Autor Thema: Cholesterinsenkende Lebensmittel  (Gelesen 10024 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Evi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Cholesterinsenkende Lebensmittel
« am: 02. April 2008, 16:22 »

Bewusst auf die Kennzeichnung achten
***********************************************************
 
(aid) - Mehr als jeder zehnte europäische Verbraucher greift im Supermarkt zu
cholesterinsenkenden Lebensmitteln, denen Pflanzensterine zugesetzt sind. Aber nur
die Wenigsten verstehen die speziellen Warnhinweise auf der Verpackung solcher
Produkte. So lautet das Fazit einer Bewertung aktueller Untersuchungen durch die
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).
Die Daten aus Deutschland stammten größtenteils aus einer Gemeinschaftsstudie der
Verbraucherzentralen und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), die bereits
im Sommer 2007 veröffentlicht wurde.

Für die Kennzeichnung von Nahrungsmitteln mit Pflanzensterinzusatz wie Margarine,
Jogurt oder Käse gibt es besondere Vorschriften. Die Auswertung hat jedoch gezeigt,
dass viele Verbraucher die Empfehlungen auf dem Etikett nicht lesen, verstehen oder
bewusst wahrnehmen. So wussten beispielsweise nur vier Prozent der deutschen
Konsumenten, dass sie vorsorglich nicht mehr als drei Gramm Phytosterine täglich
über die Spezial-Produkte aufnehmen sollen. Denn die Pflanzensterine senken nicht
nur den Cholesterinspiegel, sondern auch die Aufnahme von wertvollen Carotinoiden
aus der Nahrung.
Aus dem gleichen Grund sind solche Lebensmittel für Kinder unter
fünf Jahren, Schwangere und Stillende nicht geeignet. Zudem wussten nur vier Prozent
der Befragten, dass sie die verringerte Aufnahme an Carotinoiden durch einen
gesteigerten Obst- und Gemüseverzehr ausgleichen sollten.

Im Vergleich zu dem großen Unwissen, was bezüglich cholesterinsenkender Lebensmittel
herrscht, ist ein übermäßiger Konsum von Phytosterinen bislang relativ selten: In
Deutschland verzehrten vermutlich knapp über zwei Prozent der Befragten mehr als
drei Gramm Pflanzensterine pro Tag.
Auf der anderen Seite nehmen manche sogar
weniger als die für einen positiven Effekt erforderlichen 1,5 Gramm täglich auf.
Wenn das europaweite Angebot an cholesterinsenkenden Lebensmitteln aber steigt und
die Verbraucher mehrere Produkte gleichzeitig verzehren, könnte sich dies laut EFSA
in Zukunft ändern.

aid, Heike Kreutz

Richi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 627
  • Geschlecht: Männlich
Cholesterin, das interessiert mich doch nicht!
« Antwort #1 am: 29. Juni 2008, 21:18 »
Kennen Sie Ihre Blutfettwerte?

Anlässlich des bundesweiten Tags des Cholesterins ruft die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen alle Bürger dazu auf, ihre Blutfettwerte bestimmen zu lassen.

"Jeder Erwachsene sollte seine Cholesterinwerte kennen, um bei zu hohen Konzentrationen frühzeitig Präventionsmaßnahmen ergreifen zu können", sagt Professor Dr. Achim Weizel, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. Um auf die Bedeutung der Blutfette für die Herz-Kreislauf-Gesundheit der Bevölkerung hinzuweisen, veranstaltet die DGFF seit 2003 einmal jährlich den Tag des Cholesterins mit bundesweiten Aufklärungskampagnen und Messaktionen. Er findet in diesem Jahr am 27. Juni statt.

Blutfett-Check beim Arzt oder Apotheker

An den Aktionstagen der vergangenen Jahre haben sich mehrere tausend Apotheken, Arztpraxen, Kliniken, Krankenkassen, Betriebe, Ausbildungseinrichtungen und Schulen in ganz Deutschland beteiligt. Dabei wurde deutlich: Nur jeder dritte Bundesbürger kennt seine Cholesterinwerte. Ein erstaunliches Ausmaß an Unbekümmertheit! Der Schauspieler Horst Janson, einer der Schirmherren des diesjährigen Tags des Cholesterins: "Was mich immer wieder wundert: Am Zustand ihres Autos sind alle unglaublich interessiert. Aber wenn es um die eigene Gesundheit geht, sind wahnsinnig viele Menschen nachlässig. Einen Gesundheits-TÜV würde ich befürworten."

