Autor Thema: Arznei-Sicherheitsgurt  (Gelesen 5128 mal)

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Dietmar E.

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Arznei-Sicherheitsgurt
« am: 04. April 2008, 00:06 »

So ist es in Deutschland!
Und in Österreich?



Medikamentensicherheit - krank durch falsche Pillen?

"Sind es die richtigen Pillen, die ich einnehme? Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?" Fragen, die sich viele Bürger, viele Patienten immer wieder stellen. Denn aus dem schwer lesbaren Beipackzettel geht nichts oder nichts Eindeutiges hervor.

Eine ganz normale Situation, in der sich viele Menschen befinden, die ein neues Präparat zu sich nehmen. Und dann schluckt man sie doch herunter - Pillen wie Bedenken. Letztlich wird der Patient mit dem Medikament allein gelassen. Doch wie sicher sind die Medikamente wirklich? Was erhalte ich bei einer Bestellung im Internet? Ist jede Quelle vertrauenswürdig oder bestellt man sich hier sogar den Tod in Pillenform? Zu Risiken und Nebenwirkungen soll man ja seinen Arzt oder Apotheker fragen. Aber kann man ihnen überhaupt vertrauen, oder missachten diese vielleicht selbst wider besseren (Ge)Wissens die Gegenanzeigen - aus finanziellem Interesse?


"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Arznei-Sicherheitsgurt in Österreich
« Antwort #1 am: 04. April 2008, 12:59 »
Sehr interessant war die gestrige Pressekonferenz mit rund 30 Reportern.
Unsere Gesundheitsministerin stand dann auch noch für etliche Fragen zur Verfügung.


Ein Jahr Pilotprojekt Arzneimittel-Sicherheitsgurt

 Bilanz und Ausblick
 
 In Österreich werden viele Medikamente falsch oder doppelt eingenommen. Kommt es zu Wechselwirkungen zwischen den eingenommenen Präparaten dann kann sich die Wirkung der Arzneimittel aufheben oder es entstehen unangenehme Nebenwirkungen. Der Arzneimittel-Sicherheitsgurt schafft Abhilfe. Ein Jahr Pilotprojekt in Salzburg hat sensationelle Ergebnisse gebracht. Die Ausweitung auf ganz Österreich steht bevor.

Jedes fünfte Medikament in Österreich wird falsch, doppelt oder gar nicht eingenommen. Dieser nachlässige Umgang mit Arzneimitteln kann sehr gefährlich und teuer werden. Dem Gesundheitssystem entstehen unnötige Kosten in Millionenhöhe. Betroffene kostet es womöglich die Gesundheit oder schlimmstenfalls das Leben. Schätzungen zufolge sterben jährlich deutlich mehr als tausend Menschen an den Folgen falscher Arzneimitteleinnahmen. Der Arzneimittel-Sicherheitsgurt mit e-card hakt genau da ein und bietet eine probate Lösung an. Diese speziell für Apotheken entwickelte Datenbank überprüft elektronisch, ob die individuell von einem Konsumenten angewendeten Medikamente zusammenpassen. Sie funktioniert einfach, unbürokratisch, sicher, für Patienten kostenlos, volkswirtschaftlich sinnvoll und vernetzt.

Die Österreichische Apothekerkammer und die Pharmazeutische Gehaltskasse, das Rechenzentrum, Arbeits- und Sozialinstitut der Apotheker, haben gemeinsam mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und dem Bundesministerium für Gesundheit ein Jahr lang den Arzneimittel-Sicherheitsgurt in Salzburg getestet. Dabei waren alle 71 Apotheken, die an dem Pilotprojekt teilgenommen haben, untereinander vernetzt. Die Patienten konnten über die e-card - die als Schlüssel für den Arzneimittel-Sicherheitsgurt dient – in jeder vernetzten Apotheke ihren Medikamentenstatus abrufen. Dabei wurden viele Wechsel- und Nebenwirkungen erkannt und vermieden.

Kdolsky: Arzneimittel-Sicherheitsgurt für ganz Österreich
Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky ist begeistert von der hohen Qualität und Sicherheit, die der Arzneimittel-Sicherheitsgurt bietet. Die Einführung dieser intelligenten Datenbank, so die Ministerin, sei in ganz Österreich sowohl aus gesundheitlicher als auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll.“ "Der Arzneimittel-Sicherheitsgurt, der ganz klar auf den Patientennutzen fokussiert ist, stellt eine wichtige Weichenstellung dar, um die europaweite Führungsposition Österreichs im Bereich der e-Health weiter auszubaue", so Kdolsky.

