Autor Thema: Prostatakrebs, Blasenkrebs, Bestrahlungen, dann Darmkrebs?  (Gelesen 4060 mal)

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Werner

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Rektumkarzinom nach Strahlentherapie eines Prostatakarzinoms

Eine Strahlentherapie des Prostatakarzinoms geht mit einem erhöhten Risiko von bösartigen Erkrankungen im kleinen Becken einher, insbesondere mit einer Zunahme des Blasenkarzinoms.
Die Autoren konnten in einer retrospektiven Kohortenstudie zeigen, dass auch das Risiko, in der Folgezeit an einem Rektumkarzinom zu erkranken, deutlich erhöht ist.
Die Autoren verglichen die Daten von 30 552 Männern, bei denen eine Strahlentherapie wegen eines Prostatakarzinoms durchgeführt wurde, mit den Daten von 55 263 Männern, die einer operativen Therapie zugeführt worden waren. 1 734 Patienten entwickelten in der Folgezeit ein kolorektales Karzinom, 267 im Bereich des Strahlenfeldes, 686 in unmittelbarer Nachbarschaft und 484 in Kolonregionen, die außerhalb des Strahlenfeldes lagen. In der Gruppe der strahlentherapierten Patienten lag das Risiko, ein Rektumkarzinom zu entwickeln, um den Faktor 1,7 höher als in der Gruppe der primär operativ Behandelten. Da die Strahlentherapie keinen Einfluss auf die Karzinomrate im übrigen Kolon hatte, schließen die Autoren, dass es sich doch um einen spezifischen Effekt der Strahlentherapie gehandelt haben muss.

Baxter NN, Tepper JE, Durham SB et al.: Increased risk of rectal cancer after prostate radiation: a population-based study.
Dr. N. N. Baxter, Division of Colon and Rectal Surgery, University of Minnesota, MMC 450, 420 Delaware Street SE, Minneapolis, MN55455, USA, E-Mail: baxte025@umn.edu

WDF

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Re: Prostatakrebs, Blasenkrebs, Bestrahlungen, dann Darmkrebs?
« Antwort #1 am: 02. März 2008, 20:22 »
Mein Urologe hat mir das schon 2001  unmittelbar nach meiner Bestrahlung angekündigt: Bei Rd. 10 bis 15 % der Bestrahlten sei ein Rektumkarzinom im Bereich des Möglichen, ganz ohne Studie, einfach so aufgrund 25jähriger Berufserfahrung.
Und genau darauf möchte ich hinaus: Es gibt eine ganze Reihe guter, wenn nicht sogar sehr guter Urologen. Man muß sie halt nur suchen und finden und den "Mut" haben, zu wechseln. Die einen nennen es Doktorhopping, andere wiederum taktischer Wechsel. Ich nenne es klug handeln. Was nutzt mir ein lieber Onkel Dktor, der immer so nett ist, und er hat Erfarungen in urologischen Breichen, die nur wenig mit PCa zu tun haben.
Wolfhard

Josef

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Urologe, Onkologe, aber wie, wen und wo?
« Antwort #2 am: 02. März 2008, 21:47 »
Hallo Wolfhard,

ganz richtig.
Nur "in der Lethargie der Krebserkrankung" ist dies sehr schwer, zudem mann/frau auch nicht weiß, wie, wen und wo?
Vom Bereich Wien gibt es etwas, nämlich das Verzeichnis von Urologen mit Onkologieausbildung. Selbst dabei muss man aufpassen: Zuletzt
erzählte mir ein Krebspatient er habe einen Termin in der Ordination des Urologen vereinbart, (übliche) 6 Wochen Wartezeit,
dann Erstanamnese und Untersuchung und schließlich gemerkt, das ist nicht DER Urologe, das ist ein "Ersatzmann", ein "Springer". Bei
der taggleichen Anmeldung wurde das von der Sprechstundenhilfe nicht erwähnt. Beim Hinausgehen sah er dann einen Zettel auf der
Tür, "............ wegen Fortbildung ........"!

Urologen mit Onkologieausbildung:
http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1205.msg2842.html#msg2842

Oben angedeutete Ordination ist da auch dabei.
Zur "Rettiung" sei gesagt, der "Springer" ist immer nur "Springer", Ausbildung am AKH, war aber versiert.
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke