Autor Thema: Prostatakrebs: Da Vinci Robotersystem, auch in Innsbruck  (Gelesen 14317 mal)

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Werner

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http://www.pznw.de/

http://www.pznw.de/fachpublikum.php?site=akt

http://www.pznw.de/davinci.php

http://www.uniklinikum-saarland.de/de/einrichtungen/kliniken_institute/urologie/lehre/video/video_vortrag/pit_v_siemer


Urologie auf europäischen Spitzenniveau



Live-OP Symposium mit internationalen Experten im St. Antonius-Hospital

Führende europäische Spezialisten trafen sich am vergangen Samstag zu urologischen Herbstmeeting 2007 im St. Antonius-Hospital. Auf Einladung des Prostatazentrums Nordwest (www.pznw.de) diskutierten etwa 80 Teilnehmer aus ganz Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz aktuelle Entwicklungen in der Behandlung von Prostataerkrankungen.
"Innovation in der Urologie" war der Titel des Meetings. Dr. Witt, Chefarzt der Urologischen Abteilung, demonstrierte mit seinem Team im Rahmen von Live-Operationen aktuelle Verfahren zur schonenden Behandlung von gut- und bösartigen Erkrankungen der Prostata. Abgerundet wurde das Programm durch Übersichtsreferate zu den verschiedenen Themen.
Professor Dr. Frans Debruyne aus Amsterdam, langjähriger Vorsitzender der europäischen Gesellschaft für Urologie (European Association of Urology) führte mit einem Übersichtsreferat über die neuesten Entwicklungen in der Urologie die anwesenden Ärzte in die Thematik ein. Im Anschluss wurde eine Brachytherapie (innere Bestrahlung), durchgeführt von Dr. Davoudi (Oberarzt der Urologie) zusammen dem Strahlentherapeuten Dr. Peters aus Nordhorn übertragen.
Insbesondere die mit dem DaVinci Roboter von Dr. Witt durchgeführte Prostatektomie löste beim anwesenden Fachpublikum Begeisterung aus. Priv.-Doz. Dr. John aus Zürich moderierte diese Operation und tauschte sich hierbei via Live-Schaltung mit Dr. Witt über unterschiedliche OP-Techniken aus. Die deutschlandweite Spitzenstellung der Urologie im St. Antonius-Hospital in der Anwendung dieser Technik wurde hierbei deutlich. In Gronau wurden bereits ca. 300 Roboter-assistierte Operationen erfolgreich durchgeführt.
Dr. Blana von der Universität Regensburg stellte die Ergebnisse für die HIFU-Therapie vor. Dieses schonende Alternativverfahren in der Behandlung des Prostatakarzinoms wird in Gronau schon seit fast vier Jahren durchgeführt. Auch die Laser-Abtragung der Prostata bei der gutartigen Vergrößerung gehört ebenfalls zum Behandlungsspektrum des Prostatazentrums und wurde live aus dem OP übertragen.
Der abschließende Vortrag von Dr. Pit vom Medisch Spectrum Twente (MST) in Enschede verdeutlichte die enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit der ortsansässigen Urologen.
Zum Abschluss des Kongresses wurde den anwesenden Ärzten ein Training am DaVinci Roboter angeboten, welches auf reges Interesse stieß.
Die erfolgreiche Veranstaltung mit den technisch aufwändigen Live-Operationen belegt die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit der Urologie im St. Antonius-Hospital und die überregionale Bedeutung der Abteilung.

 
http://www.uro-innsbruck.at/prostatazentrum/website/iframe_therapieangebote_davinci.htm

Roboterunterstützte, laparoskopische radikale Prostatektomie
mit dem Da Vinci System : Ein Erfahrungsbericht
Pressebericht:
Universitätsklinik Innsbruck:
Roboter-Chirurgie verbessert die Operationsergebnisse bei Prostatakarzinom
 

Roboterunterstützte, laparoskopische radikale Prostatektomie
mit dem Da Vinci System : Ein Erfahrungsbericht

