Autor Thema: Generika! Stimmt das alles? Sind sie 100 % gleichwertig? Oder ...........  (Gelesen 7556 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Jutta

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 957
  • Geschlecht: Weiblich
Generika:
preisgünstig, gleichwertig, streng kontrolliert Das österreichische Gesundheitssystem zählt zu den besten der Welt. Allerdings sind in den letzten Jahren die Ausgaben der Krankenversicherungsträger stärker gestiegen als die Einnahmen. Generika könnten den Krankenversicherungsträgern helfen, ihre Ausgaben zu senken.

Vor allem bewährte und lang getestete Medikamente können nach Patentablauf in Form von Generika zu einem niedrigeren Preis angeboten werden. Möglich ist dies, da die Forschungskosten über einen Zeitraum von 20 Jahren längst eingespielt wurden. Die Vertreter der PEMA (Plattform zur Einsparung von Medikamenten-Ausgaben) sehen Einsparungschancen im österreichischen Gesundheitssystems "auf der Straße liegen". Denn gerade die stark steigenden Ausgaben für Medikamente (1998 + 12,5 Prozent, 1999 + 13 Prozent) tragen zur finanziellen Belastung des Gesundheitssystems bei.

Johann Wimmer, einer der Initiatoren von PEMA: "Generika-Medikamente sind zumindest um 30 Prozent billiger als der Erstanbieter (Patentträger). Rund 70 Prozent der Arzneiausgaben werden jedoch in Österreich für abgelaufene Patente ausgegeben." Auch Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck fordert in einem Interview die Ärzte auf, mit Medikamenten sparsamer umzugehen, billigere Medikamente bzw. Generika zu verschreiben.

Generika enthalten Wirkstoffe, die sich im Originalpräparat über lange Jahre bewährt haben. Sie müssen außerdem wie alle Medikamente ein strenges staatliches Zulassungsverfahren durchlaufen. Zusätzlich werden sie von der Krankenversicherung geprüft.

In Österreich sind derzeit relativ wenig Generika-Medikamente am Markt und auch die Ärzte verordnen sie kaum, berichtet eine Studie des ÖBIG (Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen) im August 2000. Demgegenüber fördern europäische Länder wie Dänemark, Deutschland und die Niederlande bereits seit längerem Generika-Medikamente - auch von politischer Seite.

Die internationalen Vergleiche zeigen: Der Krankenkassenumsatz mit Generika beläuft sich in Dänemark auf 38 Prozent, in Deutschland auf 29 Prozent und in den Niederlanden auf 21 Prozent. InÖsterreich begnügt sich der Generika-Kassenumsatz mit mageren fünf Prozent.

Das kurzfristige Einsparungspotential der Österreichischen Krankenkassen mit Generika liegt - laut ÖBIG - bei 426 Millionen Schilling. Vorausssetzung ist, dass der Anteil der verordneten Generika auf 17 Prozent (derzeit 9 Prozent) gesteigert werden kann. Ziel ist es jedoch, langfristig den Anteil der verordneten Generika auf 33 Prozent zu steigern. Dies würde laut PEMA den Krankenkassen eine Einsparung von insgesamt einer Milliarde Schilling bringen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Anteil an verordneten Generika bei 40 Prozent, in Dänemark sogar bei 60 Prozent.

Ziel ist es, so die PEMA-Initiatoren, mit allen Beteiligten (Patienten, Ärzten, Apothekern, Krankenkassen und Industrie) gemeinsame Lösungen zu erarbeiten um bei Arzneimitteln Einsparungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Weitere Selbstbehalte und Beitragserhöhungen könnten dadurch vermieden werden. Zur gemeinsamen Lösungsfindung gibt es auch erste Ansätze: Das "Modell Burgenland" soll als Vorzeigemodell für die Zusammenarbeit zwischen PEMA, Krankenkassen, Ärztekammer, Krankenhäusern und Ärzten im Burgenland dienen. Letztendlich soll das Modell auf ganz Österreich übertragen und ausgeweitet werden.