Nur wer Bescheid weiß, kann reagieren

"Im Wissen um die eigenen Cholesterinwerte und die Triglyceridkonzentration liegt die Chance, rechtzeitig einzugreifen", erklärt Janson. Für Erwachsene liegen die Normalwerte sowohl für das Gesamtcholesterin als auch für die Triglyceride bei unter 200mg pro 100ml Blut. Der Wert des Gesamtcholesterins ist allerdings zur Beurteilung des Herz-Kreislauf-Risikos nur bedingt aussagekräftig, da er sich aus mehreren Unterfraktionen zusammensetzt. Das ?gute? sogenannte HDL-Cholesterin sollte bei Männern mindestens 40mg pro 100ml Blut und bei Frauen mindestens 45mg pro 100ml Blut ausmachen. Dagegen sollte der Wert des "schlechten" sogenannten LDL-Cholesterins 160mg pro 100ml Blut nicht übersteigen, da es zu gefährlichen Ablagerungen in den Blutgefäßen führen und letztlich das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko erhöhen kann.

Risikofaktoren vermeiden

Die Aufgabe von ungesunden Verhaltensweisen zugunsten einer gesunden Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung reicht oftmals schon aus, um einen erhöhten Cholesterinspiegel ganz ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Menschen, deren Cholesterinwerte oberhalb des Normalbereichs liegen, sollten sich fettarm ernähren, das Rauchen aufgeben, Übergewicht abbauen und dreimal wöchentlich mindestens eine halbe Stunde lang Ausdauersport treiben. Gesättigte Fettsäuren, wie sie etwa in Fastfood, Chips und Frittiertem vorliegen, sind zu meiden. Stattdessen sollte man Nahrungsmittel wie Fisch und hochwertiges Olivenöl zu sich nehmen, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind.

Bundesweite Aktionen am 27. Juni

Auch in diesem Jahr nehmen wieder zahlreiche Apotheken, Arztpraxen und andere Gesundheitseinrichtungen im gesamten Bundesgebiet am Tag des Cholesterins teil. Daneben führt die DGFF Messaktionen für die interessierte Bevölkerung sowie ein Fortbildungsprogramm für Ärzte in Dresden durch. Eine detaillierte Aufstellung mit allen Teilnehmern des Aktionstages finden Interessierte auf der Internetseite der DGFF

http://www.lipid-liga.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=40&Itemid=99

Weiterführende Informationen:

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V.Waldklausenweg 2081377 MünchenTel.: (089) 7191001Fax: (089) 7142687

Quelle: Nach Informationen der DGFF
Autor: Annette Mende
Stand: 27-06-2008

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.339
  • Geschlecht: Weiblich
"Tag des Cholesterins"
« Antwort #2 am: 30. Juni 2008, 17:57 »
27/06/08

Jeder Dritte hat zu viel Cholesterin im Blut

NEU-ISENBURG (mut).

HDL und LDL - offenbar können sich nur wenige Deutsche unter diesen Kürzeln etwas vorstellen,
und nur jeder dritte Bundesbürger weiß, ob seine HDL- und LDL-Werte o.k. sind.

Nach Angaben der Lipid-Liga sind auch bei jedem Dritten die HDL-Werte zu niedrig und
die LDL-Werte zu hoch.

Grund genug, um am heutigen "Tag des Cholesterins" die Bevölkerung vor den Gefahren zu hoher Blutfettspiegel zu warnen.

Geri

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 674
  • Geschlecht: Männlich

Mittwoch, 20. August 2008

Lübeck – Eine neue Variante im Low-Density-Lipoprotein (LDL) Rezeptor, die genetisch zur Senkung des LDL-Cholesterins im Blut führt, haben Wissenschaftler vom Molekulargenetischen Labor der Medizinischen Klinik II sowie Mitarbeiter des Instituts für Medizinische Biometrie und Statistik der Universität zu Lübeck entdeckt. Sie konnten außerdem zeigen, dass Träger der Variante ein geringeres Herzinfarktrisiko haben, als Menschen ohne diese Variante. Die Wissenschaftler publizierten ihre Daten im Online-Magazin PlosONE.

Obwohl der Zusammenhang zwischen Cholesterinspiegeln und Herzinfarkt schon sehr frühzeitig von der medizinischen Forschung erkannt wurde, ist in den Medien immer wieder von der sogenannten Cholesterin-Lüge zu hören. So wurde der ursächliche Zusammenhang zwischen Cholesterinspiegel und Herzinfarkt immer wieder bezweifelt und dahinter eine Verschwörung der Pharmaindustrie vermutet.

Hauptargument der Cholesterin-Gegner ist, dass erhöhte Cholesterinspiegel nicht ursächlich dem Herzinfarktrisiko zugrunde liegen könnten, sondern nur einen ungünstigen Lebensstil oder schädliche Umwelteinflüsse indirekt abbilden, wobei letztere die eigentliche Ursache für den Herzinfarkt darstellen. In der Bevölkerung bestehe daher eine erhebliche Verunsicherung, ob und wann erhöhte Cholesterinspiegel einen Risikofaktor darstellen und behandelt werden müssen.

