Autor Thema: Forschung gegen Darmkrebs  (Gelesen 9397 mal)

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Josef

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Forschung gegen Darmkrebs
« am: 26. März 2008, 16:54 »
Darmkrebs: Zellgifte im Schlepptau eines Vitamins

Forscher entwickeln zielgerichtete Chemotherapie


Freiburg (ng) - Ein Ziel der modernen Krebsforschung ist es, die Wirksamkeit und

Verträglichkeit bereits bekannter Medikamente und Therapieverfahren weiter zu

verbessern. An der Klinik für Tumorbiologie Freiburg entwickeln Wissenschaftler

derzeit eine Strategie, um Chemo-therapeutika gezielter in Darmkrebszellen

einzuschleusen. Die Krebs-Medikamente werden dazu an Folsäure-Moleküle gebunden, da

Krebszellen dieses Vitamin vermehrt aufnehmen. Auf diese Weise soll die

Wirkstoffkonzentration in den bösartigen Zellen stark erhöht werden, wobei gesunde

Zellen verschont bleiben. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit

rund 150.000 Euro.
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
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Carola-Elke

Edi

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Forschung gegen Darmkrebs
« Antwort #1 am: 03. April 2008, 16:47 »
Wirkstoff zur Individualtherapie von Darmkrebs vorgestellt

Medikament aus menschlichen Eiweißstrukturen bremst Tumorwachstum

Wien - Ein neu entwickeltes Medikament auf Basis humaner Eiweißstrukturen zur Behandlung von Tumoren im Dickdarm ist heute, Donnerstag, in Wien vorgestellt worden. Der Wirkstoff Panitumumab ist der erste sogenannte vollständig humane monoklonale Antikörper auf dem Markt. Anwendung finden soll das Medikament bei Patienten mit Tumoren, die bereits Tochtergeschwülste ausgebildet haben und denen bereits mehrere Chemotherapien verabreicht wurden. Voraussetzung für die als Monotherapie vorgesehene Behandlung ist das Vorhandensein eines nicht mutierten K-Ras-Gens, das sich bei etwa 60 Prozent der Darmkrebspatienten findet und mithilfe eines Genmutationstests nachgewiesen wird.

Die Aufgabe von Antikörpern - besondere Eiweiße, die im Blutkreislauf zirkulieren - ist es, körperfremde Substanzen zu erkennen und das Immunsystem zu aktivieren, damit diese körperfremden Stoffe, wie etwa Bakterien, zerstört werden. Panitumumab kann die Rezeptoren für den Wachstumsfaktor EGF, der für das Wachstum gesunder wie erkrankter Zellen benötigt wird, blockieren und so das Wachstum der Tumorzellen verlangsam oder sogar blockieren, wie die Zulassungsstudie gezeigt hat. Hier ergab sich bei 50 Prozent der mit dem Wirkstoff Behandelten eine Tumorrückbildung, bei 26 Prozent eine Stabilisierung der Erkrankung. Der Wirkstoff ist seit Dezember 2007 von der Europäischen Agentur zur Beurteilung von Arzneimitteln unter Auflagen zugelassen.

Bisher wurden die in der Medizin als Medikamente genutzten Antikörper aus Zellkulturen von Mäusen hergestellt. Diese Antikörper werden aber in einigen Fällen vom menschlichen Immunsystem als fremd erkannt und zerstört. Es kann so zu Nebenwirkungen und dem Nachlassen der Wirkung des Medikamentes kommen. "In den vergangenen Jahren sind zwar eine Reihe von Fortschritten bei Therapie und Medikamenten gemacht worden", erklärt der Wiener Universitätsprofessor Werner Scheitelhauer von der Klinik für Innere Medizin http://www.meduniwien.ac.at gegenüber pressetext, "mit bisherigen Medikamenten haben wir aber ein Upper Limit erreicht. Es waren keine weiteren erfolgversprechenden Kombinationen mehr möglich." Umso erfreulicher sei die Entwicklung des neuen Wirkstoffes einzuschätzen, der zudem eine weiter individualisierte Therapie ermögliche: "Das Mittel ist einfach zu handhaben, es wird alle 14 Tage unter Aufsicht als intravenöse Infusion verabreicht", so der Experte. Durch die Herstellung aus humanen Eiweißstrukturen sei das Medikament zudem besser verträglich.

