Autor Thema: Magenkrebs und Appetit  (Gelesen 3776 mal)

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Gitti

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Magenkrebs und Appetit
« am: 14. März 2008, 20:32 »
Lebensqualiltät spielt wichtige Rolle

Appetit beeinflusst Überleben bei gastro-ösophagealen Karzinomen

Schottische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Lebensqualität und hierbei vor allem der Appetit von Patienten mit gastro-ösophagealen Karzinomen einen deutlichen Einfluss auf die krebsspezifische Überlebensrate hat. Bisher war dieser Zusammenhang bei unselektierten Patienten unklar gewesen.

14.03.08 - Die Arbeitsgruppe um Donald C. McMillan von der Universität Glasgow untersuchte dazu 152 Patienten, die bei gastro-ösophagealen Malignomen entweder potenziell kurativ operiert oder palliativ beziehungsweise supportiv behandelt worden waren (Br J Cancer 98 [2008] 888-893). Die Prognose dieser Patienten ist recht ungünstig, da viele bei Diagnosestellung schon an einer fortgeschrittenen und inoperablen Erkrankung leiden.

Weniger als 15 Prozent überleben die ersten fünf Jahre. Umso wichtiger ist daher die Lebensqualität. Um diese zu überprüfen, verwendeten die Autoren den validierten Fragebogen EORTC-QLQ-C30, den die European Organisation for Research and Treatment of Cancer speziell für Krebspatienten entwickelt hat. Anschließend überprüften sie, ob es einen Zusammenhang zwischen Lebensqualität und Überlebensrate gab.

Die mediane Beobachtungszeit für die Überlebenden betrug 81 Monate. Insgesamt waren 106 Patienten (70 Prozent) an den Folgen des Karzinoms und 14 (9 Prozent) an Begleiterkrankungen verstorben. In der univariablen Analyse fanden sich neben Tumorstadium und Therapie verschiedene Parameter der Lebensqualität, die signifikant mit dem krebsspezifischen Überleben korrelierten.
Appetitlosigkeit erwies sich als unabhängiger Prognosefaktor
Unter anderem waren dies die globale Lebensqualität, Schmerzen, Dyspnoe, Übelkeit und Erbrechen, Obstipation oder Appetitlosigkeit. Die Appetitlosigkeit erwies sich auch in der multivariablen Analyse als unabhängiger Prognosefaktor des tumorspezifischen Überlebens, ebenso wie Tumorstadium und Behandlung.

"Die vorliegende Studie unterstreicht, wie wichtig bei Patienten mit gastro-ösophagealen Karzinomen die Lebensqualität und hier speziell der Appetitverlust als Prognosefaktor ist", folgert McMillan aus den Ergebnissen.