Autor Thema: Lungenkrebs: Vitamine nutzen nichts, Vit. E schadet eventuell  (Gelesen 5276 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Richi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 627
  • Geschlecht: Männlich

Lungenkarzinom: Vitamine schützen nicht

Vitamine können nicht vor einem Lungenkarzinom schützen.

20.3.08 - Rauchen verursacht ungefähr 90 Prozent aller Lungenkarzinome. Mit dem Rauchen aufzuhören ist daher die beste Prävention des Lungenkarzinoms. Es gab aber vereinzelt Hinweise darauf, dass auch die Einnahme von Vitaminen oder ein hoher Konsum von Obst das Lungenkarzinomrisiko vermindern könnte. Die bisherigen Daten dazu waren aber nicht überzeugend. In einer neuen, großen Studie hat man nun untersucht, welchen Einfluss Vitamin-Supplemente auf das Lungenkarzinomrisiko haben und ob es dabei eine Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt.

Dazu nutzten Wissenschaftler Daten der „VITamins And Lifestyle (VITAL) study“, die in Washington, USA, durchgeführt wurde. Mehr als 77.000 Personen nahmen an dieser Studie teil und beantworteten zwischen 2000 und 2002 Fragebogen, in denen sie unter anderem Auskunft gaben über ihre Ernährungsgewohnheiten. Dazu gehörten auch die Einnahme von Vitaminpillen. Anhand dieser Angaben schätzten die Studienleiter, wie viele Vitamine die Probanden in den zehn Jahren vor Beginn der Studie zu sich genommen hatten. Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich vier Jahren erkrankten 521 Personen an einem Lungenkarzinom.

Enttäuschend dann der Vergleich mit der Einnahme von Vitaminen: Weder Multivitaminpräparate, noch das Vitamin C oder Folsäuresupplemente hatten irgendeinen Einfluss auf das Risiko eines Lungenkarzinoms, unabhängig davon, wie lange diese Vitamin eingenommen wurden.

Bei Vitamin E zeigte sich sogar ein Anstieg des Lungenkarzinomrisikos: Probanden, die mindestens zehn Jahre lang 400 mg Vitamin E pro Tag als Nahrungssupplement zu sich nahmen, hatten ein 28 Prozent höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Vitamin E fördert dabei vor allem das Entstehen von nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen. Vor allem Raucher sind gefährdet. Wer raucht und viel Vitamin E zu sich nimmt, erhöht das Risiko, an einem Lungenkarzinom zu sterben, um 59 Prozent.

Quelle: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2008, Vol. 177, S. 524-530

Werner

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 866
  • Geschlecht: Männlich
Re: Lungenkrebs: Vitamine nutzen nichts, Vit. E schadet eventuell
« Antwort #1 am: 07. September 2008, 20:27 »
Ehemalige Raucher nicht betroffen

Betacarotin erhöht Lungenkrebsrisiko bei Rauchern

03.09.08 - Schon in der Vergangenheit wurde Betacarotin, ein Provitamin A, mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko in Verbindung gebracht, vor allem bei Rauchern. In einer Metaanalyse konnten Tawee Tanvetyanon und Gerold Bepler vom H. Lee Moffitt Cancer Center in Tampa, Florida, diese These für aktuelle, aber nicht für ehemalige Raucher bestätigen.
Raucher, Nichtraucher, Rauchen, Rauchstopp, Rauchentwöhnung, Zigarette, Nikotin, Tabak, Nikotinsucht, Abhängigkeit
Das Risiko eine Bronchailkarzinoms steigt bei Rauchern noch an, wenn sie Beatcarotin-Supplements erhalten. Foto: Bilderbox

Die Autoren suchten in Datenbanken nach geeigneten Studien, die randomisiert und placebokontrolliert in Abhängigkeit vom Nikotinkonsum den Einfluss von Betacarotin auf die Inzidenz von Bronchialkarzinomen untersuchten. Außerdem ermittelten sie den Betacarotingehalt gängiger Multivitaminpräparate, die sie in verschiedenen Online-Angeboten ausfindig machten. Dabei unterschieden sie zwischen Präparaten zur herkömmlichen Vitaminsubstitution und solchen, die gezielt die visuellen Fähigkeiten verbessern sollten.
Carotindosen zwischen 20 und 30 mg täglich

Es fanden sich vier große Studien, an denen insgesamt 109.394 Personen teilnahmen, davon 54.955 in der Interventions- und 54.439 in der Placebogruppe. Die täglich zugeführte Dosis an Betacarotin bewegte sich zwischen 20 und 30 mg. Bei aktuellen Rauchern ging eine solche Supplementation mit einem signifikant erhöhten Risiko für ein Bronchialkarzinom einher, einer Odds Ratio von 1,24 entsprechend. Bei ehemaligen Rauchern zeigte sich mit einer Odds Ratio von 1,10 keine signifikante Risikozunahme. Gleiches galt für Nichtraucher mit einer Odds Ratio von 0,73.
Präparate unterschieden sich deutlich

In einer Stichprobe von 47 gängigen Multivitaminpräparaten enthielten 33 (70 Prozent) Betacarotin in einer medianen täglichen Dosis von 0,3 mg (0 bis 17,2 mg). In weiteren 17 Präparaten, die explizit die Sehfähigkeit verbessern sollten, betrug die mediane tägliche Carotinmenge 3 mg (0 bis 24 mg).

Auch wenn die in den Multivitaminpräparaten ermittelten Dosen deutlich geringer ausfielen als die in den Studien verwendeten, empfehlen die Autoren Ärzten dennoch, rauchende Patienten über ein möglicherweise zusätzlich erhöhtes Lungenkrebsrisiko aufzuklären, wenn diese Multivitaminpräparate einnehmen. Das Beste sei allerdings nach wie vor, mit dem Rauchen aufzuhören.

Quelle: Cancer 2008; 113: 150-157