Autor Thema: News und Forschung  (Gelesen 4041 mal)

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Werner

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News und Forschung
« am: 22. Februar 2008, 12:32 »

Krebskranke Kinder profitieren von Epo-Gabe

Nicht nur erwachsene Krebspatienten profitieren von einer Erythropoetin-Behandlung – US-amerikanische Wissenschaftler konnten positive Effekte der Therapie nun auch bei Kindern nachweisen. Die Forscher beobachteten eine signifikante Korrelation zwischen dem Anstieg des Hb-Wertes unter Erythropoetin und der Lebensqualität der kleinen Krebspatienten.

Die Arbeitsgruppe um Bassem Razzouk vom St. Jude Children's Research Hospital in Memphis untersuchte die Folgen einer Erythropoetin-Behandlung bei 222 Kindern im Alter von 5 bis 18 Jahren, die an Leukämien oder bösartigen soliden Tumoren (keine intrazerebralen Malignome) erkrankt waren. Alle Teilnehmer litten nach einer Chemotherapie unter einer Anämie. Die Hälfte von ihnen erhielt über einen Zeitraum von 16 Wochen intravenöse Epo-Gaben, die Kontrollgruppe ein Plazebo.

Es zeigte sich, dass Patienten mit Erythropoetin-Behandlung seltener eine Bluttransfusion benötigten. In dieser Gruppe stiegen auch die Hb-Werte schneller an als bei den Kindern ohne Epo-Gabe. Gleichzeitig fanden die Forscher einen signifikanten Zusammenhang zwischen den Hb-Werten und der Lebensqualität der Krebspatienten – allerdings nur bei den Teilnehmern mit Erythropoetin-Behandlung.

"Unsere Untersuchung zeigt, dass EPO nicht nur den HB-Wert verbessert, sondern auch die Lebensqualität, weil die jungen Patienten die EPO-Gabe gut tolerieren", erklärte Razzouk. Insgesamt war die Lebensqualität, sowohl die allgemeinen als auch die krebsspezifischen Scores betreffend, in beiden Gruppen jedoch vergleichbar. JG

Quelle: Journal of Clinical Oncology 24: 3583-9



Gitti

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Besuch von Kindertagesstätten schützt gegen Leukämie
« Antwort #1 am: 30. April 2008, 11:49 »

   Frühe Infektionen stärken das Immunsystem

   Berkeley - Kinder, die in Kindertagesstätten gehen
   oder bei Spielgruppen mitmachen, verfügen über ein um 30 Prozent
   geringeres Risiko, an einer akuten lymphatischen Leukämie (ALL) zu
   erkranken. Wissenschaftler der University of California
   http://berkeley.edu haben 14 Studien mit fast 20.000 Kindern analysiert.
   Rund 6.000 Kinder erkrankten an ALL. Es wird angenommen, dass frühe
   Infektionen dem Körper helfen können eine Erkrankung abzuwehren. Leukämie
   ist die häufigste Krebsform bei Kindern in der industrialisierten Welt.
   Betroffen ist eines von 2.000 Kindern. ALL ist für mehr als 80 Prozent
   aller Erkrankungen bei Kindern verantwortlich und tritt am häufigsten
   zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr auf.

   Die aktuelle Untersuchung wies nach, dass zwölf der Studien Hinweise auf
   eine schützende Wirkung sozialer Interaktion enthielten. Würden einige
   der schwächeren Studien ausgesondert, könnte der schützende Effekt noch
   immer bei 40 Prozent liegen. Kinder aus großen Familien schienen weniger
   zu profitieren als jene mit weniger Geschwistern. Die leitende
   Wissenschaftlerin Patricia Buffler erklärte, dass nach Kombination der
   Studienergebnisse die Existenz einer schützenden Wirkung tatsächlich
   besteht.