Zur kurativen Behandlung des organbegrenzten Prostatakarzinoms stehen uns zur Zeit die perkutane Strahlentherapie, die sog. Brachytherapie, als auch die chirurgische Entfernung der Prostata zur Verfügung. Bis vor wenigen Jahren wurde dieser Eingriff ausschließlich offen chirurgisch – offene retropubische Prostatektomie- durchgeführt, es konnte jedoch in den letzen Jahren gezeigt werden, dass dieser Eingriff in speziell eingerichteten und geschulten Zentren auch laparoskopisch, im Sinne einer minimal invasiven Chirurgie ausgeführt werden kann. Der große Nachteil der laparoskopischen radikalen Prostatektomie liegt jedoch in einer anfänglichen sehr steilen und sehr langen Lernkurve,d.h. der Operateur benötigt sehr viele operative Fälle um einen gewissen Standard zu erreichen und beizubehalten. In der Literatur sind dafür bis zu 350 Fälle angegeben.
Dies würde für einen sog. „high volume surgeon“, der angonommen 80 radikale Prostatekomien jährlich ausführt viereinhalb Jahre Lernkurve bedeuten.
Als Alternative zur rein laparoskopische radikalen Prostatektomie steht uns seit wenigen Jahren die sog. roboterunterstütze, laparoskopische radikale Prostatektomie mit dem sog. Da Vinci Robotersystem (Abb.1) zur Vefügung. Bei diesem System sitzt der Operateur an einem Computerarbeitsplatz, der sog. Konsole. Von dort aus steuert er mit seinen Handen und Beinen mit speziellen Instrumenten ausgestattete Sonden, die über kleine Schnitte in das Innere des Körpers eingebracht werden. Die Instrumente an den Sonden sind gleich wie eine Hand in allen Freiheitgraden intuitiv vom Operateur steuerbar. Zusätzlich werden bei dieser Operation konventionelle laparoskopische Instrumente von 1 bis 2 Assistenzen in das Innere des Körpers eingeführt, um den Operateur an der Konsole zu unterstützen und zu assistieren. Ein weiterer Unterschied zur konventionellen Laparoskopie liegt darin, dass der Operateur von einer, ebenfalls in den Körper eingeführten Kamera, ein 3 dimensionales Bild vom Operationsgebiet bekommt, dass bis 12-fach vergrößert werden kann.
Seit Dezember 2004 wird die roboterunterstützte,laparoskopische radikale Prostatektomie an der Universitätsklinik für Urologie in Innsbruck im Rahmen eines Pilotprojektes angeboten und durchgeführt.
Als Indikationen für diesen Eingriff sehen wir – gleich wie bei der offenen Prostatektomie – ein klinisch organbeschränktes Prostatakarzinom mit einem PSA Wert unter 15ng/ml. Zusatzlich sollte der Body Mass Index( BMI) unter 30 sein, das Prostatavolumen unter 80 Gramm liegen und keine Verwachsungen intraobdominell vorliegen (Tab.1).
Seit Dezember 2004 wurden bis Mitte April 2005 22 Patienten operiert. Die klinischen Daten dieser Patienten, die intraoperativen Komplikationen als auch die mittlere Operationszeit sind in Tab.2 zusammengefasst.
An postoperativen Komplikationen wurde ein Kompartmentsyndrom mit Fasziotomie, eine revisionsbedürftige Nachblutung als auch eine periphere Pulmonalembolie an 17. postoperativen Tage beobachtet. Bei allen anderen Patienten war der postoperative Verlauf komplikationslos und mit dem bei offener radikaler Prostatektomie vergleichbar.
Die pathologischen Resultate sind in Tab. 3 dargestellt.
Resultate bzg. der Kontinenz als auch Potenz der operierten Patienten sind zur Zeit auf Grund der kurzen Nachbeobachtungszeit noch ausständig.
Die Vorteile dieser Operationsmethode sehen wir –wie bereits oben erwähnt- darin, dass sie von einem routinierten „offenen Chirurgen“ mit wenig bis keiner laparoskopischer Erfahrung, einfacher zu erlernen ist als die rein laparoskopische radikale Prostatektomie, d.h. die Lernkurve wird flacher und kürzer. In dieser Serie konnte gezeigt werden,dass ein bisher offen operierender Urologe mit mehr als 500 offenen radikalen Prostatektomien nach entsprechender Einschulung und Training (Op-Phantom) durch einen, in der roboterunterstützten, laparoskopischen radikalen Prostatektomie erfahrenen Kollegen ( Prof. Ashutosh K. Tewari, Weill Medical College of Cornell University,New York, mehr als 1000 roboterunterstützte,laparoskopische radikale Prostatektomien) diesen Eingriff nach 5-7 Fällen selbstständig durchführen konnte.
Ein weiter Vorteil liegt in der, wie ebenfalls bereits oben erwähnt, 3dimensionalen Sichtweise, dem Vergrößerungsfaktor und der Tatsache dass das Computersystem automatisch etwaiges Zittern und andere ruckartige Bewegungen ausgleicht.
Die Nachteile der roboterunterstützten Chirurgie liegen darin ,dass der Operateur über kein taktiles Empfinden mehr verfügt ( er kann mit seinen Finger das Gewebe nicht mehr palpieren), das System ist auf Grund der Hochtechnologie störungsanfälliger und wartungsintensiver; auch der Kostenfaktor, der zukünftig von immer wichtigerer Bedeutung sein wird ist ein Nachteil der Roboterchirurgie.
Diese neue, vielversprechende Methode wird an der Universitätsklinik für Urologie in Innsbruck nach wissenschaftliche Gesichtspunkten in Bezug auf Lernkurve, intra- und postoperativen Komplikationen, Kontinenzstatus, Potenzstatus als auch Lebensqualität evaluiert werden. Anschließend wird entschieden ob diese Methode beibehalten wird.