Jährlich erkranken in Österreich rund 5.000 Menschen neu an Darmkrebs, der bei Männern wie Frauen zu den häufigsten Krebsarten zählt. Das Risiko am kolorektalen Karzinom zu erkranken betrage etwa sechs Prozent, so Universitätsprofessor Günther Gastl von der Klinik für Innere Medizin in Innsbruck http://www.i-med.ac.at. Das Sterberisiko läge bei zwei bis drei Prozent. Die Mortalität sinke, gleichzeitig steige aber die Inzidenz von Darmkrebsfällen, da sich viele Betroffene erst an den Arzt wenden, wenn sie sich in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Darum sei es von großer Wichtigkeit in regelmäßigen Abständen Früherkennungsmaßnahmen durchführen zu lassen. Die beste Früherkennungsmethode sei die Koloskopie, der sich Menschen ab 50 Jahren alle sieben bis zehn Jahre unterziehen sollten. "Durch die Früherkennungsuntersuchungen kann das Risiko an Dickdarmkrebs zu sterben um 80 Prozent gesenkt werden", so Gastl.

Siehe auch:
http://www.ots.at/meldung.php?schluessel=OTS_20080403_OTS0179
« Letzte Änderung: 05. April 2008, 22:36 von Edi »

Josef

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Rektumkarzinom: Hämoglobin
« Antwort #2 am: 16. April 2008, 00:36 »
Rezidivierendes Rektumkarzinom: Hämoglobin als Prognosefaktor bei Radiatio

Das optimale Regime der Radio(chemo)therapie beim Lokalrezidiv eines Rektumkarzinom ist nicht ganz klar, weder für ein definitives Vorgehen, noch für die adjuvante Behandlung zusammen mit einer Resektion. Umso wichtiger sind daher zuverlässige Prognosefaktoren. Einer davon ist der Hämoglobinwert.

Zu diesem Ergebnis kamen nun Dirk Rades von der Universität Kiel und seine Kollegen (Int J Radiation Oncology Biol Phys 70 [2008] 1087-1093). Sie untersuchten dazu 94 Patienten mit Lokalrezidiv eines Rektumkarzinoms. Von diesen hatten sich 6 (6 Prozent) einer Operation mit anschließender Radiotherapie unterzogen, 40 (43 Prozent) einer Operation mit nachfolgender Radiochemotherapie, 25 (27 Prozent) ausschließlich einer Radiotherapie und 23 (24 Prozent) einer Radiochemotherapie.

Die Autoren überprüften zehn potenzielle Prognosefaktoren, nämlich Alter, Geschlecht, Leistungsfähigkeit, Tumorstadium, Tumorgrad, Gabe einer Chemotherapie, Operation, Bestrahlungsdosis sowie den Hämoglobinwert vor und während Bestrahlung.
Mediane Überlebenszeit von 28 Monaten

Die mediane Überlebenszeit der Gesamtkohorte betrug 28 Monate. In der univariablen Analyse korrelierte ein Hämoglobinwert von 12 g/dl und mehr sowohl vor als auch während der Radiotherapie mit einem verbesserten Überleben. Dieser Zusammenhang zeigte sich auch für eine gesteigerte Leistungsfähigkeit, ein niedrigeres Tumorstadium, den operativen Eingriff und die Chemotherapie.

In der multivariablen Analyse blieben nur Leistungsfähigkeit, Tumorstadium und Hämoglobinwert während der Bestrahlung signifikant. Bezüglich einer verbesserten lokalen Kontrolle erwiesen sich in der multivariablen Analyse Chemotherapie, niedrigerer Tumorgrad sowie der Hämoglobinwert (≥12 g/dl) vor und während der Radiotherapie als signifikant. In einer Subgruppenanalyse war das Ausmaß der chirurgischen Resektion mit der lokalen Kontrolle assoziiert, nicht jedoch mit der Überlebenszeit.
Unabhängiger Faktor für lokale Kontrolle und Überleben

