch vom Alter des Patienten und davon, ob der Betroffene zum ersten oder
zum wiederholten Mal erkrankt ist.
Das erste Behandlungsziel ist die Heilung, das heißt die vollständige und dauerhafte Vernichtung
aller Krebszellen. Trotz sehr wirksamer Behandlungsmöglichkeiten ist eine Heilung
leider nicht immer möglich. Bei den meisten Patienten gelingt es zwar, die Leukämie- oder
Tumorzellen so weit zurückzudrängen, dass sie mit dem Mikroskop oder mit bildgebenden
Untersuchungsverfahren nicht mehr nachweisbar sind. Bei einem Teil von ihnen kommt es
jedoch zum Wiederauftreten der Krebserkrankung. Es kann ein weiterer Behandlungsversuch
unternommen werden. Möglich ist aber auch, dass sich die Therapie dann auf eine
Wachstumsverzögerung und die Linderung der tumorbedingten Beschwerden beschränken
muss. Im Prinzip kann jede Krebserkrankung trotz einmal erreichter erfolgreicher Behandlung
nach der Erstbehandlung jederzeit wieder auftreten, da möglicherweise vereinzelte
Krebszellen die Behandlung überlebt haben und plötzlich wieder angefangen haben sich zu
teilen.

Wie können Familie, Freunde und Bekannte helfen?

Es gibt heutzutage fast niemanden mehr, der nicht mindestens einmal im Leben im Familienoder
Bekanntenkreis mit dem Thema Krebs konfrontiert wird. Doch die wenigsten sind darauf
vorbereitet. Angst und Ablehnung sind die natürlichen Reaktionen von Kindern. Hier sollten
Eltern, Lehrer oder der Bekanntenkreis helfen.
Die Hauptlast der psychischen und sozialen Betreuung krebskranker Kinder und Jugendlicher
tragen die Familienangehörigen. Gleichzeitig sind Familien sowohl in der Pflege als
auch in der Betreuung bis an ihre Grenzen belastet. Diese Einsatzbereitschaft betroffener
Familien führt jedoch vielfach zu Überforderungen und Erschöpfung. Veränderte Familienstrukturen-
und Rollenerwartungen einer modernen Kleinfamilie, die Zunahme allein erziehender
Eltern, Berufstätigkeit der Frau, hohe Scheidungsraten, Arbeitslosigkeit usw. stellen
Familien oft vor unlösbare Situationen und bringen neue schwerwiegende Probleme mit sich.
So hängt die Art der Krankheitsbewältigung wesentlich von der Familiengröße und dem familiären
Zusammenhalt ab; insbesondere unvollständige Familien haben die größten Schwierigkeiten,
sich auf die Bedürfnisse kranker Familienmitglieder einzustellen.
Wichtig ist, dass die Betroffenen nicht allein gelassen werden. Auch wenn Freunde und Bekannte
anfangs unsicher sind und Angst haben etwas falsch zu machen, ist es wichtig, immer
wieder den Kontakt zu suchen und Unterstützung anzubieten. Befreundete Kinder und
Jugendliche sollten von ihren Eltern über die Krankheit aufgeklärt werden. Beratungsstellen,


Informationen im Internet oder örtliche Veranstaltungen bieten ein wichtiges Forum für
grundlegende Informationen und Tipps, wie man sich hilfreich verhalten kann.
Die Möglichkeiten für Lehrer/innen sind vielfältig: Gespräche und Aufklärung im Unterricht,
die Organisation von Solidaritätsaktionen zu Gunsten krebskranker Kinder oder ein
Brieffreundschafts-Projekt mit krebskranken Kindern.

Quellen:
http://www.kinderkrebsinfo.de/e1664/e1812/e1816/e1826/index_ger.html ( Dr. med. Gesche Tallen,
Redakteur: Prof. Dr. med. Dr. h.c. G. Henze, Stand 26.04.06)
http://www.onkokids.de/infos/arzt_neu.htm (Stand 26.04.06)

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Krebs bei Kindern
Beitrag von Univ.-Doz. Dr. Andreas Zoubek und Univ.-Prof. Dr. Helmut Gadner,
St. Anna Kinderspital