Universitätsklinik Innsbruck:
Roboter-Chirurgie verbessert die Operationsergebnisse bei Prostatakarzinom

Einleitung
Universitätsklinik Innsbruck ist führendes Prostatazentrum
Hohe Heilungserfolge: 95 Prozent der Innsbrucker
Prostatakrebs-Patienten kontinent, 80 Prozent weiterhin potent
Medizinische Innovation: „Laparoskopische, radikale Prostatektomie“ nach dem Da Vinci Robotersystem
Wie sieht die neue Operationsmethode nach dem Da Vinci Robotersystem aus?
Robotertechnologie bei Prostatakrebs: Verbesserung der Operationsergebnisse
Einleitung

Innsbruck. – Die Innsbrucker Universitätsklinik für Urologie ist europaweit eines der führenden Zentren für die Behandlung von Prostatakarzinomen. Seit kurzem wird hier die sogenannte „Laparoskopische, radikale Prostatektomie“, die erfolgreichste Operationsmethode bei Prostatakrebs, mithilfe moderner Roboter-Technik nach dem Da Vinci-Robotersystem durchgeführt. Damit ist Innsbruck auch diesbezüglich Österreichs führendes Operationszentrum für Prostatakarzinome. Für den Patienten bringt diese neue, vielversprechende Operationsmethode eine Reihe von Vorteilen: Unter anderem können die Erektionsnerven besser präpariert und erhalten werden, die Operationsschnitte sind wesentlich kleiner.

Im Rahmen eines Pressegesprächs informierten der Vorstand der Universitätsklinik für Urologie, Univ. Prof. Dr. Georg Bartsch, Univ. Doz. Dr. Wolfgang Horninger und Univ. Doz. Dr. Reinhard Peschel, Universitätsklinik für Urologie Innsbruck, über den status-quo dieser vielversprechenden, neuen Operationsmethode.

In Nordeuropa und den USA ist das Prostatakarzinom die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. Im Jahr 2002, dem letzten statistisch relevanten Jahr, erkrankten in Österreich rund 5.000 Männer an Prostatakrebs und 1.059 Männer starben (cirka 21 Prozent). In Tirol werden jährlich zwischen 500 und 600 neue Fälle von Prostatakarzinomen diagnostiziert. Im Vergleichsjahr 2002 erkrankten in Tirol rund 600 Männer, davon starben 79 Prozent (cirka 13 Prozent). Tirol ist eine der wenigen Regionen Europas, in der die Sterblichkeitsrate bei Prostatakarzinomen deutlich gesunken ist.