"Der Hämoglobinwert während einer Radiotherapie ist sowohl für die lokale Kontrolle als auch für das Überleben ein unabhängiger Prognosefaktor. Es ist entscheidend, von solchen Prognosefaktoren die wesentlichen klar zu verstehen, wenn man Studien zur Behandlung des rezidivierenden Rektumkarzinoms plant", erläutert Rades. Möglicherweise ließen sich die Therapieergebnisse verbessern, wenn man während der Bestrahlung den Hämoglobinwert in einen optimalen Bereich anheben würde. Dies soll in naher Zukunft eine prospektive Studie klären.
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Carola-Elke

Geri

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Forschung gegen Darmkrebs
« Antwort #3 am: 24. April 2008, 14:01 »
   Ernährung spielt bei Kolonkrebs eine Rolle

   Wnt-Gen interagiert mit Nuklearrezeptoren

   Chieti (pte/24.04.2008/06:10) - Untersuchungen eines zweiköpfigen
   Forscherteams am Consorzio Mario Negri Sud http://www.negrisud.it haben
   ergeben, dass Kolonkrebs neben genetisch bedingten auch
   ernährungsbedingte Ursachen haben kann. Eine an tierischen Proteinen und
   Fetten reiche Ernährungsweise unter gleichzeitiger Vernachlässigung von
   Rohfaser-haltigem Obst und Gemüse führe jedenfalls zu einer deutlichen
   Erhöhung des Risikos.


   "Das auf der Innenwand des Verdauungstraktes befindliche Epithel besteht
   aus einer Vielzahl von Darmzotten, deren Funktion es ist, die der
   Resorption dienenden Oberfläche zu erweitern", erläutern Ilenia D'Errico
   und Antonio Moschetta . "Am unteren Teil der Darmzotten befinden sich
   Drüsen, die auch Stammzellen enthalten. Diese sorgen für das Entstehen
   der eigentlichen Epithelzellen, die sich entlang der Darmzotten bewegen
   und schließlich auf der Darmschleimhaut ihre endgültige Lage einnehmen. "

   "Aufbau und Zusammensetzung dieser Struktur wird durch eine Reihe von
   Molekülen gewährleistet, bei denen das Wnt-Gen eine entscheidende Rolle
   spielt," so die italienischen Wissenschaftler weiter. Veränderungen im
   Ablauf bei von Wnt bestimmten Vorgängen trügen wesentlich zur Entstehung
   der Krankheit bei. Dieses Gen interagiere nämlich mit den von der Nahrung
   ausgehenden Nuklearrezeptoren, die ihrerseits Ess- und Hormonstimulanzien
   in Signale zur Bildung von Kolonkrebs umwandeln können.

   Die Arbeit der italienischen Wissenschaftler über die Wirkungsweise der
   Molekularmechanismen an den Darmzotten öffnet neue Wege zur Früherkennung
   und Behandlungen von Kolonkarzinomen. Finanziell unterstützt wurde die
   Studie von der italienischen Vereinigung zur Krebsforschung AIRC
   http://www.airc.it . Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift "Cellular
   and Molecolar Life Sciences" veröffentlicht.

Edi

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Neuer Tumormarker für Darmkrebs entdeckt
« Antwort #4 am: 14. Mai 2008, 00:37 »
Sensitivität und Spezifität über 80 Prozent

13.05.08 - Ein neuer Bluttest scheint kolorektale Tumoren schon im Frühstadium nachweisen zu können. Der viel versprechende Marker muss sich aber noch in weiteren Studien bewähren.
Darmkrebs,Dickdarmkrebs,kolorektales Karzinom

Der Test schlägt Alarm, wenn ein bestimmtes Protein im Blut der Patienten gehäuft vorkommt. Allerdings kann der Wert in seltenen Fällen auch bei Gesunden erhöht sein. Die Mediziner hoffen, durch gleichzeitige Auswertung weiterer Marker sowohl die Empfindlichkeit als auch die Zuverlässigkeit des Tests steigern zu können (J Cell Biochem 104 [2008] 286-294).