Die Ursachen der Krebsentstehung im
Kindesalter sind noch weitgehend
unbekannt. Die Häufigkeit von
Krebserkrankungen im Kindes- und
Jugendalter blieb in den letzten
Jahrzehnten relativ konstant. Allerdings
konnten die Behandlungsmethoden
während der vergangenen 20 Jahre
laufend verbessert sowie eine Zunahme
der Heilungsraten beobachtet werden.
Insgesamt nehmen unter den bereits bei
Kindern und Jugendlichen auftretenden
Krebserkrankungen Leukämien den
ersten Rang ein, gefolgt von bösartigen
Gehirntumoren, Hodgkin-Lymphomen
und Hodenkrebs.
Zu den Krebsarten, welche bereits in sehr
frühem Alter auftreten, zählen vor allem
Leukämien, Erkrankungen der Niere und
der sonstigen Harnorgane sowie bösartige
Neubildungen im Gehirn. Letztere werden
insbesondere bei Kleinkindern unter 5
Jahren gehäuft diagnostiziert.
Bei den Jugendlichen und jungen
Erwachsenen treten hingegen
Erkrankungen der Hoden, das Hodgkin-
Lymphom sowie bösartige Neubildungen
des Darms, der Knochen und Gelenke
gehäuft auf.


Ursachen der Krebsentstehung

Die Ursachen der Krebsentstehung im Kindesalter sind noch weitgehend unbekannt, wenngleich
große Fortschritte im Verständnis von Vorgängen auf zellulärem Niveau erarbeitet worden sind,
die die Entstehung einer krebsartigen Entartung plausibel machen. Auf Grund der besonderen
Krebserkrankungen und der Tatsache, daß etwa die Hälfte aller Krebserkrankungen im Kindesalter
in den ersten 5 Lebensjahren manifest werden, kann davon ausgegangen werden, daß die Ursache
dieser Erkrankungen wohl eher auf eine konstitutionelle, genetische Prädisposition zurückzuführen
ist, als auf den Einfluß von Umweltnoxen. Eine Ausnahme stellt allerdings die Einwirkung von
Strahlen dar, von denen durch Untersuchungen in Gegenden verstärkter radioaktiver Belastung
nachgewiesen ist, daß sie für den Menschen (und damit auch für Kinder) ein höheres Risiko
darstellen, an Blutkrebs oder an einem Schilddrüsenkrebs zu erkranken.

Inzidenz und Spektrum bösartiger Erkrankungen
Die Häufigkeit von Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter hat in Mitteleuropa in den
vergangenen Jahrzehnten nicht zugenommen. Allerdings ist zehn Jahre nach dem
Atomreaktorunfall von Tschernobyl in den angrenzenden Regionen ein signifikanter Zuwachs von
Schilddrüsenkarzinomen bei Kindern zu beobachten. Die allgegenwärtige Sorge, daß es nach
dieser Katastrophe zu einer Erhöhung der Inzidenz von bösartigen Erkrankungen (insbesondere
Leukämie) in Österreich und in Wien kommen könnte, war sicherlich berechtigt, bisher konnte
jedoch keine Zunahme der Erkrankungen bei Kindern beobachtet werden. Auch von seiten der
Belastung des kindlichen Organismus durch andere Arten der Umweltbelastung ist wegen der
frühzeitigen Inzidenz kindlicher bösartiger Erkrankungen eine Zunahme von Krebs vorerst nicht
abzuleiten.

In Westeuropa und in den USA wird die Inzidenz von Malignomen während der ersten 14
Lebensjahre mit 12 bis 14 Erkrankungen pro 100 000 Kinder und Jahr angegeben. Berücksichtigt
man auch die Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, ergibt das z.B. für Österreich eine
errechnete Größe von 180 bis 220 Neuerkrankungen pro Jahr. Die höchste Erkrankungsrate
findet sich im Säuglingsalter mit 24 Erkrankungen pro 100.000 und Jahr. Die Häufigkeit
nimmt - besonders bis zum 5. Lebensjahr, aber auch in den folgenden Jahren - kontinuierlich ab
und erreicht bei 10- bis 14jährigen ca. 10 Erkrankungen pro Jahr. In allen Altersgruppen erkranken
Knaben häufiger als Mädchen.
Auch das Spektrum der malignen Erkrankungen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht
verändert. Im Jahresbericht 1994 des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz werden für die
Altersgruppe von 0 bis 15 Jahren 34,3 Prozent Leukämien angegeben, gefolgt von ZNS-Tumoren
(16,5 Prozent), Lymphomen (11,4 Prozent), Tumoren des sympathischen Nervensystems (7,6
Prozent), Weichteiltumoren (insbesondere Rhabdomyosarkome, 6,6 Prozent), Nephroblastomen
(6,4 Prozent), Knochentumoren (5,1 Prozent), Keimzelltumoren (3,9 Prozent),
retikuloendothelialen Neubildungen (3,4 Prozent) und sonstigen Diagnosen (4,8 Prozent).