Zur Behandlung des organbegrenzten Prostatakarzinoms stehen der Medizin derzeit die sogenannte „perkutane Strahlentherapie“, eine Bestrahlung von außen, die „Brachytherapie“, eine Bestrahlung von innen mit sogenannten Seeds, die ultraschallgezielt in die Prostata eingeführt werden, sowie die chirurgische Entfernung der Prostata zur Verfügung.

Universitätsklinik Innsbruck ist führendes Prostatazentrum

Mit 150 bis 170 Operationen jährlich ist die Innsbrucker Universitätsklinik für Urologie Österreichs führendes Zentrum für die Behandlung von Prostatakarzinomen. Bei der sogenannten „Radikalen Prostatektomie“, der erfolgreichsten Operationsmethode bei Prostatakrebs, liegt die Innsbrucker Urologie europaweit im Spitzenfeld. Innsbrucks Mediziner erreichen bei der „Radikalen Prostatektomie“ eine hohe Spezialisierung und damit Kontinenz- und Potenzraten wie in den Spezialkliniken in den USA.

An der Innsbrucker Universitätsklinik wurde diese aus den USA stammende Operationsmethode erstmals 1987 praktiziert. Cirka 1.800 „Radikale Prostatektomien“ hat das Operationsteam seit damals durchgeführt. Diese Erfahrung kann derzeit keine andere Klinik in Europa vorweisen.

Hohe Heilungserfolge: 95 Prozent der Innsbrucker
Prostatakrebs-Patienten kontinent, 80 Prozent weiterhin potent

Mithilfe der „Radikalen Prostatektomie“ kann Prostatakrebs erfolgreich behandelt werden, solange sich das Karzinom in noch kleinem Stadium befindet und nicht aus der sogenannten Kapsel getreten ist. „In diesem Fall ist es in 95 Prozent der Fälle möglich, dass wir den Schließmuskel erhalten,“ bestätigt Klinikvorstand Univ. Prof. Dr. Georg Bartsch. Konkret bedeutet das, dass der Großteil aller Patienten in Innsbruck nach einem Jahr bereits absolut kontinent und auch potent ist. Ein Jahr nach der Operation sind 95 Prozent der in Innsbruck operierten Männer kontinent. 80 Prozent der unter 65-Jährigen sind außerdem weiterhin potent. Bei den unter 50-Jährigen liegt die Potenzrate sogar bei 90 Prozent.

Wesentlich für den Heilungserfolg ist, dass der Tumor frühzeitig entdeckt wird. Bei zu großem Tumor müssen auch die Nervenbündel entfernt werden, die für die Erektion verantwortlich sind.

Jetzt erwarten sich Innsbrucks Mediziner eine weitere Verbesserung der Operations-Ergebnisse durch den Einsatz moderner Robotertechnik.

Medizinische Innovation: „Laparoskopische, radikale Prostatektomie“ nach dem Da Vinci Robotersystem

Seit Dezember 2004 setzen Innsbrucks Mediziner die sogenannte „roboterunterstützte, laparoskopische radikale Prostatektomie“ im Rahmen eines Pilotprojektes ein. Derzeit wird diese Operationsmethode außer in Innsbruck hierzulande nur in Wien durchgeführt.
Bis Mitte April wurden an der Innsbrucker Urologie 22 Prostatakrebs-Patienten mithilfe dieser innovativen Roboter-Technologie operiert. Der postoperative Verlauf war bei 19 Patienten völlig komplikationslos. In drei Fällen kam es zu postoperativen Komplikationen, etwa einer Verstopfung der Lungenarterie, die aber mit jenen der offenen Operations-Methode vergleichbar sind.

Wie sieht die neue Operationsmethode nach dem Da Vinci Robotersystem aus?