Ein guter Krebstest sollte immer dann Alarm schlagen, wenn tatsächlich ein Tumor vorliegt - ansonsten aber nicht. Die neue Blutuntersuchung kommt diesem Ideal zumindest nahe: Bei 27 Patienten mit Dickdarmkrebs lieferte sie in 24 Fällen die korrekte Diagnose; das entspricht einer Sensitivität von 88,8 Prozent. Bei 127 Studienteilnehmern ohne Tumoren schlug der Test 21-mal fälschlicherweise an - die Spezifität betrug also gut 84 Prozent. Für einen Bluttest ist das nicht schlecht; die Prostatakrebs-Diagnose anhand des PSA-Werts beispielsweise ist weit weniger zuverlässiger.
Koloskopie bleibt Goldstandard

"Das sind viel versprechende Werte", sagt denn auch die Bonner Privatdozentin Dr. Gisela Walgenbach-Brünagel. "Der diagnostische Goldstandard ist und bleibt jedoch die Koloskopie. Daran können und wollen wir nicht rütteln.

Auf dem Weg zum einfachen, zuverlässigen und kostengünstigen Massenscreening ist noch viel Arbeit zu leisten. In einem ersten Schritt will Walgenbach-Brünagel zusammen mit ihren US-Kollegen von der John-Hopkins-Universität in Baltimore Empfindlichkeit und Zuverlässigkeit des Tests erhöhen.

Weitere Studien erforderlich

Momentan richtet sich dieser gegen ein Protein, das im Blut von Darmkrebs-Patienten gehäuft vorkommt: Dieses Dickdarmkrebs-spezifische Antigen (colon cancer-specific antigen, CCSA-2) scheint im Kern von Dickdarmzellen die Genaktivität zu regulieren.

Die Bonner Ärztin hat den Tomormarker entdeckt - ebenso wie drei weitere CCSA, die ebenfalls gehäuft im Blut von Darmkrebs-Patienten vorkommen. Ein Nachweisverfahren, das alle vier Proteine erfasst, könnte sowohl hoch empfindlich als auch sehr spezifisch sein. "Für ein endgültiges Urteil sind aber noch weitere Studien mit viel mehr Patienten nötig", betont die Medizinerin.


me / Quelle: Universität Bonn

Gitti

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Forschung gegen Darmentzündungen
« Antwort #5 am: 30. Mai 2008, 12:17 »
 Boston (pte/30.05.2008/10:15) - Ein Bakterienstamm, der natürlicherweise
   in der Darmflora des Menschen vorkommt, übt offenbar eine
   entzündungshemmende Wirkung aus, die das Entstehen und die Symptome von
   chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen lindert. Dies berichten
   Mediziner der Harvard Medical School http://www.hms.harvard.edu im
   Wissenschaftsmagazin Nature. Verantwortlich für diesen protektiven Effekt
   sei das Zuckermolekül Polysaccharid A, welches von Bakterien des Typs
   Bacteroides fragilis produziert wird. Untersuchungen an Mäusen zeigten,
   dass das Saccharid so auf die T-Lymphozyten - die körpereigenen
   Abwehrzellen - einwirkte, dass weniger entzündungsförderliche aber mehr
   entzündungshemmende Interleukine hergestellt werden. "Wir konnten so zum
   ersten Mal zeigen, dass ein von Darmbakterien produziertes Molekül im
   Tiermodell einen therapeutischen Effekt hat", sagt Studienautor Denis
   Kasper.

   Bereits vor drei Jahren hatte ...............  http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=080530010



Richi

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Vitamin D und Krebsvorbeugung
Experte empfiehlt 30 Minuten Sonne pro Tag
***********************************************************