Ein Jahr Pilotprojekt: Die Ergebnisse
Der Arzneimittel-Sicherheitsgurt ist ein Quantensprung hinsichtlich Arzneimittelsicherheit und Beratungsintensität in den Apotheken. Das zeigen die Ergebnisse des Pilotprojekts in Salzburg deutlich:
26.182 relevante arzneimittelbezogene Probleme sind aufgetretenn und konnten von den Apothekerinnen und Apothekern gelöst werden.

„Wir Apotheker sind die Experten für Arzneimittel. Wir nehmen unsere Verantwortung ernst und haben mit dem Arzneimittel-Sicherheitsgurt in den Apotheken nun als einzige Institution eine technische Basis für höchste Beratungsqualität“, freut sich Mag.pharm. Heinrich Burggasser, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Am Pilotprojekt Arzneimittel-Sicherheitsgurt im Bundesland Salzburg haben innerhalb des Beobachtungszeitraums von einem Jahr 9.218 Personen in 71 Apotheken teilgenommen. Knapp 4000 Personen nutzten das Service regelmäßig. Die Hauptgruppe der am Projekt teilnehmenden Personen ist weiblich im Alter ab 60 Jahren. „Rund fünf Prozent aller Salzburgerinnen und Salzburger über 60 Jahre haben freiwillig am Arzneimittel-Sicherheitsgurt teilgenommen,“ so Burggasser.

Im Beobachtungszeitraum haben die Patientinnen 174.799 Medikamentenpackungen bezogen. Dabei ist es zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Der Arzneimittelsicherheitsgurt hat 26.182 relevante Warnungen ausgesprochen. Diese können sich auf Interaktionen zwischen Medikamenten (14.588), auf Doppelmedikationen (4.212) oder auf Probleme bei der Therapietreue (7.382) beziehen.
80 Prozent aller arzneimittelbezogenen Probleme wurden mit der Apothekerin, mit dem Apotheker vor Ort gelöst, indem die korrekte Anwendung der Arzneimittel und die richtige zeitliche Einnahme erklärt wurde und nach Absprache mit dem Arzt einzelne Präparate auch ausgetauscht wurden.
Im Durchschnitt sind pro Patient drei arzneimittelbezogene Probleme aufgedeckt worden, wobei bei den über 60-jährigen Patienten bis zu fünf arzneimittelbezogene Probleme pro Patient durchschnittlich gelöst wurden.
Bei den Interaktionswarnungen zeigt sich deutlich, wie wichtig es ist, dass der OTC-Bereich der rezeptfreien Arzneimittel mitbetrachtet wird. 2.287 relevante Interaktionsprobleme gehen ausschließlich auf rezeptfreie Arzneimittel zurück. Dieses Ergebnis belegt eindeutig: Die Kontrolle durch den Apotheker ist auch bei rezeptfreien Arzneimitteln notwendig. In den meisten Fällen waren hier einfache Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol betroffen.
Insgesamt wurden 383 schwere Wechselwirkungen entdeckt. Die häufigste schwere Interaktion ist demzufolge die Kombination von Marcoumar und Aspirin, gefolgt von Multivitaminpräparaten mit Osteoporose-Arzneimitteln (mittelschwere Interaktion) und gewissen Antibiotika mit Cholesterinsenkern (schwere Interaktion)