Die Lübecker Arbeitsgruppe entdeckten zunächst eine neue Variante im Low-Density-Lipoprotein (LDL) Rezeptor, die genetisch zur Senkung des LDL-Cholesterins im Blut führt. Im Rahmen des EU-Projektes Cardiogenics wurde dies an mehr als 10.000 Menschen aus der deutschen und englischen Bevölkerung in allen Altersgruppen beginnend vom Kleinkind bis in das hohe Lebensalter untersucht.

Die Variante findet sich bei elf Prozent der europäischen Bevölkerung. Ist die Genvariante auf zwei Chromosomen vorhanden, sinkt das LDL-Cholesterin im Durchschnitt um 14 mg/dl. Dies ließe theoretisch eine Abnahme des Herzinfarktrisikos um 21 Prozent vermuten, aber nur wenn LDL-Cholesterin auch die Ursache ist. Ernährung und Umwelteinflüsse haben keinen Einfluss auf diese Art der vererbten Absenkung des schädlichen LDL-Cholesterins.

Die tatsächliche Beziehung zum Herzinfarktrisiko untersuchten die Wissenschaftler an 7.000 Herzinfarktpatienten. Es stellte sich in der Tat heraus, dass die Gen-Variante zu einem 23 Prozent niedrigeren Herzinfarktrisikos führt.

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.339
  • Geschlecht: Weiblich
Cholesterinsenkende Lebensmittel???
« Antwort #4 am: 21. Mai 2011, 00:53 »

ANMERKUNG.
Gehört da Becel grün auch dazu?



Zweifel an Cholesterin-Senkern

Positiver Effekt ungewiss

AFP

Wissenschaftler bezweifeln den gesundheitlichen Nutzen sogenannter cholesterinsenkender Lebensmittel. Bestimmte pflanzliche Wirkstoffe, mit denen zum Beispiel Margarine oder Milchprodukte angereichert sind, hätten keinen nachgewiesenen Nutzen für die Herzgesundheit und könnten im Gegenteil sogar negative Effekte haben, erklärten Experten am Donnerstag auf der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim. Es seien mehr Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von angeblich cholesterinsenkenden Lebensmitteln nötig.

Bestimmte pflanzliche Wirkstoffe, sogenannte Sterole, sind strukturell dem Cholesterin ähnlich und hemmen seine Aufnahme im Darm. Sie kommen in pflanzlichen Fetten oder Ölen vor, wie sie aus Sonnenblumensamen, Weizenkeimen oder Sojabohnen gewonnen werden. Aufgrund dieser cholesterinsenkenden Wirkung werden pflanzliche Sterole sogenannten funktionellen Lebensmitteln wie Margarine oder Joghurts künstlich zugesetzt. (AFP)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0430/wissenschaft/0129/index.html


admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 5.008
  • Geschlecht: Männlich
Cholesterin - Was bringt Becel?
« Antwort #5 am: 14. Februar 2012, 00:28 »

Becel-Margarine: Foodwatch klagt Unilever

Pflanzensterine im Produkt sollen den Cholesterinspiegel senken. Der Konzern verschleiere Nebenwirkungen, kritisieren Verbraucherschützer.

Letztes Update am 07.02.2012, 10:50

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat den Nahrungsmittelkonzern Unilever wegen dessen Aussagen zu der angeblich den Cholesterinspiegel senkenden Margarine Becel Pro.Activ verklagt.

Foodwatch habe beim Landgericht Hamburg eine Unterlassungsklage gegen Unilever eingereicht, teilte die Organisation am Dienstag in Berlin mit. Diese richtet sich demnach gegen die unter Berufung auf Wissenschafter getroffene Aussage des Konzerns, dass es bei der Margarine "aus wissenschaftlicher Sicht keinen Hinweis" auf Nebenwirkungen gebe.

Die Verbraucherorganisation erklärte dagegen, die der Margarine zugesetzten Pflanzensterine seien unter Experten höchst umstritten. Sie stünden im Verdacht, "genau das zu verursachen, was sie eigentlich verhindern sollen: nämlich Ablagerungen in Gefäßen und ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten". Mit der Klage wolle Foodwatch verhindern, dass Unilever bedenkliche Risiken und Nebenwirkungen seiner cholesterinsenkenden Margarine verschleiere.

"Die Behauptung, es gebe keine Hinweise auf Nebenwirkungen, ist absolut haltlos", kritisierte Foodwatch-Experte Oliver Huizinga. Kritische wissenschaftliche Stimmen und ernstzunehmende Hinweise auf Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Pflanzensterinen blende der Konzern einfach aus.