(aid) - "Eine Anhebung des Vitamin-D-Spiegels im Blut würde das Risiko für Dickdarmkrebs um 45 Prozent senken", davon ist Dr. Alexander Ströhle von der Leibniz-Universität Hannover überzeugt. Der Ernährungswissenschaftler stellte auf der Frühjahrstagung "Ernährung aktuell" des Verbandes für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) neue Erkenntnisse zur Vitamin-D-Forschung vor. Rund 350 Beratungskräfte besuchten die vielseitige Veranstaltung am 16. und 17. Mai 2008 in Gießen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Zufuhr von durchschnittlich fünf Mikrogramm Vitamin D pro Tag, für Säuglinge, Kleinkinder und Senioren sogar zehn Mikrogramm. Natürliche Vitamin-D-Quellen sind vor allem fette Fischarten und Eigelb. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung ist der Körper jedoch auch in der Lage, den gesamten Bedarf an Vitamin D in der Haut selbst herzustellen.
Die von der DGE empfohlene Menge reicht aus, um klassische Vitamin-D-Mangelerscheinungen wie Knochenerweichung (Rachitis und Osteomalazie) zu vermeiden. Denn Vitamin D sorgt in Darm und Niere dafür, dass der Körper genug Kalzium für die Knochenstabilisierung zur Verfügung hat. Daneben kann das Vitamin auch das Immunsystem, die Bauchspeicheldrüse, die Muskeln und das Zellwachstum allgemein beeinflussen, so der Experte. Neuere Studien weisen laut Ströhle darauf hin, dass Vitamin D vor Tumorerkrankungen (vor allem Prostata-, Dickdarm- und Brustkrebs) sowie vor Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose und Diabetes mellitus Typ 1 schützen kann. Dazu seien jedoch sehr hohe Konzentrationen im Blut erforderlich. Um diese zu erreichen, müsste man vor allem in der dunklen Jahreszeit 25 Mikrogramm Vitamin D täglich verzehren. Diese Menge könnten natürliche Lebensmittel nicht mehr liefern. Eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin D in Form von Tabletten empfahl Ströhle jedoch nur für bettlägerige Menschen, die nur selten mit Sonne in Kontakt kommen, und für Personen mit dunkler Hautfarbe, da Pigmente das Sonnenlicht abfangen. Der gesunden Normalbevölkerung riet er, sich täglich für 30 Minuten im Freien aufzuhalten und Gesicht und Unterarme möglichst der Sonne auszusetzen. Ein Sonnenbrand ist dabei jedoch unbedingt zu vermeiden.
aid, Monika Heinis

siehe ....  www.aid.de



Werner

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Stammzellentherapie bei Darmkrebs
« Antwort #7 am: 09. Juni 2008, 21:56 »
In der Darmwand gibt es mehr als eine Art von adulten Stammzellen Salt Lake City (USA) -

Die Zellen der Darmwand werden ständig abgestoßen und durch neue ersetzt. Dazu sind adulte Stammzellen nötig, aus denen sich sämtliche Darmzelltypen entwickeln können. Amerikanische Forscher haben jetzt entdeckt, dass es - entgegen ihrer Erwartung - mehr als nur eine Art solcher Darmstammzellen geben muss. Sollte das auch auf andere Organe zutreffen, hätte das wichtige Konsequenzen für die Entwicklung von Stammzelltherapien, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature Genetics".

"Bisher glaubte man, dass es in jedem Organ eine einheitliche Stammzellpopulation gibt. Wir sagen jetzt, dass es in einem bestimmten Organ multiple Populationen von Stammzellen geben kann. Wenn man also an eine Therapie denkt, muss man diese Komplexität berücksichtigen", sagt Mario Capecchi von der University of Utah. Zusammen mit Eugenio Sangiorgi entwickelte er ein Verfahren, um die Stammzellen des Darms zu markieren und mikroskopisch sichtbar zu machen. Dazu erzeugte das Team genetisch veränderte Mäuse. Diese reagierten auf ein Medikament so, dass sich alle Zellen mit einem aktiven stammzelltypischen Gen (Bmi1) blau färbten. Dadurch waren im Mikroskop die Darmstammzellen und alle daraus hervorgehenden Zellen direkt erkennbar.

Solche Zellen ließen sich aber in den mittleren und hinteren Darmabschnitten kaum nachweisen. "Es gibt wahrscheinlich verschiedene adulte Stammzellen im Dünndarm, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen", sagt Sangiorgi. "Es wäre nicht überraschend", so Capecchi, "wenn das auch für andere Organe gilt." Um durch eine Stammzelltherapie geschädigtes Gewebe eines Organs zu ersetzen, müssten daher möglicherweise mehrere Arten von Stammzellen eingesetzt werden.