Die PEMA möchte mit der Förderung von Generika nicht nur Einsparungen im Bereich der Arzneimittelausgaben bewirken. Vorstellbar ist auch, dass die Basisversorgung (Standard-Therapie) der PatientInnen in Zukunft über kostengünstigere Generika erfolgt. "Insbesondere in Dänemark hätte keiner Bedenken sich Generika verschreiben zu lassen", berichten die Vertreter der PEMA. Innnerhalb von zwei Jahren intensivster Generika-Förderung wurde diese hohe Akzeptanz erreicht. In Österreich muss diese Bewusstseinsänderung erst eingeleitet werden. Ulrich Sekotill von PEMA sieht in Generika auch einen Innovationsmotor: " Je mehr eingespart werden kann, desto mehr Freiheit besteht, Geld für innovative Arzneimittel auszugeben".



Generika:

3 grundsätzliche Fragen Ihr Arzt verschreibt Ihnen Ihr gewohntes Medikament plötzlich unter einen anderen Namen. Laut seinen Informationen erhalten Sie - wie immer - das für Sie optimale Medikament. Der einzige Unterschied: Es kostet weniger. Denn Ihr Arzt hat Ihnen höchstwahrscheinlich ein Generikum verschrieben.
Generika?
Was ist das?

Generika sind Medikamente, die nach Ablauf des Patentes von relativ teuren aber bewährten Arzneimitteln in genau gleicher Qualität zu einem deutlich günstigeren Preis angeboten werden. Sie enthalten den gleichen Wirkstoff und haben nachweislich die selbe Wirkung wie das bisherige Präparat.

Wieso können sie weniger kosten?
Sie können zu einem niedrigeren Preis angeboten werden, weil die Forschungskosten bereits eingespielt wurden. Generika enthalten bewährte Wirkstoffe, die durch langjährige therpeutische Erfahrung sehr gut bekannt und dokumentiert sind. Teure Therapiestudien an Patienten sind daher nicht mehr erforderlich und Generika können daher wesentlich preiswerter angeboten werden.

Wer garantiert die Qualität?
Generika müssen, wie alle Medikamente, ein streng staatliches Zulassungsverfahren durchlaufen. Da Generika den gleichen Wirkstoff enthalten wie das bisherige Medikament, wird vor allem geprüft, ob dessen Aufnahme in den Organismus und dessen Verfügbarkeit am Wirkort gleich ist. Dies hängt nicht nur vom Wirkstoff ab, sondern primär von der Zubereitungsform (Tabletten, Kapseln, Säfte, etc.) und von verschiedenen sogenannten Hilfstoffen. Erst wenn dies nachgewiesen worden ist, erfolgt die Zulassung als Arzneimittel.

Bevor Ihnen Ihr Arzt ein Generikum verordnen kann, werden zusätzlich seitens der Krankenversicherung alle medizinischen, pharmakologischen und auch wirtschaftlichen Aspekte genau geprüft. Generika werden nach den modernsten Standards entsprechend zahlreicher gesetzlicher Auflagen hergestellt.

Sissi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 551
  • Geschlecht: Weiblich
Ich habe einmal gelesen, dass bei einem "Nachbaupräparat" (Generika) zwar die (fast) gleiche Menge an Wirkstoff 
drinnen ist, aber weitere Stoffe dabei oder nicht dabei sein können.

Und dann verstehe ich nicht was man da meint, dass bei einem Generikaprodukt die Bioverfügbarkeit wesentlich
anders als beim Original ist, sein darf.

Vielleicht weis jemand mehr.

Richi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 627
  • Geschlecht: Männlich
Generika! Auch in Österreich?
« Antwort #2 am: 08. Juni 2008, 10:11 »
Pharmig: Sektoruntersuchung zur Informationsbeschaffung

   Huber: Steigender Generika-Anteil in Österreich

   Wien (pts/21.05.2008/16:43) - "Die seit gestern Abend laufende
   Berichterstattung im ORF bezüglich der Untersuchungen seitens der
   EU-Kommission bei Pharmaunternehmen ist ergänzungsbedürftig", stellt
   Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber fest.

   Zwischenbericht der Sektoruntersuchung im Herbst

   Die EU-Kommission hat Anfang diesen Jahres eine Sektoruntersuchung bei
   einigen Pharmafirmen eingeleitet um den Markt aus wettbewerbsrechtlicher
   Sicht besser einschätzen zu können. "Bei der aktuellen Sektoruntersuchung
   geht es nicht um eine Untersuchung von Verhaltensweisen der Unternehmen
   sondern es soll unmittelbarer Zugang zu einschlägigen Informationen des
   Pharmamarktes ermöglicht werden. Es ist davon auszugehen, dass ein
   Zwischenbericht im Herbst 2008 - wie von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie
   Kroes angekündigt - vorliegt", argumentiert Huber.

