Autor Thema: Pille senkt Eierstockkrebs-Risiko  (Gelesen 4045 mal)

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christina62

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Pille senkt Eierstockkrebs-Risiko
« am: 15. Februar 2008, 20:28 »

Pille senkt Eierstockkrebs-Risiko

Wie eine Metaanalyse von 45 medizinischen Studien aus 21 Ländern zeigte, sind Frauen, die mit der Pille verhüten, weniger gefährdet (8 von 1000 Fällen), Eierstockkrebs zu bekommen als andere Frauen (12 von 1000 Fällen).

Die Forscher um Dr. Valerie Beral aus Oxford haben die Daten von 23.257 Patientinnen mit Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) und 87.303 gesunden Kontrollpersonen ausgewertet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das Risiko für ein solches Karzinom mit zunehmender Dauer der Pilleneinnahme kontinuierlich sinkt - wenn die Pille erst in den letzten 10 Jahren abgesetzt wurde. Diese Verringerung des Risikos lässt sich etwa mit 29% pro fünfjähriger Einnahme des Verhütungsmittels beziffern. Frauen, deren letzte Pilleneinnahme noch länger als 10 Jahre zurückliegt, profitieren immer noch, aber nicht mehr so stark: Rund 10-19 Jahre nach der letzten Pilleneinnahme sinkt das Risiko aber immer noch um 19% und nach 20-29 Jahren um etwa 15%. Andere Risikofaktoren wie Alkohol- oder Nikotinkonsum, Größe oder Bildungsstand wurden vor der Analyse der Daten bereits berücksichtigt. Von den untersuchten Frauen haben 31% der Frauen mit Eierstockkrebs und 37% der Kontrollpersonen jemals orale Kontrazeptiva eingenommen, durchschnittlich 4,4 bzw. 5 Jahre lang.

Eierstockkrebs wird in vielen Fällen erst sehr spät erkannt und kann dann nicht mehr geheilt werden. Die Wissenschaftler aus Oxford plädieren für eine Befreiung der Rezeptpflicht für hormonelle Verhütungsmittel, damit mehr Frauen den Schutz durch die Antibabypille in Anspruch nehmen können. Schätzungen zufolge könnten so pro Jahr etwa 30.000 Erkrankungen weltweit verhindert werden.

Die Forscher weisen daraufhin, dass die Pille jedoch auch negative Nebenwirkungen haben kann, wie andere Studien belegen. So scheint es je nach Dosierung und Zusammensetzung der Präparate ein höheres Thromboembolie-Risiko sowie Zervixkrebs-Risiko zu geben.

http://www.die-topnews.de/pille-senkt-eierstockkrebs-risiko-33202
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Tanja

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Pille senkt Eierstockkrebs-Risiko
« Antwort #1 am: 17. März 2008, 22:36 »

Orale Kontrazeptiva schützen langfristig vor Ovarialkrebs

Relatives Risiko für Ovarialkrebs bei längerer Anwendung oraler Kontrazeptiva geringer

Die Anwendung oraler Kontrazeptiva bietet einen langfristigen Schutz gegen Ovarialkarzinome, und je länger die Pillen zur Geburtenkontrolle eingenommen werden, desto größer ist der protektive Effekt, so eine Analyse von 45 epidemiologischen Studien aus der ganzen Welt.

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass orale Kontrazeptiva (OK) während der vergangenen 50 Jahre weltweit rund 200.000 Ovarialkarzinome und 100.000 Todesfälle durch eine solche Erkrankung verhindert haben. Nach Angaben der Collaborative Group on Epidemiological Studies of Ovarian Cancer unter Leitung von Dr. Valerie Beral von der Cancer Research UK Epidemiology Unit an der englischen Oxford University wird die Anzahl der vermiedenen Krebsfälle auf schätzungsweise 30.000 pro Jahr steigen. Der Bericht ist am 26. Januar in The Lancet erschienen.

Unter der Anmerkung, dass diese Ergebnisse nicht unerwartet waren, bezeichnen die Herausgeber des Lancet die Studie als "beeindruckend und fesselnd". Die Resultate "setzen einen neuen Standard in der Primärprävention einer tödlichen Krebserkrankung und haben bedeutende Auswirkungen für die öffentliche Gesundheit", schreiben sie in einem Leitartikel (Lancet 2008;371:275). “Frauen verdienen es, die Wahl zu haben, orale Kontrazeptiva rezeptfrei erhalten zu können, wodurch ein mächtiges und unnötiges Hindernis [für den Erhalt] eines möglicherweise stark krebsvermeidenden Mittels beseitigt würde", schreiben sie.