Krebs: Häufigste Diagnosegruppen1)
Diagnosegruppen Häufigkeit
Leukämien 34,9 %
ZNS-Tumoren 16,0 %
Lymphome 10,9 %
Tumoren d. sympath. Nervensystems 7,7 %
Weichteiltumoren 6,9 %
Nierentumoren 6,4 %
Knochentumoren 5,2 %
Keimzelltumoren 3,6 %
Retikuloendotheliale 3,5 %
Sonstige Diagnosengruppen 4,9 %
Total 100,0 %
1) Relative Häufigkeit der 1980-1990 gemeldeten PatientInnen nach den häufigsten
Diagnosegruppen (nur PatientInnen unter 15 Jahre).

Jenseits des 10. Lebensjahres sind die relativen Häufigkeiten der Diagnosegruppen gegenüber dem
Kleinkindesalter deutlich verändert. Die in den ersten 5 Lebensjahren am häufigsten
diagnostizierten akuten lymphoblastischen Leukämien nehmen ab. Das Neuroblastom und die
Nephroblastome, die nächsthäufigsten Erkrankungen und somit häufigsten soliden Tumoren im
Kindesalter, stellen nur mehr eine Rarität dar. Dafür präsentieren sich stärker die Tumoren des
Skelett- und Muskelsystems, die malignen Lymphome und Keimzelltumoren.
Im Alter von 15 bis 19 Jahren wird dieser Trend fortgesetzt. In einer vom National Cancer Institut
in Bethesda veröffentlichten Statistik werden maligne Lymphome am häufigsten diagnostiziert,
gefolgt von akuten Leukämien, Keimdrüsentumoren und ZNS-Tumoren. Schilddrüsentumoren und
Melanome erreichen in dieser Altersgruppe bereits Inzidenzen von 8 bzw. 6 Prozent. Während in
der Altersgruppe unter 15 Jahren die nicht-epithelialen Krebsformen 92 Prozent aller
Krebserkrankungen einnehmen, kommt es in den folgenden 5 Jahren zu einer deutlichen Zunahme
der epithelialen Karzinome, mit Überschneidung der Inzidenzlinien bei ca. 15 Jahren.

Bedingt durch die Fortschritte in der Therapie ist es zu einer stetigen
Verbesserung der Behandlungserfolge für die meisten Diagnosen gekommen.
« Letzte Änderung: 19. Februar 2008, 11:26 von admin »

Gitti

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Immunabwehr verbessern durch ........
« Antwort #1 am: 12. Juli 2007, 18:39 »
 

   Gentechnisch veränderte Hautzellen gegen Krebs bei Kindern

   Immunsystem wird durch Injektion in den Tumor gestärkt

 

   London (pte/09.07.2007/06:25) - Gentechnisch veränderte Hautzellen

   könnten bei der Behandlung von Krebserkrankungen von sehr jungen Menschen

   eingesetzt werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des University

   College London UCL http://www.ucl.ac.uk gekommen. Laut den

   Wissenschaftlern ist es ihnen gelungen, das Immunsystem von Mäusen zu

   stimulieren, in dem ihnen Hautzellen in ein Neuroblastom injiziert

   wurden. Diese Tumorart ist laut BBC für 15 Prozent der Todesfälle bei

   Kindern verantwortlich. Sie tritt am häufigsten vor dem fünften

   Lebensjahr auf. Im British Journal of Cancer http://www.nature.com/bjc

   schreiben die Forscher, dass klinische Tests mit Menschen frühestens in

   fünf Jahren möglich sein werden.

 

   Nachdem die Hautzellen gentechnisch verändert worden waren, wurden sie zu

   "kleinen Fabriken", die eine das Immunsystem unterstützende Proteinart

   herstellten, erläutert der leitende Wissenschaftler Stephen Hart das

   Verfahren. Wurden sie in den Tumor injiziert, halfen diese Zellen den

   Versuchstieren im Kampf gegen den Krebs. Die derart behandelten Mäuse

   lebten rund 90 Tage länger als die unbehandelten.