   Österreich 18,6 Prozent unter EU-15-Schnitt

   Fakt ist, dass die Fabriksabgabepreise im viertreichsten Land Europas
   18,6 Prozent unter dem Durchschnitt der EU-15-Länder liegen. Dies ist
   unter anderem durch die seitens der Politik eingesetzte
   Generika-Förderung in den letzten Jahren geschehen. "Aufgrund dieser
   Förderung muss der Preis der Originalprodukte nach Patentablauf auf das
   Preisniveau der Generika reduziert werden", so Huber. "Richtig ist, dass
   im gesamten Apothekenmarkt in Österreich der wertmäßige Anteil der
   Generika sowie der stark preisreduzierten Erstpreisanbieter bei 25
   Prozent liegt und der Anteil der Packungen bei über 40 Prozent" erklärt
   Huber.

   Pharmareferenten

   Bei den im Beitrag genannten 4000 Pharmavertretern handelt es sich um
   1600 Pharmareferenten, deren Aufgabe es ist, nach erfolgreicher Ablegung
   der Pharmareferentenprüfung, den Arzt über Arzneimittel fachkundig zu
   informieren. "Es ist nicht zutreffend, dass 4000 Pharmareferenten circa
   8600 Kassenärzte betreuen. Der weit überwiegende Teil jener Personen, die
   die Pharmareferentenprüfung abgelegt haben sind mittlerweile in anderen
   Funktionen tätig beziehungsweise bereits pensioniert", so Huber
   abschließend.

   Siehe auch: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=080528025
« Letzte Änderung: 08. Juni 2008, 10:15 von Richi »

Werner

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 866
  • Geschlecht: Männlich
Generikaverband präsentiert neue Homepage
« Antwort #3 am: 12. Dezember 2008, 23:28 »

 
Generika Verband / 12.12.2008

Utl.: Aktuelle Themen und Hintergrundinformationen rund um Generika

Wien (OTS) - Das neue Informationsportal des Österreichischen
Generikaverbandes (OEGV) bietet unter der bekannten Adresse
www.generikaverband.at aktuelle Daten und Fakten zum
Gesundheitssystem und rund um Generika an. Beiträge aus der
Wissenschaft und zahlreiche fundierte Quellen stehen für die
Themenrecherche zur Verfügung. Otmar Peischl, Obmann des
Österreichischen Generikaverbandes, betont die Wichtigkeit von
fachlich fundierten Informationen: "Wir laden alle Interessierten
ein, sich umfassend über Generika zu informieren. Im
Medikamentenbereich ist sachliche Information unerlässlich."

   Die neue Homepage des Österreichischen Generikaverbandes ist ab
sofort online. Unter www.generikaverband.at können aktuelle,
wissenschaftliche Fakten und News zum Thema Generika abgerufen
werden. Ergänzt wird die Themenvielfalt durch Stellungnahmen zur
Tagespolitik und Verweise auf Fachquellen, wie beispielsweise
nationale und internationalen Richtlinien zum Arzneimittelwesen.

   Das neue Portal steht ganz im Zeichen des Service-Gedankens: Für
Journalisten, Opinion Leader aber auch Patienten stehen aktuellen
Zahlen zum Gesundheitssystem und Grafiken zum Download bereit. Das
Datenmaterial, wie Medikamentenkosten, Verordnungszahlen sowie
Versorgungsqualität, basiert auf unabhängige Quellen. "Wir stellen
damit ein unabhängiges und sachliches Informationsangebot zur
Verfügung. Denn beim Thema Generika geht es nicht um persönliche
Meinungen und Emotionen, sondern um objektive Fakten", betont
Peischl. Über die Pressestelle, office@generikaverband.at, können
weitere Informationen angefordert und Anfragen gestellt werden. Wir
laden alle Interessierten herzlich ein, sich von der Vielfalt dieses
neuen Informationsportals selbst zu überzeugen.

Rückfragehinweis:
   Österreichischer Generikaverband
   Mag.(FH) Waltraud Janisch-Lang
   Tel.: 0650 544 92 92
   mailto:janisch-lang@generikaverband.at
   http://www.generikaverband.at

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.339
  • Geschlecht: Weiblich
Generika - Streit
« Antwort #4 am: 31. August 2010, 11:36 »