Foodwatch hatte bereits im November gefordert, Becel Pro.Activ wegen möglicher Gesundheitsrisiken nicht in Supermärkten zu verkaufen. Unilever hatte die Vorwürfe damals als falsch und irreführend zurückgewiesen. Gesundheitliche Risiken durch das Produkt seien nicht bekannt, Unilever sei von dessen Sicherheit überzeugt. "Sollten wir Zweifel an der Produktsicherheit haben, würden wir die Becel Pro.Activ-Produkte nicht weiter vertreiben", teilte der Konzern in Hamburg damals mit.

Fakten

Unilever Pflegemittel und Nahrungsmittel bilden die beiden großen Sparten des britisch-niederländischen Weltkonzerns, sie vereinen knapp zwei Drittel des Umsatzes auf sich. Reinigungsmittel sowie Eiscreme und Getränke würden laut eigenen Angaben zusammen das verbleibende Drittel bilden.
Foodwatch Die deutsche Verbraucherschutzorganisation wendet sich mit Kampagnen gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittelherstellern. Dazu stellt die Organisation auf ihrer Internetseite regelmäßig Produkte vor, die nach ihrer Auffassung nicht halten, was sie versprechen.

http://kurier.at/wirtschaft/4483955-becel-margarine-foodwatch-klagt-unilever.php

Tanja

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 932
  • Geschlecht: Weiblich
Zu hoher Cholesterinspiegel – ab wann ist er gefährlich?
« Antwort #6 am: 28. Mai 2012, 17:03 »



Zu hoher Cholesterinspiegel – ab wann ist er gefährlich?

In Eiern steckt viel weniger Cholesterin als gedacht. Viel bedeutender für den Cholesterinspiegel sind die Fette, die täglich verspeist werden.
 
http://www.hr-online.de/website/rubriken/ratgeber/index.jsp?rubrik=55369&key=standard_document_44719872

Übersicht
Fett ist nicht gleich Fett (Seite 1)
Schlemmen - aber richtig! (Seite 2)
Cholesterin - Fluch oder Segen? (Seite 2)
Bluthochdruck - Der stille Killer (Seite 3)
Vorsorge für gefährdete Personen (Seite 4)
Angeborene Fettstoffwechselstörungen (Seite 4)
Was Sie noch über Cholesterin wissen sollten (Seite 5)
Wann sind Medikamente unerlässlich? (Seite 5)

10.05.2012, 18:50 Uhr

So stecken beispielsweise in Rind- oder Lammfleisch so genannte gesättigte Fettsäuren, die in großen Mengen den Cholesterinspiegel ansteigen lassen.

Unter einem hohen Blutfettspiegel leiden vor allem die Gefäße, denn das überschüssige Fett begünstigt Gefäßverkalkungen. Gerade bei Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck, die ebenfalls das Arterioskleroserisiko vergrößern, ist es besonders wichtig, den Cholesterinspiegel genau im Blick zu behalten, um drohenden Gefäßverengungen früh entgegen zu wirken.
 
hr - Gebühren für gutes Programm
Informationen zur Rundfunkgebühr
Fett ist nicht gleich Fett


Video: Zu hoher Cholesterinspiegel - ab wann ist er gefährlich?
24:54 Min
(© hr | service: gesundheit, 10.05.2012)
Der Unterschied zwischen "guten oder schlechten" Fetten liegt in deren chemischer Struktur. Nahrungsfette bestehen aus Alkohol und Fettsäuren. Und eben diese Fettsäuren können gesättigt oder ungesättigt sein. Entscheidend ist dabei, wie die Kohlenstoffatome miteinander verbunden sind. Gibt es nur Einfachbindungen, dann handelt es sich um eine gesättigte Fettsäure. Existieren auch Doppelbindungen, dann ist es eben eine ungesättigte Fettsäure. Gesättigte Fettsäuren erhöhen das Cholesterin in unserem Körper, treiben gerade das unerwünschte LDL-Cholesterin in die Höhe. Vor allem dieses LDL-Cholesterin ist für die gefürchtete Gefäßverkalkung verantwortlich. Ungesättigte Fettsäuren dagegen können den Blutfettspiegel sogar leicht senken, einige von ihnen kann der Körper zudem nicht selbst herstellen, die müssen wir mit der Nahrung zu uns nehmen.

Finger weg von Pommes, Chips und Co.
Doch es kommt auch noch darauf an, ob und wie die Fette verarbeitet werden. So entstehen aus einigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (aus Pflanzenölen) in der industriellen Verarbeitung durch Erhitzen so genannte Transfettsäuren. Beispielsweise bei der Herstellung von Pommes, Blätterteig oder Chips. Diese Transfettsäuren erhöhen ebenfalls vor allem das schlechte Cholesterin (LDL), sollen außerdem Entzündungsprozesse in unserem Körper und die Entstehung von Krebserkrankungen fördern.