 

   Frühere Studien haben gezeigt, dass gentechnisch veränderte Tumorzellen

   dazu gebracht werden können, sich gegen den Tumor zu richten von dem sie

   stammen. Der Einsatz der Haut des betroffenen Patienten wäre laut Hart

   jedoch viel einfacher. "Diese Zellen können bei einem Routineeingriff

   entnommen, im Labor gezüchtet und dann gentechnisch verändert werden,

   bevor man sie injiziert." Bei Neuroblastomen handelt es sich um eine

   Krebserkrankung bestimmter Nervenzellen der Neuralleiste. Diese Zellen

   spielen bei der Entwicklung des Nervensystems und anderer Gewebe eine

   entscheidende Rolle. Die Prognose ist bei Kindern, bei denen die

   Krankheit in den ersten zwölf bis 18 Monaten diagnostiziert wird, gut.

   Bei älteren Kindern kann sich die Behandlung sehr schwierig gestalten.

Gitti

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Krebs bei Kindern: Bereits 75 Prozent werden geheilt
« Antwort #2 am: 18. Mai 2008, 21:08 »

   Kinderkrebsforschung kritisiert mangelnde Unterstützung durch Pharmaindustrie

   Wien - Sind früher noch rund 75 Prozent der an
   Krebs erkrankten Kinder an ihrem Leiden verstorben, können heute bereits
   zwei Drittel geheilt werden. Dennoch herrscht in der Bevölkerung großes
   Unwissen über die Fortschritte und Ergebnisse der Kinderkrebsforschung.
   Diesem Umstand will das von der EU geförderte Projekt "Forschen heilt
   Krebs" http://www.ccri.at/forschenheiltkrebs entgegentreten. "An Krebs
   erkrankte Kinder sind augenscheinlich bisher vernachlässigt worden", sagt
   Robert Schlögel, Leiter der Sektion IV vom österreichischen
   Bundesgesundheitsministerium gegenüber pressetext. "Dabei sind in den
   vergangenen 30 Jahren enorme Fortschritte gemacht worden". Durch
   entsprechende Behandlung könnte heute ein Großteil der Kinder geheilt
   werden. Jährlich gibt es in Deutschland und Österreich insgesamt 2.250
   Krebsneuerkrankungen bei Kindern im Alter bis 15 Jahren.

   Mit vielfältigen Maßnahmen will das Projekt, das auf eine Dauer von zwei
   Jahren angelegt ist, die Öffentlichkeit für das Thema Krebs bei Kindern
   sensibilisieren und den Nutzen von Wissenschaft und Forschung aufzeigen.
   "Das Verständnis, dass Forschung gegen Krebs im Kindesalter enorm wichtig
   ist, fehlt bisher in der Bevölkerung", berichtet Universitätsprofessor
   und Projektleiter Helmut Gadner vom St. Anna Kinderhospital in Wien
   http://www.stanna.at . Da Krebserkrankungen bei Kindern auch ein weniger
   häufiges Leiden sind als bei Erwachsenen, werde die Forschung von Seiten
   der Pharmaunternehmen häufig vernachlässigt. Diesem Unwissen wolle man
   entgegenwirken und zeigen, dass der Kinderkrebs heute ein durchaus
   heilbares Leiden ist. Dazu führt die Initiative, an der neben dem St.
   Anna Kinderspital auch die Deutsche Kinderkrebsstiftung
   http://www.kinderkrebsstiftung.de und die Otto Pammer Filmproduktion
   beteiligt sind, eine Reihe von Veranstaltungen für die Öffentlichkeit
   durch. Auch Fachtagungen sind Teil des Aufklärungsprogramms. So findet
   derzeit unter Schirmherrschaft von "Forschen heilt Krebs" ein
   internationales Experten-Symposium zum Thema "Etablierte Erfolge,
   Herausforderungen für die Zukunft" in Wien statt.