Anfänge, Patientennutzen, Datenschutz
Seit jeher geben Apothekerinnen und Apotheker Auskunft über Neben- und Wechselwirkungen von Arzneimitteln. Bereits 1998 - also vor genau zehn Jahren - hat die Standesvertretung der Apotheker die Mittel zur Verfügung gestellt, um die Therapien von Asthmapatienten elektronisch zu begleiten und zu kontrollieren.
Die Firma PharmCare Network entwickelte daraufhin den „Arzneimittel-Sicherheitsgurt“ - vorerst nur für einzelne Apotheken aufgrund der vor Ort erfolgten und gespeicherten Medikamentenabgaben. Die ersten Gehversuche des Arzneimittelsicherheitsgurts fanden in Wien und Niederösterreich statt, wo ambitionierte Apotheker ihren Kunden vollelektronisch über Wechselwirkungen von Medikamenten Auskunft gaben. Dieses Wissen der Pharmazeuten sollte in der Folge in eine vernetzte Datenbank eingebracht werden.
Eine erste Chance auf eine vernetzte Umsetzung erlangte das Projekt im Jänner 2005. Seit damals rechnen alle Apotheken ihre Rezepte mit den Krankenkassen vollelektronisch über die Pharmazeutische Gehaltskasse ab. Im Rahmen der elektronischen Rezeptabrechnung reifte die Überlegung, diese Daten nicht nur zu Abrechnungszwecken sondern auch für die Überprüfung von Wechselwirkungen bei Arzneimitteln heranzuziehen.
Im Februar 2007 erfolgte dann die Umsetzung der vernetzten Variante „Arzneimittel-Sicherheitsgurt mit e-Card“ in Salzburg als erstem Bundesland. Obwohl sehr viele Apothekenbesucher Stammkunden sind, haben wir damit die Möglichkeit für Patienten geschaffen, ihre Arzneimittel auch in anderen Apotheken auf freiwilliger Basis überprüfen zu lassen.

Vorteile für Kunden und Patienten:
Es werden alle rezeptpflichtigen und nicht-rezeptpflichtigen Arzneimittel über den neuen "Sicherheitsgurt" erfasst. Der Schlüssel für das neue System ist die e-card.
Der Apotheker kann den Patienten sofort über Neben- und Wechselwirkungen informieren.
Die am Sicherheitsgurt teilnehmenden Apotheken sind untereinander elektronisch vernetzt. Das bedeutet, dass alle rezeptpflichtigen und rezeptfreien Medikamente, die ein Kunde in der einen oder anderen Apotheke kauft, auf Wunsch erfasst werden.
Über die e-card wird der jeweilige Patient elektronisch als solcher „erkannt“. Jedoch werden keinerlei Daten über den Kauf von Medikamenten auf der Karte gespeichert. Die e-card bietet modernste Sicherheitsstandards.
Die Kundendaten werden absolut sicher und verschlüsselt aufbewahrt. Die Speicherung der Daten erfolgt in der Pharmazeutischen Gehaltskasse in Wien. Diese fungiert seit vielen Jahren als Verrechnungszentrum der österreichischen Apotheken. Der im Gesetz festgeschriebene Auftrag garantiert höchstmögliche Datensicherheit und Datenschutz.
Die Datenschutzkommission hat den „Arzneimittel-Sicherheitsgurt mit e-Card“ geprüft und per Bescheid genehmigt.

Technologie und Kosten
Der Arzneimittel-Sicherheitsgurt ist aus technischer Sicht ein anspruchsvolles Projekt. „Wir haben vor kurzem die Erweiterung des Arzneimittelsicherheitsgurts beauftragt. Die neue technische Plattform ist darauf ausgerichtet, alle 1220 öffentlichen Apotheken und die 50 Krankenhausapotheken anzubinden und zu vernetzen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit für eine Schnittstelle zu ärztlichen Ordinationen“ sagt Mag. pharm. Dr. Wolfgang Gerold, Obmann der Pharmazeutischen Gehaltskasse. „Damit bauen wir das erste Stück ELGA und finanzieren aus eigenen Kräften die modernste übergreifende Gesundheitsdokumentation in Europa“, so Gerold.
Die neue technische Umsetzung wird zusätzliche Vorteile bringen. Der Arzneimittelsicherheitsgurt wird nicht nur österreichweit zum Einsatz kommen, sondern bietet auch anderen Institutionen die Möglichkeit „anzudocken“. Er wird hunderte Anfragen gleichzeitig in hoher Geschwindigkeit beantworten können und bedienerfreundlich sein. „Unser Ziel ist es, dass der Arzneimittelsicherheitsgurt für Patienten und Apotheker zur Selbstverständlichkeit wird“, so Gerold abschließend.
Ein Projekt dieser Größenordnung kostet allerdings viel Geld. Das Pilotprojekt in Salzburg hat Kosten von rund 1.3 Millionen Euro verursacht. Diese Kosten haben sich die Österreichische Apothekerkammer und die Pharmazeutische Gehaltskasse geteilt. Ein österreichweiter Roll-out würde weitere rund 3 bis 4 Millionen Euro kosten. In diesem Betrag sind sowohl die Installationen als auch die Software und die Schulungen der Apothekerinnen und Apotheker auf das neue, vernetzte System enthalten. Der relativ kleine Berufsstand der Apotheker wird den geschätzten Kostenbedarf für einen Roll-out des Arzneimittel-Sicherheitsgurts in ganz Österreich nicht alleine aufbringen können. Es wäre daher wünschenswert einen Teil der Kosten über die öffentliche Hand zu finanzieren.

