Autor Thema: Überrumpelung? Wo bleibt Aufklärung der Bevölkerung zu den geplanten AVZ?  (Gelesen 3561 mal)

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Dietmar E.

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Vor 2, 3 Monaten gab es Tumulte der Ärztevertreter, warum eigentlich?
Der "Informationstag", statt dem Streiktag, ging an den Patienten vorüber, ohne Informationen.
Leise hört man wieder von der Kdolsky-Maßnahme.
Wer klärt die Bevölkerung, uns chron. kranke Patienten auf?
Vertritt uns die Ärztekammer, oder gibt es für die Betroffenen (Wähler) keine Vertretung?
Wer weiß mehr?


8.10.07

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer Dr. Walter Dorner bestätigte die geplanten Protestmaßnahmen der ÖAK: Die Ordinationen werden am 8. November bundesweit geschlossen bleiben. In den Spitälern werden Betriebsversammlungen abgehalten. Ein Notbetrieb bleibt jedoch aufrecht. Zurückweichen werde die ÖAK nur, wenn Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky von ihren umstrittenen Plänen zurücktritt.

Hintergrund: Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums soll die medizinische Versorgung im ambulanten Bereich verstaatlicht werden. Neue ambulante Versorgungszentren, kurz AVZ, sollen in Konkurrenz zu bestehenden Kassenärzten treten. Diese AVZ sollen künftig planwirtschaftlich durch Bund und Länder gesteuert werden.
„Das hätte eine noch nie dagewesene Systemänderung des österreichischen Gesundheits- und Krankenversicherungssystems zur Folge“, sagt Dr. Walter Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, kurz ÖAK. „Die ärztliche Selbstverwaltung, aber auch viele Kompetenzen der selbstverwalteten Sozialversicherungsträger, werden im Rahmen des vorliegenden Plans zugunsten staatlicher Planwirtschaft ausgehebelt.“

Aus Sicht der ÖAK kommt das Vorhaben einem „Verstaatlichungsgesetz“ für die Republik gleich. Die Bundeskurie der Niedergelassenen Ärzte wertet den Entwurf als frontale Kampfansage insbesondere gegen die niedergelassene Ärzteschaft und das gut funktionierende und international ausgezeichnete Gesundheitssystem in Österreich.

ÖAK ist gesprächsbereit
Die Vereinbarung aus dem Gesundheitsministerium soll planmäßig am Mittwoch im Ministerrat verabschiedet werden. Dorner betont, dass die Ärztekammer "auf alle Fälle" gesprächsbereit sei. Für Dienstag ist ein Treffen mit Kdolsky geplant.


Finde gerade folgendes:

Großveranstaltung der Wiener WGKK-KassenärztInnen (Anm.: und der Wiener Ärztekammer)
am Donnerstag, dem 7. Februar 2008, um 20.00 Uhr,
im Audimax der Universität Wien,
A-1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1

In den Medien wurde das Thema bisher klein gehalten: Da wird lieber der Koalitionsstreit zur Steuerreform oder gar den Bonusmeilen des Kanzlers diskutiert. In einem sind sich SPÖ/ÖVP aber einig: Sie wollen eine Attacke gegen das international gelobte österreichische Gesundheitssystem reiten.
Hauptziel: die Ärzteschaft!

Politik gegen Ärzte

Begonnen haben die Attacken im Herbst, als die Gesundheitsministerin ohne vorherige Diskussion so genannte AVZ etablieren und damit die freie Arztwahl abschaffen wollte. Das konnten wir mit angekündigten Protesten zumindest vorübergehend verhindern. Nun steht der politische Frontalangriff auf die Kassenärzte bevor.

In den Giftküchen der Parteizentralen braut sich derzeit Unglaubliches zusammen:

    * In Wirtschaftskreisen wird das Ende der Sozialpartnerschaft mit den ÄrztInnen ventiliert. Künftig soll es nur mehr zeitlich befristete Einzelverträge geben und nur der "Billigstbieter" zu einem Vertrag kommen. Dieses Preisdumping bedeutet massive Einbußen für jeden Arzt/jede Ärztin und geht zu Lasten der Qualität.
    * ÄrztInnen, die im Sinne der Patienten notwendige, aber teure Therapien verschreiben, sollen bestraft werden und ihre Kassenverträge verlieren. Öffentlich sollen diese KollegInnen als "unwirtschaftlich" abqualifiziert werden. Die Ärzteschaft soll also nicht den Patienten, sondern der Politik verpflichtet sein.
    * Die Regierung will die Wiener Gebietskrankenkasse aushungern. WGKK-Obmann Franz Bittner wurde vom eigenen "sozial"demokratischen Bundeskanzler öffentlich desavouiert. Die Regierung will der Kasse keinesfalls beistehen. Motto: Trotz Steuerrekorden wird im Gesundheitswesen radikal gespart.

Diese Pläne sind mit ein Grund dafür, warum man derzeit mit uns Wiener Ärztinnen und Ärzten keine vernünftigen Tarifverhandlungen führen will bzw. kann. Fakt ist: Andere Branchen bekommen 3 bis 4 Prozent MEHR, Wiens ÄrztInnen sollen ein MINUS von 5 Prozent schlucken. Die WGKK will einen "Deckel" auf ärztliche Leistungen: Jeweils etwa ab Leopoldi im November wäre kein Geld mehr für Behandlungen da und wir alle müssten gratis arbeiten! Dieses "Angebot" haben wir abgelehnt und die Verhandlungen bekanntlich abgebrochen.

Reden wir drüber - beim Hintergrund-Briefing am 7. Februar 2008

Das wahre Match mit Politik und Krankenkasse folgt in den nächsten Wochen und Monaten. Weil es diesmal wirklich um die Zukunft des gesamten Kassensystems und unseres Berufsstandes geht, brauchen wir Ihre Unterstützung diesmal besonders. Ohne ihre Hilfe und unsere Geschlossenheit sind wir gegenüber der Politik nur halb so stark. Deshalb bitten wir Sie, kommen Sie alle zur

Großveranstaltung der Wiener WGKK-KassenärztInnen
am Donnerstag, dem 7. Februar 2008, um 20.00 Uhr,
im Audimax der Universität Wien,
A-1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1

Dort stehen Ihnen alle Spitzenfunktionäre der Ärztekammer für Gespräche zur Verfügung. Sagen Sie uns Ihre Meinung und nutzen Sie die Gelegenheit, mitzudiskutieren und alle aktuellen Informationen aus erster Hand zu bekommen. Sie werden im Vorfeld wie gewohnt durch das Institut OGM angerufen und speziell auf diesen Termin nochmals hingewiesen. Bitte motivieren Sie in diesen schwierigen Zeiten auch die Kolleginnen und Kollegen in Ihrem Umfeld, auch jene, die sowohl unserer Kammer als auch der Situation im Allgemeinen kritisch gegenüberstehen. Gerne können Sie auch Ihre MitarbeiterInnen Ihrer Ordination mitnehmen bzw. bei Verhinderung eine Vertretung schicken.

WICHTIG: Sie erhalten bei dieser Veranstaltung umfangreiches Informationsmaterial für Ihre Ordinationen, bestehend aus einem Plakat gegen die Politik der Bundesregierung, Patientenfolder sowie Unterschriftenlisten für ein Patientenbegehren.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und eine gute standespolitische Diskussion.
« Letzte Änderung: 26. Januar 2008, 22:28 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)