   Die Forschung geht davon aus, dass bei den meisten Formen von Leukämie
   bei Kindern zuerst eine genetische Mutation im Mutterleib stattgefunden
   haben muss, gefolgt von einem zweiten Auslöser wie einer Infektion. Es
   wird aber auch angenommen, dass Infektionen, die in der Kindheit leicht
   beim engen Kontakt zum Beispiel in Spielgruppen übertragen werden, das
   Immunsystem gegen Leukämie stärken könnten. Wird das Immunsystem in den
   ersten Lebensjahren nicht gefordert, erhöhe dies das Risiko von
   unangemessenen Reaktionen auf spätere Infektionen. Dadurch könnte die
   Entstehung von Leukämie wahrscheinlicher werden, berichtet BBC.

   30.4.08

Gitti

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 URL:
http://www.lernzeit.de/sendung.phtml?detail=1095889
   WDR        
            
   Mittwoch, 7. Mai 2008    Radio
 
Leonardo
16.05 - 17 Uhr, WDR 5

   
     Die Brücke zur Außenwelt
Videokonferenzen auf der Isolierstation

Wiederholung:    7. Mai, ab 22.05 Uhr (WDR 5)

Im Kindergarten oder in der Schule, nachmittags mit Freunden oder Geschwistern - Kommunikation gehört zum Kinderalltag einfach dazu. Sie reden, stellen Fragen, streiten sich. Alles ganz normal.

Und wie alles, was so normal ist, fällt es vor allem dann auf, wenn es nicht mehr da ist. Wenn Kinder viel allein sein müssen, bleibt ein Großteil der alltäglichen Kommunikation aus. Eine Extremsituation: im Krankenhaus, auf einer Isolierstation.

Hier werden krebskranke Kinder mit einer hochdosierten Chemotherapie behandelt. Deshalb müssen die Kinder zwei bis drei Monate in einem Isolierzimmer leben - mit ganz wenig Besuch. Um ihnen trotzdem Kontakte zur Außenwelt zu ermöglichen, können sie an der Universitätsklinik Essen über Videokonferenzen mit Angehörigen und Freunden sprechen.

Das Modellprojekt der Kinderonkologie mit der Kommunikationswissenschaft der Uni Duisburg-Essen läuft mittlerweile seit über einem Jahr und wird von Ärzten und Kommunikationswissenschaftlern begleitet.

Autorin: Nicole Vergin 

WDR:WDR 5 über Internet als Live-Stream hören!

WDR:Leonardo als Podcast:
http://podcast.wdr.de/radio/leonardo.xml


Sissi

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Forschen heilt Krebs - auch bei Kindern
« Antwort #3 am: 15. Juni 2008, 20:33 »

   Wien (pts/19.05.2008/17:27) - Bei einem dreitägigen Symposium, das vom
   15. bis 17. Mai im Billrothhaus in Wien stattfand, trafen sich über
   dreißig europäische Kinder-Krebs-Experten. Die Veranstaltung wurde von
   der St. Anna Kinderkrebsforschung im Rahmen des Kommunikations-Projektes
   "Forschen heilt Krebs" organisiert. Diese Initiative wird von der
   Europäischen Kommission für zwei Jahre gefördert.

   Krebserkrankungen bei Kindern nehmen eine besondere Position in der
   Onkologie ein. So kommen typische pädiatrische Krebsarten, wie etwa
   bestimmte Leukämien und spezielle Formen von Gehirntumoren, ebenso wie
   das Neuroblastom, ein Tumor des sympathischen Nervensystems, oder ein
   Augentumor namens Retinoblastom, bei Erwachsenen nicht vor. Weiters liegt
   die Heilungsrate bei Kindern dank intensiver Labor- und klinischer
   Forschung bei mehr als 75 Prozent (siehe Abbildung der Überlebensraten).