Arzneimittel-Sicherheitsgurt für ganz Österreich
Die Bevölkerung scheint auf die Einführung eines Arzneimittel-Sicherheitsgurtes bereits zu warten. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Ökonsult in Salzburg hat ergeben, dass 83,7 Prozent der Bevölkerung eine Überprüfung ihrer Medikamenteneinnahme auf Unverträglichkeiten begrüßt. „Wir bereiten uns intensiv darauf vor, die nächsten Bundesländer an den Arzneimittel-Sicherheitsgurt anzuschließen“, so Burggasser. Aus heutiger Sicht könnte der österreichweite Roll-out bereits Ende 2008 starten. Die flächendeckende Einführung des Arzneimittel-Sicherheitsgurts in den Apotheken könnte dem österreichischen Gesundheitssystem bis zu 150 Millionen Euro an Einsparungen pro Jahr bringen.
Der Arzneimittel-Sicherheitsgurt wird auf freiwilliger Basis angelegt. Die Datenbank kann alle Medikamente erfassen – egal, ob vom Arzt verschrieben oder nicht. Pro Jahr werden in Österreich rund 90 Millionen Verordnungen über Rezepte ausgestellt und rund 45 Millionen Kassenrezepte über die Pharmazeutische Gehaltskasse mit den Krankenkassen verrechnet. Daneben werden rund 70 Millionen rezeptfreie Präparate pro Jahr verkauft. Diese nicht-rezeptpflichtigen Medikamente machen wertmäßig rund ein Drittel der Medikamentenausgaben aus. Das Potential von zu erkennenden schweren Wechselwirkungen durch den Arzneimittel-Sicherheitsgurt liegt bei geschätzten 380.000 Fällen pro Jahr.

Apotheken auf einen Blick
In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheitsnahversorger. Insgesamt beraten 4.900 akademisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.220 Apotheken die Bevölkerung zu Arzneimitteln und in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker.
Die Pharmazeutische Gehaltskasse für Österreich als Sozial- und Wirtschaftsinstitut der österreichischen Apotheker erfüllt vielfältige Aufgaben für ihre Mitglieder. Die Pharmazeutische Gehaltskasse ist als öffentlich-rechtliche Körperschaft für das gesamte Bundesgebiet mit Sitz in Wien eingerichtet und bildet eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Österreichischen Apothekerkammer.
Die Österreichische Apothekerkammer ist die gesetzliche Berufsvertretung der Apothekerinnen und Apotheker, die sowohl in öffentlichen Apotheken als auch in Krankenhäusern tätig sind. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts garantiert die Apothekerkammer eine wirksame Selbstverwaltung, gleichzeitig übernimmt sie hoheitliche Aufgaben.

___________________
ots-Presseaussendung der Österreichischen Apothekerkammer vom 3.4.2008
Fragen an:
Österreichische Apothekerkammer
Presse und Kommunikation
Mag. Gudrun Reisinger und Mag. Jutta Pint
Tel. 01/404 14 DW 600 und DW 601
Mobil: 0664-1615849 und Mobil: 0664-5350722
E-Mail: mailto:gudrun.reisinger@apotheker.or.at
E-Mail: mailto:jutta.pint@apotheker.or.at 
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Tanja

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Arzneimittel-Sicherheitsgurt
« Antwort #2 am: 04. April 2008, 13:53 »

Da habe ich auch noch etwas dazu gefunden:

http://www.arzneimittelsicherheitsgurt.at/

Der Arzneimittel-Sicherheitsgurt jetzt mit e-card!
    

START DES PROJEKTES ARZNEIMITTEL-SICHERHEITSGURT MIT E-CARD!