Beim Da Vinci Robotersystem sitzt der Operateur an einem Computer-Arbeitsplatz, der sogenannten Konsole. Von dort aus steuert er mit seinen Händen und Beinen mit speziellen Instrumenten ausgestattete Sonden, die über kleine Schnitte in das Innere des Körpers eingebracht werden. Zusätzlich werden bei dieser Operation konventionelle Instrumente von ein bis zwei Assistenzen in das Innere des Körpers eingeführt, um den Operateur an der Konsole zu unterstützen und zu assistieren.

„Der Roboter-Technologie gehört die Zukunft der Medizin. Als Indikationen für eine roboterunterstützte, laparoskopische radikale Prostatektomie sehen wir ein Prostatakarzinom, das auf die Prostata beschränkt ist, ohne weitere Verwachsungen, mit einem PSA Wert unter 1.5. Zusätzlich sollte der Body Mass Index unter 30 sein,“ so Dr. Bartsch. Zurzeit wird diese roboterunterstützte Methode an der Innsbrucker Universitätsklinik von Klinikvorstand Univ. Prof. Dr. Georg Bartsch, Univ. Doz. Dr. Wolfgang Horninger und seinem Kollegen Univ. Doz. Dr. Reinhard Peschel durchgeführt.

In Innsbruck wird der Da Vinci-Operationsroboter neben der Urologie außerdem erfolgreich auf der Allgemeinen Chirurgie, der Herzchirurgie, der Thorax-Chirurgie (Brustkorb) und an der Frauenheilkunde eingesetzt.

Robotertechnologie bei Prostatakrebs:
Verbesserung der Operationsergebnisse

Die Komplikationsraten dieser neuen Operationsmethode sind wie erwähnt ähnlich wie bei der offenen Operation. Für Patienten und Operateur bringt die „roboterunterstützte, laparoskopische radikale Prostatektomie“ gegenüber der herkömmlichen Operationstechnik aber eine Reihe von Vorteilen.

Im Gegensatz zur offenen Operation kommt die Roboter-Chirurgie mit kleineren Operationsschnitten aus. Durch Einsatz sogenannter Optiken werden außerdem die neuro-vaskulären Bündeln, in denen sich die Erektionsnerven befinden, besser präpariert und können dadurch erhalten werden.

Anders als bei der konventionellen Laparoskopie erhält der Operateur ein dreidimensionales Bild von einer Kamera, die in den Körper eingeführt wird. Ein solches Operationsbild kann bis zu 12-fach vergrößert werden.

Darüber hinaus ermöglicht die Roboter-Chirurgie größere Präzision und damit zusätzliche Sicherheit für den Patienten. Der Roboter gleicht etwaiges Zittern und andere ruckartige Bewegungen bei der Operation automatisch aus.

Die Kosten der „roboterunterstützten, laparoskopischen radikalen Prostatektomie“ werden übrigens von der Krankenkasse übernommen.

 
« Letzte Änderung: 17. März 2008, 22:42 von Werner »

Josef

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Prostatakrebs: Da Vinci Robotersystem, auch in Innsbruck
« Antwort #1 am: 23. März 2008, 11:58 »
Die Roboter-Assistierte Zystektomie (Entfernung der Prostata etc.)

Dieses Verfahren hat den Vorteil, das es daraufhin konzipiert wurde empfindliches Muskel und Nervengewebe zu verschonen Es werden nur schlüssellochgroße Einschnitte im Abdomen (Unterleibsbereich) benötigt für den Eingriff Dem Eingriff folgt nur ein kurzer 4 bis 7 Tage dauernder Krankenhausaufentlhalt Das Risiko von hohem Blutverlust ist geringer, was die Notwendigkeit einer Bluttransfusion für Sie weniger wahrscheinlich werden läßt Die Bildung von ausgedehnten Narben ist minimiert; der Eingriff bereitet weniger Unbehagen ,was einen größeren Einsatz von schmerzstillenden Medikamenten unnötig macht Es werden nur 1 bis 3 Monate für den Genesungsprozeß nötig sein bevor sie das normale Maß an Kontrolle über ihren Urinfluß wiedererlangt haben WICHTIG: Die Vorzüge der da Vinci Roboter-Assistierten Prostatektomie können nicht garantiert werden, da chirurgische Eingriffe patient- und verfahrensspezifisch sind.