Gutes aus dem Meer
Die Besten unter den "guten" ungesättigten Fettsäuren aber sind Omega-3-Fettsäuren. Selbst herstellen können wir die nicht, diese Fettsäuren stecken reichlich in fetten Seefischen wie Hering oder Makrele, und auch in vielen Pflanzenölen wie Leinsamen-, Raps- und Sojaöl. Anders als die gesättigten Fette senken Omega-3-Fettsäuren den Cholesterinspiegel und den Blutdruck, sie hemmen Entzündungen in unserem Körper und da sie das Zusammenklumpen der Blutplättchen verhindern, verbessern sie zudem die Fließeigenschaften unseres Blutes.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick
Prinzipiell gilt, die ersten Maßnahmen gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel sind Bewegung und eine vollwertige Ernährung. Das bedeutet: Pro Woche mindestens zwei Mal 30 Minuten einer Ausdauer-Sportart wie Walken, Laufen oder Schwimmen.
 
Seite:   [1]    2    3    4    5    >>

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 5.008
  • Geschlecht: Männlich
Zweifel am „guten“ Cholesterin
« Antwort #7 am: 20. Juli 2012, 14:48 »


Niacin: Nach Studienabbruch Zweifel am „guten“ Cholesterin
Freitag, 27. Mai 2011

Bethesda – Ein niedriges HDL-Cholesterin gilt als kardiovaskulärer Risikofaktor. Doch Medikamente, die den HDL-Wert erhöhen, haben bisher nicht die Prognose der Patienten verbessern können. Nach Fenofibrat und Torcetrapib ist jetzt auch Niacin in einer randomisierten klinischen Studie gescheitert. Die Studie des National Heart, Lung and Blood Institute (NHLBI) wurde vorzeitig abgebrochen. Unklar ist die Bedeutung eines leichten Anstiegs von Schlaganfällen unter der Therapie mit Niacin.

An der „Atherothrombosis Intervention in Metabolic Syndrome with Low HDL/High Triglycerides: Impact on Global Health“ oder AIM-HIGH-Studie hatten in den USA und Kanada 3.414 Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen teilgenommen.

Sie waren aufgrund einer bestimmten Risikokonstellation in den Lipidparametern ausgewählt worden. Bei den Patienten war nicht nur der LDL-Cholesterin-Wert erhöht, weswegen für alle Patienten eine Therapie mit Statinen, eventuell ergänzt durch Ezetimib vorgesehen war.

Es lagen auch niedrige HDL-Werte und erhöhte Triglyzeride vor. Sie bildeten die Rationale für den Einsatz von Niacin (Nicotinamid), das den HDL-Wert steigern und die Triglyzeride senken kann. Ob dies die Prognose der Patienten verbessert, war Gegenstand der Untersuchung, weshalb die Hälfte der Patienten mit Placebo statt Niacin behandelt wurde.

zum Thema

    Pressemitteilung des NHLBI
    Pressemitteilung der FDA
    Pressemitteilung des Herstellers
    AIM-HIGH Studie
    ACCORD-Studie
    ILLUMINATE-Studie

Niacin wurde in einer Formulierung mit verzögerter Freisetzung eingesetzt. Angestrebt wurde eine Dosis von 2.000 mg/die. Alle Patienten wurden mit Simvastatin behandelt, bei einigen wurde als zweiter LDL-Cholesterinsenker Ezetimib hinzugefügt. Das Ziel war ein LDL-Wert zwischen 40-80 mg/dl.

Die Studie begann Anfang 2006, der Abschluss war für 2012 vorgesehen. Doch nach einer planmäßigen Zwischenauswertung am 25. April entschieden die Prüfärzte (data and safety monitoring board, DSMB), die Studie vorzeitig zu beenden.

Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen Hinweis, dass die Therapie mit Niacin die Zahl der Patienten senkt, die den primären Endpunkt der Studie aus Herzinfarkt (einschließlich NSTEMI und Revaskularisierung), Schlaganfall oder Herzkreislauftod erreichen.

Außerdem wurde im Niacin-Arm ein kleiner und unerwarteter Anstieg in der Zahl der Schlaganfälle beobachtet. Während der Behandlungsdauer von 32 Monaten kam es hier zu 28 Schlaganfällen (1,6 Prozent) gegenüber nur 12 Schlaganfällen (0,7 Prozent) in der Kontrollgruppe.

Die Bedeutung ist aus Sicht des National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI), das die Studie zusammen mit dem Hersteller Abbott finanziert hat, unklar. Denn neun der 28 Schlaganfälle traten bei Patienten auf, die das Medikament seit mindestens 2 Monaten abgesetzt hatten.

Die US-Arzneibehörde FDA kündigte eine Prüfung an. Die Ärzte wurden aufgefordert, die Ergebnisse der Studie bei ihren Verordnungen zu berücksichtigen, ohne dass hierfür allerdings klare Empfehlungen ausgegeben wurden. Es dürfte jedoch in Zukunft schwer werden, Patienten zur Einnahme eines Wirkstoffs mit problematischer Verträglichkeit zu motivieren, wenn außer besseren Laborwerten keine Effekte erzielt werden.