Das Pilotprojekt „Arzneimittel-Sicherheitsgurt jetzt mit e-card“ wird von den Projektpartnern Pharmazeutische Gehaltskasse für Österreich, Österreichische Apothekerkammer, dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und der Firma PharmCare Network durchgeführt.

[ weiter...]


PS: Übrigens, Link ist mit Apotheken-Suche!

Sissi

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Re: Arzneimittel-Sicherheitsgurt
« Antwort #3 am: 06. Juli 2008, 12:57 »
Zuerst auf:

http://www.apotheker.or.at

Mit Suchfunktion:

Arzneimittelsicherheitsgurt

9 Dokument/e gefunden



Ein Jahr Pilotprojekt Arzneimittel-Sicherheitsgurt


Dorner-Vorschläge sind >durchsichtig und sinnlos<
 
Kdolsky: Apotheken sind wesentlicher Teil unseres ausgezeichneten Gesundheitssystems

Services offered by pharmacies
 
Leistungen der Apotheken

Arzneimittel-Sicherheitsgurt
 
Arzneimittelsicherheitsgurt: Datenschutz hat oberste Priorität!

Tausende Salzburger legen den >Gurt< an
 
Arzneimittel in Drogerien?



Dietmar E.

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Re: Arzneimittel-Sicherheitsgurt
« Antwort #4 am: 05. November 2008, 22:40 »

Arzneimittel-Sicherheit gibt es nur bei der Medikamenten-Abgabe in der Apotheke!

Utl.: Apothekerverbands-Präsident reagiert auf Ergebnisse einer

alarmierenden Salzburger Studie

Wien (OTS) - "Der Arzneimittelsicherheitsgurt ist die Lösung",
reagiert heute, Mittwoch, der Präsident des Österreichischen
Apothekerverbandes, Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann,  auf die
Enthüllungen im gestrigen ORF-"Report spezial" zum Thema "Patient
Gesundheitswesen". Demnach nehmen die Österreicher zu viele
Medikamente,  leiden verstärkt unter doppelt verschriebenen Arzneien
und kennen zu wenig Neben- und Wechselwirkungen. Die Folgen: mehr
Spitalsaufenthalte, Schäden für die Betroffenen und enorme Kosten für
die Volkswirtschaft, so die Studienautoren im gestrigen ORF-Bericht.

   Seit fast zwei Jahren läuft in Salzburger Apotheken das
Pilotprojekt "Arzneimittelsicherheitsgurt". Mit der e-card als
Schlüssel stimmt der Patient freiwillig einem Check von Neben- und
Wechselwirkungen beim Kauf der Medikamente in Salzburger Apotheken
zu. Der Pharmazeut hat bei Abgabe des Arzneimittels mit einem
Knopfdruck die Möglichkeit, Compliance (Therapietreue und -verlauf),
mögliche Doppelverschreibungen sowie gefährliche Neben- und
Wechselwirkungen aufzudecken. Das Projekt wird mit Unterstützung des
Gesundheitsministeriums, des Gesundheitsressort des Landes und des
Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger in Salzburg erprobt.

   "Wenn das kontrollierte Wechselwirkungssystem in Österreich
flächendeckend läuft, schätzen Experten die Einsparungseffekte auf
bis zu  150 Millionen Euro pro Jahr. Weil jetzt falsch eingenommene
Medikamente dann richtig angewendet werden und Folgekosten wie
Spitalsaufenthalte vermieden werden können", bringt es der Präsident
der selbständigen Apotheker auf den Punkt. Bachleitner-Hofmann:
"Rechnet man, dass heute schon jedes 5. Medikament in Österreich
falsch, doppelt oder gar nicht bzw. in einer pharmakologisch
gefährlichen Kombination eingenommen wird, bedeutet das einen Verlust
für das Gesundheitssystem von 400 Millionen Euro. Wohlgemerkt pro
Jahr!"

   Er, Bachleitner, könne das von einem Arzt im ORF-"Report spezial"
aufgezeigte Problem der doppelten Verschreibungen nachvollziehen.
Fast 30.000 Arzneimittelbezogene Probleme wurden im Pilotprojekt in
Salzburgs Apotheken aufgezeigt. 25% davon lösten konkrete Probleme
für den Patienten aus. Am häufigsten waren Interaktionen, also Neben-
und Wechselwirkungen, vor Doppelmedikationen und
Therapieverlaufsfehlern mit zu kurz oder falsch eingenommenen
Arzneien. 1% der aufgezeigten Arzneimittelprobleme war
lebensgefährlich.