Die gemeinschaftliche Analyse “vermittelt eindeutig eine gute Botschaft", schreiben Dr. Eduardo L. Franco und Dr. Eliane Duarte-Franco in einem Kommentar (Lancet 2008;371:277-8). “Frauen und ihre Ärzte müssen wieder einmal einen Balanceakt vollbringen und Risiken gegen Nutzen abwägen."

Die Analyse umfasste 13 prospektive Studien, 19 Fall-Kontrollstudien mit Kontrollen aus der Allgemeinbevölkerung sowie 13 Fall-Kontrollstudien mit Kontrollpersonen aus dem Krankenhaus. Durchgeführt in 21 Ländern schlossen die Studien 23.000 Frauen mit malignem epithelialem oder nicht-epithelialem Ovarialkarzinom sowie mehr als 87.000 Kontrollen ohne Ovarialkrebs ein, die sich keiner bilateralen Oophorektomie unterzogen hatten. Im Durchschnitt waren die Krebserkrankungen 1993 diagnostiziert worden; das Durchschnittsalter bei Diagnosestellung lag bei 56 Jahren (Lancet 2008;371:303-14).

31 Prozent der Frauen mit Ovarialkarzinom und 37 Prozent der Kontrollen hatten für durchschnittlich 4,4 beziehungsweise fünf Jahre OC genommen. Ovarialkrebs wurde im Mittel etwa 20 Jahre nach der ersten Einnahme oraler Kontrazeptiva durch die Frauen diagnostiziert.

Jeder der drei Studientypen ergab im Vergleich zu den Frauen, die niemals OC angewendet hatten, eine hochsignifikante (p= 0,0001) Senkung des relativen Risikos für Ovarialkrebs bei den Anwenderinnen. “Das relative Risiko insgesamt sank für jeden Zeitraum von fünf Jahren um 20 Prozent", schreiben die Autoren. Frauen, die OC etwa 15 Jahre lang eingenommen hatten, verzeichneten eine Riskominderung von 50 Prozent.

“Die proportionalen Abnahmen des relativen Risikos pro fünf Jahre [OC]Anwendung betrugen 29 Prozent für diejenigen, bei denen die Einnahme weniger als zehn Jahre zurücklag, 19 Prozent bei denjenigen, die seit 10 bis 19 Jahren keine mehr nahmen, und 15 Prozent bei den Frauen, die 20 bis 29 Jahre zuvor mit der Anwendung aufgehört hatten", berichten sie.

In Ländern mit hohem Einkommen senke eine Einnahme von OC über zehn Jahre die Inzidenz für Ovarialkrebs vor dem 75. Lebensjahr von zwölf pro 1000 Frauen auf acht pro 1000 sowie die Mortalität von sieben pro 1000 Frauen auf fünf pro 1000, schätzen die Wissenschaftler.

“Einer der wichtigsten Effekte oraler Kontrazeptiva ist es, die Aktivität der Ovarien zu unterdrücken, so dass ein gewisser Schutz vor neoplastischen Veränderungen plausibel ist", schreiben die Autoren.

Die Evidenz war begrenzt, dass die Anwendung von OC muzinöse Ovarialkarzinome verhindert, die weniger als 15 Prozent aller Fälle ausmachen, kommentieren Dr. Franco von der Abteilung Onkologie und Epidemiologie der McGill University in Montreal, und Dr. Duarte-Franco vom Institut National de Santé Publique du Québec, ebenfalls in Montreal.

Sie merken an, dass in der Million Women Study, die von derselben Gruppe von Wissenschaftlern durchgeführt wurde, die Anwendung einer Hormontherapie mit einem erhöhten Risiko für Ovarialkarzinome seröser Natur und gemischter Histologie assoziiert war, nicht jedoch mit muzinösem Ovarialkrebs (Lancet 2007;369:1703-10). “In den Jahren der Prämenopause könnten orale Kontrazeptiva helfen, die Anzahl der Zellen zu senken, die wahrscheinlich im Laufe des Lebens maligne werden, während [eine Hormontherapie] nach der Menopause einen karzinogenen Effekt haben könnte", fügen Dr. Franco und Dr. Duarte-Franco hinzu.