Autor Thema: Tumormarker etc. bei Prostatakrebs  (Gelesen 11008 mal)

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Dietmar E.

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Tumormarker etc. bei Prostatakrebs
« am: 10. März 2008, 13:07 »
Prostata: Wenn der PSA-Wert erhöht ist

Tumormarker

Ich habe leider dutzende Männer kennengelernt, beim Männergesundheitskongress im Herbst und in unseren Selbsthilfegruppen mit 2 Problemen: PSA leicht ansteigend, Tastung + Pr. Volumen o.B., schon 2 oder 3 x biopsiert, Krebs "nicht erwischt"!

1. Frage: Warum kein Einsatz vom PCA3 Tumormarker??? Im Oktober auch 2 Männer kennen gelernt, PSA 2,2 bzw. 2,8 gewesen, relativ gleich bleibend also fern jeder Verdoppelung, Miktionsbeschwerden, Biopsie, 1 bzw. 2 Stanzungen positiv mit Gleason 3+3, Prostatektomie, beide trotz Behandlungen inkontinent, einer auch impotent; Op. vor über 1 Jahr.

2. Frage: Warum wird nicht mittels DNA-Zytometrie der Krebs genauer analysiert und dadurch das Therapieschema optimiert? Was kostet die DNA-Zytometrie, wer macht sie? GKK-Leistung? Hätte hier eine MR-Spekt Aufschlüsse gegeben?

3. Frage: Zig Blasenkrebspatienten haben eine BCG-itis Prostata und deshalb hohe PSA-Werte! Lässt sich noninvasiv ein P.Ca. ausschließen?


Antwort von Univ.-Doz. Dr. Eugen Plas
bezugnehmend auf Ihre Anfragen möchte ich wie folgt antworten:

1. PCA3 ist ein interessanter neuer Marker, der anhand der bisherigen Daten vielversprechend ist und bei der Entscheidung zu weiteren Biopsien möglicherweise zusätzliche Informationen liefern wird. Jedoch fehlen bis dato prospektiv randomisierte Studien, die den sicheren Einsatz und eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Verfahren garantieren – leider gibt es meines Wissens in Österreich noch kein Labor, das PCA3 bestimmt.

2. Die Zytometrie ist eine relativ „alte“ Methode, wobei man 2 Verfahren nämlich die sog. Durchflußzytometrie gegenüber der single zell-Zytometrie unterscheidet. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, haben sich jedoch bei der Diagnostik des Prostatakarzinoms nicht durchgesetzt und sind wieder verlassen worden.
Ob die radiologische Diagnostik mittels SPECT / MRT oder Farbdopplergestützem Ultraschall uns in Zukunft wirklich in jedem Fall weiterbringen wird, bin ich noch nicht überzeugt, sondern sehe diese Verfahren als zusätzliche Hilfe vor einer ReBiopsie.

3. Das Problem der BCG Prostatitis und somit Erhöhung des PSA Wertes ist ein häufiges – eine sichere Methode zum Ausschluss eines Karzinoms gibt es nicht – jedoch bei fehlendem progredienten Anstieg des PSA Wertes nach BCG ist eine Biopsie im Verlauf nicht zwingend erforderlich.
Mit freundlichen Grüßen
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Prostatakrebs: Geschäfte mit der Angst des älteren Mannes
« Antwort #1 am: 16. August 2008, 17:24 »
URL: http://www.welt.de/wissenschaft/article1011344/Geschaefte_mit_der_Angst_des_aelteren_Mannes.html

9. Juli 2007

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Je früher er erkannt wird, desto höher ist die Chance auf Heilung. Das nutzen Firmen, um Sets für den Test anzubieten. Die muss der Patient meist teuer bezahlen. Dabei ist die Wirksamkeit nicht erwiesen.