Vorzüge der Roboter-Assistierten Zystektomie:
Minimale Schäden für Muskel- und empfindliches Nervengewebe als ein Ergebnis der Operation Kürzerer Krankenhausaufenthalt und sogar schnelleres Wiedererreichen ihrer normalen Arbeitsfähigkeit
Weniger auffällige Narben Minimiertes Risiko an Blutverlust Minimerte Möglichkeit einer post-operativen Infektion
Minimierte Möglichkeit von post-operativer Inkontinenz oder Impotenz
Minimiertes Risiko für Komplikationen, die üblicherweise mit zystektomien in Verbindung gebracht werden
Weniger post-operative Schmerzen und Einschränkungen Mit da Vinci steht ihnen die Leistung eines noch nie da gewesenen Roboter-Assistierten Operations System zur Verfügung, das dem Chirurgen, Onkologen und Urologen ein hoch-auflösendes, drei-dimensionales Bild des Eingriffes sowie des roboter-assistierten Nähens und Schließvorgangs.

Die traditionelle Offene Zystektomie:
Das erhöhte Risiko, verbunden mit allen medizinsichen Eingriffen, die grössere chirurgische Einschnitte bedingen Möglicherweise größeres Unbehagen und längere post-operativer Krankenhausaufenthalt
Möglicherweise mehr post-operative Narben, Muskel- und Nervenschäden
Möglicherweise stärkere post-operative Schmerzen und erhöhter Bedarf and ärztlich verordneten schmerzlindernden Medikamenten Längere postoperative Genesungszeit

Patienten, die sich für die Offenen Operation entscheiden verlieren das Fünffache an Blut; das Risiko für andere Komplikationen ist um das Fünffache höher; es gibt ein hohes Risiko für Infektionen, Inkontinenz und Impotenz; der Krankenhausaufenthalt ist um das Dreifache länger als bei Patienten, die sich für die roboter-assistierte Operationsmethode entscheiden.

Die Roboter-Assistierte Zystektomie bietet dem Patienten die Möglichkeit, Krebs mit einer 14% höheren Rate im Vergleich zur rein "manuellen" OP-Technik komplett zu entfernen. Darüberhinaus erhöht sich die Aussicht den normalen Geschlechtsverkehr in weniger als 11 Monaten wieder aufzunehmen - im Vergleich dazu sind Patienten der Offenen Operationsmethode über Jahre hinweg dazu nicht

 

 

 

Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

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Prostatakrebs: Da Vinci Robotersystem
« Antwort #2 am: 03. Februar 2010, 23:46 »

Die Meinungen zum "Da Vinci Roboter" sind sehr unterschiedlich.
Ich erinnere mich an die Pressekonferenz in Wien, vor ca. 6 Monaten,
mit anerkannten Urologen, vor dem Kongress in Salzburg.



Roboter: Weniger Komplikationen bei der OP

Weniger Komplikationen wie Inkontinenz und Impotenz, ein kurzer Aufenthalt in der Klinik und selten Bluttransfusionen: Das ist die Bilanz der Operationsserie mit dem computergestützten "DaVinci"-Roboter. 02.02.2010

Die Urologische Universitätsklinik Heidelberg hat das Verfahren bereits 2004 erfolgreich etabliert. Primäres Einsatzgebiet sind Prostataentfernungen, die Urologen benutzen "DaVinci" aber auch für Eingriffe an Blase, Nieren und Samenleitern. Bisher wurden in Heidelberg 400 totale Prostataentfernungen mit dem "DaVinci" durchgeführt.

Entscheidend für die Bewahrung von Kontinenz und Potenz ist vor allem der Erhalt der Nerven. Von den robotischen Prostatakrebsoperationen wurden in Heidelberg 75 Prozent nervenerhaltend durchgeführt. Die Operationsdauer betrug 120 bis 150 Minuten und die Patienten waren durchschnittlich fünf Tage im Krankenhaus. Durch die Operationstechnik wird eine Kontinenzrate von 95 Prozent erreicht. Blutersatzprodukte mussten nur bei zwei Prozent der Patienten verabreicht werden. Der Wechsel zur konventionellen Schnittoperation war bei weniger als ein Prozent der Operationen nötig.