   Um die Bevölkerung anzusprechen finden sowohl in Deutschland wie auch in
   Österreich verschiedene Veranstaltungen mit ehemaligen und vollständig
   geheilten Kinderkrebs-Patienten statt. Die Deutsche Kinderkrebsstiftung
   führt so unter anderem eine Regenbogenfahrt durch. Hier wollen ehemalig
   Betroffene mehrere Behandlungszentren für pädiatrische Onkologie
   besuchen, um einerseits den neu erkrankten Kindern Mut zu machen und
   andererseits "zu zeigen, dass man eine Krebserkrankung überwinden und
   auch körperlich wieder leistungsfähig werden kann", wie Jens Kort,
   Geschäftsführer der Kinderkrebsstiftung, ausführt. In Österreich ist eine
   Gipfelbesteigung mit ehemaligen Krebspatienten geplant. Auch eine
   Internet-Plattform, eine TV-Dokumentation und ein Aufklärungsforum für
   Schüler sollen helfen, das Thema Kinderkrebs publik zu machen. Denn bei
   Kindern und Jugendlichen ist Krebs nach Unfällen die zweithäufigste
   Todesursache. Die Erkrankung verläuft bei Kindern zudem aggressiver als
   bei Erwachsenen, viele Kinder würden so ohne effiziente Therapie nur
   wenige Monate überleben. Deshalb sei es notwendig, so Gadner, den Nutzen
   der Forschungsprozesse und -Erkenntnisse verständlich und nachvollziehbar
   zu vermitteln und den Zusammenhang zwischen verbesserten Heilungschancen,
   Labor- und klinischer Forschung sowie deren Finanzierung bekannt zu
   machen. 15.5.08

Dietmar E.

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Mit Forschen dem Krebs bei Kindern auf die Spur kommen.
« Antwort #3 am: 18. Mai 2008, 21:12 »

Wien - Die Behandelbarkeit von Krebs bei Kindern stellt einen ungeheuren Sieg der medizinischen Forschung dar. Bei einer Pressekonferenz im Billrothhaus, Wien, präsentierten die St. Anna Kinderkrebsforschung und die Deutsche Kinderkrebsstiftung ihre zweijährige, von der Europäischen Kommission geförderte Initiative „Forschen heilt Krebs“. „Die Öffentlichkeit soll den Höhenflug der Kinder-Krebs-Forschung anerkennen. Noch vor dreißig Jahren war Krebs bei Kindern und Jugendlichen ein beinahe sicheres Todesurteil“, so Univ.-Prof. Helmut Gadner, Leiter der St. Anna Kinderkrebsforschung, ärztlicher Direktor des St. Anna Kinderspitals und Koordinator des EU-Projektes. „Heute können wir mehr als 75 Prozent unserer jungen Patienten und Patientinnen heilen.“

Kinder-Krebs ist eine sehr seltene Erkrankung. In Österreich erkranken jährlich rund 250 neue Patienten. In Deutschland verzeichnet man jährlich an die 2000 Neuerkrankungen. Die geringen Fallzahlen erschweren die statistischen Auswertungen bei Studien und führten zur internationalen Vernetzung der Experten. Standardisierte Behandlungsprotokolle wurden innerhalb von Therapie-Optimierungs-Studien entwickelt. So kann man die jungen Patienten nach dem jeweils aktuellsten Wissens-Stand therapieren.

„Sehr viele Ressourcen aus öffentlicher und privater Hand sind erforderlich, um gerade seltene Erkrankungen zu erforschen und behandelbar zu machen“, erläutert Prof. Dr. Robert Schlögel, Sektionschef für Verbrauchergesundheit und Gesundheitsprävention des Gesundheitsministeriums. In den Industrienationen sei es dank eines hervorragenden Gesundheitssystems und intensiver Labor- und klinischen Forschung gelungen, die medizinischen Versorgung junger Krebskranker deutlich zu verbessern.

Heute steht die Kinder-Krebs-Heilkunde vor einer veränderten Situation. „Medizinische, psychische und psychosoziale Probleme sind Spätfolgen, die von Spezialisten betreut und koordiniert werden müssen“, berichtet Univ.-Prof. Giuseppe Masera, italienischer Kinder-Krebs-Experte und ärztlicher Direktor an der Universitätsklinik in Monza. „Nachsorge-Programme sind ganz wesentlich“, so Dorothee Schmid, eine ehemalige Kinder-Krebs-Patientin, „um Selbstvertrauen wieder aufzubauen, neue soziale Kontakte zu knüpfen und sich als Mensch, nicht als Patient, akzeptiert zu fühlen“. Die Reintegration in die Gesellschaft nach oft monate- oder jahrelangem Therapieaufenthalt, der uneingeschränkte Zugang zu Bildung, Jobs und beispielsweise Zusatzkrankenversicherungen und Lebensversicherungen mit Ablebensschutz seien ganz wesentlich für die soziale Heilung, betont Prof. Masera. Hier sei die Gesellschaft gefordert, Überlebende ohne Diskriminierung zu integrieren.