   In Österreich werden jährlich rund 250 neu erkrankte Kinder, in
   Deutschland cirka 2000 neue Fälle registriert. Aufgrund der geringen
   Zahlen gibt es für krebskranke Kinder und Jugendliche nur wenige
   zugelassene Medikamente. Die Ärzte müssen somit auf Therapeutika
   zurückgreifen, die für Erwachsene entwickelt wurden.

   "Diese so genannte off-label Anwendung von Medikamenten nutzen Ärzte
   bereits seit vielen Jahren mit angepasster Dosierung und in veränderten
   Kombinationen", erklärte Univ.-Doz. Dr. Michael Dworzak, Oberarzt am St.
   Anna Kinderspital und Partner der EU-Initiative.

   Noch in den 1960er Jahren lagen die Heilungsraten für krebskranke Kinder
   und Jugendliche bei unter 20 Prozent. Die rasanten Erfolge sind
   ausschließlich das Resultat der ständig verbesserten Therapieprotokolle,
   des genauen Beobachtens und Dokumentierens der einzelnen Fälle und der
   internationalen Vernetzung der Kinder-Krebs-Experten.

   Die Entwicklung neuer Medikamente für krebskranke Kinder und Jugendliche
   spielte in der Vergangenheit keine tragende Rolle. "Um die Heilungsraten
   weiter zu verbessern, möchten wir insbesondere im Bereich neuer
   Medikamente Fortschritte erzielen", betonte Prof. Gilles Vassall,
   Kinder-Krebs-Experte aus Frankreich.

   Was sich über viele Jahre in der Kinder-Krebs-Heilkunde und -Forschung
   zum Standard entwickelt hat, steht gegenwärtig im Zentrum intensiver
   Debatten. Eine Direktive der EU aus dem Jahr 2004 erschwert die Arbeit
   der pädiatrischen Onkologen. Die Direktive versucht Patienten in
   klinischen Studien zu schützen, aber stellt einen wesentlichen
   finanziellen und organisatorischen Mehraufwand dar, der von der
   pädiatrischen Onkologie nicht geleistet werden kann.

   Ein weiteres Hemmnis ist, dass die Regelungen nicht in allen EU-Staaten
   identisch sind, was die wichtige internationale Zusammenarbeit zwischen
   den Fachleuten erschwert.

   Die Teilnehmer des Symposiums resümmierten, dass die verschiedenen
   Fachgebiete der Kinderkrebsforschung in Europa künftig noch enger
   koordiniert und gemeinsame Strategien entwickelt werden müssen, um für
   verbesserte Regelungen einzutreten.

   Ähnliches gilt für das Erproben und die Einführung neuer Medikamente, für
   die es noch keinerlei Erfahrungswerte bei Kindern gibt. Sie bergen die
   Chance für Therapien mit geringeren Nebenwirkungen. Sie sollen auch
   helfen, jene Kinder erfolgreich zu behandeln, deren Krebs-Erkrankungen
   noch immer als unheilbar einzustufen sind. "Einem Viertel der
   krebskranken Kinder können wir nicht helfen", erklärte Prof. Helmut
   Gadner, Leiter der St. Anna Kinderkrebsforschung, Koordinator des
   EU-Projektes und Symposiums-Gastgeber.

   "In den letzten drei Tagen wurde deutlich, dass wir für eine höhere
   Transparenz unserer Arbeit sorgen müssen, sowohl in der Öffentlichkeit
   als auch bei den zuständigen Behörden", so Gadner. "Für uns bedeutet das,
   dass wir gemeinsam unsere wichtige Arbeit fortsetzen und gleichzeitig für
   idealere Bedingungen für die Krebsmedizin bei Kindern eintreten müssen."
   Diese Anliegen soll die Initiative "Forschen heilt Krebs" der breiten
   Öffentlichkeit mit zahlreichen Aktionen kommunizieren.
     Aussender: St. Anna Kinderkrebsforschung
   Ansprechpartner: Sandra Brezina-Krivda
   email: sandra.brezina@ccri.at
   Tel. +43(1)40470-4450

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=080519041