"DaVinci" ist kein selbständiger Roboter, sondern nur der Übermittler, der die Bewegungen des Chirurgen an der Bedienkonsole in präzise Aktionen der Operationsinstrumente im Bauch des Patienten umsetzt. Dabei rechnet der Computer relativ große Handbewegungen in minimale Positionsänderungen der Instrumente um und ermöglicht so ein exaktes Vorgehen. So kann der Chirurg trotz "Schlüssellochchirurgie" fast so arbeiten, als hätte er die Bauchhöhle mit einem großen Schnitt eröffnet.

Leidet der Patient an einem Prostatatumor, muss die Prostata meist entfernt werden. Direkt nach der Operation kommt es bei vielen Patienten zu unfreiwilligem Harnabgang, sie sind vorrübergehend inkontinent. Bei Risikopatienten kann diese Harninkontinenz sogar bestehen bleiben.

Die Heidelberger Urologen haben eine sogenannte "blasenhalserhaltende" Operationstechnik entwickelt, bei der nicht nur der äußere, sondern auch der innere Schließmuskel der Blase erhalten bleibt. Eine Studie soll nun klären, ob die "DaVinci"-Technik dazu beitragen kann, die Blasenkontrolle nach radikaler Prostataentfernung weiter zu verbessern."

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

Reinardo

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Re: Prostatakrebs: Da Vinci Robotersystem, auch in Innsbruck
« Antwort #3 am: 04. Februar 2010, 19:45 »
hallo:-

Es wundert mich, dass diese Darstellungen so ohne jede Zweifel oder gar Kritik angenommen werden. Handelte es sich bei diesem Symposium doch um eine Marketing-Veranstaltung für ein extrem teures Operationsverfahren, dessen Kosten in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Vorteilen stehen, die hier vorgeblich erreicht werden sollen. Die Begeisterung sollte auch deshalb sich in Grenzen halten, weil Langzeiterfahrungen noch gar nicht vorliegen und man sich sehr mühen muss, in den Foren die Urteile zufriedener Patienten zum DaVinci-Verfahren zu finden. Wenn die Universitätsklinik Innsbruck vorgab, auch ohne DaVinci schon unglaubhaft  hohe Kontinenz- und Potenzraten bei offenen Operationen zu erzielen, dann dürfte eine Steigerung durch DaVinci doch kaum noch möglich sein. Wirkliche Fortschritte bei der Behandlung von Prostatakrebs erreichte man, wenn insignifikante Prostatakrebse nicht mehr operiert würden und wenn man zur Behandlung von fortgeschrittenem Krebs individualisierte Verfahren entwickeln würde. Hierin zu brillieren ist von der Universitätsklinik Innsbruck aber nicht bekannt.
Die Gigantomanie, die uns in anderen Lebensbereichen begegnet, z. B. in der Architektur, hat mit DaVinci nun auch die Urologie erreicht. Dass hierdurch auch ein Druck auf andere Kliniken zur Anschaffung des Verfahrens ausgeübt und die staatlichen Gesundheitskosten damit weiter in die Höhe getrieben werden, wird auch gar nicht diskutiert.

Der amerikanische Urologe Catalona ist einer der wenigen, welche die Desinformation, die hier mit uns getrieben wird, durchschaut haben. Dr. William Catalona ist einer der erfahrendsten Urologen mit bisher mehr als 5.000 Operationen. In der von ihm editierten Schrift QUEST (Winter 2009) schreibt er:  "DaVinci prostatectomy has had unprecedented advertisement and hype. Somebody has to point out that the Emperor's new clothes are not so 'Magnificent', 'Excellent', and 'Exquisite' as some would have them believe. Like the boy in Hans Christian Anderson's tale, somebody has to stand up and say: 'But he hasn't got anything on'. I refer to three recent studies from Memorial Sloan Kettering, Harvard, and Duke that showed the statistical disadvantage of laparoscopic prostatectomy in: cancer control, scarring at the bladder outlet, return visits to the emergency room, repeat hospital admissions, return visits to the operating room, urinary incontinence, and patient satisfaction. Also, I refer to articles from Vanderbilt University and the University of Michigan showing no advantage for robotic surgery in the postoperative recovery and return to normal activities. Now, a new study (Harvard) published in the Journal of American Medicine (JAMA) adds further evidence concerning the disadvantages of 'minimal-invasive' surgery. The motivation for the study was the rapid increasing use of MIRP despite limited data on outcomes and greater costs compared with RRP. In fact, robotic-assisted MIRP increased from 1% to 40% of all radical prostatectomies from 2001 to 2006 and is an even greater percentage today. The appeal is clear. It's hard to miss the widespead direct-to-consumer advertising that markets several claimed benefits of robotic-assisted MIRP".