Gerade ältere Männer erkranken häufig an der Prostata

Derzeit werden in Europa und USA mehrere Harntests zur möglichen Früherkennung eines Prostatakarzinoms entwickelt und in klinischen Studien erprobt. Einige Tests sind bereits auf dem Markt erhältlich. Für einige wird Teil heftig geworben. Diese Tests versprechen eine Diagnose von Prostatakrebs im Frühstadium mit hoher Treffsicherheit, und das ohne eine Gewebeprobe. Da halten Ärzte vom Urologischen Netzwerkes Bonn dagegen: "Bei keinem Patienten können die Tests die Biopsie der Prostata ersetzen".

Zur Früherkennung von Prostatakrebs wird Männern ab dem 45. Lebensjahr einmal im Jahr ein PSA-Test für 25 Euro empfohlen. PSA ist ein Eiweiß und wird ausschließlich in der Prostata gebildet. Bei Erkrankungen der Vorsteherdrüse wird dieses Protein vermehrt an das Blut abgegeben. Ein erhöhter PSA-Spiegel im Blut ist somit auch ein Warnhinweis auf Prostatakrebs, erlaubt aber keine eindeutige Diagnose.
Auch die neuen Tests setzen auf so genannte Biomarker, die ein Prostatakarzinom anzeigen, bevor es Beschwerden verursacht. So wird beispielsweise der Urin auf Eiweiße untersucht, die in typischer Weise verändert sind. Ein solcher Urintest kostet mehrere Hundert Euro, die der Patient in der Regel selbst zahlen muss. Ein anderer Test misst die erhöhte Ausschüttung eines Gen-Abkömmlings, der von bösartigen Prostatakrebszellen verstärkt gebildet und in den Urin abgegeben wird.

Die Testverfahren können möglicherweise durchaus brauchbar sein. Dennoch ist den Bonner Urologen die Datenlage zu dünn. Auch ihre eigenen Erfahrungen machen die Tests problematisch: Allein die dafür nötige Konservierung von Eiweißstoffen im Urin sei ein erheblicher Unsicherheitsfaktor. Zudem werden diese Urintests dem Patienten zu hohen Preisen angeboten.

Es gebe aber noch keine wissenschaftlich haltbaren Beweise, dass hier ein vertretbares Kosten-Nutzen-Verhältnis bestehe und diese Tests ein Prostatakarzinom besser vorhersagen könnten als regelmäßige PSA-Bestimmungen, klinische Untersuchungen, Ultraschalldiagnostik und die nicht zu unterschätzende Erfahrung eines Urologen.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Geri

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Biopsiefreie Diagnostik Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie
« Antwort #2 am: 28. November 2008, 11:00 »

   Heidelberg (ots) - Die Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie gilt deutschlandweit als einzige Klinik, die sich ausschließlich auf schonende Prostata-Therapieverfahren spezialisiert hat. Mit einer völlig neuartigen Diagnoseform, bei der das Risiko der Zell-Aussaat von malignen Zellen im Körper vermieden wird, gelang einer weitere Schritt zur umfassenden und schonenden Prostata-Therapie.

   In jeder Minute erhält in Deutschland ein Patient die Diagnose Krebs. Hierzulande gibt es 436.000 Neuerkrankungen und 208.000 Todesfälle pro Jahr. Die häufigste Krebserkrankung beim Mann ist Prostatakrebs mit 58.570 Fällen. Für Männer ab dem 45. Lebensjahr empfehlen Mediziner eine jährliche Vorsorgeuntersuchung mit Tastuntersuchung der Prostata, eine Urinanalyse, eine Sonographie von Blase und Nieren sowie die Bestimmung des PSA-Wertes; PSA steht für 'prostataspezifisches Antigen' und ist mittlerweile zum wichtigsten Marker in der Urologie geworden. Ein erhöhter PSA-Wert kann - muss jedoch nicht - ein Hinweis auf einen Prostata-Tumor sein.