Beobachter zeigten sich überrascht über den Ausgang der Studie. Niacin ist allerdings bereits der dritte Wirkstoff, der trotz einer Steigerung des HDL-Cholesterins (und eine Senkung der Triglyzeride) in einer randomisierten Studie nicht in der Lage war, die Prognose der Patienten zu verbessern.

Im Jahr 2006 musste der Hersteller Pfizer die Investigation of Lipid Level Management to Understand its Impact in Atherosclerotic Events oder ILLUMINATE-Studie abbrechen, da es unter der Therapie mit dem Wirkstoff Torcetrapib zu einer erhöhten Rate von kardiovaskulären Ereignissen und Todesfällen gekommen war (NEJM 2007; 357:2109-2122).

Und im letzten Jahr wurden die enttäuschenden Ergebnisse der Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes oder ACCORD-Studie vorgestellt. Dort war es unter der Therapie mit Fenofibrat nicht gelungen die Häufigkeit von kardiovaskulären Ereignissen zu senken, obwohl Fenofibrat das HDL-Cholesterin gesteigert und den Triglyzeridewert gesenkt hatte (NEJM 2010; 362: 1563-1574).

Nach drei gescheiterten Versuchen dürften die Zweifel an der Hypothese vom „guten“ HDL-Cholesterin zunehmen. Diese ist zwar durch Beobachtungsstudien gut belegt, solange es allerdings keine Medikamente gibt, die einen Vorteil einer medikamentösen Therapie für den Patienten aufzeigen, bleibt die Hypothese klinisch ohne Bedeutung. © rme/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46027

-----------------------------------------------------------------------

http://www.gesundheit.ch/news/cholesterin/

-----------------------------------------------------------------------

Was ist „gutes“ Cholesterin und was ist „schlechtes“ Cholesterin?

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Damit fettlösliches Cholesterin im Blut transportiert werden kann, sind Trägersubstanzen nötig (denn Blut selbst ist eine wässrige Lösung). Diese Trägersubstanzen sind Eiweiße (Proteine). Man spricht von Lipoproteinen, weil diese Proteine für den Fetttransport zuständig sind.

Die Lipoproteine erfüllen verschiedene Aufgaben und unterscheiden sich chemisch in ihrer Dichte. Es gibt Lipoproteine mit niedriger Dichte (Low Density Lipoprotein, LDL) und Liporoteine mit hoher Dichte (High Density Lipoprotein, HDL).

Das LDL transportiert das in der Leber gespeicherte Cholesterin über den Blutweg zu den Organen. Übersteigt die Menge des in der Blutbahn befindlichen Cholesterins den Bedarf der Organe, kann sich das Fett in den Gefäßwänden ablagern und zur Arterienverkalkung führen. Man spricht deshalb bei LDL auch von „schlechtem“ Cholesterin.

Das HDL dagegen transportiert Cholesterin, das nicht benötigt wird, aus den Geweben und Gefäßen in die Leber. Dort entstehen daraus Gallensäuren, die mit dem Gallensaft ausgeschieden werden. HDL wirkt deshalb der Arterienverkalkung entgegen. Man spricht also von „gutem“ Cholesterin.


    Steigt mein Herzinfarkt-Risiko, wenn ich meine Cholesterin-Senker nicht regelmäßig einnehme?
    Wie lassen sich erhöhte Blutfettwerte feststellen?
    Woher stammt eigentlich das Cholesterin?
    Wie hoch darf mein Cholesterinwert sein?
    Welche Rolle spielen die Triglyceride?
    Hypercholesterinämie
    Lipoproteine
    LDL / Low Density Lipoprotein
    HDL / High Density Lipoprotein
    Was sind Lipoproteine?
    Ab welchem Alter sollte man die Blutfettwerte untersuchen lassen?
    Mit welchen Ernährungsmaßnahmen kann man den LDL-Cholesterin-Wert senken?
    Gibt es außer der Ernährung weitere nichtmedikamentöse Maßnahmen, die den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen?
    Hohe Blutfette: Ab wann sollte man Medikamente einnehmen?
    Was ist der Arteriosklerose-Risiko-Index?
    Steigt der Cholesterinwert nicht natürlicherweise mit dem Alter?
    Was ist eine familiäre Hyperlipidämie (Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie)?
    Cholesterin: Der gescheiterte Kampf
    Auf welche Weise senken Statine das Cholesterin?
    „Cholesterinsenkende“ Lebensmittel: Zweifel am Gesundheitsnutzen
    Wie viel des Cholesterins im Blut kommt eigentlich aus der Nahrung?
    Kann auch ein Cholesterinspiegel unter 200 mg/dl gefährlich sein?
    Warum ist ein hoher HDL-Cholesterin-Wert wichtig?
    Wie hoch sollte das gefäßschützende HDL-Cholesterin sein?
    HDL-Cholesterin: Warum es das gute Blutfett ist
    Cholesterin: Werte schwanken je nach Jahreszeit
    Äpfel senken Cholesterinwerte

http://www.navigator-medizin.de/herz_gefaesse/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-cholesterin-und-fettstoffwechselstoerungen/grundlagen/501-was-ist-gutes-cholesterin-und-was-ist-schlechtes-cholesterin.html