   "Wir müssen unsere Patienten oft darauf hinweisen und können im
direkten Dialog mit unseren niedergelassenen Ärzten die Probleme
rasch und unbürokratisch lösen." Der Arzneimittelsicherheitsgurt sei
ein wichtiges, zweites Sicherheitsnetz in der Apotheke. Nächster
gesundheitspolitischer Schritt wäre die Integration der
verschreibenden Stellen im niedergelassenen und im Spitalsbereich, so
Bachleitner-Hofmann abschließend.

   Hinweis: Das Thema Arzneimittelsicherheit ist auch Schwerpunkt des
morgen in Salzburg beginnenden Wirtschaftskongress des
Österreichischen Apothekerverbandes.

Rückfragehinweis:
   Österreichischer Apothekerverband
   Pressesprecher Mag. Hans Jakesz
   Telefon: 0664/20 20 488
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Arznei-Sicherheitsgurt
« Antwort #5 am: 08. November 2008, 21:19 »
Österreichische Ärztekammer / 07.11.2008 / 09:54 / OTS0052 5 CI 0315 NAE0001 II   

Ärzte: OTC (rezeptfreie Medikamente, Anm.)-Erfassung für e-Medikation unabdingbar

Utl.: Pjeta: Zahlreiche Wechselwirkungen - Kompletter Überblick bei ärztlicher Verschreibung wichtig

Wien (OTS) - Für eine elektronische Zusammenschau der durch die
Apotheker frei verkauften OTC-Präparate und ärztlich verschriebenen
Medikamente beim Arzt hat sich heute der Leiter des
Medikamentenreferats der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Otto
Pjeta, ausgesprochen.

Es sei in diesem Zusammenhang "außerordentlich
zu begrüßen", dass die Apotheker sich verpflichtet hätten, alle
OTC-Präparate elektronisch zu erfassen, die sie an Patienten frei und
ohne ärztliche Verschreibung verkaufen, erklärte Pjeta in einer
Aussendung.
Pjeta: "Diese OTC-Daten sollten idealerweise in einem
OTC-Pass für den Patienten zusammengefasst werden und in die Planung
des ELGA-Projekts e-Medikation einfließen. Um die e-Medikation
künftig sicher durchführen zu können, braucht der Arzt jedenfalls vor
seiner Verschreibung die OTC-Informationen."

OTC-Präparate machten derzeit einen Anteil von 70 Prozent an der
Bestandshaltung der Apotheken aus. Sie seien eine Hauptsäule der
Eigenmedikation von Patienten, auf die der Arzt Bedacht nehmen müsse,
berichtete Pjeta. "Daher ist es sinnvoll, dass die Daten, die nun
erstmals von den Apothekern zentral erfasst werden, den Ärzten vor
ärztlicher Verschreibung zugänglich gemacht werden", so der Appell.

Der Ruf der Apotheker nach zusätzlichen Mitteln für den gescheiterten
Arzneimittelsicherheits-Gurt zeige, dass diese eingesehen hätten,
dass das Projekt ohne Partner nicht umzusetzen sei.
Es habe sich bei
den laufenden Pilotprojekten zum Arzneisicherheitsgurt gezeigt, dass
viele der unerwünschten Wechselwirkungen mit den in den Apotheken
frei verkäuflichen Medikamenten aufträten. Gerade dieser Bereich sei
daher " besonders sorgfältig darzustellen, damit auch die Ärzte bei
der Verschreibung hochwirksamer Arzneimittel eine Kontrolle über die
Gesamtheit der von einzelnen Patienten eingenommenen Präparate
haben", so Pjeta. 
Der Arzneisicherheitsgurt sollte von Ärzten bei
der Verschreibung von Medikamenten eingesetzt werden, aber die von
den Apothekern angegebenen Einsparungspotentiale müssten vor einem
österreichweiten Einsatz durch die Krankenkassen überprüft werden.

"Es ist wichtig, hier einen kompletten und aktuellen Überblick zu
erhalten", sagte Pjeta abschließend.

Rückfragehinweis:
   Pressestelle der
   Österreichischen Ärztekammer
   Tel.: (++43-1) 513 18 33
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)