Autor Thema: Blasenkrebs, und dann Prostatakrebs  (Gelesen 3744 mal)

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Dietmar E.

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Blasenkrebs, und dann Prostatakrebs
« am: 17. Februar 2008, 00:57 »

Prostata- und Blasenkarzinom

Neue Untersuchung bestätigt hohe Korrelation

In der Literatur finden sich zahlreiche Hinweise auf ein erhöhtes Risiko
für ein Prostatakarzinom nach einem Blasenkarzinom
und für ein erhöhtes Risiko
eines Blasenkarzinoms nach einem Prostatakarzinom.

In einer groß angelegten retrospektiven Studie aus den Vereinigten Staaten wurde nun der Zusammenhang statistisch exakt analysiert: Von den 673 in die Untersuchung einbezogenen Männern mit initialem Prostatakarzinom entwickelten 21 (3,1%) in der Folge ein Blasenkarzinom, von den 149 Männern mit initialem Blasenkarzinom musste bei 18 (12,1%) in der Folge ein Prostatakarzinom diagnostiziert werden. Unter Berücksichtigung regionaler Karzinominzidenzen und der Altersschichtung - entsprechend der Untersuchungspopulation - hätte man beim Prostatakarzinom normalerweise 3,7 (statt 21) und beim Blasenkarzinom 3,1 (statt 18) Fälle erwartet. Damit zeigt sich bei beiden Karzinomarten ein um das 5-6 fache erhöhtes Karzinomrisiko.

Für die Praxis bedeutet das, dass bei Blasen- und Prostatakarzinom-Patienten in Zukunft
nicht nur auf das Rezidiv geachtet werden muss
sondern dass auch ein "Karzinomwechsel" ins Kalkül gezogen werden sollte.

Das heißt, dass zum Beispiel eine Hämaturie nach Prostatakarzinom-Behandlung
eben auch als Indiz für ein Blasenkarzinom gedeutet werden kann.

Quelle: A. Singh et al., The Journal of Urology, Vol. 178, 1526-1529, Mai 2005

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)