« Letzte Änderung: 09. Juni 2008, 22:25 von Werner »

Werner

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Dickdarmkrebs: Glückshormon Serotonin fördert das Wachstum
« Antwort #8 am: 24. Juni 2008, 22:05 »


   Serotonin

   "Neuer Angriffspunkt für Prävention und Behandlung"

   Zürich (pte/24.06.2008/16:15) - Eine neue Funktion des auch als
   Glückshormon bekannten Serotonin hat ein Wissenschaftlerteam der
   Universität und des Universitätsspitals Zürich http://www.uzh.ch
   entdeckt. Offenbar fördert der Neurotransmitter durch die Beeinflussung
   der Tumorgefässe das Wachstum von Dickdarmkrebs. In einer experimentellen
   Studie mit Mäusen war die Gruppe um Pierre-Alain Clavien auf diesen
   Mechanismus aufmerksam geworden. Die Ergebnisse werden im Juli in der
   Fachzeitschrift Cancer Research http://cancerres.aacrjournals.org
   veröffentlicht und würden den Forscher zufolge "einen viel versprechenden
   Angriffspunkt für die Prävention und Behandlung des Dickdarmkrebses
   darstellen". So könnte die Therapie mit bereits verfügbaren und zurzeit
   anderweitig eingesetzten Serotonin-Blocker das Langzeitüberleben
   verbessern.

   Das Serotonin erfüllt eine Reihe verschiedener Aufgaben im Organismus.
   Einerseits überträgt es Signale im Gehirn, ist an der Regulation des
   Blutdrucks beteiligt und unterstützt andererseits auch die Verdauung. Das
   Hormon wird überwiegend in den Blutplättchen gespeichert, die es im
   ganzen Körper verteilen und den Botenstoff bei Bedarf in den
   verschiedenen Organen freisetzen. Bei Mäusen, deren Blutplättchen kein
   Serotonin enthielten, haben Clavien und seine Kollegen das Wachstum von
   Dickdarmkrebs untersucht. "Wir konnten zeigen, dass die Tumore wesentlich
   langsamer wuchsen als bei Kontrolltieren mit gewöhnlichen Blutplättchen",
   erklärt Clavien. Normalisierten die Forscher den Serotoningehalt
   wiederum, wuchsen die Dickdarmtumoren genauso schnell wie in der
   Kontrollgruppe. In weiteren Untersuchungen konnten die Wissenschaftler
   feststellen, dass Serotonin in Wechselwirkung mit den in den Tumoren
   enthaltenen Fresszellen treten und die Gefäßneubildung im Dickdarmkrebs
   fördern.

   Der Dickdarmkrebs ist heute eine der häufigsten Krebsformen in den
   industrialisierten Ländern. In Österreich und der Schweiz sind jährlich
   jeweils 4.000 bis 5.000 Neuerkrankungen zu verzeichnen, in Deutschland
   sogar über 60.000. "Obwohl ........ http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=080624038


Jutta

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Darmkrebs: auch ältere Patienten hilft die Chemo
« Antwort #9 am: 20. Oktober 2008, 13:26 »

Auch alte Darmkrebspatienten profitieren von der Chemo 

Das Themenspektrum bei der Gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften
für Hämatologie und Onkologie in Wien war breit gefächert.

Eines der Highlights:
Eine weitere Studie belegt, dass auch alte Kolorektal-Ca-Patienten von der Chemo profitieren.

Tanja

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Immer mehr Bayern leiden an Dickdarm- und Hautkrebs
« Antwort #10 am: 06. November 2008, 10:37 »

Ärzte Zeitung, 05.11.2008

Immer mehr Bayern leiden an Dickdarm- und Hautkrebs

Zehn Jahre Landeskrebsregister: Erfassungsquote liegt bei 90 Prozent der Neuerkrankungen

MÜNCHEN (sto). Die Zahl der Patienten, die an Dickdarmkrebs oder an Hautkrebs erkranken, steigt in Bayern seit einigen Jahren. Zwar sei Krebs in Deutschland noch immer zweithäufigste Todesursache, das Risiko an Krebs zu sterben sei jedoch rückläufig.

Das haben Experten bei einem Symposium zum zehnjährigen Bestehen des bevölkerungsbezogenen Krebsregisters in Bayern betont.