Tanja

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 932
  • Geschlecht: Weiblich
"Gutes" HDL-Cholesterin kann auch "böse" sein
« Antwort #8 am: 19. August 2012, 23:28 »


"Gutes" HDL-Cholesterin kann auch "böse" sein

Wien (OTS) - Die Ergebnisse einer aktuellen Studie an der
Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien könnten die
Bewertung von HDL-Cholesterin revolutionieren: Thomas Weichhart und
Marcus Säemann von der Abteilung für Nephrologie haben
herausgefunden, dass das vermeintlich "gute" HDL-Cholesterin auch
"böse" sein und entzündliche Reaktionen sogar verstärken kann.
Generell wurde bisher zwischen "gutem" HDL-Cholesterin und "bösem"
LDL-Cholesterin unterschieden. LDL trägt zu
Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Hirnblutungen bei, das
"gute" HDL schützt davor. Jetzt stellten die MedUni Wien-ExpertInnen
aber fest, dass bei Dialyse-PatientInnen die antientzündliche Wirkung
von HDL nicht gegeben ist. "Vielmehr verstärkte das HDL mehrfach die
Entzündungsreaktionen und könnte damit die latente chronische
Entzündung, die mit einem hohen kardiovaskulären Risiko verbunden
ist, erklären", betont Säemann.
Bei einer genaueren Untersuchung des HDL bei Dialyse-PatientInnen,
also Personen mit Niereninsuffizienz, wurde festgestellt, dass ein
bestimmtes Molekül, das so genannte Serum Amyloid A (SAA), bei diesen
Personen deutlich erhöht war. SAA ist eine sehr wahrscheinliche
Ursache für den Defekt des HDL. Weichhart: "Wenn man SAA in gesundes
HDL einbaut, wird es auch funktionsuntüchtig."
Qualität wichtiger als Quantität
Diese Entdeckung könnte die Bewertung von HDL-Cholesterin
verändern. Bisher wird ein hoher HDL-Wert als optimal angesehen.
"Viel wichtiger als die Menge ist aber offensichtlich die Qualität
des HDL. Nicht funktionsfähiges HDL-Cholesterin ist wertlos - selbst
hohe HDL-Spiegel wären damit nicht mehr gesund", sagt Weichhart.
Weitere Erkenntnis: "Das Senken des LDL-Wertes ist deshalb noch immer
wichtiger als das Anheben des HDL-Wertes", so Säemann.
Allerdings ist es derzeit nicht möglich, mit einfachen Tests
"böses" HDL rasch zu identifizieren. An der Entwicklung eines
derartigen Tests arbeiten Weichhart und Säemann derzeit. Sie haben
gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien ein Patent erhalten,
um die Veränderungen im HDL mit Hilfe eines einfachen Labortests zu
bestimmen und so das Risiko für künftige Herz-Kreislauferkrankungen
besser abschätzen zu können - und früher therapeutisch eingreifen zu
können.
In den vergangenen Jahren konnte für einige Erkrankungen wie die
koronare Herzkrankheit (KHK), den Diabetes mellitus oder die
rheumatoide Arthritis gezeigt werden, dass jede Erkrankung offenbar
ihr eigenes, charakteristisches HDL besitzt. Weiters kommen einige
der im HDL von Niereninsuffizienten neu entdeckten Proteine auch im
HDL dieser Erkrankungen vor, wo HDL seine günstigen,
anti-entzündlichen und gefäßschützenden Eigenschaften ebenso
verliert. "Mit dem neuen Labortest könnte nun untersucht werden, ob
verändertes HDL sowohl bei niereninsuffizienten PatienInnen in einem
frühen Stadium ihrer Erkrankung mit einer schlechteren Prognose
einhergeht, und ob dies bei PatientInnen etwa mit Diabetes oder nach
Herzinfarkt auch passiert. Damit wäre es mit Hilfe eines einfachen
Testprinzips möglich, zu einem frühen Zeitpunkt therapeutisch zu
intervenieren und damit die Gesamtprognose entscheidend zu
verändern", so die MedUni Wien-Forscher
Service: Journal of the American Society of Nephrology
"The proteomic signature of dysfunctional uremic HDL identifies
SAA as proinflammatory component". Thomas Weichhart, Chantal
Kopecky, Markus Kubicek, Michael Haidinger, Dominik Döller, Karl
Katholnig, Cacang Suarna, Philipp Eller, Markus Tölle, Christopher
Gerner, Gerhard J Zlabinger, Markus van der Giet, Walter H. Hörl,
Roland Stocker, Marcus D Säemann.