   Die Treffsicherheit der Prostata-Biopsie ist jedoch relativ gering und zudem mit deutlichen Risiken verbunden. Häufig sind drei oder mehr Stanzbiopsien, bei denen jeweils bis zu 30 Stanzen aus der Prostata entnommen werden, notwendig, um ein Prostata-Karzinom zu diagnostizieren. Dabei kann es zu bakteriellen Einschwemmungen in die Blutbahn kommen, die auch zu lebensbedrohlicher Blutvergiftung führen kann. Wird ein Prostata-Karzinom mit der Biopsienadel getroffen, besteht die Gefahr einer Tumor-Zellaussaat. Zudem können so genannte Zytokine freigesetzt werden, die das Wachstum und die Metastasierung des Prostatakarzinoms fördern können. In der Klinik für Prostata-Therapie werden neuerdings spezielle nichtinvasive Untersuchungsverfahren angewandt, die eine Prostata-Biopsie überflüssig machen. Hierbei können einerseits die negativen Auswirkungen der Biopsie, andererseits falsch negative Befunde vermieden werden. Mit modernsten Laborverfahren lassen sich nach einer einfachen Blutentnahme zirkulierende Prostatazellen im Blut nachweisen. Das Verfahren beruht auf dem Prinzip der Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Nicht nur die Existenz von Krebszellen, sondern auch deren Zahl und Charakteristik können in Heidelberg bestimmt werden.

   Ergänzt werden die biopsiefreien, schonenden Diagnose-Verfahren durch eine Urin-Proteomanalyse, bei der Urin einem besonderen spektroskopischen Verfahren unterzogen wird. Lassen sich bestimmte Proteine nachweisen, sind diese zusätzlich ein hohes Indiz für das Vorliegen eines Prostata-Tumors. Große Erwartungen werden auch in die Elastographie gesetzt, ein neues Ultraschall-Diagnoseverfahren.

   Ist die Diagnose Prostata-Krebs getroffen, kann dieser mit der Methode des hochintensiven Ultraschalls (HIFU) schonend und ohne operativen Eingriff mit hohen Heilungschancen behandelt werden.

Rückfragehinweis:

  Pressekontakt:
  Klinik für Prostata-Therapie am Brückenkopf GmbH
  Brückenkopfstr. 1-2
  D-69120 Heidelberg
  Fon +49(0)6221/409022
  Fax +49(0)6221/409033
  E-Mail: Dr.Deuster@prostata-therapie.de
  Internet: www.prostata-therapie.de

Dietmar E.

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Suche nach Tumormarker bei Prostatakrebs
« Antwort #3 am: 13. Dezember 2008, 15:07 »

Hier ist ein Kurzbericht des 5-seitigen Artikels nachzulesen.

http://www.gen-au.at/artikel.jsp?id=798&base=vermitteln&lang=de

Wer den gesamten Forschungsbericht will:

kontakt@krebsforum.at


Siehe auch:

http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,2751.msg7245.html#msg7245
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2008, 19:15 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Richi

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LABORWERTE bei (Verdacht auf) Prostatakrebs
« Antwort #4 am: 03. Januar 2009, 19:27 »

Der PSA ist nicht das "Allheilmittel", sagt auch der Österreich-Uro-Guru Prof. Marberger vom AKH und ist gegen
ein PSA Screening, einst und immer noch.

Aber welche Laborwerte sind noch interessant, außer dem PSA?
Da war/ist einmal der fPSA, das freie PSA, der Index daraus.
Dann gibt es den "imPSA".

Und natürlich der PCA3, siehe hier im Forum.

SP: Saure Phosphate, gibt es glaublich nicht mehr.

Aber AP: Alkalische Phosphate

Und, das Testosteron.
Nicht nur wegen dem Sex, sondern auch wegen dem Prostatakrebs interessant.


Richi

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Testosteron
« Antwort #5 am: 03. Januar 2009, 19:29 »

Zu Testosteron und Sex:

Testosteronmangel: Nicht nur eine Altersfrage

München (dpa/tmn) - Abgeschlagenheit, nachlassende Libido, zunehmender Bauchspeck - wenn diese Symptome bei Männern vorliegen, wird immer häufiger Testosteronmangel als mögliche Ursache ins Spiel gebracht.

http://portal.gmx.net/de/themen/gesundheit/sex/7280232-Testosteronmangel-Nicht-nur-eine-Altersfrage,articleset=4894488,page=0.html