Seit 1998 registriert das bevölkerungsbezogene Krebsregister Bayern neu auftretende Krebserkrankungen. Nach einer vierjährigen Startphase mit der Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte werden seit Anfang 2002 alle bösartigen Neubildungen und ihre Frühformen flächendeckend in ganz Bayern anonymisiert erfasst. Die Analyse der Krebsregisterdaten erfolgt bevölkerungsbezogen, umfasst also alle Bevölkerungsgruppen in ihren Wohnorten oder Landkreisen unabhängig von ihrem Versicherungsstatus.

Auf diese Weise sei es möglich, http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/default.aspx?sid=518659

Josef

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Geringere Darmkrebs-Sterblichkeit
« Antwort #11 am: 12. Februar 2010, 20:08 »
 12.02.2010
   
   Krebsgesellschaft: Geringere Darmkrebs-Sterblichkeit dank verbesserter Vorsorge, Therapien und Behandlungsstrukturen

„Im Gegensatz zur Entwicklung der Neuerkrankungen nehmen die Sterberaten bei Darmkrebs für beide Geschlechter stetig ab“, erklärt Kongresspräsident Prof. Wolff Schmiegel im Vorfeld des 29. Deutschen Krebskongresses in Berlin. Inzwischen lägen die 5-Jahres-Überlebensraten für beide Geschlechter bei 60 Prozent. Sogar im metastasierenden Stadium würden nun mittlere Überlebenszeiten von über zwei Jahren erreicht, was noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien. Nach wie vor bleibt Darmkrebs aber in Deutschland die zweithäufigste Krebsneuerkrankung und –todesursache bei Männern und bei Frauen. Für beide beide Geschlechter zusammen ist Darmkrebs mit 73.000 Neuerkrankungen sogar die häufigste Krebsneuerkrankung.


„Zum einen trägt die verbesserte Vorsorge dazu bei, dass Darmkrebs zunehmend beherrschbar wird. Denn durch die Vorsorge-Koloskopie, die dank verschiedener öffentlicher Kampagnen an Akzeptanz gewonnen hat, werden mehr Tumoren im Frühstadium diagnostiziert – und bei einer frühen Diagnose stehen die Heilungschancen sehr viel besser als bei Tumoren in fortgeschrittenen Stadien“, weiß der Bochumer gastroenterologische Onkologe und Vorsitzende der Zertifizierungskommission für Darmkrebszentren.

Bei fortgeschrittenen Darmkrebserkrankungen habe sich die Überlebenszeit vor allem dank neuer Therapien verbessert. Die Patienten profitierten zunehmend von neuen zielgerichteten Substanzen, die an wichtigen Schaltstellen im Tumorgewebe angreifen, wie dem Angiogenesehemmer Bevacizumab oder den Tumorwachstumsblockern Cetuximab oder Panitumumab. Ob die letztgenannten Anti-EGFR-Antikörper bei einem Patienten Therapieerfolge sehr viel wahrscheinlicher machen, kann mit Hilfe der Mutationsanalyse des k-ras Onkogens vorhergesagt werden. Wenn dieser Marker im Tumor mutiert vorliegt, profitiert der Patient nicht von der Antikörpertherapie. Ihm können also mögliche Nebenwirkungen und dem Gesundheitssystem Kosten erspart werden.

Zum beschriebenen Therapieerfolg beim metastasierenden Darmkrebs habe darüber hinaus die verbesserte Behandlungsqualität beigetragen, die mittlerweile durch 140 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Darmkrebszentren sichergestellt ist (www.krebsgesellschaft.de/zertifizierte_zentren). Diese qualitätsgeprüften Therapiezentren arbeiten interdisziplinär und leitliniengerecht. Der Erfolg zeige, dass Fortschritte in der Therapie und Versorgung von Darmkrebspatienten auch durch strukturelle Verbesserungen erreicht werden können.