Jutta

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 957
  • Geschlecht: Weiblich
Becel senkt Cholesterin (nicht)! Jetzt Arzneimittel?
« Antwort #9 am: 15. Oktober 2012, 22:14 »



Cholesterin-Butter: Unilever gerät unter Beschuss

Imageverlust: Foodwatch sieht in "Becel pro.aktiv" ein Arzneimittel


Streitobjekt: "Becel pro.aktiv" und mögliche Nebenwirkungen (Foto: becel.de)

Hamburg/Berlin (pte011/15.10.2012/12:00) - Die zum Konsumgüterkonzern Unilever http://unilever.com gehörende Margarine-Marke Becel http://becel.de hat momentan mit gehörigen Imageschäden zu kämpfen. Grund dafür ist die eingebrachte Klage und anhaltende Kritik der Verbraucherorganisation Foodwatch http://foodwatch.de wegen des Produkts "Becel pro.activ", das angeblich den Cholesterinspiegel senken soll. Der Imagewert von Becel im YouGov-Markenmonitor BrandIndex ist in den vergangenen Monaten von +38 auf +24 gesunken. Der Ruf der Marke könnte dadurch nachhaltig geschwächt werden.

Umstrittener Satz

Foodwatch fährt schon seit einiger Zeit eine mediale Kampagne gegen den Cholesterinsenker aus den Supermärkten. Dass sich nun auch das Landgericht Hamburg mit der Margarine auseinandersetzt, geht zurück auf folgenden Satz des Gießener Professors Hans-Ulrich Klör in einer Presseaussendung von Unilever Deutschland http://tinyurl.com/9zn2o9w : "Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Hinweis darauf, dass der Verzehr Pflanzensterin-angereicherter Produkte mit Nebenwirkungen in Verbindung zu bringen ist."

"Diese Behauptung ist schlicht unhaltbar. Unilever soll die Hinweise auf die Risiken nicht weiter verschleiern dürfen. Deshalb gehen wir dagegen nun gerichtlich vor", erklärt Foodwatch-Klageführer Oliver Huizinga im Gespräch mit pressetext. Dieser sieht in "Becel pro.aktiv" eine Art Cholesterin-Medikament, dessen Verkauf nur Apotheken erlaubt sein sollte. "Wer krank ist, geht zum Arzt, wer Hunger hat in den Supermarkt", bringt es Huizinga auf den Punkt.

Interpretationsspielraum

Laut Foodwatch gibt es wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass die der Margarine zugesetzten Pflanzensterine Ablagerungen in Gefäßen zur Folge haben und dadurch das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen. Unilever hat die Ablagerungen vor Gericht sogar bestätigt. Diese hätten allerdings keine gesundheitlichen Folgen, so der Konzern.

Die zentrale Frage des Prozesses ist, ob es sich bei der Aussage des Professors und Mitglied der Deutschen Lipid-Liga http://lipid-liga.de um eine Tatsachenbehauptung oder eine Meinungsäußerung handelt. Interpretiert sie das Gericht als das Erstere, so ist sie anfechtbar. Gegenüber pressetext wollte sich Kör mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu den Vorwürfen von Foodwatch äußern.

Ein Urteil wird für den 14. Dezember erwartet. Bekäme die Verbraucherschutzorganisation in der Causa recht, würde sie sich in der Forderung nach der Verbannung aus den Supermarkt-Regalen bestärkt sehen. Dass jedoch Unilever für "Becel pro.aktiv" eine Zulassung als Arzneimittel beantragen wird müssen oder das Produkt vom Markt nimmt, erscheint Beobachtern als relativ unwahrscheinlich.

Aktualisierung (15.10.2012/14:08 Uhr):
Gegenüber pressetext weist Unilever-Sprecher Merlin Koene darauf hin, dass "Ablagerungen" vor Gericht vonseiten des Konzerns nie bestätigt wurden und dies eine "Behauptung von Foodwatch" sei. "Für uns hat sich nichts geändert: wir stehen zu unserem Produkt. Becel pro.activ ist ein sicheres und gesundes Lebensmittel, das aktiv den Cholesterinspiegel senkt und damit einen Beitrag leisten kann, einen Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen zu reduzieren."

(Ende)
Aussender:    pressetext.redaktion
Ansprechpartner:    Sebastian Köberl
Tel.:    +43-1-81140-314
E-Mail:    koeberl@pressetext.com
Website:    www.pressetext.com