Alexander Löhr, Student der Humanmedizin und Informatik, besiegte im Alter von 14 Jahren ein Ewing Sarkom, einen Knochentumor. Trotz seines zerstörten linken Sprunggelenks schloss er sich bereits schon vor zwei Jahren einer Großglocknerbesteigung mit ehemaligen Kinder-Krebs-Patienten an, die unter der Leitung von Prof. Gadner und Doz. Michael Dworzak, Oberarzt am St. Anna Kinderspital und ebenfalls Partner des EU-Projektes, veranstaltet wurde. „Wir sind ebenso fit und leistungsfähig wie gesunde Gleichaltrige. Leider behandelt man uns nur allzu oft als Kranke“, so Alexander Löhr.

„Die meisten Survivors zeichnen sich durch eine große psychische Reife, eine hohe Belastbarkeit und eine außerordentliche Wertschätzung ihres Lebens aus“, erklärt Prof. Masera, der sich seit vielen Jahren mit der Nachsorge-Problematik der jungen Menschen nach Bewältigung ihrer Krebserkrankung beschäftigt.

Um die breite Öffentlichkeit über alle diese Anliegen aufzuklären, setzen die Projekt-Partner zahlreiche Aktionen, wie eine Radtour im Juli zur Aufklärung über seltene Sarkom-Erkrankungen, ein Info-Webportal ab September und ein „Public Forum für Schüler“ im November. Einige der Aktionen, wie eine Bergbesteigung in Österreich und eine sportlich anspruchsvolle Radtour in Deutschland im zweiten Projekt-Jahr, finden auch gemeinsam mit ehemaligen Kinder-Krebs-Patienten statt, um den Zusammenhang zwischen den verbesserten Heilungschancen und den Forschungserfolgen besonders plakativ darzustellen.

„Bei unserer Regenbogenfahrt, die entlang pädiatrisch-onkologischer Zentren führt, gehen die Radfahrer zu den krebskranken Kindern in die Stationen und machen ihnen Mut. Die Survivors zeigen den Kindern, dass man nach Bewältigung seiner Erkrankung wieder körperlich leistungsfähig und vital in sein früheres Leben zurückkehren kann,“ unterstreicht Jens Kort, Geschäftsführer der Deutschen Kinderkrebsstiftung und Projekt-Partner.

Die künftigen Herausforderung der Kinder-Krebs-Forschung sei es, die biologischen Besonderheiten jener Kinder-Krebserkrankungen besser zu verstehen, die noch immer als unheilbar gelten. „So soll es uns gelingen, auch jenen Kindern eine Überlebenschance zu bieten, die wir heute noch im Kampf gegen den Krebs verlieren“, erklärte Prof. Gadner.

St. Anna Kinderkrebsforschung, Wien
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

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Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit besitzen als junge Erwachsene erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen


Gegenüber ihren gesunden Geschwistern haben Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit ein erheblich erhöhtes Risiko für die Entstehung von Herzerkrankungen im frühen Erwachsenenalter. Das zeigen neue Ergebnisse aus der Childhood Cancer Survivor Study.

Die Forscher analysierten Daten von 14.358 5-Jahres-Überlebenden von acht Krebserkrankungen im Kindesalter und 3899 Geschwisterkontrollen. Das erhöhte Risiko der Überlebenden reichte von einer fünffach erhöhten Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden, bis zu einer zehnfach erhöhten Wahrscheinlichkeit, in einem frühen Alter an Atherosklerose zu erkranken.

Eine Anthracyclin-Exposition und Bestrahlung des Herzens erhöhte bei einem Vergleich der exponierten Überlebenden mit Überlebenden, die keine Anthracycline oder eine Bestrahlung des Herzens erhalten hatten, ebenfalls das Risiko für Herzerkrankungen im frühen Erwachsenenalter. Gegenüber Überlebenden, die diese Behandlungen nicht erhalten hatten, betrug das relative Risiko für eine Herzinsuffizienz bei Überlebenden, die gegenüber mehr als 250 mg/m2eines Anthracyclins disponiert waren, beispielsweise 4,1 und bei denen, die eine Bestrahlung des Herzens erhalten hatten, 2,0.