Auf dem 29. Deutschen Krebskongress 2010 in Berlin werden vom 24. Bis 27. Februar werden die Konzepte der Versorgungsstrukturen in der Krebsheilkunde diskutiert und weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgungsqualität angestoßen und gemeinsam erarbeitet
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Carola-Elke

hilde

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Dickdarmkrebs: Tumorwachstum durch RNA zum Stillstand gebracht
« Antwort #12 am: 11. April 2012, 19:48 »



Dickdarmkrebs: Tumorwachstum durch RNA zum Stillstand gebracht

  Quelle: MEDICA.de

Eine wesentliche Schwierigkeit bei der Therapie von Krebserkrankungen besteht darin, gezielt das Tumorgewebe zu treffen, ohne dabei gesundes Gewebe zu schädigen. Dieses Problem geht Professor Jürgen Behrens an der Universität Erlangen-Nürnberg mit seinem Team an, indem er die molekularen Unterschiede zwischen gesunden und Tumorzellen nutzt.

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Forschung Darmkrebs, dann .....
« Antwort #13 am: 17. März 2013, 23:32 »




Forscher untersuchen, warum Tumorzellen in andere Organe übersiedeln

Die Haupttodesursache bei Darmkrebs sind Zweittumoren - ausgelöst von Krebszellen, die den Darm verlassen und sich meist in der Leber ansiedeln. Wie und warum sie das tun, ist noch unklar. Eine Reihe kleiner Moleküle könnte helfen, Licht in das Dunkel zu bringen - die sogenannten Mikro-RNAs. Während sie in gesunden Zellen eine Vielzahl lebenswichtiger Prozesse regeln, unterstützen manche Mikro-RNAs in Krebszellen offenbar das bösartige Wachstum. Wie das im Detail funktioniert, wollen Forscher http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40159

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Darmkrebs: Erforschung neuer Therapieansätze
« Antwort #14 am: 16. Juli 2014, 01:13 »



Erforschung neuer Therapieansätze bei Darmkrebs

Darmkrebs ist nach Brust- und Prostatakrebs die dritthäufigste onkologische Erkrankung überhaupt. In Deutschland betrifft nach Aussage des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg etwa jede siebte Krebserkrankung den Darm. Im Rahmen einer Studie am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) wurde nun die Rolle der regulatorischen T-Zellen in den verschiedenen Stadien der Erkrankung genauer untersucht. Ziel ist die Entwicklung neuer Therapieansätze für bestimmte Darmkrebserkrankungen.

Am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsimmunologie hat man in diesem Zusammenhang die Rolle von regulatorischen T-Zellen, kurz Tregs, untersucht. Tregs sind Zellen, deren Aufgabe es ist, die Aktivierung des Immunsystems zu unterdrücken. Die Studie, durchgeführt von Dr. Eva Pastille, untersuchte die Rolle, einer speziellen Gruppe von Tregs, die der CD4+ Foxp3+ Tregs im Blut von Darmkrebspatienten sowie im Mausmodell. Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Cancer Research publiziert.

"Tregs können Fluch oder Segen sein, je nachdem, wann sie im Krankheitsverlauf im Körper aktiv sind", fasst Prof. Dr. Astrid Westendorf, Leiterin des Lehrstuhls für Infektionsimmunologie am Institut für Medizinische Mikrobiologie die Ergebnisse der Studie zusammen. Denn diese sind einerseits in der Lage, Entzündungsprozesse im Körper zu unterdrücken. "So können sie in der frühen Entzündungsphase der Entstehung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen und damit auch der des entzündungs-induzierten Darmkrebses vorbeugen. Kamen die Tregs im Krankheitsverlauf jedoch zu einem zu späten Zeitpunkt ins Spiel, blockierten diese das Immunsystem und hielten dieses so davon ab, sich in ausreichendem Maße gegen einen entstehenden Tumor zu wenden", erklärt Prof. Dr. Astrid Westendorf. Wurden die Tregs jedoch in der späten Entzündungsphase, in welcher der Tumor sich bereits im Darm ausbreitete, therapeutisch entfernt, führte dies zu einer Abstoßungsreaktion gegenüber dem Tumor.

Die Forscher hoffen, zukünftig über die Modulation des Immunsystems eine zusätzliche Therapieoption bei Darmkrebs entwickeln zu können.

Literaturhinweis:
Pastille E, Bardini K, Fleissner D et al.
Transient ablation of regulatory T cells improves antitumor immunity in colitis-associated colon cancer.
AM.Cancer Res. 2014 Jun 6. pii: canres.3065.2013. [Epub ahead of print]

Quelle: Universitätsklinikum Essen

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=43470