Der Artikel kann nachgelesen werden auf Dr. Catalonas Website www.drcatalona.com


Gruss, Reinardo
« Letzte Änderung: 04. Februar 2010, 20:27 von Reinardo »

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Prostatakrebs: Da Vinci Robotersystem
« Antwort #4 am: 19. Februar 2011, 01:33 »

18.02.2011   
   
   Roboter-assistierte Operationen nach dem Da Vinci-Verfahren erlauben Urologen hohe Präzision bei geringem Eingriffsrisiko

Das neue EURO Prostatazentrum der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Aachen, das kürzlich vom Dachverband Deutscher Prostatazentren zusammen mit niedergelassenen Urologen aus Aachen zertifiziert wurde, arbeitet seit zwei Wochen mit dem Roboter-assistierten Da Vinci-Verfahren, das bei Krebsoperationen an der Prostata, der Niere und der Harnblase zum Einsatz kommt. Bei diesem Verfahrens sitzt der Chirurg an einem spezialisierten Computerarbeitsplatz, von dem aus er Mikroinstrumente steuert, die über kleine, maximal ein Zentimeter große Schnitte in das Innere des Körpers eingebracht werden.

................... http://www.journalmed.de/newsview.php?id=33091

Geri

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Prostatakrebs: Robotersystem
« Antwort #5 am: 30. März 2011, 23:53 »
Wenn der Roboter zur Prostatektomie einlädt

14. März 2011

Investitionen wollen amortisiert werden. Es ist deshalb nachvollziehbar, wenn eine Klinik nach der Anschaffung eines Operationsroboters versucht, die Zahl der Operationen zu steigern. Und es wundert nicht, wenn David Penson von der Vanderbilt Universität in Nashville nachweisen kann, dass die Zahl der radikalen Prostatektomien an einer US-Klinik um 29 Prozent ansteigt, wenn diese einen Roboter eingeführt hat.

Man könnte nun vermuten, dass die Kliniken den Roboter als Werbeträger einsetzen und erfolgreich Patienten anziehen, die anderen Kliniken fehlen. Das wäre ein gesunder Wettbewerb, wenn er nicht aus dem Geldbeutel der selbstzahlenden Patienten ausgetragen würde. Denn die Operation mit dem Roboter erhöht die Operationskosten um bis zu 2.000 US-Dollar. Dass es keine Studien gibt, die die Überlegenheit der robotergestützten Operation belegt, dürften die Urologen ihren Patienten verschweigen.

Darüber hinaus kann Penson in Medical Care (2011; doi: 10.1097/MLR.0b013e318202adb9) auch nachweisen, dass die Zahl der Operationen nicht nur in den Kliniken mit Roboter, sondern im gesamten Bezirk steigt ist. Es kam also nicht nur zu einer Umverteilung durch Abwerbung. Es wurde insgesamt häufiger prostatektomiert, während insgesamt in den USA die Zahl dieser Operation tendenziell zurückgeht.

Beim Prostatakarzinom ist die Operation nicht die einzige Behandlungsmöglichkeit. Alternativ kann eine Radiotherapie durchgeführt werden. Bei älteren Patienten stellt sich immer die Frage, ob wegen des langsamen Wachstums des Tumors eine Therapie überhaupt sinnvoll ist. Was dem Patienten angeboten wird, darf nicht von der Ausrüstung der Klinik abhängig gemacht werden.