Die Daten werden am 3. Juni auf dem Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentiert. Eine Zusammenfassung wurde bereits vor dem Treffen auf der Webseite der Gesellschaft (www.asco.org) veröffentlicht und von Hauptautor Dr. Daniel A. Mulrooney während einer Internet-Pressebesprechung diskutiert.

Die Überlebenden in der Studie waren zwischen 1970 und 1986 vor Vollendung des 21. Lebensjahres mit Leukämie, Tumoren des zentralen Nervensystems, Hodgkin- oder Non-Hodgkin-Lymphom, Nierentumoren, Neuroblastomen, Weichteilsarkomen oder Knochenkarzinomen diagnostiziert worden. Ihr mittleres Alter betrug zum Zeitpunkt der Diagnose 7,8 Jahre und zum Zeitpunkt des Follow-ups 27,5 Jahre.

Nach Bereinigung hinsichtlich Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, soziodemografischer Faktoren und Rauchstatus meldeten die Überlebenden mit höherer Wahrscheinlichkeit chronische Herzinsuffizienz (relatives Risiko 5,7), Mykokardinfarkte (RR 4,9), Atherosklerose (RR 10), Perikard- und Herzklappenerkrankungen (RR 6,3 bzw. 4,8) und eine Koronarangiographie (RR 8,2) als ihre Geschwister, berichtete Dr. Mulrooney von der University of Minnesota in Minneapolis.

"Wir stellten fest, dass 5-Jahres-Überlebende von Krebserkrankungen im Kindesalter ein erhöhtes Risiko für frühe kardiovaskuläre Erkrankungen haben", sagte er und bemerkte, dass die kardiale Toxizität Jahre nach der Krebsdiagnose auftreten kann und sich die Inzidenz im Laufe der Zeit stetig erhöhe.

"Das kardiovaskuläre Monitoring jedes Überlebenden einer Krebserkrankung in der Kindheit sollte früh beginnen und ein Leben lang fortgesetzt werden", schloss er.

Dr. Richard L. Schilsky, designierter Vorsitzender der ASCO und Professor für Medizin an der University of Chicago, sagte, dass die Ergebnisse zum zunehmenden Kenntnisstand der Wirkungen von Krebserkrankungen in der Kindheit auf spätere gesundheitliche Outcomes beitragen und die Notwendigkeit des Monitorings von Überlebenden unterstreichen.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Therapien von Krebserkrankungen in der Kindheit Auswirkungen auf die Knochengesundheit, die Fertilität, die Gesundheit der Schilddrüse und die psychische Gesundheit haben und dass Überlebende ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer weiteren Krebserkrankung aufweisen. Diese Ergebnisse haben angesichts der Verbesserungen der Krebstherapien – und damit der zunehmenden Zahl von Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter – immer mehr an Bedeutung gewonnen. Gegenwärtig gibt es in den USA mehr als elf Millionen Überlebende von Krebserkrankungen; darunter sind ungefähr 270.000 Überlebende von Krebserkrankungen im Kindesalter, erklärte Dr. Mulrooney.

"Was also Patienten und ihre Ärzte hiervon besonders im Gedächtnis behalten sollten, ist der Punkt, dass Krebsüberlebender zu sein in vielerlei Hinsicht eine sehr besondere Diagnose darstellt, die die Verantwortung mit sich bringt, die langfristigen Auswirkungen der Krebsbehandlung zu verstehen und Patienten hinsichtlich gesundheitlicher Probleme, die auftreten könnten, angemessen zu überwachen", sagte Dr. Schilsky.

Da sich viele Überlebende dafür entscheiden, ihre medizinische Betreuung vom Onkologen an ihren Hausarzt zu übertragen, obliegt es sowohl den Patienten als auch ihren Ärzten, sich der früheren Krebsbehandlung des Patienten und der potienziellen Auswirkungen dieser Behandlung bewusst zu sein, fügte er hinzu.

Die ASCO entwickelt derzeit eine Methode zur Betreuungsplanung, die Onkologen ihren Patienten, die ihre medizinische Betreuung an ihren Hausarzt übertragen, zur Verfügung stellen, merkte er an. Das Ziel ist die Sicherstellung eines angemessenen Monitorings und eine kontinuierliche medizinische Betreuung.

Gitti

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Der Krebs im Kindesalter
« Antwort #5 am: 06. Januar 2012, 14:29 »